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Full text of "Archiv für die gesammte naturlehre .."

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ARCHIV 

fiir  die  gesammte 

Naturlehre, 

in    Verbindung    mit 

ßauernfeind  ^      Breithaapi  ^     Conätaniini  ^     JB.    M. 

Bfml^r^  Dökereiner^   Daflos  ^   Da  Minü^  Fi»ch&r^ 

t>^Tioff^     Hkul ,     Maafs ,     Üenftr ,     SchmUdtr^ 

V.   SchmSger^   Schön  ^  v.  fVeigßl^   H^dUmr^ 

ff^arxsr  und  Zttmeek. 

herausgegeben 

Dr.  K.  W.  G.  KASTNER. 


XVIII.    Band. 


Mit  •incr'SttiadraolitareL 


^NÜRNBERG    1819, 
bei    Johann    Leoahard    Sobra 


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Vorwort 


Ausser  meinen  Amtf»  ut)d  Berob  ^  Geschiften  darck 
höchsten  Ortes  erlassene  Aufträge»  Anfragen  vonPri« 
vaten  und  von  Gonimunen  etc.  in  Anspruch  genom* 
men,  ward  es  mir  lyesotiders  seit  dem  SpäthherhsCe 
i8a7  (wo  eine  Reise  in's  Vaterland  *  «u  meinen  da« 
mals  aoch  lehetiden>  von  mir  seit  dem  Sommer  i8at 
sieht  gesehenen  Aeltern  mir  8  Wochen  Zeit  kostete} 
unmöglich  als  Herausgeber  dieses  Archiv^s  dem  %n 
entsprechen»  was  der  Titel  ),Für  die  gesammta 
Naturlehre<<  von  mir  forderte;  ich  heschlols  dahet 
mit  der  nächsten  Folge»  d.  i.  mit  dem  neun  sehn« 
ten  Bande»  den  UmTang  desArchiv*8  dadi^rch  au  min« 
dern:  da(s  ich  nur  Original  •»  Abhandlungen  deat« 
scher  Naturforscher  aus  dem  Gebiete  der  Chemie 
(vorzugsweise  der  reinen)  und  Meteorologie 
tum  Üauptgegenstande  desselben  wUdte»  und  die 
emscUägigen  Arbeiten  des  Auslandes  nur  in  gedräng-' 
ten ,  lediglich  das  Wesentliche  derselben  im  Auge 
behaltenden  Auszügen  dem  letzten  Hefte  Jedes  Jaht^ 
ganges  einverleibte ;  letzteres  in  Verbindung  mit  ähnli« 
che»,  jedoch  ausführlicheren  Austilgen  anderweit  bekannt 
gewordener  und  hieher  gehöriger  deutscher  Arbeiten  t 
in  Form  eines  streng  systematischen  Jahresbericht, 
tes  über  die  Fortschritte  der  wissensehafUichen 
Chemie»  Physik  und.chemikalischenPhysio*' 
legi 6«  Dieser  Abänderung  des  ursprunglichen  Pia* 
nes   des  ArcHv'i    tut  die  ^afjammte  Natut* 


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IT      \^  Vorworte  •• 

lehre  zulolge  erscheint'  dasselbe  vom  nächsten»  n  e  i^  n  • 
sehnten  Bande  an  unter  gedoppeltem  Haupt  -  (d.i. 
Band-)  -  Titel »  n'ainlich  ausser  dem  ^6  eben  erwähnten 
auch  noch  unter  den\_peuen:  Archiv  für  Chemie 
und  Meteorologie»  der  zugleich  alleiniger  Tifel 
der  Heftumschläge  bleibt.  Nicht»  wie  seither  monat- 
lich» sondern  nur  alle  zwei  IMonate  erscheint  davon 
(im  bisherigen  Format)  ein  8 — lo  Bogen  starkes 
Heft»  deren  drei  einen  Band  bilden /  und  von  denen 
des  erste  jedes  Bandes  von  dem  Bildnisse  eines  aus- 
gezeichneten Chemikers  oder  Physikers  begleitet 
wird.  Zwei  Hefte  von  diescfm  neuen  Archive  für 
Chemie  und  Meteorologie  sind  bereits  erschie«- 
nen»  und  das  dritte  ist  unter  der  Presse.  Sie»  die 
beiden  ersteren»  brachten»  neben  dem  .wohlgetroffenen 
Bildnisse  Scheel e's  (der  in  Deutschland  geboren 
und  erzogen »  nicht  nur  vom  Auslande »  sondern  mit- 
unter selbst  von  deutschen  Naturforschern  der  schwe* 
dl  sehe  Chemiker  genannt  zu  werden  pflegt)  für 
Chemiker:  lieben  Stromeyer's  mit  bekannter  mei- 
sterhafter Gründlichkeit  verfolgten  Uhtersuchungen  der 
PyrophosphoTsäure  i;ind  -der  pyrophosphor- 
lauren  Salze:  neu^  eben  so'  gründliche  als  lehr- 
reiche Versuche  und  theoretische  Folgerungen  über 
das  Stib  und  verschiedene  seiner  Arzneipräparate 
(VidU  Duflös)  aus  denen  unter  andern  hervorgeht: 
dafs  aucfh  firechweinstein  und  Algarothp  ulver 
a  r s  e  n  haltig  erscheinen »  wenn  sie  aus  arsenigem 
Schwefelsttb"  bereitet  wurden»  und  dafs  Mineral^ 
kermes  und  Goldscbwefel  nlir  Schwefel  und' 
Stib»  in  bestipimten '  aber  verschiedenen  Propoftio-^ 
jnen  zu  BestalidtheileA  haben) ;  femer  über  die  F  e  1 1  e  und 


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Vorwort,  N, 

den  Seifenbildungfpf oceTs  von  Guts^row, 
über  einen  filiciBsaiiret  Alomineisenozyd  xum  Bestand* 
thetle  habenden  Gallenstein  (von  Seexen),  über  daa 
Eigengewicht  de$' Eises  und  Aut&ndang  des  Ge- 
setzes der  IVIisehangsschmaUbarkeit  (von 
Osann)  über  eine  auffallende  Selbsterhitxung 
eines  ätherigen  Gemenges  (von  Meyer)  über 
ein  fasriges,  wahncheialioh  gediegenes  Zinn 
(von  Kinast)  über,  künstlich  erzeugtes  Stick« 
gas  (nach  Meyer's  Vers.)    über  Kali -Gehalt    der 

Thone     (von    F ,....)    über    Phosphorf^oer* 

xeuge    (von   Saltxer  und   Walchner)    über    die 
S  o  o  1  e  n     bei   ^  ü  1  s »    merkwürdiges    Verhalten     des 
Carbonsäure -Magnit»  Scheidung  des  Eisen  von 
Mangan»  Dichte  •Verminderungen  derSoole^ 
EinBüfs  der  Lttftfeuchte  auf  Gradirung,  OefeQ 
aus    Stourbriedgeetc.    (von  F.  Meyer  xu  Sülx) 
über  Verhalten    d,    künstlichen  Torfes,   so    wie 
über  erdiges  Eisenblau».  Färbung   der  Porn-y 
steine,  Algen  und  Osoillatorien,  (von  Wieg- 
mann),   über    Guajakrinde     und    Guajakhol« 
von  Trommsdorff   nebst   verschiedenen   chemikali«» 
sehen  Mittheilungen    des   Unterzeichneten'    (Versuche^ 
über  Natur  der  Knochen,  der  Knochenasche  und 
des  Apatit,  so  wie  über  den  Schwefelphosphor 
und  neue    Essigsäure  •  Erzeugung;    Geschicht-r 
liebes  über  Marggrafs  und  Bu^holz  Beobachtungen 
zur  KpnBtni(s  pyr^phosphorsaurer  Verbindungen; 
Bemerkungen    über    Wärme    durch   Berührung    voq 
Wässer  und  f^isen,  über  seltene  Bernsteinmu* 
mien«  über  angeblich  künstliches  Azot,  die  Natu^ 
des  Mörtel,  der  Phpephorf  ^uerzeuge,  leichte 


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\ 


Vorwort. 

DaifteUung^  der  Schwef clmetall0|  Zersetzung 
des  Brommagnium  und  Saplen -Cradirung.; 
lilr  Meteorolfk^em  über  LesU^e*«  Hygromieteff 
durch  V.  ScltmdgQr;  über  den  Gang  der  Witn 
terung  zii  Gotha,  jährend  1829  und  Höhen-» 
rauch  etc,  durch  v,  Hoff^  i^ber  Höhenrauch. ge- 
s^envQmFürsteny.  Leininge n» Blitzschlag  bev 
obachtet  vom  Prof.  K  r  i  e  s  u,  merkwürdiges  Kreuzlicht 
gesehen  von  v.  Hoff;  über  Krankh.€^its*Consti-< 
tution  im  Jahr  1829»  bezeichnet  von  Küttlinger; 
über  Wttteriingsgang  in  £rlaqgen  (vonEben* 
demselben)  über  deii  zu  Giengenj(voQ  Binder) 
zu  Gotha  im  Januar  und  Februar  :(85o  (durch  v^. 
Hoff;.  Neunjährige  Wind  beohachtungen  (von 
n^uschenbi^sch  upd  Förstenqiinn)  über  Win* 
t«ertempeTatur  zu  Würzhurg  (von  Osann  und 
(chön)  zu  München  (von9iber)^nd  über  Höhen-, 
rauch  als  KälteverHündor  (vqn  Wiegmann}. 
Das  dritte  Heft  wird  a^s3er  zi^Mr^ichen.  neuen  che« 
mika^ischen  Untersuchupgon ,  und  J^eobaohtangen  d6ut-^ 
scher  Chemiker ,  auch  noch ,  als  SQhluf^heft  des  Bandes 
darbieten:  Kritische  Anzeigen  (deren  auch  bereits- 
das  erste  Heft  einige  enthalt}  Polemisch^  Yer* 
handinngen  und  B^it^age  z%xt;  Chronik  der 
lebenden  Chemiker,  Physike]|^  und  Physiologen,  so  wie 
die  Cultnr  der  Chemie  und  Meitftoroiogie  betreffende 
Notizen.  I\lögen  die  (.eser  der  älteren  Folge  des 
Archiv*£|  au^h  der  neuen  ihre  Gunst  erhalten,  der 
sich  hieniit  ergeb^nst  empfiebU 

^        Kastner. 


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Inhalt, 

.  .  .  «•  .1 

Erstes     Heft. 

Nihcra  Dartttlloiij  d«r  Verlialuitte,  trcldit  §fia*  i  Sffil» 
« tilg  odfr  ooginiflag  ««f  ^  Kie i  M  nag •  pyo» 
c  •  t  •  e  eiiwrkllfi »  iMbtt  Bttrachtv^g  4er  N  « li- 
ruug99tofit  hmmmSkr  ?Uma€^  ia  Beang 
.auf  •iiai»üicheB94eB-  uad  LpfUrteR-ytrWl>> 
BIM«;  Toa  A.  P.  R  toter»  KB.  Pfofestor 
so  jltcbaffcnburg«  (Qescblnfi  dc^.  io^  vori- 
gen Hefte  «bgehrocbefieD  Abb.)  •        ,  *l  -i»  go 

Metcorologifpfare  '  ||et>baebtii»gli»'  ange- 
stellt u  Rot^ivbMf  g  *»  ^•«'  FsH'^f-  ^^'Pf% 
Conttantini  d««cl)>et  •        •        V        \  6o 

Vorläufige    Nael^ri^bf    TOa    der  AuilioduDg  fUaf 
•ebr  eigenibfinilicber  Abtheilangen  faexa* 
gonaler  i|od  teirago'naler Krf  ftvl-lga-  •• 
stallen;  TOB  Augqft,t  Breitha«[^t    •     ,  61  —  71 

MC;  Hjrda  WoUllttpn's  Terfatiren  dem  PUtU 
$treckbai|ieit  s«  ert^tlen,  nebst  Desie^ 
Bemerkungen  fiber  die  Darstellui^g  bantme^» 
baren  Pallad^f  i^nddes  Osmiunosyd^s; 
a.   d.  Engliscben.     (Nachtrag   ta   S«  u^    ^^^ 

XVII 8)       .....      ,      ,      .        75  —  87 

Ueber  dif  Zasamn^nsetiung    des   Cbi'orb«-. 

ftiqm;   von    Dr.  fl.   Turner,    Proh/ior    «| 
^       London.     Mitgcib))ih  von  Dr.  Lar^ner      '•         ß8  —  ^ 
Heinricb    Rose^s  Handbuch    der  analytischen 

Chemie  •••••,.  QO 

Ucber  die  Gegenwart  von  Kalisalzen    in  S als«  * 

aoolen   uqd   im    SteiniaU;    von    E.    W^. 

Brayley.    A.  d.  Engl       .        ♦        /     \  91  —  101 


( 

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^ 


viu  '  ^       Inhalt' 

Nachtrag  wafL  DavjrU  BebbaclitQBgeii  über  dib       Seit« 
Farbe  des  Waste rU;  roni  Geh.  Hofr.  Rit- 
ler Wurser  so  Marburg    •        •        «        «        io3  -^  io4 

Ueber  ^die  WiederberstellaDg  der  Metalle 
.     darpU  3tiohaioff|  vOQ^Prof^flQr  ^iscl|er 

%u  Bretlao    • io$  -#-  iio 

Zur    KeoDtDifs    des    Matt_erkorii;    ron    C,    F. 

MaaTt,  tu  Hambarg  .        .        •        ,         iit  -^  iti 

Ueber  Proust^s  Hopdelii;  top  P^ofeMoa  Zen- 

neck  an  Sti}ttgari{        .        .        •-       •        •        M«  -r  laS 

BeaterhiNigeD  ürbeif  das  SaUcit»)-  Tom' Oberberg» 

c^mmissair  Ehr.  Dn-Mlaii  ih  Walldorf  194  ir^iaS 

Analyse  eines  »ab entcbwa^rze^^  sehnnlÜch- 
ren  Antbralco-nit  Ton  If^tdo^rf;  von 
Ebandeaiaelbei»   ><        •    ^    t        t  ^    *f        ttß-^^n^ 


Nöeb  et^as  übWden'fiehr-  odef  Höhen^ 

r  a  u  ch  un^  Y^f^3'^<^^®  G^g^Ps^^^^®  X  voqi 

Prof.  Dr.   Schön  zu  Würxburg-. 

( B il d a ng« . Be di n g n nge n  des  Uehrraucht» 

Barometer-   und   Gewitter*  Kegeln, 

fiber  Gewitter  ach  wttle  etc.)        «.       .        t>9>-*  |3.7r.' 

Zur  Meteorologie  von  ObeTg>uioeai 

vom  Herauageber.  '  • 

Cl*  *  1^  ^  ^  *  !^  ^  f  ^^  ^  *  ^  f  ^  *>  ^  ^  ^  C '^  ^  ^  9 ''^^  ^  *  ^' ^  )* 
tor;  die  beioBischen  Bewohner  und  die  An<r 
üedler.  Mittlere  Luftwärme;  Torni^? 
dos*  Die  (iinqboas'zeit,  Harinattan<r 
^e^t;  dasLandsets-Sygdom»  die  Gui- 
nea Würyter  |iQ4.aq4ere  voi^  4ahreflzeiten 
abbSpgig« Krankheiten;  giftige Tbiere;  Mord- 
sucht d. Menschen.  Gespotie  Lage  des  Gap, 
Mesnrado;  höchst  gesteigerter  Vegete- 
liontprocefs ;  Sterblichkeit  auf  Liberii|.  A#' 
h  n  m  s  £)rfabraogeq.)       •        •        ^        t        iSt  -^  S04 


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I  a  h  a  1. 1  Vi 


Zur  ge ogn  Oft) seil eo  Meimtatfii  M«Gk* 
len>urg's  fui4  Neuyovpommerns; 
TOQ  Dr.  )Ie)nmtb  v*  Blücher, 

j|attenfl&«h«  lfor44eaC|iliU«dt  CM««li« 
Itabarg«  wmd  NevvorpoaiaierB»  mt- 
bftosdtM)»  Sokattbedi^kttag  JtMtl« 
bea.  Fcttiand  «ad  loMll«ad|  Rftf  •»«  — i 
Mepkle«b^itf»|t  PJttMtt'»;  üdbentage 
«odJL« ■dMsscIiaitU'a  gW«hca4<Tliile». 
(Llog«4^  Qi4.^ttc*vthilers  ••  «acii 
8.i97ft)  UfibelMg  TOD  VW.  m«Ii  80. 
B  r  ü  ^  k  a  ar'  •  WarpbwkctM  aad  .tbrige  K«r* 
tea,  Wattertclitidta  da»  Novd*  uod 
Ottta«  «ad  dar  PlgMa»  .  HoaUiagaada 
Saaa.  Erbeboogca  ftbtr  d^;  MadrattpUgeL 
I  a  a  eagf  ftalta  ag:  Alluvial*  «ad  Oilo«ial- 
Gebilde;  F^raattoat a  der  K  r  •  i  d  •  (F  ^  p  «  r- 
ate  i  a)  des  Dilurial  •  T  b  o  •  (  Alanaerde  | 
Gvobkalk;  GypiUger)-  Ubtri^^^Saad»-  Mer- 
gel and  der  Braaakdblaa;  Nordtscba 
Ge>cbiel|^;  Trieb S4 ad (IV*t*icb d^rcb 
^  Pumpea  aa  Tage  fdrdera).  Ncaera  Meeres* 
upd  Flaft •  AJtuvjoaea  (Flogiaad,  Torf> 
iBOore,  Rg^aoaiaeatlflia»  Dammarr 
d  e.  Mcebieaborg't  .  a^  Poouaera'a  S  o  p  I- 
«faellep;  gcogaQttUpl|a Vf rbättaifia  deirealv 
bea.    P^Mef«ctea.       i        ^        ^        ,        iSt  ->- «04 

Zar  Kunde  V  or  weltlicher  Erze  agilissß 
4er  Qf|se6gegen4eD  vom  Herauf^» 
geber. 

Jlfademagea  der  Uarisip  der  laiala  Utadon 
fwd  Wpllia.  Wirkpqg  der'Omee  gegeii 
Bnchteaafer  oad  Laadipiuea.  Die  EoUteboag  •  • 
dee  Stettiaer  Haff.  Welieabodea  aaf  de^ 
gcBaaatca  Iase|a  aad  Aepdennigea  tbrer  Fle- 
"^  ra.  Die  Oder  iaibrea  Durchbriichea.  Dip 
I^apdfUPDaa^ Ueedom.    Pie Erbebaag der 


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X  ;i  ri  h  «  lit. 

^.  Ini«lh  aa9^>i»::M^r?sbfffcK4i>f    Ü«V^.      Seile   ^  ,\ 
8  C «n  di  n  av  ic  n  •  fl rj» «  b,on  g.  Kritik  freqi- 
der  MeinuDgen  über  deren,  Ursache :    H^Pp- 
tbese    des    VfrgV'jungster    Sanä'ätein 
und  GetotoeiM  liolvttrlfg^r  BraoAkoJv.  ... 
1  e ,  ali  A«8«ritrfl»iigef»dfc«  0«»«e,  f.{B^9M  a  It,  •? .  ^ 
dMrchsetet  in  Öchpftlahd  i*  Fariii«liaii<Tru|»«     .  .      \ 
thoQigfiD  Saiid^«iii/ l>Ulieiriattf  »urDarnJaonJe«"     ...    ' 
schon  B  I ao k*  gadeftkC  dttl^eb'S€4lll|iCl^dlflg:  ^        :' 
Terb.    •choUi»cli>««:iM«:üe?ii^awafdflr».>i; 
Schvreden  keiiM^  hHhtn  (^v^Um  ^Siffon  £in> "  n ' 
LaubfrQftcli  ib  Berntteini  tfq'iülomh    .^t 
|SerniteinUol%','wliiF6trfii«hdc.  aui-   -.^ 
geworfen  fon  dep  Ofits^M.'    Zemorpade  Wir-   '     .• 
kungen  dferOstie^riutlieiiiBei  Mufiii^ün^-- 
düngen ;  die  N:of  dii  c  tf« »Oe  tc hie b e'eic.     «       " 
(Beschluf»  fo1gt}f     .      'v        V        r       ''^^     "*o5  -^  24i 

Beobachtungen  über. die  O xydation' cfetf ' 

Professor  zn  Gl^^ow,: « ..  »'  «h  .     •  i  i  v      ^M  —  «48 
Ein  Beitrag  zur  ^9ni^tnif5/eiiT(igeifelek^  '      j 

N    negativan  MetaiU^^i.  (des  ko>ait"r  .,^  j. 
sauren  Aqicifioc^^'  jktyWlt&rKialikund.'  \<.i.  .i 
Natrpn,    bx>ysaüren  •€hräWt^d^'^^^'     •  " 
duL    doppeltbxalsäuren    Chrom-  ^ 

pKydul    und    Manga nhy per oxyd^ 
von   Dr.*   Emil,  jkaximiV  pingiei:^  ' 

^u  Augsburg: '  "> '  ;^* ' ' .    r  ^  ^ ^  ö, '  ^-  «49 '-  »si 

Ueber    die  Natur   d,e§  ,Chl,p,r^alk*f    undj 

der  Ghlorall^'^vUpvY<^^^^^.^^^.^r??3  ,,   i,.^, 

.,    .'  ,'  ,  ..'''vi  I.'   jj  I  i»  u  ^}  iivi  *.  • 


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I  q  h  a  1'  ti  XI 

Oiritte«    I^eft.  ^ 

AmAjf   des  Heilwaster«   s«  Hiddingea   im        Seil« 
I«äof bfprgUciicD ;  tooi  Uo(r«ib  Dr.  Du    M4- 
dUa  fo  Wii9sd(Krf.      .        ,       ,       •       ,       »&7  —  170 

Dr.  Heliptttli  tqb  fil&ohfr^t  Aoalys«  der 
Sootqvflleo  b«i  Sali.  —  Aa«tyM  S.ayi 
2>it  iBi ;  £cMb«i9f||ogea  (»«u^  Gradir^o  nod 
Abdämpfen;        •       •       •       •       %       t       tS«  —  a88 

If«ehtrfiglich«9ei^«ril«*g«^vo«iKara«f<> 

geber^  •        •  •        •       ,        aSi  -*  3iS 

1)  Prof.  Hi«efe)d'i  Antk\y%i  in  Greiff. 
frald«r  Sooleor M«tt«rla«ge|  «fbtl 
ge^chichiUcheD  und  gcogncistifchaii  Snncr* 
Icnngen^  batetfefd  di^^aljna  sqQrtifa* 
trald  miX  ^P  dattibil  vmam^atflieoaa 
B.obrvcrKicba  8.  aQt  —  sW.  nod  99a  C 
iS^bwefel-  Kobla-  und  Kocbsaia- 
geb^alt  dorttgea  Laftena;  Pboipbof* 
a  i  •  e  a  abendas.  S.  a86  ff.)  SUiiamaiteiitaiaaag 
des    Dori^ftaiaa    Cbaaoodarar  ga&nar  \ 

BildHogttb«M    vnd     b)i^aflf baada- 
A)ge  ao  dapitclb«0|  ar^n^arod  ao  R^ab/« 
Schilleratoff.)  S.s88t-«s89,    Bromtabfiv 
i^^^9n%  de^MoUfrladgai  »cm  a«aljtMeba    ^ 
uad  tepb^if eba  \  B.  t^x  ff.  u.  996  a.  f .  (.K  a  •  ^       \^  1 

aar'«   Peob.    über   Wacbaalwirbaag    voa  ^■ 

aaUi.  NatrpB  «ad  hoblattS.Kalk  bai 
baheaT««P*»  S. a^S..)    Luftiga  Sala« 
saare   ond  Hy drpbr OHBa&iira  ia  da^ 
Pfäba  der  Gr^diarhauta^.  $»S(h|. 
s)  K a « t o a r'i Hy pptben^ über danUraprang 
'        dar  ^oolao  Maab^aiibnrgU  «.PoiM 
■lara'a.  S.I.QQr-3|3. 
Pbraikalisab-cheauacbf  Ui^tavaoahaog  4*a  Klava- 
Bar-S^ablbrnanao;  voi^  P.A.  Riltar  to^ 
H  o  1  g  e  r  »  Dr.  d.  Mad,  find  pr^L  Ars^  au  Wiao,    3l^  -"  3ao 
(K  arbpai.  L  i  t  b  i  o  n  -  |:;iftaaozy dut^  Uaupl- 
b<:(i(aadtb«il  S,3i8}. 


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xii  I  n  h  a'  I  t. 

Merk>rUrdi|fcs   Verfailtea   detEKUotiicr       Seite 
S||t|ilvratecrf;    )>cobachtet  voih  Apotheke^ 
J.    S aller  sa  Grau  jund  Dr^  R.  ri  Holger 
so  Wien«       •        ,        ,        ,  .        .310—331 

lieber  angebliche  und  wirkliche  Aenderiingen 
dea  Wafierftan  def  dcrMeere;  teioi  Pr. 
K.  Chr.  Schmieder.  .        .        .        .        33a  —  338 

Zqr  Henntiiirf  ▼erschtedener  Mineralquellen  dee 
Atoslandei;  Tom  Herausgeber. 

•)  Quellen  im  Kanton  Neuenbürg;  ,        330  --  34a. 

<•  b)  Benntznng  des  Dunitea  der  Quellen  an 
Baden  in  der  Sclivreii.  (Einflure  des  Gav^ 
bonsaurirgsses  auf  badende  neiblicbe  Indi- 
viduen ;  etc.)  •'•'..        •        .        34a  -v*  34S 

c)  Die  Heilquellen  und  Heilquellenba-' 
der  derScbnreis;  etc.  nach  Or.  L'vta  Be- 
richt       .        ...        ,        .         ,      .  345  -r  346 

d)  Dr.  Brunne rU  Batsebenevhnngcn  dber 
verschiedene  Heilquellen  (Trink-  ond 
Badeanstahenl  Italien«.        .        •        • 

Lndlow:  iiber  die  \A{inaral quelle  von  So* 
nah,  in  Ostindien.     ^^      •        ,        .        • 

Unerwartete  Explosion  einer  nuthmaarslich  Kar 
lium  •  haltigen  Flüssigkeit ;  von  Geh.  Hofr, 
Ritter  Wort  er,  zo  Marburg.      .        «        , 

Ueber    die     Selbstentafindnng     dea    Wein-  ^ 

atherU;  vom  {feransgebar.  •        ,        36a 

lieber  Brandfett  (gewonnen  bei  der  trock- 
nen Destillation  des  Holi<ea)}  von  Dr* 
C.  Wöllner,  su  Dnnwald.        .        .        ,        363  •»  370 

Lebhaftes    Reibu  ngs*  LauO'hten    dt$  Talges, 

beobachtet  von  Bauer  n  f  e  i  n  d »  an  Bamberg.     370 

Ueber  die  neueren  Untersuchungen  die  Einwirkung 
der  Schwefelsäure  auf  den  Alkohol  be- 
treife^d,  nebst  Prüfnng  der  aus  deren  ResuU 
laten  ecsogekien  Folgerungen  ]  von  A.  O  uf  lo  s.    37a  — <•.  3Q8 

Unerwartete  Red  uction  des  auf  gal  ÖS  tan  Pia- 

tinoxyd^aj  beobachtet  vomlferausgeber.    388 

Yaniioba    mit    dam    Harn    aioea    Harnruhx- 


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346— 

359 

559 

S6a  - 

36t 

Inhalt  xm 


kraiikeas   i^öm  AHblatcr  RSlIcr  Chr.  &  v. 
Wcigely  Prof«Mor  m  GrtiAtrAkL  •        18^  —  391 

AllcrgenMMtt»  Bettiamang  .  der  II5k«  4tt 
■littUre»  Do»avtcao4#t  M  Rcgeat- 
borg,  fiber  dem  M«ert$.TOfli  dortigM  Pro- 
fetfor  Dr.  tob  SchM^ger«  •     •  S^t  •*  99B 

Veraiisobte  BcMCrknage«;  ro«  Htraue« 
geber. 

I)  Merkvirürdige«  pbjtitakt«  Vcrhalcta 
(ond  BestandtheiU)  dtr  PaaUnta- 
qvelL«  so.  Sobwalbaek«    •        •  %9  *- 4M 

t)  Bereitnog  der  kfintüicb  au  erbitnadea 
Miaeralbadar»  •       •       .       •       400 


Viettea     Haft. 

UcberHohcaaiettangettiBTbfirtagaaCProf» 
Gaafi't  M^twag  dtr  Braakaab^h«  aad 
Director  En,ekeU  Beftimmaag  der  Differcas 
der  Höhea  der  Sternwarte  Seeberg  aad  des 
Brockea  als  Grundlage  sar  Reductioa  der 
barometrifch  geftindenea  relatiren  H5hea  aieh* 
rererPMnkte  TbUringeas  aad  Fraaktas) 
▼oa  K.  £.  A.  ron  Hoff«    .        «        .        .        4ot  —  4^4 

iLBtsag  ao»  dem  aieteorologiaabta  Taga- 
bucb  des  Profeator  Dr.  t.  Sabaiöger  a« 
Regeasbarg.  •        •        »        •        •        •        4S6  -^  4^9 

Raataer^a    Haadbach    der    vieuorologta }    latite 

jlbtbcilang.^ 439 

Zar  Kunde  rörtreltlichar  Erxettgaiaae  dar 

Oatae  egegeaden;  Tom  Herauageber«        44^*^444 

Vcraaebe  mit  Har^  einea  Harnrobrkraakea; 
▼oai  Arcbiater,  Rittor  t,  Waigel,  Profeaaor 
aa  Greifairald 444  —  45G 

Ucberdie  rcduaireade Wirkoag  dea  Stiek- 

atofra;  Nachtrag  tu  S.  110  dietea  Bandea.       4^7  —  458 

ißriaacrnng  aa  einige (hiehcr  gehörige)  Veraache 

dtrBSiatrafaFalbamaj  .fOmHeraaagabar«  ,468  —  Ifim 


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Kir  In  h  a  l.t 

Uebef  ^n  cli^iiiUiheo' fititand  dti  Plint-        Seite 
.  ^  ^at«»;    BachtrSgliolie  Bemcrlmng  tu    Dö« 

bereioer^t  VersnohcA.     \        .        •  "  '  <;        460 
K  o  e  1 1  e^  •    netteste    ]^fahrüUg«i»  *  Irber    B  r  a  b  a  1^ 

weiobrettnerbi  mittelst  Waesei^mpfea,         461 
Meteoirologie    betreiffeiide    Anmevicuog    tvt 

S.  l3o  dies,  batades ;  Vom  Profr  Dfv  V.'  S ^i^b  la  ö-  .1  ^  ' 

ger  iu  Rcgensburg.      .        ^        ^         .        ^        469 
Üeber  perio^dis'oliiB«  AnrcWellea  yoa  $^eir 

and  Flueten)  Vam  Dr.  Kittel  sa  München,  .^65  ^  465 
Babnngf  und  Wirknog  der  artesitichaa-Bl'vn' 

nen;  Von»  Herattag^eb%>r,         ^      ' .      .  ^  •■     466  •—  486 
N>ttaa«    l'hermalqu^Uen  ;    Bcioblurf    der 

S.  68    des   XIV,  Bandet  abgebrochenen   Abb. 

Vom  Heransgeber«       \        »        ,        >        487  —  Sie 
Sacbregister         ^*        »        .        ^        v»»  1  —  LIV. 

Namenregister     »        ,        .       \        .       .,  '     .      LV  — LXIV. 
Die  Fortsetzung  du  Arobiv^a  beireffend«     •        %  ^  LXIV, 

An  die  BesitÄcr  von  Kastner's  Handbuch  der 
Meteprologie  I.Band  und  des  II.  Bandes 
ersten  Abiheilung  (Erlangen  beiJ.J.  i'alm 
und  Ernst  JBnk^).  ^ 


Die  titelte  AbttieiKihg  des  It.  Bandes,  itad  damit  der  Seblofa 
des  Buches,  bat  so  eben  die  Presse  verlassen,  und  bietet  seinen 
Lesern  unter  andern  Folgendes .  dar :  im  zweiten  Kapitel 
$.  s6i  — 367  die  Betrachtung  der  Erde  als  in  unaufhörlicher 
Erneuerung  ihrer  selbsl  befangeAes'  Körpergant e ;  Laft,  aii 
Vermittler  der  Einwirkung  der  Sonne  etc. ,  und  der  Ruckwlrbnng 
der  Erde;  grofse  Zeitperiode  dieses  Wirkiingswechsels ;  Sicherung 
ihres  chemischen  Werthvs  bei  dem  unaufhörlichen  Wechsel ;  t>rgani- 
flfche  Wesenheit  derselben  in  Beciehung  auf  eine  allgemeinste 
Ordnung  der  Lebwesen.  .$.  ir70. Verhalten  der  Luft  als  Oasganxesy 
und  ihren  Ein^elgsfen  nach  (sur  Wärme  eta. ;  daneben:  Meter- 
naafstbeile  in  Duodecrmallinien  etc.;.  die  verschie- 
denen Tliermometerscalen  in  ihrer  gegenseitigen  Ver« 
gleichung).  §.171  —  173.  LuftelektricitSl.  ^  EUktri« 
ache  AtmospfaXre;  eine  Hölle  der  Erde  im  bestimmbaren 
Abstände  anhebend,  und  bis  tu  bestimmbaren  Höhen  reichend; 
die  Quelle  der  meisten  Elektrometeore.  $.  174'^  178.  Dir 
WSrmeTeflexioas«  Atmo'aphöre  und:  deren .  WirlMiQgen. 


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A  nz-e  i  g  fL  «xv 

sanmtatmosphife.      HöheAüietiUBg  ;     barometrisch« » 
ausfiihrlich  mit  Rucicsicht  anf  4i«-  DtMttea  litcher  gehörige  Un- 
tersudnin^«!!'  «Ms  Otfrliagy    Uorvfer«    Kü.nu,    Tracb* 
aeUte.   $.  lSi«i86*'Uy9voslcbpUcJif  Bete h.a/fe«b all  der 
Lofl  (ao  wie  K6falcaaft«ra - ,  SalMmoff-Stikflorfmataaogi 
letztetrer aneli d i ir acl bcatimmbar etc.)  D •  n i e  1 T a  Tbcn&obygro* 
meter,  Aogbst'a  Psyehk^OBBakar^   LtalieU;    G«7*LoS« 
•  ac'a«   K&tBtsii.  A,   biabar    gebdriga   ArbeiUo;   Chimioel- 
lo'a  Tafeln  mid  deren  An«raodoa|^;   Xbermomeicr  und  TiiarmPf 
mctrograplien ; -  dei-  Vfa» V   b^aiandigcrt    Tbermomeicr^    B^- 
stimmoiig   der  taiitttevan  TadIpeiWNpr   (H&iUtrdn'i|    il.    •• 
hieher    geb5k>'ige   Beiiuhnngcn)  .£gtfa']|   w  A,    IJniertiicbiiBgea 
über  Tbcrm'oteeterv Fertigung.     Augbat'a  t)ilfereotialb«r 
r o m e t e !>   und   abnliobe   firifiodüiigea.     (.iß?.    W c  1 T a    Tbaa* 
Theorie  tNa«hhra|e  sHi  I.B.)  (.  188.  Hafuiehüag  ood  Miachnngar 
stehuag.    $.  189;  Di»  Meutte  aU  WSraBaoondentatoren  (in  W  ellf 
Vera.:  vermmbetea  «aAes  WirknngivelrbilloirtderpiDgc;) 
$.  t<>o-^  19V  Vertcbiadeaa H y  g1^ d » a ta r ;  aoch  gal?»iiiicba» 
§.  19&  — 809.  tiimmeiaachaa  FB«i«a    6oeJi$    öbetr  Tbiclra 
•h    Wetterverbandig»): ;    Ge«irittak>fWcbt»f  tc.    VVclIariAdcrBagueif 
jbeo  f  bettfcrtib^iiaea  VartteicbBift  deraclbe*).    (,  S04.  SpannkraA 
der    Wae»el>da0j^{e   in   VekrbiUaif^ '  «U    den   klygrotoctergradcn. 
%  io5— -it^i  W.B^s'afTardampfpn.g  \ind  \V  asserfäilüttg 
(Nebel,  Ranch,  Hebrra\icb.  Wolken  etc.  -  Bildung  und  Wilrkungs- 
TerbSTtnifr).  *  Btftfh»)^  de«  Mondänem.  dAvanf.  .  W£r»a.Li«L^ 
nach   Sertürner ;    Bedrtheilung  destc)b\en   and   der  K  i m t a^* 
acben  Einwfirfe.    lU b wölbe n Aiod WBuerWoiken.    Luftelektrt* 
citat.     {.  ii5^ii6.    Mittiefe    LliftfeuchCto.     Meteorologe 
achn  InttmufeUftttB.    Art  und   BenbUnng  dereelbei.     (Baro« 
meter- Bebting  und   Bait>meter- Schwankung.     Windwetrhallkiiai« 
nach  botr«^  Scbottw  u.  A. ;  di^<an  abhängige  klittalUicba  Bn«. 
atimmatig^ii   nach  A.  v,  Hbnkbvldt)  *  L.  ▼.   Buch|.  Kupff 
f  er  etc.  etc.    Efiijß«rs   delr  Wiilde-ete.  :i«f  daa   B«roilial^r  lincb 
Dore«  ti$lUtk-Dto  a.  m.  A.    Das  Lvftmaar  ti.  sciM  Strö« 
mang  eil.    Die  Luftwarua  in  ihrem  WecbsieJ.   {Tabella 
aber  deren  iBinilu^  «ttf  das  Barotfieter).    ^.117-^919.    Verhüll. 
nila  der  L'ttftelektricität  cum  BBromatari  au  den  Win« 
den  etc.  nach  Schubler.    I^criödrcitfit  dek'selbete.    Volta'a  n« 
A«  bieber  gehörig»  Untersnchnngea.    |j sto «^sai     Witodimts« 
aang:  Wiadrahlien«to.    {*  8sa. '  tleganmtesstiogetoD.    $  8aS 
bis  sa8.    Verdampfungsmesllnng  ulid  Ciforige  mMe'orologU 
ache  Messirtigini.    Meteorolog«    Tageb«i«b.    Drittes  Ka* 
pitel.     S- 9*9 — '940'     Untichtbaire  Luftm^eore.    Tfaermnm»» 
t  e  o  r  e.  (N«tlir  der  W  Srme  und  des  Liebta;  beide  batike  ImpOBdarabi" 
Keo).     A^nemOibeteore.-    (Kllia  nnd.Wiikd«  vor  Sonnsnanf- 
gang;  dea  Vfsr^s  Ansicht  vertheidigt  geg«n  Kamtx).     Elektroi 
meteore.     Do-veU/   Komtta,   PratbtTs,    Vo;ltaU   und 
dea  Yrsr^fi  Anaicbten  bber  Lliftelektricit&ti  Gemtterbilduog etc« 
Beobacbtang8l#«iie-    der    Attemomcteora' atB«    n^ah     Schouw« 
Deatan:    D&namarbU  WiJidrarbäUiiisse.     Doira't' 


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xti  A  n  E  e  i  g>,  6« 

^ 

EitfwUrfe  Qttd fent^ecIctaiifMi:  De  firmtii^t  Be^teelnmgi»  la 
Sibirien.  %,  %Uu  WtndttiJlc.  $.s42.  Einflors  dei  Windes 
aof  HimitieUschfto.  Viertes  Kap-itcL  §.  t'43 r-r 964»  Von 
den  sichtbar«  11  Ltoftm^teoren,  ycrschicdene- Gr4mdao- 
feichCen  ftber  Lfcbt,  Farbe  etc.  si  Geselsedes  'l«icb(es.  $,.s4&« 
Pbotometeore:  Erndiohimmer,  DSmnenniff, OegendSmoiiefang, 
Sonnen  Auf-  und  Ubtergang,  Tageshelle,  HifliiBcIiblaae,  Mor- 
gen- und  Abeodrothe ,  Farbvrolken,  Regenbogen »  Höfe,  Nebeii- 
iTonteen,  Sthattentchimnier  oder  Helligentcheiiiei  Lichtsitfilen» 
Danststreifen  oder  Wassersiehen-  der  Sonne»  StralenkrtinmuDg 
odfer  Ltifupiegflung ,  Dunst-  und  Wolkenspiegekng  |  Brockenge- 
apen&t ,  farbenrandige SchatMtt ,  .Kreusliobt.  Elektrometeorc 
$«s46.  Gewittef,  Wetterleitcbteo-,  feuriger  Regen  |  Wasser-  und 
Landtrottben,  St  Elmt^erj  ScbvrebUcbt,  Polarlicbt,  Pyro- 
neteore:  %.  147.  Sternschuppen  und  Feuerkugeln,  Scblein>bäJle, 
Irrlichter,  rolkan.  Feuer.  Hy drOmeteore  und  K apno ma- 
le ore.  $.948  —  tbo.  Neb^l}  Bt-rgranch,  Wolke««  Thau,  Ha- 
nig- und  Mehlthan,  Wasserregen,  Schnee  (Eisbilder,  Treibeis  et€  ) 
Gefärbter  Schnee,  Hagel ^  Reif,-  Sonnenttaub,  Höhenrauch ,  vul- 
lu(n.  Staub,  vulk.  Wasterdnnstfetc.«  Metalkegcn ,.  Schw^felregen, 
Blutregen,  Pflanzen-  und  Thierregen.  (In  $»946  Hucb  eine  An« 
leitung  cur  Errichtung  der  B  ii  tcableiter;  Benctbeilung  der 
Siteren  und  neuesten  If  ag^lableiter  ete.  S^hlufs  (den  neben 
der  Inhaluanteige  beigegebeki  i«t:  ein  roIlstSodigea  Register). 


Verbesserungen. 

Die  beiden  letsten  Hsflta  (5.  uad  4 )  4«f  XVIL  B.  wurden 
grörstentheilg  wahrend  meiner  im  Fruhliag  iSsg  statt  gehabten 
nehrw&cheatlichen  Abwreseaheit  von  Erlangen  gedmclit|  ich 
bitte  eft  daher  bu  entsdiuldige»,  wenn  ich  hieskit  den  geneigten 
Leser  ergucbe  * naehitebendii  T.e rbeiserungen  eintreten  sn 
lassen:  im 

3.  Heft 
S.to7  Z.  iS'v.  0.  statt  Chlorkalk  lies  Chlorcaleium 
S.397  Z.7.  V.  «^«ctse  Aach  cndlicli  an  den  äussere  tan 
Rändern 

S. 517  Z.3  V,  u.  statt. gSnaltch  lies  gSnslich 
S.33oZ^t    T.  n.   statt    dunkelbraunen   lies    dnnkal- 
braunem 

S. 33o  Z.7  ▼,  n.  nach  GhlorophylTf  setie  ein  ) 
S.384  Z.  I  T.  n.  setxe  nach  Eitensalse  ein  ? 
S.384  Z.s  r.  n.  statt  fibrigens  lies  tielleicht 
'     BiXVIll.  S.179  Z.  i5  T.  o.  und  v.n. statt  Brogni.arl  Um' 
Brongniart  ...  -  .    *   "• 

B.XVIII.  S.Sao  Z.4  r.o.  statt  8,019  lies  0,01a. 

--.        S.XXXVI.  Z  18  V.  u.  nach  401  setaeXVlII.  489« 
—       S.  XXXVII.  Z.  1  fSHt>.  nach  418  sctaa  Xyilt  489.. 


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Nähere  Darstellung  der  Verhälthidse,  welche 
gunstig  oder  ungünstig  auf  die  Kei- 
mungsprocesse  einwirken,  nebst  Be« 
trachtung  der  Nahrun gs Stoffe  kei« 
mender  Pflanzen  in  Bezug  auf  s&mmt- 
liehe  Boden-  und  Luftarten  «Verhältnisse; 

A.  P.  R  e  u  t  e  r ,  K.  B.  Professor  zu  Aschaffenburg« 

(BcMblaft  der  in  Tori|M  Bnd«  abitbrookMto  AfehtaAMf.) 


So  wie  aber  com  Keimen  geoiäls  der  Befultate 
bisher  betrachteter  Yenuche  die  Gegenwart  yon  Sa^er* 
Stoff  wesentlich  itt,  und  die  Saamen  weder  iin  luft« 
leeren  Räume  noch  im  Wasserstoffe,  noch  im  Stiele-* 
Stoffe,  noch  im  kohlensaurem  Gase  und  eben  so  we- 
nig  keimen  y  wenn  sie  xu^tief  unter  dem^Boden  lie« 
gen,  so  ist  die  Menge  des  bei  diesem  Reimungspro- 
cesse  verbrauchten  Sauerstoffes  bei  dem  Saamen  ver- 
schiedener Pflanzenarten  nicht  gleich« 

Dafs  die  Saamen  übrigens,  wenn  sie  xu  tief  im 
Boden  liegen »  wegen  eben  dieses  Umstandes  nicht 
keimen  können,  xeigt  sich  besonders  dann  recht  deut« 
lieh  und  bezeichnend,  wenn  man  bisweilen  nach  ei« 
item  tiefen  Ackern  solche  Pflanzen  aufgehen  sieht,  < 
die  entweder  ein  Jalu:  .oder,  einige  Jahre  vorher  auf 
diesem  Boden  gepflanzt  waren; 
Arcbiir  t  ä.  ^n.  NatnrL  B.  18  H.  l.  1 

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2  Reuter  .  .  , . 

In  Ansehung  der  verschiedenen  Verbrauchsmenge- 
von  Sauerstoff  der  verschiedenen  Pflanzensaamen  lehrt 
die  Erfahrung,  dafs  Saamen  von  Bohnen,  Lattig  nebst 
anderen  bei  gleichem  Gewichte  mehr  Sauerstoff  als 
der  Erbsensaamen,  dieser  wieder  mehr  als  der  Wai- 
zen-  und  Gerstensaamen  verbrauchen. 

vi  Saussure  schätzt  die  Menge  des  von  den 
Bohnen  -  und  dem  Lattigsaamen  verbrauchten  Sauer- 
stoffes auf  den  hundertsten  Theil  ihres  Gewichtes, 
den  beim  Waiden  und  der  Gerste  aber  auf  den  tau- 
sendsten; Resultate,  welche  in  ihten  besonderen  Ver- 
hältnissen für  die  Nahrung  der  keimenden  Pflanzen 
höchst  wichtig  sind. 

Die  in  dieser  Beziehung  von  Sauss.ure  ange- 
stellten Versuche  ergaben  nebst  jenen  Resultaten 
noch  das  interessante  Verhältnifs,  dafs  die  Menge 
des  verbrauchten  Sauerstoffes  bei  übrigens  sonst  glei- 
chen Aufsenverhältnissen  nicht  sowohl  mit  der  An- 
zahl der  Saamenkömer  selbst,  ah  vielmehr  mit  deren 
Gewichte,  in  jgegenseitigem  Verhalten  stehe. 

Dieser  Gelehrte  nahm  nämlich  vier  grofse  Boh- 
nen bei  seinen  Versuchen  zu  Hülfe,  und  glich  ihr 
Gewicht  mit  dem  von  a5  anderen  aber  kleineren 
Bohnen  aus,  liefs  «owohl  jene  als  diese  zu  gleicher 
Zeit  keimen,  tind  fand,  dafs  die  vier  grofsen  Boh- 
nen  eben  so  viel  Sauerstoff,  /als  die  a3  kleineren 
verbrauchten.  ^   ^ 

Aus  diesen  Ergebnissen  leitete  v.  Saussure  den 
Schlufs  ab,  dafs  die  grofsen  Saamen  in  beträcht;liche- 
ren  Tiefen  keimen  könnten,  als  die  kleineren,  und 
dafs  der  Grund ,  wefshalb  die  gröfseren  Sn  der  Regel 
noch  in  einw  Tiefe  keimen  könnten,  woMn  die  klei- 


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üb.  Keimung  u.  Ern&kning  der  Pflanzen.    3 

nen  absterben  würden»  besonders  darin  gesucht  wer« 
den  müsse»  dafs  die  Knospen  der  kleineren  %a 
schwach  seyen»  die  sie  bedeckende  Erde  ao&uheben. 

Es  bedarf  wohl  keiner  weiteren  Erwähnung» 
wie  wichtig  diese  Tiefenverhältnisse»  in  welchen  man 
die  caltivirten  Pflansen  in  den  Boden  xu  bringen 
habe»  für  den  Acker-  und  Waldbau  sind;  denn  vor- 
zagsweise  kömmt  auf  den  Zutritt  der.  atmosphärischen 
Luft  auf  die  nothwendige  Feqchtigkeit  und  auf  die 
erforderliche  Quanti^ft  Sauerstoff  das  Meiste  an. 

So  wie  nun  diese  Verhältnisse  genannter  Ver- 
suche im  Kleinen  höclist  interessspte  Wahrheiten  zu 
erkennen  geben»  so  findet  man  für  den  Ackerbau 
ihre  Anwendung  im  Grofsen»  und  es  dürfte  dem  auf- 
merksamen O^konomen  nicht  schwer  fallen»  die 
nöthigen  Verhältnisse  für  die  verschiedenen  Gattungen 
der  Saamen  zu  ermessen»  luid  daraus  den  erfolgreich- 
sten Nutzen  zu  schöpfen. 

Obige  Versuche»  womach  die  tiiefer  in  dem  Bo- 
den liegenden  Saamen  später  keimen»  wollte  man 
einem  Mangel  an  Sauerstoff  zuschreiben»  indem  man 
die  Vorstellung,  hatte»  dafs  in  der  Tiefe  der  Erde 
weniger  Sauerstoff  vorhanden  wäre.  Diese  Ansicht 
wurde  von  manchen  Naturforschem  für  richtig  ange- 
nommen» und  selbst  v.  Saussure  scheint  sich»  wenn 
nicht  gerade  positiv  und  bestimmt»  doch  vorüber- 
gehend derselben  hinzugeben. 

Allein  sie  erscheint  nach  den  neuesten  Beobach- 
tungen von  Bisch  off  als  gänzlich  unrichtig»  und 
ermangelt  der  zureichenden  Erklärung;  denn  nach  je- 
nen Analysen  dieses  Gelehrten»  welche  bei  Gelegen- 
heit   der  Bespirationsverhältnisse    der    Bhizomorphen 


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4  Reuter 

angestellt  wurden,  findet  gerade  dbs  umgekehrte  Yer- 
haltnifs  statt;  d.  h.  es  nimmt  gemäfs  dieser  Unter- 
suchungen der  Sauerstoffgehalt  der  £rde  nach  der 
Tiefe  hin  zu. 

Von  dieser  Wahrheit  überzeugt  uns  schon  theil- 
weise  der  Umstand ,  dafs  dieser  Stoß  ein  Bestandtheil 
der  atmosphärischen  Luft  und  des  Wassers,  dafs  er  in 
allen  Erden,  Steinen,  Salzen  und  allen  organischen 
Körpern  enthalten  ist,  dafs. endlich  kein  Element  so  ' 
häufige  Verbindungen  eingeht,  als  eben  der  Sauerstoff. 

Vollkommen  gewifs  wird  dieselbe  aber  durch  die 
Versuche  gemacht»  welche  Bisch  off  an  der  Gruben- 
luft aus  den  Kohlenbergwerken  zu  Bochum  ange- 
stellt hat.  Sämmtliche  Versuche  gaben  nämlich  einen 
beständigen  Ueberschufs  von  i,58  Procent  Sauerstoff 
mehr,  als  die  unmittelbare  atmosphärische  Luft. 

Derselbe  Gelehrte  trieb  ferner  vermittelst  der 
Luftpumpe  die  Luft  aus  dem  aus  solchen  Gruben  ge- 
schöpften Wasser,  und  erhielt  in  Folge  dieses  Ver« 
suches  ft4,4  Procent  Sauerstoffgas,  d.  h.  er  erhielt 
],4y  Theile  mehr  als  die  Grubenluft  selbst  enthielt. 
Hierdurch  wurden  zugleich  die  ähnlichen  Unter- 
suchungen, welche  v.  Humboldt  und  Gay  -  Lus- 
sac  *)  in  dieser  Beziehung  angestellt  haben,  voll- 
kommen bestätiget.  - 

Es  unterliegt  demnach  nichts  weniger  als  einem 
Zweifel,  dafs  der  Boden  in  der  Tiefe  mit  einer  eben 
so  sauerstoffreichen  Luft  geschwängert  ist,'  als  daß 
Grubenwasser  i;nd  die  Grubenluft  selbst.  Zugleich 
folgt   aus   dieser  Thatsache,    dafs    der  Sauerstoff  der 


«)  Gilbert  Aanal  Band  to.  S.  78. 

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üb.  Keimung  u.  ErD&hning  der  Pflanzen.    5 

fttmospharischeii  Luft  in  der  Tiefe  des  Bodens  nicht 
abnehme ,  sondern  wenigstens  wenn  nicht  gerade,  all- 
seitig absolut  zunehme,  doch  dem  Gehalte  der  Luft 
gleichkomme. 

Nebst  obigen  Versuchen  über  den  Einfluls  des 
Sauerstoffes  auf  die  £mährung  der  keimenden  Pflan* 
sen  machte  man  auch  noch  verschiedene  Versuche 
mit  anderen  Gasen »  und  fand»  dafs  solche  Saamen^ 
welche  wegen  Alter  auf  die  gewöhnliche  Art  nicht 
keimen  konnten»  durch  das  wässerige  Chlor  bei  be* 
sonderer  Einwirkung  eines  Temperaturzustandes  von 
38,8  Grad  des  Reaumürschen  Thermometers  und  beim 
EinBufse  des  Lichtes  zum  Keimen  gebracht  wurden» 
aber  in  Vergleich  mit  den  übrigen  Saamen  unter 
der  vorherrschenden  Differenz»  da(s  die  Pflänzchen 
sich  schwächer  entwickelten, 

Das  Chlor»  oxydirte  Salzsäure»  wird  besonders 
al^  diese  mit  Kali »  Natron »  Kalk  und  fiittererde  neu« 
tralisirt  gefunden,  und  verbindet  sich  mit  dem  Koh«» 
leostoffe  nicht  direkt»  sondern  bloa  indirekt;  dasselbe 
verbindet  sich  mit  keltern  Wasser  un4  mit  den  Me» 
tallen.  Es  macht  denmach  einen  besonders  wirksam 
men  Stoff  bei  der  Ernährung  der  keimenden  Pflanzen 
aus,  und  verdient  rücksichtlich  seiner  ausserordent« 
lieh  vielseitigen  Verbindungen  besondere  Berücksich«» 
tigung. 

In  anderweitigen »  über  seine  Fähigkeit  das  Kei- 
men zu  befördern»  angestellten  Versuchen  hat  man 
jedoch  gefunden,  dafs  das  ooujQentrirte  wäfsrige  Chlor- 
gas  auf  alle  Saamen  zersetzend  und  zerstörend»  so 
wie  verdünntes  wäfsriges  Chlor  in  demselben  Ver- 
hätoilse  auf  die  ölgebenden  Saamen  nachtheilig  einwirkt. 


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6  .  Reuter 

Das  Ghlorwasser,  welches  besonders  dann  ent- 
steht,' wenn  das  -  Ghloi^as  vom  Wasser  verschluckt 
wird,  hat  einen  herben  Geschmack,  entfärbt  das  Lak<- 
muspapier,  und  zerstört  alle  Pflanzenfarben.  Indem 
es  beim  Einflulse  des  Lichtes  in  Salzsäure  verwandelt 
wird^  weil  wegen  der  Verwandtschaft  des*  Wasser- 
stoffes zum  Chlor  Wasser  zersetzt  wird ,  entweicht 
der  Sauerstoff  desselben  als  Sauerstoffga^ ,  der  Was- 
serstoff verbindet  sich  mit  dem  Chlor,  und  bildet  da« 
mit  Salzsäure» 

Durch  diese  und  mancherlei  andere  chemische 
Verhältnifse  des  Chlors,  Ghloroxydes,  Chloroxyduls, 
der'  Chlorsäure  und  oxydirten  Chlorsäure  zum  Kali, 
der  Schwefelsäure,  Phosphorsäure  u.^.  w.  lassen  sich 
Jene  nachtheiligen  Einwirkungen  auf  einfachem  Wege 
erklären,  und  der  zureichende  Grund  nachweisen. 

^  Wenn  die^  weiterhin  über  das  Chlor  und  seine 
verschiedenen  Yerbindungsarten  mit  anderen  chemi- 
schen Substanzen  angestellten  Versuche  berücksichti- 
get werden,  so  ersieht  man  daraus,  dafs  das  ver* 
dünnte  wäfsrige  Chlor,  wenn  bei  seinem  Einflufse, 
die  Temperatur  entweder  abgehalten  wird,  oder  in 
^  niedererem  Zustande  stattfindet^  auf  alle  Saamen  nach- 
theilig einwirkt. 

Indem  v.  Humboldt*)  die  Wirkungen  des 
Sauerstoffes  auf  das  Keimen  der  Saamen  mit  beson- 
derer Aufmerksamkeit  betrachtete ,  kam  er  -  auf  den 
bedanken;  den  Kein^ungsprocefs  dadurch  befördern 
zu  wollen,  dafs  er  die  Saamen  mit  sehr  verdünnter 
bxydirter  Salzsäure*  benetzte.     Er  fand,  dafs  z.  B.  die 


*)  Aphoriimeo  aoii  der  chemiscbeni  Physik' der  Pfiansen.  S*6o. 


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fib.  Keimung  u.  Ernährung  der  Pflanzen.    7 

Saamen  der  Kresse  in  sechs  Stunden  keimten »  wo- 
gegen sie  erst  in  3  a  Stunden  gekeimt  katten,  wenn 
sie  mit  gewöhnlichem  Wasser  benetu  waren. 

Die  besonderen  chemischen  Eigenschaften  dieses 
Korpers  veranlassen  verschiedene  Verbindungen,  and 
reizen  die  Keimthätigkeit  in  hohem  Grade ;  das  Yer- 
haltnifs  des  Sauerstoffes  wird  verschiedenartig  modifi- 
cirt,  und  trägt  sehr  viel  zu  dieser  schnellen  Keim- 
entwicklung beL 

Dieses  Verfahren  nun»  die  Saamen  vermittelst 
solcher  chemischen  Reizmittel  schneller  zum  Keimen 
zu  bringen,  halten  viele  Naturforscher,  unter  andern 
Lin  k  für  sehr  zweckmäfbig.  Selbst  v.  Saussure  hat 
beobachtet,-  dafs  Saamen  schneller  keimten,  wenn 
er  die  oxydixte  Salzsäure  mit  kochendem  Wasser  ohne 
Zutritt  der  Luft  vermbchte  und  in  der  Finstemifs 
dieselben  damit  benetzte. 

Jedoch  Esftd  unter  anderen  Naturforschern  Kiel- 
mayer^  da&  durch  diese  Umstände  4as  Keimen  aufr 
gehalten  werde,  wenn  nicht  die  atmosphärische  Luft 
und  ein  hinreichender  Wärmegrad  gegenwärtig  wären. 
Davon  überzeugen .  ims  die  Verbindungen  des  Chlors 
mit  dem  Sauerstoffe  in  den  bekannten  vier  Verhält- 
nissen, wenn  man  ihre  besonderen  Eigenschaften  be- 
rücksichtiget. X 

Indem  Bruchmanns  die  Saamenkdmer  mit 
Salmiakauflösung  benetzte,  nahm  er  wahr,  dals  die- 
selben zum  Keimen  .ger^itzt  wurden,  eine  Erschei- 
nung, die  Wilden ow  auf  die  Vermuthung  brachte, 
dafs  die  Saamen ,  welche  in  solchen  Boden ,  der  mit 
Kuhmist  venw^ht.  sey »   worin  .S^lzsäi^cA»  und  Ammo- 


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8  Acuter 

niam  enthalten  ist,  zum  Keimen  ausgestreut  wurden^' 
leicht  keimen  müfstem. 

Ausser  diesen  Versuchen  hat  man  noch  viele  an- 
dere in  greiserem  oder  kleinerem  Maafi^stabe  ange* 
stellt,^  und  bei  allen  diese  Erscheinung  bestätigt  ge- 
Funden^  Da  es,  wie  wir  früher  bemerkt  haben ^  we- 
nige Körper  giebt ,  welche  das  Wachsthum  der  Pflan- 
^n  so  erstaunlich  befördern,  als  die  Verbindung  des 
Ammoniaks  mit  einigen  Säuren,  und  vorzüglich  das 
Salpetersäure  wegen  seines  Gehaltes  an  Stickstoff  die 
gröfste  Wirkung  hervorbringt ,  wie  der  sogenannte 
Zauberring  auf  Wiesen  beweist,  so  ist  sein  £in- 
fiufs  auf  den  Keimungsprocels  nicht  weniger  wichtig. 

Ueber  diese  Fähigkeit  nicht  allein  des  Ammo- 
niaks, sondern  mehrerer  anderer  verschiedener  Salz- 
auflösungen, den  Keimungsprocefs  der  Saamen  zu  be- 
fördern, hat  besonders  Hopf  *)  viele  sehr  interessante 
Versuche  angestellt»  deren  Resultate  für  die  Keimung 
der  Saamen  in  Betreff  der  Schnelligkeit  und  weiteren 
Entwicklung  der  Keime  selbst  entscheidend  sind,  wir 
theilen  sie  daher  kurz  mit. 

Er  streute  Saamen  von  Lepidium  sativum,  Papa- 
ver  somnifer,  Lactuca  sativa  und  Trifolium  pra- 
tense  theils  auf  benetzte  Tuchlappen,  theils  auf 
Gartenerde,  welche  er  in  Scherben  gefüllt  hatte, 
und  brachte  den  einen  Theil  derselben  mit  destillir«> 
tem  Wasser,  den  anderen  mit  verschiedenen  Salzauf- 
lösungen zum  Keimen. 

Indem  derselbe  für  alle  seine  Versuchsgröfsen 
in  betreff  aller  äusseren  Umstände ,  als  Temperatur* 


*)  Kattoer*s  Archir  d«r  gcsaamtea  Natarlclm  /.Baod« 

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üb.  Keimung  u.  j^nflhraog  4er  Pflanzen    9 

grad,  Liditeinflals,  Erdurtenvermei^aiigeii  o.  d.  m.^ 
dann  der  physischen  Bedingungen  der  Keimimgs-  nnd 
Wachnhumsi-Befördenuig  möglichst  gleiche  Verhilt* 
mfse  %n  erreichen  sich  bemühete ,  und  fiir  jede  der 
angewendeten  Salzlösungen  auf  loo  Gewichtstheila 
Wasser  zwei  dieser  TheUe  Sab  verbrauchte,  so 
brachte  er  die  Saamen  xu  gleicher  Zeit  (am  5.  May) 
in  die  Scherbenerde. 

Im  Allgemeinen  fand  er,  dals  am  folgenden  Tage 
die  meisten  Saamen  schon  zu  keimen  anfiengen.  Im 
Besonderen  beobachtete  er  dabei  dals: 

i)  der  mit  salzsaurem  Kalke  begossene 
Saamen  am  aten  Tage  etwas  ange(p2ollen  war»  am 
4t6nTage  die  Kresse,  am  6ten  der  Lsittig  keimte, 
and  die  Kresse  ihre  Blättchen  entwickelte.  Vom 
Uten  bis  i6ten  Tage  angefangen  giengen  hingegen 
alle  Pfiänzchen  sehr  zurück,  und  erreichten,  obgleich 
sie  dann  mit  destiUirtem  Wasser  begossen  wurden, 
die  Höhe  von  ^  Zoll  nicht,  sondern  starben  in  weni« 
gen  Tagen  ab. 

Da  man  aus  anderen  Yersdchen  wefls,  dafs  mit 
Anwendung  des  kohlensauren  Kalkes  die  Saamenblu« 
men  i4  bis  iSFufs  hoch  wurden,  und  einzelne  Kar- 
toffeln das  Gewicht  von  mehreren  Pfunden  erreichten, 
so  scheinen  obige  Hesultate  diesen  ErEshrungen  zu 
widersprechen.  Allein  der  Grund  mag  wohl  darin 
liitgen,  däb  die  Saamenkeime  noch  nicht  stark  genug 
vraren,  von  dieser  Salzlösung  mehr  aufsunehmen,  als 
zufällig  in  dem  Boden  vorhanden  war. 

Die  Kalkerde  ist  q'ämlich  eine  der  am  häufigsten 
im  Boden  vorkommenden,  und  macht  in  manchen 
Mergellagem    dea   au%esehwammten    Landes     einen 


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10  Reuter 

Hauptbestandtheil'  aus.     Aach  gehört  die  Gartenerde, 
welche  Hopf  anwendete,    zu    den   fruchtbaren  £rd« 
,  arten,  und  enthält  als  solche  wenigstens  zwei  bis  drei 
Procent  derselben. 

Auch  ist  leicht  ^^klärbar,  dals  die  Saamen  wäh« 
rend  ihrer  Keimung  diese '  dargebotene  Substanz,  da 
sie  in  die  Organe  des  KeimesT  oder  dessen  feste  und 
flussige  Produkte  übergehen  konnte,  nicht  zu  assimi* 
Hren  oder  zwischen  den  Gefälseu  als  Sekrete  -auszu- 
scheiden vermochten.  Hierdurch  mufsten  die  Pflanz^ 
chen  selbst  in  ihrem  Wachsthume  beeinträchtiget 
werden. 

Da  nun  die.  Pflanzen,  um  zu  gedeihen,  je  nach 
der  Stufe  ihrer  Entwickelung  j(wovon  die  Keimung 
die  erste  ist}^  nicht  nur  verschiedene  Mengen  von 
Nahrungismitteln  bedürfen,  und  in  den  v^rsdiiedenen 
Perio4en  ihres  Lebens  bald  diesen  bald  jenen  Stoff 
vorzugsweise  zu  verlangen  scheinen,  da  ferner  ihre 
Ausbildung  allmählig  erfolgen  mufs,  und  jedes  zu' 
rasche  Wachsthum  ein  frühes  Absterben  zur  Folge 
hat,  so  findet  man  hti  diesen  Verhältnissen  den  Grund 
jenes  früheren  Absterbens  der  Pflänzchen. 

2)  Der  mit  salzsaurem  Amm^oniak  be- 
netzte Saamen  kam  nach  Hop  f  s  Versuchen  gar  nicht 
zum  Keimen,  obgleich  siatt  Salmiak- Auflösung,  de« 
atillirtes  -Wasser  zur  Begiesung  verwendet  wurde. 

Nun  spielt  das  Ammoniak  überhaupt  bei  der 
Vegetation  eine  der  wichtigsten  Rollen,  und  nament'- 
lich  begünstiget  das  salzsaure  das  Wachsthuni  .^aller 
derjenigen  Pflanzen,  welche^ Chlor  und  Stickstoff  zu 
ihrer  Ausbildung  bedürfen,  sel\r,  mithin  scheint  auch 
dieses   Resultat    Hopfs  .diesem,   allgemeinen   Erfath- 


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üb.  Keimung  n.  Eraihning  der  Pflanren*    11 

imfftmtMja  %a  widersprechen,   da  die  Saemen  ia  dem 
jalxiBuren  Ammonialc  nicht  einmal    siun  Keimen  ge« 

langten. 

Allein  ans  den  Versuchen  Hopfs  lälstdch  schon 
dämm  nichts  beweisen,  weil  die  genaue  Analyse  der 
verwendeten  Gartenerde  nicht  mitgetheilt  ist;  es  lädt 
ach  leicht  vermuthen,  dals  in  derselben  eine  Sub* 
ststta  vorhanden  gewesen  seyn  mag,  welche  mit  die* 
ser  Salzlösung  eine  für  den  Keim  selbst  nachtheilige 
Yerbindong  einging,  die  das  Keimen  verlunderte. 

Von  den  obigen  Bemerkungen  wegen  des  salz- 
sauren Kalkes  lädt  sich  dann  noch  der  grdlste  Tbeil 
hieher  Beziehen ,  und  vermuthen ,  daTs  die  Mi* 
schong  der  £rde  selbst  den  Saamen  nicht  besonders 
günstig  war.  Auch  ist  leicht  denkbar,  dals  eine  odet 
die  andere  Substanz,  welche  zum  Keimen  nothwendig 
ist,  fehlte,  oder  dafs  in  dem  Boden  die  verwendete 
Salzlösung  in  einer  anderen  Verbindung  schon  hin- 
länglich  viurhanden  war,  und  so  das  Keimen  durch 
den  Ueberreiz  veshindert  wurde. 

3)  Die  mit  salzsaurem  Baryte  geschwängerte 
Erde     brachte    die   Saamen    den    3.  bis  4rTag    zum 
Keimen^    zuerst  keimten   die  Kressen,   giengen    aber  ^ 
nach   einer  mäfsigen  Entwicklung  am  1 4.  bis  1 5*  Tage 
zurück,  und  starben  gegen  Ende  Mai  ab. 

Nur  vermuthen  lä&t  es  sich  bis  jetzt,  ob  die 
Baryterde,  welche  bisher  in  der  Ackerkrumme  noch 
nicht  entdeckt  und  erst  in  einer  Pflanze ,  dem-  Astra* 
galus  ezscapus,  aufgefunden  wurde,  in  jener  uhd  in 
mehreren  Pflanzen  vorkömmt,  wovon  das  Letztere 
dadurch  wahrscheinlich  wird,  dafs  jene  Pflanze  nur 
an  sehr  wenigen  Orteq  wildwachsend  angetroffen  wird. 


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la  Reuter. 

£&  lälst  sich  obigM  Absterben  der  Kresse  um 
so  leichter  dadurch  erklärön,  dals  die  Baryterde  nicht 
xum  eigenthümlichen  Nahrungsmittel  derselben  zu 
gehören  scheint ,  oder  dals  die  Salxauflösung  zu  ver- 
dünnt war,  und  zu  viel  angewendet  wurde. 

£in  Beispiel  hiervon  liefern  uns  Sprengeis 
Versuche  *) ;  derselbe  versuchte  nämlich ,  als  er  den 
Astragalus  exscapus  dn  einer  Bodenart  fand ,  in  wel- 
cher er  durchaus  nicht  fortzubringen  war,  ihn  mit 
einer  verdünnten  Auflösung  von  salzsaUref  Baryterde 
zu  begiesen ;  >•  allein  die  Pflanze  starb  nach  einigen 
Tagen,  ob  er  Von  dieser  Auflösung  nun  zu  viel  an« 
gewendet  hatte,  oder  die  Pflanze  selbst  die  Baryterde 
in  Verbindung  mit  Salzsäure  nicht  vertrug,  kann 
blos  vermuthet  werden. 

So  wir  wir  überhaupt  den  verdienstvollen  Be- 
mühungen Sprengeis  in  Betreff  der  Pflanzenent- > 
Wickelung  und  besonders  der  Analyse  der  Ackerkrumme 
und  des  Untergrundes  sehr  viel  zu  verdanken  haben, 
so  haben  wir  in  Ansehung  der  Verwendung  des  hu- 
mussauren Baryts  zu  diesem  Behufe  höchst  interes- 
sante Resultate  zu  erwarten,  die  günstige  £rfolge 
versprechen. 

4)  In  der  mit  salpetersaurem  und  schwe- 
felsaurem Kali  imprägnirten  Erde  verhielten  sigh 
die  Saamen,  wie  bei  der  salzsauren  Bary.terde,  mit 
dem  besonderen  Unterschiede,  dafs  die  Pflanzen  länger 
keimten,  erst  am  16.  Tage  ihres  Wachsthums  zurück- 
zugehen ansengen,    und  das  Be'giefsen  derselben,  mit 


*)  Journal  f&r  technische  und  5konomiiohe  Chemie  Vp  Erd- 
mana.    III.  Band  3.Uef  St.Si4. 


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üb.  Keimung  u.  Ernihraog  der  Pflanzea.    18 

tiestillirtem  Waasar  statt  eher  «chwalekMuraii  Kali- 
lösung  das  Leben  der  jungea  Pflauen  bia  Mim  5*  Juni» 
also  einen  ganzen  Monat,  verlängerte. 

Das  Kali  ist  oft  mit  Kieselerde  verbunden,  mit- 
hin besitzen  die  oberen  Bodenschichten,  weil  das 
Kieselkali  9  so  wie  es  im  Boden  vorkömmt,  im  Was* 
ser  nicht  loslich  ist ,  oft  mehr  Kali ,  als  die  Pflansen 
bedürfen;  ja  es  giebt  viele  Pflanzen,  welche  es  za 
ihrer  Entwickelang  gar  nicht  brauchen,  wie  unter 
anderen  einige  Lichenes  und  Musci  dasselbe  durchaus 
nicht  vertragen. 

Nur  für  solche  Pflanzen,  welche  Chlor  und  Kali 
enthalten  y  ist  das  salzsaure  Kali  ein  sehr  einflufs- 
reicher  Bestandtheil ;  da  es  in  Mergellagem  von  junger 
Flötzformation  und  in  unteren  und  oberen  Erdlagern 
des  aufgeschwemmten  Landes  vorhanden  ist,  so  ent- 
hielt auch  die  Yersuchserde  etwas  davon ,  und  wurde 
durcli  Begiesung  damit  noch  mehr  versehen. 

Eben  so  enthielt  dieselbe  unfehlbar .  auch  schwe- 
felsaures Kali,  welches  unter  allen  Kalisalzen  im  Bo- 
den am  häufigsten  vorkömmt ,  das  Wacbsifaum 
aller  Pflanzen  begünstiget,  in  deten  Asche  man  daa 
Kali  und  die  Schwefelsäure  findet,  und  zu  den  wich- 
tigsten Bodenbestandtheilen  gehört;  sie  wurde  also 
damit  noch  mehr  und  vielleicht,  ja  höchst  wahr- 
scheinlich, mit  einem  Ueberschusse  gesättiget« 

Für  beide  Salzlösungen  in  Ansehung  ihres  gÜQ. 
stigen  Einflusses  spricht  zwar  das  länger  anhaltende 
Yegetiren  der  jungen  Pflanzen;  allein  sie  starben 
doch  später,  unfehlbar  in  Folge  des  Ueberreizes  ab, 
und    konnten   sich    blos   durch   Begiesung    mit    dem 


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14^  Reuter 

Wasser»   welches  von  jenem  Ueberschosse  ax^Salzlo- 
rängen  anzog,  eine  längere  Zeit  erhalten. 

5)  Das  schwefelsaure£isenoxydal  brächte 
4ie  Saamen  ebenfalls  bald  zum  Keimen ,  und  die 
Pflanzen  zu  einer  Höhe  von  '|  Zoll.  Die '  Mohnblätt- 
chen  aber  belegten  sich  schon  am  9ten  Tage  mit 
Schimmel  9  von  welchem  Zeitpunkte  an  die  ganze 
pflanze  kränkelte  >  nach  So.  Tagen  abzusterben  be- 
gann und  nach  4o  Tagen  verwelkte. 

Da  sich  das  Eisenoxydul  sehr  leicht  Nxiit  Säuren 
verbindet ,  und  der  Vegetation  nach  vielseitigen  Beob* 
achtungen  oft  sehr  schadet,  so  läft  sich  die  später 
erfolgende  nachtheilige  Einwirkung  des  schwefelsauren 
Eisenoxyduls  leicht  erklären,  wenn  man  dabei  zu- 
gleich die  Wahrheit  berücksichtiget,  dafs  manche 
Pflanzen  viel ,  mai^chef  wenig  Eisen  zu  ihrer  Vege- 
tation verbrauchen. 

Sowohl  das  schwefelsaure .  Eisenoxyd  als  auch 
Eisenoxydul  werden  wegen  ihrer  leichten  Auflöslich- 
keit  in  der  Ackerkrumme  seltner  gefunden ;  jedoch 
wird  das  basisch  schwefelsaure  Eisenoxyd  in  den  obe** 
ren  Schichten  des  Bodens,  besonders  bei  kalkarmen, 
häufiger  angetroffen.  Da  nun  die  meisten  Substan- 
zen, welche  im  Boden,  nicht  angetroffen  werden,  als- 
dann^ wenn  man  sie  zu  Reiz-  oder  Dungmittelh  ver- 
wendet, wirksam  sind,  so  läfst  sich  daraus  obiges  an- 
fängliche Emporkommen  der  jungen  Pflanzen  leicht 
erklären. 

So  wie  aber  die  Erde,  nach  und  nach  melir  mit 
schwefelsaurem  Eisenoxydul  geschwängert  wurde , 
wurde  die  Quantität  desselben  im  Boden  m^hr  und 
mehr    verstärkt,    und     es    mufste    eine    nachtheilige 


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üb.  Keimung  u*  Ernährung  der  Pflanzen.  ^  15 

Wirkung    erfeigen.     Denn    Erbisn,    Bohnen,    Klee, 
Flach«»    Repa   und   andere  Früchte    schrumpfen   nach 
SprengeU  Versuchen,    wenn  das  schwefelsaure  Ei-, 
senoxydul  in  bedeutender  Quantität  angewendet  wird, 
schon  in  48  Stunden  zusammen* 

Wird  also  diese  Salzauflösung  für  sich  allein  an- 
gewendet, wie  es  bei  den  Versuchen  Hopfs  gesche- 
hen ist»'  so  leistet  sie  nichts.  Denn  Schwefelsaure 
und  -  Eisenoxydul  werden  chemisch  sehr  zusammenge* 
halten ,  u«id  überwältigen  die  Pflanzen  schnell  Hier- 
von haben  wir  ein  sehr  sprechendes  Beispiel  darin, 
dafs  Thomson,  wie  er  berichtet ,^  eine  Pappel,  in 
deren  Nähe  Kupfervitriol  geschüttet  wurde,  nach  ep> 
nigen  Tagen  verdorren  sah,  und  dafs  das  Messer, 
womit  man  Zweige  abschnit,  sich  mit  einer  Kupferw 
haut  bedeckten ,  woraus  sich  ergiebt,  dafs  das  Kupfexw 
oxyd  nicht  assimilirt  wurde. 

Auch  weifs  man  endlich  noch,  dafs  das  schwefel- 
saure llisenojcydul  durch  humussauren  Kalk*,  Talk, 
solches  Kali,  Natron,  Ammoniak,  kohlensaures  Na- 
tron Ammoniak  und  Talk  zersetzt  wird;  sämmtüche 
Verbindungen  sind  aber  der  Vegetation  sehr  schäd«* 
lieh,  mithin  hat  man  für  die  nachtheilige  Wirkung^ 
dieser  SalzauAösun^  mehrere  Gründe. 

6^  Diejenigen  Saamen,  welche  mit  schwefel- 
sauter  Bittererde  zum  Keimen  gebracht  wurden, 
verhielten  sich  auf  eine  ähnliche  Weise,  wie  bei  dem 
schwefelsauren  Eisenoxydul;  nur  stellte  sich  der  U|ir 
terschled  dar,  dafs  die  Keime  der  Kresse  und  des 
Lattichs  eine  Höhe  von  einem  Zolle  erhielten^  und 
am  .3i.  IVIai,  also  nach  24  Tagen  der  Keimung,  ab- 
gestorben waren. 


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16  Reuter 

Dieses  Salz  enthält  äw  Boden  gewöhnlich  nur 
wenig ,  weil  es  im  Wasser  leicht  auflösUch  ist,  und 
•schnell  ausgelaugt  wird;  in  eben  diesem  Umstände 
ist  auch  der  Grund  zu  suchen ,  warum  es  den  jungen 
Pflanzen  leicht  schädlich  wird.  Bei  diesem  Versuche 
wirkte  es  anfangs  als  Heizmittel  auf  das  Keimen  frei* 
,  lieh  vortheilhaft,  allein,  nachdem  de^  Umfang  der 
mit  ihm  benetzten  PBanzensaamen  mehr  geschwän- 
gert war,  so  konnte,  aus  dem' Ueberscbusse  dieser 
^alzauflösung  nichts  als  Nachtheil  entstehen. 

Das  Absterben  der  Pflänzchen  mufste  um  so  eher 
erfolgen,  je  weniger  sie  die  schwefelsaure  Bitter^rde 
vertragen  konnten;  nur  durch  Humussäure  konnte 
.diesem  Nachtheile  begegnet  werden;  da  aber  diese 
in  der  verbrauchten  Erde  wahrscheinlich  schon  ver- 
zehrt war,  auch  keine  kohlensaure  und  hutnussaure 
Alkalien  odej^  humussaurer  Kalk  mehr  vorhanden  wa- 
hren, so  mufste'  das  Absterben  der  jungen  Kressen- 
.und  Lattigpflanzen  nothwendig  erfolgen. 

7)  Der  Alaun  wirkte  für  das  Keimen  vortheil- 
haft;  denn  der  Lattig  grünte  nach  26  Tagen  noch 
aehr  üppig,  gieng  aber  am  6*  Juni  zurück,  und  starb 
jden  aiten  ab.  Da  die  Alaunerde  in  allen  aus  Verwit- 
terung von  Thonschiefer ,  Basalt,  Feldspath  und  an- 
•deren  Fossilien  etwa  iz^  10  bis  i5  Procent  vorkömmt, 
.und  nur  der  Lehmboden  arm,  der  Sandboden  aber 
am  ärmsten  dailran  ist,  so  dürfte  sie  schon  in  der  zu 
den  Versuchen  verwendeten  Gartenerde  vorhanden 
gewesen  seyn. 

Nun  brauchen  sehr  fruchtbare  Ackererdarten  von 
ihr  nur  a  bis  3  Procent,  wenn  sie  in  den  übrigen 
zum  Pflanzenwuchse    nöthigen  Körpern  in  gehörigem 

Mi- 

,.  ,       Digitizedby  VjÖOQIC 


ob.  Keimung  u.  Emfthrang  der  Pflanzen,    17 

Misc!iiiif)gsverhältnisto  vorkömmt,  und  üt  nur  in  ge* 
ringer  Menge  für  die  Vegetation  erspriesUch,  mithin 
konnte  bei  fortwährendem  Einflösse  der  salxsauren 
Alaunerde  nichts  anderes,  als  eine  nachthailige  Ein* 
Wirkung  erfolgen. 

8}  die  mit  schwefelsaurem  Kupfer  sum 
Kernen  gebrachten  Saamen  blieben  in  ihrer  Entwicke« 
luDg  hinter  denjeniigen  zurück,  su  denen  man  Alaun- 
erde  verhraucht  hatte.  Denn  schon  am  i4ten  Tage 
nach  der  Keimung  starben  die  jungen  Pflamen  ab» 
und  waren  am  Sc  Mai,  also  nach  aS  Tagen,  ihrea 
vegetabilischen  Lebens  beraubts 

Das  Kupfer  wird  bei  Berührung  mit  Wasser  und 
Loh  oKydirt;  da  es  positir  und  der  Schwefel  nega» 
tiv  elektrisch  ist,  so  gleichen  sich  beide  elektrische 
Zustande  in  dem  schwefelsauren  Kupfer  aus,  wekbes  im 
feuchten  Zustande  an  der  Luft  schnell  in  scbwefel* 
saures  Kupferozyd  verwandelt  und  durch  Salpetersäure 
zersetzt  wird. 

Bei  ^den  vielerlei  Verbindungen  dieser  Kupfer- 
lösung  mit  einer  grofsen  Anzahl  chemischer  Substan» 
zen  l'alst  sich  leicht  erachten,  dals  darunter  eine  oder 
die  andere  den  Saamen  während  ihres  Keimena  wohl 
günstig,  aber  in  der  ferneren  Entwickelung  nachthei« 
lig  war.  Und  war  es  auch  nur  eine,  so  konnten 
die  PBänzchen  nicht. femer  vegetiren,  sondern  muls- 
ten  bald  absterben« 

9}  Bei  Saamen,  welche  vermittelst  schwefelsau- 
rem Zinke  zum  Keimen  gebracht  wurden,  bemerkte 
Hopf  ein  gleichmäfsiges  Verhalten ,  wie  bei  den  mit 
schwefelsaurer  Kupferl5sung  benetzten.  Obgleich  in 
den  ersten  Tagen  die  Saamen  keimten,  so  fiengen 
Archiv  f.  d.  ges.  NftiirL  B.  18.  H.  1.  2 

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18  Reuter      . 

sie  doch  bald  an,    kümmerlich  su  vegetiren,  und  £e 
Pfiänzchen  starben  schon  nach  n  Tagen  ab. 

Indem  das  Zink  mit  Schwefel  yerbunden  als 
Schwefelzink  und  mit  Sauerstoff  y.erbunden  als  Zinkr« 
oxyd  mit  Kohlensäure,  Schwefelsäure,  Kieselsäure  und 
Älaunerde  vereinigt  vorkömmt,  und  .  besonders  das 
schwefelsaure  Zinkoxyd  eine  grofse  Menge  von  Ver- 
bindungen eingeht ,  die  der  Vegetation  nachtheilig 
sind,  so  zeigt  sich  auch  hier  wieder,  wie  .diese 
Salzauflösung  den  Keinlungsprocefs,  aber  nicht  dus 
fernere  Wachsthum,  befördert« 

ig)  Einen  länger  dauernden  günstigen  Einflufs 
äusserte  das  -Chlorsäure  Kali  auf  die  Eniährung 
der  jungen  Pflanzen,  indem  sich  diese  bis  gegen  Ende 
Mai  erhielten  und  erst  am  6.  Juni  abstarben.  Ueb^r 
das  Kali  haben  wir.  uns  in  Betreff  seiner  Wirkuug 
schon  oben  unter  Nr,  4  ausgesprochen,  worauf  hier 
bezogen  wird. 

ii)  Schnelles  Verderben  brachte  das  eisep- 
blausaoire  Natron  den  Keimen;  xlenn  ^chon  am 
iDten  Tage,  nachdem  sie  in  der  Gartenerde  lagen,, 
starben  sie  «)b,  bevor  sie  während  dieser  Zeit  nur 
kümmerlich  vegetirten.  Das  Natron  ist  zwar  der 
Vegetation  im  Allgemeinen  sehr  dienlich ,  jedoch  er- 
fordern dasselbe  nicht  alle  Pflanzen;  da  es  im  Boden 
meistens  mit  Kieselerde  yerbunden  vorkömmt,  so 
wirkt  seine  Auflösung  mit  Säuren  nicht  immer  günstig. 

Unter    allen    verschiedenen  Natronsalzen    ist  es  • 
das  eisenblausaure,  welches   in  Folge  seines  Eisenge-- 
haltes,  der  schon  in  der  Gartenerde   vorhanden   seyn 
niufste,  auf  die  Vegetation,    wenn,  gleich  die  |(eim- 
fähigkeit  reizend,    ungünstig  einwirkt.     Es  unterliegt 


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üb.  Keimung  11.  Eni&hrung  der  Pflanzen.    Id 

keinem  Zweifel,  da(fl  nicht  aucli  andere  durch  diese 
Salzlösung  bedingte  Einflüsse  nachtheilig  einimken» 
wovon  die  chemischen  Eigenschaften  der  die  Yerbin* 
düngen  eingehenden  Stoffe  die  nächsten  und  «ireichend* 
sten  Erklärungen  enthalten« 

la)  Das  basisch  -  phosphorsaure  Natron 
brachte  zum  Behufe  der  Keimentwickelung  «iaen 
starken  Reiz  hervor;  allein  am  8*  Tage  fiengan  die 
Anfange  lebhaft  emporgetriebenen  Pfläntchen  allmählig 
an  einzuschrumpfen»  erreichten  am  i3*}uni  die  Erde 
wieder ,  und  starben  bald  darauf  ganz  ab- 

Das  phosphorsaure  Natron  hat  man  bis  |etzt  im 
Boden  noch  nicht  entdecken  können ,  mithin  mufiite 
es  anfangs  eine  so  günstige  Wirkung  auf  die  Kei- 
mung und  Pflanzenentwickelung  hervorbringen.  Da 
es  aber  wahrscheinlich ,  wie  das  phosphorsaure  Kali» 
in  demjenigen  Boden»  wo  kohlensaurer  Kalk  und 
freie  Eisenoxyde  vorhanden  sind »  eine  baldige  Zer- 
setzung erleidet »  so  muls  seine  stärkere  Beimischung 
nachtheilig  wirken. 

Die  Zersetzungen  mit  den  genannten  Körpern» 
besonders  mit  freien  Eisenoxjden »  bringen »  wie  wir 
schon  früher  unter  Nro.  5«  bei  dem  schwefelsauren 
Eisenozyde  bemerkt  haben »  das  baldige  Zusammen- 
schrumpfen hervor»  und  enthalten  die  nächste  Ur- 
sache dieses  allmähligen  Zurückwachsens  und  gleich- 
sam an  der  Erde  Yerschwindens. 

i3)  Die  Blausäure  brachte  nur  wenige  Saa- 
men  zum  Keimen;  selbst  die  Keime»  welche  einige 
Linien  lang  geworden  waren»  hegannen  schon  nach 
16  Tagen  zurückzugehen»  und  waren  am  26.  Tage 
ihres  vegetabilischen  Lebens  beraubt. 

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20'  Reuter 

Die  Blausäure  ist  eigentlich  durch  Kohlenstod^ 
gesäuerter  Wasserstoff,  und  verbindet  sich  mit  Al- 
kalien uDd  einigen  Erden,  i^odurch  Mischungen  ent- 
stehen, welche  die  meisten  Metallaufiösungen  durch 
wechselseitige  Zerlegung  zei  setzen.  £s  geht  hieraus 
von  selbst  hervor,  wie  der  Einflufs  der  Blausäure 
auf  das  Keimen  der  Pflanzen  meistens  eine  negative 
Seite  haben  mufste. 

Die  wenigen  gekeimten  Saamän  konnten  eben  so 
wenig  eine  bedeutende  Höhe  erreichen;  sie  mufsteh 
durch  den  wechselseitigen  Einflufs  der  Zerlegungen 
bald  unterdrückt  und  ihr  ferneres  Wachsthum  unter- 
graben Werden ,  da  sie  deti  Uebersthufs  der  Blausäure 
nicht  tix  assimilifen  vermochten  ♦}. 

|4)  Diejenigen  Seamen ,  welche  mit  destillir- 
temWasser  begoßen  Wurden,  keimten  Äwar  an- 
fangs sehr  langsam,  allein  die  jungen  Pflanzen  ge- 
diehen am  besten ,  und  erreichten  endlich  eine  H6he, 
welche  von  keinem  der  übrigeh  Saamenkeimen  er- 
reicht wurde.  .Hieraus  geht  im  Allgemeinen  hervor, 
dafs  die  genannten  Salzauflosungen  Wohl  eine  schnel- 
lere Keimentwickelung  veranlassen,  aber  für  den 
weiteren  Entwickelungsprocefs  nicht  so  vortheilhaft 
wirken ,  als  das  destillirte  Wasser ,  welches  die  Pflänz- 
chen  bis  zum.  a5.  Juni  erhielt. 

Die'  keimenden  Pflanzen  eignen  sich  nämlich  den 
Sauerstoff  und  Wasserstoff  des  Wassers  an,  und  neh- 
men in  demselben  Verhältnisse  Kohlensäure  auf,  wo- 
durch die  Assimilation  jener  Stoffe  vermehrt  wird. 
Durch  diese  Zersetzung  werden  die  Pflanzen  mit  dem 


*>  Kästner  U  Archiv  I.  Bd.  4.  Heft 

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fib.  Keimung  u.  Ernährung  der  Pflanzen.    21 

Wasserstoffo,  dar  ^lach  dem  Kohlennoffe  den  reich- 
sten Bestaodtheil  der  Gewächse  ausmacht ,  versehen, 
die  firüher  bezeichneten  Verhältnisse  rücksichtlich  der 
Absorption  des  Sauerstoffes  und  Entwickelung  der 
Kohlexisäu;re  treten  lebhaft  ejjK,  und  bedingen  ein 
kräftiges  Keimen« 

Allein  auch  hier  zeigt  sich  wieder  auf  eine  sehr 
sprechende  Weise  ^  dafs  eine  Pflanze  zu  ihrer  Au&- 
bildung  nicht  einen  einzigen  Stoff  bedarf,  dafs  sie  bei 
immerwährender  Einerleiheit  der  dargebotenen  Nah- 
rungsstoffe nichts  weniger  als  .  bestehen  kann ,  und 
dafs  sIq  je.  nach  der  Stufe  ihrer  Entwickelung  bald 
den  einen,  bald  den  anderen  Stoff  vorzugsweise  ver- 
langt» da&  ihre  Ausbildung  allmählig  erfolgen,  un4 
nicht  zu  sehr  durch  Heiz  beschleuniget  werden  darf. 

Dieselben  Salzauflösungen  wendete  Hopf  auch 
bei  den  auf  Tuchlappen  gestreuten  Saamen  an»  um 
sie  zuiB  Keimen  zu  bringen«  jEr  streuete  sie  am 
27.  April  auf  die  Tuchstreifen,  benetzte  dieselben 
stets  mit  obigen  Lösungen  ,  und  fand  im  Allgemeinen, 
dafs  am  5^  Mai  die  meisten  einen  Zoll  hoch  waren, 
und  die  mit  schwefelsaurem  2Unke  und  baisisqh  -  phos-^ 
phoTsauren  Natron  zum  Keiipen.  gebrachten  Saamen 
eine  Länge  vqn  i, 5  Zoll  erreicht  hatten. 

Die  mit  salzsaurem.  Kalke  benetzten  keimten 
schell,  wie  dieses  bei  den  in  der  Gartenerde  mit  die- 
ser Salzlösung  angefeuchteten  der  Fall  war;  sie  er- 
hielten sich  auch  länger  als  in  irgend  einer  Lösung, 
indem  sie  erst  am  a 5- Juni  abstarben,  und  geben  da- 
durch die  überwiegende  Einwirkung  dieser  Salzauf- 
lösung auf  das  Keimen  der  Saamen  zu  erkennen. 

Zugleich  geht  aber  aus  den  Resultaten  der  Kei^ 


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22  '  Reuter 

mungs-  und  weiteren  EntwickelangspirDcesse;  der  auf 
Tuchstreifen  gestreuten  Saamen  recht  sichtbar  hervor, 
dals  sämmtlichen  Pfiänzchen  za  ihrem  ferneren  'W'achs- 
t^ume  ein  Hauptelement ,  der  Boden,  abgieng,  und 
es  zeigt  sich  darin  deutlich,  wie  derselbe  als  Basb 
aller  Kulturpflanzen  den  wesentlichsten  Binflufs  ausübt. 

Die  Versuche  selbst  wurden  auch  noch  in  der 
besonderen  Absicht  angestellt,  um  aus  ihren  Resul- 
taten für  ^e  Ansichten  derjenigen  Naturforscher, 
welche  den  Boden  für  die  Nahrung  der  pflanzen  als 
ausserwesentlich ,  ja  gar  als  überflüssig  anzusehen  ge* 
neigt  sind,  Belege  zu  erhalten.  Allein  es  wurde 
daraus  die  Wahrheit,  dafs  die  Pflanzen  durch  ihre 
Lebensthätigkeit  keinen  einfachen  Körper  erzeugen, 
sondern  dieselben  vermittelst  der  Wurzeln  und  Blät- 
ter aus  dem  Boden  und  der  atmosphärischen  Luft 
entziehen,  nichts  weniger  als  widerlegt. 

Der  Satz  selbst  steht  als  unwidersprechlich  da, 
und  wird  nicht  allein  durch  sämmtliche  von  Hopf 
angestellte  Versuche*  bestätiget  sondern  auch  durch 
die  chemisclie  Zerlegung  der  Pflanzen  in  ihre  Bestand- 
theile  thatsächlich  bewiesen.  Viele  Beobachtungen 
zeigen  zugleich,  wie  jede  Pflanze  die  ihr  eigenthüm« 
liehe  Bodenart  verlangt:  so  mag  die  Caucalis  grandi- 
flora  nur  deshalb  auf  Kalkboden  wachsen,  weil  sie 
zu  ihrer  Ausbildung  viel  Kalkerde  bedarf,  und  diese 
in  dem  Kalkboden  findet. 

Dagegen  kömmt  da^  Trifolium  flexuösum  auf 
dem  Kalkboden  aus  dem  6runde  nicht  gut  fort,  weil 
es  durch  eine  vermittelst  der  Wurzeln  abgeschiedene 
Säure  zu  viel  Kalkerde  empfängt,  wodursh  ihr  Ver- 
mögen «  unter  den  ihr   dargel>otenen  Nährungsstoffen 


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üb.  Keimung  u.  Ernährung  der  Pflanzen.    23 

adfiwähien  %n  können,   geschwächt,  und  sie  überwül- 
^get'vm^,  also  zu  Grande  gehen  muls. 

Als  allgemeine  Wahrheitssätze  dürften  sich  aus 
den  Yersächen  Hopfs  folgende  -  ergeben  und  in 
t>b%en  Andeutungen  vollkommen  bewiesen  seyn: 

a)  die  Salzaufiösungen  bewirken  zwar  durch  ili*- 
Ten  IRmz  auf  die  Thötigkeit  der  Keime  ein  früheres 
und  schnelleres  Keinien,  aber  auch 

b)  ein  verhältniGimälsig  früheres  und  schnelleres 
Absterben  der  jungen  Pflanzen  selbst,  eine  Erschei- 
nung, welche 

c)  als  eine  Folge  desUeberschufses  und  dadurch 
bewirkten  Ueberreizes  oder 

d)  des  Mangels  des  einen  oder  anderen  Stoffes, 
weldier  der  jungen  Pflanze  zu  ihrer  ferneren  £nt- 
wickeiung  nothwendig  ist,  angesehen  werden  muCi. 
Zugleiclt  folgt  daraus,  dafs 

e)  eine  ungleiche  Wirkung,  bald  günstige,  balA 
nachtbeilige,  theils  darin  liegt,  wenn  die  aogewetf- 
dete  Substanz  im  Boden  schon  vorhanden  war,  theQa 
daiin,  da(s  eine  andere  nothwendige  Substanz  fehlte. 
Auch  wird  endlich  noch  der  Satz  bestätiget,  dafs 

f)  wenn  unter  den  einer  Pflanze  zur.  weiteren 
Ausbildung  nOthigen  Stoffen*,  deren  die  meisten  Na- 
turforscher la  verlangen,  nur  ein.  einziger  fehlt,  sie 
nur  höchst 'kümmerlich,  ja  gar  nicht  aufkömmt,  und 
stets  kümmerlich  wachsen  oder  zu  Grunde  gehen  wird^ 
wenn  einer  dieser  Stoffe  nicht  in  derjenigen  Menge 
vei^andenf  ist,  in  welcher  ihn  die  Natur  der  Pflanze 
erheischfc 

Ueber  diese  Wahrheit  theilen  eben  die  Hop  fi- 
schen ^V^rsuehe  :die  interessantesten  und  zuveilässig- 


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24  Reuter.    »  ?  .;::/ 

igtjm  Beweise  mit  So  lauige  nämUch  ii^  keime&deii 
Pflanzen  in  der  verwendeten  Gartenerde  .di»  ausser 
derBenetsung  mit  der  fraglichen  Salzaußös&pmg  nöthi- 
gen  Stoffe  fanden»  vegeticten .  sie ,  und  st^irb^n.  hö^hslt 
wahrscheinlich  erst  danp  ah»  als  sie  diese  nicht  joßbf 
antrafen.  .     r 

Wie  wichtig  übrigens  unter  allen  .das  sal^saure 
Natron,  Kochsalz,  womif  -häufig  das  Regenwasser  ge^ 
schwängert  ist,  ist,  erkennt  man  a^s  der  Anwendung 
desselben  zum  Düngen.  Besonders  hat  man,  in  Eng- 
^  land,  wo  der  Ackerbau  aber  zu  viel  Modesache  ist, 
das  Wohl  desselben  davon  abhängig  gemacht.  So 
sagt  man,  dafs  auf  den  mit  Kohlsalz,  gedüngten 
Aeckem  der  Kohl  nicht  leicht  erfriere,  d^r  Waizen 
weder  brandig  noch  rostig,'  noch  vom  Me^lthau  her 
fallen  werde ;  dafs  durch  dasselbe  alte  Aepfelbäu^ne  v^r?- 
Jüngt,  Schnecken  und  Ungeziefer  vertrieben,/  und 
überhaupt  die  sichersten  und  reichsten. £rQt^i^  przielt 
würden* .    .       =  .        .  r 

*  Die  ganze  .Wirkung  scheint  uns  vorzüglich  vow 
dem  Umstände  abzuhängen,  dafs  es  iu  unseren  obe- 
ren Bodenarten  wegen  seiner  leichten  Auflp^liahkeit 
im  Wasser,  von  dem  es  auch  zu  ■  leicht  von  der 
Oberfläche  abgespült,  also  ausgelai^gt  wird,  in  ge- 
ringer Menge  vorkömmt. 

.  Hiemach    würde     allem    Vermuthen    nach  .  die 
^Kieselerde,    wenn  sie    in   der  Ackerkrumme    weniger 
oder  gar  nicht   vorkommen    würde,   bei  Anwesenheit 
aller  anderen    zum  Pflana^enwuchs    erforderlichen  Sub- 
stanzen in  gehörigem  Mengen verh'altnisse ,   ajs  Dung- 
. mittel,  ebon  so  berühmt  werden,  als  das  Kochsalz  ist. 

;    Die    Art ,  des    D,üj3gßrs   ,hän£t.  ;namlidi,...,,wie 


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üb.  Keimung  u.  Emibntlg  der  Pflanzen.    36 

8px0(ii«el  ganz  ckkig'  baoMrki,  Mcb  «bgeMlMi 
von  seiner  physischen  Einwirkiingp  von  den  cbenft» 
sehen  Beeten^theil^n  eines  jejw  Bodens  iind  nm  im 
An  der  anzabaaenden  Pflapien  .wesentlich  ab  i  mm 
ist  daa  Kochsalz  wegen  sejpDe^  Mcbt  auBttsUcben  Zn- 
fitandes  in.  dem  Boden  höchst  selten  in  goii5x|gcr 
Menge  vorhanden,  mithin  mi^  aeioe  Anwendung  ae 
vortbeilhaft  werden. 

Obige  Versuche  zeigen  beionden»  was  encfa  die 
tägUehe :  £rbhr«ng  beweist,  daCi  alle  salzigen  Seb- 
stanzen  deil. Pflanzen,  wspn.sie  ihnen  zutrigUch  wea^ 
den  and  bleiben  soUen »  in  vedialtnifsmafsiger  Menge 
dargeboten  werden  müssen ;  dafii  also ,  wenn  eine,  xn 
grobe  Menge  leicht  aoBö^licher  Salze  in  den  ^den 
gebracht  wird ,  die  Pflanzen .  anfangs  Noth  leiden  und 
endlich  za  Grunde -gehen.  Eben  se  werdeit  rie  krän- 
kelnd, wenn  man  ihnen. aUe  Salze  entziehen  wpUte. 

Uebrigens  bestätigen  di^^  Versuche  Hopfs  auc^ 
noch  den  Satz,  dals  die  Salze  und  ihre  Auflösungen 
den  Pflanzen  rücksichtlich  ihres  Eemeren  Waehsthumea 
nur  in  so  fem  günstigen  Eipfluls  verschaffen,  als  sie 
von  Natur  im.Wasser  auflöslich  sind,  und  von  diesem 
in  das  innere  Gefüge  derselben  übergeführt .  werden 
können.  .  '.      . 

•Wicd  demnach  der.Qoden  mit  einer  verhältnil»- 
man»gen . Quantität  Kochsalz  versehen,^  ao»  reizt  daa* 
selbe  die  innere  Thä^gVeit  des  Keimes,  erleichtert 
den  Keimungsprocefs  selbst,  und  befördert  das  Wachs- 
tbun).^^  Pflanzen,  welche  durch  seinen  l^i9ßuls  be- 
sonders am  Vi^h,  sehr, gesunden  Zustand  verursacht, 
wie  4^^j|.  ^ich  .  bei  dem  Vieh  am  Meeresufer  .  zeigt, 
weMi^  schnell  fett  wird, 


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:  '  Eki^*  IMbeihfnaaTs  von'  Kocfisalz  wirkt  :aa£  alli 
Mülis^tf  ^ht  n'ackth^ilig ;  Jenes  ut  ab^x;  ^wegan  des 
KU  lioheh  Preises  nkhl  stfbald  m  JF&rdhtto;  dieser 
ve^bifet'et  seine  An^eridiliig^  Von  selbst.  Dadurch  ist 
)6iäer  der  YerbraueH  einer  deir  ersten  Bedürfnisse  der 
iVIenseK^n  tftid'^wiederk&uenden  Thiere  sdhr  Erschwert ; 
{ftr'dio  ärme^  Yolkklaissey^' welche  aus  deiw  Ackerbau 
ihre  Existenz  sichert,  verbietet  sich  dieser  Get>rauch.' 
'^'^'  *'l>eir 'Landmann  vermischt  es  wenig  ja  gar  nicht 
iMt  dbih  Dünger  9  wodurch'  dieser  vermittelt  •dW  or<- 
tltflrerten  Reizbarkeit  wbksä'iäer  i'vvird;  er  wendet  es 
%ei ^kränkelnden  Bäumen  «cht  an,  um  iht^  Yege** 
tätion  wieder  wi  beleben. 

"  *  '  Die  Salze  dienen  überhaupt  als  Reizmittel,  und 
«rhöhen  die •  Thäti^eit  der  Organe;  manche  dienen 
Bo^ar  dii  'natürliche  Elemente  •  zur  Zusammensi^tzung 
gIsWißör  Pflanzeh.  Sie  dürfen  also  von  dem  Dünger 
totchts  weniger  als  getränt  seyn;  denn  derselbe 'wirkt, 
wie  vielseitige  Er!fahrung  lehrt,   um  so  kräftig^i^»   je 

mehr  -Salze  er  enthält. 

^In  deimselben  Yerhältnilse  nun,  in  welchem^ die 
ISalzO"  für  ^  die  Pflanzen  übethaupt  zur  Wachsthums- 
BefordiDriing  nothwendig  sind,  in  demselben  wii^ken 
sie  auch  beim  Keimen  der  Saamen,  beschleunigen 
Täen  Keimungsproctfs ',  i^hd  dürfen  de»»  ''Boden 
nicht  ikn  Ueberflufse  beigemengt  seyn,  wenn  sie  der 
ferneren  Keimentwickelung  nicht  oiachtheilig  werden 
sollen. 

Das  Saamenkorn  erweitert  entweder  durch  d^n 
'Einfiufs  des  Wassers  oder  duirch  die  stuf  eine  andere 
Wefte  Vöthandeno  Feuchtigkeit  seinen  Umfang,  und 
das   darin    aufgelöst   vorhandno  Sauerstoffgas  entzieht 


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üb.  Keimung  u.  BAlhlUBg  der  Pflanzen.   97 

dÜmselbea  den  RoUeiistbff»  wetehdr'dcli'  äk  tbiorwie* 
gesder  Bestandtheil  vorfindet  f 

Als  Erfolg  werden  in  dem  keimenden  Saanfea 
vermittelst  dieser  Säuerstoffelnwirkun^  yeränderiingeh 
hervorgebracht,  welche  xunächst  in  einem  Substaniu 
verlaste  bestehen.  '  Denn  durch  deri  Sanerstoff  wirä 
von  diesem  £e  Kohle  entxogen»  nnd  des  vorher  Üi 
gebundenem  Zustande  vorräthige  Watter  wird  frei» 
das  sich  durch  das  Eintrocknen'  der  Saaihen'  nldifk 
weniger  als  entfernen  läfst.  ' 

In  dieser  Beziehung  haben  vorxogirweise  dfe 
Versuche  v.  Saus^ure's  wieder  gezeigt,*  dals  die  trock« 
nen,  gekeimten,  Saamen  von  Bohnen  stets  wenige^ 
wogen,  als  die  ungekeimten,  und  dals  diese  Differeni 
weit  gröfser  ist,  als  sie  durch  den  Verlust  an  Kohlb 
und  an  dem  im  Wasser  enthaltenen  Extrakte  herro^- 
gebracht  werden  konnte. 

Gemäfs  dieser  Thatsache  kann  also  an  einem 
Substanzverluste  der  keimenden  Saamen  um  so  we« 
niger  gezweifelt  werden,  als  die  Entweidiung  des 
in  den  Saamenkömem  gebundenen  Wassers  durch  das 
physische  Eintrocknen  der  etwa  abgestorbenen  Keime 
bewirkt  werden  mu&te. 

Freilich  können  die  fortkeimenden  Saamen  in 
Folge  dieser  Verhältnisse  nach  diesem  Eintrocknung^ 
processe  keinen  ähnlichen  Verlust  erleiden;  da  sie 
aber  nur  Kohle  verlieren,  und  das  gebundene  Wal- 
ser auch  noch  fernerhin  zurückbehalten,  so  wird  der 
Verlust  selbst  nur  anfänglich  bemerkbar,  und  in  dem 
Verlaufe  des  Wachsthumprocefses  selbst*  durch  d(e 
anderen  den  Gewächsen  zur  Nahrung  dienenden  Stoffe 
ersetzt      •* 


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•I»'i 


B<^tt.t4>ir: 


.  ;  , .  Dißsm»  Wll85«.^«il^^l»tffrt>  vennittekt  8jf)iiier  Wir- 
kung in  Betreff  des  Aufquelloii«;  das  fernere  Sindnogea 
^r  atm(^]bäri$diiei\,JLaft»  sfiltrst  in  das  Innere  des 
Saam^as^:  .ifrpdu^cl]^  s^h.  der  Sauerstoff  iiü  grö&erer 
Mftpgci  n^t:  4^1»! K4)^hiewtj[^^.,i6}l. verbinden  Gelegen- 
flieit  «^hält.|,  ',U|)4;>  a^mählig  Kohlensäure  jentwickelt, 
w^che  in  Fo}go  .desselben  Propefses  aU  Gas  entweicht;, 
^|IP4  f^.«^e%^Voii  bexeichA^en.  ^ub^Unzyerlust  den 
^«it^r6&  juii^^cl|ei)de^  Cfund  darbietet« 

In  eben  diesem  Processe  nun»  d.  h.  in  der  En^- 
.^hung  46S:  Sauerstoffgehaltes  aus  den  keimenden 
JPflauften^  wird  ißx  Zustand  und  die  Natur  des  Saa- 
4nens  yorän4ertr,  Denn  ^vorzugsweise  auf  einer  soge- 
nannten De^arl^omsation  durch  Bildung  von  Kohlen- 
«äpre  aus  4em  durch  jenes  Eindringen  der  atmpsphä- 
zischen  Luft  und  aus  der  näheren  Bodenumg;ebang 
in  das  Innere  der  Saamen  gelaugenden  Sauerstofian,- 
.theile  und  einem  Theile  des  in  dem  Saamen  ^nthal- 
tenen  ^Kohlenstoffes. beruhen,  mit  Einschlufs  der  oben 
berührten  Verhältnisse  die  Stoff  Veränderungen  in  der 
keimenden  pflanze. 

Indem  nämlich  der  Pfianzenschleim^  der  zur  Bil- 
dung der  Kohlensäure  den  Kohlenstoff  darbiejtet»  in 
,4en  Saamenlappei>  enthalten  ist  und  welcher  hei  der 
.trocknen  Destillation,  nebsf  4en.  Gasarten  auch  koh- 
.).6nsaures  und  blausaures  Ammoniak,  brenzliches  Oel 
liefert»  und  eine  '  stickstoffhaltige  Kohle  zurückläf^t, 
und  welcher  itn  feuchten  Zustande  schnell  in  jFägirnifs 
iibergeht»  vermittelst,  chemischer  Veränderung,  in 
.Verbindung .  mit,  d^m  Wasser  durch  ihn  in  Zacker 
.yefwandejt  wird,  wird  derselbe  (Pflanzenschlejm)  .mit 
dem  sogenannten  Satzmehle  fast  gänzlich  zerse^?it« 


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üb.  Keimung  u.  Em&hrung  der  Pflanzen    SO 

Beide  Körper  vettieren  einen  Thoil  ihrei  Koh- 
lenstoffes, und  gehen  dadurch  in  detki  Zustoid  jener 
sü&eny  milchigeii  und  sudcetigen  Stoffe,  welche  wir. 
früheir  mit  dem  Begriffe  „KeimAcueigk«it^  bezeidine- 
ten,  über  9  die  'eich  in'  dem  eingebogenen  Wasser  auf- 
lösen und  zur  ersten  «abslantiellen  Nahrung  des  Rei- 
mes selbst  dienlich  werden.  . 

Manche  Naturforscher ,  unter  Anderen  votxfigjich 
Rollo»  wurden  durch  .die  wahrend  dieser  ProcoMe 
sich  darstellenden  Erscheinungen  sni  der  YermnU^ung 
verleitet ,  dafs  zu  gleicher  Zeit  eine  Absorption  dee 
&iuerstoffes  in  dem  Maalse  vor  sidi  gehe,  als  die 
Entwickelung  des  Keimungsaktes  mehr  oder  weniger, 
lebhaft  geschehe. 

Sie  vermutheten  •  weiter ,  dals  dadurch  die  ii;i 
den  Saamenkömem  selbst  enthaltenen  Stoffe  mehr* 
und  mehr  oxydirt,  und  unter  anderen  Substanzen  des 
IMehl  des  Eiweifses,  dessen  Stoff  nach  stöchiometzir 
sehen  Verhältnissen  den  grolsten  Antheil  ap:  dem  Koh- 
lenstoffe,, nach  dieseov.an  dem  Wasserstoffe  undSauer^ 
Stoffe  und  endlich  im  geringsten  Theile  amStick^ofio 
hat,  oder  der  &amenlappen  selbst*  in  Zucker  und 
Schleim  umgeändert  weiden«  -  * 

Es  kann  allerdings  diese  Stoffumwandlung  als 
nichts» anderes»  als  für  eine  reine  Folge  und  ein  Re- 
sultat des  Aktes  der  Keimung  angesehen',  werden. 
Eben  diese  oxydirte  Stpffbildung  im  Eiweiise  oder 
der  in  den  Saamenlappen  enthaltene  Kleber  macht 
die  erste  Nahrung  der  keimenden  Pflanze  aus»  die» 
wie  wir  schon  ftüher  bemerkt,  habei^ »  den  sich  all- 
mählig  ausbildenden  Ge^Csen  der  jungen  Pflanze  zu- 
geführt wJrd. 


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SO^  Reuter. 

Diese  Stoffe »  welche  xiid)i$  weniger  als.eipifach 
sind»'  wie  t.  B«  da»  Eiweifs  gemäfs  einör  früheren 
Beiiieikang',  ein  neunfach  zusammengesetzter  Körper 
ist,  der  Stickstoff^  Kohlenstoff^  Wasserstoff  und  Sauer- 
stoffe chemisch  mit  Phosphor»  Schwefel»  Natrpn»  Chlor 
und  Calcium  verbunden  enthält»  verarbeiten  die 
Pflanzen  freilich  auf  eine»  bis  jetzt  noch  unbekannte 
ja/  unbegreifliche  Weise. 

Denn  sie  bilden  Stärke»  Holzfaser»  Schleim»  Ei- 
weifs, Kleber»  Pflanzensaämen»  Pflanzenalkalien  u.  s.  w. 
aiis  Stickstoff»  Kehlenstoff»  Sauerstoff»  Wasserstoff,^ 
Phosjf^hor»  Schwefel»  Chlor»  Kall»  Natron  und  mehrere 
ändere  PfbinzenAafarungsstoffe»  ohne  dafs  wir  je  die 
im  Innern  der  Pflanzen  selbst  während  dieser  Sil- 
dangen  vorgehenden  Processe  genau  ergründen  kdpnen. 

Bei  dieser  Stoffbildung  kommt  den  Pflanzen  be- 
foiiders'  das  .Vermögen  sehr  zu  Nutzen»  wornach  sie 
die  aufgenommenen  zur  Assimilation  nicht  dienlichen 
Materien  in  der  Rinde  oder  auf  der  Oberfläche  der 
Wurzel  ablagern.  Als  Beleg  hierzu  findet  man  oft 
die  Wurzeln  der  Esparcetten  mit  einer  Kruste  von 
Eisenoxydhydrat  bedeckt»  und  in  der  todten  Kinde 
vieler  Holzarten  bei  weitem  mehr  Eisen  als  in  ihrem 
lebenden  Holze. 

DM  Stärkmehl»  auch  Kraftmehl»  Aroidon»  Amylon 
genannt»  ist  als  ein  nur  im  Pflanzenreiche  enthedte» 
her  Stoff  und  Bestandtheil  der  Getraidearten »  der 
tCartoffeln  und  vieler  anderen  Wurzeln  und  im  Grofsen 
meistens  aus  Getreide  besonders  aus  Waizen  und  Kar- 
toffeln bereiteter  Stoff»  für  die  Vegetation  der  Pflan- 
zen eine  höchst  wichtige  Substanz.' 

Indem  sich  dasselbe  mit^dem  wäCsrigen  Kajii  ver* 


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üb.  Keimung  u.  Enilihnuig  der  Pflanzen.    31 

bi]idef»>  die  Stark«  durch  SalpelWB&ure  in  KlaMliire 
und  Aepfelsäure  u.  s.  w.  verwandelt  wird»  und  noch- 
yiele  andere  Verbindungen  eingeht»  welche  hieher 
kmne  lÄhe^e  Beziehung  haben»  wird  e«  aUerdhiga 
gemäfs  seiner  besonderen  Eigenschaften  für  die  Ent« 
Wickelung  der  Pflanzen  selbst  zo  einem  der  wichtig» 
sten  Stoffe* 

Es  ist  nach  verschiedenen  Verhältnissen  in  den 
Getraiden  vorhanden»  und  seine  Bestandtheile  selbst 
sind  eben  so  verschieden.  Unter  anderen»  enthält 
z.B.  nach  Proust  das  Mehl  der  reifen  Gerste  von 
hundert  Theilen  unge&ht  fönf  Theile  Schleimzucker» 
das  Mehl  der  gemalzten»  gekeimten  Gerste  aber  i5 
Theile  desselben;  derselbe  ist  übrigens  in  allen  Pflan* 
zen  enthalten. 

Im  reifen  Saamen  dagegen  fand  derselbe  Natur- 
forscher *)  das  Stärkmehl  und  sogenannte  Ceradint 
Hordein»  als  Bestandtheil  des  Gerstenmehles  selbst» 
welches  vom  Stärkmehl  wohl  nicht  wesentlich  ver- 
schieden ist,  und  eben  beim  Keimen  der  Gerste 
gröfstentheils  in  Stärkmehl  verwandelt  wird»  zusam- 
men zu  SyProcent  und  im  keimenden  Saamen  nur 
zu  68  Procent. 

Auch  hat  derselbe  Naturforscher  **)  deutlich  nach- 
gewiesen» da(s  die  Waizenkömer  beim  Keimen  den 
Gehalt  von  09060  en  Stärkmehl  verlieren;  und  an 
dessen  Stelle  o»o55  Theile  Gummi  und  o»ol5  Zucker 
tritt;  eben  so  enthalten  die  keimenden  Kartoffelknol- 
len einen  süfsen  Schleim, 


*)  ABMleD  der  Ghcnie  and  Physik.    V.Bsnd  8.339»  377. 
**)  AnasleD  der  Cbemis  und  Physik.    Baad  11.  8. 379. 


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32  Reuter 

Aiu'  diesen  und  ähnlichen  Versttchen'  erkennt 
man ,  wie  es  höchst  wahrscheinlich , ,  )a  gewib  ist^ 
dals  mehrere  der  von  den  nea  entstandenen  Wurzeln 
aufjgenoxnmenen  Substanzen ,  in  so  fem  *  sie  nicht  in 
die  Organe  der  Jungen  Pflanzen  oder  in  ihr^  feste 
und  flüssige  Produkte  übergehen  können,  zwischen 
den  Gefäfsen  ausgeschieden  werden,  ohne  dals  in 
der  Folge  die  Pflanzen  selbst  in  ihrem  Wachsthume 
dadurch  im  Mindesten  beeinträchtiget  werden. 

YergLeicht  man  sämmtliche  Processe  und  die  sie 
bedingenden  Gebilde  mit  einander  und  mit  den  beim 
Reifen  der  Saamen  sich  ergebenden  Erscheinungen,  so 
wgiebt  sich  eine  ähnliche  rück^mgige  Stoffveränderung, 
wie  sie  beim  Reifen  der  Snamen  statt  findet  i  d.  h.  so 
wie  sich  während  des  Keimens  jene  Stoffe  allmählig 
im  feuchten  Zustande  entwickeln,  so  trocknen  sie 
beim  Reifen. stets  mehr  ein. 

Aus  vielen  Beobachtungen  und  der  Erfahrung 
weifs  man,  dafs  die  uhreifen  Saamen  de&  Getraides  und 
der  Hülsenfrüchte ,  so  wie  die  Knollen  der  Kartoffeln 
sehn  viele  oxydirte  Stpffe  enthalten;^  welche  beim  all- 
mähligen  Reifen  nach  und  nach  izi  mehlige  und  ölige 
desoxydirte  übergehen. 

Vorzüglich  ist  di^  stärkmehlhaltige  Faser  ein 
Bestandtheil  der  Kartoffeln  und  in  den  )ang^n  Wur<^ 
zeln  der  Steckrüben  und  gelben  Möhren-  enthalten, 
welches,  wie  Einhof/*)  berichtet ,^  nach  Yauque-» 
lin    ein   innres  Gemeng  von   sehr   weoig  Holz&ser,  - 

sehr 


*)  Qehl«nB  n^acs  allgeni.  Jeorn.  der  Chemie  4.>fid.  S.458 
uDd  6.Bd.  S.iso. 


1 


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üb.  Keimung  u.  Ernährung  der  Pflanzen.    33 

sehr  viel  Stärkm^hl  und  etwas  Gummi  ist  Sämmt* 
liehe  Erfahrungssätxe  bestätigt  der  sülse  Geschmack 
der  unreifen  Erbsensaamen  und  der  fade  der  mehr 
ger^ften. 

Dafs  übrigens  di|9  Zuckcrbildung  aus  den  genann* 
ten  NahrungsstofEen  der  keimenden  Pflanzen  nicht  so* 
wohl  für  eine  0:i(ydation  des  Stärkmehls  vermittelst 
des  Sauerstoffes  der  atmosphärischen  Luft,  als  vielmehr 
für  eine  Decarbonisation  desselben  angesehen  werden 
mufs,  ist  erwiesen.  Nämlich  v.  Saussure*)  hat 
darcb  sehr  belehrende  Versuche  dargethan,  dafs  durch 
freiwillige  Zersetzung  des  Stärkekleisters  (welcher  künst* 
lieb  durch  AujSösung  der  Stärke  in  kochendem  Wasser 
bereitet  wird)  Zucker,  Amidin^  holzartiges  Stärkmehl 
und  jCrummi  erzeugt  werden,  und  zwar,  indem  aus 
der  atmosphärischep  Luft  Sauerstofifgas  verschluckt^  und 
dadurch  Kohlensäure  gebildet  wird. 

Da  femer,  wie  aus  den  bisherigen  Entwickelungen 
hinlänglich  erhellt,  die  Substanz  der  Saamen  aus  Wasser- 
stoff, Sauerstoff  und  Kohlenstoff,  aus  Stoffen,  welche  nebst 
demSilicium  in  jeder  Pflanze  vorkommen,  gebildet  ist,  und 
die  Sauerstoffmenge  durch  vielerlei  chemische  Verändere 
ungen  in  dieser  Verbindung  von  Stoffen  verhältiiifs- 
mafsig  vermehrt  werden  kann , .  indem  der  Kohlenstoff 
allmählig  entzogen  wird ,  .  so  ergiebt  sich  auf  höchst 
einfachem  Wege,  wie  auf  solche  Weise,  die  Zucker- 
Bildung  durch  das'  veränderte  Eiweifs  möglich  wird. 

Wenn  unter  anderen  Säuren  die  Salpetersäure 
und  Sälz&ure  den  Eiweifsstoff  auch  gerinnen  ma- 
chen,   so  wird   er  ^  doch   durch   Entziehung  des    Koh- 


*)  Reobfcrcli.  chim.  tnr.  L  Veg.  p.iG» 
Archiv  f.  d.'gcs.  NatorL  B.  iS.  H.  !• 


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34  .  r   .         Reuler. 

lenstoffes  und  Beimischung  des  Sanefstoffes  wieder 
verändert  Die  oben  mitgeth eilte  Ansicht  v.  8a  a s- 
sure's  erleidet  also  durch  dieses  Gerinnen  verimit- 
telst  genannter  Säuren  keine  IVlodification  ,  sie  bleibt 
bewährt,  und  wir  sind  keineswegs  genöthigt,  die 
Zuflucht  2u  anderen  Erklärungsarten '  dieser  Erschei- 
nungen zu  nehmen. 

Als  höchst  zuverlässig,  ja  wir  möchten  6agen, 
bestimmt,  folgt  demnach  hieraus,'  dafs  der  Hergtüig 
erwähnter  chemischer  ThätigUeiten  bei  der  Stoffver- 
anderung  und  StofFbildung  während  des  Heinzens  der 
Saamen  mit  der  'Zuckerbildung ,  aus  dem  Starkmeble 
durch  künstliche  chemische  Operationen,  vermittelst 
ides  Kochens  mit  Schwefelsäure  für  identisch*  gehal- 
ten werden  könne. 

Wie  uns  nämlich  nebst  den  angegebenen  Ver- 
suchen noch  viele  andere  in  dieser  Beziehung '  ange- 
stellte, wie  uns  die  daraus  gefolgerten'  Resultate, 
und  wie  uns  viele  Beobachtungen  beweisen,  so  sind 
die  StofFveränderungen  in  den  keimenden  Saamen 
einzig  und  allein  durch  eine  innere  lebendige  Erre- 
gung vermittelst  irgend  einer  der  chemischen  Poten- 
zen, des  Lichtes,  der  Wärme  oder  der  Elektricität,- od6r 
durch  den-Einflufs  eines  arideren  chemischen  Reizes 
während  des  Keimens  erzeugt. 

,  .  Im  Eingange  der  Abhandlung  erklärten  wir  dön 
Keim  als  das  Resultat  der  Wechselwirkung  geschlecht- 
licher Stofife ,  der  also ,  ob  wir  ihn  gleich  weder  in 
der  einen  noch  anderen  geschlechtlichen  Differenz 
vor  der  B^fruchtunjg  enthalten  dachten,  zur  Entwicke  - 
lung  nur  erregt  zu  werden  braucht. 

Wir  glauben,    äals  man   bei  den  ErscheinUihgeti 


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üb.  Keimung  u.  EmShmng  der  Pflanzen.    35 

der  BeEruchtüng  die  Bildong  des  •ogeoannten  Ora« 
riamsy  woraus  sich  die  Fruchthüllen  entwickeln,  die 
Blutung  der  Saamenhäute  in  jenem  Ovarium,  welche 
d^  weiblichen  sebg^nden  Stoff  in  Form  einer  eiweils- 
artigen  Flüssigkeit  enthalten»  ohne  da(s  ein  Keim 
darin  wäre,  von  dem  Akte  der  Befruchtung  selbst 
unterscheiden  inufs. 

Aas  der 'Physiologie  der  Pflanzen  wissen  wir  im 
Allgemeinen»  dals  jede  individuelle  Pflanze  das  Ver- 
mögen besitzt»  soviel  Kohlensäure  und  so  viele  an« 
dere  gasformige  Substanzen  aus  der  Luft  einzusaugen 
und  als  Nahrung  zu  verarbeiten»  da(s  sie»  ohne  die 
geringste  Nahrung  aus  den^  Boden  einzusaugen»  oft 
Jahre 'lang  kräftig  £f>rtvegetiren »  und  nicht  sfd^en  a^s 
der  atmosphärischen  Luft  das  kohlensaure  Gas  gänz^ 
Uch'  entfernen. 

Berücksichtiget  man  ^ese  besonderen  Verhält- 
nisse» so  läfst  sich  daraus  leicht  einsehen»  dafs  der 
Befruchtungsakt  und  die  Keimbildung  nicht  blos  eine 
Erregung,  wobei  sich  die  Saamenanlagen  leidend  ver- 
halten y  sondern  eine  gegenseitige  lebendige  Anziehung 
und  Durchdringung  des  gasförmigen  Pollens  und  der 
Saamenanlagen  ist. 

'  Jenes  Vermögen  der  Pflanzen»  aus  der  Luft  gas- 
förmige Substanzen  einzusaugen,  und  zur  Assimilirung 
der  Nahrungsstoffa  zu  verwenden»  werden  wir  in  ■ 
'fi^m,' anderen  Aufsatze  betrachten»  wo  wir  die  Nah- 
m^g.dier  pflanzen  während  ihres  Wacbsth^mes  aus  dem 
Boden»  weitläufiger  uqtei^suchen.  Wir  wardw  daselbst 
zeigeiv  wie  die  Gewächse  vorzugsweise  vermittelst  ihrer 
Blätter  die  gasförmigen  Substanzen  der  Atmosphäre  ^ 
und  das  in  dieser  b^Eqdliche  Wasser  in  sich  aofiiiehmep. 

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36  Reüt*#    -   ' 

Au«  diesem  Grunde  übergeketi  wir  hier  viele 
nähere  Ent Wickelungen ,  und  'beschranlten  ufts  tat  die 
Nahriings  -  Entwickelang  der  kek»e«d«n  Pflantftti  'blils 
auf    allgemeine   Erf^hrungs^tze  V    deren    zureitende 

'Gründe  'sich  in  jetiem  «Aufsatie  ergeben  werden. 

'-  Vermittelst  chemischer  Pfocesse  'der  bishdt  be- 
zeichneten Art  Werden  also  die /den  Pflanzen  zur 
Nahrung  dienenden  Stoffe  verarbeitet,  so  dafs  wfr 
die  im  Innern  -vorgeliendetf  Verhältnisse  nicht  ergrün- 
den köttnfeft.  '  Sb   viel    ist  übrigens'  gewifs,    dafs  die 

'Verarbeitung  nicht  sowohl  ttiach  den  Gesetzen  äär 
chemisdhen  Verwandtschaften, "  welche  bfei  den' ÖäÜ- 
rüngs*-  und '  Fadlulngsprocessen  eintreten ,  als  vielmehr 

'  nach  dem  -  oben  bezeichneten'  iiei%ange  voi^  sich "  geht. 

Es  ist  demnach  die  Existenz  des  npch  l^l^e^d^ 
Keimes  auch  eihe  «pthwend^ge  Bedingung  von  Stoff- 
^ Veränderungen ,  d.  h.  so  lange  die  innere  Thäti^keit 
des  keimendjQn  Saamens  M^rksam  ist,  eben  ^o  lange 
erfolgen  in  den  Stoffen,  besonders  dem  J£iweii^e^^ui)d 
Kleber  vermittelst  der  Kohlensäure,  des  Sauerstoffes 
und  chemischer  Keize,  unaufhörliche  Veränderungen 
und  Umwandlungen. 

Auf  diese  wichtige  Thatsache  gründet  sich  die 
höchst  interessante  Wahrheit:  , ,,  ; 

„dafs  man  durch  Tödtung  der  Keime  "an  den 
,^Kartoffelknollen  vermittelst  kochenden  WÄ^äifers, 
„womit  sie  übei^ossen  werden,  die  Stöffvörärf- 
„ddrurigeü  4m  Innern,«  wele^ief  beim  Auf  be^i^Ähren 
„dieser  Theiie  durch  deti  erwachenden  *  Vegetä- 
„tionsakt  im  K«ime  sich  bilden ^  gänzlich'  ver- 
,>Küt6n  kann,  wodurch  siohidie- Kartoffeln  längere 

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üb.  Keimung  u»  Brnährung  der  Pflanzen.    37 

^Zait  aufbewahre^  bMei^,    ohne    den  urtpraag- 
.  ^Jichen  Geschmack  zu  veitleren. 

Diese  Wahrheit  wurde  nicht  allein  durch  einfache 
und  künstliche  Versuche,  sondern  auch  durch  viele 
Beobachtungen  und  Erfahrungen  im  gemeinen  Leben 
bestätigt,  und  wird  blos  in  obigen  Verhältnissen  der 
wechselseitigen  StoEFveräriderungen  der  keimenden 
FBanzen  zureichend  erklärt ,  wenn  anders  dieses  ge- 
sdiehen  und  eine  Ursache  angegeben  werden  soll. 

Der  Pfianzeoschleim  und'  das  Stärkmehl  zersetzen 
sich,  wie  wir  weiter  oben  weitläufiger  entwickelt 
haben  y  fast  gänzlich,  und  gehen  bei  dem  erfolgenden 
Verluste  eines  Antheiles  von  ^Kohlenstoff  i|i  den  Zu- 
stand süfser,  müchiger.  und  zuckeriger  Stoffe  über. 

Hieraus  folgt  nun  voh  selbst,  dafs  sich  )ene 
StoCFveräaderungen ,  welche^  durch  dc|n  Einfluis  des 
Sauerstoffs  und  der  KoMepsäute  si^h  ergeben.«  vor^ 
.zogsWeise  nur  auf  denjenigen  Theil  des  Saamens  be- 
ziehen, welcher  der  keimenden  Pflanze  die  Nahrung 
liefert.  Was  namentlich  bei  den  eiweifshaltigen  Saamen 
das  Eiweils  ist,  das  in  vielen  Pflanzen,  nämlich  den 
Wurzeln ,  ^  Blättern  'und  besonders  in  öligen  Saamezi« 
die  mit  Wasser  angerieben  eine  Milch  geben,  ent- 
halten ist,  das  ist  beLden  eiweifslosen  Saanien  der  Ih- 
halt  dex  Saamenlappen ,  der  ein  ihrer  Beschaffen- 
heit ganz  ähnliches  Ansahen  hat. 

Die  eben  bezeichneten  Theile  machen  demnach 
auch  die  wesentlichsten  und  nothwencligsten  Erfor- 
dernisse während  des  Keimungsprocefses  aus.  Denn, 
wie  die  Erfahrung  zeigt,  >  der  isolirte , Embryo  eines 
eiwei&haltigjen  Saaraens    keimt   eben   so    wönigi    als 


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38  Reuter  ?  V  » 

der    von    deh^  Saamenlappen  ^«gotreimte  Kditi  «eines 
Saamens  mit  fleischigen,  nährenden  Saamenlappen. 

.  DaCs  wir  uns  in  Ansehung  der  KeimungsproQesse 
der  Saamen  mehr  auf  die  dynamische  Seite  neigen,, 
dürfte  aus  den  bisherigen  .Betrachtungen  genügend 
erhellen;  wir  können  jedoch  unsere  Ansichten  hier 
nicht  weiter  entwickeln»  da  sie  auf  unseren  Gegen- 
stand keine  näheren  Beziehungen  haben. 

Doch  glauben  wir  in  manchen  Verhältnissen 
und  Darstellungen  eben  so  deutlich  dargethan  zu 
haben  y  dafs  wir  auch  von  Seiten  de^  Materialispius 
manche  Erklärungen  zu  erwarten  haben ,  die  uns  die 
Dynamik  nicht  zu  geben  vermag ;  wir  versuchten  d^- 
her,  in  einem  Mittelwege  die  gegenseitigen  Erschei- 
nungen zu  betrachten  und  in  ihren  Gründen  zu 
würdigen. 

Mehrere  experimentirende  Naturforscher,  lu  de- 
nen wir  unter  anderen  Senebier,  und  Bonn  dt 
rechnen,  haben  es  versucht,  vor  dem  Keimen  die 
Saamenlappen  von  Bohnensaamen  abzuschneiden.  Sie 
nahmen  aber  sogleich  wahr,'  dafs  die  Saamen  nicht 
keimten,  und  fanden,  da£s  selbst  nach  dem  Keimen; 
wenn  die  Saamenlappen  vor  der  völligen  Entwicke- 
lung  der  Knospe  abgeschnitten  wurden,  der  Keim 
abstarb. 

Schuldet  man  dieselben  nach  der  Knospenent- 
Wickelung  ab,  so  erhält  sich  zwar  die  junge  Pflanze, 
bleibt  aber  während  ihrer  ganzen  Entwickelungspenode 
verkrüppelt. 

Aus  anderen  Versuchen  hat  man  auch  weiter 
noch  erfahren,  dafs  die  Saamen  selbst  in  dem  Falle 
nicht  keimen,  wenn  nicht  vorher  der  nährende  Inhalt  , 


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üb.  Keimung  u*  £mAhnihg  der  Pflanzen,    30 

der  Cotyledonen  od€^  des  vorräthigen  £iw«i&tt  durch 
die  Keife  ihre  vollkommene  Ausbildong  erhalten  hat^ 
weswegen  unreife  Saamen  nicht  keimen. 

Die  Substanz  der  Wurzel,  vermittelst  welcher 
die  sich  entwickelnd^  Pflanze  später  einen  groben 
Theil  ihrer  Nahrung  aufnimmt,  wird,  wenn  sie  pzy- 
dirt»  odex  in  Kohlensäure  umgewandelt  ist,  nicht 
nöthwendig  zugleich  ausgesondert,  sondern  selbst  bis 
ZOT  Sättigung  zurückgehalten.  In  einem  ähnlichen 
Verhältnisse  befinden  sich  Knollen  und  Zwiebeln« 

Auch  in  dieser  interessanten  Beziehung  der  Kei«^ 
mungsverhaltnisse hat  v.  Saussure  eben  so  wichtige^ 
als  belehrende  Versuche  angestellt,  und  die  daraus^ 
erhaltenen  Resultate  mitgetheilt  *).  Nach  denselben 
verbraucht  eine  junge  Pflanze,  nämlich  eine  frisch 
ausgezogene  Mohrrübe,  binnen  a4  Stunden  soviel 
Sauerstoff,  als  ihr  eigenes  Volumen  beträgt,  wovon 
sie  selbst  den  hundertsten  Theil  absorbirt 

Berücksichtigen  wir  für  diefe  Bildungen  die, 
früheren  Einwirkungen  der  Wärme  und  des  Lichtes, 
so  folgt  aus  der  Summe  der  bisherigen  Thatsachen^ 
dafs  die  £icuährung  des  Keimesi  durch  eine  Verän*' 
derung  des  Eiweifses  oder  des  eiweifsartigen  Inhaltes 
der  Saamenlappen  und  zugleich  durch  eine  mäfsige 
Erregung  einer  orgaoisirten  Thätigkeit  durch  deq 
verhältnifsmälsigen  Wärme-  und  Lichtreiz  erfolgt 

Dafs  mit  Hülfe,  dieses  Wärme*  und  Lichtein* 
fiufses  die  Keimthätigkeit  veranlafst,  und  in  Folge 
dieser  letzteren  durch  den  Sauerstoff  der  atmosphäri- 
schen Luft   eine   Entwickelung    der   im    Innern    des 


*)  Rscb«rcli.  ehem.  tiir,  lavcg«  p.m. 


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40  .      .     Reuter  .        / 

reifen  Saamens  liegeBdeiv  Stoffe ,  und  dadurch  endlich 
.eine  verhältniGsmäfsige  Oxydation  des  noch  übrigblei- 
benden Theiles  hervorgebracht  wird,  läfst  sich  um 
yio  weniger  bezweifeln,  wenn  man  die  Alles  durch- 
dringende Wärme  und  das  Licht  mit  Einschlufs  der 
elektrischen  Verhältnisse  als  dynamische  Wesen  be- 
trachtet. /      \  / 

Es  kann  aber  dieser  Hergang  auch  nicht  bezwei* 
feit  werden,  wenn  tnan  diese  drei  ohemiscfaen  Poten- 
zen ato mistisch  betrachtet;  sie  sind  immer,  verbunden 
mit  einem  gewifsen  Feuchtigkeitsgrade,  diejenigen 
Elemente,  welche  jene  Wirkungen  in  ihrem  Ur- 
sprünge hervorbringen,  dem  ganzen  Keimungsprocesse 
die  gehörige  Richtung,  und'  gerade  hierbei  die 
sprechendsten  Belege  ihres  Einflufses  geben ,  wie'  wir 
früher  allgemein  bemerkten. 

Dafs  die  einwirkende  Wärme  besonders  in  sofern 
den  Keim ungsprocefs  befördert,  als  sie  die  Wirkung 
des  Sauerstoffes  und  ^ie  Verflüchtigung  ier  Kohlen- 
säure erleichtert,  wodurch  die  oben  i^her  b^trach-' 
teten  Stoffveränderüngen  wesentlich  bedingt  und  her- 
vorgebracht werden,  kann  um  so  weniger  in  Zweifel 
gezogen  werden ,  da  die  Wärme  j^de  Lebensthätigkeit» 
also  auch  die  des  Keimes  erhöht,  jund  dessen  spe- 
cielle  Entwidkelung  herbeiführt. 

Der  ganze  yerlauf  dieser  Erscheinungen  ist  also 
unfehlbar  als'  eine  entkohlte  veränderte  Stoffbildung 
des  Eiweifses  oder  der  Stoffe,  welche  in  den  Saa- 
menlappen  sich  befinden,  äu  betrachten.  Die  hier- 
durch entstandene  Flüssigkeit  wird  entweder  ganz,  oder 
nur  theil weise  vom  Keime  absortjirt^  .und  allmählich 
zur   Ernälirung    verwendet,    bis    endlich  •  durch   £nt- 


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fib.  Keimung  u.  Ernfthinng  der  Pflanzen.    41 

mckelung  der  grünen  BUtter  eiktweder  von  «luten 
oder  attch  von  den  Wurseln  Nahrung  eiagesogei^ 
veiarbettet  und  asaimOirt  wetden  kann. 

In  diesen  wenigen  Sätzen  dürfte  die  Emihnnig 
der  Pflanzen  bis  im  derjenigen  Periode  dargestellt  seyn,  wo 
die  kräftiger  entwickelten  Wnrxaln  BchweiauOSe- 
licliere  StoHe .  zu  verarbeiten  und  in  daa  Innere 
dsr  Fflancen  su  führen  im  Stande  sind,  auch 
die  Blätter  aus  der  atmosphärischen  Luft  die 
Kohlensäure  anriehen»  und  ihre  Pflanxen  von  daher 
mit  NahrangsstoSen  versehen.  * 

In  oben  t>eBeichtteter  AbhiCndliing  über  die  Br*' 
nahrang  der  Pflanzen  während  ihrer  Waehsthnmspe- 
riöden  werden  wir  aus  Beobachtungen  und  £rfahningeQ 
beseitigt  finden»  wie  die  Wurxeln  nnaufliörlich,  so- 
wohl im  Lichte  als  imFinstem,  SauerstofiF  absorbirei^ 
und  denselben  in  Kohlenstoffsäure  umwandeln,  und  so 
auf  eine  wandetbare  Weise  aus  dem  Boden  einen 
bedeutenden  Antboil'  ihrer  Nahrung  ziehe». 

Wir  werden  femer  wahrnehmen,  wie  die  Vege- 
tation der  von  der  Pflanze  abgesonderten  Wurzel 
rücksichtlich  ihrer  Stoffbildung  durch  den  Wechsel- 
einfiols  der  atmoq^ärischen  Luft  auph  in  der  erwach«- 
senen  Pflanze  ganz  ähnlich  ist  der  Entwickelung  der 
keimenden  Saamea»  vobei  jedoch. -der  alleinige  Un- 
terschied obwalten  dürfte,  da£i  die  abgesonderten 
Wurzeln  höchstens  so  viel  Sauerstoff  in  sich  auf* 
nehmen,  als  ihr. eigenes. Volumen  beträgt 

Dasjenige  Luftvolumen,  welches  die  Pflanze  m^' 
nächst  umgiebt,'  n^uls  demnach  sowohl  in  Ansehung 
seiner  Quantität,  air.  Qualität  nothwendig  in  der  Art 
geändert   vrerden,   als  jene    vermindert   wird«   bevor 


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4r     '  '   Reuter 

die    im  fireien  Zosisnde  in  der  UmgelHing  siqh  befin- 
dende   Kohlensäure  9    so    wie    die   aus  den  keimenjäien  > 
Saamen     gebildete^,    r  selbst   jdas    Luft\rolamea     ver*/ 

r ;/  Daselbst  weilden.wir  zeigen ,  wie  die  Pfiansben: 
während  ihrer  Wachsthumsperioden  unaufhörlich  aus 
deTn..Bbden  und  Sen  atmosphärischeou  Luft  den  gröls- 
tefn  Theil.  ihrer  Nahrung  fast  ^elbstthätig  ziehen, 
wiu^'  sie  durch  Ziersetzung  des  Wassers  sich,  vden  Was- 
seirstcLff  ^aneignen,  upil'  wie  eben  das  Wasser  die  £rd- 
theile  trennt /und  sie  für  die  Ausbreitung  r  der  Wur- 
zelt nttd  den  Zutritt' 'der  Luft  empFängUcher  mak:bt. 

-  '.  Aus  den  über  den  Verbrauch  des  SauerstofEs  ah-, 
gestellten  Versuchen  erfährt  man  noch  weiter^,  dals 
ZrtB.  .mne  weÜse  Rübev  zu  derezi :  Wachsthmn  und' 
Qedeihen  die  fintblofsung  von  Erde  sehr  viel  bei-» 
trägt  j  wie  die  Methode  d^s  Hübenbaues  .  im  Slsassa. 
qnd  der  Pfalz  beweist»  in  derselben  Zeit  von  24  Stun- 
den eben  so  viel  Sauerstoff  verbrauchte >  als  ihr  eige- 
nes^  Volumen  .betrugt  und-dafs  sie  von  demselben  den 
Vitien  Theil  absorbirte.  ... 

:  Eben  so  verbrauchte  in -derselben' Zeit  eine  Kar- 
toffel o>4  ihres  Volumens »  und  schien  dayon  0,04 
desselben  'zu.  absdrbiren ;  eine  Zwiebel  von  einer  LiUe 
verbrauchte  o39  ihres  Viplumex^,  und  abeorbirte  o>i9' 
davon;  Erscheinungen»  woraus  deutlic}^  zu  ersehea 
ist»  daß  nicht  alle  Pflanzen  <  gleichviel  Luft,  also 
Sauerstoff,  bedürfen.  Ja  man  hat  manche  gefunden, 
v(sekhe  am  besten  gedeihen,  wenn  sie  nur  wenig  er- 
halten; unter  andern  wächst  der  Waizen  viel  besser 
auf.  einem  geschlossenen^  als.  auf  .einem  lockeren. 
Boden.  ,  •  ,  v     * 


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üb.  Keimung  u.  Em&hraiij^  der  Pflanzen.    49 

GemafiiAmr   forMrta  Teiwiehe  t.   SaU^aoteV 

können    mit    Sauerstoff    gesättigte   Wiirxelii,     wefnn- 
Ab   unnilttelbar  in   eine   Andere  abgeschlossene  Luft- 
menge  gebracht  werden,  das  Luftvolumen  weiter  nicht: 
v«fDiindem;    dieses    sind    sie    aber    besodden    dann 
zu  bewirken  im  Stande»   wenn  ^ie   wieder    eine  Zeit' 
lang  der  freien  Luft  ausgeseta&t  und. 

Dadurch»  da(s  nämlich  die  Wurseln  der  freien 
Luft  aasgesetat  werden,  versehen  sie  sich  nicht  nur» 
mit  dieser  unmittelbar ,  sondern  auch  vermittelst  der« 
selben  mit  der  in  ihr  befindHchen  Elektricität, 
mit  Wärme  und  Licht.  In  Folge  dieser  eihgesogenea 
Potenzen  y  welche  aof  die .  Vegetation  einen  sehr  be- 
deutenden Einflufs  ausüben»  ^e  Lebensthätigkeit 
reizen  und  Erscheinungen  , hervorbringen »  die  oft  an 
Wunder  gränzen,  werden  die  Pflanzen  in  ihrem 
Wachsthame  sehr  empor  getrieben. 

Wenn  ein  Saamenkom  xu  keimen  anfängt,  so 
ist  es  in  einem  weniger  kräftigen  Zustande,  ander« 
fremdartige  Stoffe  aufoonehmen;  vielmehr  st5fst  ee 
dieselben  ab,  obgleich  die  weiter  entwickelte  und  kräfti« 
gefe  Pflanze' derselben  yieUeieht  gar  als  Hauptnahrungs- 
mittel' be^rf.  Bios  der  Sauerstoff,  Wärme  und 
Elektridtät  mit  mäfsigem'  Lufteinflusse  sind  dabei 
thatig.^> 

Wie  wunderbar  uiid  uns  unbegreiflich  «.  B,  die 
Elektricität  dabei  wirkt,  w^ifs  man  aus  Erfahrtmgi 
denn  weiin  man  Erde,  worin  Saamenkbmer  keimen 
sollten,  elektrrsirte,  so  keimten  sie  viel  früher g  als 
in-  nicht  elektrisirter  Erde ;  eben  so  erlangten  Pflan« 
zen ,  auf  deren  Wurzeln  man  Elektricität  einwirken 
liefs,    binnen   weniger    Stunden  eine    solche    Gröfse,  . 

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44  '      ••  Re-uterV 

wie  sie  de',  wemr  mati  sie  ;xiicbt  elektrisirte-yem  in 
mehre^ex)  Tagen  erreichteii. 

Den  SaueriBtoff  assimiliren  ,  übrigens  dre  icei- 
meoden.  Pflanzen  nicht  permanent,  sondern  wandeln 
denselben  in  Kohlensäure  um ;  die  atnvosphariscfae 
Luft  kann  ihnen  aber  diese  selbst  nach  Maafs- 
gäbe  ihrer  Anziehung  zur  Kohlensäure  wieder  ent- 
ziehen; eine  Erscheinung  y  welche  gemäfs  der  Aen- 
derung  ^s  Zustandes  und  der  Natur  des  Saamens  l>ei 
Verbindung  des  Sauerstoffes  in  grö&erer  Menge,  mit 
dem  Kohlenstoffe»  wodurch  Kohlensäure  gebildet  wird, 
«innitröten  pQegt: 

Hisorvon  giebt  uns  der  besondere  Umstand»  dafs 
eine  abgesonderte  Wurzel  durchaus  nicht  mehr  Sauer- 
stoff XU  absoxbiren  vermag,  rals  ihr  eigenes  Volumen 
ausmacht^  ja  nicht  einmal  .so  viel,,  als  dieses^  befträgt, 
so  wie  das  YerhältnÜs  der  Fähigkeit,'  in  dem  besosr 
derep  Falle «  wenn  die  Wurzelt  neuerdings  der  at- 
mosphärischen Luft  ausgeisetzt.  werden^  eine  neiie 
Quantität  Sauerstoff  su  absorbiren,  die  schönsten 
Belege.  .      '    . 

Die  V.  Sau  SS  ure'schen  Versuche. geben  uns  fer- 
ner zu  ^erkennen ,  dafs  eine  Wurzel ,  weiche  unmit- 
telbar mit  reinem,  ünverdünniem,.  kohi^nsaurem  :Gasa 
in  Berührung  gebracht  wurde,  nichts  weniger  als  die 
Fähigkeit,  die  gasförmige  Kohlensäure  zu  absorbiren, 
besitzt.  Hieraus  dürfte  ^so  von  seihst  folgen, 
dafs  die  Saamenkömer  in  .  blosem  kohlensaurem 
Gase  nicht  keimen ,  da(s  aber  das  Keimen  i^iit 
Beschleunigung  bewirkt  .wird ,  wenn  die  Kohlensäure 
vermittelst  gebrannten  Kalkes  oder  anderer  Alkalien 
entfi^rnt  wird. 


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üb.  Keimung  u.  Ern&hning  der  Pflanzen.    45 

So  lange  nämlich  die  Warzeln  mit  den  beUlt- 
terten  und  .  vßgetireaden  Zweigen  verbunden  sind» 
wird  stets  'durch  den  abftorbirten  Sauerstoff  gebildete 
Kohlensäure  tu  den  Blattern  selbst  geführt»  und  an* 
denselben  durch  Aushauchung  des  Sauerstoffes  xer- 
'  setzt.       '     '  •  ' 

Eines  der  merkwtirdigsten  Beispiele,  wie  die 
Pflanzen  vermittelst  ihr^r  .Blätter  der  Atmosphäre  die 
Kohlen^ure  entziehen»  dürften  wohl  die  gemergelten 
Saaten  darbieten.  Denn  bei  einer  FeldAur»  in  wel- 
cher abwechselodf .  ^i?,  Feldstück  gemergelt »  das  an- 
dere nicht  gemergelt  wurde »  wachsen  die  Saaten  auf 
letzteren»  auch  wenn  alle  Ruberen  Verhältnisse  die- 
selben ^geblieben  sind»  nicht  mehr  so  gut,  als  ehe- 
dem. ]6ie  durch  Mergelang  hervorgebrachten»  kräf- 
^gen  Saaten  haben  also  das  Vermögen»  der  sie  um- 
gebenden Luft;diei  Kohlensäure  so  «ehr  zu  entziehen, 
dafs  den  schwächlicheren  Saaffm  wenig  oder  gar  nidits 
davon  übrigbleibt.. 

.  Dafs  übrigens  die. Pflanzen  sich  entweder  ana 
der  atuM^sph^rjschen.liuft  nut  Kohlensäure  versorgen» 
oder  dafs  sie  den  Kohlenstoff  vermittelst  der  mit  dam 
Regenwasser  in  den  Boden  eindringenden  Kohlensäure 
erhalten»  haben  viele  darüber  ^gestellte  Versuche 
igezeigt»,  wi^  wir  für  die  Ernährung  der  wachsenden 
Pflanzen  näher  nachweisen  werden. 

IiV  diesem  Verhältnisse  pun »  in  welchem  die  in 
der  Atmos{th9xe  c^nUialtene  Kohlensäure  theils  vom 
Wasser^  ^^ai^  yon  der  in^^  Boden  vorhandenen  Feuch- 
tigkeit,  theils  von  den  Wurzeln  und  Blättern  ange« 
zogen  wird,  liegt  die  Erklärung  der  Erscheinung,  dala 
durch  die  Wuärzehi»    so  lange  sie  mit  ihren  Ff^mxen 


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46.  '  Reuter 

Vertrtmde»    sind,    mehr  SaiiemofiF    absorMtt  Werder 
'käfiiiy  als  ihr  eigenes  Volumen  betragt. 

Da  ferner  der  Boden  die  ihn  umgebenden  Gasar- 
'  ten  unaufhörlich  verschluckt,  und  sein&  Anziehungskraft 
'  zu  diesen  sowohl  durch  seine  gröfsere  oder  geringere 
Lockerheit,  als  auch  äurch  seine  chemischen  Bestand- 
'theile  modificirt  wird,    so   folgt  aus  dieser -Wechsel 
'Wirkung    des    Sauerstoffs    und  der  Kohlensäure ,    daf 
'  ehier   Seits   der   Vegetation    daraus    grofse  Vortheik 
'  erwachsen  y    anderer  Seits   aber   auch  die  umgebende 
'Luft  fortwährend  durchaus'  Vertnindtert  werden  muff« 
Allein  die  im  Wasser  gelöste  Kohlensäure^  welche 
zum  üppigen  Wachsthume  der  Pflanzen  ungemein  viel 
beiträgt,    wie    die-  Bewässerung  Von    Wiesen    durch 
icolilensäurereiche  Quellen  hinlänglich   be weifst,  wirc 
"feni  Tage  durch  die  Wärme  der  Sonne  wieder  ausge- 
trieben,   und  entwe^icht    als  Gas    in   die  Atmosphäre; 
eben  so  wird  der  Ausfläl^an  Sauerst<^ff  durch  verschie- 
denartige Processe,  wenn  nicht  gerade' gans>  doch  bis 
''^üf  eine  so  geringe  Menge  wieder  ersetzt,  <  däfs  man 
'  dto  Verlust  vollkommen  für  Null  ansehen  kann;  ^an- 

•  Äeren  Ortes  werden  wir  hierüber  nähere  Verhaltnisse 
''angeben.  . 

^  Ueber  die  oben  berührten  Beziehungen  der  Ab- 

"sorptionr^  des  Sauerstoffes  ^  und  Bildung  der  Kohlensäure 

hat  unter  anderen 'Natufforschernv.  Saus^ure  ver- 

'gleÜdh^nde ,   und  'deswegen  sehr    belehrende  Versuche 

*  aingestellt  *).     Er  brachte  nämlich    vo^  den-  Wurzeln 
Jungcfr  Kastanienbäume   in   verschiedeite   Reaipienten, 


..*J  Rech^rch.  ehem.  idr  la  Teget  p.xo4»  it 

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üb.  Keimung  u.  Ernährung  der  Pflanzen.   47  , 

welche  mit  Quecicsilber  gegen  dal  Emdriogen  der 
Sasserfin  Luft  abgesperrt  waren»  dnige  mit  kohlen- 
saurem Gase»  andere  mit  StSckstoffgaa  und  Wetsar- 
'Stoff  und  wieder  andere  mit  atmo^härischer  Luft,  in 
'  Berührung;  .  . 

Unter  den  Pflanzen  starben  diejenigen»  deren  War- 
*  zel  mit  kohlensaurem  Gase  zuerst  in  Berührung  gekom- 
men waren  und>zwar  nach  acht  Tagen»  £e  mit  Stick&Hjf* 
gas  und  Wasserstoff  ^n  Berührung  gesetzten  ungafiükr 
nach  1 4  Tagen  ab;  die  in  der  atmosphärischen 
Luft  befindlichen  »  aber  vegetirten-  nach  i4  Tagen 
noch  sehr  kräftig»  und  hatten  durofa  £insaugung  von 
Sauerstoff  das  sie  umgebende  Luftvolumen  des  Bed- 
pienten  vermin^rt. 

Sehen'  wir  auf  das  Haüptresultaei dieser  Versuche» 
so  sind  wir  berechtigt  daraus  ^als  allgemeine  Wahr- 
heit zu  abstmhiren»  dafs-  die  Wurzeln  die  Koh- 
lensäure eb^n  so  wenig  in  verdünntem  Zustande  assi- 
miliren  kömieii»  als  die  Blätter  selbst.  Die  Kohlen- 
säure verlangt  also  jedesmal  noch  ein  anderes  Me- 
dium» durch  welches  sie  die  Fähigkeit  erhaH»£itrden.Kei- 
mungs-  und  ferneren  Entwickelungsproceft  ein  Nah- 
rungsmittel   abzugeben.  .     ,  .  ..^ 

Eben  so  verhält  es  sich  mit  dem  Stickstoffgase; 
aus  Versuchen  weifs  man»  und  viele  Erfahrungen  ha- 
ben* ^s^  bestätigt»  dafs  das  vom  Wasser  absori^irle 
' Stickstofi%as  den  Pflanzen  eben  so  nützlich,  und»  wie 
wir  früherjan  verschiedenen  Stellen  bemerkt  haben» 
noch  nützlicher  wird»  als  die  Kohlensäure  und  das 
verschluckte  S&uerstoffgas.    ..  • 

Im  Falle  sich  auch  die  Pflanzen  durch  ihre  Blät- 
ter mit  Kohiensäura  und  Sauerstoff,  versorgen,  so  en^ 


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/   -  ! 


48  '       Reuter 

*■  nehmen  sie^  dadurcb  doch  nicht  siLmmtUch  ddr  At- 
mosphäre den  Stickstoff.  ^Da  nun  das  Wasser  cge 
Eig'enschafr  besitzt,  das  StickstoIFgas  der  atmosphäri* 
sehen  Luft  in  sich  zu.  verdichten»  so  können  nur  durch 
jenes  die  keimenden  Saamen  von  diesem-  begünstigt  * 
werden.  «  . 

Nun  fehlte  in  obigen  Versuchen  vrSaus  sur  e's  den 
im  Stickstoffgase  zum. Keimen  gebrachten  Saamen  eban 
tflieses  Medium,  das.  ^Wasser,  mithin  konnte  dieses  Gas 
nichts  Weniger  als  günstig  wirken ;  di$  ^ekeimten 
Saamen  mufsten  vielmehr  bald  verderben,  woraus 
'folgt,  dafs  auch  das  Stickstoffgas ,  welm.  es  anders, 
günstig  auf  äie  gekeimten  Pflanzen  einwirk<äi  soll; 
noch  ein  anderes  Medium  nothwend^  «hut^v  - 

'■  Aus  obigem  Verhältnisse  de)s  Stickstoffgases  zur 
atmosp|iärischeh  !Lu£t  läfst  sich  zugleich  die  Ersehet« 
ming,  wie  auf  Eodenärten,  die  keinef.^tickstoffhaltigen 
•  Körper  besitzen ,  dennoch  Pflanzen  vorkommen,  in 
welchen  viel  Stickstoff  angetroffen  wird,  wie  z.B. 
der  Spargel  beweist,  am  einfachsten  und  zuteichend-» 
-sten  erklären.  :■  .. 

Die  Versuche  v.  S  a  u  s  s  ur  e*s  geben  uns  ferner  noch 
zu  erkennen,  dafs  die  in  der  Luft  oder  W  Wassejr, 
Welches  jetzt  ein  kohlensaures  geworden  ist,  aufgelöst 
-'b«findliche  Kohlensä^re,  ein  die  Vegetation  sehr  be- 
förderndes Nahrungsmittel  abgiebt,  »wetcheÄ  nach  obi- 
gen Erörterungen-  und  Niachweisungen  anderen  Ort#s 
zu  den  Blättern  geführt,  und  dann  zersetzt  wird. 

Aehnll^he  Erscheinungen  bieten  auch  das  Stick- 
stoffgas und  der  Wasserstoff  dar;  ist  jenes  mit  Wa^-» 
ser  verbunden,  so  bieget  es  ein  höchst  wirksames  Be- 
förderungsmittel.  älrdie  Pflanzen  dAt»  >äö.  wie  dieses 

hicht 


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iU).  Keimung  u.  Ern&bnniff  der  Pflanzen.    49 

nicht  weiägn  fgömtag  ipdrkty  waim  et  mit  der  et*  • 
iDosphärischen  Luft  in  Berührung  steht  Diesai  seigt 
sidi  ein  eii^Cficbtten  an  solchem  Brunnenwasser»  wel* 
ches  nur  wenige  Luftarten  enthält  i  denn  l&Ist  umd 
es  einige  Zeit  an  der  atmosphäritchen  Luft  stefaeo» 
so  wird  es  xum  Begielsen  der  Garten-  und  Tof%e- 
wachse  viel  xweckdienlicher. 

Auch  diejenige  Kohlensäure^  welche  mit  HilUe 
des  absorbirten  Sauerstoffes  durch  die  Wurxelsubttana 
geb^deil.  wurde,  und  mit  ihr  «igleich  noch  diejenige 
verflüssigte  Saamensub«tenx,  welche  von  dem  Keime 
als  Nahrungsmittel  abiorbirt  wurde^  die  KeimRüssig- 
keit ,  befindet  sieh  in  demselben  Wirldu^^sverhältnisae, 
wie  die  in. der  Luft  oder  im  Wasser  aufgelöst  ent- 
haUena.,  '   , 

Hat  auch  dat.  Wasser .  hiedurch  seiike  Kohlen- 
saure verloren,  so  venorgt  es  sich  damit  aus  der 
atmosphärischen.  Luft  beinahe  in  demselben  Augen« 
blicke  wieder»  in  welchem  sie  ihm  von  den.PHan» 
xen  entxog#n  yyircl  9als  das  Wasser  wirklich  seiner 
Kohlemäure  beraubt  wird,  xeigen  die  Beii^isserungen 
der  rWi^sep,  W9bei  das  einmal  benutxte  Watser  we- 
nige ,]wir^t,  als  das  frische  Quell-  und  Flulswasieri 
ein  Umstand»  der  jedoch  vielfach  davon  herrührt^ 
d|ds  es  bei ,  ^^r  etsten  Benutxung  von  seinen  in  Lö- 
sung enthaltenen  Salxen  nur  wenige  behält. 

^  Wenn  die  bisherigen  Entwickelungen  grölsten» 
theils  4ie  von  den.  Gewächsen  getrennten  oder  nocl^ 
jeit  ihnen  xusaminenhängenden  Wurzeln  betreffen,  sO 
dJSürfta  /in  Ansehung  ähnlicher  Verhältnisse  wohl  das 
von  seiner  Rinde  entblölste  lebendige  Holx  der  Zweige^ 
dessen  b^sondei^e  Yfrriichtang  in  der  Wurzel  eigent- 
Arsbiv  f.  d.  gcs.  Ifsterl.  B.  18.  H.  1.  4 

/ 

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50  ReuteV     '  - 

*  lieh  Mos  frei  hervonritt ;  eihige"  haheee  Blsträelitutlgöii 
verlangen.  .  ..''r-   • 

Aas  allen  Versuchen,  welche  man 'fa  dieser  ^- 
ziehürig  angestellt  hat,  ergeben  sich  solche  Resultate^ 
welche  deutlich  zu  erkennen  geben,  dafe  «iöh  e4n 
solches  Holi  in  den  Erscheinungen ,  welche  Sauerstoff, 
Kohlensäure  und  andere  Gasarten  darbieten,  eben  «6 
verhält ,  wie  sich  die  Verhältnisse  der  Wurzeln  go- 
Äalten.      •.  '  ;..  .    :. 

Wenn  man  nämlich  aSgeisondertes ,  seiifer'RiflT 
den  beraubtes,  Holz  mit  aihiöspharischer  Luft  unt^r 
einem  Reci]pienten  verschliefst,  so  ^ist  die Absorbiruti^ 
Voti  Sauerstoff  und  Erzeugung*  von  Kohlensäure,  ifi^ 
Jeädctf  in  der  Luft  sänlmtlfch  '  afe  Gä«  zufückbMblf, 
(wenn  sie  nitht  von  den  Blättern  oder  dem  Wasiscfr 
absorbift  Wird),*  eine  nothwendige- Folge.  ^         ' 

Die  Kohlensäure  wird  alsd  ntcht,  wie  be!  >den 
Wurz61n  aib^orbirt,  und  die  zWeige,'  Welche  ih^e  Aih^ 
den  *ndch  besitzen ,  bieten  ähnliche  •£rschein1iit>gen 
dar  V  allein  es  *ergieb^  sich  dbbei  in  Ansehuiig  d^t 
Zeitdauer  der  Besoi^dere .  Unterschuß ,  dafs  sich  ulift 
Wirkungen  an  dem  Holze,  welches  ^ein^  Rinde »'n^h 
besitzt,  in  einer  meistens  lioppelt  so  langein  ZeitttiM 
machen.  i    .  .)    .  •  r  I  .  . 

I!)a's  «einer  Kinde  beraubte  Holz  förbt  sich  in 
Folge  des  Einflufses  dieser  chemischen  Substaiiaen 
dunkel,' was  einfe ' unfehlbare  Wirkung  der' Berifiirung 
mit  dem  Sauerstoffe  der  atmösi^härischen '  Luft  'serpk 
dürfte.  Andere  Naturforscher ,' zv  ^Bi  B^rthollcit» 
schreiben  sie  einer  sogenannten  Präcipitation  der fCohle 
und  Bild  ung""  des  Wassers  zu,         " 

Beide    Erklärungsarlen '  verdient  besoiideiö  B«h 

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an.  Keimung  u.  Bniftbravg  der  Pflansen    61 

iSckaditignng;  sie  enthalten  fOr  die  EvBcheiiitiiig 
telkt  Gründe»  die  durchaus  nicht  su  verwerfen  sind. 
Da  aber  noch  mehrere  und  vergleichende  Versuche 
fiber  diese  Sache  fehlen»  so  ist  sie  noch  nicht  erle- 
£get;  daher  lilst  sich  kein  entscheidendes  Urtheil 
Mm^  und  die  eix^e  oder  andere  Ansicht  ak  die  vor; 
xoglichste  oder  richtigste  darsteUen»  . 

Das  frisch  entrindete  Hole  wild,  wag  Yetsucha 
xeigstt,  nicht  dunkel  geftrbt»  im  Falle  man  dasselbe 
entweder  in  Sticicstoffgas  .  oder  unter  Wasser  b^gt. 
Es  bleibt  unter  diesen  Aussenverhältnissen  so  lange 
veiTs»  bis  es  wieder  mit  der  at9>osp]härischen  Luft 
in  Berührung  gebracht  wird;  ein  Beweb.»  dals  diese 
venaittelst  ihres  Sauerstoffes  jenes  Dunkelfärben  ver- 
anlassen» und  die  richtige,  Erklärungsweise  darbieten 
dürfte.  ... 

Vergleicht  man ,  diese  Erscheinungen  des  ent- 
nndeten  Holzes  mit  denen  der  Wurseln  .  und.  kei- 
menden Saamen»  so  findet  man  für  die  drei  Gattungen 
von  Erscheinungen  .in  dem  Resultate  eine  allgemeip 
giUtige  Eigensdulft» .  gem&fs  welcher  die  Wurzelp  - 
durch  ihre  Vegetation  mit  Hülfe  des  Sauerstoffes  de^ 
atmosphärischen  Luft  die  Nahrung  der  .Pflanzen  aus 
ihrer  eignen  Substanz  zu  bilden  vermögend  sind. 

]b>dem.nun^die.  Wurzeln!  ,das  Wa^^r  nebst  den 
in  ihm  au%0l5sten  -Säften  und  Salzefir  zjugl^ich  mit 
den  «ich  im  Boden,  entwickelnden  (^aMn»  welche  ver« 
mittelst'  der  atmosphärischen.. Lu£t  eindringen»  oder 
im  Wasser  so  lai^e-  ix^  der  Auflö&ttng. erhalten  wer- 
isa»  bis  die  j  wagen  F^anzen  sie  a)i&ijLneJ^nen  ^od^r 
zu  assimiliren  vermögend  sind»  aus  der  Erde  anziehen» 
so  kann  mm  di^  iV^etik^m.  d«r  Wnj9el  i)ls   einen 

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5a  Heutcr^ 

(brtgesetstefi  Keimüngsakt»  odet  ini  umgekehiteJrY«r- 
hältirisse  den  Keimuhgsakt  seilet  als  eine  Mckkehr 
der  Vegetation  •  in  das  Wureei-  oder  Holxlebeti 
ansehen.  ■    * 

Die  EntWickelung  des  Keimes  selbst  erfolgt  in 
der  Regel  mit  einer  überwiegenden  Yerlängeriusg  des 
Endes  der  Wurzel  selbst  beiden  Keimen  mit  ßpeier 
Wurielr;  dagegen  verlängert' sich' bei  den  Keimen  mit 
Wurzelkrioten  das  ursprüngliche  ^Stengelglifd,  an  de*- 
%en  unterem  Ende  der  Warxelknoten  sitzt.    '     - 

Da  aber  in  d^ms^lben  Maa&e  auch  die  Wurzel- 
fasern  aus  d6hi'WurzMknoten  heirvqirtreten ,  so  läfct 
sich  obige  Wcfcbselbe^iehuög  des  Keim ungsaktes«»t 
der  Vegetation  der  Wurzel  um  so  einfacher  erkenti«ii- 
Der  Hergang  selbst'  wird  sowohl  durch  '  die  Bodeti'- 
Verhältnisse ,  als  auch  durch  den  Einfiufs  der  X-uft 
und  def  drei  chemischeti  Potenzen,  der  Wärme,  des 
Lichtes  und  der  Elektricität,  wesentlich  bestimmt.  / 
Wie  .einflqfsreich  diese  Verhältnisse  .auf  das  K^i- 
tnen  und  weitere  Gedeihen  der  Pflanzen  sind,  haben 
wir  In  deri^  früheren  allgemeinen  Betraohtungen  i^ 
den  besonderen  Beziehungen  des -Sauerstoffs,  der  Koh- 

^lensäure  und  anderer  chemischen  Substanzen  allseitig 
entwickelt.^  *  • 

Die  Hatrpteigenschaften  der '  Würzein  bestehen 
übrigens  in  detaa  oben    berührten  -Anziehen    des'  Wa«- 

'sers  nebst  deh  in  detxiselben  aufgelöst  enl^ltetien 
Säftett,  Salzen  und  den  beigeniischteta  Gasen,  welche 
sich  im  Boden  entwickeln,    tihdaüf   die  Vegetatieo,. 

Vbi^üglich  auf  die'Keitaentwick^huig,   sehr 'Vortheil: 

'•haft  'wirke«. 

Diesr  Würiieln    häb^    zugfleieh   dto    besondere 


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ab.  Keimung  n.  Efi^ruiig  der  PflanMO.    53 

Fäli%keity  dia  fromden,  «päter  xnm  Bebufe  der  wei- 
teren Entwickeluiig  aafxanehmenden  Nahrongsstoffe 
in  den  Zustand  der  Oxydation  zu  versetsen,  und  sie 
dadurch  zur  ferneren  fimähruqg  der  Pflanzen  besen- 
der«  tauglich  zu  machen. 

Die  Verrichtungen  der  Wurzeln  werden  alao 
{or  die  Nachweisung  der  Ernährung  der  wachsenden 
F£aiizen  um  so  wichtiger»  als  sie,  nachdem  nch  kaum 
die  Keimentwickelung  geschlossen  hat,  und  die  Ge- 
wächse anfangen,,  ihre  Blitter  zu .  entwickeln  und 
ihre  Wurzelfeisern  in  der  Erde  auszubreiten ,  zur  Auf- 
nahme von  neuen  Stoffen  hijiclisl  wohlthätig  einwirken. 

Nebst  jener  Hai^togenschaCt  der  Wurzeln  er- 
giebt  sich  noch  eine  zweite,  nämlich  die  Fähigkeit 
derselben,  die  von  Aussen  au&unehmende  Nahrung 
mehr  und  mehr  zu  verarbeiten  und  sie  zur  Möglich- 
keit der  Aufnahme  selbst  gleichsam  vorzubereiten. 

Diese  vorzügliche  Eigenschaft  besitzen  sie  neben 
jener  ersteren ,  gemäls  der  sie  ans  ihrer  'eignen  Sub- 
stanz, mit  Hülfe  der  Kohlensäuie,  der  atmosp|iäri- 
schen  Luft  und  des  Sauerstoffs  bei  mäfsigem  EinHuIse 
von  Wärme,  Licht  und  Elektridtät  die  Nahrung  zu 
baden  vermögend  sind. 

Die  Wärme  schwächt  die  Cohäsionskräfte,  welche 
den  chemischen  Kräften  stets  entgegenwirken,  befor- 
dert also  bald  die  Verbindungen,  bald  die  Zersetzungen 
der  Körper,  und  setzt  die  Keime  in  den  Stand,  nicht 
nur  mehr  Keimflüssigkeit  zu  entwickeln,  sondern  Adk 
auch  allmählig  mit  mehr  Nahrung  zu  versorgen  und 
dieselbe,  weil  durch  sie  eine  geschwindere  Beweguilg 
etioigt,  schneller  zu  assiiniliren. 

Wenn  gleich  bei  der   eisten  EntwickelttQg  dea 


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54     '  Reuter 

Keimes  ein  zu^  starker  Lichtgrad  mehr  schadet  als 
nutzt  y  und  der  Saame  deshalb  unter  die  Erde  ge- 
bracht seyn  will,  wenn  sich  sein  Keim  entwickeln 
soll,  so  haben  iins  doch  wieder. Versuche  gezerg't, 
dafs  die  gänzliche  Abwesenheit  des  Lichtes  auch  keine 
günstige  Einwirkung  hervorbringt. 

Obgleich  sich  die  Wurzeln  der  Pflanzen  gegen 
das  Licht  ganz  anders  verhalten  als  ihre  Blatter  und 
Stehgel ,  und  dasselbe  Jenen  in  zu  starkem.  Einflufse 
nachtheilig y  ^esen  aber  höchst  nützlich  ist»  so  ge- 
deihen doch  alle  Pflanzen,  wenigstens  die  höher  or- 
ganisirten,  nur,  wenn  sie  reichlich  mit  Licht  umge^' 
ben  sind ;  sie  scheinen  sich  mit  dem  Lichte  selbst 
chemisch  zu  verbinden,  und'  das  stete  Streben  ihrer 
Blätter  und  Stengel  nach  oben,  nach  der  Sonney 
z^igt,/wie  sehr  sie  nach  demselben  verlangen. 

't)a  in  der  Hegel  die  dem  Sonnenlicljte  ausge- 
setzt gewesenen  Pflanzen  nahrhafter  sind,  als  die  im 
Schatten  gewachsenem ,  indem  sicK  unter  dem  Licht- 
einfiafse  vorzugsweise  Stärke,  Eiweifs,  Kleber  und 
Zucker  bildet,  so  mufs  der  Einflufs  des  Lichtes  be- 
sonders für  die  wachsenden  Pflanzen  von  höchster 
Wichtigkeit  seyn. 

Die  Elektricität,  sowohl  die  positive  als  n^ative 
befördert  das  Wachsthum  der  Pflanzen  und  man  hat 
im  Besonderen  gefunden,  dafs  die  positive  die  nega- 
tive an  Kraft  weif  übertrifft,  indem  z.  B.  Saamen- 
körner ,  welche  mit  posilivel^ktrisirtem  Wasser  be-  ' 
gössen  wurden ,  tim  mehrere  Tage  frühe;:  keimten, 
als  wenn  sie  in  negativelektrisirtem  lagen. 

So  wohlthätig  sie'  deh  Pflanzen  in  geringer  Menge 
ist,  eben  so  nachtheilig  witd,   ^e   jeder  andere   zu 


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W).  Keimung  u.  Ernähruiig  der  Pflanzen.    S6, 

ibrem  Ged^hen .  er{«nlarliehe  Stoff,  sie  ihoett  im 
Ueb^rmaafse ;  denn  setzt  man  Saamenkörner  einer 
kräftigen  Elektricität  aus»  so  erlöteht  ihre  Keimtfaä- 
t^gkeit  eben  so  schnell»  als  dieses  beim  .Uebermaalsa 
Irgend  eines  ihrer  Nahruogsmittel  der  Fall  ist 

Die  in  dem  ganzen  Weltall  verbreiteten  Poten- 
zen,  Elektricitat,  Licht  und  Wärme  9  besitzen  alaor 
jede  in  ihren  besonderen  Eigenthümlichkeiten  auF  die. 
Vegetation  einen  sehr  bedeutenden  £inBu&y  uod- 
wirken  während  der  Keimentwickelung  .  vorzugsweise 
auf  die  Thätigkeit  der  Keime  selbst»  während  daa* 
ferneren  Fflanzenwacbsthnms  aber  auf  die  Wurzeln»; 
indem  sie  die  obigen  Haupteigenschafien  derselben: 
begünstigen  u^d  ihre  Thätigkeit  erhöhen. 

Gerade  diese  Eigenschaften  und  gegenseitigen^ 
Wechselverhältnisse  der  Wurzeln  mit  den  chemischen» 
Siibstanzen  und  Potenzen  sind  es,  in  welchen  der* 
Grund  des  wichtigen  Unterschiedes  zwischen  der  Ye*»' 
getation  der  Wurzeln  und  dem  Processe  des  Keimen» 
der  Saamenkörner»  welche  sich  hauptsächlich  unter 
dem  Einflüsse  des  Lichtes  bilden ,  zu  suchen  ist 

Der  Keim  hat  nämlich  blos.  die  Fähigkeit»  eiys 
nährenden  Stoff  aus  seiner  eigenen  Substanz  unteo 
dem  Einflüsse  der  Feuchtigkeit,  atmosphärischen  Lob». 
Wärme»  einiger  Lichtgrade  und  der  Elektricität  za 
bilden »  wogegen  die  Vegetation  der;  Wurzeln »  wie 
sich  anderwärts  deutlicher  ergeben  wird;  von.  Ausses 
St<^e  aufzunehmen  und  zi\  verarbeiten»  oddr  unter 
den  dargebotenen  Nahrungsstoffen  eine  Auswahl  'tm 
treffen  und  die  zur  Asnmilation  nicht  dienlichen  in 
ihrer  Rinde  oder  auf  ihrer  Oberfläche  abzidagein^  g»% 
eignet  ist.  * 

/ 

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5&  Reuter  -       '> 

Bei  detnKeimmi  derSaamm^^in  daf  Erd«  niintiitK 
gewöhnlich  die  Junge  Pflai^ie  gleich  n^ch  der  £nt^ 
Wickelung  der  Knospe  für  die  Blätter^  durch  die  Wi|r<' 
iBeln.von  Aussei  Nahrung  auf;  bei  dieser  Erscheinung 
wird  aber,  da  die  lungePflanase  noch  nicht  stark  und 
kräftig  genug  ist,  andere  fremdartige  Stoffe  in  grölse- 
rer  Menge  aufzunehmen,  nicht  der  sämmtUche  niUi- 
rende  Stoff  der  Saamenlappen  selbst  oder  des  im  San-« 
men  vorräthigen  Eiweifses  absorbirt. 

Während  sich  aber  i|i  den  Wurzeln  .vieler Pflan- 
zen oder  in  den  zu  jenen  gehörigen  Theilen,  wova 
man  Knollen  und  Zwiebeln  zu  rechnen  hat,  zur  fer-^ 
neren  Entwickelung^  und  Ernährung  mancherlei  Stoffe 
absetzen,  werden  alsdann  in  derjienigen  Periode,  in 
welcher  eben  diese  Stoffe  VerBüssigung^  erleiden,  nach 
obigem  Verhältnisse'  als  Reservate  zur  Ernährung 
neuer  Theile  abgelagerten  Stoffe  verwendet,  von  den 
Wurzeln  mdir  und  mehr  verarbeitet  und  allraählig 
eingesogen. 

Im  Fälle  es  alsdann  den  Pflanzen  an  irgend  äust- 
serer  Nahrung  fehlen  sollte,  sind  sie  selbst  im  Stande» 
•ich  für  sich  allein  und  auf  IjLosten  der  ^aamen  oder 
der  Knollensubstanz,  oder  der  gebildeten  Keimflussi^- 
keit»  oder  jener  abgelagerten  Stoffe  mit  Hülfe  der 
W^rme,  des  Licjites,  der  Elektricität  und  atmospbäri-' 
^^en  Luft,  als  Mittel  zu  äusseren  Lebensbedingungen 
nach  Maalsgabe  des  vorräthigen  Eiweifsstoffes  zu  einer 
geringeren  oder  greiseren  Entwickelungsstufe  zu.er- 
faeb^i. 

Allein  man  hat  durch  Beobachtungen  imd  V«r- 
mieh^  die  Wahrheit  bestätigt  gefunden,  dafs,  bei  aol* 
eben    Verhältnissen,    in  Ansehung   des   Mangeb    «n 


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üb.  Keimung  ii.  Ern'Ahnubg  der  Pflanxen«    57 

äussseren  Nahnuigsstofien  selbst  die  eiil|ftlirigen  Pflen* 
zen  in  der  Regel  nicht  zum  Blühen  kommen. 

In  Betreff  der  den  PSansep  von  Aulsefi  mkom- 
menden  Nafarungsstoffe  haben  wir  früher  bemerict^ 
da(s  üe,  um  zu  gedeihen,  je  nach  der  Stufe  ihrer 
EntwickeluDg  nicht  nur  rerschiedene  Mengen  von 
NaHruDgstotfen ,  sondern  auch  in  der  einen  Periode 
ihres  Lebens  diesen«  in  der  anderen  jenen ,  ironogs» 
weise  ra  verlangen  scheinen. 

Meoi  hat  femer  aus  vielen  Beobachtungen  wahr- 
genommen, dals,  z.  B.  die  fleischigen  Zwiebeln  eini-' 
ger  Liliengewächse,  welche  man  xur  Entwickelung 
ihrer  Blumenknospen  in  bloses  Wasser  brachte,  nicht 
dazu  gelangten,  neue  Blumenzwiebeln  gehArig  au 
bilden. 

Indem  sich  nteilich  in  diesem  Falle  die  Sub- 
stanz der  Knollen  auflöst,  und  sieh  die  junge  Pflanze 
gleichsün  selbst 'düngt ,  erreicht  sie  dabei  nur  gerade 
soviel  an  Nahrungssubstana  als  in  diesem  ans  sich 
selbst  bereiteten  Düngungsmittel  enthalten  ist;  die 
Pflanse  niuls  für  ihr  ferneres  Wadbsthum  Mangel  lei« 
den,  mid  in  Folge  desselben  entweder  sehr  kümmer- 
Kth  yegetiren,  oder  ganx  xu  Grunde  gehen. 

Hierüber  haben  wir  uns  bei  der  besonderen  Be- 
trachtung derjenigen  Substanzen,  welche  xur  Nahrung 
der  keimenden  Pflanzen  im  Allgemeinen  dienen,  schon 
aasgesprochen,  und  werden  an  einem  andern  Orte  Über 
die  Nahrungsstoffe  der  Pflianzen  wihrend  ihres  Wachs» 
tibums  durch  Thatsadien  zu  belegen  uns  bemühen: 
dab  keine  Pflanze/  welcher  ein  der  ihr  nöthigen 
Nahnmgsstoffe  fshlt»  die  ihre  Vatur  erheischt,  siuf- 
kommM  ÜEauL 


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68  JV^uter  ..  ,       ' 

Wir  glaubeir  in  d^n  bisherigen  Betrachtarigen 
aller  Verhältnisse»  welche  theils  günstig.»  theils.  un- 
günstig aoE  die  Reimenden  Pflanzen  einwirken,  gewür- 
diget und  so  deutlich  ans  einander  gesetzt,  zu  haben, 
dafs  keines  derselben  unberührt  geblieben  seyn  dürfte. 
Wenn  es  auf  die  Keimungsprocesse  Bezug  hat. 

Die  keimenden  Pflanzen  bedütfen  des  Bodens, 
Nwelcher  als  Basis  aller  Culturgewächse  anzusehen  ist; 
sie  verlangen  zur  £nt Wickelung  des  Keime  «einen  ge- 
hörigen Feuchtigkeits -^  und  Wärmegrad,  nebst  eini- 
gem Zutritte  von  Lichf  und  unaufhörlich  atmosphäri- 
sche Luft,  nebst  einigen  fiinfiufs  der  Elektricität.  Sie 
fordern  zur  Bildung  der  Keimflüssigkeit  die  Gegen- 
wart von  SauerstoE,  Kohlensäure,  etwas  Sticl(stofiF 
und  manche  andere  chemische  Substanzen.  . 

In  Ansehung  des.  Boden  .  verlangt  }eder'  Saanie 
rücksichtlich  der  Bodenb^standtheile  selbst  und  der 
physischen  Eigenschaften  derselben,  welche  wir  be- 
sonders in  dem  Vermögen :  Warme  aufzunehmen  und 
zurückzuhalten,  Feuchtigkeit,  und  Licht  einzufangen, 
Sauerstoff  zu  absorbiren  und  Kohlensäure  zu  entbin*. 
den,  und  in  anderen  Verhältnissen  gefunden  haben , 
seine  besonderen  Beziehungen  und  kann  nur  in. dem 
Zusammenwirken  solcher  Verhältnisse  keimen. 

Wir  haben  diese  Umstände  nach  ihrem  ganzen 
XJmfange  gewürdiget  und  dabei  ersehen,  dafs  für  die 
Erwärmung  des  Bodens  durch  das  Sonnenlicht  vor- 
züglich dessen  Feuchtigkeitszustand  mit  in  Betracht, 
gezogen  werden  mufs;  denn  ein  feuchter,  obwohl; 
durch  Humus  schwarz  gefärbter  Boden,  bleibt  stets 
kaltv  weil. die  eingezogene  Wäripe  mit  dem  verdun« 
stenden  Walser  bald  entweicht« 


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üb.  Keimung  u.  Erntfiraiig  der  Pflanfttn.    59 

Wir  haben  geaehen,  dafii  SaoAotei  nur  dethalb 
leicht  heiCs  wird,  weil  er  gewöhnlich  anch  troclcaer 
ist;  und  da&  auf  die  Absorption  der  «trahlenden 
Wärme  auch  die  Beschaffenheit  der  Bodenoberfläche 
einen  bedeutenden  Einflub  hat,  indem  Körper  mit 
rauhen  Oberflächen  von  der  strahlenden  Wärme 
schneller  erwärmt  werden  als  glatte« 

Dafs  dunkle  Körper  durch  die  Sonnenstrahlen 
schnell  erwärmt  werden^  hat.  besonders  zu  dem  Ver* 
bhren  Veranlassung  gegeben,  in  mehreren  kalten 
Rlimaten  Europa's  durch  Uebentreuen  der  Felder 
mit  kohlensauren  Körpern  «•  B.  mit  blauen  Thon^ 
schiefer,  Graphit,  kohlenhaltiger  Pottasche  u.  dergL 
den  Schnee  früher  schmelsen  'au  machen.  Dieses 
Yerfahreia  wurde  mit  sehr /glücklichen  Erfolge  gekrönt* 

Besonders  bat  Pro£  Lampadius  gezeigt,  wie 
sehr  man  durch  dieses  Ver&hren  dem  Üblen  Einflüsse  dea 
Klima's  z,u  begegnen  im  Stande  ist,  denn  dieser  er- 
zog vermittelst  df^elben  bei  Freiberg  (im  Erzgebirge) 
Melonen  im  Freien  dadurch,  dals  er  den  Boden  mitf 
Kohlenpulver  bestreute. 

Licht,  Wärme  und  Elektricität  haben  also  auf 
den  Boden,  mithin  auch  auf  die  Keimentwickelung 
und  das  fernere  Wachsthum  der  Pflanzen  ^  einen  sehr 
bedeutenden  l&influfs,  welcher  sich  vorzüglich  im 
Reize  der  organischen  Thätigkeit  darstellt.  Jedoch 
läEst  sich  vermuthen,  dals  sie,  ob  sie  gleich  zu  den 
unreizbaren  Stoffen  gehören,  und  keine  materiellen 
T^eile  zu  enthalten  scheinen,  nach  dynamischer  An- 
ncht,  nicht  blos  als  Reizmittel,  sondern  auch  als 
Nahrungs&toffe  dienen  könnten.! 

Betrachten    wir  sie   nach  der  atomistischen  Er- 


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6Q  Reuter  tlbs  Kam^  u.  Ernähr,  d  Pflanzten. 

IdäSttQgsart,  so  ^ärfte  letzteres  «I»  sehr  wahrschein- 
lich ^erscheiaen;  allein  es  fehlt  dafür  an  Versuchen 
und  Erfahrungen,  und  so  lange  diese  nicht  vorhan- 
den sind,  ist  anzunehmen,  dafs  sie  nur  als  Reiz  wir- 
ken; in  diesem  Verhältnisse  erscheinen  sie  bestimmt 
hei  den  Keimentwickelungen. 

.  So  wie  aber  in  diesen  drei  Potenzen  durch  eine  Für 
^eKeimungsprocesse  unsichtbare  Kraft,  also  immateriell, 
das  KeinÄen  befördert  wird,  so  werden  durch  den 
Boden,  die  Luft,  und  das  Wasser,  Stofie  dargeboten, 
welche  zur  materielien  Nahrung  der  keimenden  Pflanzen 
dienen,  wie  der  Sauerstoff,  Wasserstoff,  Stickstoff,  die  Koh- 
lensäure und  andere  chemisch  "wirksame  Substanzen.  ^ 

Von.  allen  Nahrdngsverhältnissen,  von  den  sub- 
stantiellen, wie  von  dynamischen,  blieb  keines  ipberührt, 
i;^a  haben  wir  dadurch  in  Ansehung  eines  allgeme;!« 
'neh  wichtigen  naturwissenschaftlichen  Gegenstandes 
den  fieifall  der  Leser  \gewoimeh  und  zur  näheren 
t^ürdigung  desselben  etwas  beigetragen,  so  finden 
wir  uns  reichlich  belohnt 

Meteorologische  Beobachtungen  angestellt  den 
11,  und  13.  Februar  zu  Rotenburg  an  d. 
Fulda,  durch  Dr.  Cohstantini,  Hpfapo- 
theker  daselbst.  (Vergl.  S.  88  des  XVII.  B. 
dis.'Arch.) 

Febmar  Tbermometertt  Baroneterst.  Hygrometers^ 

i8i9  Morgens    Mittagt      Abends 
8Ufar      IS  Uhr       8Uhr 
ii.  —  y^R.  ,—  40 R.    —  ii»R, 

M«  -T-I9        — 15  — 11 

iS,  ^  y        —  5  —  4 


Morgen« 

Morgens 

SUbk* 

8  Uhr 

,8/'*/// 

9& 

s8"3"' 

9* 

s8"i'" 

97 

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6t 

Vorläufige*  Nadiricht  vdfi  der  Avfthddng 
fünf  sehr  eigenthümlicher  Abtheilurifi^eii 
hexagonaler  und  tetragonaler  KjTyajtail- 
gestalten  *).  .,:,.,., 

August  Brtri^haupt 


Vorwort  •♦> 

Freibarg  dw  t. flepüabw  iSt^. 
»Als  nan  mfieng  die  Attronomie  wititMchalUieli  n  geeilt 
M,  WorAni  die  BalweD  der  FlMelea  fllr,lC«ii#  geü^WM«} 
•nde  et  /ergab  ,eieh  bald,  daft  jeaeBabata  aar.  IbpUabaf br^rnft 
Uftiea  eesrea,  und  eia  wirltlieber  Kreie  aacb  aicbt  ^mmI  top- 
biMae.  Die  Geechiebto  der  Kryttallai^e,  liefert  aui^j^eb»  eya 
Betipiely  firat  jeaeai-  aabe  koaumt  Maa  aebm  bifber  die  aieitt^ 
GeitehcD  für  das,  wee  sie  bei  oberflicblicber  Uatertacboag  tv 
«70  tebieaeay  begafigte  tiob  oft  mil  der  Beedauaaag  eiaeeWia- 
keli  und  glaubte  die  fibrigeoi  iodeai  aiaa  eia  einfacbet'  Geec& 
taGniDde  legte,  berecboea  ta  dfirfea.  So  tiod  viele  beW  wabfü 
oder  ganz  Taliche  BeidaiBmDgea  entitaadeA.  El  Ist  tcbOa'  retbi 
gut,  dafa  man  sich  die  Natur  ia  ibrea  FonbatODea  nit-ai6gliei- 
»ter  Eiofeebheit'  ta  VTerke  gegangea  deakt;  alleia  ao  wia  Mi 
der  Bildung  und  dem  Laufe  der  grofaea  Weltkdrpar,  9»  mdgeli 
aeeb  bei  der  Geatalloag  der  Ueiaatea  Krjratall«  aMbraea  Uftaebffi 
>«gleicb  and  auf  eiae  Waiea  eiairirb^q»  dSa  wbr  pflKmp^^'V* 
tti  aeanen  gevrobat  aind«  derea  ertte  Ericeaaaag  aacb  ibioe 
gioliea  Scbwiepdgbeiua  bat,  die  aicb  aber  aicbte  deiio  weaiger 


*)  Erläutert  doreb  Bticbitabea«6rappea 
)  Aue  «ioem^  Bvftife  dea  VerfaieeM  aa  dea*  HeMaigebait^. 


♦ei 


•  t 


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03  Breithaupt 

is  d«tt  GirlttMA  awr  j^Diifr  4|Q  sieh  iclkr  .reirttSadlieher  Geietse 
halten.  .  ' 

Durch  neue  aod  io  der  That  aattergewobolicbe  Erfabrongen 
«m  W 0,11  lii tonischen  Reflezionf •  GoDiometer  bio  ieb  xu  die« 
•en  Uebeneuguageo  gelangt,  deren  BettStignn^  vom  anderen 
Seiten  her  q|iein  angelegentlichster, Wuntcb  seyn  muCs.  Sie  kon* 
Ben  dazu  beitragen^  and  werden  die  Gute  haben  es  zu  thun, 
wenn  Sie  durch  Auln^bMCf  jnfi^ei  hier  beifolgenden  VorlSufers 
in  Ihre  -—  —  Zeitschrift  die  Entdeckungen  bekannter  machen/^ 

Dr.  August  Breithaupt. 

..■■    ■,  v^...!     ':,  ■ 

-«'••-  .x  ::;:'.  -'.-t'-  Einleitung.  .  . 
•  V  Atii  Am>Vetwacli«iingeo*soleher  Quanse,  welche 
tridA  mit  den  NameBt  gestielte  oder  Zepter»  oder 
iTa'ubetihktts^Kfyställe  be^^ichnet,  wurde  mir  klar» 
*äals'  "es "  In  thten  '  Winkeln  wesentlich  verschiedene 
Spezien  des  l^üarzes  geben  müsse.  Indem  ich  bemüht 
war,  dieselben  zu  bestimmen »  und  deshalb  Messungen 
^^m  ^eflexions  -  Goniometer  vornahm,  zeigte  sich  zu- 
gjL^ich^  daljf  überhaupt  das  Gesetz  der  Quarz-Kryr 
«a^Ui^^tion  ein  ganz  anderes,  sey^  ^Is  man  bisher  an- 
\^enoiBmen  hatte.  *-^  Nunmehr  liefsen  mich  die 
tfidüher  hei  Schorlen  oder  Turmalinen  erhaltenen,' 
'fiir  da»  dabei  geforderte  Gesetz  der  Bhomboeder  sehr 
inigtiügeviden  Messungen  die  Yeimuthung  schöpfen, 
däfs  vielleicht  hier  ein  apderes  Gesetz  obwalte.  Auf 
ilas* Mühsamste  sammelte  ich  meine  Erfahrungen 
darüber  ein,  und  durch  altes  Vorurtheil  sich'  immer 
wieder  erzeugende  Zweifel  müfsten  bekämpft  werden. 
.Eigentlich  hatte  ich  schon,  vor  zwei  Jahren  den  rich- 
tigem Xhatftbeistand;    aber  bei  mindMtem  Vertrauen  zu 


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neueste  krystallometriechtf  Entdeckong.    -63 

meinen  Mbssangen  hielt  icli  aamältf  bedeot^ie  utid 
in'  der  Nattir  wohl  begründete  AbWeichangen  fiur  f&r 
zufällige  Vereinzelungen  gewisser  Hrjstallfliiehan ,  fftr 
Störung  h»  ihrer  Bildung  und  (Ür  Fehler  der  Be- 
obachtung. Aus  meiner  neuem  Abhandliing  über  dl^ 
Turmaline;  in  Schweigger's  Jahrbuch' der  Ch^iÄ 
und  Physik  1829.  HeFt  5.»  Ithnn  ich  diitfh  in  ^diesem 
Betracht  auf  mehrere  'Steüen  beliehen ;  ick  will  abet 
nur  die  einzige  S.  284.'  zitiren:  .  „Anein  ich  maft 
auch  diesem  Reisuitate  so  lange  mistrauen,  alr  ich 
^inen  KryMIMl  ^behri) ,  iit  sich  an  den  drcd  IPoU 
kanten  eines  Endes  messen-  tifed^^niit'  einerM  WidkA 
Bhden  lä&t.<«  Endlich' esUn%te^ ich  di«  sidh^riMI 
Beweise  von  der  Eigenthümlicbkeit  der  Schörl-Jbry« 
stallisation.  .     .   ^     !  .     . 

*  Als  ich'  aber  -  die  TJeberxeugung^  von  den  nntea 
angegebenen  Eig^nthümlichkeiten  der  primären  Quär»» 
und  der 'Sch^l- Gestalten  einmal 'und  fest  ^rruhgM 
hatte;  dann'  fafste  ich  aueh  gleich  den  Oedatiken 
auf:  fai  i(ndecerr  Ordnungen  werde  rieh's  ^nlieh  ¥er* 
halteh.  Und  ich  ^ar  iii  der  That  so  glacklicli,  i* 
der  tetragonaien  Ordnung  'drei  neue  Abtheilünj^a 
aufzufinden. 

Zuerst  nahttk  ich  den  Anatar  ror»  den  "ich 
schon  mehrfach  mit  dem  Turmalift  'verglichen  'hatte. 
Bei  der  quadratischen  Basfs  s^er  gewöhnlichem  Kr/- 
stallisation  zeigte  sich  in  den  Neigungen  der  Flächofii 
gegen  jene/ die  bbher  für  gleiA' ^nbmmen  würden, 
.eine  Differenz  von  mehr  als  drei. Graden! . —  "^T^^ 
toer  luden  midi  einige  Umstände  ein,  di»  KrystaÜ)- 
sation  der  tetrargonalen  Granate  oder  Id#-. 
krase,    y^suriade,   aa  uritetauUi^n.     Auchhi^r 


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d4    .  Breithaüpt 

,'erkaii|ito^  ich  em  pßtiAs  .Gesetz.  —  Da  nan  die.  bis 
4ctlKt.^fgefundeii6D  Gesetze  mit  den  eigenthümlichen 
JDcscbeinungen  der  Krystallisation  des  tetragonalen 
Kupier-  Kieses  in  keine  Verbindung  zu  bringen 
'waren  $ .  so  prüfte  ich  diesen,  und  entdeckte  endlich 
jf^ochein  drittes  Gesetz  in  dieser  Ordnung. 
,  ps  schien;  nrüfi  wirklich  an  der  Zeit  zu  s^n, 
•jfnich  davon  zu  yergewissem »  dals  es  überhaupt  noch 
^\ne^  t^ln^gonaile  Pyramide  in  dem. Grade  der  Regelf 
^äsi^eit  gebe^,;  welchen^  man.  bisher  allein  kannte 
I^e^Aifffn  2i^k(^-Krj^ta}lf,,  der  ajU^  «cht  Flächexv 
des  i'S^imärep  Pyramide  r^hjm  spiegelnd  besitzt,  konnte 
leh.QPCh  von  jd^^sex;  JRenelmasigkeit    sattsam    über* 

«epge%-  .    •     -,:,   3:.,!.';-i.'n.,...  •    ,     I 

Obwohl  ich  meiner  Sa^he  bei  den  neuen, ErfaK7 
«cungen  gew^s  bin^  «o  mufs  mir  do(^  sehr  daran  lie* 
gen»  von  px^^r^n  Kxystalloihetern  Bestätigungen  zu 
letfabrep,  und  zwfr  :u|p  so  mehr»  d^.map  zugestehen 
y^ii^ij  daCs  es  wichtig.  sey.,,zu  den  überhfiupt  bekamt 
gewe^nep-  Gesetzen,  der  Krystallisation »  d^ren  Zahl 
«^an  auf  sieben  bestimmen  darf,  .fün(  hinzuzi^ügeQ 
^odefflimSprachgebrauthe  Andere;^;  z^siiefien  Krystalij 
Systemen  noch  fünf  neue).  Ohnehin  gehören  diesevi 
^Quefi  :sehr  gemeine  IVBneralien^.  ja  de^s  genijeinste  der 
'{Veit»  der  Quarz,  mat  an.  Ich  gebe  also  diese  vor^ 
läufige  Nachricht  ^\;i$^^  wenigjer  um  die  Mineralog- 
ien, Physiker  upd  Chei^iker  mit  den  neuen  Erfahr 
Tungen  speziell  bekannt,  zu;  machen,  vielmehr  sie 
ilUgelegentlichst  zu  Messungen  einzuladen^ 
Pie-^^a-usführlichen  Nachrichten  mit  Zeichnungen 
4jUid  spedeller  Angabe  der  Winkel  werden  im  Schwer^g- 
gey^f^hen  Jj^h^bHcl>  der  Chemie    und  -  Phy«)«  c  P^c^ 

und 

'  Digitizedby  VjOOQIC    \ 


neueste  kiystallametrisohe  Batdeokungen.    06 

und  nach  eneheuMQ,  in  wdlchem  Idi  weh  kftnlieh 
die  Elemente  meiner  Iciystallogrephiichen  Progrei- 
äons« Theorie  nied^i^egt  habe»  die  dnrch  die  ge- 
'genwärtigen  Thatsachen  im  Allgemeinen  eine  uner- 
wartete Unterstüuung  findet. 

Noch  erioohe  ich  die  Henrtn  Redaetoren  natnr« 
wissenschaftlicher  Zeitschriften  ron  gegenwärtigem 
nur  in  wenigen  Esempiaren  aasgegebaen  Prodromus 
alles  oder  so  viel  attbunehmen^  als  ihnen  gut  dünict, 
auch  von  den  künftig  erscheineadm  ausftthrlicliep 
Naöhrichten  Ansauge  gefdlligst  su-  ^raaMalten* 

z 

IL 

An  hexagonalen  Kryatalliaazionen  auf- 
gefundene Gesetze  der  Kombina* 
zionen  von  Raum  umschliefaenden 
Gestalten  und  von  Theilgestalten. 

Eine  ^  hexagonale  Gestalt  heist  holoedrisch» 
wenn,  von  ihreih  mittlern  hexagonalen  Querschnitte 
aus,  sechs  Flächen  gleicher  Neigung  nach  jedem  Pole 
zulaufen.  Jene  Gestalt  heist  heml^drisch«  wenn 
dies  nur  mit  halb  so  vielen  Fliehen  Statt  findet.  Pie 
als-  Primärformen  dienenden  Krystallgestalten  waren 
hiernach  entweder  hexagonale  Pyramiden,  s.  B.  beim 
Apatit  9  oder  .BhomboSder ,  z.  fi.  Karbon  -  Spathe. 
Wenn^  die  Hemiedrie  zweifach »  aber  von  ungleicher 
Neigung  und  nicht  in  paralleler  Stellung  eintritt ;  so 
wird  dies  diplohemiedrisch  (zweifach  halbflächig) 
genannt  werden  dürfen.  In  dem  FaUe  aber*  wo 
von  den  sechs  Seiten  jenes  mittlern  Querschnittes 
nach  einem  Pole*  nur  eine  Fläche  gleichec  Neigung 
Archiv  f.  d-  fcs.  IfstarL  B.  18«  H.  1.  5 

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Ö6  Breithaqjrt  ,  >  ^.  •      ..      , 

läuft»  wal^  to  rVc^rhalten- helit^jedriftch  i^^echstel- 
Bächig)  zu  lieilrien,  und  isL  si/cbU  In  ^em  .bekannten 
Falle  .dreifach  wiedexiiolt  —  tripi.ahekico^d'dxiscfa. 

i)   Diplohemie4rie  der  Quarze. 

Das  Wesen.  A^.  Qaaf&  -  KrystaUisazion  besteht 
in  FdgeBden»:  rDie  zeither  für  eine  Pyramide  "gf^ 
nommene  Priniärform  ist  kein^i. einfache  .Gestalt.,  soa- 
]dem>  eine  Koo^binazipn  aiisr  j^vm  SihomboedBxn«  «di^ 
sich  zu  einandftr  in  der  um  60?  i^edr«bter>,jSte#3|i|g 
befinden,  f^^v^raohi^ne..  s^cb.  J9^h  r  sehj;^;i|^e 
kommende  Abmessungen  haben.  Sie  sind  in  den 
Hauy' sehen  Figuren"  durch  P  und  z  wenigstens  ver- 
schieden bezeichnete  Die  Flächen  des  Rhor^bped^ 
A  m^t  längerer  Axe  '  sind  gewöhnlich  von  kleinerer 
Aasdehn i;ng». spiegeln  und  spalten  aber  besser  als  die 
des  andern.  B,  lene  Kombinazion  ist  mittiin  kein 
.  Dirhomboeder ,  sondern  ein  Diplorhomboeder;  oder 
kürzer  ein  Diploeder. 

Die  8  Flächen  der  Zeichniingen  sind  gegen  die 
anschliefsend^p,  prismatischen  Flächen  ungleich  ge- 
neigt, und  ihr^fsKombinazionskanten  mit  A  und  B 
aind  denjenigen  Kombinazions- Kanten  parallel,  welche 
diese  zweierlei  Flächen  selbst  machen,  d.  i.  dei)  P.ol- 
kanten  4es  Diploed^rs»'  Die  js  Flächen,  liegen  also 
nicht  gepau^in  einer  um .  3o^  g^rehten  Stellung, 
sondern  kommen,  dieser  nur  nahe.  Sie  bilden ,  wenn 
sie  vollständig  vorkonimen,  ein.hexagon  -  pyrämiden- 
ähnliches  Skalenpeder 9  ^^  wenn  sie  hingegen  von  oben 
nach  unten  :als  abwechselnde  Hälfte  ^fuffreten  -^  ein 
rhon)boed§rähi>liches  Trapezaeder,  und,  wenn  sie  ^on 
oben    un4    unten,  .zuigleicb  ^.alf .  .{tb^^eo^sflode  .  f)ä]ite 

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neueste  kaystidlometritche  Entdeckungen.    6l 

encheinen  -—  eiti   trigon-ipyTamideiiilliiiliches  Trapa- 
saeder. 

Um  nch  recKt  eindringUch  ron  der  Zweierleihait 
der  Rhombpeder  zu  übenseugen,  so  wähle  man  sieh  ' 
entweder  einen  Krystall,  an  welchem  eine  erste » 
zweite  4  vierte  und  fünfte  Fläche  eines  Endes  (rhom^ 
benpjramidenähnlich)  grö&fe  Ausdehnung  besitzen, 
und  zentrire  nun  das  eine  Mal  die  Kante  von  A  und 
A,  das  andere  Mal  ^die  Kante  ven  B  und  B;  oder 
man  suche  sidi  einen  KrystaU  aus»  z.  B.  unter  denen 
von  Marmarosch,  der  an  beiden  Enden  terminirt  und 
dessen  Prisma  so  kun  ist,  dafs  es  nur  die  für  das 
Reflexions ^ Bild  nöthige  Höhe  hat,  und  nun  zentrire 
man  die  zwei  anliegenden  Kanten  so,  dals  die  Nei- 
gongen^Ton  A  und  B  auf  das  Prisma  mittelst  drei 
Beobachtungen  in  einer  Zentrirung  zu  entnehmen  sind. 

Noch  ist  zu  erwähnen,  dals  es  vom  Quarz  ver- 
Khiedene  Spezien  gibt,  wo  die  Differenzen  der  bei- 
den Rhombo^der  bald  grölser  bald  kleiner  /sind.  Sehr 
merkwürdig  haben  zwei  übrigens  sehr  verschiedene 
Spezien  für  das  eine  Rhombööder  eine  gleiche  Ab« 
messung. 

d)  Triplohektoedrie  der  rhomboedrischon 
Schö^rle  oder  Turmaline. 

diejenige  Gestalt,  welche  bisher  bei  den  Tur- 
malinen  für  das  primäre  Rhomboeder  angesehen  wor- 
den, ist  keine  einEsiche,  sondern  eine  Kombinazion 
ai2s  drei  rhomboedrischen  Theilgestältem  ^  Dihekto^ 
dem,  d.  i.  aus  ZweisechstelHächnefn  dreier  Rhom- 
boeder, die  dch  zwar  in  einerlei  Hauptstellung  be- 
finden ,  ^ber  T<m  rerschiedenen  sich  nur  nahekom- 

5»      - 

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68  Breithaupt 

menden  Abniessungen  smd.  Jedes  Rhomb&eder  tritt 
'  nur  als  ein  Flächetipaar  auf,  davon  di^  eine. Fläche 
oben,  die  andre  parallel  unten  liegt;  es  findet  mit- 
hin dreierlei  Neigung  jener  primären  Gestalt,  welche 
ein  Triplc^der  heisen  möge,  gegen  die  Hauptaxe 
Statt.  Eben  so  sind  nun  natürlich  die  Neigungen 
der  Flächen  an  den  drei  Polkanten  eines  £ndes  (sämt- 
lich Kombinations-Kanten)  dreierlei;  m.^.  S.4. 

Die  Gestalten,  die  man  §ls  nächst  spitzere  und 
als  nächst  ilachre  RliomboÖder  angesehen  hat ,  sind 
ebenfalls  Kombinazionen ,  aber,  ihrer  Lage  und  Stel- 
lung nach,  nicht  aus  rhomboedrischen ,  sondern  aus 
trapezaedrischen  Theilgestalten« 

Wenn  man  dasjenige  Ejade  eines  Turtnalins'  das 
obre  nennt,  *  wo  das  Triploeder  auf  die  Kantmi  des 
trigonalen  Prisma  aufgesetzt  ist;  so  ergibt  sich, eine 
Verschiedenheit  der  Turmaline  nach  links  und  rechts. 
Von  dem  Eachsten  Dihekto^der  G  über  das  mittlere 
B  natih  dem  höchsten  A  aufsteigend  würde  man.  sich 
das/eine  Mal  rechts,  das  andere  Mal  links  drehen. 
Von  jener  Art  habe  ich  alle  schwarze  an  Talkerde 
und  Eisenoxydul  reichhaltigen,  von  dieser  die  hysta-. 
tischen ,  dichromatischen  etc«  Turmaline ,  welche  Li- 
thion  und  Natron  enthalten ,  befunden. 

IIL 

An  tetragonalen  Kryetallisazionen  aufv 
gefunden^  Gesetze  dar  Kombinazio- 
nen von  Raum  umschliefsenden  .Ge* 
stalten  VLnd  von  Theilgestaltei^. 

Man  nahm  bisher  alle  tetragonalen  Gestalten  in 
Hinsicht  der  Primärform  als  *  nur  einem  einzigen:  Ge- 


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neueste  krystallometrische  EotdeckuDgen.    69 

setze  unterworfeiL      Bei  der   tetragontden  Pyramide 
galten  nämlich  die  «vier  Flächen    eines  Endes  allemal 
gleich  geneigt  gegen  ihre  qaadratische  Basis.     Dieser 
Fall  mogie  in  Konsequenz  mit  anderen    als  holoöd». 
risch  bezeichnet  werden,    und  er  findet  s.  B*  beim 
Zirkon  wirklich  Statt*     Wenn    hingegen   von  dersel- 
ben Basis  weg,   nur  zwei  Flächen   gleicher  Neigung 
nach  einem  Pole   laufen;    so   ist    dies   Hemiödrie. 
£s  wäre  möglich,    da(s  diese  Hemiödrie  einfach  vor« 
käme;  ich  habe  sie  aber  stets  zugleich  zweifach  vor* 
kommend  erkannt  —  Diplohemiedrie.     Es  findet 
jedoch    hierbei    ein    wesentlicher    Unterschied  Statt; 
denn  entweder  sind   es   zwei  Sphenodder   (tetraöder-, 
ähnliche   Hälften   von  tetragonalen   Pyramiden,    ge- 
neigt flächige  Tessaraogdodder,  Yierachtelflächner)» 
welche    wie   zu  einer  ganzen  Pyramide   vereinigt  er* 
scheinen;    oder  es   sind  zwei   parallelflächige  Hälften 
(Theilgestalten,  parallele   Tessaraogdoöder)  zweier 
tetragonalen  Pyramiden   ebenfalls  zu  einem  ungleich-, 
anigen    Ganzen    vereinigt.      Jene    Eigenthünüichkeit 
könnte  man  Antidiplohemiädrie ,  diese  Paradiplohemi* 
edrie  bezeichnen.     Da  jedoch  eine  einEache  Hemiädrie 
Qoch  nicht  nachgewiesen,  |a nicht  einmal  wahrschein- 
lich ist,   so  kann  man  die  Bezeichnung   des  Yerdop- 
pekis   zur  Zeit   weglassen   und  kürzer  sagen:    Anti- 
hemiedrie   und  Parahemiedrie.   — -     Hat   jede 
Fläche  einer  tetragon- pyramidenähnlichen  Gestalt  ein« 
besondre  Neigung  gegen   ihre  immer  noch   quadrati^ 
sehe  Basis;    so  ist  dies  der  Fall  der  Tetartoädria 
oder  yiertelflächigkeit ;   ein  paralleles  Flächenpaar  ist 
ein  Diogdoeder,<Zweiachtelfiächner. 


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70  Breithaupt 

i)    Antihemiödrie,  des   teträgonaleii 
'A    '  Kupfer  -  Kieses. 

Diejenige  Gestalt  des  tetragonalen, Kupfer* Kie- 
ses» welche  in  ihren  Abmessungen  dem  (regelmäsigen) 
Oktaeder  nahe  kommt»  ist  keine  einfache  Gestalt, 
'  sondern  eine  Kombinazion  aus  zwei  Sphenoedem  ver- 
schiedener Asenlänge  bei  einerlei  horizontaler  Pro- 
jekzion.  Die  kürzere  Ate  kommt  der  Gestsdt  zu» 
deren  Flächen  gewölinlich  weniger  glänzen»  a^er  viel 
Ausdehnung  haben.  Die  Koinbinas^ion  ist  ein  geneigt- 
flächiges  tetragon  -  pyramidenähnliches  Diploeder»  und 
die  obem  Flächen  sind  den  untern  nie  paralleL  Die 
nächst  spitzre  Gestalt ,  durch  Zuschärfung^  der  Ecken 
an  der  Basis  entstehend»  ist  ein  tetragon  -  pyramiden- 
ähnliches Trapezaedei* »  keine  Pjrramide.  Eben-  so 
verhäU  sich's  mit  der  nächst  flacheren  Gestalt»  durch 
Abstumpfung  der  Polkante^  des  Diploeders  entstehend. 
Es  kommen  also  hierbei  gar  keine  endlichen  Gestal- 
ten vor»  welche  Parallelismus  der  Flächen  hätten« 

%)   Parahemiedrie   der  tetragonalen   Gra- 
nate oder  Idokrase»   Vesuviane. 

Diejenige  Gestalt  der  tetragonalen  Granate» 
welche  in  den  krystallographischen  Figuren  mit  c  be- 
zeichnet erscheint »  und  gewohnlich  zur  Frimärform 
dient,  ist  keine  einfaiche  Gestalt,  sondern  eine  Kom- 
bination aus  einem  parallelen  Tessaraogdo^der  (Doma» 
horizontalem  Prisma)  von  besonderer  Neigung  und 
xweieh  Diogdoedem  (Hemidömen  -—  halben  horison- 
talen  Prismen)  jedes  von  besondrer  und  von  dem 
Tessaraogdo^der  verschiedener  NHgung.  .  Dieses  Ver- 
halten fi|idet   auf   folgende  Weise  Statt:     Ein  Diog- 


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neuäste  kiyslallometrische  Entdeekangcfn.    71 

doeder  hat  die  mindette  Neigung  gegen  die  fieeif 
es  heise  G;  das  Tessaraogdoöder,  dessen  Fläohen  an 
einem  Ende  einander  gegenüber  liegen,  hat  eine 
stärkere  Neigung,  und  heise  D,  und  das  andere  Di* 
egdoeder,  dem  ersten  gegenüber  liegend,  hat  die 
stärkste  Neigung  gegen  die  Basis  (und  gewöhnlich 
die  geringste  Spiegelung),  es  heise  £.  Es  komme 
hier  also  eine  dreierleiflächige  Kombinauon  tetnigo- 
naler  Theilgestalten ,  ein  Triploäder,  /or.  Stumpfe 
man  die  Polkanten  derselbe^  ab;  dann  entsteht  |edoch 
eine  Kombinauon  aus  «wei  Hemipyramiden,  welche 
in  den  krystallographischen  Figuren  mit  o  bexeichnet 
ist.  Die  Abstumpfungsflächen  der  Kombinaaionskanten 
von  C  und  D  gabei^  eine  spitaere  A,  diO'  Abstumpfung»* 
flächen  der  Kombinazions  -  Kanten  von  D  und  E  eine 
fiacfaere%  Heroipyramide  B.  Jede  dieser  Hemipyvami- 
den  zeigt  an  einem  Ende  awei  neben  '  einander  .  lie« 
gendd  Flächen.  Dieser  Gestalten  wegen  habe  ich  die 
Abtheilung  die  parahemiödriscbe  genannt.  Alle  diese 
Theilgestaiten  bilden  mit  den  ihnen  parallel  stehenden 
Prismen  horizontale  Kombinaxions- Kanten,  und  Basis 
und  Priemen  haben  allemal  ein  Quadrat.  Obwohl  eine 
Aehnlichkeit  mit  hemirhombischer  Krystaliisazion,  s.  fi» 
des  Pyroxen's,  nicht  zu  verkennen  ist,  so  bleiben 
doch  auch  sehr  wesentliche  Verschiedenheiten  übrig. 
Die  bis  jetzt  gefun4enen  Differenzen  in  der  Nei* 
gang  von  G,  D  und  E  gegen  die  I^m  sind  klein. 
Wählt  man  sich  indessen  Krystalle,  bei  denen  die 
Basis  ganz  klein  nur  hervortritt »  und  zentrirt  man 
zweimal  die  anliegenden  Kanten »  so  wird  es  weniger 
schwierig,  auf  den,  wirklich  bestehenden.  Unter* 
schied  zu  kommen. 


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712:  Breit Ii au pt  neueste krystallomet.  Entdeck* 

.5)  Tetartoedrie 'd0s  Anatas'g, 
Die  Krystalle  des  Anatas's  zeigen  die  Pyramide, 
vqn  welcher  ich  reden  vn)l,  entweder  allein  oder 
doch  am  gröfsten  ausgedehnt;  aber  fast  nie  ist  ^ine 
Fläche  eines  Endes  so  grofs  als  eine  benachbarte. 
Das  eigenthütäliche  der  Tetartoedrie  dieses  Minerals 
besteht  in  Folgendem.  Die  Basis  ist  wirklich,  noch 
ein  Quadi'at;  jede  der  vier  Flächen  eines  leides  hat 
[e^och  ihre  besondre  Neigung  gegen  dieselbe.  Es  ist 
also  die^e  Primärform  eine  Kombination  aus  vier  Di- 
,ogdoedern,  so,  dafs  an  einem  JBnde  A  und  B  neben 
einander  liegen»  femer  A  gegenüber  D,  und  B  gegen« 
über  C  zu  liegen  kommt,  wenn  nämlich  A  das  isteilste, 
B  das  weniger  steile »  G  das  noch  weniger  steile  und 
D  das  flachste  Diogdoeder  ist.  Es  tritt  jedoch  noch 
ein  wesentlich  scheinender  Umstand  hinzu,  der  näm- 
Uch,  dals  A.und  B  in  ihren  Neigungen  nur  wenig 
von  einander  abweichen,  G  und  D  ebenfalls;  allein 
die  Abweichung  jenes  Paares  von  diesem  ist  sehr  be- 
deutend ^  gr&fsert  als  ich  sie  irgend  bei  einem  der 
fünf  neuen  Gesetze  gefunden  habe: 


Quarz. 

Turmalin. 

A 

- 

B 

B 

A 

A 

A 

A 

B 

B     C 

C 

,B 

Kupfer -ISes. 

' 

Idokras. 

Anatas. 

A 

A 

A 

C 

A         B 

B      B 

.  •  ■    " 

D 

D 

A 

B 

B 

" 

E 

C         D 

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73 

W.  Hyde  Wol!adton^8  Verfahren  dem 
Platin  Dehnbarkeit  zu  ertheilen, 
nebst  Dessen  Bemerkungen  über  die 
Darstellung  des  hämmerbaren  Pal«* 
lad^s  und  des  Osmiumoxyd^s« 

(Aat  des  Philoipphieal  Traotactioot  of  the  Hojral 

Soeitty  of  Loodoa  Pan.1.  iStg;  mUMlimg^  tu  S*it5 

4m  XVU.B.  am.  Areb.) 


Da  ich  durch  lange  Er&hrong  imt  der  Behend- 
long  des  Platins;  in  der  Abdcht,  demselben  vollkom- 
mene Duciilität  zu  ettheilen,  vielleicht  besser  bekannt 
geword«!  bin,  als  irgend  ein  anderes  Mitglied  dieser 
Gesellschaft,  so  werde  ich  mich  im  Folgeaden  be- 
mübeii,  die  Behandlungsart  su  diesem  Zweck,  so  kurx 
als  es  der  Deutlichkeit  unbeschadet  geschehen  kann, 
zu  beschreiben ,  welche  ich  während  einer  Reihe  von 
Jahren  dabei  in  Anwendung  gebracht  habe,  ohne 
Veranlassungen  gefunden  zu  haben,  die  mir  fernere 
Verbesserungen  zu  wünschen  übrig  lassen« 

Die  gewöhnlichen  Mittel,  dieses  Metall  chemisch 
rein  darzustellen,  nämlich  durch  Auiösen  in  Salpeter« 
Salzsäure  und  Fallen  durch  Salmiak ,  sind  jedem  Che- 
miker  bekannt;  ich  zweifele  aber,  ob  immer  hinrei*- 
chehde  Sorgfalt  angewandt  worden  ist ,  die  Auflösung 
de$  gleichzeitig  in  dem  Erze  mit  enthaltenen  Iridiums 
durch  gehörige  Verdünnung  des  Auflösungsmittel  zb 
verhüten.  In  dem  Bericht,  welchen  ich  in  den  Phi- 
losöphical  Transactions  für  i8o4  über  ein  "neues  Me- 
tall, Rhodium,  welches  in  der  rohen  Piatina  mit  vor- 


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74  WoUaston's 

lUimmt».  mitgedieilt  habe,  habe  ich  auf  diese  Yorsichr 
aufmerksam  gemacht^  den- Grad  der  Verdünnung  des 
AuflösiingsiAittel  aber  nicht  angegeben;  ich  will  es 
deshalb  bei  dierer  Gelegenheit  anführen,  und  em- 
pfehle: dafs  man  die  stärkste  Salzsäure  mit  einer 
gleichen  Menge  Wasser  verdünnt  2ur  Auflösung  an- 
wende; und  ferner»  dafs  die  da%u  angewapd^e  Sal-^ 
petersäure  diejenige  seyn  kann,  welche  unter  den 
Nameh  »^infacl^es  Scheide wasser<<  bekannt  ist,'  nicht 
aliein  um  ein  reineres  Resultat  zu  bekommen,  son- 
dern auch  weniger  Kostenaufwand  dadurch  zu  verur- 
sachen. 

liK  Hinsicht  der  Verhältnisse,  in,  welchen  diese 
Säuren  anzuwenden  sind,  kann  ich  in  ganzen'  Zahlen 
anführen y  dafs  so  viel  Salzsäure,  als  Aec[uivalent  für 
i5o  kohlensauren  Kalk,  und  so  viel  Salpetersäure,  als 
Aequivalent  för  4o  kohlensauren  Kalk  nöthig  ist,  mit 
einander  gemischt  loo  rohes  Platin  auflösen  werden; 
um  jedoch  keine  Säure  dabei  zu  verschwenden,  und 
eine  reinere  Auflösung  zu  erhalten ,  müssen  dem  Auf- 
lösungsmittel  zum  wenigsten, ao  pCt.  mehr   von  dem 

Flatinerz  zugesetzt  werden. 

-  r  .    ■     ^ 

Die  Salpetersalzsäure  mufs  mit,. dem  Erze  3  bis 
4Ta^e  in  Digestion  erhalten,  und  dabei  die  Hitze 
gradweise  verstärkt  werden;  die  abgegossene  Auflösung 
tnufs  dann  so  lange  der  Ruhe  überlassen  bleiben,  bis 
das  darin  suspendirte  fein  pulverige  Iridiumerz  sich 
fiSUig  zu  Boden  gesetzt  hat,  worauf  man  dann  4i 
Theile  Salmiak,  die  in  ohngefähr  der  fünffachen 
Menge  Wasser  aufgelöst  worden  sind,  zufügt.  Der 
-eiste  Niederschlag,  welcher  auf  diese  Weise  erhalten 


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h&mmerbared  PUtiil»  Pallad)  etc.        75. 

wird /wird  ohngeflbr  166  TheUe  tettagan;  und  ga* 
gen  66  Theile  reines  Platin  liefern. 

Da  die  Matterlauge  noch  gegen  ii  Theile  Pia* 
tin  enthalten  wird,  die  nebst  einigen  andern  Metal- 
len noch  in  der  Aufllteong  xurückgehalten  worden 
sind,  so  kann  man  diese  durch  Fällung  mittelst  rei- 
ner eiserner  Stäbchen  daraus  absdieiden ;  der  dadurch 
entstandene  Niederschlag  wird  hierauf  in  einer  vor» 
haltnilsmälsigen  Menge  Salpetersaks&ure,  nach  oben 
angeführter  Zusammensetzung,  wiederaa%eldst,  befor 
man.  nun  aber  Salmiak  xuseut,  muls  man  starke 
Salzsäure  xusetxen,  in  dem  YerhUtnils  Ton  ijlheil 
Salzsäure  auf  Sa  Theile  der  salpetersalisauren  Auf- 
lösung, dem  Yolum  nach»  um  jede  Fälluog  von  Pal- 
ladium und  Bley  gleichzeitig  mit  den  Platinsalmiak 
zu  verhüten. 

Der  erhaltene  gelbe  Niederschlag  muis  hierauf 
wohl  ausgevraschen  werden,  damit  er  von  den  vei^ 
schiedenen  Unreinigkeiten ,  welche  bekanntlich  in  dem 
complicirten Flatiherze  enthalten  sind,  befreiet  werde^ 
und  zuletzt  gepreCrt  werden,  um  die  letzten  Antl^ile 
des  Aussülsewassers  zu  entfernen;  hierauf  wird  er  in 
einem  Gefälse  von  Graphit'  mit  der  gröfsten  Vorsicht 
nur  so  gelinde  erhitzt«  als  gerade  erforderlich  ist, 
alles  Ammoniaksalz  daraus  auszutreiben,  und  zu  be- 
wirken; dafs  die  Flatintheilchen  so  wenig  als  mög- 
lich cohäriren,  weil  hievon  die  nachherige  Dehnbar- 
keit des  Produkts  abhängig  ist. 

Der  graue  Rückstand  von  Platin,  welcher,  wenn 
bei  der  Bereitohg^  die  gehörige  Vorsicht  beobachtet 
worden  i^t,  nur  wenig  zusammenhängend  erscheint, 
wird    sodann    aus   dem  Tiegel  geschüttet,    \md  muls 


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76  WolUston's 

nat  iMi  Htoden  zerrieben  werden,  dumit  durch  die 
'  sanftesten  Mittel ,  so  viel  es  auf  diese  Weise  thun^ 
lieh  ist»  ein  metallisches  Pulver  erhalten  werde»  wel- 
ches so  fein  ist»  dafs  es  durch  ein  Sieb  von  feiner 
Leinwand  durchgeht.  Die  gröberen  Antheile  werden 
sodann  in  einen  hölxemen  Mörser  mit  hölzerner  Pi- 
still zerrieben ,  durchaus  vermeide  man  aber  die  An- 
wendung eines  Mörsers  von.  härterer  Masse,  welcher 
den  Platintheilcben  metellischen  Glanz  ertheilen 
hönnte  *);  indem 'jeder  Grad  voiv  Politur  den  Platin- 
staub verhindern  wird,  bei  der  ferneren  ßehandlang 
zu  coh&riren.  Da  es  aber  erforderlich  ist,  das  Ganze- 
wohl  auszuwaschen  mit  reinen  Wasser,  so  wird  man 
•bei   den  letzten  Malen   des.  Zerrdibens  seine   Arbeit 


*)  Der  folgende  Versach  wird  beweisen,  wie  nothig  es  uy, 
diese  Vorsicht  su  beobachten:  -—  Wenn  ein  Platiiidratb 
In  einer  schiefen  Richtung  ▼ermittelst  eines  scharfen  In- 
struments getheilt,  und  hierauf,  bis  sur  Rptbgluth 
erhitz^,  auf  einen  Ambofs  mit  einem  Hammer  se 
geschlagen,  wird,  dafs  dadurch  die  beiden  neuen  durch 
die  Zertbeilqng  entstandenen  Oberflächen  sur  Berührung 
gezvrnngen  werden ,  so  werden  dies«  fast  mit  einander 
«tsamasengeschweifst  erscheinen ;  sind^dagegen  die  Qberfli» 
eben  snvpr  geglättet  worden^  so  wird  das  Zusammen- 
schweifsen,  wenn  es  gelingen  sollte,  nur  mit  grofser 
Schwierigkeit  ausgeführt  werden  können. 

Wenn  der  Platinstaub  bei  der  Zersetsnng  des  Platin- 
•almiaks  zu  stark  erhitzt  worden  ist,  oder  bei  dem  Zer- 
reiben geglättet  ist,  so  habe  ich  mich  rergebens  bemüht, 
demselben  durch  Eintauchen  in  eine  Auflösung  von  Sal- 
miak In  SalpetersSnre  eine  schweifibare  Oberfläche  zu 
ertheilen.  ,  . 


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hämmerbares  Platin,  Pallad,  etc.        77. 

s^lir  erleichtert  finden'  durch  Hingufögen  von  WkMür» 
um  die  feineren  Theile  (so  bald  als  sie  hinreichend 
zerrieben  worden  um  sich  darin  suspendIren  an  laa» 
sen)  abzusondern« 

Diejenigen,  welche  diesen  Geganstand . wissen- 
schaftlich betrachten  9  n^üisen  hier  barftckskhtigaii» 
dafs,  da  Platin  selbst  bei  der  sl&rtoten  Hitse,  welche 
unsere  Oefen  geben ,  nicht  geschmolzen  werden  ktffm, 
und  folglich  während  dt»  Scbmelaens»  wie  andeae 
Metalle»  durch  Flufsmittel  von  aeuken  Unreinigkakssx 
nicht  zu  befreien  ist,  noch  durch. ^hmelaim  hem^ 
gen  gemacht  zu  werden  vermag^  die  mechanische  Zertha^ 
lung  in  Wasser  den  Zweck  dai  SdimekenSf  fis  so 
weit  es  geschehen  kann,  ersetzen  nmls;  weil  das  Wasser 
gestattet»  dafs  die  erdigen  Theile»  vermöge  ihrar 
grölseren  Leichtigkeit,  auf  dessen  Oberfläche  gelange« 
können ,  .un4  die  auflösenden  Kri^e  desselben  gleicli« 
sam  die  reinigenden  Eigenschaften  des  Boraxes  und 
anderer  Flufsmittel,  so  weit  als  es  möglich  ist,  durah 
Entfernen  auflöslicher  Oxyde  vertreten. 

Durch  wiederholtes  Waschen,  Schütteln  and 
Decantiren,  können  die  feineren  Antheile  des  grauem 
Platinstaubes  so  rein*)  gewonnen  werden,  als  an* 
dere  Metalle  durch  diö  gewöhnlichen  Processe  der 
Metallurgie;  und  wenn  man  es  nun  übergiefst»  und 
es  hierauf  in  einem  reinen  GefäGse  absetzen  läfst^so 
wird    man    einen   gleichförmigen  Schlamm    oder  Brei 


*)  Scbvirefelsaare  die  mit  dem  grauen  Platiottaab^  der  lo  ge- 
reinigt trordeo  war,*  digerrrt  Wurde ^  sog  weniger  als 
i/iooo  Tbeil  Eiieo  aas. 


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78  Wöllaston's 

•rhalteti;  der  weit  genug  gediehen  ist,  ton  der  folgen* 
-den  Operation  des  Ausgielsens  unterworfen  werden 
%a  können. 

Die  Form,  deren  ich  mich  zum  Ansgielsen  be« 
4ient  habe,  ist  ein  messingener  Gylinder,  6|  ZoU 
lang,  der  innerhalb  konisch  ausgedreht  ist,  in  der 
Absicht  i  die  Heraösnriittie  des  darin  gebildeten  Ein- 
gufses  za  erleichtem;  an  dem  einen  Ende  hat  er 
i.idZoH  im  Durehmesser,  und  an  dem  andern  Ende 
i.S^S  Zoll  im  Durchniesser  (^  Zoll  vom  Boden);  an  den» 
'weiteren  Ende  Ist  er  nut  einem  Stöpsel  von  Stahl 
verschlussen,  welcher  in  den  Gylinder  bis  zii  einer 
Tiefe  von  ^  Zoll  hineinpalst.  Die  innere  Seite  der 
Form  wird  nun  mit  ein  wenig  Schmalz  wohl  ausge* 
atnchen,  und  der  Stöpsel  durch  Umwickeln  mit  Lösch- 
papier dicht  in  den  Cylinder  eingepafst,  (das  Papier 
erleichtert  die  Herausnahme  des  Stöpsels,  und  erlaubt 
das  Durchriimen  des  Wassers  wahrend  des  Prelsens) 
der  Cylinder  wird  dann  aufrecht  in  ein  Ge£i(s  mit 
Wasser  gesetzt,  und  selbst  damit  angefüllL  Hierauf 
fuUt  man  den  Cylinder  mit  jenem  Platinschlamm  ganz 
an,  ieelcher,  indem  er  sich  an  den  Boden  des  Was- 
sers s^nla,  ohnfehlbar  den  Cylinder  ohne  Zwi^hen^ 
räume  und  mit  GleichFörmigkeit  anfüllen  wird,  — 
eine  Gleichförmigkeit,  die  durch  nachheriges  Pressen 
vollendet  werdeh  kann.  Um  indessen  gänzlich  solche 
Zwischenräume  zii  vermeiden,  mvSs  der  Cylinder  nach 
dem  Füllen  gewogen  werden,  und  das  wirkliche  Ge- 
wicht des  Inhaltes,  welches  auf  diese  Weise  erfahren 
werden  kann,  m^iTs  mit  dem  Gewicht  des  Platins  und 
des  Wassert,  das  der  Cylinder  enthaiten  mufs,  wel- 
ches durch  Rechnung    gefunden  ist,   verg^chen  wel^- 


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hämmerBares  Platin»  Pallady  etc.         70 

» 

den  *).  Auf'  die  OberBächei  der  in  dem  CyKndcr  oot- 
haltenen  Mßsse,  legt  man  alsdami  ein  cundet  Stüek/ 
von  weichem  Papier,  und  hierauf  ein  gleiche»  Stäfik 
von  wollenem  Zeuge»  welche  daa  Durchrinnen  dea 
Wassers  während  tlieilweifiier  Zusammenpresaung  durch 
die  Kraft  der  Hapd,  mittekt  eines  hölsemen  Stöpsels, 
verstatten.  Man*  lsigt  dann  noph  eine  runde  Kopfty- 
.platte  auf  die  .wollene  Scheibe,  und  so  ist  dem  Ix^ 
halte  hinreichende  Festigkeit  gegeben,  den  Cy linder 
horizontal  einer  starken  Presse  aussetzen  xu  können« 
Die.  Presse  welche  ich  au  diesem  Zwecke  g^ 
wohnlich  ang^^mmdl.habe  (s.  Tafel  I.)  besteht  in  einer 
platten  Stange  von  Eisen  AB,.. welche  ip)f ;die..l^ol7VS 
Kante  gerichtet  ist»  und  ist  gegen  die  Mitte  vennit* 
telst  eines  Hakens  £,  auf  eine  starke  Bank  von  Hol« 
CD,  festgeschraubt,  wo  die  Stange  sich  sonst  leicht 
biegen  wiMe.     Die  Stange  ist  an  dem  Ende  A,  durch 


*)  Nach  dem  mittleren  Oewieht  des  EiagnTsto,  welches  aas 

vorlSnlfea  Yenoeheoresnltirte,  iet  es  erksaatt   daft  ein 

Cy  linder,    so  wie  er  oben   beschrieben  worden   16  Ua* 

seo,    Troy,  Gemcbt,    ao  trocknen  Piatioitaub  entbaltea 

mttfs.    Das  Gewicht  des  Inhaltea  des  Gylindcra  ss  16  Ua* 

Eigeofiewichi  des  Platins  —  i     ,      _      «     ,  . 
sen  ^^  -4r-^ +    das  Gewichts 

Eigengewicht  des  Platins 

eines  Knbikzolles  Wasser  x  der  Kapacitit  des  Cylinders 

in  KnbikieUca  =  iSUnaea  x  ^^^  -i-   5i(>  Unten  x 

7.o5  =  18.9575  Unzen  Troy  Gewicht  Wurde  daher  dcv 
Inhalt  wesendich  weniger  wiegen,  aU  diese  BereehnniTg 
besagt;  ^o  mutk  ein  Madgei  de»  OleiehförmigkeU  in  d<r 
Lage  das. Palvcrs  iaasrbalk^des  CyM«r*  «^  fi<^<^ 


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80  Wollastön's 

^^iir  Gewinde  i^it  dem  Hebel  AFG,  verbunden.  Von 
dem  Hebel  entspringt  bei  F  ein '  eiserner  Stub  F  H» 
der  an  beiden  Enden  in  den  Angeln  F  und  H  sieh 
drehen  läßt;  wönn  der  Hebel  herabfäUt,  so  wird  da- 
durch, das  bewegliche  Steg  I  fortgetrieben,  welches 
Fangs  der  Stange  fortgleitet.  In  den  ofifenen  Raum 
IK  legt  man  einetf  Stdpsel  odet  iüotz;  dieses  Steg 
theilt  dann  einem*  zweiten  Steg  k  1  m ,  welches  so  g#- 
macht  ist ,  dafs  es  längs'  der  Stange  (brtgleiten  karni, 
die  Bewegung  mit,  und  führt  den  darauf  liegenden 
Cylinder  N  gerade  ^geH  den  Stempel  O»  welcher 
sich  am  anderen  Ende  gegen  P,  einen  Yerstofs  an  den 
lAtketn  £nde  der  Stiuigi»,  st&tzt. 

Das  Gewicht  y  welches  man  bei  dieser  Presse, 
lyenn  der  Winkel  der  Aufhebung  des  Hebels  klein 
ist,  vertikal  an  dem  £nde  de«  Hebels'  anwendet,  wird 
die    Kraft     im-  Gleichgewicht     behalten     s:     jener 

AG  X  FH 
^^^'  ^  AF  (AF  ^  FH)  ^  "^'^"S-  ^^'  ^^"^^^^ 
der  Aufhebung  des  Hebels.  Diese  Formel,  im  Fall 
eine  Presse  dieser  Art  gebraucht  worden,  wird:  Kraft 
X  5.  cotang  des  Winkels  der  Aufhebung  des  Hebels. 
Diese  Formel  giebt:  bei  einer  Aufhebung  des  Hebels 
von  5^  beinehe  6o  ><  der  Kraft ,  bei  .  einer  Aufhe* 
bun^  von  i^  beinahe  56o  x  der  Kraft;  und  bekömmt 
der  Hebel  eine  horizontale  .Lage ,  so  wird  der  Mul- 
tiplicator  der  Kraft  gleichsam  unendlich.  Diese  Dar- 
stellung wird  hinreichend  seyn ,  .  den  ,  mechanischen 
Vortheil  zu  zeigen,  mit  welchem,  m|ttel|it  dieser 
Presse,  die  angewandte  Kraft  des  Arbeiters. auf  das 
Ende  des  Hebels,    gegen  die ;  FUbohle  :dea  -Qylinders, 

dessen 

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hfimmerbaies  PkUn^  Fallad^ietc.       $t 

40Men  Uiii£tog,«twto'inftlir  ab  i  ZM  im  DurchoMi» 
ser  betragt,  wirkwi  muCi« 

Nach  dem  Fressen»  daa  bis  sum  höchsten 
Grade  getrieben  werden  muls«  wird,  der  Stöpsel 
hemusgezogen»'  worauf  der  Platinliachen  sich  wegen 
der  konischen  Form  des  Cjlinders  mit  Leichtigkeit 
herausnehmen  lädt;  er  ist  nun  so  fest  und 
hart,  da(s.  er  angefeist  werden  kenn,  ohne  xu  be- 
fürchten, ihn  zu  zerbrechen ;  man  setzt  ihn  jetzt  einem 
Holzkohleufauer  auii  und  erhitz  ihn  bis  zur  Roth- 
glühhitze,  damit  alle  Feuchtigkeit  herausgetrieben 
werde,  das  Fett  verbrenne,  und  er  einen  st^keren 
Grad  von  Zusammenhang  erhalte. 

Hioiauf  wird  der  Kuchen  in  einem  Windofeh 
erhitzt,  undNZtt  diesem  Zweck  mufs  er  auf  eine  ir- 
dene  Unterlage ,  ohngefäbr  %i  Zoll  über  die  Ro^te 
des  Qfens,  aufgerichtel;  werden;  nuf  die  Unterlage- 
streut  man  eine  Lage  reinen  Quapssand»  auf  welchen 
man  den  Kuchen  so  stellt ,  dafs  er  aufrecht  auf  einer 
seiner  Kanten  steht;  hierauf  bedeckt  man  ihn  mit 
einem  umgekehrten  cylindrischen  Gefalse,  von  der 
strengflüssigsten  Tieg^Unasse,  so  da(s  dieses  mit  dem 
offenen  £nde  auf  der  Lagp  Sand  ruh't,  und  wob<»i 
man  Sorge  tragen  mub»  dafs  die  Seitenwände  dieseil 
Gefaüses  den  PktinKuchen  nicht  berühren^ 

Um  das  filasenwerfen  des  Piatina  in  der  Hitze 
zu  verhüten,  welches  der  gewöhnliche  Fehler  dieses 
Metalls  im  verarbeiteten  Zustande  ist,  ist  es  wesent- 
lich erforderlich,  den  Kuchen  der  heftigsten  Glüh- 
hitze auszusetzen,  die  mit  einefn  Windof^n  nur  her- 
vorgebracht werden  kann;  es  mub  dieselbe  stärker 
seyn  als  jene,  welche  bei  irgend  einer  der  nachherigen 
AreluT  f..d.  gti.  NsturL  B.i8.  H.l.  5 

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8JI  WallÄstorfs-  •      ^ 

Anwendung  des  Platkis  «rf orderlk&  ^jB  kSnnte)  d«^ 
mit  alle  Unreinigkeite'n  ausgetrieben  werdan,  die  "bei 
einer  niedrigeten  Temperatur  teicUt  flüchtig  gemacht 
werden  würde.  Dä$  Feuer  des  Ofens  wird  durch  Gökes  yoi^ 
Staffordshire  unterhalten ,  und  das  Glühen  wird  ohn«« 
gefähr  20  Minuten  lang  von  der  Zelt  des  Aiizündens^ 
fortgesetzt,  und  w&hrend  der  letzten  4  bis  5  IV^utW 
mufs  ein  Gebresfeuer  (breathing  heat)  uaterhalc»» 
werden.  .  i  ;     . 

Hietauf  wird  der  Platinkuchen  aus  dem  Ofeti 
genommen/  utid,  während  er  Hoch  rothglüh*t»  auf- 
lischt  auf  einen  Ambofs>'  gelegt ,  mit  einem  schwere» 
Hammer  auf  der  Kante  gehämmert,  und  so,  dafs  bi 
derselben  Hitze  das  Metall  roUkommen  vereinigt 
werde.  Sollte'  bei  diesem  Procefs  des  Schmiedens  der 
Gylinder  sich  biegen,  so  darf  man  unter  keiner  Be-* 
dingung  auf  der  Seite  hämmern,  durc^  welche  Be^ 
Handlung  er  «önst  unverbesserliche  Ilisse  bekommen 
würde ,.  solidem  durch  geschickte  Hammerschläge  auf 
ÖAe  Enden  müssen  die  hervorragenden  Theile  wieder^ 
geebnet  werden. 

Die  Arbeit  ist  nun   so   weit  beendet,    dafs   das 
Flatinstück  durch  Erhitzen  und  Schmieden,   gleichwie* 
andere    Metalle,    zu    beliebigen  Geföfsen    verarbeitet' 
werden  kann.     Nach  dem  Schmieden   muis  das  Platin- 
v(m  din  Eisen  -  Haninlerschldgen  befreit  werden,  denn 
das  von  den  Hammer  abgenutzte  Eisen  ist  ßihig,  dch' 
mit  dem  Platin  superficiell  zu   vermischen;    das  Ent- 
fernen '  derselben  geschieht    am   besten   durch  Ueber* 
streichen    mit   einem  -  angefeuchtetem   Gemische   Von  ^ 
gleichen  TheHen^,  dem  Gewichte  nach,  krystallisiirtem  • 
Borax  und  gewöhnlichem  kohlensaüi^en  KaK,   welches,' 


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hämmerbares  Platin,  Pollad,  etc*       83 

wenn  es  «chtniht,  ein  loftftlgei  Aafl6sanga^iittel  solcher 
üareiaigkeiten  ist«).  Man  getzt  es  hierauf  der  Wind- 
efenhitze  aas,  nachdem  man  es  auf  eine  Unterlage  von 
Platin  gelegt,  und  mit  einem  nmgekelirten  Gefäfse 
bedeckt  hat.  Das  Metallstück  wird  sodann  noch 
glühend  aus  dem  Ofeii  genommen,  und  unmittelbar 
in  verdünnte  Schwefelsäure  getoucht,  welche  nach 
Verlauf  von  wenig  Stunden  das  auf  der  Oberfläche 
des  Platinstücks  geschmokene  Gemisch  vollkommen 
abgelöst  haben  wird.  Dieses  Metallstück  kann 
dann  m  Platten  ausgetrieben,  in  Drath  geaogen, 
oder  irgend  einer  andern  Behandlung  unterworfen 
werden,  deren  die  streckbarsten  Metalle  fähig  sind. 

Die  VöUkommenheit  dieser  beschriebenen  Me- 
thode,  dem  Platin  vollkommene  Dehnbarkeit  zu  er- 
theilen»  kann  am  besten  durch  Vergleichung  des  so 
erhaltenen  MetaUs  mit  Platin,  welches  eine  voUkom- 


*}  Dt^  Chtmlker  wird  distts  Fhirraritttl  sehr  gMtgaet  fto. 
de«,  nm^  PUUatiegel,  eder  aad«N  OtHft«  roa  Plaim  reo 
dieteo  Eitenbllucben,  mit  wdohea  ti«  oach  lsag«D  G«- 
brauch,  nnd  vortfigltch  darch  turiiei  Kohlen-  oder 
CoIfM-Peaw,  inkraitirt  werdea,  ta  befreitn.  Atich  bei 
der  Aoslyae  erdiger  Mi»ersliea  habe  ich  die  Geirobobeir, 
•in  IbnKehet  FlttCmiittel  aBSDweodea,  bestehend  aof  t 
Theilen  ]if7ft«l]iiirteia  IcohlenMwrtm  Natron  nnd  i  Theil 
brjttaUifirteni  Borax,  dem  Gewichte  nacfc,  gehörig  mit 
einander  lerrieben.  £t  bietet  deü  Tonbeil  dar,  nicht 
wie  ietdcali  auf  den  Plafintiegel  eininwirken,  nnd  iat  ein 
kräftiges  ^ufsehliersnngsmittel  des  Zirkons,  so  wie  ande- 
rer Mineralien  9  welche  dureh  andere  Phirsmittel  nur  mit 
Sehwierigkeit  anfgeschlossen  werden  köniien.  Erforden 
das  Mineral  inr  Zerlegung  gleichzeüig  eine  Oxydation, 
so  kann  man  ein  wenig  aalpetersaares  Natron  hinaomüebeh. 

6* 

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84  ,        '  WoUadCoa'ö  f 

mene  S^bmekung  erlitten  hat>  inliinsklit  des  Eigen- 
gewichts bn^urtheiit  werden;  so  wie  auch  durch  ^dia 
Vetgleichüng  der  Tenacität  desselben  mit  der  roa 
anderen  Metallen,  die  diese  Eigeiischaft'  im  höohsteini 
Grade  besitzen.  .;.;.; 

Das  Eigengewicht  des  Platins/  welches  in  einen 
feinen  Drath  ausgezQgen  worden,  von  einen  Plalinstück» 
welches  v<^n  dem  verstorbenen  Dr.  £.  D. /Ci^rke 
mit  Hülfp  des  Knallgasgebläs.es  völlig  geschmolzen:  war, 
fand  ich  ='21»  16.  Das  Eigengewicht  des  Kuchens 
von  dem  Metallsohlamm ,  ^o  wie  er  zuetst  in  der^ 
Cylinder  ,  gebracht  wurde ,  mit  Ausschufs  der  Feuch-, 
tigkeit  ist  ohngefähr  493  9  nachdem  er  aus  der  Presse 
genommen,  ohngefähr  =  lo«  Das  Eigengewicht  des 
Kuchens»  welcher  völlig  zusammen  gezogen,  war» 
nach  der  Herausnahme  aus  dem  Windofen ;  vor  dem 
Hämmern  ist.  i*;  -bis  17,7,  und  das  mittlere  Eigen- 
gewicht des  Platins  nach  dem  Hämmern  ist  =:  ai-25, 
obgleich  einige  Stäbe  nach  dem  Ausrecken  ein  Eigen- 
gewicht von  ai.4  zeigten.  Dai  Eigengewicht'  aber 
von  feinem  Platindrath,  bestimmt  durch  die'Yerglei- 
chung  des  Gewichts  einer  gegebenen  Länge  von  \  dem- 
selben, mit  dem  Gewichte  einer  gleichen  (.änge 
Golddrath,  der  durch  dasselbe  Loch  gezogem  werden  V^ar, 
fand  ich  zs'  ai.5,  und  dieses  ist  »wohl  das  gröfsto 
Eigengewicht,  welches  wir  erwarten  können, \  dem 
Platin  zu  ertheilen. 

Die  mittlere  Tenacität,  bestimmt  durch  die  Ge- 
wichte welche  erfordert  wurden,  um  einen  Platin- 
drath  zu  zerreifsen,  von  ^  Platindräthen,  wovon  der 
eine\^j^^^,  und  der  andere  ^j)L^  eines  Zolles  im 
Durchmesser  hielten ,    und    die  zu,  Dräthen    von  t\5 


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h&mmerbareA'PlAtin';  Pallad^  etc.        8& 

etn^  ZoHes   im  Durchnesser  sarückgeftOirt  worden 

^i^reto^'ftnd  ich  sA  409  Pfand;  und  die  mitdera  Te* 

m^tiitvon'  it  DfMien,  woron  der  er«te  „"^^  einet 

Z6Ues;  utid^o  allbäDillgdüimttr  wurdea,  so  da&  der 

•;••'••       r  '      ' 

letzte  nur  — eine«  Zolles  im  Durchmefser  hielt, 

so.ood  • 

und  diese  waren  ^  ebenfalb    za   Dräthen   von  /o  ^U 

zurückgeführt,    fand  ich  zu  589  Pfund.     Der  gröbste 

und   der  '  feinste  Drath ,    mit    welchen    ich  Versuche 

anstellte/ bieten  Ausnahmen   dar,   indem   ein  Drath 

Tön'  t7q'^  ^^^^  Zolles  290  Pfund,  und  ein  Drath  von 

•    i'  '■    •   * 
,  '     '  '  ^ines  Zolles  im  Durchmesser  loo  Pfund   xnr 

SO.QOO  '  ' 

Zarr^issutig  erforderte.  Wenn  wir  nun  zufolge  der 
11  näeh  einander  angestellten  Versuche,  690  Pfund 
als  das  Maafs  der  Tenacität  des  Platins,  welches  auf 
oben  beschriebene  Weise  dargestellt  Worden  ist,  an- 
nelixhen,  nhd  dann« erwägen,  dafs  di6  Tenacität  eines 
Golddrkths  von  gleichem  Durchmesser  sb  5oo  Pfund, 
und  die '  des  Eisens  ^z  600  ist ,  so  werden  wir  v51* 
lige  Ursache  haben,  mit  der  Methode,  welche  in 
dieser  Schrift  dargestellt  ist,  das  Platin  ductil  zu  ma- 
chen, zufrieden  zu  seyn. 


Dieser  Abhandlung  bitte  ich  noch  einige  Notizen 
A  Metalle ,  welche  in  dem  Piatinerz  gefunden  worden 
sind,  betreffend,  beizufögen. 

Um  Palladium  ductil  zu  machen,  verbinde 
man  den  Büclc&tand,  welcher  nach  dem  Glühen  von 
eisenblausaurem  (prussiate)  Palladium  hinterbleibt,  mit 
Schwefel;  und  reinige  zuletzt  )edes  Stück  des  Schwe- 


Digitizedby  VjOOQiC  , 


96         .'»  ,WoUa3tDttU< .;! 

{eliMtall^^  ,pacHem  es  gesdp^lten  ist,  dturälNCiif^ln 
lation>  in  e^iem  offenen  Tiegel»    mX  Qofstsi^.Ui^  ^in 
wenig  Salpeter.     Das  -Schw^fe^pleiaU^wVd   ^np  :^i;^ 
einem    ßs^chen  ^fg^lstUck  •  b^i .  ;?f?bvjrech^r •  ftotf^l^h^ 
hitze  geröstet ,   und,    wenn   es  eine  teigartige  Consi« 
9terti  angenomttten  hat,  g^j^öfst  %a  viereckigen  oder- 
länglichen  i^nd  vcUH^nifpen  jplatten  Kuchen^  -  üi^r^i^' 
cnufs  es  bei  schwacher  flothglühhitz^   wieder   geli^dc^ 
geröstet  ,w^f4en,  bis  es  au£  der  Oberfläche  schwamoug 
»wird.     Während  dieses  prpces^es  entweicht  der  ^chwi^-^, 
f0l   im  Zustande   von   schweBichter   Säure,    beson^er^ 
dann,  wenn  die  Hitze  zufällig  abnimmt.     DasMepiU- 
^ückiäGstman'daAn^  erkalten,  und,  wenn  ^ese^'völli|( 
ge&chehen  ist,  hämmert  man  es  sehr  gelinge  i^^f  ej^nem. 
leichten  Hammer,    pm   die  Masse  zu  verdichten ^^ und 
die  scliwammigo  Oberfläche  zu  ebnen.     Das. .  a^^c}^- 
$elnde'  !^östen    und   gelinde    Hämmern    e^fordeft^^die 
ausserste  Geduld  und  Beharrlichkeit,  bevor  d^r  ][!(|pic^|ei| 
harte  Schläge  ertragen  kann;  aber  er  kann  av^f  dies«i 
Weise  zuletzt  so   platt  ,i^nd  yjereckig    gemacht;   wer- 
den, als  erfordeiflich  ist,   dasse^lbe  unter  ßix^ßf.  "yVi^lz- 
mühle  zu  einer    erforderlichen  Dünne    auswalj^eip^^  ^u 
können.  r 

So  dargestellt ,  ist  das  Palladium  -  in  der  Hitze 
stets  brüchig,  vielleicht  von  ^  einem  geringen  Rück«^ 
halte  von  Schwefel  herrührend*  Ich  habe  ]^alladium 
auch  für  sich  geschmolzen^  ohne  Anwendung  von 
Schwefel,  allein  ich  habe  es,  wenn  es  auf  diesem 
Wege  gew4>nnen  war,  so  hart  und  schwierig  zu  be- 
arbeiten gefunden,  dafi  ich  jenes  Verfahren,  bei  wei« 
tem  vorziehe^ 


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hämmerbare»  Ftotin.^  Pallad »  etc.        87 

• 
.'•..  :.Um  Qii|iiamoxy4  in  ein^m  reinen,  fetten 
und  krjAtalluirten  Zustende  zu.  erhalten,  reibe  man 
3  Theile,  dem  Gewichte  nach ,  gepulvertes  Iridium* 
en  mit  einem  Theil  Salpeter  zusammen,  bringe  die« 
te^,  GemisQh.in  eiei^n  kalten  Ti^el, .  und  erhitae 
denfeUj^^n  in  einem  -offenen  Feuer  l^s  sw  einer  guten 
B^thglühhiue,  solange»  bia  der  Inhalt  eine  teigar* 
tige  Beschaffenheit  angenommen  hat,  und  man  merkt 
dafs  Osmiumd2l0ip&  sii&h  entwickeln;'  die  atiüoslichcn 
TheUe  werden  hierauf  in  so  viel  Wasser  aufgelöst, 
als  eben  dazu^  erforderlich  isV  Die  so  erhaltene  Au& 
lösung  wird  nun  in  einer  Retorte  mit  so  viel  Schwe* 
fiftlsäuret  die  %txtot  mit  der  gleichen  Menge  Wasser 
verdünnt  wordep  ist,  vermischt,  als  gerade  erforder* 
Uch  ist»  daa  aus  der  angewandten  Menge  SalpeteiT 
entstandene  Kali  »u  aätiigett;  ein  Ueberschufs  von 
Schwefelsäure  wird  indels  keinen  NachtheU  herbeif üh- 
ren«  Man  legt  sodann  eine  Vorlage  vor,  und  setxl 
die  Deatillatien  so  lange  rasch  fort,,  als  noch  Osmi« 
iimdämfle  überdestjUliren ;  das  Osmiumozyd  sammelt 
sich  an  den  inneren  Wänden  der  Vorlage  in  Form 
eines  weiden  Ueber^ges.  Beim  Erwärmen  der  Vor- 
lage wird  es  in  Tropfen  unter. die  wäüsrige  Auflösung 
hinabsinken,  welche  zusammen  einen  flüssigen  abge« 
flatteten  Tropfen  am  Boden  der  Vorlage  bilden» 
Beim  Erkalten  der  Vorlage  wird  das  Oxyd  fest  und 
krystallisict.  Eine  solche  Operation  hat  mir  So  Grains 
krystallisirtes  Oxyd,  neben  einer  starken  wälsrigen 
Lösung  desselben  geUeferc 


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88  Turner 

Ueber  die  Zusammensetasang  d6s  Chlor*- 
barium, 

Dr.  E.  Turner,  Professor  det  Chemie  an  der 

Universität  zu  London.    Mitgetheilt  von     * 

Dr.  Jj ardner.  - 

(Aus    den  Philoiopbie«!  M^gaxine   «od  Annals    of  PhilofOpby. 
N.  8.  Nro.Si.  -:-    Jnlj  1829.)    , 


Die  häufige  Anwendung  dw  Chlorbarium  bei 
g^aauen  chemischen  Untersuchungen  macht  eine  ge*- 
naue  Kenntnifs  seiner  Zusammensetzung  besonder^ 
wünschenswerth ;  und  es  |st  das^be -für  die  chemii^ 
sehe  Analyse  um  so  wichtiger  geworden;  seitdem  daia 
Chlorbarium  von  Dr.  Thomson  %\it  Basis  seiner  Be« 
rechnungen  chemischer  Aequivalente  der  Schwefel* 
säure ,  so  wie  )ener  von  1 S  Metallen  -  und  deroB 
Protoxyde  gewählt  wurde:  Thomson  hat  denen 
Versuchen  zufolge,  die  er  mit  dem  Chlorbarhim  aii« 
stellte,  die  Zahl  36  als  das  Aequivaleht  des  Chlor» 
^o  als  die  des  Barium  und  78  für  jene  des  Baryt 
angenommen,  wonach  106  das  Ae<{uivalent  für  da| 
'  Chlorbarium  seyn  -  würde.  '  Diesem  gemäls  fand  er» 
dafs ,.  nach  Vermischung  .  von  1 06  Chlorbarium  mit 
B8  schwefelsaurem  Kali,  welche  Verbindungen  beide 
zuvor  besonders  in  destillirtem  Wasser  gelöst  worden 
waren,  eine  völlige  gegenseitige  Austauschung  der 
Bestandtheile  Statt  geftmden  hatte,  indem  der  daraus 
entstandene  schwefelsaure  Baryt,,  wr  Trockne  gebracht. 


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über  die  Zwhnunehsetx.  d..Chld)rbAriiLm.  69 

st8  TbeiM  1»6teig»  uai  4at  slOttMire  Kdi  {f6x€kim^ 
kalitwi  liefisfte.     Hiexaus  tcigttt  er  die  ZaU  io»  91$ 
das.Aeqaivalent  .für  die  SdmeSeUinxBf   und  48  fäf 
dae  Kaü    Berxeltus  behauplet' indaüeQ»  dal«  nicht 
mut  daa  Espeiimenv  sondern  auch  die  dilauf  gegrünt 
deten   fierechnungen    onrkhtig.  «eyea     Thomaon« 
der  in  .Folge,  der  £iAwüt£e   von  fieraeliat,    seine 
Yenuche  wiederholte»    vertheidigt  jedoch  deren  Ge» 
nauigkeit.    Bei  dtcaam  Stande  der.  Dinge  unterwarf 
Professor  Turner   mit  der  grblsten  Sorgblt  diesen 
Gegenstand  einer  Pr&fung»  indem  er  Substansen  von 
ToUicommener  Reinheit  zu    den  .Yenuchen  anwandte, 
und,  ezhielt  R^soltate»    weldie  Qiit  denen  von  Ber« 
zelius   übereinstimmten.     Er   giebt    die    YorsichftSh» 
maafsregeln  umständlich   an»    welche  er  beobachtete» 
um    von  der'  vollkommenen  Reinheit  der  Substanzen» 
Qsit   welchen   er  seine  Yersucbe  anstdlte»  überzeugt 
^  zu  seyn»   und  glaubt  in  der  Yemachlässigung  dersel* 
ben^    einige    jener    Irrthümer    au&udecken»    welche 
Thomson's  Analyse  ^herbeigefiihrt  hatte.     Es  ergab 
sich  auch  noch  eine  Haupti{uelle  des  Irrthums  in  dem 
Yerfahren »    das  von  letzteren  Chemiker  befolgt  wer* 
den  war»   indem  sich  fand»   dafs»    wenn  eine  Lösung 
von  salzsaarem  Baryt   mit    einer  Lösung  von  schwe* 
felsauren  Kali  gemischt  wird»  eine  kleine  Menge 
schwefeisalires    Kali    dem   gefällten    schwe« 
felsauren   Baryt   hartnäckig,   anhängt»    und 
nch  so  der  Zersetzung  entzieht. 

Der  Yerfasser  vermeidet  diese  Quelle  der  Täu- 
schung durch  verschiedene  Mittel:  1)  er  fäll*t  aus 
mier  Lösung  des  Chlorbaiiums  ,den  schwefelsauren 
Baryt   durch  Schwefelsäure»   und    &)  er   fall't  eine 


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90  -lEelttr^  RÖ8e>8'H4b.  A..eaaif%:^<Oübmal\ 

fgLeißBo  Btauig  de«'€Uox<wittin8  i^alk  ialpetäi^ttaM 
Silber >•  tihdv  bestimmt  ^  d|6  Men^ei  •  des .  iSbltit '  aas  imi 
^erlialtönen  bestiminlexi  Meiige  ^Honi^ilbaf's ,  indem  es 
lüvor  duerch  ^ua  -  betioxiders  angestellte '  Heihe  r  i^iA 
Versuchen  die  genaue  Zusammentetxubg  des  OMoih 
Silbers  erforsch« -h9iite.\  J^nidlioh  fdjiefst  er  aus  seinMi 
Versuchen  i  dafs  i  oo  G  h  1  o  r  b  ar  i  um  *  ^tsprechen 
1 57,63  Ohlorsilb^r,  und  femer,  dafs  diese  Menge 
Qhlorsilber  S4,oi6  GUor  enthalte,  undOdafi  sich 
folgüch  65»984  als  Verhäknirszahl  des  BKriums  ei^S 
gebe.  Das  wahre  Aeqtiivalent  des  Bariums  wird  in^ 
dessen  von  dem-  Aeq^iivalent  des  Chlor  abhängen^ 
welches  selbst  noch' nicht  genügend  bestimmt '  wo»» 
jten  ist.   '  1  :.        -  .         .  ♦;.  . 


Heinrich  Rööe'^s  Handbuch  der  analyti- 
schen Chemie  '^'), 


Es  wird  genügen  über  die^e  treffliche  Anleitung  ^ 
zur  Zerlegung  gemischter  Materien  auszusagen:  dafa  / 
sie  erschienen  ist,  und  jeder  praktische  Chemiker 
der  sie  durchlesen  hat,  wird  dem  Unterzeichneten 
darinn  beistimmen,  dafs  dieser  Seiten -Rest  nicht 
zweckmäßiger  benutzt  werden  konnte,  als  auf  die^ 
mittelst  dieser  Zeilen  ausgesprochene  Weise. 

Kastner. 


i*)  Berlin  18S9,  8« 


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91 

Ud^r  dl*' Oegeii¥rart  vnn  K^lia^alsen 
inSalzsoolenund  im  St^in^alze;  von 
E.  W.  Brayley,  Jun.  A.  L.  S. 

(A«t  im 'PfcUoiopliital  Migitiit   «ad  JlHiiift  of 

Fhllotophj.  N.  S.  Zfr».  So.    Jut^iStsl) 


Setum  iMTor  Dr.Marcet  aeine  chembohen  Un- 
tersuehaqgeh  über  dap  Meerwaasev  vertehiedeneir  Erd** 
gegenden  (in  den  Philosopfaicel  Transactions 
für  1819)  bekannt  machte»  liatte  Wo  I  las  ton  die 
Yermuthung  geäussert  und  bestätigt:  dafs  das  See- 
wasser» in  Folge  durch  Flufswasser  beigeführter  Salze 
verwester  Landgewächse »  Kali  enthalte,  und  es 
Khien  W.  wahrscheinlich»  da£i  diese  Sa|xbase  in  dem 
Meerwasser  an  Schwefelsäure  gebunden  vorkomme. 
Späterbin ^  zeigte  Marcet  (in  den  Fhilosophical 
Transactiona  für  i8aa;  Phil,  JbXag.  V0L60«)  dal#  nicht 
achwefelsattxe»  Kali »  aondem  ein  Kalihältiges  Doppelt- 
sals»  namlioh  a^rhwe^elaaures.  Magnitkali  (d.  V 
die  YerbinduBg  von  schwefelsauren  Kali  mit  schwe- 
felsaurer Talkerde)  es  sey»  dem  haupttlichlich  der 
Kaügehsilt  des  Seewassers' beigemessen  werden  müsse» 
und  dafs  därinn  sehr  wahrscheinlich'  ausserdem  noch 
ein  anderer  Antheil  von  Kali  an  Salzsäure  gebun* 
den  erscheine. 

Bisher  scheint  noch  kein  Chemiker,  in  Folge 
$es6r  Untersuchungen»  sowohl  di^  verschiedenen 
Steinsalze  als  auch  die  Soolen  von  Salzquellen 
einer  chep^fcilim  Prüfung,  in  der  iM>sicht  unterworfen 


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9^  Brayley 

SU  haäwiH.nm  darüber  %Jt  eMKÜkeUeti  ob  KaK  c6rij 

vorkomme  *)?  ,  . .  ;»    r 


*>  Wenn  nicbt  in  E0glatt4|[.  doeb  in  DeiiMPh]Nd.,nAltMi6H 
im<Jabr  iSiQr^dai  JCofbflab  dar  Sooleti)  Xivd^igtball 
bei  W  i  m  p  f c  n  a.  Neckar  aatertaehte  (vergl.  B 11  c  b  n  c  r'  • 
undKatlner's  R^pertor.  f.  d.  Pharmac  XIV.   111 'bis 
11t)  fragte  ich  allcrdingi  nacb  mntbmaarslich   rorbandc- 
nen  R  a  1  i  •  a  1 1  e  n ,  findt  davon,  abee  jcaina  MfibMlitbare 
Sjwi^  (veirgi  4ie    BeaebKeibnog    der  Ergebi^iitp  .'Biaaeir 
Unters,  in  m.  Hdb.    der  Meteorpl9g|a  L.di)»  und 
et    ergieng  mir  in    dieser  Hinsicht,   wie  4  Jahre  ^arauf 
meinem  hochverehrten  Freunde  dem  Hofrath  Fuchs  Pro* 
fessor  an  München,    der. im  Sommer  iQas,  im    reinen 
Steinsalxe    von.  Hall  im  Innthale  auch  Kali    (und 
bein  Jod^  aufzufinden  yermochtei  wlhreod  er  dergleichen 
in    unverkennbarer  Menge'  (wahrscheinlich   an   Saltsäure 
gebunden ;    ReperL  a.  a.'  0.  877)  entdeckte :   in   der  aus 
(reinem  und)  u  n  r  c  i  n  a  n/ Steinsalsa  der  ^enannt^n  Saline 
bereiteten  kfinstlichen  Soble ;  dafs  die  IVi  m  pf h  e r'  S o  o  1  a 
aber  nichts  weiter  ist  als  «ine  gesättigt«  Lds«og  von  sehr  . 
reinem  Steinsals  in  Gnindwasser,  habe  ich.a«'a4<Oi  nach« 
gewiesen.    Wahrschelnlidt  verhllt  e#  si^b  aneb  ebenso 
mit  dem   saltsa^^nnen   K|ili}   das  (v.    IfSOfibard^ 
Handb.  d.  Oryktognosie,  Heidelberg  18^6.  6.^5   an- 
folge)  Vogel   im  Steiosalse  sn  Ha  11  ein  und  Bercb* 
tesgaden   entdeckte ' npd  nicht  nlinder  mit  jenem 9    wel- 
ches schon  seit  i8o5  durch  Herrmann   in  der  Soola 
SU  Schonebeck  bei  Magdeburg  aufgefunden  und  seit  meh- 
reren Jähren  als  saltsaures  Kali|  in  jährlichen  Men> 
gen  von  looo  Centner  fabrikmäfiig  ausgeschieden  wird} 
Schweigger^s  Joura.  XL./7Ö« 

Kastaar. 


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über  Kaligeh[»rt:dtar  iSalzBOoleii  etc.    03 

Dr;  Beary;  wekMr-fdu  ^Mosals^anddie  ▼ep' 
dunstete  Sole  von  Gheshire  einer  Analyse  iinter« 
woyfeD'hat^'SO-wie  such*  ifirh^T,  der  die  Sole  von 
de^  Quelle 'EU 'Droitwich  in' 'Worcestershire 
iintersiiioht'hat)  erw&fanen  niäit^  Kali  darin»  gefunden' 
xtt  ludvem-.  In, der  lettten  Nuimmer  des  PUL  Mag» 
and  Annalsi  p;34i>  hat.  andesson  Diu  Bigsby  in. 
«einer  geologise)ieia  Skisxe  des  fi^ies  Ontario  die  Re- 
sultate öiner  AnUyse  des  :„troieknen  Salsee<«  der  Salz« 
solen.  zu  ^alixra^  eine  Stadt  zwischen  Liverpool  und- 
Ononddgo»  bhnweft  des  Sees  Oaeida »  von  .Dr.  M. 
Neveü  zu  New-HTork/ angeführt»  wonach  es*  nicht 
weniger  als  a.5tf5  pCt.  seKwefelsauren  Kalis  'zu  ent*. 
halten  sdheint.  Diese  Resultate  sind  von  ihm»  wie 
mir  Dr.*  Bigsby  gütigst  geaagt  hat,^  aus  Prot  A.* 
Eaton's'  geologischer  Uebersicht  d^s  an  den  Erie 
Canal  grenzenden  Bezirks»  die  am  Jahre  i8a4  be». 
kannt  gemacht  wurde» .  entlehnt;  bisher  soheinen  sie 
aber  der  Aufmerksamkeit  chemika}iecher  Sdiriftsteller 
entgangen  zu  seyn»  da  diese  die  Gegenwart  von  Kali 
in  Mineralsalzen  nicht  erwähnen. 

Weder- Dr.  Henry  noch  Horner.  wurden  v^r* 
anlBfst,  <lirekte  Yenoche  auf  Kali  in  den  Salzen  und 
Seelen;  'welche*  si<d  untdrstiCfat  haben»  anzustellen.  Dr. 
Hönry  suchtef  ittdefs'  did  Gegenwart  von  schwefel- 
sauren Alltalieii  auf  vefschieaene  Weise  zu  erforschen» 
indem '  er  'den'  Weg  seiher  Untersuchung  nach  der 
Auffindung  anderer  Salze  abänderte.  Wäre  Dr.  Henry 
aber  damals,  als.  er  die  Analysen  machte»  in  Besitz 
der  genauj^^.Kenntnifs.von  der  Zusammensetzung  der 
Heag^xjtien.  und, Regeln  gewesen»  welche  er»  gemein- 
sc)h^tUÄh;;<jH|^4tfiP.«>9d9rn  Chemikern,   jetzt  l^t,  so 


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liotode^ldr'Jcinitf  r«rfdd^  die  Aii«»^h«St  Yon 

fiobwofelaautem  Kali»,  wenii  nämlich  solchem  daxin  ent'» 
halten  iak,  ddaczuxhvoBu  .  Pä  aber,  seine «.Ai^Dahme  ron 
4er;  Zaaammexisetziyig.  .des.sohwefelsaaren  fiarytl  (s^ 
wie  des.  oxialsaarea  KaUcs)  nicht  ganx.  ncUtig.  at^ 
worauf  .^ch  seine  Bestimmungen.  stuiUen^  sa  kenn  es 
nach  den  hlofiea  aHgemeineo  Angeben  |in:seinef  Ab« 
baiidli^  nicht  fainr^chend  sieket  daxgethaii  wevden^ 
ob  et,  bei  den  Methoden  .^nd  Anndinlen»  deren  er^ 
sich  bediente»  einen.  Ueliexschiiis  yon.  Schwefelsäure 
aa%eftinden . haben  würde,,  öder  nicht.  Es, wird  dar-- 
ans  vielmehr^ehr  vehrsch^nlich,  dals  er  einen  Ueber/« 
sehuTs  von  Schwefelsaure»  besonders  wenn  die  .Meng»^ 
nur  klein  gewesen »  nicht  würde  .  entdeckt  haben. 
Z;B.  däte  Lymin^gtonn^r  Salz,  wnlch4»s.  hier  zur 
Nachrechnung  angefühi^t.w'erden  rdag,  könnte. i»9i$ 
sehwefelsmires  Kali  in  koooTheilen  enthalten  h^b^n, 
ohne  dals  es  ron  üun  würde  au%efunden  und  naeh- 
gewiesen  trolrden  aeyn  *)»  und  weil  dasaduKrefelsaura 


*)  Dr.  Henry  erbblt  tod  leoo  Orsiai  Lymingtomier  Sals 
itSi  Oraiet  geglfibetir  ithwhUavartr  Sake,  beiUlbeiid 
ans  laGrains  wasierfreifr  lolivrcfelMarer  Mag^eeia»  aad 
ts  GraiBi  wMterfrcieii  schtirefflaanren  Kalk^.^.  »»Vob 
der  fcbiirefeltaaren  Telkerde<<,  fSbrt  er  fort,  »,eolllea 
38  Graipi  echwefeliaoEeo  Baryt  reinltireo»  nod  von  dem 
'  ecbwefeliaaren  Kalk  ii  Graiiit>  weichet  5g  Gmi.  xaiam- 
mea  beträgt.  Die  wirklich  erhaltene  Menge  aber  war 
69.8.  Dieser  Unterschied  tod  0.8  Grain  'mehr '  ala '  di« 
gefolgerte  Menge  besagt,  ist  indefs  xa  gering,  liiii  die 
Gegedwart  einer  alkalischen' Boise  darauf  folgitfraxn  dftr* 

-     IfiOf  fnrd  rührt' Wahncheiolidi  ton  famrerdeilDidMii  PA* 


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fiber  Ka  I  i ge h  al t  ddr iSalssooIen  etc.    OS 

IGaH  ^Im  toit  Jteii  ^zveAMvQlgen  ««yii  mafty 
welche  'rerftüglick  m  der  Mutteiilaoge  luruckUeibeii^ 
so  ^ütfetl  wir  eVwaneüi,  fleß  Ljibifigtaittier  Salitf  ntttf 
eine  geringe  Menge  vchwel^Muren  Kali'«  Ton  der 
tat^fpr^güth  in  -deiriSeewaMer-^^aii»« welchem  et  be^' 
feitet  w^Un  ist,  vorkommetiden  Menge,  noch  €fntliälu 

Di^  Unheil  ist  übar  alle  Analysen*  Toa  Dn 
Henry  aunndetmön,  und  gilt  fAtht  tXL^in  von  jener 
des  Cteitisalxes  \inÄ  der  Tetschiedenen.Salae,  weldier 
aus  der  Soole  zM  CKeshife  bereitet  Verden  sind ,  son« 
dem  auch  von  jenen  der  verschiedenen  Seesälse  und 
Bitterwässer,  sbwdhl' ans  der  Seele -als  ^us  Seewaaseiv 
and '  von  den  unreinen.  Salzen  ^  welche  von  beiden 
Flüssigkeiten  während  der  KrystaUisiltioii  des  Koch^ 
sal26$  sich  sonderten.  '  Würden  die  vetschiedenen  von 
ihm  untersuchten  Sake  salzsaures  Kali  enthalten,  ifiS' 
ist  solches  mit  in  jenem  eingeschlossen,  weldies  Drr 
Henry  al4  „reines  Kochsais«'  ansieht« 

Auch  Hor'ne'r  -fand  bei  der  Analyse  der. Soole 
tu.  Droit  wich  Ttatts.  of  GeoL  S6c  Istferies»  Vol.  EL 


,.  Isra  des  Espsrimenti  .hsr.'*  •*«•  ^hiL1!ra^.i  aSlO.  |kiiS^ 
or  Phil.  Mag.  Vol..36..  p.  176. 
Nfcbreshsu^fdiefeir  Retultata :  wie  60 : 1 1 8 ; :  19 :  37.366  $ 

.  und  wie  68:118:.;  iS:io»8t3.  Naeb  dieser  Verbeuemng 
^  würde  die  Menge  68.189  Graina  betrages,  welche  tos 
59.8  abgetogen  1.631  Übrig  läaien,  als  den  Ueierichufa 
der  oben  geschätzten  wirklichen  Menge  des  achwefclsau* 
reo  Baryts,  tfutki  wie  '118:88::  i.6äi:ti6,  welches 
daher  ^  —  -  -  .^.^  ^^i^  sehwefelsaureo  Kali  in  dem 
^y  itgiebt,  welches  de^  Aoffiadang  sich 


orgitizedby  Google 


^tmer   C^or-:Na«Q^nlmn>    6c|iw#S^i¥r€^  Kfjk  und 
pMor-^Tl^lciumeuiQU.  U«berschu&;  von  Schwefelsäure, 
nod  folgert  d^rau^nachdeizi  er  «igli  ^iivor.  überzeugt, 
dafs    weder  freier  S(Qhw;efeLfäure    noch    schwefelsaure, 
Talkerde  xugeg^Of.war,   die  AnweaeDfaek  von  schwe- 
fftfe/lurem'  Pfatjcon,  d[«ie  jedoch  jiur^h  Versuphe  darzu- 
thun:    ob  'nicÜt"  ein  anderes  Alkali   darin    enthalten 
«ly. .   Bei  N^hreehnu^g  der   nunmerischen  Resultate^i 
die   er ^rUeU».  zufolge    unserer   jetzigen    Kenntnifä 
VGtn.d,er.Za9amniepsetzung  der  vej^schiedenen  in  Frage 
'  stehenden  .  £alz.e  «bei  Anwendung;  von    Thomson*  s 
j^^uivaleiJten,  Tafel,  so  wie.  sie  von  H.  Phillips  ixi 
den  Annais  of  Philoso phy,  N.- &  YoLX,  p.a^S» 
^axigegeben  i^t»  würde  dieser/Ueberschufs  von  Schwe- 
.  felAjIure.  5.909  Qrains,  ,  in   der  von    Homer   unter- 
s^hten  Menge  ^de^  gesammten  S^alzgehalts    betragen; 
des  Salz   nämlich    in    BBchzxui]fg    genommen  :   wie   es 
erscheint ,    wenn  es  durchs  Verdunsten   der  Soole  bis 
aur    Trocki^e    gßy^otmßn  worden    war*     Nun  ist    es 
aber  eben  so   gut   inögUch,    sich,  diesen .  Ueberschufs 
der  Schwefelsäure  mit  Kali,    als   mit  Natron  verbun- 
den zu  denken,   wenn  ei:  nicht  mit  mehr  Ge/wifsheit 
dem  ersteren '  Salze,  zuzuschreiben    wäre.     Dies    wird 
sich  aus  dem  Folgenden  ergeben. 

Bei  Nachrechnung  der  Homerischen  Resultate 
wird  man  finden,  dafs  die  von  ihm  untersuchten 
45 1.860  (jrains  des  gesammten  Salzgehalts  ent- 
hielten: 


Chlor 

d5i.ft55 

Schwefelsäure     . 

7.4^7 

Kalk 

a.48i 

Talcium     . 

Ö.080 

Wo 


"  Digitizedby  VjOOQiC 


über  Kaligebalt  der  Salzsoolen  etc.    9^ 

Wöiüach  die  Menge  des  Natrohs,    wie'fiblich,    durch 
BerechnüTig  gefolgert  worden. 

"Das  Talcium  ist  offenbar  ab  Chlor  -  Taldom  in 
dem  Sake  enthalten:  o-oSo  Talciam  verbinden  sich 
mit  o.a4o  Chlor,  und  bilden  'damit  o.Sao  Chlor* 
Talciunu  Dieses  T^st  aSo.pgS  Chlor  übrig,  und 
diese  erfordern  167.30  5  Natronitun,  und  bilden  da- 
mit 4i8.3oo  Chlor -Natroniuni*). 

Sodann  erfordern  2.484  Kalk  cur  Bildung  von 
schwefelsaurem  Kalk  3.548  Schwefelsäure ,  woimu« 
6»oZcir  schwefelsauren  Kalk's  resultiren« 

Hiemach  ergeben  sich  die  näheren  BestandtheDe 
des  Salzes,  bei  Uebergehung  des  Ueberschulsee- der 
Schwefelsäure,  wie  folgt: 

Chlorin -Natronium         •       4i8*3oo 
Chlorin  -  Talcium  .  o*320 

Schwefelsaurer  Kalk       .  6.o3» 


4»4.$5x 
Verlast  7.208 


43 1.860 


•)  Et  werde  «lU  der  Wabrlieit  der  cbemisebe«  Kenmaisst 
ia  Wiedertpmcb  etehen,  irena  bei  der  NacIurecbnttBg 
der  H«rn er' scheu  Analyse f  die  Beseiebnongen  und 
eigen  Zahlen  des  Chlor,  dei  Talciam  nnd  des  Natroniom 
nicht  für  jene  der  SalieSure,  Talkerde  und  Natron  snb* 
ttitairt  worden  wSren«  Welches  abfr  nnr  {ur  den  wahrem  . 
Znstand »  in  welchem  jie  entfernteren  Bestsndtheile  der 
salstanren  Salse  in  der  Soole  "«xitiiffeoi  aasfes^rocben 
ist.  Der  wahre  Hanptstreitpaikkc  ober  diesen  Gefpenstaad 
scheint  sieb  lo  auszugleiclien ,  dals  einige  CUos^^VerbiA- 

Archiv  f.  d.  ges.  NatnrL  B.t8.  H.l.  7 

Digitized  by  VjOOQ IC 


\9^  Brayley 

:Zu  diesen  Verlust  laben  wir  S.909  noch  niete 
verwendete  Sfchwefelsäure.  Nehmen  wir^  an,  dafa  diese 
init^  Kalt  verbunden  ist,  so  beträgt  die  Menge  des 
schwefelsauren ,  KaU  8.599»  welches  nur  1.S91  zu 
viel  wäre,'  als  die  untersuchte  Menc;e  Sal^e  besagt. 
]^ogegen  bei  Annahme»  daifs  sie  mit  Natron  verbunden 
ist,  .7.081  schwefelsaures  Natron  entstehen,  welches 
0.127  ^^  wenig  wäre,  als  die  Menge  seyn  sollte, 
r  ,'  Homer  führt  Nichölas,  Hasseiifratz  und 
lyipntigny  an^  welche  behaupteten,  dals  schwefel- 
saures Natron  ein  Bestandtheil  aller  von  ihnen  un- 
tersucht^n  Salzsoolen  sey.  Allein  diese  .haben  keine 
yr^aohe  an  der  Gegenwart  von  Kali  «zu  zweifeln;, 
und  wann  wir  die  Zeit  in  Betracht  ziehen,  in  wel- 
cher sie  ihre  Analysen  machten  (woraus  hervorgeht, 
daCs  sie  sich  sehr  .fehlerhafter  Methoden  bei  der  Ana- 
lyse bedient  haben  müssen)  so  ist  es  i  eben  so  wahr« 
scheinlich  al&  gewifs,'  dafs  Nichölas  und  Hassen- 
fratz die  dem  schwefelsauren  Natron  beigepflichtete 
Säure«  gewifs  mit  Kali  verbunden  bestimmt  hätten, 
als  dals  das  erstere  Salz  in  den  von  ihnen  nntersuch- 
ten  Soolen  vorkomme;  während  Montigny,  dessen 
Analyse  im  Jahr  176»  gemacht  ist,  ohne  Zweifel 
itin  schwefelsaures  Natron  durch  die  Währeiid  der 
^Verdunstung  eingetretene  wechselseitige  Einwirkung 
dei:  salzigen  BestanÖtheile  in  der  Soole  erhalten  hat. 
Enthält    die   Soole    zu    Droitwich    sala^saures 


dosgen  durch  A^flöpaag  In  Waiier  in  lalzsaare  Saite 
"«bergehett)  jY&brend  ander«  dabei  Cblor-YerbindaDgeD 
,  i>lfU»eli.      ....   .,,,,   ^ 


Digitized  by  VJjOOQ IC  v 


fiber  K  a:  1  i  g  e  h  a  1 1  der  Salzsoolen  etc.    99 

Kali,    so  mufii   es  in  dem  von  JHorner  ßkr  reines 
Kochsalz  ausgegebenen  Salxe  mit  eingeschlossen  seyn« 

In    den   PhiL    Mag.  YoL  64.  p.  74^   finden   sich 
G.Chiltons  Analysen*  von  den  vorzüglichsten  Salz- 
soolen zu  New-York,  mit  Angabe  der  Methode, 
deren  er  sich  zur  Untersuchung  bediente;  er  erwähnt 
weder  Kali  noch    ein    anderes    schwefelsaures  Alkali; 
und  hätte  das  letztere  in  der  Soole  ezistirt,  sp  würde 
sein  Gan|(   der  Untersuchung   ihn   in   den  Stand   ge« 
setzt   haben,   bei  Anwendung  richtiger  Aequivalente, 
solches   aufzufinden;    was   wenigstens   von    der    Zeit 
(i8ft4)  in  welcher   er   die  Analysen   machte,    anzu- 
nehmen ist.     Digestivsalz   würde  er  indels  nicht  auf- 
gefunden   haben  *).     Bei    der    Analyse    des   ganzen 
Salzgehalu  der  Soole   zu  Saline,    von  Dr.  Beck, 
welche  in    S.   SmitVs   Notiz   über    die  Sahpfueliea 
daselbst,.  (Sillimanns  Journal  Yol.  XY.  p.11)  an- 
geführt ist,  wird  weder  des  Kali  noch  eines  andern  al- 
kalischen   schwefelsauren   Salzes   gedacht.     Das  Yer- 
fahren    bei    der    Untersuchung    ist   nicht   angegeben«. 
In    wie    fern   die  Analysen   Klaproth's   Licht  über 
diesen  Gegenstand  verbreiten,  weils  Ich  mcht. 

Um  nun  unsere  jetzigen  Kenntnisse  von  diesem 
intressanten  Gegenstande  vollständig  darzulegen»  wel- 
che in  der  Absicht  von  mir  hier  aufgezählt  worden, 
um   das    BedürfnUs ,    neue   Untersuchungen    darüber 


*)  Es  ist  ein  merknrfirdiger  ümttstid,  daft,  freoo  GbiK 
tOD^t  Analyie  richtig  iit,  die  von  iba  anteriaehtea 
Quellen  in  demselben  Gebiete  sind,  alt  jene  von  Saliaa, 
und  genan  unter,  gleichen  geologischen  UjasUadea  eat* 

spnegea» 

.   '  ■?*    ' 

'  Digitized  by  VjOOQIC 


^ 


,     100  Br^yley*     . ;         ?. 

janzu&tellen,    darzuthuo,  füge- iab  noch  folgende,  Nön 
tizen  hin*u,. 

Dr.  Woilaston  eotdecikte  $purfen   von  Kal^  ii^ 

dem    beinahe  gesättigten ,    und   in    mancher    Hip«icht^ 

dem  Wasser  des  todteh  Meer's  ähnlichen ,  Wasser  de$ 

Sees    Airmia,    oder    Shahee,    \n   Persien^.     Phü.^ 

.   trans,  1819.  p.  ig^-  ..  .    ,  .,    .^  ;.  r^j 

C.    G.    G  m  e  1  i  n    hat    das    Wasser    des  *  todten* 
Meeres  einer  Analyse  unterworfen;  ihm  zufolge  ent*' 
hält  es  1.67S8  I<Ct.  Chlorkalium;  von  schwefelsauren 
Kali   findet    sich   nichts    erwähnt.    '  (PhiL    Mag.    anÖ. 
Annais,  N.  S.  VoLlL  p.  a5a.) 

Eine  Eeiha  von  Untersuchungen,  die  in  der  AB-« 
sieht  angestellt; werden»  um  dai'züthui],  ob  alle  äiW 
'saltigen  Bestandtheild ,  die(.  mim  in  Seewdsser  findet^' 
auch  im  Steinsalze  ;und  den  Saltsoolen,  und^vörziig» 
lieh ,  ob.  de  in  denselben  Terhältnissen  darin  votkoni*- 
*men ,  würde  in  geologisch^  Hinsicht  von  grofsem 
Interesse  seyn;  indem*,  obgleich  zulässige  Folgeroiigen 
so  wie  manche  Umstände  die  Ablagerungen  des  Stein-^ 
sölzes  aua  dem  Weltn^eere  schliefsen  lassen ,  'es '  doch 
eifoige  Schwierigheiten  giebt ,  welche  die  annehmbar->>^ 
sten  Theorien  in  Zweifel  ziehend  machen ,  die  'aber* 
durch  eine  kleine  Vergidchung  der  Beständtheile  de^ 
Steinsalzes  etc:,  mit  jenen  des  Seewassers  vielleicht- 
zu  beseitigen  wären.  ^    .       ,  ,   •  ;     :  ,* 

Öle  Menge  von  schwefelsaurem  Kali,  welche 
Dr.  Wollaston,  auf  eine  der  Wahrheit  „sich,  näh- 
ernde Weise,  im  Seewasser  fand,  entspricht  4ein  Ver- 


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.'^tähei  Kaligi^balt  der  Sahsoplen  etc.    lOl 

hSXXaSeBa  vm  9it69  pCt/der  darin  enthaltenen  gaasen 
Salsmasse  *).      Os, 

-  '  Diese  Menge  iat-  nur  um  oAS%  weniger  als 
jeney  w^ehe  Dr.  M.  Neveu  von  dem  ganzen  Salse 
asa  Saline  erhalten  MH;  und  beträgt  0.17a  mehr, 
ads .  das  YerhältniGi  desselben  Sah&es  in  der  verdunste- 
ten Soole  Bu  Droitwich  besagt;  angenomiaen  n&mlich, 
•dals  daxin  der  Uebersohafs  der  Schwefelsaure ,  welcheA 
Horner's  Untersuchung'  ergab,  in  Verbindung  mit 
fUS  i^rkmime.  Diese  nahe  Uebereinstimmung  darf 
viÄHeiefat'  als  die  Richtigkeit  Jener  Annahme  bestäti- 
gend- angesehen  v^erden. 

.  Es  ist  wahrschoiiilieh,  dafs  das' Kalf  in  Seewas- 
ser nicht  ausscUielslicIi  jenen  Ursprung  hat,  welcheA 
Wollaston  annimmt,  da  es  bekanntlich  ein  nicht 
unbeträchüicher  Bestandtheil  der  ältesten  Gebirge 
;  ausmacht.  Aber  wenn  wir  auch  vorziehen  sollten,  die 
Gegenwart  desselben  in  Seewasser  allein  von  den 
Meberresten  abgestorbener  PRanzen  abzuleiten,  so 
giebt  es  doch  keine  Schwierigkeit,    sich   dessen  Ein* 


*)  Dr.  Wollaston  fand,  daTs  Seewatser,  dessen  EigeBg#> 
ifricbt  =  |os6.ai  war  9  obagefibr  i/isoo  tcYiwefeliaores^ 
Kall  enthielt.  (Phil.  Trans.  1819,  p.  toO.  Und  atisDr. 
Mai^cet^s  Versuchen  ergiebt  sich,  dafs  Seewasser  von 
-  dieser '  Dichtigkeit  19.18  Grains  Salcmasse  in  500  Grainf 
dieses  Wassers  «ntbalten  mnfs.  (Ibid.  p.  aos.)  ffon  sind 
500/1800  sehr  nahe  =  0.417,  welches  die  Menge  des 
in  5oo  Grains  Seewasser  enthaltenen  schwefelsauren  Kalis 
ist,  oder  von  19. sS- Grains  der  ^abigen  Bestandtheil« 
wdche  dairin  anfgeldfst  sind.  Deshalb  wie  19.28:0.417 
:  :  lob  :  'a.i65. 


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iOi  Brayieyfi. Kaligehalt  d^SalzsooIenetc. 

fährvng  in  die  Wässer  Aes  Unmet^ ,  4tireh  diMelS^^n 
Mittel  zu  denken^  durch  welche  (bei  was  füs  einer 
Operation  der  Natur»  und  durch 'was  immer  fiit  Yer« 
Änderungen  es  folglich  auch  .  gesdieheh  mochte) 
die  Steinsalzlager  müssen  abgelagert ,  worden,  seyn ; 
weil  wir  wissen»  dafs  Lai|d-  und  Süfswasser  -  Pflanzen» 
verschiedener  Ordnungen »  vor  der  Bildung  der  neuen 
rothen  Sandsteinlager»  In  welchen  die  Salzlagef  vior- 
kommen»  im  Ueberfluls  existirten. 

Bei  Durchsicht  dieser  ehemischen.  Geschichte  «her 
obige  Gegenstände»  ergiebt  dch  femer»  dals  eins 
Reihe  neuer  und  genauer  Untersuchungen  über  dia 
Bestandtheile  des  Seewassers»  der. Steinsalze  undSoo* 
len  aus  allen  Gegenden»  ein  Bedürfioils  ftir  die,  Wis*- 
«enschaft  ist  ' 

Hieran  yrürde  sich  zweckmäfstg  schliefsen :  eine 
Bestimmung  der  .Grenzen  der  Verträglichkeit 
gemeinschaftlich  gelöster  Salze  *)»  deren^Wechselzer- 
-i»etzungen  während  der  Verdunstung  ihrer  Lösunget^ 
lind  die  Bestimmung .  des  Zustandes  der.  Verbindung, 
in  welchem  die  entfernteren  Bestandtheile  der  Salze, 
welche  man  aus  dem  Seewasser  erhält»  wirklich  in 
der  Flüssigkeit  sich  befinden. 

Die  letzten' Arbeiten  von  Dr.  Murray  C  Trans. 
Roy.  Sac.  Edinb.  VoLVm.)  und  Dr.  Marcet,  vor- 
züglich in  äofem  sie  sich^auf  das  letztere  beziehen» 
erfordern  noch  Bestätigung  durch  erneuerte  Unter- 
suchungen. 


*)  R.  Braadet  u.  A.  hieher  gehörige  ArbeiteB  waren»  obi- 
ger BemcrkuDg  zufolge»  dem  Yfc  noch  «abehaant. 


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103 


Nachtrag  zu  H.  Davy^g  Beobachtnngeii 
über  die  Farbe  des  \Yad9ers  (Ar- 
chiv e£c.  XVII.  aaS.); 


Geh.  Hofr«  u.  Ritter  Würz  er  zu  Marburg« 


Nicht  blofs  ^s  Wasser,  tondeni  aoch  das  Eis 
verschiedener  Flüsse  hat  eine  eigentbümiiohe  Färbet 
und  diese  scheint  nicht  von  xofiUligen  Ursachen 
herzürahren,  weil  sie  sonst  wohl  nicht  in  |edem 
Jahre  ganz  dieselbe  seyn  könnte  *). 

Ich  habe  diefs  sehr  oft  am  Eise  des  Rheins, 
Währgenommen »  welches  stets  bläulich  ist;. da  im 
Gegentheil  das  Eis  der  Mosel  immer  eine  grün* 
liehe  Farbe  hat.  Das  Eis  der  kleinen  Flüsse,  die 
rieh  in  der  Unterrhein  ergielsen»  wie  s.  B/  der 
Ruhr  u.  s.  w«^  ist  entweder  weils  oder  doch  nuf 
schwachgrüulich« 

Leidenfrost  hat  schon  vor  mahr  als  70  Jahren 
.hierauf  aufmerksam '  gemacht  *).  Diese  Yenchieden* 
beit  der  Farben  ist  auch  so  deutlich,  dals  die  Schifftsr 
tich  ganz  darnach  richten;  indem  sie  daraus  erkennen, 
ob  es  Rhein-  oder  Mosel-Eis  ist,  womit  sie  zu 
tfaun  haben. 

Dars  aber  in  Zersetzung  begriffene  vegetabilische 
Stoffe  Ursache  der  grünen  Farbe  seyen,  ist  mir  nicht 


*)  Wie  aach  Si^omby,  v,  Ssniser'e  ««d  r.  Chsr- 
penti«r  hiniichtUch'  dat  PoJsr-  nad  Gleticher* 
£i86t  besengeo;  vergL  m.  Hdb.  d.  Meteorologie  L 
iii-^ti5.  Ksttoer. 

**)  De  sqtise  sommoeis  eoBanllis  qaslilstibiis.    Daifbnrgi  sd 
rheaoM«  1756.  p.  94*  Worxsr. 


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J04    Würz  er  Beob,  ü.  d.  Farbe  d.  Wassers. 

ganz  einleuchtend)  denn  gerade  da9  durchsichtige 
klare  (nicht  das  opake)  Eis  des  Rheins  ist  him- 
melhlau,  das  helle,  durchsichtige  Eis  der 
Mosel  grün;  und  wefshalb  ist  $}ese  Erscheinung  in 
jedem  Jahre  ganz  dieselbe?  Warum  ist  Wasser 
und  Eis  aller  Waldbäche  (oder  doch  wenigstens  der 
lyiehrzahl  derselbeu)  nicht  grüii?  Warum  ist  das 
Meerwasser,  selbst  in  solchen  Gegenden  grün  ange- 
troffen worden,  wo-  auf  mehreren  Hunderten  von 
'  Meilen  kein  Eiland  ist?  DafsJod  und  Brom  diese 
Farbe  in  demselben  nicht  hervorbringen  können,  da^ 
tron  halte  ich  mich  um  so  mehr  überzeugt,  als  )eno 
^eegewächse,  durah  deren  Zersetzung  das  Meerwasr 
ser  obige  Bestandtheile  enthalten  soll,  wie  Kastr 
ner  sehr  richtig  bemerkt,  nicht  einmal  freies  Jod, 
sondern  farblose  hydro jodsaure  Saite  enthal- 
ten.' Mir^  scheint  der  Grund  dieser  verschiedenen 
Farben  des  Eises  und  Wassers  noch  nicht  entschleiert 
9tt  seyn.         .  ^ 

So  grofs  unsre  Fortschritte,  in  der  Analytik  'der 
"Wasser  sind;  so  können  wir  doch,,  trotz  unsres  Auf- 
Gndens  Von'  Lithion,  Baryt,  Str  ontian  etc., 
eben  so  wenig  aus  den  aufgefundenen  Bestandtheilei% 
deren  Heilkräl^e  ^  als  von  manchen  Quellen  die  Nach- 
theile. erWären,^ welche  ihr  fortgesetzter  Gebrauch 
hervorbringen  soll,  als(  S|:9macace,  Scelot^yrbe 
u.  s.  w.  Selbst  die  allgemein  bekannte  (und  oft 
sehr  auffallende)  Verschiedenheit  des  Fleisches  der 
Fische,  je  nachdem  sie  in  diesem  oder  in  einem  beriaöh-" 
harten  Flufse  oder  Teiche  gelebt  haben,  wie  ist  sie 
zu  erklären  ?  Mich  deucht,  man  könne  auch  hier 
poch  sagen  -^  so  wenig  auch  manche  Chemiker 
diefs  Wort  haben  wollen:  — 

„In  Erd^    und   Himmel  giebt's   n^ehr 

Ding*,  Horatid, 
„Als    fe    bei    euch    Philosophie   *ge* 

träumtl^* 


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«0? 

Ueber    die    Wiederherstellung   Tdeir 
Metalle  durch  Stickstoff;  ^ 

vom 

Professor  Fischer  ;&»  BresUa, 


Schon  im  3. 1827  beobachtet»  ich  die  RedaktiQii 
des    Palladium!»,    wemi    die  Auflösung  deiselbeo 
bei  gewöhnlicher  Temperatur  an  der  Luft  verdampft. 
Das  Palladium  stellt  sich  als  ein  sehr,  glänzendes  Mor 
lallhäuschen  dar,    welches   an  den  Wänden  des  Ge« 
fäfses  sich  anlegt,  während  durch  das  Verdunsten  bei 
erhöhter  Temperatur  das  Falladiunsals  als  Rückst^ 
erhalten  wird.      Es   drängte   sich    mir    der  Gedanke 
auf,  dafs  der  Stickstoff  der  atmosphärischen  Luft  hier 
wohl  der  reducirende  Stoff  sepi  möfhte;  ein  Ge4anke^ 
welchen   ich  um.  so  weniger  öffentlich  auszusprechen 
wagte,  als  mir  keine  ähnliche  Wirkung  bei  andern  Metall« 
aalzen  bekannt  war,   die  GoldauBösung  allein  ausge- 
nommen,   welche  jedoch  nur  dann  nach  langer  Zeit 
eine  schwache  Reduktion  zeigt,  wenn  sie  vollkommen 
neutral  ist,  da  hingegen  das  Palladium  auch  aus  der 
Auflösung,  die  viel  freie  Säure  enthält  in  verhältnils? 
mäfsig  kurzer  Zeit  volUtändig  reducirt  wird. 

In  diesen  Tagen,  (Anfangs  September)  fand  ich 
mich  vorzüglich  yeranlaCst ,  diese  vermuthete  reduci- 
rende Wirkung  des  Stickstoff*s  einer  nähern  Prüfung 
zu  unterwerfen,  indem  ich  beim  Goncentriren  einet 
Auflösung  von  Uralischem  Platin  in  Königswasser,  wel- 
ches AUS  gleichen  Theilen  Salpeter  •  und  Salzsäure 
gebildet  worden  yirar,  die  Ausscheidung  eines  Gold- 


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föd  Fischer 

H&ucciidii   auf  der  Oberfiäch^  dieser  noch  sehr  viel 
freie  Saure  enthaltenen  Flüssigkeit  -^ithrnahm  *). 

Wenn  die  angegebene  Reduktion  der  Palladium- 
und  der  neutralen  Gold -Auflösung  an  der.  atmosphäri* 
achen  Luft  die  reducirende  Wirkung  A^$  (reinen} 
StiekstoFs  vermuthen  liers»  so  mufste  diese  Reduk- 
tion des  Goldes  aus  einer  Auflösung,,  die  viel  freie 
und  eoncentrirte  Säure  enthält,  zu  der  Ansicht  lei- 
"  tbii',  dafs  Belh9t  der  chemisch  mit  Sauerstoff  verbun^ 
dene  Stickstoff,  —  Welche  Verbindung  beij;inwirkung 
der  Wärme  auf  die  Mischung  von  Salpeter  und  Salz- 
säure leicht  gebildet  •  wird ——  die  Reduktion,  wenig- 
stens des  Goldes,  zu  bewirken  >^rmag.  Folgende 
Versuche  bestätigen  die  Richtigkeit  dieser  Ansicht : 

l)  Die  gewöhnliche  Gold-Aüflösung  d.  h.  jene, 
welche  freie  Säure  enthält^ward  dergestalt  mit  Stickoxyd^ 
gas  in  Berühruäg  gebracht,  dafs  die  entwickelte  Luft 
in  die  Goldauflösung  geleitet  wurde ;  es  erfolgte  bald 
die  Reduktion  Hes  Goldes,  welches  sich  theils  an  den 
Wänden  des  Gefkfses  fest  anlegte ,  theiU  die  aufstet- 
^eilde  Lüftblase  gleichsam  mit  einer  metallischen 
Hülle  iiberzog,  welche  beim  Platzen  der  Blase  auf 
der  Oberfläche  der  Flüssigkeit  als  Hautchen  sich  dar- . 
Wellte.  Nach  kurzer  Zeit  was  alles  Gold  aus  der 
"Flüssigkeit  ausgeschieden,  .  ^ 


*)  Das  Uralisch«  Platin  bat  nämlich  viel  Gold  beige- 
Inengt,  welches  nur  sehr  schwer  tod  den  eigentlichen 
Platinerz- Körnchen  getrennt  werden  kann.  Das  Platioers 
selbst  hingegen,  enthalt  —  wie  ich  mich  durch  Tersuchls 
fiberEeugt  habe  —  kein  Gold,  wie  denn  ja  anch  Berie- 
Uijis  kainar  alt  Bastaadtheila  angegeben  hat. 


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&  d.  Wiederberst.  d.  Metalle  d.  Sticlutoff.  107 

ft)  Eben  so  erfolgt  die  Reduktion,  wenn  die 
Goldaufiöeung  der  Einwirkung  der  $alpetrichten  Sätiie 
atugesetst  wird;  was  leicht  dadurch  bewirkt  werden 
kann,  wenn  eine  Röhre  mit  Goldaufldsung  in  den 
obem  (leeren)  Raum  einer  Hasche  gehalten  wird, 
welche  rauchende  Salpetersäure  (salpetrichte  Salpeter« 
säure)  enthält,  indem  dann  die  GoldauBdsnng  mit 
den  aubteigenden  Dämpfen  der  salpetrichten  Slure  in 
Berührung  tritt;  oder  man  braucht  nur  die  Flaiehe  mit  > 
der  ratschenden  Salpetersäure  dergestalt  über  das,  dt^ 
Goldaufldsung  enthaltene  Gefilfs  zu  neigen ,  dafs  die . 
aus  der  Oeifaiung  der  Flasche  entweichenden  Dämpfe 
die  Goldauflösung  berühren. 

5)  Stickioxydulgas  hingegen  bewirkt  keine  Re« 
dnktion  dea  Goldes. 

4)  Eben  so  wenig  wird  von  Stickoxydgas,  odet 
von  der  salpetrichten  Säure  die  Reduktion  des  Palladiums, 
oder  eines  andern.  Metallsalzes  bewirkt. 

5)  Um  mich  näher  zu  überzeugen,  dals  die 
Eingangs ,  erwähnte  Reduktion  der  Palladium-  und  der 
neutralen  Gold-Auflösung  an  der  atmosphärischen  Luft 
von  Stickstoff  herrührt,  setzte  ich  die  Auflösung  die« 
ser  Metallsalze  der  Einwirkung  derjenigen  atmosphä-» 
rischenLuft  aus,  welcher  zuvor  der  Sauerstoffgehalt  ent- 
zogen worden  war;  wozu  sich  die  farbenlose  Auflösung 
des  salzsauren  Kupferoxyduls  in  Salzsäure  am  vorzüg- 
lichsten eignet  *).     Ungefähr   nach  8  Tagen  fand  in 


*)  Di«  melstea  Köiper,  welche  der  AtmotphSr«  leicht  den 
Ssaerttol?  entsiehen ,  entwickele  eatvreder  bei  dieser  Ozy« 
datiee  «in«  Lnft,  oder  baoefaen  D&npfe  ans,  die  entweder 
«in  Rsdnktioa  odeir  dk  XerseMng  der  GoUadUseng  b«* 


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f09  '    .  ;>    F4ft:«he:r  , 


.1/  Mi 


dieser  a|>geschIo8senea  Luft»   die  sciawaebe  Reaktion 
d^Qold^es,  abier  k^in^  Spur  d^s  Palladiums ^tatt.  «/ 
/.        Da«  {Resultat  dieser  lYersuche    i^t   demnach,  fok 

.  a)  Der  Stickstoff  re^iicirt  «owoiil  das  GoLd  als 
ayuiQh  das  F;^lladiuni»,— ^  (und  : aus  Qinjg^Q . Erschein 
imngen  zu  schliqfsei^,  dürfte  wo^hl-  auch I  die  Silber 
l^d  f latipauflpsung  nach  langer  ZeU.)&ine:HeduktioD 
^lei^en  .— )  wird  dsibei^  üi^  Auflösung  dieser  Metall« 
Jaxige  J^ei^  hindurch  in  Berührung  mit. der  ^tmosphär 
jnftchen^Iiuft  gelassen ».  so  erfolgt  mit  -iem  Verdampfen 
4er  J'lüs^gkeit  zugleich  di«  Reduktion...  Diesos  Ver- 
dunsten ist  die  Bedi.ng^ung  der  «.stattfindenden 
Reduktion,  indem,  .dex  Stickstoff  iMiT  in  ,so  fern 
dem  aufgelösten  Metalloxyde  seinen  S^uerstofff  %u  entr 
fiejbjen  im  Stande  ist»  als  zugleich  di^  Säure  des 
j$£^z,e8  beim  Verdunsten  mit  entweicht:;  daher  wird 
das  Palladtium,  9bgleich  weit  weniger  xc^ducirbär  als 
das  Gold»  an  der  atmosphärischen  Luft  .vollkommen 
redujcirt;  das  Gold  aber  nur  zum  Theil»  weil  die 
Auflösung  jenes  Meta^s  bis  zum  ttookn^n.  Bückstand 
bei  gewöhnlicher  Te^iperatur  verdunstet  >  die  Goldr 
aufiösung  iiber  niclit»  v^.elch^  vielmehr  wie  bekannt 
als  krystallisirbares  Säte  an  der  Luft  zerBiefst.  Auob 
ist.  es*  leicht,  begreiflich  >  dafs  es  bei  der  Palladium- 
aufiösung  von  keinem  wesentlichen  Sinflufse  ist,  ob  sie 
neutral  oder  sauer  ^^rsch^int,  nur  wird  im  ersren  FaU« 
dieBe^uktion  etwas  schneller  erfolgen;  die Goldaufiö- 
sung    hingegen    wird   nut    dann   zum  Theil    reducirt. 


wirken  koDBen«  welcbes  letztere  telbA  ail  dem  gewohn- 
^liohen  Cbloi^^n  der  Faü  it^ 


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il.  d:^^ie€l^rher&t;  d.  Metalle' d/SHtekstoC'  109 

ttreiin  sf»  neutral' ist.  tyih  caoee  telgt  nach  mehre-» 
ren  Motiathdii  kaum  Sporen  von  reducirtem  Golde* 
Endlich üt  es  leMht  begreffltoh,  dafs  AntA  daa  Yer« 
düxmen  «niii  Waeser  die  R^uktion  begünstigt  wird*  • 
V)  'lDa&  dar  mit  Sauerstoff  chemisch  verbimdenä 
Stickstoff;  ^ie  Stickoxydgas  4itid  salpetrithte;  Säure  die 
Aaflösung  'des  Goldes  weic  schneller  und  TeUstdndige^ 
Tedudft,^^  der  reine  StickstoflF»  ist.  nicht  aoffallesi^; 
-indem  ieir  6tldcstoff  ein  ä&nlich^  Verhalten  wie  aiw 
dete  in'  t^rschied^nem  Grftde  oxydirbare  Körper  in 
dieserr  Hinsicht  zeigt;  wie  tl  B.  der  Schwefel»  in» 
Allgemeinen  "Weit  weniger  redoclrend  als  die  schwefs 
Hebte  S&ure  wirkt.  W^im  femer  das  Stickoxydulgae 
keine  Reduktion  bewirkt,  so  ist  dieses  sowohl  in  def 
geringeren  Oxydirbarkeit  als  auch  in  der  inhigerea 
YerbmduDg-der  Bestaiidtheile  dieser  Luft  gegen  die 
der Salpeterlüft  und  salpetricbten Säure  gehalten,  ge« 
gründet.  Der  Widerspruch  hingegen»  der  doria  xitf 
liegen  ^6heint»  dafs  die  Palladiumaufidsung  weder  TOd 
der  SalpeteiluiFt '  noch  von  der  salpetrichten  Saure  (un^ 
mittelbar)  reducirt  wird,  wird  leicht  durch  den  ver^ 
schiedenen  Grad  der  Verwandtschaft  dieses  öxydirte« 
StickstofPs  zum  Sauerstoff  und  der  des  Palladium»* 
zum  Sauerstoff  uild  zur  Säure;  sowohl  der  Auflösung 
als  der  bei  Berührung  der  Flüssigkeit  leicht  zu  bil- 
denden salpetrichten  Säure  oder  Salpetersäure  aufgeho- 
ben; wofür  ebenfalls  der  Schwefel  und  die  schweflichto 
Säure»  in  Rücksicht  ihres  Yerbaltens  zur  Silberauf- 
losung als  Beispiel  angeführt  werden  kann,  indem 
diese  Säure^  obgleich  im  Allgemeinen  redudrender  ale 
der  S^4i)yefe\/  dennoch  das  Silber  aus  der  Auflösung 
nicht    zu   reduciren   vermag,    während  der  Schwefel» 


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tlQ  Flapher  ü.  d.  Wiederbertt.  d*, JM«taIle  etc. 

ob^oicH  langsam  und  sehwach  die  Reduktion  he^irkt. 
Aas  eben  dieser  Erörterung  ist.  es  klar,  daiä'  auch 
\m  4er  Beluktion.  des  Goldes  durch  Stickoicydgasy  oder 
durch  salpetrichte  Säure  die  Verdünnung  derGoldauf- 
lösung  mit  Wasser  nicht  nur  wesentlich  fördert,  ison- 
dem  sogar  nöthwendig  ist»  indem  eine  concentrirtd 
Goldau&ösung  mit  freier  Säure  von  der  salpetrichten 
Säure  gar  nicht,  von  der  Salpeterluft  aber  nur  im 
Ai^asge  reducitt  wird.  Daher  endlich  auch  der  Gruud 
leicht  einzusehen  ist»  warum  die  Goldauflösung,  wenn 
sie  I^hge  in  Berührung  mit  salpetriger  Säure  .steht 
(Vers,  a)  keine  Reduktton-  zeigt»  Wjeil  das  an&ngs  re-» 
ducirte  Gold,  durch  die  gebildete  Mischung  von  Sal- 
peter r  und  Salzsäulre .  wieder  aufgelöst  wird.  Diese 
Erscheinung  der i anfänglichen  Reduktion  und  des  nach«, 
hearigen  Wiederäuflösens  wird  wieder,  .wie  natlzrlich 
um  so  sidier  und  schneller  statt  finden,  je. mehr  freie 
Salzsäure  die  Qoldauilösung  bei  einem  bestimmten 
Grade  der  Goncentration  enthält.  SchlüfsUch  ist  es 
wohl  überflüssig  zu  erwähnen ,  dafs  bei  diesen  Yer- 
suehen  über  die  redacir^nde  Wirkung  des  Stickstofib 
das  Licht  ausgeschlossen-  worden  ist  *)• 


*)  Seit  180^  hebe  ieh  zum  VoiveigeD  in  nie»en  Va^rletaiigea  ' 
ein  Glas  auf,   mit  nicht  ganzlich  ausgefälltem  Knallgolde,' 
dessen   überetebende  FlässIgHeit  an   ihrem   oberen  Rande 
einen    der  Glaswand   anliegenden ,    lebhaft  m  e ta  1 1  i j  c  h 

fl&ncenden,  kreisrunden,  den  ehemaligen  etwas  hö* 
ern.  Stand  ätr  (von.  i6k>7 — »S09.  um  einige  Linien  Ter-' 
dunsteten  Flüssigkeit  bezeichnenden»  ohngffähr  eine 
'  Linie  bereiten  Goldetreifen  und*  darunter  einige  aehmalf 
anf&nglieh  purpurpe,  dann  braun  erschienene  Hinge  dar-' 
bietet.  Da  dieses  Glas  wahrend  jener  1  Jahre  (und  spä- 
therbtn)  stets  dem  Llelite  ausgesetnt  war,  ao  glaubte  ich 
bisher  hauptsächlich  dessen  £influsse  die  reducirende  Wir- 
kung zuschreiben  zu  müssen.  Kaitser. 


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111 


Zur  Kenntnifs  des  Mutterkorn  (Seeale 
comutum) ; 


TOtt 


C.  F.  Maafs^  zu  Hamburg. 


So  wie  die  Nlatarforccher  immer  noch  nidit 
übereinstimmender  Meinung  sind :  hinnchtlieh  der  V^n 
tar  und  £ntstehtzng  des  Mutterkorns^  in  gleichem 
Grade  weichen  sie  auch  von  einander  in  Beantwortung 
derFrage  ab :  worin  die  scbiadliehe  Wirkung  dieses  K5r-r 
pers  zu  suchen  sey?  Einige  vermuthen  darinn  eiaea. 
Blausäuregehalt,  Andere  hingegen  wollen  in 
demselben  Morphiumsalze  entdeckt  haben.  Dio* 
ses' Schwanken  der  Meinungen  upd  Ansichten  yera^r 
lafste  mich  vom  Neuen  einige  Versuche .  damit  anxu« 
stellen.  lDa  dieser,  Gegenstand  schon  hinreichend  be^; 
arbeitet  ist,  so  übergehe  ich  die  meisten  firüheren 
Yermuthungen  über  dessen  Entstehung,  so  wie  ich 
auch  dessen  Anwendung  als  Arzneimittel  nicht  weiter 
berücksichtige,  da  es  schon  seit  Ende  des  s 6.  Jahr-* 
hunderts  der  ärztlichen  Benutzung  unterworfen  warde^. 

Gewöhnlich  hält  man  die  Entstehung  dieses  Ge« 
bildes  für  jene  Krankheit  <der  Gräber,  welcher  die, 
Pflanzen  -  Pathplogen  den  Namen  Clavus  gegeben  ha- 
ben. Obgleich  nun  mehrere  Grasarten  dieser  Krank- 
heit unterworfen  sind^.  so  findet  ddc^  dieselbe  hauptr 
sächlich  bei  dem  {loggen  statt  Die  ,$aamen^ömec 
nebmeh  ungewöhnlich  .ai?i  Gröfse  zu,  verlangem  sich,, 
ragen  über  die  Aehre  heraus  und  sind  i^nfeg^mäfsig, 
gestaltet;    meistens   gekrümmt,   der  Länge   nach  mit 


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lifc      ^  Maafs 

Filüfeben:  ver^ftheh, i  cylnidrisch ;  Ikisserlicli  violett  üiid  ^ 
inwendig  weifs,  doch  ist  diese  iLufsere  Form  sowohl 
wie  die  innere  sehr  verschieden»  nur  kommen  darin 
alle  Gestaltungs -  Abweichungen  überein:  dafs  sie 
nach  Aussen  auffaßend  stärker  geFarbt  erscheinen  als 
dem  Innern  zu;  das  sich  immer  heller  darstellt  als 
die  Aussenfläche. 

-  '  •  Weöti  auch  die  Ursachen,  welche  die  Bildung 
d^s  Mmterkotns  veranlassen,;  noch  nicht  hinreichend 
erfoTScbt  «nd,  so  lehrt- doch  die  Erfahrung:  dafs  ka^ 
hdlt^nd  feuchtfes  Wetter  dessen  Bildung  begünstigt,* 
wäferönd  in  trocknen  Sommern  wönig  Mutterkorn" in 
Aeii  *Aehten'  gefunden  wird;  'Decandolle  hält  es 
für  feiÄen'TiK  von'der  Gattung  Sclerotium.  Nach 
Flfel  d*s'  Beobachtungen  entsteht  das  Mutterkorn  durch 
dön*  ^Stith*  einer  Fliege,*  welche  die'  jungen  Aehren 
anbiohrt^  uirn-den  herausfliefsenden  süfsen  Saft  ai;{zu- 
satigeti;  anfangs  zeigt  sich  in  dem  angezapften  Korn 
ein  schwarzem  Kugelchen,  welches  sich  später  inMut^ 
terkorn  vörwaifdelt.  Einige  Naturforscher  wollen 
selbst  dadurch  künstliches  Mutterkorn' producirt  ha- 
ben^ d&fs  sie'di^  unreifen  Körher  mit  einer  Nadel 
durchstabhen;  es*  schwitzte  dann  bald  ein  süfser  Saft 
heraus  und  so ^«oÜ  sich  später 'das  Mutterkorn  gebil-» 
det  haben.  Fontank  hat  in  seinem  Garten  Roggen 
gezogen  und  auf  die  Spitze  einer  jeden  Pflanze  Mut« 
.  terkörn  gelegt.  Das  Resultat  seines  Versuches  war, 
dals  die  Aehren  ^om  Mutterkorn  angesteckt  wurden; 
woraus  sich  zu  ergeben  scheint,  dafs  diese  Krankheit 
ahisteckehd  sey.  Doch  aber  lehrt  die  tägliche  Erfah- 
ihmg,  'daß  nicht  alle  Kömer  einer  Aehre  zerstört 
aihd.    '•  •'     "^w-    -^  '*  '     i        ••-..-  .  •     ^ 

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zur  ttenntiub  des  Mutterkorn.        113 

Ei  haben  schon  mehrere  Chemiker,  namentlich 
Yauquelin  und  Pettenkofer,  chemische  Unter- 
suchaxigen  über  das  Mutterkorn  angestellt;  Letzterer 
vermuthet,  dafs  in  phosphorsaurem  Morphium  dessen 
schädliche  Wirkung  xu  suchen  sey.  Aus  Y au  que- 
ll n*a  Untersuchungen  g^ht  henror»  dals  das  Mutter- 
lEom  ent))ält: 

i)  einen  blafsgelben  Farbestoff,  Idslkh 
in  Alkohol  und  riechend  wie  Fischöl; 

a)  eine  51  ige  Substanz; 

S)  einen  violetten  Färbestoff,  unlöslich  in 
Alkohol  und  leicht  haltend  auf  Wolle  und.  Seide; 

4)  eine  Säure;  wahrscheinlich  Phosphorsäure; 

5)  in  grofser  Menge  eine  thierisch  -  vage« 
tabilische  Substanz,  die  sehr  zur  Fäulnifs  geneigt 
ist  und  durch  Destillation  viel  dickes  Oel  und 
Ammon  giebt 

Ich  gehe  nun  sofort  zur  Beantwortung  folgender 
drei  Fragen  über: 

])  enthält  das  Mutterkorn  wirklich  ^^kein  Amy- 
lot^*,  dagegen  aber  ft)  mid  S):  Morphium  und 
Blausäure? 

Zur  Beantwortung  der  ersten  Frage  wurde  eine 
Quantität  fein  gestofsenes  Mutterkorn  ip  einen  Beu* 
tel  von  feinem  Leinen  gebunden  und  in  einer  Schaale 
mit  destiUirtem  Wasser  mit  den  Händen  geknetet; 
nachdem  dieses  eine  Zeitlang  fortgesetzt  worden  war, 
setzte  sich  etwas  graues  Pulver  zu  Boden,  welches 
sich  bald  als  Kleber  erkennen  liefs;  es  färbte  sich 
mit  Jod  nicht  blau;  bei  gelinder 'Wärme  getrocknet 
und  in  einem  ofFesnen  PlatinlöfFelchen  erhitzt  verbrei-^ 
tete  es  einen  starken  Geruch  nach  einem  thierischen 
Arcbir  f.  d.  get.  NsturL  B.  18.  H.  1-  8 

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ji4  Maafs 

v^rbretlnenden  Korpet.  Die  Jodtbiktccr  brachte  keine 
blaue  Farbe  iti  dem  Wasser  her\ror,  also  war  kein 
Amylon  vorlianden.  Ein  Tkeil  dieser  Flüssigkeit 
'wurde  filtrirt,^ttm  ihn  von  dem  grauet^  Pulver  (Kle- 
ber) %a  be&eienj  hietatif  gekocht  (wodurch  es  steh 
trübte  und  ein  wemg  Schaütn  bildete^  welcher  vote 
d^r  Oberfläche  abgenommen  ward)  und  tlann  gettod^ 
net^  und  nun  verhielt  et  iich  wie  Pflanzen eyWeif^. 
Die  abermalsfiltrirte,  von  Eyweifs  abgeänderte  l^lih»- 
sigkeit  wurde  in  einer  kleinen  Porcellanächaäte  ab- 
geraucht,  hthterliefs  eine  gelbe  durchsichtige  Sub- 
statix»  welche  tus  etwas  Schleimaucker  nebst  Gummi 
bestand. 

Da  angeblich  ^as  Mutterkorn  reicher  an  Stick« 
«toffverbindungen  wie  der  Roggen  seyn  soll,  so  mag 
dieses  mit  zu  der  Yemiutiiung  Anlafs  gegeben  haben, 
dafs  es  Blausäure  enthielte;  obgleich  seine  Wirkung 
auf  den  menschlichen  Organismus  nicht  dafür  spricht; 
allein«  wenn  diese  Yermuthung  auch  nicht  wahrschein- 
lich^ ist,  so  wäre  doch  die  Möglichkeit  einer  Bildung 
von  Blausäure  unter  denen  von  jenen  Ghemikejn  an^ 
gegebenen  Bedingungen  nicht  wohl  zu  bezweifeln.  Pet«^ 
,  tenkofer  hat  nämlich  den  in  Alkohol  und  Wasser 
unlöslichen  Theil  des  Mutterkorns  mit  Kali  gegliäit, 
die  geglühte  Masse  nachher  mit  Wasser  au%eweicht 
Und  mit  schwefelsaurem  Eisen  geprüft  und  so  mit 
demselben  einen  blauen  Niederschlag  erhalten»  AUeid 
hier  hat  sich  offehbar  erst  Blausäure  gebildet,  da  es 
an  denen  dazu  erforderlichen  Bedingungen  nicht  fehlte. 

Ich  ,suchte,  jene  Yermuthung  einstweilen  ab 
hinreichend  begründet  voraussetzeüiid ,  erst  die. Frage 
zu  beantworten,  wie  kann  die  Bläusäure  in  den  Mnt- 


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zvLT  Kenntiiifo  des  Mutterkorns.       115 

•Mrliofa  TorHaoiidii  seyn,  im  £rei#ii,  oder  im  gebun- 
46tteii  Zustande?  Frei  kann  sie  aicKt  darin  enthal- 
ten seyn ,  wea  sie  sonst  durch  ihrMi  eigenthümlichen 
surken  Geruch  ihr  Yorhandenseyn  cu  erkennen  geben  * 
nrüide,  wie  diefs  der  Fall  bei  bittem  MandeU  etc. 
ist;  denn'  wenn  audi  der  Gehalt  der  Blausäure  in 
aoldten  Körpern  lädiC  grols  encheint,  so  ist  doch  ihr 
Goruch  unveilcennbar.  — •  Die  BkusSure  müfste  i^o 
hier  an  ein  AUudi,  Erde  oder  Metalloxyd  gebunden 
soyn;  ist  sie  mit  einer  Erde  oder  Alkali  rerbunden, 
so  bildet  sie  ein  lösliches  Salt.  —  Um  dieses  nun 
XU  entdecken ,  wurde  eine  Quantität  Pulrer  des  Mut- 
terkorns anhaltend  in  eintfm  Glase  mit  deMillirtem 
Wasser  geschüttelt,  alsdann,  wurde  die  Flüssigkeit 
von  dem  Pulver  abgegossen  und  filtrirt;  weder  durch 
Eisensalse  noch  durch  Kupfersalxe  konnte  eine  Spur 
von  blausauren  Saison  entdeckt  werden.  Ebenso  ver- 
hielten sich'  die  Reagentien  su  dem  gewaschenen  ab* 
gesetsten  Pulver.  Ein  Theil  dieses  Pulvers  wurde 
anhaltend  gekocht ,  allein  durch  die  oben  angezeigten 
Reag^tien  konnten  keine  Blausäure  ^  Metallverbin^ 
düng  darin  entdeckt  werden«  Wenn  also  auch  die 
blausauren  Sälae  in  sehr  geringer  Menge  vorhanden 
gewesen  wären«  so  würden  doch  jene  Reagentien  eine 
^'Spur  davon  angezeigt  heben;  da  dieses  aber  nicht  der 
Fall  war,  so  kann  man  mit  Bestimmtheit  He  Fol« 
gerüng  ziehen:  dals  das  Mutterkorn  keine  Blausäure 
enthält  und  daCi  lieine  betäubende  Wirkung  in  einer 
nndem  Ursache  zu  suchen  sey.  Um  aber  auszumit- 
«eln:  ob  sich  unter  obigen  Bedingungen  wirklich 
BUiuSaureverbindungen  bilden  können ,  wurde  ^in 
Theil  zersto&enes  Mutteikom  mit  ein  wenig  HUi  ge*  , 

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116  Maafs 

glüht,  die  Mas^  in  Wasser  gelost  und  mit  Kupfas* 
und  Eisensalzen  geprüft,  und  wirklich  (entstand  v<m 
letzteren  ein  blauer  Niöderschlag;  doch  Sollte  dieser 
Yers|ich  bei  Wiederholung  mit  einer  neuen  .Portion 
geglühter  Masse  nicht  gölingen.  —  Ich  glaube  hier- 
aus folgert!  zu  dürfen :  dafs  wenn  Blaüswreverbiit- 
düngen  in  dem  Mutterkorn  gefunden,  woi^den,  8pJ.cbd 
^rst  durch  die  chemische  Einwirkung  entstanden 
seyen.   '  .  , 

Enthält  das  Mutterkorn  Morphium,  oder 
Narcotin,  oder  andere 'Bestandt^^ile  ähnlich  den 
alkaioidisehen  Bestandtheilen  des  Opiums? 

.  Fettenkofer   sprach  (siehe  Report  d.  P}xdrm. 

^eft  4)    die    Yermuthung  aus,   dafs   das   Mutterkorn 

phosphorsäures    Morphium    enthalten    könne, 

da  er  durch  Krystallisation  ein  Salz  erhielt,  welches 

der  Form  «lach  jenem .  ähnelte» 

;  Um  nun  au  untersuchen :  ob  Morphinm  in  dem 
Mu^tterkom  enthalten  ^ey,  wurde  ein  Theil  des  letz- 
teren mit  verdünnter  Essigsäure  d4  Stunden  hindurch 
digerirt«  Der  Auszug  erschien  gelhröthlich  gefärbt, 
blieb  klar  und  setzte  keinen  Bodensatz  abJ  Mit 
flüssigem  Aetaammon  entstand  für  den  ersten  Augen- 
blick keine  Yerändertmg,  späterhin  setzte  sich  ein 
flockiger  Niederschlag  zu  Boden.  Die  Flüssigkeit 
blieb  nun  röthlichgelb ,  der  Niederschlag  Jloste  sich 
nicht  wieder  in.  Aetzammon  auf.  Dieser  essigsaure 
Auszug  verhielt  sich  nun  zu  einer  L^ung  von  neu- 
tralem Eisenchlorid  und  zum  schwefelsauren  Eisen- 
oxyd, zwar  nicht  wie  ein  Morsphiumsalz ,  allein 
sowohl  dieser  essigsaure  Auszug,  als  auch  der  wässe- 
rige  theilte  mit    den   Morphiumsalzen   das  Ken^zei- 


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zur  Kennlnifg  des  Mutterkorn.         l}7 

dien;  dafs  mit  Salpetersäure  übergössen  der  Rftck- 
stand  (oder  ^e  Flüssigkeit)  voth  gefibrbt  erschien, 
^ne  Farbe  y  die  nachher  ins  Gelbe  übergieng,  wie 
dieses  auch  der  Fall  ist  mit  Strychnin  und  Bru- 
ein  und  deren  Salven.  Es  lälst  sich  daher  weiter 
folgern  y  dafs  das  Mutterkorn  xwar  kein  Morphium, 
woM  aber  einen  eigenen  alkaloidischen  Stoff  ent« 
halte.  Mehrere  andere  Versuche«  die  nun  mit  dem 
essigsauren  Ausxuge  gemacht  wurden,  übergehe  ich» 
da  sie  ku  keinem  Resultate  führten;  ich  untersuchte 
z.  B.  vergebens  das  Verhalten  gegen  Jodtinktur,  Blei* 
Zucker,  kohlensaurem  Kali,  salpetersaurem  Silber  etc. 

Ein  Theil  gepulvertes  Mutterkorn  wurde  nun  mit  80 
grädigem  Alkohol  digerirt;  er  lieferte  eine  rothe  ins 
Viollette  spielende  Tinktur,  die  das  Lakmuspapier 
röthete* 

.Ein  Theil  dieser  Tinktur  wurde  abgedunstet; 
es  blieb  eine  harzige  Substanz  zurück,  die  röthlich* 
braun  war  und  einen  Geruch  ähnlich  dem  des  Ol.  filic : 
entwickelte;  der  Zusatz  von  flüssigem  Aetzanunon,  Blei- 
zucker, schwefelsaurem  Eisen,  Salpetersäure  etc.  gaben 
nichts  .Bemerkungswerthesi 

Ein  Theil  gepulvertes  Mutterkorn  wurde  mit 
destillirtem  Wasser  ausgekocht.  Der  Absud  besafs 
eine  grauröthliche  Färbe  und  röthete  stark  das 
Lakmuspapier;  während' de^  Siedens 'wurde  ein  Glas- 
stäbchen, das  zirvor  in  Essigsaure  getaucht  worden 
war,  darüber  gehalten,  es  entstand  ein  Nebel;  da« 
her  hier  Ammon,  oder  eiii  Alkaloid  dem  Ammon 
ähnlich,  entwichen  aeyn  mufs;  an  welche  Säure  aber 
dieses  Alkaloid  gebunden  war,  vermag  kh, nicht  mit 


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118  ^laüf« 

Gewißheit  w  bestimmen»  doch  besweiSe  kh»  dab^ 
Essig-  oder  Phosphorsäure  gewesen  sey^ 

Ein  anderer  Theil  fein  cerstoftenes  Matterkom 
wurde  in  einet  passenden  Retorte  mit  destilÜrteai 
Wasser  übergössen  einige  Tage  stehen  gelassen  und 
alsdann  bei  gelindem  Lampenfeuer  über^estiUirt.  Dae 
Destillat  war  klar»  späterhin  trübt  es  sich  und  hMte 
einen  stark  betäubenden  Geruch;  Lakmus  ward  nicht 
geröthet»  Curcumapapier  wurde  ange&toglich  gebräunt^ 
doch  nachdem  das  Destillet  einige  Zeit  an  freier 
Luft  gestanden  hatte»  war  keine  Spur  eines  Alkaloid 
mehr  vorhanden;  woraus  folgt»,  dals  letzteres  sehr 
flüchtig  seyn  mufs.  Aller  Wahrscheinlichkeit  nach 
enthält  das  Mutterkorn  eine  Ammonverbindung,  indeb 
könnte  es  auch  ein  eignes  flüchtiges  Alkaloid  seyn; 
doch  spricht  das  Verhalten  der  Essigsäure  zu  deut- 
lich für  Ammon.  Diefs  Destillat  giebt  mit  schwefel* 
saurem  Eisenoxyd  einen  weifsen  flockigen  Nie- 
derschlag; die  übrigen  Reagentien  äusserten  ver- 
schiedene Wirkungen  darauf»  die  jedoch  weiter  zu  keinen 
entscheidenden  Resultaten  führten.  Der  Rückstand  des 
Destillats  wurde  filtrirt  und  abgedampft»  hatte  wenig 
Geruch  und  gab  eine  hellbraune  Masse;  diese 
schmeckte  bienzlich  salzig»  daher  ich  nicht,  glaube» 
dafs  eine  feuerbeständige  Säure  wie  Phospborsaur^ 
darin  enthalten  seyn.  kann»  sondern  idi  vermuthe 
vielmehr:  dals  die  Base  darin  an  eine-  vegetabilische 
Säure  gebunden  ist  Noch  glühte  ich  einen  Theil 
im  bedeckten  Tiegel  mit  Kali»  brachte  die  geglühte 
Masse  in  eine  kleine  Gasentbindungs- Retorte»  worin 
sich  ätzende  Kalilauge  befand»  und  erhitzte  dieselbe; 
allein  es  entwickelte   sich  auch   bei  dem  l|^i%rt^ 


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^  zut  Kenntnift  des  Mutterkorn.         11^ 

HhtiMin  ki^in .  Photplionrasserstol^u;  ich  U«weifle 
dalier  aach  an«  diesem  Grande,  daG  das  Mutterkorn 
BboqlMmänre  enthalt« 

Ein  snderer  Theil  des  trocknen  Rückstaada»  des. 
DeettSata  wurde  mit  Schwefeläthec  ausgesogen.     Die- 
ser nahm .  den  FärbestoSF   gröGstentheils    in   sich    auf» 
Nachdem   sich  der  Aether  verflüchtigt   hatte»    blieb 
eine  starke,  den  Geschmack  afficirande,  harzige  Sub- 
atana  surück.   .  Der  nach  der  Digestion  mittelst  Schwe« 
felätber   zurückgebliebene  hellgelbe  Rückstand,   hatte 
einen    eigenthümlichen ,    unangenelun  «  salzigen    Ge« 
schroack;    jedoch   verhinderte   die    geringe  Ausbeute/ 
genaue  Versuche  damit  anzustellen.     Vor  dem  Löth- 
rohr  blähte  sich  die  Masse  sehr  auf  und  es  entwichen . 
schairfe  Dämpfe,  zurückblieb.  eine  schwammige  Kohle» 

Ein  Theil  fein  gepulvertes  Mutterkorn  wurde 
mit  Schwefeläther  dig^erirt;  es  hatte,  nachdem  es  da- 
mit a4  Stunden  lang  gestanden,  eine  schmutzig 
gelbUche  F^rbe  angenommen;  der  Aether  wurde  ab« 
gegossen  und  der  Rückstand  so  lange  vmit  neuem 
Aether  behandelt,  bis  der  Farbestoff  grofstentheils 
herausgezogen  war;  der  Aether,  in  offenen  Gefä(sen 
hingesetzt,  verdunstete  bald.  Das  hiebei  Zurückge- 
bliebene trennte  sich  in  zwei  Theile:  in  ein  spec. 
leichteres  grüngelbliches  fettiges  Oel ,  '  -Reiches  sich 
Parthienweise  ans  Schäälchen  setzte  und  in  eine  dun- 
kele harzige  Masse.  Das  Ganze  hatte  einen  auffal- 
lend ähnlichen  Geruch,  wie  Ol.  £licis.  Der  Ge- 
schmack dee  Oel's  war  scharf  brennend,  hingegen  der 
des  Harzes  unangenehm  kratzend.  Das  Oel  löste  sich 
Vfi  starkem  Alkohol,  das  Harz  war  aber  darin  unlös- 
lich, und  wurde  nur  vom  Aether  aufgenommen. 


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120  MaaX«  , 

Ans  diesen  YersuchM  geht  hervor :  <a}  dafit  das 
Mütterkorn  kein  A  m  y  1  o  n  enthält ,  wahrscheinlich 
ist  letzteres  in  eine,  andere  stickfitof&eichere  Substanz- 
verwandelt  worden;  . 

ft)    daCs  ea    Kleber    ( Pflanzend weib,    Schleim- 
zucker   und    Gummi)     zum    Mitbestandtheä    besita^t; 
.    dagegen  \ 

5)  keine  fertige  Blausäure  darbietet,  und 

4)  eben  so  wenig  Morphium  oder  Narcor 
tin;  hingegen  aber 

5)  Ammon,    oder  ein  eigenes    flüchtiges   AI- 
:    kaloid*). 

6)  £s  enthält  eine  Säure»  aber  keine  Phosphor-^ 
säure ,  sondern  wahrscheinlich  £ssigsäure  oder  eine 
andere  vegetabilische  Säure,  sowie 

y)  einen  violetten  Färb'estoff,  ein  Harz 
und  ein  fettes  Oel»  nebst 

8)  einer  rückständigen  salzigen  Masse»  .die 
sich  wie  ein  essigsaures  Salz  zu  verhalten  schien. 

Weni>  ich  im' Besitze  einer  grölsem  Menge  Mut« 
^  terkoms  gelange»  hoffe  ich  diese  Arbeit  nochmals 
wieder-  vorzunehmen»  um  genau: das  Verhalten  der 
Säure  und  der  Base  bestimmen  ztr  können  *^). 


*')  VergU  Kaitner't  Polyteeho.  I.  »3i»  IL  i4o.)  Maaft. 
**)  Vattqaeliii't  Veriucben  sufolge  (BnchnerU  Repertor« 
f.  d.  Phsmuaci«.  III.  56 — 65)  icbeint  die  farbige  Ober* 
bant  des  Mutterkorn  zweierlei  Farbilaren  tu  ent- 
balten»  eine  in  Scbwefehaore ,  SalztSure  and  Weinilnra 
aber  nicbt  in  Etsigifture  auflösliche »  und  eine  in  S&uren 
unauflösliche»  mit  Basen  inetstens  unlöslicbe  bläuliche 
Verbindungen  erzeugende.  Ausser  diesen  Farbsaaren  fand, 
V.  darii^  eine  in  Alkohol  lösliche »  suir  EKtraktcoasistens 
gebracht  rothlioh  braun  erschaineade»  iUcbartig  atia* 


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zur  K(iiiiitiii&  doB  Mutterkorn.        t3i 


i«ide  «4  .S—ok  mMfftKiglieb  ff^ngta '  Otni«!. 
dem  daroQ  abdcatillintn  Alkohol  cftheilende ,  «nf  Kohle« 
verbnant  wie  Unechlitt  «iecheode ,  im  frieeh  tob  der  De- 
•dllecioB  hinte&'büebeoem  ZntUnde  LakattefMipler  rötheod« 
SsbfUns  —  die,  irre  ich  nich^,  eio  oorelaet  Throa* 
s&arehydrotia  tefii  echeint»  Uolich  jene«,  weichet 
Cherrenl  in  den  reifen  Beere«  des  Vibarnam  Opu- 
Ine  fand  (n.  Poljtechnochemie  I.  soi}  ebendas.  S.  eoa 
habe  ich  dae  Tom  aromatiichen  Principe  frei  dargestellte 
thraneanre  Bleiozyd  ab  Mittel  in  Vorschlag  ge» 
bracht:  reine  Thraa-  oder  Phoca-  Sinre  danostel- 
kn).  Amnion  Termifste  Vanqaelin  ebenfalls  iai 
Mutterkorn;  als  lelxteres  mit  Wasser  destUlin  wnrde, 
neigln  das  Oestiliat  gleichfalls  merkliche  AlkalitSt. 
Es  scheint  übrigens  das  Mutterkorn  selbst,  naehMaafs- 
gäbe  der  Fortschritte  des  in  seinem  Entstehen  nothwen« 
digen  Erkraokungsprocefses,  so  wie  im  Verhältnifs  seiner, 
durch  Lnftfenchte  bereits  eingetretenen  Verderbnift ,  in  sei- 
nen Bilduttgstheilen  wesentliche  Abweichungen  darxnbie-^ 
ten,  auf  deren  Euitretcn  der  Vfr.  obiger  Abh.  bei^  seinen 
ferneren  Versuchen  rielleicht  tu  achten  Gelegenheit  hat» 
In  Pettenkofer^s  Versuchen  Repert.  a.  a.  O.  6&«-74> 
roch  der  vom  alkoholigen  Aussage  des  Mutterkorns  ab- 
deitillirte  Weingeist  iwar  wie  Mutterkorn,  reagirte  aber 
weder  sauer  noch  alkalisch«  Aus  dem  ROcksfcande  in  der^ 
Retorte  wurde  eine  bei  5o*  R.  wachsartig  riechende^ 
schmnuiggrfine  fet^rtige ,  bei  So*  R.  scbmeliende,  am 
Liebte  entflammbare,  mit  bläulicher  Flamme  unter  geringer 
Rufserteugung  brennende  Maese  erhalten,  deren  nach  dem 
Abbrennen  hinterbliebene,  schwer  einzuäschernde  Kohln^ 
sauer  rea^rte.  Die  tqu  dieser  fettartigen  Masse  ge-. 
trennte  geistige  Losung  ^ab  ein  durchsichtiges  rothbraunes, 
schnell  ^feuchtendes ,  bittsrsaures  und  stark  sauer  reagi*- 
rendes,  weder  durch  Wasser  noch  Alkohol  trennbar 
wiirflige  Krjr stalle  enthaltendes  Extrakt,  das  mit 
SchwefelsSuve  etwas  Essigsäure,  entwickelte,  und  dessen* 
Lösung  Kalkwasser,  so  wie  ealpeters.  u.  salis.  Merkop 
trübte;  TrObungen,  die  jedoch  sowohl  durch  Salzsäure 
als  durch  Salpeterslure'  wieder  aufgehellt  wurden.  Dafs 
nicht  Ozjgeufreier  Phosphor  im  Mutterkorn  sogegen  sey, 
wurde  durch  Pettenkofer  (a.  a.  O.)  insofon  nacn« 
gewiesen,  als  derselbe  durch  Erhitsen  ron  loo  Gran 
MvUerkorn  mit  i  Unce  Aetikalllauge  kein  Phospbor- 
wasserstoffges  erhielt.  Auch  Amyloa  nndZncker 
▼eivnochtep.  nicht  im  Mutterkorn  aufkuünden.  Flfichtigea 
Alkali  erhielt  daraus  auch  Wink  1  er.        Kastner, 


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Uebey  Plrbust^s  Hordetn; 

rom 

Prof.  Zei^neck  zu  Stuttgart. 


Seitdem  Protist  (Ann.  de  Chim.f  et  dePhy5,T.V. 
p.  387)  in  der  Gerste  einen  eigenthümlichen  , säge- 
spänähnlichen Stoff  gefunden  zu.  haben  glaubte  und 
denselben  Horde'in  nannte,  wurde  dieser  Stoff  als  ein 
näherer  Bestandtheil  deir  Gerste  anerkannt,  und  als  sol- 
cher auch  zu  medicinischen  Zwecken  l^QUutact. 

Bei  einer  Untersuchung  aber»  die  ich  imJ.,  i8aS« 
von  Gerstenmehl  mathte  und  wobei  ich  das  nach 
Proust's  Methode  erhaltene  Hordein  tioch  weiter 
verfolgte»  fand  ich»  dafs  dieser  Stoff  aus  Nichts  an- 
derem, als  aus  den  Faserstoff  der  Gerstenhülsen 
und  aus  Stärke  bestand ,  und  zwar  aus  25  pCt.  von 
jener  und  76  pCt.  von  dieser...  Die  Resultate  dieser 
Analyse,  so  wie  das  Mittel  dieser  Zersetzung  theilte 
ich  noch  in  demselben  Jahr  der  Versammlung  der  Na- 
turforscher und  Aei^te  in  Frankfurt  mit,  unter  Vor- 
weisung des  aasgezogenen  Faserstoffs,  und  legte  die- 
selben in  Friedreiehs  Beitr.  zur  Natur  s.  Heil- 
kunde B.  II.  p.  i3*  mit  einer  neuen  Analyst  der  Ger- 
stenkörner nieder. 

Indessen  machte  Mar cet  unter  andei;!!  Analysen 
auch  die  von  Proust's  Horde'in  bekannt,  welcher 
XU  Folge  dieser  Stoff  aus  44,a  KoKlenstoff,  47,6  Sauer- 
fitoff,  6,4  Wasserstoff  und  1,8  Stickstoff  bestehen,  und 
seiner  Meinung  nach  aus  Amidon  und  etwas  Gluten 
zusammengesetzt  seyn  sollte.  Diese  Analyse  von 
Marcety  bei  der  der  Stickstoff  ohne  Zweifel  eher 
von  etwas  anhängendem  Eiweis  als  von  Glutea  her- 
kam, wurde  zuerst  in  der  Biblioth.  univers.  18^7 
Sept.,  dann  in  Poggens.  Ann.  d.  Ph.  a  Gh.  18^8. 
H..2.  und  hinauf  in  Schweigg.  Jahrb.  d.  Ch,  s.  Pli. 
i8a8«  H.  7.  aufgenopsmen. 


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üb«r  dM  HorA»iii.  12a 

So  tehf  kK  nUck  19011  ftber  die  iott^nnmte  An« 
erkranuDg  des  sogenannten  HordeSns   als   eigenthiim- 
liehen  PfianxenstofEB  gewandert  hatte;    so   sehr  fireut 
es  nßdi,  meine  frühere  Analyse  demselben  durch  Gut- 
bourt's  neuste  Untersuchung,    die   er  als   eine  für 
die  Aerzte   wichtige  Notis  im    Journal   de  Pharmac 
1829.  April  und  im  Joum.  de  Ch.  m^dic  1829.  April 
bek^nt  gemacht  hat,    bestätigt  xu  sehen.     Ihm  lie- 
ferte die  Gerste  nicht,  wie  Proust,  SSpCt.  Hordein, 
sondern  nur  ao  pCt.,  wie  ich  denn  auch  nur  aa  pCt  er** 
hielt  (S.  a.  a.  O.  p.  i4  Anmerk|ing)  .und  er  schliefst 
aus   seinen   verschiedenen  Versuchen,    dafs    das  Hör- 
dein   nur   ein  Gemenge,  von    den  Häuten  des  Stärk- 
mehls   mit   den   I^ericarpiumtheilen   des    Gerstenkorns 
sey,  und  dafs  man   diese  Bestandtheile   als  die  wahre 
Ursache  von  der    geringem  Aullöslichkeit  der  Gerste 
als  Nahrungsmittel  zu  betrüchten  habe.     Auf  was  für 
Mitteln   der  Untersuchung   Guibourt   seine  Ansicht 
gegründet  hat,  ist  mir  unbekannt,    da  wenigstens  in 
der  deutschen  Uebersetzung  seiner  Notiz  (s.  Schweigg. 
J.  d.  Ph.   s.   Gh.    1899.   H.  §•  P*ti90    Nichts    davon 
steht ;  ohne  Zweifel  gebrauchte  er  aber  'nichts  Anderes 
als   Wasser,    das    er    lange   Zeit   mit   dem   Horde'in 
kochte,  da  er  angiebt,  dafs  die  Jtiäutchen  des  Stärke 
mehls  in  kochendem  Wasser  sich  nach  und  nach  auf- 
lösen und  dann  Jodinlösung  färben  (S.  dasselbe  Joum* 
p.  91.)     Ich  bemerke  daher  nur  für  diejenigen,  welche 
sich   von   dieser  Zusammensetzungsart   des  Hordein's 
durch  eigene  Versuche  überzeugen  wollen,  dafs  man  am 
schnellsten  zum  Zweck  kommt,  wenn  man  (wie  ich  in 
Friedr.  Beitr.  IL  p.  angeführt  habe)   eine  Portion  de« 
Horde'in's  in  feine  Leinwand  einbindet,  sie  dann  stark 
Ikocht,  noch  heiCi  ausprefst  und  diesen  Procefs  so  lange 
fortsetzt,  als  das  auflösende  Wasser  noch  von  Jod  ge* 
färbt  wird;  auf  diese  Art  bleibt  zuletzt  nur  die  Faser  des 
Pericarpiums  von  dem  Gerstenkorn  übrig,  theils  in  ^em 
Leinbeutel,  theils  in  dem  Kochgefäbe,  in  welchem  einige 
kldno  FMertheildien  aus  dem  Beutel  steh  abselzea. 


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m  6u  ]il'6nil 


Bemerkungen  über  das  Salicin;' 

Oberbergcommissair  Dt.  Du  M £nil  zu 
Wunsdorf. 


Dieses  soU  dadurch  gewonnen  werden »  dafs  man 
gröblich  gepulverte  Weidenrinde  mit  durch  Schwe-. 
feisäure  geschärftem  Wasser  auskocht,  den  Farbe* 
Stoff  der  Flüssigkeit  mit  Bleioxydnitrat  ptäcipitirt 
das  Filtrat  bis  zur  aufhörenden  Trübung  mit  Hydro- 
Chlorsäure  beladet,  hierauf  mit  Eiweifs  und  Thierkohle 
klärt  und  es  (dadurch  fast  wasserhell  geworden)  ver« 
dampft,  da  sich  dann  ein  mit  Krystalltheilchi^n  un- 
termengter basisch  reagirender  Rückstand,  das  Salicin 
zeigen  solL  Obgleich  ich  das  Weidealkaloid  auf  äha- 
liphem  Wege  vergebens  gesuclit  hatte,  so  vermochte 
mich  doch  die^  Bestimmtheit  mit  welcher  seine  Exi- 
stenz angezeigt  wurde,  es  folgendermaafsen  auszu-; 
forschen. 

Der  durch,  mit  Schwefelsäure  geschärftem  Was- 
ser dargestellte,  mittelst  Absetzeifis  möglichst  geklärte 
^nd  etwas  eingeengte  Bruchweidenrindenabsud,  wurde 
mit  Ammoniak  bis  zur  schwachen  Uebersättigung  der. 
Säure  versetzt,  der  entstandene  reichliche  Nieder- 
schlag auf  ein  Filter  gesammelt ,  ausgewaschen  ge- 
trocknet, und  eine  Unze  davon  mit  durch  Hydro- 
chlorsäure  angesäuerten  Weingeist  in  der  Döb  er  ei- 
ner'sehen  Presse   kalt   ausgezogen*).      Das  Durch« 


*)  Dieses  InttromeDt,  bewSfait  iicli  xu  Aiuz&g«n  «ob  >e([e» 
«       tabiliicbsn  Kdrpertt  deren  Gewicht  ein«  Unze  aicbl  üoer^ 


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Bemerkungen. filiar.4a8  Salioin.        126 

gelaufene  lait  Kaliumoxfd^in  der  Hitio  behandelt  er-^ 
schien  hell  weingelb»  reagirte  alkalisch  und  gab  nach 
dem  Zusatz  von  verdünnter  Hydrochlorsäure  durch 
Destillation  in  eine  wäßrige  Flüssigkeit  ver&ndert, 
mit  Ammoniak  nur  Spureil' eines  Frädpitats»  so  dab 
ich  glaube  man  könne  mit  Sicherheit  das  Salicin  aoi 
dem  Reiche  der  Pflanzenalkaloide  tilgen. 


steift  I  wie  to  msnebss  «idtre  voa  nai erm  trefliebee  D  5* 
b  er  einer  alt  hochtl  sweckmMeig  asd  beqnea,  wean 
man  eelbigem  die  gehörige  Dimeniion  «od  Form  giebt 
leb  beiitze  deren  vertcbiedene  |  woroa  die  obere  Mbra 
meinef  gröfiten  und  braucbbareten  einen  Zoll  Breite  ond 
9  Zoll  Lange  nnd  ibr  mm  Einsangen  der  Flaetigbeit  die* 
sende  Kugel  i4  CnbitcsoU  innerer  Raum  cndiUt  Dia 
Leitnngtröbra  fUr  die  amgeprefeia  FlBsfigfceit  in  scbrig 
gebogen  ond  in  einem  bdliemen  Kloti  eo  aingalaieea^ 
dafr   betagte  Kogel  aar  SeiU  leicht  Mi<diQ«bt  .werdan 


Der  VeltmannUabe  Apparat  wardaYonttge  haben» 
weil  der  angei&nerte  WeingeieC  dnrsh  den  Dmck  dea 
Dampfet  warm  dorah  den  aotsnsiebenden  Körper  gepreftt 
wirdf  aber  die  Arbeit  itt  gefährlich  $  mir  wenigitent  ge* 
lang  et  nicht  die  Körper  to  su  befettigen  |  daft  tie  eich 
nicht  bei  etwat  ttSrkem  Aufwallen  der  Fliittigkeit  gelöst 
hätten.  Wer  weift  et  Ubrigent  nicht,  daft  hier  die  Luft- 
pumpe f),  derer  man  tich  bei  Autiögen  gröfiierer  Mengen 
vorsuglich  bequem  bedient,  allen  ForderOngen  enttpricbc 


t)  Lvftp rette f  Kattaar. 


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126        -  DViM^nü  V     , 

Ahatyde  eines  rabeteschwarzeta,  sehr 
Richten  Anthrakonits  von  Nen- 
dorf;  , 

fiben'demselben« 


Man  trifft  in  den  bei  Nepdorf  belegenen  Gebirge 
einen  sehr  schwarzen  dichten  Anthrakonit  von  split* 
^trichem ,  im  Grofsem  HachmoschKchem  Bruche  an» 
welcher  dort  zu  Ghaussesteinen  gebraucht  wird.  Sein 
Eigengewicht  differirt  nicht  von  dem  des  dichten 
Kalksteins»  auch  giebt  er  ein  diesem  entspi^echendes 
Yolum  an  Kohlensäure^  Seine  dunkle  Farbe,  wie 
«uch  die  Eigenschaft:  beim  Zerreiben  .einen  deutlichen 
Geruch  nach Erdpeeh  und  nach  liydrothipnsäure 
<eu  verbreiten»'  T^imoohte  mich .  selbigen  der  Analyse 
zu  unterwerfen  *}.  , 

Analyse.  . 

Hundert  Gran  des  Fossils  als  feines  Pulver  mit 
Wasser  angefeuchtet»  und  hierauf  mit  so  vibl  ver- 
dünnter Hydrochlorsäiire  in  Berührung  gesetzt»  bis 
diese  nur  schwach  vorwaltete»  gaben  untet  Entwick- 
lung von  etwas  Hydrothionsäuregas  eine  trübe 
Auflösung,  in  der  sich  nach  einigen  Tagen  ein  zartes 
schwarzes  Pulver  absetzte,  welches  noch  feucht  vom 
Filter  IgMiommen    und   getrocknet    i»ift  Gr.    betrug; 


*)  Mir  iit  fibrigent  auch  keiae  Aaalyts  d«s  ^ehti|i  Aathra- 
koniti  beksDDt. 


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Atk$ipt  Ak  dickten  Antknkonit       1117 

-tB  Tetgtimlnte  bii  «uf  i>,i€Gf.  «iNef  R&ebtanls  der 
MM  SQicium(yxyd  ttAt  SpureA  von  EUenoxyd  betUnd, 
Ureahalb  for  itohlenatoff  0,76  Gr.  in  Recknvng  kommt. 
Die  freie  Siure  der  Solution  wurde  durch  ge* 
lOSriges  Einengen  mögliehst  entfetnt»  letztere  hierauf. 
Mit  dem  doppelten  Volumen  en  Weingebt  vermischt» 
Ttm  m  'sehen  ob  <rfch  etw«  GidciumosydsuUBit  ab^ 
trennte  der  Ruhe  überlassen.  D^e  Flüssigkeit  blieb 
aber  utigetriÄt '»). 


•^  Fr&ber  w«r:iib  aill  aubwina  eadtra  te  Mcisaagi  iät$ 
mW  aat  einci^Aiiiosaaf  dss  Cb)orcalcia»s  ia  wlftrichesi 
Wciogeift»  des  Galciaai  arittolst  Scbwefelstart  fast  rtia 
f&lleii  kÖDoe.  Die  Erfshnioy  bat  mir  aber  gcieifty  dafs 
4a?oo  inmer  riel  iiir&eld»leibt  and  swar  ia  n«  se  gröfta- 
rer  Meage  je  coaceatrirter  die  Flüisigbeit  ist»  oder  ja 
etlibcr  die  Hjrdrocbloniore  ronraltett  daft  daher  am  es 
flaia  aailomel^ -dieia  Sliire  aaeb  demZoeaiB  dar  Sahire« 
IbMave  irfe  ebea»  v^prj^  irerden  miisea»  Die  Aaaljas 
des  MeiyeU  (Sup  Oekeaamen^  ia  meioea  Leitfadea  mir  Ua- 
lenacbaog  der  Nslavberper»  bedarf  alio  eiacr  Corrector 
ia  dieser  Hiotiehtf). 


t)  Webe  ^iff. aaliebmta  dgrfea,  daft  Jobai  Lacallaa  «um 
Tbeil»  und  dafi  tfftmeaüicb  Dessen  DUhißr  LueuU 
län  bieiicr  gfehört  (rergl.  V.Leoahard'e  Oryktogootia 
p.3'18)  so  llt  deHelbS  allerdings  bereits  darcb  Joba,' 
serlegt  iirord^n;  tergL  Dessen  Hdarörterbocb  IL1i69, 
Hienaeb  sind  in  iDoTbeilen  desselben  entbsltea: 
Keblenlanrer  Kalk      .       •       94,6a 

—  «^        Magnit  »         09^4 

—  -p-        Mangraozydal  Spswea 
«—       —        £isenoajrdal       0|^ 


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t2&    DurM£nilAtialy8ed.dwhteiiAatiirakomt/ 


Sie    imaie  sodann^  wieder  um   vom  Weingut 
befreiet  zur  Peroxydation   des  Eisens  mit   etwas  Sal* 
.petersäure ,. und  endlich  mit  Ammoniak  versetzt^     es 
fiel  dadurch  o>75GranEisenoxjd  nieder,' welches»  da  das 
Fossü  dunkel^hwazz  war  und  den  Geruch  nach  Hy- 
drothionsäure    verrothen .  hatte :   als  Schwefeleisen  im 
Afinimo,   nämlich,  ss/  oti&S  Gran»    berechnet  werden 
dürfte.  \ 

Aus  dem  Filtrate  ward  nun  das  Calciumoxyd  auf 
gewöhnlichem  Wege  gefäirt.  Vom  Manganoxyd  wa- 
ren kaum  Sparen  vorhanden. 

Düs  fossil  besteht  demnach  aus: 

Galciumoxydcarbonat '      •     .     98>o5 
KohlenstoEF  und  Erdharz      .       0*7  6 

Siliciumoxyd 0>36 

Schwefeleisen  in  Minimo       •     o,83 


100>OO 

Ob  dieses  Gestein  Theil  an  der  Bildung  des 
beirühmten  Nendorfer  Schwefelwassers  habe»  überlasse 
ich  der  Forschung  und  Beurtheilung  solcher ».  die 
mehr  Geognosten  sind»  als  ich. 


KobU        •       .       •       • 

•    *     0,75 

Schwefel         .       •       . 

o,s5 

Alkali       .       .       .       . 

Spuren 

Watier     .       .        •       •       . 

1,60 

Salitaiiret  Alkali        »       . 

Sparen 

Kieselerde       •        •     . • 

1,13 

Schwefeliaurer  Kalk 

Sparen 

Kasi 

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Nocl)i  etwas  v^er^en  Hie  er*  (Hehr*)  oder 
Hiäheiirrauch^'')  imd  verwandte  GV 
•  gendtänd«;   ' 

VOM   * 

Prof.  Dr.  Schön  äu  Würzburg. 

.  ■  '   -  zrr^ ^ — - 

Iti-iMinef«ii'BMbftehtimgs)oiinirie  pflege  ich  je- 
dem.'Tag^  eine  GkanMetiatick  mit  kttnen  Worten 
beiiiisetteti.  So  finde  ich  beigeschriebetl  dem  d^.Mal 
1829:  wieder  windige  8ehr  wolkig;  Al^ends  auf  Re-< 
gen  deutend  -^  twi  So«  Mai:  von  Frfih  hü  Abends 
4TJhr  stark  heerrauChSg»  doch  Söfine;  Abends  wieder 
starker  Wind,  sehr  wolkig,  kühl,  wie  nach  Gewit* 
teru/  — -  Aus  den  um  .dieselbe  Zeit  angestellten  Be« 
ohachtüilgen  ergiebt  dch  Folgendes :  Das  Barometer 
fiel  vom  a8.  an  langsam  unter  die  MifteBinie  herab; 
am  3o*  Abends  fieng  es  wieder  an  su- steigen;  das 
Th^rtnbmeter  aeigte  am  ftp.  Ab.  pÜlnr  -f  ia^,o»  am 
5d.  Ab.  nur  +  ifo*,5';  das  Hygrometer  leigte  am  5o. 
den  Jansen  Tag  hindarch  auf  grofse  Trockne  und 
xwar  auf  grölsere,  als  am  vorhergehenden  Tage,  war 
abo ' dnrchatts  nicht  ton  dem  stinkenden,  lange  dau« 
emden  Nebel  afficirt.  Am  $i.  meistens  bewölkt^ 
windig,  kühl  tmd'  Abends  trüb;  erst  am  i.Iuni  Vor- 
mittags folgten  einige  schwache  Regen.  Der  Win^ 
am  a8.  und  ap.Mai  NO.,  ^ar«am  Sex*  NW. 


'•)  Tay!.  hie«k  XVIf .  ßd«  1.  )|.  4*  Hit  dtsi»  Aircb.     K  a  •  ta  e  r. 
Archiv  f •  d.  gts.  KatorL  B.  lä.  H.2*  9 


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130     _.. ...SLcliA».    .*^ 


.  <-•*%•  ^.m  X 


>  Statt  des  R^ens,  den  ^ch  am  ag.  Ab.  vermuthete, 
'  hatte  sich  abo  in  der  Nacht  vom  29.  auf  So*  ein 
Höhenrauch  gebildet,  den  wir  am  3o.  Morgens  wahr- 
scheihlich  nitht  ?mehr  in-  seinfe?' gahz'eri  'Stlrke  er- 
Uickten.  .  Ihm  war  einö  «l:}i(<5hiJte(Tbm)i^atur^.wie 
gewöhnlich,  vorhergegangen  Cfii^i^p-A^rgf  4if>5;  , 
Mitt.  17^0;  Ab.  io%Oi  am  29.  iresp,  l»^p;  i^*,»;^ 
i»%o)  und  eine  verminderte  Temperatur  ge- 
folgt (am  So.'^Vesp.  ia^,o;  1 6^,5  ; *  1  o°,b).  Diese, 
wie  die  übrigen ,  diesen  Hehrrauch  begleitenden  £r- 
scheinongen«  so  w^^t  ich  s|j%;b^M^^te9  kc^ntfii  zeu- 
gen unzv^ei^udg  von  .  «olclfie^.cin»  der.At^qsp^p 
vorgegangene!^  VÄr^nderuflg^n,  ap  .v^chep  die  Xuft't 
el^ktticität  den.  gröC^en  Antheil  Jtmt.  . 

Zu  Hegels b.urg;  w.o,;  i^k^  .deq  vo^;  Hni. 
Prof  V.  .Schjmögf^r  im  i.H^fte  des  XVILBfunde^ 
dieses  Arahiv's  |i|i|get)i$il^en  Beobf»chti2iigen^  dejr  I^l^eq;  ^ 
rauch  ßrst.am  3o*Mai  .b^ld;'nHch  IVßUag^  ^alsct.wj^r^ 
s^heinli^I^  \^  Stunden  später.,  :  fils  bei  |in#4(  i^ 
gr^JTser  Stärke  ?g[lö^zlicK  ^inj^iral«  stellt^^  €y^ 
jteiie  ^^tmosp}iä|ri.$ch6n  Veränder^ngeo  ;  dem  .Beobachter 
i^pch  sichereir  und  auffialle^der,  dar,,  jiils^  2ii,.>V'Kir.s>*^ 
^.M  ^  S*  Besonders .  zeigte  •  sicH  der ,  yoch^geg^ii^ei)^ 
sqhnelle  T^mperaturwech(»el ,  wenn  gleich  nic))t  ^m^ 
Thermometer,  doch  durch  difiErj^^heinung^  einer  yor* 
b^  eingetretnen,  iinertrfiglich^P»  GewJij(t^r7. 
schwüle,  im.  bpjien  Gr/a^^.     .;_.  .  '         ;,,,^, 

Es  i$t  .daher  schweif  einwseb^ni,  .wid  v.jSchmö- 
ger  sagen  kotmte:  „übrigens  trat  b^  meinen  bei<- 
den  Beobachtungen  der  schnelle  Tempeijaturwech^l. 
erst  nach  dem  Höhenrauche  ein,  und  war  also  in 
diesen   Fällen^  keine  Bedingung^   der.,  let^icerenv   wie 


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über  Höhenrauch  etö.  13t 

Prof.!  $cJiQi|..(X.,SSa)  als  Hypothese  aufstellt«*  *^ 
Hjternus  g^ht.  zugleich  hervor»  dafs  v.  Sc  hm.  dea 
X^mperatumechset  .Überhaupt-  nidit  als  Bediogong 
desSHÄhenmuthes  jixizuerkenneh  scheint.:  Allein  ve^aiag 
saaii  doch  «iaht (sowohl  das  Entstehen»  als  auch  das 
'tif jederyßr^chwv^en  der  geyrobnUehea  feuchte»  QTebel 
und:  jirerwandW  oder  ähnlicher.ErsItheiQiingeniSttuer- 
I4e9e9|]ifr^n«.nl^an  absieht  vox)  dem  bestehenden  (Üb* 
terschiede  der  Temperaturen  &  B.  des  Wägers.:. oder 
flos^  Erdreich)  j^berhaupt  und'  der  Luft  Was  aber 
hier  der  T^mpefiktucen unterschied^  das  ist  bei  dem 
tVQ(J<nei:i  Höheeräciche  der  schnelle  Xemperattim^ech^ 
9A\  ifi  den  Luftschichten,  in  welchen . der  Höhenrauch 
seinen  Ursprung, nijp^nit    . 

,  ,  Indem  ich  fden  £aU:  M^ei  der  Bildung  dieser 
Er^heinjuiig  i«t»  nebst  dem. vor Ausgegangenea 
s^^zlpllei)  Temperaturwechsel»,  die  Luftelektric^tät  vot^ 
xüglich  thätig'^  .r*-r.Jo  fafütOy  habe/ i4|h  die  Thäljgr 
keit  der.  Lufteiektrieität  als  die  HauptliediBguag  der 
£pt|Btehttng  dee  1  trocknen  Nebels  beaeicbneti  es  uH^ 
entschieden  lass.egA^;  ob-,  nicht,  durch  :defl«elben  ProceG^. 
der;  das^öle^^ndigfre  Auftreten  deriLuft^leklticitit  be- 
dingt« iiueh  <zHg)j|i(;h  die  Ursache  des  scbuelleo  Tem* 
peraturwech^els  hervorgerufen  werde »  welchen  ich  als 
Bedingung  d^r  i»  den  niederen  Luftschichten  vor* 
gehenden  Bildung:  Ji^B%  , Hphenrauchei ,  eis  , trocknen 
Nebels»  betirach^e.  Dafs  jenes  wirklich  der  Fall  sey» 
wi)|A,.yielleicht  eus  Nachstehendem  mit  eioigfSC^  Wahr^» 
scheinlichkeit  erhellen* 

Durch  Beobachtungen  steht  die  Regel  fest.*  ge- 
steigerte Kälte,  stimmt  mit  steigendem  Barometer  ^ 
i;^ngewöhn|icl^ .  hohe   Wärme    dagege/i    verträgt    sich. 


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13ß  Schon  .     j    ' 

nicht,  mit  hohom  .iBorometerstaiide»  "oder:  Aäs- ^il)^ 
meter.  fällt,  wenn  die  TempeTEtur<  der' Luft  üi^ge^ 
wohnlich  steigt;  dt •].  ungewöhnlich^ gesteigerte  {>alt*> 
tamperatur  und  .  verminderte  Luftelasticitäf  sirid^-'^iil 
der  Hegel'  zugleich  bestehende  Erschisinongenj  Di9  * 
eiiie^.wie  die  anderei  dieser  Ersbheiriuttigfen ,  nodh  aB^ 
gesehen *.dayaii#-  tfb'*  sie  Ursache  oder  Wirkuing  ülier« 
haupt  s&j^  zeugt  von  bereits  in  deT;Atnio8phäre  >ir6i^ 
g«|g«ngenen  Yertodeirungen.  *-  C  \.  ^     i   r  ki:>\ 

s  r  Weiter  lehrt  die  Brfahrüng»  däft  Gewitter  sich 
in  der  Regel  mo  lange  wiederholen  >v.aljr  nicht  die 
Temperatur  meilcUch  herabgedrückt  ist;  es  sey  Au^ 
dafs  diese  Gewitter  auf  engere  Räumen  z.  B.  atJ  &ä 
Thal,  beschränkt,  wiederholr  gebildet  Mrerden  mit 
Hülfe  solcher  Luftströme,  die  vcm^  geeigneten ,  durch 
die  Sonne  erhitzten  ^  Flächen  aüf&teigen,  öder  dafe 
siev  im  freibm'  Räume  auftretend,  bei  gleich  toit'^ 
dimernder  Disposition  der  Atmosphäre  immer  wieder 
neue  Nah%*di«|$j||chÖpfen  aus  derselben  Qnelle,  welbhe 
diese  duch' seyn  mag.  Mittlerweile  'fä!l^  in  d^r  fte-i^ 
gel  das.  Barometer' eher ,  als  es  ^steigt/- -^ 

'    Gewisse  ' Experimente    «eigeii  ferner,    dafs    die 
der  Intensität  nach  verschieden  g^änd^ürte  Wärme  die 
-^lektricität  iohwäche  oder   verstärkte ,     so    wie   auch 
umgekehrt  die  Wärme  durch  das  Eiwwirken^der  £iek«^ 
tricität-^eWisse  Modifieationm' erleide.  -     .> 

-  Mit  diesen  Erfahrungen  wollen  wir  noch  ^ie 
zusammen  nehmen,  dafs*,  wie  bei  jederh  chemiscfh^ilf 
Processe,.  so  auch  bei  Anwendung  deir  Mittel,  durch 
welche  wir  'VVärme  oderElektricitat  zu  erregen  im 
Stande  sind,  beide,  als  Erscheinungen,  nebeneinan- 
der, obi^eich  in  verschiedenem  Grade^;  auftreten,  und 


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fiber  Höhenrauch  etc.  133 

M»  endlich  du  Sonnenlicht  gerade  in  derjenigen 
Peripde  (roolr.Mfti  .bis  Ende  Auguft'fi)  in  welcher  die. 
Gewitter  und  nhidiche  Erscheinungen  am  häufigsten 
Slatt  finden  ,  ^  auch  am  wirksamsten  sey.  . 

Aus  diesen  Erfahrungen  soll  zunächst  nur,  was  '       x 
unbeiweifelbar  scheinen  kann,  gefolgert  werden,  daCi. 
nämlich  Licht,  Wärme,  Elektricität ,   Elasticität  oder".      > 
Si»nnkiaft  der  Luft   im  Zusammenhange  miteinandefl^ 
stehen.     Wie  und  inwiefern  dieser  aber  ein  Causal« 
ne^us  sey,  das  ist  der  neu  geschürzte.  Knoten,,  den,    • 
man  wohl  mittels   Hypothesen  .leicht  zerhauen,    an 
.  und  für  sich   ^ber,   wie   es  scheint,    nicht  auflösen 
kann;  einmal  w^ii  wir  jene^    ^hen   krafit   einer  Hy- 
pothese sogenannten,  Imponderabilien  (Licht,  Wärme, 
Elektricität)   nur   als  Erscheinungen ,    nicht   aber  <>^ 
ich  will  nicht  sagen,  ihrem  Wesen,  sondern  —  ihrer 
Potenz  nach  kennen;  dann,  weil  jeder Schluls  vom 
lySikrokosm^s   auf  den  MakrokosiAUs »   oder  von  dem^i 
was  und    wie    es   gleichsam   unter   unseren    Händen 
vorgebt,  auf  das,  w^  und  wie  Aehnliches  iol  grofsen 
Gebiete   der  Natur    unabhängig    von    uns    geschieht, 
äusserst  gewagt  ist. 

Nehmen  wir  jedoch  des  Versuch^  wegen,  den 
Knoten  auch  nur  lockerer  zu  machen,  mit  Frank- 
lin an,  dals  der  atmosphärischen  Luft  (im  trocknen 
Zustande  ein  schlechter  Leiter  der  Elektricitiit) ,  uti^ 
jedem  andern  Körper,  Elektdcität  eben  so,  wie  Wärme, 
ip  einem  solchen  Verhältnisse  zukpmme,  dafs  eine 
durch  die  andere  als  chemisch  in  der  Luft  gebunden, 
oder  in  den  Zustand  versetzt  betrachtet  werden  könne, 
in  welchem  der  Physiker  beide  iatent  nennt;  -^  so 
ist  vorerst,  sefviel  klar,  dals  jedes  Mittel,   oder  jedet. 


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134     '  Schön^i  i  u -' 

Procefs,  Welolier  Wanno  h^rvorauriifen  vermag^'  aüofr 
EIMctrLcit'dt  frei  maehexv  müsse,  und  ^o  wboheel^ehi^'-^ 
dab  iolgltch  Wärm«^    und-  Elektrusitäts&^heitiüngeiv 
nebeneinander   iiuftreten    werden  ^    und   zwar   upi '-«!(> 
ctttergischer,    ta  }0  ^[rö&erer  und  je  <  trocknerer  Luft- 
niasse  jener  Procets'  vorgeht ,  je  karäftager  er  selbst  an* 
geregt  wird    und    je<  länger    er    andauert.     Die    auf 
di^se  Weise  erhöhete  Lufttemperatur  thui  sidi  dureh 
^     das  Thermometer  '-^  die  verstärkte  Eiektricität  dureK* 
•   ^H   mit    einem   isolirten  Leiter    in   Yerbindang    ge^ 
brachte  £lektrometer ,    und  der    gesiöiteZusund  der 
Atmosphäre    überhaupt'»    namentli(;h3fi^e  i  Verminderte 
Luftelasticität  durch   das  Berometer  kunB.     Letzteres^ 
Ulli  um  so  rascher,   je  näher  jener  gestörte  Zustand 
setner  Ausgangsentwickelung  kömmt.    ^Was  aber,  j^ea 
Procefs    einleitet    oder   vermittelt    und  lunterhält   isl^ 
wahrscheinlich  das  «Sonnenlicht ;    es  rufe  nun  entwe« 
dier  zunächst  «die   Wärme   hervor,    oder   zeige   sich^ 
durch   sein   Einwirkeil   auf  die  Atmosphäre   niodifi^ 
cirt,    als    erhöhete    Temperatur^    bei     welcher    di»- 
Elektricität  einen  freieren  Spielraum   gewinnt,    sohin 
verstärkt  erscheint;   oder  es  rufe  zunächst  die  £lek>- 
tricität  hervor,  oder  zeige -sich  modificirt  als  ver- 
stärkte! Elektricität,  bei  welcher  Wärme  frei  wird. 

Die  vorhin  bemerkte  Ausgangsentwicklung  stellt 
flieh,  nach  grölserer  oder  geringerer  Intensität  der' 
Elektricität  und  Wärme,  entweder  als  Gewitter^ 
Sturm  etc.,'  in  der  Regel  von  Platzregen  und  Hagel* 
begleitet,  oder  geräuschlos  und  still  als  gelinder  Re^-* 
gen ,  oder  zunächst  als  «rockner ,  stinkender  Nebel 
dar,  welcher  mch  bald  früher,  bald  später  in  schwache 
Regeo    auflöst     Als  Vorbote    dieser   nahenden  -  Aus^ ' 


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/ 


/  fiber  Hiüeiiraüch  ebc*  135 

gmgienMMdiiiiig  eivdidint' nicht 'selten  aie  Schwüle» 
dle^'*wMiii  glftldi -iitcHt  das  Thermometer,  doch  dto 
i»q|ftiiiichen  Wesen  mehr  oder  went^r  aflic^  ' 

-' '  '  Findet  nämlich  bei'  6twiM  getrübtem,  oder  doch 
fld»  m^reren '  iockei«n  /  federigei«  Wolken  (Gi^rae- 
.•»€en):40icht- bedäcktcMi  Himmel  und  bei  ruhigefr 
l«uft  ^~  die  Elektrtdite«  mittels  det  wäbrigen  Dtinste 
mm»  Schwache  AblBitulig4>ls  M  dM  Ämtern  Lufieschlefa- 
tient;  so  fühlen  wir  uns  durch  .£e  'Uns  nmgebendo  Luft 
gleichsam  in  ein  elektrisches  Bad  yersetst,  — *  ein 
filr  Nervenschwache  seKr  beängstigendes  Gefühl !  -^ 
bevor  noch  Blitze  das  Fnrnament  dmrchkreutzen,  oder 
nur'  laue,  mit  Elektricttät  geschwängerte  Äegen  die 
.Yegetbtion  erquickten,  -oder  der  H^hrrauch*  als  trock- 
ner  Nebel'  sichr  dadurch  gestaltet,  dars  mit  Hülfe  so- 
wohl der  Stralwärme  und  der  erhdheten  Temperatut, 
als  der  Elektricität  die  besonders  in  den  niederen 
LttftscMchten  in  grober  Menge  vorhandenen  Wasser- 
diänste  in  Dunstbläschen  -umgewandelt  werden.  -Der 
so  gebildete ,  das  Hygrometer  gar  nicM ,  oder  nur 
anmerklich  afficirende  Nebel  vertritt  soqach  die  Steile 
eines  geringen  Gewittets  solange,  bis  den  Dunstbläi« 
eben  allm&hlig  entweder  Warme  oder  ElektricitStt  in 
dem  Grade  entzogen  ist,  dafs  Üe  zu  Wassertr&pfehen 
•  zusammenrinnen  und  so  als  Rieselregen  herabfalleil. 
Je'  vollständiger  die  stille  Elektricitätsableitung  uiid 
das  Verschwinden  des  Nebels  ist,  desto  früher  wird 
heiteres  Wetter  wiederkehren. 

Möglicher  Mifsverständnisse.  wegen  bemerke  ich 
hiebei  ausdriicklith ,  dals  die  '  vorhin^  erwähnten , 
wäfsrigen  Dün^e  oder  Wasserdämpfe,  wie  solche  hh» 
aondexB"  durchs  Verdunstung  unsichtbar  der  Atmosphäre' 


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136  ..>  .  S^köte:! 


'\l 


suigefUiit  >  wurden«  und :  lile :  dd»  üysfmtMH  n&^iwh 
in  dar  Regelt «mvfceder»  ia  X.iift,(»&nleut^  tv^ei^ehwiti- 
den,  oier.»  -in.  1(^6]»  {«uftschiofaten  v^diohtetr^^^it*- 
der  ^Is  Wasser  odeir  ScbQoe^bembfoU^n^  otor  sich 
ift  dien  niedrigsten  Li:^Cscfaicl\tABriJil  ifer6e«talti  feudb- 
ter  N^b^l  darst^Ueo,  £b«n  :dMff0.W«48erdämpf^f  Ab«, 
„durch  verni^hn^  WIMrme  undiiJfiUktriflität.  su  Ddkui- 
oder  DampfbUs^hen  au4eebttdet.»;.in  welcher  :OesMk 
sie  d4»  Hygrometer  ni^ht  oder  nur  wenig  aKoireii> 
«nd,  in  hipreicheiider  M^^e*  gedacht ,  iü  den  höhe- 
iren  Luftschichten  die  yerschiedevi  geformten,  bsJd 
.dünneren  bald  dlohteren  Wolken;  in  dem  niederen 
{«uftschichten  die  trocktoen  NebeL  Die  mannigfalti- 
gen Umfonnung^n,  der  dem  Zenith..nilheren  Wolken» 
ihr  Wachsen  von  Ipnen  heraus,  so.  wie  ihr  allmäh- 
liches Verschwinden  (gleiehsem  die  Extreme  der  Vmr 
formungen) ;  beruhen  offei^ar  thcals  auf  der  yerhälv 
nilsmärsigen  Menge. '  der  vorhandenen .  Wasserdämpfe, 
theils  und  vorzüglich  9mi  der«  sowohl  dlir4;h.Tdie 
ober-  und  unterhalb  einer  betrachteten  Wolke  d^^ 
.Gehenden,  verschieden  gearteten  Lufts<ä»ichten 
und  Wolken,  als  durch  die  Einwirkung  des  SoDnen- 
lichtes  beständig. gelederten  r-^  «qualitativen  Pro- 
portionalitvät  der  Wärnjie  uad  £lektricitety  Der 
feuchte  Nebel  ist  nur  dem  Nimbus  xu  vergleichen, 
welcher,  dem  Horiaente  zunächst  stehend,  dem  Veb^r^ 
gange  in  Regen  nahe  gebracht  ist,i  .    / 

In  jedem  Falle,  — .  um  den  Faden  da*  wo  kh 
am  vor  dieser  Digression  fallen  Hefe ,  wieder/aufeu- 
lassen  «^  sobald  ,die  Ausgangsentwicklung,  jenes  Zu« 
Standes  der  gestörten  AtoKTsphäre .  duzi:h  Ableitung 
der  ^lektricität    entweder  b^gonn^n  >    oder  in  eipeni 


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aber  IKliemrMth  etc.  i87 

derte  Lufttemperatur  anseht/ Vollbracht  ist,  seh^n 
wir  das  Barometer  wiadar -Steigen  —  was  wir  denn 
als  Zeichen  nehmen,  dafs  die  £lasticität  der  Luft 
gleichsam  ihrem  Normaktstande  näher  komme»  in 
welchem  Wanne  und  Elektricität»-  jede,  X^  ^g^wisser 
Intensität,  chemisch  mit  der  iLuft  rereinigt "sin^ .  Je 
volÜtandigWr '  i'ddt  •  idnigär^'  dieSe^^Einifeung,  'i&to 
gröfser  die  Elasticität  der  Luft,   —   und  umgekehrt: 

so  ^(^.  »S^.?  ^^^^.  ¥^S^^  ^9^^^.f.4!^  BarpuM^t^r  ^Jusse 
die  Luftelektricität  erkennen. 

Der    Ausdruck    des    Physikers.:    ,,das   Barometer 
m'ilst  den^  Druck  öder  das  Gewiclir  der  Luft***  - —   ist 
nur  ins&fdrn  richtig,    inwiefern'  der  Luftdruck  ledig- 
lich als'£ffel((?  d^f  Ela'itidtSt  lier  LUR  lietrach^Jt  wer- 
den darf.     Wie  wir  h'ditnlidhf '  iel'  ^6b&rigef  'V\)rrich- 
tong   ndtteisf  «vher  QuecksttibeMKide 'dto'6{ia&nkraft 
der  WasserdäHipb,  als  »FisnktiQn  'der:T«mf  ecMn^  mes- 
aett;    eben,  stf    inessen  M^irs -die  >  atf :  und  .für  ^h  un- 
me&ba^  Sp^finkraft  der  JfKfti  i3f4$(n  yfiriüucMk  dem 
,jn  deir,  l;Q)Qni(:(9|lispheii  Rohr^.  eipg^cblossepeR  Queck- 
^ilbe|r,  ^inen  ^  taiiglichen  I\effpseijtanten  geben. . '  Selbst 
wenn  wir  uns  xnit  dem  Barometer  an  einen  m/erklich 
höheren  oder  tiejferen  Ort  begeben,    demnach., an  der 
votigen  Luftsäule'  entwe3*er    einen  Theil   wegnehmen, 
oder  ihr  zusetzbn,''ist  es  i^ü'r^äfie'^^Lufitelasticttäl   wie- 
der, 'i^'äü'Wi^' mit   äem*  Bkromi^teif^  iuti^chsf  Yiiessen, 
indem   «labh-  diem '  ma(rtottiM:heto''<^iieti6  lA '«toterem 
Falle  dii^  Spannliinft'  der'lL«ftivenilittjfett'Ulid"im  an- 
deren Fall« !  v^innehrt '  wisd.  /  .Dabei  .wird  !ab6r  ^die  at- 
mospbärunh»  Luft  .nur  .ab  .{mwiwmii^  «Aastiv«lves  Flui- 
dum.  bj^tocbs^t^^und  v,oi^  alk^  ^brigen-^uf  die.Spann- 
kraft'   di]ß.si?s  ^FluidumSi,  einwirkfn4«Äi.:PQt/B.'i?i,ftii,  abge- 
sehen«     Auf  gleiche  Weise    erklärt^  sich,  die  B^rome- 
terfluctuation    bei.  Ork^nen^,  .^^^,^!^  Stande  sinä,    die 
Stetigkeit    der  Luftsäule,    die    über   äer  Öuecl^lbet« 
saule  ruht,  momentan  zu  üirtefliifeclien."*  '  *'^'*'' 


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136  •■•;'  »'KÄMlt'^T"    '•  V.;:; 

awMcfte^rologie^von  Obergüinea  '^^ 


'~  '   jBwäntitUcIt  fofst  man  unter  dem  Namen: 'GV 
Guineas  jeiien   ganzj^f^  I(iisten^trich  des  (nur  an  der 

"  '^  ttt '  diesen  und  Sbolivhea  Meinea  AasiGgehi  fn»ttder  Rei<e- 
beriebte  wird  die  Bedeutaog  def  Wortes    Meteorolo- 
gie m  jener  AuidchDUQg  genommeoy  welche  fch  demsel* 
bcn  in  meiacai  Hdb.   der  Meteorologie  .anterlegte. 
,   Hin  and  wieder  bfit; man, ^ifie  A^id^faoifQg  gepidelti  und 
.     .    ain  Re«eni.  dietep  ^dl^,  mll,,eogar.  di(»  Betraclitqpg  dar 
-  xn|i^a^arttng..ant  deai'Yprtragft  6|ier  MeteaH^Iogie  vev- 
.,.i   nimn  iritieA;>inde(f,.iMaa'aeg{k:,die  Metaorol'ogle 
-•(.»     -aHt   aiaen    telblUtStfdigei: /Zvraig  .  der    Natnnvifocnsoliift 
m^erhänpl  ond  nicbt  lediglich  alt  einen  Tbeil  der  i^bytiii 
'  geltend  an  macheo,-'  §6  '  durften   dle^  Cir^nz^n    denelbch 
nicslit  enger  gesogen  we^deA;  als  es  toä'  mir  in  gedachtem 
Xcbrbncbc.gescbebea  isiii'  nnd  am  ^atlerwenigsteD  durfte 
die  K 1  i  m  a  t  o  1  og  i  e    daraus  ^  verwies/en   werdjBD.     Nacli- 
:  ,    itcbefder  A^ssyg^des  ^l^is^l^a    (jü^tlSpd.Uch^o]^  Prediger 
.  ^     ^.  B.  WonrM  Gen^de,  d^  Kdi\^  von  G^iinea  uad  def 
, ,  J^if|»bner  desselben , ,  iv^e  aaoh  der  d^niscban  Caloiiien 
I ,  mt  die str  KfilHiß^  veaivsflf en  ir&braad  :tei«^  A«fentbah(8 
'»Jd  )Afinlciy   in  idtb 'JabrüMSod^  1809    (ftfaersettt  Tda 
'  t  :#lHif.    'Wnin^ar  äSa^.  «•)  Wird  aUi  ho  müht  fnt  diese 
^eilscbHft'g^^l^  Vv^beiaen^»  alsdiesell^ bestimmt  ist: 
"  '   nicht  ^Vir  Ida^nbiet^nV  Vas'  die  Güte  1d«r  VaterlSodidchete 
'iPhysiker  und  Chemiker   ihr  aneignet' und  fvas   näturwis- 

/  aenschaftlicbe  Journale,  des 'Auslandes, 'ibr^m   Plane   Ent- 

rjj:ia.l3.' :l>  •I'»<>    '.  »j  •    '  ii*     _  -       «...       .    '    ;•  :/ 

sprecnendcs  neiraliren.  sondern  auch  Zur- Aufnahme- Ge- 

cignetes  ans  •olchoL.ScbcifliaA  ju  entlehneB|  welche  |  bei 

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zur  Meteordlögiö  von  Oberguiuea.. '  Üb 


^clr  ToA  '  „C4Sp'Vörg4^  Oo*^  n.  Br.)  bis  iura  „Cafj^ 
togex  Göirtalvo^  f57*  «•  Br.)  erhreekt,  ihn  Iä ''7 
Striche  oder  £ttizelkusteii  theilend,  uiiter  denen  di4 
G'oldküste  di&  mittlerö  ist*);  Sorem  tnan  näm- 
lich unter  diesfem  Namen  Jenen  ^nvteehen  detn  j,Ca]^ 
tres  pünto».;  (Vorgebirg  der  direi'  Sfpitxen<<  5*  tu  Br. 
15^L.)  tind  döni  Flusse  Voltä  liegenden  Theil  veif« 
steht /der  eineifseits  westlich,  xiinllchst  vdn*'der 
^2ahh-  oder  Elfenbeinküste««  begräxl^t  wird  (ab  deren 
Grenzpunkt  man  das  noch"  wenig  bekannte  »»Yorge^ 
birg  der  PalMen'^ 'annimmt,  während  weiter  west^ 
wärts,  bis  zum  „Cap  Mesuradb«',' die  felsige  und  fast 


d«r.f«it  in  geonetrtieher  Progresiioft  li^actiseiids«  fltvagi 
dir  I^tcratar  d^  Natanriatciitcbaf^  Idcfat  fibeneben  wM^ 
deo'köDaeiü..  »  Kästner. 

*)  Diese  und  die  nachfolgenden  geographischen  Angabeii  siad 

cntlehm     aas     dem  .  4-  ^nSrtalbeft '  des    im     Xn.''8d» 

S.%6s    erwihnlsa  Baseler  Magaiinsj    sie  weiche»  tntti 

.    Tb«»  leBr  bjBuAebiüoh'  ab  vea  anieMn  hlebdr  gebSrigett 

;    Beiti^|i«aiigeii|%w^.«be    a.  B.    dem   a^entliaben  Gansa 

(O  b  e  r  g  a  i  n  t  a>  in  der  .^otdebiiang  vom  Sierra  --Ii  eo« 

•n  a  -  G  e  h  i  r g  bis  ^n's  Vorgebirge  Ia^P pes  G  o a.s  a  1  v  a^ 

awiicfaen    Nigritien    nad.    dj^q»,   B^eerbnien     von    Gaip^ 

(Stbiopiicben,  Meerbnien)   4so  geogr.  Meilen  tSoge   nnd 

80  bii  i3o  Meilen  Breite  geben.    Die  eoropSiscben  Nie» 

derlaMungen  auf  der  Kusu  von  Sierra  Leone  (swii^be« 

Monrovia  iina  Cap.  Vei^ga)   scbieinen  librigent  kei* 

nen   Beitand  StA   haben ,    unid    die   hottnung  vois  dieser 

Seite  -aä's 'o&here' Kenntnifs   !U>er  Afrika   an    erläogeh| 

''      ^rfte  aikerflialsvgeakasäht  werden;  ^  Kali'itf«]^. 


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ÄVu^»glicbe^„]R^(5r- ,  oder  .  ^fe^lOirtLei«..;  l«gf^ 
Ä^>  nejfe|^lic|ij-7-.,jpi ,  der.  HafennjifijMiugjgv  des^FluJse^ 
^M^fiurado^S.jfi^teur  dem.  YolHe.  des  Bas$^'s  -:*  die  Cor 
iotmf,    ^Uh^ii^*l  angejagt,  pnd  .^P%|:^vi^**     «r^uft 
ji^urde,  an^^rerseits^  ostlich  vpm^<,,Rio  Yolta%  der 
J)is.  ztun  ]^lussa„]^^x^e^f.j^oder.Formo8^^..8ic^^  erstreclien- 
üw  .,,Sklayenkö$;jt^";  ^.^g^jpgxenit ,    4©^ .  denn  .yjreiter  pst* 
J^^lf^j^- — die.  japg,  Ki^te,  ♦,5enii?**   folgt.     Was   noch 
.yrek^^  östU(^^,,9der,  n,i^nmehr  südlich  U^t,   bis  zuiq 
^Gap   Lopez^    ermangelt   des    ^emeiasame,n    Namens 
upd  ist  wenig  .beiBuc^t..^^  Die,  p9rd]^üs.te  selbst  er* 
öxeckt  si«h,    dem,  lytj^ere   n^he^^auf^.Sqp  engL  Mm- 
^en;   hart  ^m  Meere  ist  sie  eben -und  sandi§>  ^T'S 
Meilen  landeinwärts    erheben   sicli    allmählig  die  Ge- 
birge   des   Innern^     die   Entquelhmgsstätten    der    die 
j(4,9i^k^tef,  un^,  ^gr^nzendet' Gegenden  .bewä^emden 
Siahlreichen    Fii^se^,  .  Das    nächste.:.  Qebirgaland.  des 
,  westlichen  Xbpils  ist  die  Landschaft  «»Aquapim«',  wei- 
tet^  Js^ieipw*^s,iß^hfi%,  „sich   ^^s  erst   um    das  Jahr 
.P»9ofs  ^ea.^uTGtP'äfP^  ]|>el^^>^^  gewiprdeinyd  grofse  Reich 
i^  ,944cb«atis^S  1 4as  Jetzt  ip.  Eolget  .falutiger  Erober- 
migeiifdiekigingiev Küste  .bis  ziznu^^Gap  Mount<<  hinauf 
4!OB  iidi  abfaä^ig  erhält.     liängs' der^i^oMk^te  hin- 
gegen' stöfst   man:  zur  Zeit' läilgi' d^rsellien   auf  i5 
Forb'der  tengläiider '  ^vom  i^estlicKeri  „Apollonia« 
Ks'iXa!*«,    einem  ttatSe* bei  „Vingo*;    der  Hauptort 
fet*  „tape  Coäst"'  oder'  .^Cabö  Cörsö'Ot^  *  auch   mehrere 
Forts  und  Niederlassungen  der  Holländer  (njit  der 
kleinen  Stadt   ^,Elmira«^    als  Ha^uptort)  und   der  Dä- 
nen   jjin    ein§gr  JLinie'von  5P'7"ip  Äl^M^  ,>y^**^*?" 
W^U,.,mi]t  dem  .H^ugtorte-  "Chr^ptJÄflsbjö^«  bei  Ak- 
toa,  j^f|r,4fcra;  ö^a^^if  .w4.Ä?»^Lw^.*t  vow  Paris, 


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zur  Meleorolbgfy  %h^  Oberguinea.     tif 

Jene  Gegenden  der  Goldküste ^  wo  die  Wäl« 
3eV  entweder  lii^dergbhauto  'änd/  Her  ^wb  kie  *1iber- 
Müpt  noöK^  iii(fHt"airfaiig€te;  und  wo  ihhliin'Ai^ Wtncf^ 
freien  SplcA^ifrn  haben  ;    weörd'efa^  lüt  ii4f  '^teäsSd^i^te 
gehalten;  jed^fälls  Sst  dfe  IfiU^^hier  m^r^j^emSSSj^ 
dls  weiter  If&'Inniem  de»  Landei.     tlite-  mittlere  Luft- 
temperatur M   der   Küste    ist  83^  F.  fÄ8*,53CJ  di 
äa^ßyRO»  weiterhin  im  Innern  soll  sie  oft  bis  $5*fY 
^55*C.  =  d8*ft-j,  )a  »uweilen  bis  lob* F.  (87^780/ 
zi:  3o*>a ä iC*) keigfeAl'   t)ie  R e g e h z ei t'  dÄuert  vom 
lilai  bis  zotn  Aii^ust,'   doch    i'einigeh    auch  in^  Aiekiiti  , 
für   die  Gesiitldnett   des  Menschen    sonst  am  meistexr. 
gefährlichen  Zelt  ^Ääufige^Vinde  *  diö  Luft,   dte'sibK 
zuweilen  in  den   uifter   dem  Namen  t*ornadoV  be- 
kannten    gefÜTchteten  '  Sturm^irbelwind    verwandeln,^ 
Arh  un^esiüindeuen  ist  die  sog*.  Cinqsous-  Z6it|'  Im 
August /wo  ^in  Fisch  dieses  Namens  gefangen  wird; 
Mr  dte'^'gesüiAdeste  'dagegen  wird   von  Einigen  gehal- 
tÄÄ  *}ehfe  Log!  heifse  Zelt  ib*  September  und  Octo- 
ber,   die    der  Ii;l'einen   Regenzeit   Im  November 
voraugeht;  Andere  aber  wollen  der  Här  matten  zeit 
(December  bis  t'ebruar)   in  dieser  Hinsicht  den  Vor«? 
zug  ertheilen.     Wenigstens   isr  letztere    am'   meisten 
trocken  und  kÜ!.l  9  weilin  ihr  der  Harmattän  (als 
regelmäCsig  Wiederkehrender  Nordo^)  gewöhnlich  cbrei 
bis    viermki,   jedesmal  -  h&chstetiV  8  Targe    hindurcik 
weht  ♦)•   -    -  ^     '■' 

«-■■    ^:  -  •■    i — Lw- 


'<>)  lieber  din  Harmaitan  vergl  dilberts  Anm«  XXX. 

•      us:*'  ^'v*-^-*  '     '-    '  Kästner.        '  ' 

f 

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S. 

-lud j^^.if  ^  4f»,  KM«*?« ..»°ä .  auf .  d^  Goldk V a.t.<^ 

die>^^caiMpt,6n  afrikanischen  Fie^.e;^,  I^iäu^;   be-^ 

fpjq^e^  inursrjed;^^:  ^p:ppfii^r,   um  .«iph  zu  aocliipaati^ 

äxpnf .  ein  hitziges  Fieber   ^ushaltep  ^ . .  ,das^  die  Däi^^q 

LaQd0ts  -  ^y^dora^ij  „oddr    auch    Kjf^^tipbeje;r 

puandessiegthum  .  oder    Küsteng^be.r).   ^  .  Engländel^ 

t ^ d-  s e a«  o n i n g  ,  (das .  Klimafieb^^ , . .E^ipgeyvöhnu»^- 

fi<|ber>^  nennepiv  V^9  ^fß^^j    ^1?^  |(rank|^iten^  sonst 

^ur/ihrej^.  Fetischen    opfernd  und. :d^^.  Hülfe   exx 

^i^^d»  kennen  doch    auch  allerlpi,n^j;ür^phe  Mittel^ 

^e^Qfl^  dien^Q  ^Cr^nkheit,   die.  b^i  ^d^j^J^urgpäerp  nicht 

gelten. sehr  ver5chlimin^Tt;;wird|^^^rc|i   das  Heiniwel^ 

von  dem  diese  r£emai;Qhin  befallen,  werden,     £ine  an« 

^ere  ^schmerzhafte    JKr|uikb^t>     pipe  .,Aft,  weifse^ 

Rijihry    die   ebenf|t|ls   in  ,dieseq  G|)gende,ip,,,))^|fpifp^^ 

ist,    steht  auch  in  der  Regel   den.  Purqp|ern  J)eypr^ 

dergleichen  n^ancherlei  Geschwüre  *  upd  Hap^jiiiss^sh^ägo^ 

so  ^ifv>P  :  ^10  'bekannten  seltsamen  Guinea  -^W  ü  r  m  e.  ri^ 

Ueberhaupt  eczepgt  ^e  Natur  hier  4es  giftigen  Stpjf-^ 

fef  viel,  den  die  Neg|i^r^  leider  geübt  genug,  zu  be«» 

reit^  und   zu   gebrauchen   verstehen ;    nicht   zu  ge* 

4enken,    daOs  grausame^  Raub thiere  jpiUer  Art,    zuina^ 

Hyänen  i^nd  Schakal ,  samnit.  rs^ub^ierigen ,  zum  Theil 

^ftigen  Schlangen,   Insekten  und  Qewürpen  |iier  zu 

^pn  j^ewöhnlichen  Landplagen   gehpran.     •^jfen,   SeJ^r 

mannichfacher  Artung,   sieht  man  hier  schaarenweifid^ 

desgleichen  die  schönsten  und  buntesten  Vögel,   aber 

unter  diesen  keinen  einzigen  Singvogel«.  JLöwan.  und 

Elpphanten    lassen,  sic^    an   der  Küste  seltner  '^ehen, 

aber  die    lo^bis  ao£Uen   lange   Königsschlange   hat 


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zur  Meteorologie  rotk  Obergoinea.    t4i3 

MeBsok^im  AUgemafaim.  genommen  .1«U  etoCMli  himI 


gcr  iMk  mtiu  ^tfieht  itif  Kanftcri«bt  ^ftlfo  TUm^  nli^'^ 

;  i  iDger  EotwickclQsgMtQfe  Hbcrbictoadm  Wanderammta 
oder  Teroiites,  gehör««  m  dt«  gcfftrchteten  LMdpla- 
gco ;  «ach  iit  ••  dieser  Theil  tob  ÄfdkBf  nad  B«Me«tli6ll 
d«i.  |««ail  der  'Aitfliiiiitlkt^  wb^'-^  wena^aMli  «ichi 
Im  AUge»el«eii»  a««h*  i».  wMtMkm  SkNnlMIed,  der 
MektfiA'iarOrMeiMliefc  Mid'  «r.eiMr  fMrmkMht  kHn 

t    Migl,  dkl^airgeBde  foedlekM  MMftäMeUer,  all 

QaeMiOMerMordkitl  wfmAitxL    Mp «Mleblige  yipeepoi 

vo«^AMhMtie<S  deece»  Pmmmi  wtm  im  mtdmm  Vegera 

Mc  lieM%  gllniieri  wM,  W*  d«fo<  M«  V«kmifo«er  Ika 

>'    »  e4liea  4tif^   bkae'  etfiee  MteagCnrie  dvrck  dea  tbd  s« 

•  >  bAlMa>  bat  4sr  SdMrfrlilnei^  «ehirer«  eteü  le  4eiMrOM» 
geboag'y  ««d  ereaa  er  epflelMr'^  dieser  Wluk limiwäfMm 
km  i»'iMtier  Cegeiiwiif  ca.  Mmm , .eo  fllk  dei  Beceicb» 
»eiea  Kdpff  «ad  wia  etpHietvr-Beherrteliev  eiaeb  weit 

<  «ntgedelmte«  La«de»>'  «(olit  einr«  Wdigliab  ia  Folge  sei- 
ner pananKeliett  Mordwatb ,  r  «oader«  geaiili  «ielflbriger» 
a«f  W^  Ifteidene^bafte^'  sciaea:  Sia«u«ee  basirter  filSqaetta 
tt^bli  'ao  «adeh  alle  hlefners«.^  ihai  «aiergeoidaele« 
Zwiagbemi ,  die  ibaea  Uac««gebe«e«  ebeafaUe  daeXebea 
raabea  -^  «aidi  Laoae«  i^^ia  arird-  die  Zeil  boaimea» 
i«'%¥blali^  äo  fvrahtbalwOefralt  ^kr  Naia»  (darlitiai«» 
tieelicB  MidiTerfraadie«  ElnaUsea)  1l5bere  BMtmi  ««a 
elttKebe  Preibeil*  < WieseoAckaft  «ad  Cbristoüreli^oä)  eiae« 
I>aauia  ealgegeAseuta  ?  4ii«ai  Jlaecbeid  aack  liegt  sie^ 
maaabes  glOckliebca  Bckebraagteersuckes  okagaacbteti 
aacb  sehr  fev«!  I>ach  de^.^ikafiäaf  an  dieser  bcsserea 
ZeliPisi  «adi  kier  scboa  gemacht »  «ad  abgeaabe«  davoa. 


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149     .':^Mrv.,.r.''^  K'^^fff«!^  ,.%»:,:/    •»*.•. 

MftHKIir  dodr  uSc^  ^hiie  HeppigV^k^^ttod  '>S{iin«ii-i 
feat,  Wii'^6en^>d^ -Sp^aeq  itiftTsigi  ab^  um  «o  «am 
maCdger  im  Trinken«  Reinlichkeit  herrscKt  im  Gan«- 
zen  genommen  bei  seiner  Lebensweise  vor";  die  Mit- 
ti^g^^Km«  JUt  i)ipf  «^waiP  iw  4ie  Nacbt^  jigii^ch  die 
ZniK.  .4Ä!Hi*e»  ,  r^  .  .:I)i0  .  V.egptatiOT  j4^t    höchst 

•-•:':•:  «   •.  .•  .••......•....,    v.^  ftppig. 

>.?.,%«<.  .1  ^.,.  .'j  . .     ».. :  •■j{T'-"  t  -••*  • 

:(  :.i  Aifeaae  4ir  Gol4Mft^  dtr.UsiMrtD  ^»abliftiigigM  VöU 
.  u  .fcittiihaftf  hMnfitt.riilAureM^  btol4ic«t(.so,darf :Sa«i.«s  je- 
a  i  MitelUlt  ftt  «ivitigMt^SUIs^tt  Mh««l,<<'4a£idk. Neger 
..o>   .  jeMr.Mftev  «rclsbi..deii  dSaiteliee  F^m  ift^toM»,  faac 

paiffiarehsliiflheEmRcblaiigeii  hsben  iin4.lbil  i^Bo  •  d  e  i- 
..  .^  fe.ii,e.ftseiiftdbAfl  .fulwii*  ÜMertbsMMrerlifiluiUji  zu 
.  -rdeiiDieeaf  itob#D/]AEiii^/r^iiiiAlMberMi.%ekttwSiid<raiigi- 
it .  .  l^nb«  IM  bi^  dsbew»^  nie  lu  Ba  soeb  bei  nsftebett^Aiiate». 
1»  I  .^liebreedieSeelä»4esveMlorb«Mttiy»dss«ricd«r2iadeai 
tdifosnichUgeboriiea^ -mt.  TeMtorbeM  eiMbenen  .4<mi liebenden 
-<'>r  iei;T^&«tte»9, 'WSM^eaFtMwdet  woblaidiiui  «nd  den 
;:...   Stiadenlm  •sbAden««^ n  In  dem Maifiw  aber  3ftrie.  ein^  mil- 

ilktt  Religien  b5l|eM  gcsitige  Be^ttflnitee  w«ekt  ;-*>  in  jf« 

/i>..iM)l..¥ölkiMreeb«fteny^in  ^leieheM  Maefte  wird  «neb  dort 

..f  '^te  Sinn  fBr  geifleetbntige'.  ]|eiebsmin(f^i.itod::for«qbende 

'  .BetcMiinng  d^  Tjf§»ut  lebendig  werden  i«nd.tvo  Ao  Er- 

u     ..jfnMdiabee  sieb  begiebl^da   dncf  ancb.die  Natwnvitfen«   . 

sobaft  auf  neiie   Bereiebfcmngen  mit   Siebfivh^t  bauen. 
..:Dtfnn  es  iel  mebr  alf  wabrecbeinlidi  t  dafr   ntii  der  Ant' 

bellung  jenes  Dnakel^  welcbes  snr  Zeit  ««oob  das  Innert   . 
f    1    AürilcaV  fnnd  Atient)  'birgt ,  nicbt  >nttr  vancber  S^eifel 

scbwinden  wird:  ans  der  Uff esebiebte  des.  Menschenge«    ^ 

scbleehti  f  f ondcm  aucb  msaiDhe  Lfieke  iai  Kettennelz  der 

erganitcben  Nstaritodi^idnen  ^  snaalder  Tliiere»  weniger 
.•  -  -   der-Flia^ffB.  M*  ^   .'     fiASlAsitVA 


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ZMT  Meteorologie  von  Oberguinea.     145 

üppig.     Von  Metallen   wird  fast   nar   das  Gold  ge- 
funden, und  zwar  das  meiste  im  Ixmem  Aschanties. 


In  mehreren  Gegenden  werden  verschiedene 
Thiere  heilig  gehalten;  z.  B.  die  Hyine  in  Ackra» 
der  Schakal  in  Ussne  und  Ningo,  das  Crokodii  in 
Adda,  der  Vogel  Acamba  (Ibis)  in  Labodei,  der 
Geier  fast  übexBll.  Jede  Negerei  hat  irgend  ein  ihr 
Torziiglich  heiliges  Thier.  Die  Affen  gelten  für  Halb- 
menseben  y  erschaffen  von  den  Fetisch  (Unterg5ttem% 
um  es  dem  Menschenschöpfer,  dem  Jongmaa  (höch- 
sten Gott)  nachzumachen;  sie  heissen  die  Diener  der 
Fetische,  und  sind  an  gewissen  Orten  (z.B.  zu  Aqua- 
pim)  heilig.  Furcht  vor  dem  Tode  ist  dem  Neger 
last  ganz  unbekannt,  wohl  aber  bangt  ihm  vor  langer 
Krankheit.  Selbstmord  ist  ziemlich  allgemein,  und 
wird  durchaus  nicht  betrachtet  als  Sünde.  —  Es 
fehlt  ihnen  keineswegs  an  Geschicklichkeit  in  aller- 
lei Künsten,  sie  wissen  Gold  und  Silber  recht  gut 
zu  schmelzen  y  zu  giefsen  und  zu  bearbeiten.  Weni- 
ger verstehen  sie  sich  auf  Verfertigung  von  £isenge- 
Täthen,  doch  hat  je4e  grolse  Negerei  ihre  Schmiede. 
Aus  Holz  und  Thon  fertigen  sie  allerlei  Hausgeräthe^ 
von  Baumwolle  und  änderen  Pflanzen  verschiedene 
Zeuge  und  Teppiche  etc. 

.  •    ^     -  5. 

Schon  seit  hundert  Jahren  haben  Engländer  und 

Franzosen  es  versucht,  das  Gap  Mesurado  (Mont- 

serado;    Mountserado)  seiher  gesunden  Lage  we* 

gen  zur  Errichtung  von  .Sklavenfactoreien  zu  errwer- 

Arcliiv  f.  d.  ge».  Natnrl.  B.  18.  H.  2.  |Q 


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146  Kdgtnec' 

betk^   Icohntdh    aberzieht  in    dessen  Besitz , gelangen, 
weil    es    die    Eingebomen    -—    in    Folge  eines  Aber- 
glaubens —    nicht    abtreten    wollten.     Es    liegt    auf 
der  Wiedward-  oder  Pfefferküste  (unter  7'  w, 
L.    von  Ferro,    und  7°  n,  Bi)  etwa  i5o  Meilen  süd- 
östlich von  Sierra  Leone,    und   bildet  eine  Erdzünge, 
die    nirgends   breiter    als   eine  Stunde  in  den  atlanti- 
schen   Ocean,     etwa   12  Stunden    weit,    hinausreicht, 
und  nur  durch  eine  schmale  Landenge  mit  dem  Fest- 
lande  verbunden   ist»      Das    nordwestliche   Ende    der 
Erdzunge  erhebt  sic^  allmählig  zu  einen  bedeutenden 
Vorgebirge,    dem    eigentlichen    Cap  Montserado, 
wo  man   immer    den  Vortheil    der  erfrischenden  See- 
luft geniMst.     Det  grofse,  mehrere  Meilen  weit  auf- 
wärts schiffbare  Flufs  gleiches  Namens,   mündet  hier 
aus.     Der  Boden  des  Caps  ist  zwar  zum  Theil  sandig; 
und  nicht  für  viele  Produkte  geeignet,  doch  giebt  eg 
auch  viele  Stellen,    die    reichen  Ertrag   liefern.     B^ji 
Ankunft  jener  amerikanischen  Colonisten  (gegen  Ende 
des  Jahres   1821)  welche   hier   die  Golonie  Liberia 
gründeten  und  der  auf  dem  Cap  zu  erbauenden  Stadt, 
dem  Präsidenten  det  vereinten  Staaten  zu  Ehren,  den 
Namen  Monrovia   beilegten  jfoben  S.  iSp)   war  es 
mit   dichten   Waldungen    bedeckt,    die    aber,  seitdem 
gelichtet  worden  sind*  ^  ,     . 


Nur  Cap  Mount  und  Cap  Montserado  sind 
lioch  gelegen,  das  übrige  Land  ist  fläche  und  der  Bo- 
den des  Caps  selbst  ist  nur  theilweise  zum  Ajibati 
geeignet.  Die  Regierung'  hat  aber  kürzlich  an  dem 
St.  Paulsflusse,    in    der   Nähe    des    Caps,    eine    sßla 


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zur  Meteorologie  von  Oberguinea.     147 

Ihtchtbare»  son^  volkreiche^  jetzt  durch  den  Skkven- 
handel.  sehr  entvölkerte  Gegend  angekauft  Hier 
wurde  zu  einer  neuen  Niederlassung  der  GroJad  ge« 
legt,  der  alle  Yortheile  zur  Seite  stehen ,  welche 
ein  fruchtbarer  Boden,  ein  schiffbarer  Flufs»  gutes. 
Quellwasser  und  reichliches  Bauholz  zu  gewähren  ver- 
mögen. Das  Wachsthum  der  Pflanzen  in  dem 
urbar  gemachten  Boden  hat  fast  unbegreiflich  schnell 
statt;  drei  Tage  nach  der  Aussaat  brachen  europäi- 
sche Gartensaamen  etltkeimt  schon  aus  der  Erde  her» 
vor;  Bohnen  wachsen  ohne  Stütze  3 1  Schuh  hoch 
und  die  Schoten  werden  im  Durchschnitt  ii  ZoU 
engl.  lang.  Fast  alle  europäische  Gemüsart^n  ge-  • 
deihen  sehr  gut.  Die  Saatzeit  ■  fallt  in  den  Anfang 
der  Hegenzeit 9  d.  L  im  Mai;  von  vielen  Früchten 
kann  man  eine  doppelte  Erndte  machen.  Die  Wal« 
düngen  stehen  immer  grün,  da  die  Bäume  ihre  Blät- 
ter nur  nach  und  nach  verlieren;  bieten  aber»  be- 
sonders nach  der  Regenzeit  einen  prächtigen  Anblick 
dar.  Die  durch  ihren  Stamm,  ihre  Rinde,  ihren  Bast, 
ihren  Saft ,  ihre  Blätter  und  fVüchte  so  nützliche 
Palme  wächst  in  der  Nachbarschaft;  Brodfrucht,  Ana- 
nas und  Orangen  gedeihen  in  grofser  Vollkommen- 
heit und  der  Weinstock  trägt  saftreiche  Trauben* 
Indigo  kommt  sehr  gut  fort  und  ist  bereits  ein 
vortheilhafter  Handelsartikel  geworden«  Kaffe  und 
Baumwolle  wachsen  wild,  und  versprechen  bei 
einiger  Pflege  reichlichen  Ertrag.  Auch  das  Zu  ck  er- 
rohr  gedeihet  hier  und  ebenso  fast  alle  Erzeugnisse 
^der  westindischen  Inseln.  Der  Reis  trügt  hier  auch 
im  trocknen  Boden  kornreiche  Aehren  und  ist  von 
gröfserer  Güte,   als  der  amerikanische;    schon   führt 

10* 

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148  jKastner* 

man  daVon  nach  Nordamerika  aus:  JVXais,  Hirs.e^ 
und  die  dem  Lande  eigenthümliche  Cassada,  Pa- 
pan  und  Bananas.  Dgis  Rindvieh  ist  gewöhnlich 
mager»  wegen  des  schlechten  6  —  7  Fufs  höhen  Gra- 
ses; giebt  aber  bei  heiserer  Fütterung  sehr  gutes 
Fleisch ;  in  der  Mündung  des  FluTses  wimmelt  es  voir 
gro(sen,  schmackhaften  Fischen»  Solche  übeiflielsende 
Fruchtbarkeit  dieses  Theiles  von  Afrika,  in  allen 
zum  Unterhalte  nöthigen  Dingen,  fordert  zur  Beyölf 
kerung  desselben  auf,  die  auf  der  Colonie  schon  da*- 
durch  sehr  erleichtert  wird,  dafs  man  hier  sehr  gute%, 
dauerhaftes  Bauholz,  desgleichen  Mahagoni  in 
Menge  antrifft,  und  dafs  jenes  im  Ueberfluls  auf  dem 
Gap  wachsende  Gamholz  schon  Ausfuhrartikel  ge- 
worden ist  *). 

Die  vielen  SterbefaDe,  welche  unter  den  ersten  Ein- 
wanderern und  Gründern  Liberia' s  sich  vorfanden  **), , 


f)  ,D«  den  Ansiedlern  die  Handarbeit  der  Eingebomen  um 
geringen  Lohn  xn  Gebote  ttebt,  to  Termogten  •!•  tchoii 
5oo  Morgen  Waldes  urbar  sn  machen  und  a7Pflaosnngen 
anzulegen*  Jeder  der  Golonisten  besitzt  ein  danerhaftet 
Haus,  wegen  Mangel  an  tauglichen  Arbeiten  konnten  aber 
nur  die  obrigkeitlichen  Geb&ude  von  Stein  aufgeführt 
werden^  Auch  sieht  seiner  YoUendung  ein  So^-^go  Per» 
.  sonen  fassendes  Fremdenhaus  entgegen,  bestimmt  nede 
AnkömmliDge  aufspnelmien ,  bis  deren  hfinftige  eigene 
Wohnungen  bexiebbar  erscBeineD.  Die  Zahl  der  auf  der 
Colonie  gebauten  Schiffe  nimmt  folrtdauernd  xn;  bei  einer 
fftr  ^dcn  Handel  so  gfinstigen  Lage  verspreohen  sie  der 
Colonie  grofse  Vortheile. 
>*)  Von  as5  Personen  starben  46. 


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zur  Meteorologie  von  Ober^uinea.     149 

•  könnten  leicht  furchten  machen:  dafs  das  Klima 
dem  Anbaue  und  der  Givilisation  dieses  Theiles  von 
Afrika  groCse  Hindernisse  entgegensetzen  werde;  in- 
dels  war  daran  hauptsächlich  schuld,  die  ungesunde 
Lage«  in  welche  sich  die  Golouisten,  unmittelbar 
nach  ihrer  Einwanderung  versetzt  fanden.  Sie  müfs* 
ten  nämlich,  während  ihre  Kräfte  übermäfsigen  An- 
strengungen unterlagen,  die  ganze  Regenzeit  hindurcli 
in  schlechten,  nichts  weniger  als  gegen  ununter- 
brochenes Eindringen  von  Nässe  schützenden  Hütten 
zubringen,  ungesundes  Wasser  trinken,  und  ärztliche 
Hülfe  schmerzlich  entbehren  *).  Nach.  Ablauf  der 
ersten  5  Jahre,  da  für  trockne  Wohnungen  für  ärzt- 
liche Hülfe  und  Pflege  neuer  Ankömmlinge  gehörig 
gesorgt  war,  fand  sich,  dals  die  Sterblichkeit  sehr 
auffallend  nachließ,  und  dals  das  Klima  für  die  schwar- 
%en  Ankömmlinge  aus  den  südlicheren  Staaten  Nord- 
amerikas nicht  mehr  angreifend  ist,  als  das  ameri- 
kanische bei  ihrer  Gewöhnung  an  dasselbe.  Zwar 
wird  jeder  von  dem  v klimatischen  Fieber  (oben  §.% 
8.1 4a)  ergriffen,  aber  unter  io5 Personen,  die  mit 
einem  Schiffe  angekommen  waren ,  starben  nur  3  Kin- 
der, und  von  66,  die  zu  einer  andern  Zeit  anlang-' 
ten,  nur  %  junge  Männer,  die  sich  nicht  gehörig 
geschont  hatten,  hingegen  mehrere  Kinder.  Der 
Verlauf  der  Krankheit   war  bei   besserer  Pflege  ge- 


*}  Viele  der  Golonisten  ffrandertea  ein  gerade  in  der  Regen- 
zeit, und  mafeten,  binreiohend  tchüuendet  Obdach 
nnd  in  fchlechten  Hütten  der  Bitten  entbehrend,  aaf 
Matten  liegen,  die  vom  eindriogeaden  Regen  iteti  mehr 
oder  weniger  naft  erhalten  worden» 


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150  Kästner 

wohnlich. leicht  und  schnell,   und  die  Erholung  voll- 
ständig *)•  X     . 

«• 

Der  Harmatta n  (oben  S.  i4i)  der  im  nörd« 
liehen  AErika»  durch  seine  austrocknende  Hitze  diB 
'  schrecklichsten  Verwüstungen  unter  allen  organischen 
Geschöpfen  anrichtet ,  erreicht  höchstens  zweimal  im 
Jahre  die  Gefilde  Liberi a's,  und  währt  dann  nur 
6  Stunden;  und  da  er  über  grofse,  wald-  und  was- 
serreiche Gegenden  streichen  mufs,  bevor  er  anlangt. 


*)  TerwQodaDgen  werden  8ebr  leicht  gefalirlich,  so  dafe 
«cboB  Personen  io  Folge  des  Aaiziefaeos  eloes  Zahos, 
mit  dem  Zahne  auch  das  Leben  einbUfsten.    Für  weifse 

I  llinwanderer  ist  ^at  Klima  Tiel  mebr  angreifend ,  und 
ihlre  Genesuog  schreitet  weit  langsamer  fort,  als  jene  der 
Neger  ^  doch  lafiit  sieb  das  Fieber ,  jedenfalls  durch  ge- 
hörige Schonung'  und  Pflege  sehr  mildern.  Die  Ursache 
der  Krankheity  wenigstens  auf  dem  Cap  Mesorado,  scheint 
weniger  der  Sonnenhitze  (die  auf  Liberia  selten  hoher 
steigt  als  84®  F.  =  a8%89  G.}  oder  den  schädlichen  Aus- 
dunstongen  einzelner  Sümpf e^  sondern  mebr  in  der  grofsen 
allgemeinen  Lnftfencbte  wihrend  der  Kegenzeit 
gegeben  zu  se^n;  Ashnm^s  Erfabmngen  znfolgei  leisten 
(wie  ja  auch  die  Bewohner  Hollandes  und  ahnlicher  Ne- 
bellande beweisen)  starke  Getränke  gegen  diese,' biet  zu- 
gleich heifse  und  daher  um  so  mehr  das  ganze  Korper« 
System  erschlaffende  Feuchte  gute  Dienste.  Die  Fieber 
sind  fast  stets  dieselben:  tägliche  und  dreitägige  Wechsel- 
fieber,  leicht  in  Faulfieber  übergehend.  Gewohnlich 
weichen  sie  jedoch^  ohne  eine  hohe  Entwickelnngsstufc 
tu  erreichen  I  dem  Gebrauch  der  HeOmitteL 


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zur  Meteorologie  von  Oberguinea«     151 

so.  hat  sich  seine  Hitze  schon,  sehr  gemildert ,  bevor 
er  eintrifft;  dennoch  sind  seine  Wirkungen  auf  die 
ganze  Constitution  sehr  fühlbar,  obschon  er  im  Jahr 
i8a5  die  Gesundheit  der  Golonisten  nicht  gefährdete. 
Verglichen  mit  den  übrigen  Theilen  Westafrikas 
hat  übrigens  Montserado  eine  der  gesundesten  La- 
gen ;  der  Seewind  kehrt  erfrischend  täglich  wieder, 
und  des  Nachts  hindurch  ist  die  Luft  so  rein  und 
wohlthuend  frisch,  als  irgendwo.  Noch  annehmlicher 
und  gesünder  ist  das  Klima  der  neuen  Colonie  St, 
Pauls,  wohin  sich  daher  auch  manche  Genesende 
aus  Liberia,  zur  völligen  Wiedergesundung ,  begeben* 
Die  ungünstigste  Zeit  für  neue  Ankömmlinge  ist  die 
gleich  zu  Anfang  der  Regenzeit,  d.  i.  gegen  £nde 
des  Mai  (sie  währt  mit  ihren  Nachwirkungen  bis 
zum  November)  -,  in  Beziehung  auf  die  übrige  Jahres- 
zeit,,  ij»t  in  dieser  Hinsicht  nur  wenig  Unterschied  *). 


**)  Asham  erwartet  b«trtchtli«bt  Miadenug  des  klimati- 
sehen  Nachtbeiie,  ntno.  die  Gegend  anbr  nrbar  gemacht 
und  Tor  Allem  auch  für  trockne  Wohnungen  hinreichend 
gesorgt  teyn  wird.  Während  der  Regenseit  hat  auch  die 
Landung  der  Schiffe  mehr  Schmerigkeit.  r—  £•  scheint 
ttbrigene,  dem  Vorhergehenden  xafolge,  daHi^das  Klima 
von  Montierado  die  Annehmlichkeiten  der  klimati- 
-  sehen  Beschaffenheiten  von  Algier,  nnd  einigen  anderen 
Gegenden  der  Berberei ,  mit  jenen  der  Gesundheit  Gefahr 

■     b^-iogenden  Lttftstimmungen  irerbinde,   welche  das  Klina 
der  Küste  Natal  beseichnen« 

Kastner. 


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15%  V*  Blücher 

Zur  geogiiostischen  Kenntnifs  Meck* 
lenburg's  und  Neu-Vorpommerns5 

vom 

Dr.  Helmuth  von  Blücher. 


MecKlonburg  undNeu-Yörpommern  bilden  einen 
Theil  jener  grofsen  Ebene,  welche  sich  vom  Fufse 
der  Rheinischen-,  Weser-,  Harz-,  Sächsisch-  und 
Schlesischen  Gebirge  bis  zur  Nord-  und  Ostsee  er- 
streckt, und  in  einem  ununterbrochenen  Zuge  über 
die  Niederlande,  wo  etwa  der  Site  Breitengrad  die 
südlichste  Ausdehnung  bezeichnet,  das  ganze  nörd- 
liche Teutschland  mit  Einschlufs  von  Dänemark,  über 
West-  und  Ost  -  Preufsen ,  Posen,  einen  grofsen  Theil 
von  Polen  und  Rufsland  verbreitet.  Auffallend  geringe 
Erhebung  darbietend  (ia  den  erhabensten  Punkten 
muthmaafslich  kaum  die  absolute  Höhe  von  'joo  Fuls 
erreichend)  erscheint  der  bei  weitem  gröfsere  Theil 
dieser  Ebene  sehr  flach   und  manche  ihrer  Küstenge- 


^  Aussog,  enUebnC  aas  Dr.  H.  v.  Blucher'f  Gheai.  Uo- 
terf.  d.  Soolquellco  bei  SfiU  im  Grorfbenogthnm 
Meckienbarg-Schvrcrio,^  oebtt  einer  Uebersiobt  der 
«richtigsten.  .  Gebirgtverhältnisse  Mecklen- 
burgs und  Neu-  Vorpommeros.  Mit  einer  li(ograph. 
Ansicht  idet  Badehames  zu  Sulz)  uod  einer  (zugleich 
einzelne  geognottitche  Yerbfiltniise  andeutenden)  Charte. 

Kastner. 


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z.  geogn.  Kenntn.  v.  Mecjklenburg  etc.    153 

ganden  b6  niddrigt  dafs  künstliche  Uferbauo  vor  dem 
Andrangs    heEdger    Meeresfiuthen    schütBen    IbüMen» 
Reich  an  Flüssen,  die  theils  im  Schoo&e,   theil«  am 
FuTsrande  der  sie   begrenzenden  Gebirge,    «um  Theil 
aber  auch  in  ihr   selbst  entspringen   und   die,    nicht 
selten   furchtbare  Uferüberschwemmungen  darbietend» 
nach  vielen  Windungen  ihre  Gewässer  der  Nord-  und 
Ost- See  zusenden,    zeichnet  sie  sich  noch  besoodMC« 
aus  -durch  die  ihre  Aussenrinde  nut-ftusammeneetsen"* 
den  losen  Anhäufungen  zertrümmerten  Gesteins,   de- 
ren Ansehen   die   fremde  Abkunft    verräth,    und  die 
(muthmaafslich  durch  gewaltsame  Meeresüberschwem« 
mungen^  in    einem    wohl   über  600  Fuls  den  gegen« 
/  wärtigen^  Oeeanspiegel  überragendem  Niveau,   mitun- 
ter in  sehr  beträchtliche  Femen  fortgeführt)  mit  ge-f 
ringen    Ausnahmen,    alles    ältere   Gebirge   bedecken 
und  eben  darum  jeder  Untersuchung  über  Verbreitung 
,  und    Entwickelung    der    älteren    Fermationen    dieser 
Gegenden     bald     unbesiegbare    Grenzeni     stecken  *)« 
Was   jedoch  aus    dergleichen   Untersuchungen   bisher 
hervorgieng,     läist    mit    grober    Wahrscheinlichkeit 
vermuthen :    da&    die.  Braunkohlen    fuhrende    Thon* 
und  Sandsteinformation   (Argile    et  Gres    tertiaire  k 


*)  ErBtseitdem  Brengniart  andCavier  (Deseriptioa 
geologique  des  enirirons  de  Paris)  die  im  Becken 
▼OD  Paris  so  vollständig  entwickelten  tertiären  Formatlonea 
genau  beschrieben ,  d.  i.  erst  in  der  neuesten  Zeit,  bat 
itaan  angefat^n  auch  Nordteutschlandt  Niederungto  yom 
geogaostiS/cfaen  Geslchtspiuikte  aus  ievsehead  ni  f wfolgeo. 

V.  Blücber. 


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154  V.  Blücher 

Ugnites  *)    vielleicht     auch    die    Grobkalkförmatioxi, 
ziemlich  allgemein  über   die  xiordteutsche  Ebene  ver- 
breitet ist,  dem  Diluvial -Detritus   meistens   zur  Un- 
terlage   dient,    und   wiederum  auf  den  jüngeren  se- 
kundären   Flötsgebilden,    vorzugsweise    der     Kreide, 
ruht»      Wenn   sich    min   auch    Mecklenburg   und 
Neu  Vorpommern,  den  äusseren  Umrissen  und  in- 
fieren    Gebirgsgestaltungs  -  Verhältnissen    nach ,     dem. 
Gesammtausdruck  Jener  grofsen  nordischen  Niederung 
bei-     und    unterordnet,     so     zeigen     doch     Einzel- 
theile  gewifse  Merkmale  der  Bodenphy^iognomik ,  die 
stark  genug  hervortreten,  um  den  Bück  des  verglei- 
chenden Beobachters  zu   fesseini     Hieher  gehört  die, 
durch    geringe  Oscillation   ihres  Bodens   sehr   begün- 
stigte Fruchtbarkeit    ihrer   Ackerkrume,    die   be- 
sonders merklich  wird  in  dem  gröfseren  nördlich  und 
nordöstlich    gelegenen   Theile    Mecklenburgs    (hierin 
ähnelnd  dem  ebenfalls  hügligen  östlichen  Theile  Hol- 
steins), so  wie  in  einem  bedeutenden  Theile  Neuvor- 
pomtnems ,  namefitlich  auf  Rügen ;  eine  Fruchtbarkeit 
die,    der    mehr   erhabenen    Lage    dieser   Landes- 
theile  wegen,  nicht  gestört  wird  :  durch  Ueb^rschwem- 
mungen,  und  keine  Unterbrechung  erleidet  durch  weit 
verbreitete    Moore;    weil    letztere    (gröfserelr  Boden- 
höhe zufolge)  nur  mäfüige  Umfange  darbieten.    Meck- 
lenbur'gs   südwestlicher  Theil   zeigt   hingegen  vor- 
herrschend Sand-,    der   gewöhnlich  Heide    und  Moore 
trägt    un^  theilt  in   dieser  Hinsicht   mehr  den  Cha- 


*)  A.  de  Humboidt:    £8say  geognoidque  sur  le  gfsement 
'    des  roches  dans  les  deax  Hemisph^ree.  p.  191. 

▼,  Bischer; 


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z.  geogn.  Kennte,  v.  Mecklenburg  etc.    155 

lacter  der  Prignitz  und  der  IV^ttel-Marlc,  die  sich 
beide  vor  anderen  Theilen  der  Mark  Brandenburg 
durch  Sand-  und  Grand -Beden,  so  wie  durch  weit 
verbreitete  Oberflächen  -  £benungen  besonders  aus« 
zeichnen. 


Obwohl   Mecklenburg  und   Neuvorpom- 
mern, im  Ganzen  genommen,  in  ihrer  AussengesCialt 
wenig  abweichen  von  einer  gleichförmigen  Niederung, 
so  zeigen  sie  doch  im  Einzelnen  mannichfachen  Wech- 
sel von  höheren  und  tieferen  Punkten,  von  Thälern, 
Hügeln  und  weit   fortsetzenden  Anhöhen.     Im   allge- 
meinen sind  die  Umrisse  sanft   und,    Rügen's  (vom 
Meeresufer  zum  Theil  sehr  schroff  ansteigende)  Kigeid- 
felsen  abgerechnet,  fehlt  es  gänzlich  an  kühnen  Fels- 
und  Bergformen.     Der  Boden  zeigt  sich  bald  geebnet, 
bald  mehr  wellenförmig  oder  mehr  hüglich  gekrümmt; 
er  erhebt  sich  sowohl   zu   sanft    abgerundeten, 
ordnungs-    und  oft  zahllos  neben  einander  liegenden 
Hügeln,  die  mulden-  oder  beckenförmige,    häufig 
mit  Moor  oder  sülsen  Wasser  angefüllte  Vertiefungen 
einschlielsen,  als  auch  in  Form  lang  gestreckter 
allmählich  verflachter    oder  steil  abfallender  Höhen-, 
züge;    welche   letztere   entweder   als   schmale,    oft 
mit    vielen   flach    gewölbten  Kuppen  besetzte  Hügel- 
rücken  hervortreten,  oder,  durch  ebene  oder  wellen* 
förmige  Umrisse  bezeichnet,   mehr  in  die  Breite  sich 
dehnen,  oder  auch  (seltener)  eine  so  hügliche  Ober- 
fläche darbieten,  dafs^  man  sie  eher  für  Hügelgruppen, 
als   Hügelketten    ansprechen^  möchte*      Nicht    selten 
sind  diese  Höhenzüge  so   sehr  in  die  Breite  gede)mt^ 


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«56  T.  Blücher 

oder  in  splchem  Maafse  abgeebnet,  dafs  ihtaRiditung 
nur  «chwer  verfolgt  werden  kann;  nimmt  man  dazu* 
dab  ne  häufig  von  weiten  muldenförmigen  Thälepi 
oder  Vertiefungen  unterbrochen  erscheineus,  so  wird 
es  erklärlich,    warum  man   oft   nur  mit  Mühe  ihren 

~    Zusammenbang  aufzufinden  im  Stande  ist,    und  wes- 
halb Hügel   und  Höhenzüge,    sammt    deren  Thälern, 
ihren  Umrissen   nach  in    einander   verschmelien   und 
ein   gleichsam    verwaschenes   Ansehen,  gewahren. 
Oft    glaubt   man    in    der   Feme    einen    bedeuteiiden 
Höhdnxug  zu  sehen ,   es    ist  aber    nur   das  in  einer  . 
Ebene  fortlaufende  hohe  Ufvr  eines  weiten  FluCsthals; 
umgekehrt  ^ist  man  leicht  geneigt  eine  ;durchaus  hohe 
Gegend  für  niedrig  anzusprechen,    indem  die. sichere 
Yergleichung    mit    einem   fern  liegenden  Punkte  von 
bekannter  Höhe  durch  den  häufigen  Wechsel  der  Ni- 
veaus   oder   anderer  Hindemisse   gestört   wird.      Die 
Thal  er  zeigen  (mit  ihren  gewöhnlich  sanft  wellen- 
förmig gebogenen.  Thalränden)  im  Allgemeinen  einen 
ebelien,    vom  wagerechten   wenig  abweichenden  Bo- 
den, sind  gewöhnlich  stark  gedehnt,  ja  zuweilen  wohl 
^nige  Meilen  breit  und  bilden  daher  dort,   wo  zwei 
oder  mehrere   derselben    in  nicht   zu    grofser  Feme 
Vfn  ^nandar  einen  flachen  Höhenzug  durchschneiden: 
inselförmige   Anh.öhen.     Auf   solche  Weise   ge« 
winnt  der  durch  die  weiten  Flufsthäler  der  £lbe  und 
Röcknitz  abgeschnittene  Th^il   des   breiten,    mit    dex^ 
£lbe  ziemlich  peurallel  laufendem  Höhenzugs,   der  die 
Braunkohlenlager  bei  Bockup  enthält,    ganz   das  An- 
aehen   eines    niederen    Plateau's;     es    liegen   auf 

^demselben  unter  andern  die  Dörfer  Carentz,   Conow, 
JBockup  und  Sülze. 


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z.  geogn.  iienütn.  v«  Mecklenbarg  etc.    157 


Die  zahlreichen,  durch  kleine  Flüsse  bewässer- 
ten Th^ler  der  genannten  Länder  durchkreuzen  die« 
selben  meist  nach  gewissen  Richtungen^  sie  verdanken 
ihre  Bildung  nicht  sowohl  Höhenzügen,  sondern  wah<r 
rfin  Landeinschnitten,  welche  so  tief  zu  gehen 
•  p&egen,  dafs  sie  dem  Niveau  des  Meeres  sehr  nahe 
kommen.  Daher  ihre  zwar  san£t  ansteigenden  (zu- 
weisen ganz  verflächten)  grölstentbeils  ziemlich  bohei^ 
Thalwände :  in  dem  weniger  verflächten  Mecklenburgs 
und  ihre  bis  zum  ganzlichen  Verschwinden  reichende' 
Geringfügigkeit  in  dem  weit  flacheren  Neuvorpom- 
mem,  wo  das  Thal  ein  Flufsbett  wird,  das  fast  un- 
merklich in  die  Ebene  einschneidet.  Dort,  wo  die  Th'aler, 
merkwürdig  genug,  Höhenzüge  durchschnei- 
den., .und  überhaupt  wo  das  von  ihnen  durchschnit* 
ten^  Land'  mehr  erhaben  ist ,  ^  gewinnen  die  Thal- 
wände  des.  Ansehen  verhältnifsmäTsig  beträchtlicher 
Aiih5hen.  Es  sind  daher  nicht  allein  die  über  die 
allgemeine  Abdachung  sich  erhebenden  Hügelmassen 
oder  Anhöhen,  sondern  auch  die  vielen  Flulsthäler, 
.— (^  denen  sich  oft  ziemlieh  deutlich  Läfige»-  lind 
Que^häler  mit  ihren  Verzweigungen  nnterseheiden 
lassen)  welchen  das  Land  seine  wellige  und'  hügelige 
Aiissenfläche  verdankt.  Die  gröfste  Abweichung  des 
Niveaus  hat  daher  gewöhnlich  dort  statt,  wo  Er- 
höhungen und  Vertiefungen  zusammentreffen» 


Mecklenburg  verflacht  sic}i  im  Ganzen  nacli 
seiner  südwestlichen  und  nordöstlichen  Seite, 
Der  erhabenste,    durch  gesonderte  Hugielmassea  und 


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l&a         •  V.  Blücher 

'  Höhenzüge  9  so  wie  durcli  auffallenden  Reichtham  a& 
einzelnen  Hügeln  und  mulden^  oder  kesseiförmigen 
(meist  grofse  Seen  tragenden)  Vertiefungen  ausge- 
zeichnete, hievon  abgesehen  flachhochebenige  Theil 
lagert  in  der  Mitte,  sich  von  Nordwest  nach  Süd- 
ost durch  das  ganze  Land  erstreckend*^^  Süd- 
westlich verflächt  sich  diese,  nur  uneigentlich  so 
zu  nennende  Hochebene  fast  tinmerklich,  übergehend 
fti'jene  weite  Ebene,  welche  sich  etwa  von  Gade- 
busch,  Schwerin,  Crivitz,  Neustadt  und  weiter  bis 
zur  £lb0  erstreckt  und  eigentlich  nur  durch  jenen 
sehr  flachen,  unmerklich  anschwellenden  Höhenzug 
unterbrochen  wird ,  welcher  die  Braunkohlenlager  bei 
Bockup  und  Loösen  enthält  (s.  oben  S.  i56)*  Sie 
besteht  vorherrschend  aus  Sand,  Heidegrund  und 
Moorboden,  und  wird  von  denen  (auf  das  Längenthal 
der  Elbe  stofsenden)  Flufsthälem  der  Eide,  Röckenitz, 
Sude,  Schaale  und  Boitze  in  der  Richtung  von  NO. 
liach   SW.    durchschnitten  ♦♦),      Nordöstlich    fällt 


'  *)  Ji«  genaacD  und  sablreichen  HofacDmesrangvii  feblt  es 
'•  fast  ganz;  die  weiterfaiD  vorkomneoden  angef&hrvD  Höhen-  . 
•ch&tzuDgen  sind  daher  leicht  grobien  Irrthilmern  ansge- 
set^  Die  auf  ^ie  BarometerbeobachtODgen  des  Hro.  v. 
Se^rdewits  sich  gründenden  (im  Mecklenburg- Seh vire- 
rin'schen  Staats -Kalender  abgedruckten)  Terdienen  wenig 
Vertrauen,  und  einige  enthalten  offenbar  Ungereimtes; 
nur  um  einen  ungefähren  Maafsstab  angeben  sq  konnea 
(die  Abweichung  Ton  der  Wahrheit  kann  leicht  60  Fuft 
betragen)  wurden  im  Folgenden  einige   derselben  benntst. 

▼•  Blücher. 

*^)  Weiter  Sstlich  fält  die  südwestliche  Abdachung  sUdlloh 


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z.  geogn.  Kenntn,  v«  Meplilenburg  etc.   '  t69 

sie  in  eia  sehr  frachtbarest  unebenes  Geesthnfl  ab, 
das«  mit  abnehmenden  Niveau  uod  wachsender . Ebd.* 
nung  (oben  S.  iSy)»  ^ber  Neuvorpommem  (mit  Aus« 
schlufs  von  Rügen)  fortsetzt  *);  südöstlich  fällt  sie 
(in  Mecklenburg)  gröfstentheils  in  das  Flu(!$gebiet 
der  Havel,  und  nachher  wahrscheinlich  etwas  mehr 
ostlich  in  die  Ukermark  **). 


von  L&bity  dem  Pisaer*»  Fleeser-  and  Kölpioer-See, 
und  aaeh  hier  dürfte  die  allgemeine  ▼ertSchong  nach' 
Sadvreif  Dooh  bis  sur  Elbe  statt  haben.  v.  B. 

*)  Am  stärksten  scheint  der  nordöstliche  Abfall  ein« 
antreten  in  der  Gegend  swischen  Neu  -  Streliti ,  Wären, 
Serrahn,  Butzotr  und  Kropelin.  Auch  entspringen  in 
dieser  Linie  die  grÖfteren  jener  kleinen  Flüsse ,  welch« 
den  nordostlichen  Theil  Mecklenburgs  (andsvrar  in  der- 
selben Richtung  wie  den  sudwestlichen)  dorchschneiden, 
nämlich  die  Röckenitz,  Peene  und  Tollensee;  die  weiter* 
hiD»  an  der  pommerscheo  Grenze  ^In  ein  gemeinsames,  deir 
Elbe  parallel  laufendes  Laogenthal  einlenken  und  in  die- 
sem ihre  Wasser  nach  entgegengesetzten  Richtungen  der 
Ostsee  zufuhren.       '  v.  B. 

**)  Unser  eifriger  vaterUndiasher  Natorfoxtcher,  Medicinal« 
ri^th  Brückner,  hat  im  ^Meck^nburg - Schwerin*schea 
'  Abendblatte<<  (Jab/g.  1817  Nro.446  nnd  447)  darsuthun 
gesucht,  daCi  sich  die  HaoptbÜgelkette  des  Landes  (von 
ihm  Warnowicette  genannt)  aus  der  Ukermark,  etwa 
.  über  Alt-  und  X^eu •  Streliu  (nach  «.  Seydewi.ta  t3t 
Paris.  Fnfs  über  der  Osuee)  Waren,  Serrahn,  smschen 
Sternberg  und  Butzow  (wo  sie  in  den  Schlen»miner  Ber- 
gen, V.  S.  infolge,  49&'  par.  erreicht)  beinahe  bis  Neta- 
Bttckow  und  Kröpeliji  hinziehen  und  sich  hier  einem 
Höhfasnge  (seiner  Seek.ette)  anschhefseBf  welcher  VOB 


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160  V.  Blücher 

tJnabhängig    von   dieser    allgemeinen  Abdachung 
des  Landes  scheinen  noch  mehrere  bedeutend«  Höheiw 

Züge 


Bronshaiipten  über  Dic^ichibagen  (iä  dem  dortigen  Berge, 
nach  ▼•  !S. '  zu  4B5' p.  sich  erhebend)  nach  Hohenf^Ide 
(175'  p.  n.  ▼.  S.))  dann' südlich  von  Kröpelin  und  BüCkovr 
über  Krastow  (ao3'  p.  n.  ▼.  S.)  Bwiichen  Wismar  und 
der  Nordspiue  des  Schweriner- Sees  nach  Hambergen 
(3^0^  p.  n.  ▼.  SO  läuft  und  gegen  die  Ostice  steil  abfällt«. 
Eine  dritte  Hügelkette  (B's  Eide  kette)  soll  bei  Mirow  ^ 
allmablig  ansteigei^^  sich  über  Röbel  9  Poppentin ,  Lebbiny 
Flau  (3aa'  p.  n.  ▼.  S.)  Beuten  Crivitz^  längs  der  Ost- 
seite des  SchiTcriner-See  bis  Rampe  und  von  hier  aus  ia 
gerader  Richtung  bis  zum  Yereinigungspunkte  der  Seeketta 
mit  der  Warnowkette  erstrecken.  Die  Warnowkette  und 
Eidekette  sollen  nach  B.  eine  hochliegende,  übrigens, 
auch  sehr  verschieden  gekrümmte  Ebene  ein9ch]ief8en, 
welche er^  ihrer  vielen  Seen  wegen  die  Wasser-Ebene 
nennt;  ob  indessen  wirklich  zwei  solche  einschliefsende 
Hügelketten  ansunehmen  seyen,  dünkt  mir  (eig^enen,  bei 
mehreren  Reisen  in  jenen,  Gegenden  gewonnener  Ansichten 
zufolge)  nicht  nur  zweifelhaft 9  sondern  es  schien  mir 
vielmehr,  als  ob  mehrere  Einzelgegenden  in  der  Wasser- 
ebene  die  einechliefsenden  Hügelketten  beträchtlich  über- 
ragen« Auch  nlmitit  B.  an:  dafs  die  Wasserscheide 
der  Nord-  und^Ostsee  von  der  Südspitze  des  Raue- 
burger  See's  sü^ich  von  tyadebuscfa  beinahe  bis  Schwe- 
rin läuft  >  sich  hier  ndrdlieh  um  den  Schweriner  See 
wendet,  zwischen  der  Lewitz  und  Grinitz  Über  Beuten 
nm  die  Nordspitze  des  Flauer  See^s  nach  Glocksin  streicht 
und  von  dort  durch  die  Warnowkette  bezeichnet  wird; 
was  denn  auch  ein  Blfck  auf  die  Charte  von  Mecklen- 
burg   Im'   Allgemeinen    bestätigt.     Alechlenburg^s   grofs« 


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%.  geogn.  Kenntn.  v.  IVfecklenburg  etc.     l6i 

säge  aafxutreten;  so  jener  schon  erwähnte  flache, 
der  EU>6  in  geringer  Feme  zienilich  parallel  laufende^ 
(oben  S.i56);  deisgleidien  ein  weit  aasgezeichneterer 
(der  hödiste  Mecklenburgs)  südwäru  von  Parchim 
bei  Mamit£  (unter  den  vielen  ihn  bekränzenden  flache 
gewölbten  Kuppen  p  soll  der  Ruhneberg  —  angebüdi 
der  höchste  Punkt  —  nach  y.  S*  677^  p.  messen) 
der  bei  einer  Breite  von  b0iläufig  einer  halben  Meile 
von  SO.  nach  NW.  %  Meilen  weit,  bald  sanft»  bald 
steil  in  die  angrenzende  Ebene  ab£sdlend,  zu .  streichen 
scheint.  Ebenfalls  bedeutend  ist  jener,  welcher  von 
Serrahn  längs  der  Nordwestseite  des  Malchiner  See 
und  des  linkeii  JPeenethals  etwa  bis"  Neu-Kalden 
läuft,  bald  wellenförmig  gekrümmt  Erscheint,  baM 
hochhügliche  Gipfelflächen  darbietet  und  sich  auch 
wohl  zu  ganzen  Hügelgruppen  erweitert,  so  dals 
num  ein  Massengebirge  im  Kleinen  zu  sehen  glaubt 
(z.  B.  bei  Glasow);  bei  Pohnsdorf  erreicht  er  (v.  S. 
zufolge)  349  Fu&  Höhe  *). 


hocliliegende  Seen:  die  M&rtCs  (si6'  p..  a.  v.  S.)  der  Rol- 
phier-,  Fleeten* ,  Planet- Set  (angefShr  von  demeelben 
NiFeau)  nnd  der  Schfreriaer  •  See  (ti8'  p.  a.  v.S.)  ha- 
ben nämlich  ihren  natürlichen  Abflnfe  in  die  £lbe ;  der 
Malcliioer-,  Gammerovr-,  (beide  ksnm  36' p.  errei^end) 
vnd  Tollenitr-See  hingegen  in  die  Ofttsn.^     ^  v.  B. 

*)  Minderbedeutend  erscheint  jene  HUgelkette,  welche  das 
Hohe  Ufer  des  TbUensee  bif  nordlich  Ton  Treptow  be- 
gleitet. Auch  toll  nach  Brückner  noch  ein  xiemlieh 
antehnlicher  Höhentug  von  seiner  Warnowkette  aot: 
iSogs  der  tfidoitlichen  Grenze  von  Mecklenburg -Strelitx 
bit'Sttm  GalenbeckerV Set  fortlaufen,  wo  er  nordwestlich 

Archiv  f.d,  gas.  IfatnrL  B.  lg.  ü^2.  || 

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iöjl  .  V.  Blucber 

:     V        ,  .5.    .     .^    ,"  ,.     ,;    ;• 

£in&cher  als  in  Mecklenburg  ersohetnen'  auf 
•ßü.e#n,die  Vißihältnisse  der  Aussengestalt  des  Lsny 
jdesi  von  einem  einzigen  Porikte  euß»  vom  Rugard 
(eiQQr.taseh  ansteigenden  Hökeiy>  auf  deren  südwett^ 
jU^bem  AUiange  die  Stadt  Borgen /liegt)  vermag  man 
^änoimtliche  Hauptumrisse  dieser  interessanten  Insel 
Z\i  überschauen.  Ihr  ganzer  westlicher  Theil  ist 
flach  find  eben;  der  südwestliche  \hat  (beiunbe^ 
4e.u$0nder,  Erhebung  über  Meeresfläche)  einen  mehr 
.weUenföjfmigep  Boden;  am  Südwestlichen  Ufer  des 
Jasmunder  Boddens  treten  einige  Hügel  hervor,  unter 
depen  d^r  höchst^-,  der  Rugard,  nach  v.  Oeym 
,  hausen' s  barometrischen  Messungen  Sa 8^  p.  er- 
reicht*)». Bei  Futbus  erhebt  sich  das  Land  etwas 
(nach.  V.  O.  bis  zu  i94^.p,)  und  fällt  ^mitunter  steil 
gegen   das   Meer    ab**)..    Die  Halbinsel  JasmaD|d 


bii  gegeo  FriedlSad  foittetzt.  —  Ausser  diesen  sngege- 
beneQ  Höhenzügen,  treten  besonders  dort,  wo  si«h  das  Land 
nordostiT&rts  sanft  abdacht,  noch  evselne  wenig  bedea- 
tende  Hügelketten  auf;  oft  so  wenig^^erfaaben «  dafs  man 
sie  auf  dem  wellenförmigen  BodlBn  kanfti  zu  verfolgen 
vermag.  Die  höchsten  Hügel  ii|«  dem  Festlandtheil  vo» 
Nettvorpommern  (der  Gisberg  und  Streckeberg  unweit 
Wolgast)  dürften  die  Höbe  von  iSo^Fuft  nicht  übersteigen. 

V.  B. 
^)Kar8ten^s  Arch.  £  Bergbaa  und  Hüttenwesen.  XIT.  s45  ff. 

V.  B. 
**)  Ziemlich  bedeutend    ift    die  steile    Granitser    Höh« 
(nach  V.  0.  3a8'  p.),  d.  i.  ein  die  Graniu  durchsiebender 
Hfigelrackeni  der  bei  Fröre  beginnt  und  ticbj  imr  eia- 


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lu  geagn.  Kenntn.  v«  Mecklenburg  etc.    lJß3 

Jtttiet,  ^etefc  defr  Halbinsel  Wittow  *)  von  SW. 
nach  NO»t  abet  tcbiieller  utiA  mehr  tenraisenformig^ 
und.  MPeiokt  («ttl  Stokbeükammar)  eina  Hbha 
^on  Soo  fufa^  ianalialnt  /aiugataiclttiat  waUanfihmng 
und  endet  in  Osten  in  ein  ^enkrachias »  ndt  pittot^s» 
ken  Fekwtodan  basetstes  Ufer. 

Unsarei  Kannteifii'dat  tnnaran  Straetur  das 
fiaddns  der  im  Yorhergefatadan  ihren  Anssenlormen 
nach  bateiehneten  Länder  (so  tfie  überhaupt  der 
HordtettCsdien  Ebeüe)  erstreckt  sich  nur  auf  eine 
kleine  Folge  von  Gebirgsmassen »  die  verschiedenen 
Büdungs-^Epochön  angehören  dürften;  denn  über  AI« 
les  hin  ist  das  aufgoschwemmta  Land  verbreitet»  und 
nur  an  eintelnen  Punkten  ragen  aus  diesem  Gebiete 
der  allgemeinen  Zerstörung  austehenda  Gebirge  her- 
y;ot*  x^  Die  ontar  der  gaognostischan  Untersuchung 
so  ungünstigen  Verhältnisse  am  tins^rer  iCenntnifs  ge^ 
langten  IMasseii»  gehören  den  neuesten  Bildungs-Epo* 


mal  otttcrbrocheni  l&ngi  der  Mesresk&fts  bis  ta  der 
(ebenfalli  von  einigen  Htigelkettett  durchcogeiieo)  Halbin- 
.ael  Mdokgiit  erstreckt  Die  toeel  U  mm  aas  ist  gaas 
flach;  ebenso  Hidde»«ea|  mit  Atif nähme  des  nach  t» 
0.  ae4  Pore  errdeheodeai  lehr  bflglisbea  ik5rdlichea 
Theib.  V.  B. 

*)  £s  stelli  dieet  Halbiaiet  eine  hi$  aarMsereifliche  anmer|c- 
lich  ablaliaade  fibeaa  dari   die  In  Nordost  (aaf  Arko- 
aa;  nach  v«  0.  tOB  F.)  ihte  gtdfete  H^tie  ttt^tht  nnd 
hier  scakr^obt  gegen  die  Oeteae  abgeeeheitlsa  emlheint* 
. .    ,  r.  B. 

11* 

Digiti^ed  by  CjOOQIC 


164    ,  .  V.  BLucher      * 

chenider  ISifä^^  an^.und  -wahrsoheiniioh  iet  imter  ihzKftn 
^weon  nicht  etwa  der  noch  in  matncher  -  Bexiehang 
.«ethselhafte ,:  vor  Kurzem  entdeckte  Oyp^^bei  Lüb* 
'^hean  ein.  älteres  Dataia -hat)  die  K neide«  das  äl^ 
testi' bekannte '^jebilde  ^).         i.l  u..-,.: 


*)  Die  tertiSren  Formationen  sind  bitlier  nur  eelir 
Tereinzek  aogetroffen  tirordea  und  scheinen  ftberhaap«  nir« 

:  g^tt^  ia  .toUitBodigcr  Fo%to  eirtwitolWit.to  isey^n^'  wahr- 

aclieinlieh  wurdribnea  fiüher  eine .  gvefsere  AiiadebiHBll 

.EU  Tl^l,.  bia  4ie  .epStevbi«  darcb  Dilntialilptben  jn^r 

oder  weniger  der  Zieratörung  erlagen«    Nur   die  BraujOi' 

k  o  h  1  e  n  f  p  r  m  a  t  i  0  n ,  tat  mit  Beatimmtheit  i^achgewieaira 

worden ,  und  ausserdem  sind  nocljf  schwaphe  Andeutttogea 

und  Fragmente  der  Grobkalkformatipn  vorhanden» 

Mit  Ausnalime  der  Kreide  treten   fast  nur  lockere  oder 

-    «reiche  Massen   auT,   und  Erzeugnisse  rein  mechanischer 

KrSfte  sind  bei  weitem  vorherrschend.'  Von   folgerechter 

-  £ntwi(^ililn]gf  JBindei  sich  nirgend  ein6  Spur.    Dfe  beOsVO* 

.  genstenHlltssen  folgen  eraander'^  dem  Anscheine  nach: 
ohne,  alle  innern  BildungsverhnQpfung,  und  ptöidicho 
Wechsel  ungleichartiger  Massen  erstrecken  sich  selbst  auf 
die  Glieder  einer  und  derselben  Formation   und  erreichen 

'  ihr  Maximum   bei    dem  atifgeschwemmten  Lande.     Hier 

.  liegen  jene  Elemente^  welche  theils  als  integrirende,  thei^s 
als  cbnstituirende  Bestandtheile  1«  eine  Heihe  älterer  Bil* 
dun|[en  Verflochten  waren,  ohne  alle  Ordnung  beisammen, 
ao  daft,  was  einst  durch  Zeit  und  Raum  weit  geschieden, 

.  jetzt  unmittelbar   ebsander  berührt    Nur  ia  soweit  lUsl 

«ich  hier  ein'Zusammenban'g  «Ht  frilherea  Gebilden  iiach- 

wreiscn ,  als  jene  Flolze ,.  welche  ron  dem  aufgetcbwenna- 

''      len  j;iaBde  imGansen.hedeckt'.werdeB}  für  dasselbe  gröff- 

<cath«il8  diia  Materiale'dai|[ebatea  so  haben  achelnen.  ' 

♦  nB. 


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z.  geogn«  Kenntn.<v.  Mecldenburg  etc.    t05 

•'  Im  zeige»  «fter  übethaupt  diese  Massen  in  den 
älteren  FQjrmaftioneii  emen  meKr  'be^thoamteii ,  eoh^* 
atahteai  Gharafcter,  4bgegen  in  det  Diluvial  ^'Foi^ma«'^ 
tloaB^*)r  eine  uxietldliehd  AUtufang  und  MannithEaiUigs^' 
keit  in  ihrer  Zaiamrmensetzuiig.  '  Als  Hauptmasse^'* 
der  enteren  sind-  «u  beaeielmen :  '  •  -    ' 

0)  Kreide«  'Meist  mit  UeiHem  Gehalt  tm^ 
T)ion  und  Sand»  aneh  m  »AUergelidhe  Kreide«'  üffMri  . 
gehend;  als  Formation  erscheint  sie  sowohl  in  Pom- 
mern (namentlich  auf  Hügen)  als  auch  an  mehreren 
Punkten  Mecl(lenl>utgs,  und  dürfte  über  beide  Länder 
sehr  allgemein  verbreitet  lind  nur  hoch  mit  jüngeren 
Bildungen  bedeckt,  seyn.  'In  |VIecklenburg  «hat 
man  jedoch  nur  südlich  yom  Fleesen-  U94  Kölpinto«* 
^e^  Krei^lag^^.  yqn  eipfger  Ausdehnung  angetroffen, 
JKrp|de**_  und  nThon*^  Qipd  die  ^nMgen  Gebirgsarten, 
welche  mir.  als  4^r  Rreidefoxmation.  eigen  vorgekom« 
man  sind  v  entere  waltet  jedoch  vor  und  letxteren 
(sältalich  soleber>'  welcher  dieser  Formatioii  beizaafthlea ' 


^  Mit'isiMii  Geegn6*t«ii|  weicht  d2e  Allavialgtbilde 
in  zvrei  Klsssen:  Dilavium  mid  AllaTiiiBi  serfsllen 
latsen,  Tentehe  ick  uoter  cnttrcm'  dst  aeljietebweinmu 
Lsndy  noter  letzterea  dik  Beih«  tob  AblagernDgen  and 
Bildongen ,  welche  Boch  gegeawKrtIg  WtVkssnen  Urtacben 
ihr  Enlflebtta  rerdanken:  Terf,  Schlamaiy  Wiesenmergel, 
Raseneisentiei A.  •  Da  nun  '  D  i  1  o  v  i  a  i  -  und  A 1 1  u  ▼  i  a  1- 
Massen  nie  in  wechselnder  Lagerang  mit  einander  vor- 
ankommen  scheinen,  «nd  wo  beide  auftreten,  letztere 
stets  anf  ersteren  raben ,  so  dürfen  sie  auch  *  als' eigene 
Formationen  nnterschiedan  werden. 

V.  B,       . 


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Steht)  habe  ick|  gämliqb  gd«clii«b«&sii ,-  n«  M  At- 
kooa  (auf  IVag«iO».muxha^8lidi  «ing^lagtnrt  in  Krmdd,; 
geEondan, .  Auf  {Iftgen  bUdat  tongagoii  dio^  Kreida. 
io  JUi^a  mA  Bri^ita  wait  au.sgadatoU;  Maasa  w4k 
s^^t  V«  AQgetBii^exi  auf  Wittow  aiM  Srtii^ung  Yoni 
100  FuTs,  auf  lasmundt:  TQti  su>ö^rt-.(too  (K(>iii|g«atuU 
4^f^F.)  übeic  dam  M^era;  nach  darTiaf^  au  ut  ibra 
Aufdahnung    no^  .  m  .  kaiuar    ftiall^  >  aijgtündec.  «pr 


a)  DiQ  Kreideflöw  laufen  gegen  das  Meer  in  ecbroffe  adev; 
leBlorechte  (glatte,  maaer&holi^he^  Felsv&nde  fioe^  und 
cncbeioeo  toq  dieter  Seite  alt  gigaoUvch«  HaiQen  einer, 
rielleicht  weit  Terbreiteten «  diireb  das  bewegte',  teine 
Scliranken  fibersteigende  Meer  mannicbfacb  xemMeqen 
und  xenrammerten  Kreidebeoe«  So  stellt  $icb  fast  die^ 
^  gance  Sstlicbe  Kfiite  Jasmond^  als  tlh  hohei'i  bllppi- 
get,  Tom  Meere  bespßltet  Feiiennfer  dar,  da»  gewile  den' 
fdmantiiabeii  Jiasteathlileni   des  nordli^eii  Knropa   ao> 

'  die  Seite  geiteUt  mu  werden  rerdlent  .  Den^Pnüi  dersettien 
angeben  grofse  (den  Felsen  bie  xn  betracbtlicben  Höhen 
verdeckende),  ans  Kreidebrocken,  Lehm  «od  Sand  ge« 
mengte  nnd  verkittete  Schnttkege),  die .  nicht  selten  der 
Vegetation  so  gaaitig  sind,,  daft  9ppigcr  Banmwacbs  anf 
Ihnen  prangt,  was.  xnr  Zeit  der  schönen  Jabresseit  den 
Schaiirm  dieser  Gqienden  nngenein  ^höht.  Anf  Wit* 
law  seigt  die  Kreide  weder  Schlnchten  noch  küppige 
Fehbildnng;  die  borixontalen  Gontonren  encbeinen  hier 
»ehr  geradlinig,  die  Vertikalen  OMbr.  gerundet  Die 
Schichten  fallen  hier  sanft  gegen  SWS.  ein,  und  sind 
mitunter  auch  wagrecht;  anf  Jas mnnd  neigen  «le  da* 
gegen  stark  gegen  den  Horixont«  Fast  allgemein  bilden 
sie  hier  sanfte  Gurren»  indem  mit  dem  Ansteigen  derael- 
ben  aUm&blig  der  Einfallswinkel  wächst;  wo  sie  sich  der 


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z«  geogn.  Kenutn.  y.  Mecklenburg  etc.     167 

Ab  "ein    «ehr    wichtiges    untergeordnetes    Glied    tritt 
Feaerstein     auf,     theils    in    der    charakteristischen 
knollenförmigen  Gestalt;    theils   in  zusammenhängen- 
den,   plattenförmigö    Hinneigung    zur    Sph'äroidenbil* ' 
düng  verrathenden,    (nicht  selten    flach    ellipsoidische ' 
Aossohderung  gestattenden)  Lagen.     Wo   er   also  zu- 
sammenhängend vorkommt,  scheint  er  oft  unmerklich. 
in  Kreide  überzugehen  und  zeigt  allgemein  eine  mehr 
lichte  Färbung;    gewöhnlich    weiCslich    und  aschgVau, 
nach  der  Richtung  seiner '  Hauptdimensionen   gestreift 
oder  geädert.     Von  .geringer  Bedeutung  sind  Goncre- 
4ionen    von    Eisenoxydhydrat    qnd   Schwefelkiesnieren. 
Meistens    bezeichne^  l^eoersteinlagen   bei .  der  I^eide 


StrandlfMi«  nShem ,  beträgt  ihr  i  aacb  hier  io  SWlS.  ge- 
1eebrt<s  FiiUen  3o-~4oGra<),  am  Raode  des  hohen  Ufera 
dagegen  60^ — .jö^  und  darüber.  Zaweilen  Ferrltif  sich 
dqrch  Schrohtedbiegung  deatlicbe  Hinbei^ang  cur  SpbSroi- 
danhildnog,  and  naunentlich  beschreiben  die  Feuer- 
at.etn lagen  oft  viele  .miteinander  parallel  laufende  el- 
'liptiscbe  oder  sphäriacbe'  Bogen.  Manchmal  siebC  man 
diäte  Feoersteinlagen ,  10  einer  die  Sti'eicbangslinie  der 
Kreidescbichten  senkrecbt  8chn<;idenden  Hicbtang)  die 
steile  rfeigung  na6h  einer  and  derselben  Welt- 
gegend  (lin  einige  taasend Schritte  ununterbrochen 
bebaapten.  Fafst  i^an  iie§e  V^&ltaisse  mit  denen  Leiter 
oben  ^tt  erwähnenden  sutammen,  so  sin4  sie  der  Vor> 
Stellung  ejner  Emporbebiiog  St§  Gebirgs  nicht  günstig; 
und  wenn  gleich  ai&  eiiAigeu  $tellen  die  Schichten  p15u 
lieh  ihr  Streichen  und  Fallen  ftndern ,  so  scheint  doch 
'  ^e  Störung  uicht  dei^  Einwirknpg  anderer  Massen  äuge- 
schrieben  werden  au  können. 

y.  B. 


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168  v^.Blücher 


die  der  Schichtitfig' Entsprechenden^  überall  mcht  aua^ 
gezeichneten i\baop der ungen;  die  anderen^  welche. ^ 
regellos  die  Kreide  zu  durchsetzen  scheinen,  sind  so,; 
versteckt  2  dafs  sie  eigentlich  nur  ip  den  Wasserrissen^ 
wo  kleine  Gtesbäche  den  Felsen  aushöhlen ,  bemerkt , 
werden*).     Sehr  reii^h  ist  Rügen's  Kreide  an  Yer^ 


f)  A«f  Rfigen  «rscbeini  die  Kreide  gewöhnlich  •—  ante» 
häufiger  Beachtang  einet  Parallelismiii  der  Sehichtangs- 
Abiondemngen  >—  in  Bänke  von  3-— 4  Foft  Mächtigkeit 
geschichtet;  den  oberen  onreineren  Kreidelagem  Scheint 
aber  Schichtnng  fast  ganz  ni  fehlen.  Am  Konigsitohl 
C9iut  J  a  I  m  11  n  d)  sind  die  Schichten  sehr  verworfen ;  an 
der  einen  Seite  liegen  sie  fast  horiiontal,  an  der  andern 
atehen  sie  a|if  dem  Kopfe;  letstere  Seite  scheint  einen 
Theil  einei  grofsen  Sphäroid^s  darsnstellen ;  sie  ist  convcx 
gegen  das  Meer  gebogen  and  entspricht  einer  Schichfangs- 
fJisonderang.  Dieser  Verschiedenheit  der  Schicht^nsteK 
lang  d&rfte  haapuäcfalich  der  abwdchende  Gharacter  der 
Süsseren  Umrisse  der  Kreideflötse  auf  jasmund  and  Wittow 
nozaschreiben  seyn;  denn  es  findet  im  Allgemeinen  bei 
borixon taler  Schichtnng  Einförmigkeit,  bei  „ge« 
»eigter<<  dagegen  ,,Mannichfaltigkeit«  der  Aussengestaltung 
'  atatt.  In  Mecklenbarg  zeigt  die  Kreide  weder  Schieb» 
tnng,  noch  eigentliche  Absonderungen,  sondern  sie  xer- 
lall|/der  Luft  ausgesetzt  ^  in  ZoUgrofse  und  kleinere  un- 
bestimmt eckige  St&cke.  Oft  bilden  sich  hier  gans  fiache 
£llipsoide,  die  auf  and  neben  einander  liegen,  deren 
Meine  Axe  aber  nar  einige  Zolle  mifst^  and  ^  die  wieder 
in  eine  Menge  kleiner  anregelmä(sjg^  Stficke  abgetheUl 
sind.  Sie  ist  mc'st  unrein,  etwas  mcrgelartig,  graulich 
weifs,  weich  und  oft  so  von  Wasser  durchdrungen,  dafs 
sie  sich  kneten  l&ftt.    Das  hier  bemerkte  gilt  jedoch  nur 


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z.  geogn.  Kennto.  v.  Meddenburg  etc.    16ft 

steinerungea^  am  häufigstM  ikommrä  vor  (so-. 
Wohl  in  der  Kreide )  als  im  Feuerstein):  Beleomiteo» 
Gryphken,  Echiniten;  selteqelp:  Milleporiten ,  Tere» 
bratulithen,  Ostraciten,  Fftngiten  und  viele  ander» 
für  die  "Kreideformation  charakteristische  Arten;  ia 
Me eklen burg's  Kreide  vermochte  ich  keine  P^. 
trefacten  aoCsufinden. 

Das  Grundgebirge  der  Kreide  ist  sowohl 
in  Mecklenburg  als  in  Neuvorpommern  nixganda 
entblöst,  aber  hier  geben  die  GebirgsverhlUtnisse  der 


von  den  oberen  Lagern ;  denn  ••  und  die  nor  tiaige  Laebter 
tiefen  Kalkgruben  die  einsigen  Stellen  ^  wo  bitber  in 
Mecklenburg  Kreide  beobachtet  wurde.  Uebrigens  liegen 
auf  Rogen  wie  in  Meddenburg  DiluTialmaiacn  unmittelbar 
anf  der  Kreide.  -^  Ber&ckncbtigt  man  das  bSnÜge  Auf- 
treten ätr  Kreide  in  der  Mbe  von  Mecblcnbni^  oad  Neu- 
Vorponimani,  n.  B^  jenes  aef  den  Inseln  Usedom  iriid- 
WolUn,  dasgleicfaen  hn  Finkenwalde*  ohnwnt  Stattin,  bei 
Fotslow  in  der  Niba  von  Premdow  cto. ;  fanar  Gar- 
lieb^s  Beobacbtung,  der  safolga  Scbonaa^s  Klifta  tob 
Malmaa  bis  Istad»  ans  Kreida  besteht  ate.|  so  wie  ilas^ 
yorkommen  derselben  nnf  Seeland «  Saltbolm,  Motn,  bni 
Lfinebnrg  etc.  so  dir£  man  wohl  kaum ,  da  auch  andare 
Ericheinnngen  dieser  Annabpne  günstig  sind,  an  eine  all-' 
gemeine  Verbreitung  ^des  Kreidagebirgas  in 
diesen  Lindern  zweifeln  (wia  solches  Steffens  schon 
vor  90  Jahren  darznthuft  versuchte),  und  ebensowenig 
scheint  dem  Vorhergehenden  gemftfs  dem  Zweifel  lu  un- 
teiüegen:  dafs  das  sich  über  gani  Mecklenburg  MI 
Vorpommern  ansdehnende  Kreidaflöts,  in  dieser 
seiner  Aasdehnnng  die  Grandlage  der  tertilran 
'Massen  bildet.  v.  B. 


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1-70  V.  Blttcber       '   ' 

/ 

I 

Nacbbtrländer  befriedigende  AufschliMse.     Se  wird  m 
der   Nähe   von  Rügen    bei   Klein -Divenow    (nördlich 
von  Camin)  eine  kleine  Parthiec  "wahrscheinlich  dem 
•oMthisqhen   Jarakalk    angehörender  Kalkstein,  ange^^ 
troffen.     Aueh   weifs    man,    daCs   an    der    Westküste 
Sdionen's  und  Bomhelm*«  Steinkohlen  fuhrende  Sand- 
steine, desgleichen  Schief ermergei  und  Kalksteine  auF- 
lireten,   welche  der  LlasfoxMation  angehören  dürften. 
Diesem  Steinkohlengebirge  folgt  in  Schonen  ein  blauer* 
gypsKsltlger  Mergel,  in  Bomholm  ein  kalkiger  Grün- 
sand, der  auch  an  mehreren  FunktoQ  in  Schonen  auf-, 
trit  und   hier   das   Liegende  der  Kreide    bildet. 
Endlich    rechnet   Prof.  Ho  ff  mann   die   Mergel   und 
den  Sandstein  zur  Keujperformation;  auch  sollen 
sich  in  der  Nähe  dieser  Insel  noch  Felsenrisse  finden, , 
die   aus  Kreide  bestehen.      Wenn    übrigens   Fprc  h- 
hammer  aus  dem  von    ihm  beohacbte|;en  Yojikom- 
man  nordischer  Geschiebe  in  dem  thonhaltigen  Sande 
Hon  Moen's  Kreide  folgert:  daCs  jenes  lääcKtige» Krei- 
degebirge gleichzeitig    mit  den  TrÜmmeranhauftingen 
entstanden  sey,  se  bliebe  4»^,   wenn  mäii  dieser  Fol- 
gerung beipHlchten  wollte,  in  der  That  höchst  räth- 
selhäft:    dafs   thonige  und  sandige  Ma/sen  unter-,   in 
und  Über  der  Kreide  Geschiebe  führen  sollen,    wäh- 
rend  die  Kreide    selbit  durchaus   leer   von  ihnen  ist; 
Erklärlich  werden  aber  diese  und  verwandte  Vorkom- 
men,   wenn  man  —  der  Kreide  ein  höheres  AI; 
ter   zugestehend,    als    jene  Zeit  besagt,    in  welcher 
djil  Fortführung  der  Ges^iebe  erfolgte  —  annimmt: 
dals  die  DiluvialHuthen    stellenweise  Felsaushölongen 
erseugten,  indem  sie  die  der  Kreide  untergeordneten 
Thon  -     und   Sandlager    theilweise   auswuschen ,    und 


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z.  geogn.  Kenntn/y,  Mäddehburgetc.    17  f 

djifs  die  dadordi  entttatidamn  F«fldi6ltiiigeii  datm  9flSL^ 
teyhin  wieder  aosgefiillt  wurden  nit  Geschieben?^ 
Waddieh  ^bieten  sur  Bectfttigiui§  dieser  Ansicht  ver-' 
eehiedene  StiriUen  en  Rügen'i  Kreideafem  die  aMln-» 
gen  Data»  indem  an  ihnen  aof  solche  Weise  einge^' 
üBhwemnite  Gesehlebe  roa  Sand  and  Lehm  begleitet^ 
hervortreten« 

b)  Thon,  In  sehr  verschiedenen  Graden  der 
Magerlieit  und  Reinheit,  von  mannigfaltigstes  (mei- 
stens etwas  dunkler)  Färbung.  Bildet ,  ala  be- 
dtatendes  Glied  der  Braonk^ddenformation  mächtige, 
mit  Sand  und  B^unkohlen  wechselnde  Lager.  So 
Weit  er  «der  Kreidefbrmation  i^ngehört  (eingela- 
^rt  in  Kreide  bei  Arkona;  s,  oben  S.  16  5)  erscheint 
er  schläfrig,  feinerdig,  von  magerer  Anfühlung  und 
raabgrauer  Farbe;  in  der  Nähe  der  Kreide  nimpnt  er 
etwas  kohlensauren  Kalk  auf,  aber  ohne  in  erstere 
üben^ugehen.  (Das  Ufer  macht  in  dieser  Gegend 
von  Arkona  —  gerade  an  der  Stelle,  wo  der  neue 
Leuchtthurm  erbauet  ist  —  eine  sanfte  Einbiegung 
und  ist  minder  st^il;  ohne  .Zweifel  eine  Folge  der 
weicheren  Masse  *).     Ma^  sieht  hier  die  Kreide  etwa 


*)  Dss  Lsg«raDg8TsrbSItiu(ii  des  Thon^s  rar  Kreide  kanii  mi» 
•ehr  «nvollkommeo  beobsc£tel  vrerdso,  da  der  obere 
Aand  des  Ufert  eiogeatUrst  ist  aod  sich  über  den  ganseii 
Abhaog  Terbreitet  bat  Dieses  ist  fiberhaopt  eine  sehr 
allgemcioe  Erscheiniiog  an  deo  Kretdenfem  Rfigeas;  die 
aDmlttelbar  der  Kreide  aofliegeaden,  xovreileo  sehr  mich« 
ligen  Dilnviid-MasseB  begHestigen  d«reh  dee  Wcekiel 
ibrer  Tboa  •  and  Saadfaiger  die  Eatstebting  einer  Menge 
von   Quellen,    welehe   grefie    Erdmassen   loeweicben» 


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17»         '      •    V.  Blüehflr         ^ 

unter  «inem  Winkel  vozt  lo'Grad  mit  nördlichen  Ein^ 
feilen»  oben  am  UfertaiKle,  auf  eine  Stracke  vonr 
ao  Fu6  auf  dem  Thpli  liegen ,  der  ach  dann  nacK 
bei4en  Seiten  unter  die  oben  nieder^eEsdibaen  Eird*-' 
oiassen  verUert*).  • —  Ais  HauptgUed  defr  Btaixn- 
kohlenformatiQQ**)   tritt   er  entblöst  faeryor» 


di«  daao  plAtslicb)  ihrer  festes  Uaterlage  beraube,  hemiH 
ler  gldteo  aild  den  Abhang  der  Feben  bedecken.  Se 
frar  anob  «ioe  aar  vrenige  Zoll  starke  qoelleörMche  Sand-' 
schiebt  in  dem  Tbon  anter'der  Kreide  b«  Arkoaa  die 
^Ursache,  dafe  ein  Theil  des  hohen  Ufers  einitarate  oad 
dadorch  auf  eine  Strecke  von  etvi'ii  spo  Schmitten  an  dem 
^aoaen  Uferabhang  jede  Sp.or'  anstehenden  Gebirges  ver- 
büllte.  Dieselbe  Erscheianng' hat  an  dem' suilen/nord-" 
liehen  Ufer  Wittovr's  Statt,  daher  man  aQch  in.  «leh-- 
reren  Bfichern  fälschlich  angegeben  findet:  dafs  hier  nur 
Lehm  und  Thon  herrschen,  und  diese ' sogar  Uebergänge 
in  Kreide  bilden,  y,  B. 

*)  Die  Ausdehnung  des  Thon's  kami  aber  am  IJfer  nicht 
ober  sooFufs  betragen,  weil  dann  schon  ^ieder  an  bei- 
den Seiten  Kreide  auftritt.  JMir  scheint  es  am  wahrschein- 
lichsten, dafs  dieser  Thon  nur  der  Kreide  eingelagert 
ist,  es  wäre  aber  auch  möglieb 'dafs  er  das  Liegeiide 
derselben  bildet  Per  zum  erwähnten  Leuchtthcirm  gehö- 
rende Brunnen  ist  fast  ansschliefsentlicb  in  diesen  Thon 
abgetepft»  uud  zwar  bis  zu  der  kleinen  schon  erwähnten 
Sandschicht,  wo  Qnellwasser  reichlich  anströmt.  — 

r.  B. 

*•)  Medi^aahr.  Brückner  hat  das  Verdienst  zuerst  auf- 
merksam gemacht  SU  haben:  auf  Mecklenburgs  Braun- 
boblenformation;  in  seiner  Schrift :    Wie  ist  der  Grund 


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z.  geogn.  Kenntn.  v.  Mecklenburg  etc.    173 

ftn  mehreren  SteBen:  -auf  der  gröberen  noxdBaÜicIiMi 
fl&lfte  des  sdien  (oben  S.  1S9)  erw&hnten  Plateaus ' 
von  Backup  und  Carentz,  an -dessen  sudwöstUchen 
Abhänge  die  .Braünkolilenlager  «u  Tage  gehen »  deren 
unteres  Glied  er  wahrscheinlich  bildet*)«  Derleich-* 
teren  Bezeichung  wegen  nenne  ich  ihn  den  Carentze  v 
Thon  **);    er  ist  angefeuchtet  ausnehmend  zäh   und 


.  und   Boden  MeciiUiibacg^f  jetchiehtft  wid  ^eaUCanden? 
S.46ff.  u.  178  £ 

V.  B. 

*)  Jener  Tboa,  .welefaer  mit  der  Alannerde  in  vrech- 
•elodtr  Li|g<nm|>  rotk6wnmii,  iü  nur  Aas  den  Bohrrer* 
Sueben  beksMit;  er  «oll  Mhr  reiB|  tut  oad  Toa  graaer 
Farbe  eeyn*  In  den  Derft  Looseo,  gelegen  anf  der 
CipfeUÜclie  einet  Hügcbruckens»  welcher  tob  de«  seboa 
•rw&bnten  Pkteau  ron  Boekop  aar  dnrch  das  (Zwafels- 
ebne<  bier  einen  fewaltsanen  Darcbbrn«b  der  GfevrSeier 
sein  Enu^efacrn  'rerdankende)  Thal  der  Röchenita  getrennt 
wM,  edMe«ku  man^  4|eb(  «nter  der  Dannerde»  eia 
Lager  JÜanaarda;  i4o  Faia  «iaf  ted  aMn  (miitelst 
Bofarvcrtndiett)  nar  Lager  voa  jUaaaafda  •—  das  m&ch- 
tigeia  naafii  87  Fais  «*  nie  SaM  oad  granen  Thoaa 
weehselads  r.  B.  , 

**)  Auf  diesen  Thone  liegt  —  wena  gleich  die  Aoflagemng 
nicbt  «icbtbar  ist,  so  gestatten  doch  die  Verbältoi Ae  nicht 
wohl  eine  andere  Annahne  -*-  an  nehreren  Punkten  eia 
höchst  feinerdiger,  loser  Kalknergel^der  stellenwnse^ 
besonders  wo  der  Kalk  die  Oberhand  geirinnti  an  einem 
mehr  oder  weniger  festen  Gestein  arhSrUt  Die  festea 
Massen  desselben  bilden  nicht  sowohl  xosanntabUngende 
Schichten^  sondern  nehr  flach  ellipsoidiiC'he  Klötae^ 
'  Jsic  sind  mcht  sehr  fest|  oad  oft  so  Mki»,  daüi  üa  «ich 


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174  y,  Blüohtr 

Frobea  des  Pi^^r  ^'SM^  plaatigne  i^Qht  ra^^ 
^tehend)  im  Graaea   sehr  rein  ii|i4  ssjhw^ck  bU|idki)i 
jgcm  gefärbt  i  «ehr  häufig  Ueuie  fiyp^kiysteUe  *) 


svrif^ben  den  Fingem   zerreiben  lassen  ^  und  ertebeinen  / 
gewöhnlich  von  £isenox7dbydr«t  stark  fibersogen.    Vcr-  V 
eteinerongen  habe  ich^in  diesem  mergelich^n  Gebilde  (das 
ich'Ctirenlier  Mergel  senntn  trili)  nicht  gefunden. 

*)  Nicht  fem  von  dem  Gypibaltigen  Garenlser  Tbon 
lagert  |ener  6f  tpe»  dessen  Wir  bereits  oben  (B.  16411  ge- 
dachten« E9  wiirie  nimHch  vor  einigen  JArea  etwa 
leoo  defalitte  itdöstlieh  iron  Lflbtheea,  beim  Jibrlo* 
men  eines  kleinen  Sandbögets^  ein  Oyp-slager  entdeckti 

'  das  nach  den  darfiber  angestellten  Bohrverauoben  eine  be- 
deutende- honsentale  und  Tevtikala  Ausdehiinag  beiitst» 
Der  kleine  SanAigel  erbebt  sitih  etwa  %&  Fafs  aber  ein 

.   gann  in  der  Nibe  biindfichee  Torfmoor,   im  so  niedrig 

.  liegly  diafset  hei  liphem:  Elbatandn  leiehl  tinter  Wasser 
geealst  flnrd$  wie  denn  fiberhanpt  die  gSnte  ^yegend  nm* 
her  -niedriy  nnd  eiwi  ist»  und  abireehsehid  ans  Sand- 

;  Heide-  and  Moefbodail  besteht  Nor  ein  seb^  kleiner 
Tbeil  des  Gypsfelsena  (etwa  einige  Hundert  FoTs  Fliehe) 
bat  Juan  dnrch  Abr&nmen  entblost,  nnd  auch  dieser  er» 
Jlfht  sich,  nur  um  wenige  Fnfs  fiber  die  Högelbasen. 
Dieses  Wenige^  was  Ton  der  Gypimasse  so  Tage  steht, 
erscheint  in  se|ir  uaregdmäfslger  Auss^ngestaltung  und 
läfst  auch  nach  Innen  keine  .  eigentliche  Schichtung  wahr- 
nehmen* Bei  Bohrversuchen  fand  man  da«  Gebarge  kehr 
iterkluAet  (bei  3o^  Tjefe  stie(k,  man  auf  eine  Klnft  v^n 
10'),  Die  KlnfU  laufen,  wie  gewöhnlich  y  nicht  gleicb- 
a^afinjg  forti  sondern  seigcn  sehr  unregclmälsig^  Begren- 


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z.  geogn.  KeimtB.  y.  Mecklenburg  etc.    175 

scfajie&end,  aber  nidit  die  nüindette  Spur. von  ibordi^ 
sehen  Oe^iaben  enthaltend »  tde  soldbes  selbst  sehr 
ausgedehnte  BUssen    dtosieliMni »  besagten.    Auch  /ef^ 


soag  md  siad«  wfk  T^ivbtiad  aagefitllt.  Dcr^  aisfar  stit 
feftt,  ioockni  aie^r  kf^ktrs  itttd  leisbtgsbreeUkbi  Ojrps 
««tbn  in  fein -tchitfiplg- kernig  9  aof  Isaenilelisn  ram 
M«Ueii  big  ins  Porlmuttei^rtige  gUnteiid,  aadurd^iislil^ 
(our  an  düaoen  Kaateo  etwas  dnrcbfcbeineod  )  weiOilid^ 
uod  von  bell'  und  duoikelgraneni  wtllenidrmig  gebogenea» 
Streifen  dorehaogen^  vrai  da«  Gaataia  «ia  achniiitaig 
weifte«,  grau  geflaclites  Anseben  aitheilt.  Dia  graaea 
Streifen  battehea  grofttantfaeila  ans  aiilar  Art  erdigaa 
filergeU,  der  das  Gestein  Überall  darchsetat  und  demsel- 
ben eine  etwas  acbiefrige  Absoaderong  ertb'eilt  Alle  voa 
nir  gesehenen  Stücke  xetgten  diese  Art  8trsifenf)Krbang| 
iiad  alle  dfirften  snch  aiii  Siere  aebwscb  anfbrausea. 
9,Dlefatex.0jrpt**  ist  aicht  T(Mrgeliaamea>  aad  tob»  s^pStigea 
und  fasvigenihat  aisa  Mos  aaba^MaeadaSpusea^geflindeai 
„Anhydrite*  Teraioebta  ich  (bei  anfällig  nnr  knrs  rergöaa- 
ter  Anstcbtsaeit)  im  Gjrpsfelsea  aoeh  aiefat  ra  entdeckefi^ 
ancb  siad  bishar  wader '»,Boi«sifaaM  aosli'aademi^fMid* 
artige  Fossiliea  ia  denflelbea  gefiindea  wofdea.  Anf  dea 
.'Gjrpslager  fand  Bsa  an.SMbrereaSuUaaaiai  dkia  6tiak- 
atesgi[lateia  sdir  fihalkbsArt  KsOcitaiii^  roa  esbwftra- 
licb-granar  FarbS  aad  avdigeai  Bracht  ss  ist  a^tt^^iaa 
hoben  Grade  faalbbarl  aad  entwickislt  beisi  Rslbeli  eben 
heiaea  besoaderea  Geraiah.  Hia  aad  wieder  .«vtdkeiat  er 
voa  kleinen  Kalks patfa-Gangtrüfliiaen  darahaetst.  Ea 
tingt  dieser  Kalkmergel  aoaiittelbar  aaf  dem  Gjrpi^s,  bil. 
det  aber  Jceia  Coattaaaa^  aoadera  blas  eiaselaei  an  Mi^ 
tel  cia  Zoll  starke,  plittaaformige  St&dfs. 


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178"       '  •  Y.^Bluciiej 


/ 


4iLocht6  icli''idariB  keine  Yenteiilerixiigen  zu  entdecken, 
'|edoch''will  man,  aber  hur  kdchst  selten,  ^ne 
Art  kleiner  Ma3chelQ  darin -gefunden  Kaben«  Alaun* 
erde^  (s.  unten  Anm.)  fond  man  zuerst  an  der  West« 
Seite  des  Wehninger  Hügels,  in  der  Ausdehnung 
«inea  ^ii^Yv^Ss  mächtigen  Lagezi,  das  ein  Braunkoh- 
lenHötaf  von  S — 4  Zoll  enthielt,  dann  44^Furs  hell- 
grauen fetten  Thon  und  darauf  SoFufs  grauen  Sand 
dlärbotK  Südöstlich  am  Fufse  desselben  Berges,  in 
einer  nur  wenige  Fufs  über  den  Elbspi'egel  hervor- 
ragende Efieiie,  stiefs  man  zuvörderst  auf  6  Fufs  mer- 
geiartigen,  dann  auf  55  Fufs  reinen,  fetten,  hell- 
grauen Thon;  hierauf  folgten  i4F.  sandige  Alaun- 
erde, 6  F.  hellgrauem  fetten  Thon's,  46  F,,  reine« 
Alaunerde  ixnd.  nun  noch  4  Lager  einer  sandigen 
Alaunerde,  mit  heUgrauem  Thon  in  der  Mäd^igkeit 
von  1-^4^  wechselnd;  das  letzte  dieser  Lager  ward 
in  einer  Tiefe  vcm  i.a6|Fufs  (mithin  ung«£*hr  laoF. 
umer    den    £lbspiegel)    n64^    mcht    durc^il^hrt  *). 

'  "  Brück-* 


**)  Am  «Udweftficb«!!  Fafs  der  Boclmper  H5ben,  wo  die 
Alaanerdft  nackt  za  Tage  liegt,' fand  mao  49  F.  Alauoerde 
19  F."^  tohirangraaea  Sand,  41/aF.  feste«  Gestein,  18  F. 
grauen  Sand  mit  Alannerde  und  Schvirefelkiee  Vermengt,' 
SFiifs  SZoll  fette  Braubkoble,  14F.  gr'auen  Sand 
in  der  l*iefe  mit  Alannerde  und  Schwefelkies  dfircbsetzt; 
Etwas  weiter  ostlich  traf  man  xaerst  au^47F.  blaur 
grauen  Thon,  dann  6  F.  Alannerde,  6  Zoll  blau -grauen 
Thon,  1  F.  Alaunerde,  3 F*  Thon,  44 F.  Alaunerde,  loF. 
schwärt- grauen  Saud,  und  nach  einigen'  minder  beden« 
tenden*Schichten  von  Sand,  Thon  und  unreiner  Alannerde, 
dasBrauBkohlenlager.    Auf  der  ebenen  Oipfelfläch« 


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%.  geogn.  Keniün.  y.  Mecjklenburg  etc.   .177 

Bruekper  rqclmet  den  C^ei^tver.  Then;  sa.  einer 
älteren  ^or<pation  als  jene  der  .Braunkohlen,  on^ 
hält  ihn  {ür  ^n  Aeq[uivalent  der  i&^de.  fir  bezeich-» 
net  ihn  ..als  das  Grundflötx,  von  gans  Mecklenburg 
nnd  aus  demselben  'die  vidLen  Sahqnellen  Mecklen- 
burgs ableitend^  belegt,  er  ihn  zugleich  mit  dem  Na- 
inen  eines  ,^sllxthons/<  Es  stützen  aich  aber,  diese 
Annahmen  aaf  keine  Beobachtungeh ,  und  jene  ver- 
meintlichen Uebergänge  der  Kreide  in  Lehm  und 
ThöDy   auf  vi^khe  B;  sich  luebei   vorxügUch  beruft^ 


dss  H5heDaagts  traf  auui  in  dem  Haepiiehaebl»  der  ttiva 
loeo  ScbrHt«  neWHtotltoli  tob  Boebop  M^i  das  Braan» ' 
kofalMkifer  id  dsr  Ti^  voa  Je  FoA,  «ad  «war  5  Fafs 
laiablig}  aWr.  drautlb«B  iairt  sidi  httrsanaihst  da 
fdaar  wiifivr  Saud  vad  naMisi'  dss  aafgcsdwrtniBrts 
Laed»  Mo  SWSi  sftdlMi  voa  dSssm  8di#chte  sticfii  »aa 
Ma  ik&tsato  siass  swiilts  SchayhtWi  aasfa  abvrechsda- 
dta  &«bi«fatiNi  tea  Saud,  Lebai  vad  Thea,  ia  dsr  Tieft 
▼ea  SeF.  anf  eä»  s  i^^  F«  aUchÜges  leties  GeMeia;.  es 
fblgtcn  daaaioi/s  F.  fvaäer  Sand,  sF.  Alaaaerde,  loF. 
wafter..Saad|  6R  Sand  mit  TbeasebicbteB ,  61/1  F.  ge* 
aMiB«  BrsadEoUe.  WestUsh  roB  Sfiis  and  adr^Kch  voa 
deBi  BraaBkobleBVf eili ,  wo  der  CareBtzer  TboB  anitebt, 
wnrdeo  siSF;  tief  aar  abwecbielBd  SaBd  «ad 
ThoasohtebteB  angetroffcB.  Ifördiich  vob  CareBts 
fand  ma^  erit  5Fafi  mergelichaB  Lehm  vad  dana 
bis  snr  Tiefe  tob  117  Pols  ein  bia  oad  wieder  sandige«, 
meift  sehr  rdoee  Lager  eines  blanlieben  Thones.  In  bei. 
jDem  der  Vielen  Bohrrertasbei  die  avseer  den  angeruhrtea 
noeh  angestellt  wurden  9'  nnd  alle  im  Wesentlicben  das- 
selbe Resultat  lieferten,  b^t  man  das  Liegende  der  Braun« 
kobl^nfonaation  aogetreifeB.  t.  B. 

Arcbiv  f.  d.  ges.  NatorL  B.18.  H.2«  12 


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1^ 


Vk  Blücher 


lassen  rieb  nii'geiidi  hachweisett;  's^h  4iat  v.  ÖeyJi- 
ki^us^en*  e»  vor  Kanem  wahrscheinlibK'  ^u  macheii 
gaSQchty  dafr  der  1:hon  auf  Rügen  cfte.  dem^  »lArgil« 
plÄs^ique*^  und  „London  clay**  analbg  tfey;  auf  keinen 
-Fall  kann'  er  älsTertr'eter  der  Kreide  angesehen  wei«- 
den,  vielmehr  ist.es  Wahrscheinlich  ^dfs  er  auf'd^di^ 
selbert    ruht  ♦>;     Der  Car^nlieT  Mergel    ähnelt 


f)  Da  nimlich  ^er.  CaJrentBer.  TkQoljfsnzlia  d^r  Nlkb 
der  Braunkohlen    in  demielben   Nivesu  ansteht   und    die 
gante  östliche  Seite ,    und  uberbanpt  die  Hauptmaste  des 
-  Höbencoges  GoUtitnlrt^so  iet  ^erwahnofaeihllcb : 'dafs  er 
'  sich  i^ntef  die  angebobrtein  .Alawicvdelaifcr  fortnicht,  viel- 
Wicht  selbst.  nocbBrannkobUn  fiÄbrt;(ilmnl  bei  denen  in 
>  diesem'    •ftiaaet^nieAengegangenenN  Ba&tfvers^eA,«  waren 
.     .  aueh  di«  Pr^en^iäns  .des  Tief4  .•dshsRa^mU^h  agefirbt, 
und  seigten  idenilicbe  iBpnvto.  eines«  Stwninösbii' Gebaltes) 
.^.'.und  so  das '  inkUKCy.  «gentKcli  das  .K^n'fitflWd    der 
'  .  ^  a  •  s .Q nr  !  F  otr m  a  fci  o  b  ,  kuisäfeadit.  t  Er.  iw^dm  >Meninacb 
.c.'jmtdea  Mglitchea*  plasli«  «lay  ideätiach  $fyn  und 
f     d&rAay  «^    di<i  Vei^älums«  iti  iFranJtMich  (tmd  England, 
.  :  ;inebr  noch  das  Aaftrtten '  der  Kreldp'ibei  JLüi'eborg ,    in 
MedUenbnrg  und  yorponiniern|.  macSica  dies«  Annahme 
. in  hoben  Grade  wahrscheinlich  .--^  auf  der  Kreide 
'  rnhen».  die  danii.|  untev  der  Eibo  forttetaand^  vieneicht 
bei  der  hoben  Lttneburger  Heide  'etwaa>  ansteigen  mag. 
'  Dafs  dem  Carentzer  Thon  Hreidetrfiiomer  abgeben  (B  r  fi  c  k- 
ner^s  Meinung«  eifolge  eine  Hauptstfitae  fiir  aeioe  in  Be- 
'  I  Ziehung    anf  Alter    dem   Oarentzer  Thon    tugesprochene 
'Ebenbürtigkeit   mit  der  Kreide)  entscbeidet  keines weges 
fiir  diese  Meinung  ^  denn  9  abgesehen  daroui  dafs  die  bis- 
herigen Bohrveraucbc  keines weges   erreichen  liefsen  :    das 
Bnd«  des  Thonlagera  (wo  sie  denn  doch  wohl,  wenn  sie 


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z.  geogn.  Kenntn.  v.  Mecklenburg  e^c.     170. 

dosobmä  nicht  aMri  TfxeüeimeTgel,  scheint  slph  viel- 
mehr der  Grobkalkformalipn  anKUficbUefseP  und  kanp 
nicht . als. ein  dem  Thooe  unter-*  londem  m\i(ii  fiel- 
mehr  a^  ein  ihm  .üb.er  -  geordnetes  liager  l^etcacfate^ 
werden,  da ,  wo  er  siohtbar  geworden  .-(jm  , einten 
Oraben:  db  Lager  von  ift  F.  JMIdltigkait^  riqgs  um 
denselben  der  Thon  ansteht. 

c)  Lehm.    In  den  verschiedensten  YerhUtniMeii 
4es  Thones  und  Sandes  (s.  unten  die  Anm.}  gewölui- 


fibcrhsnpt  dsrin  Terbompen,  hanptiSoblich  tu  «rtrsHm 
sejn  dfirften)  ip  ist  et  auch  oicht  nolhwendig  daft  der- 
gleichen Kreide  -  Spnreo  in  den  voo  der  Kreide  aoter- 
tenfteo  Tboae  sich  teigea  mfisten,  weil  offenbar' des  lett- 
leren Bildung  nibbt'mit  to  tunultoaritchen  Ertefafeiftangen 
TütMnder'war^  afafjene'dea  anfgetobweninften  MvrgeU'; 
aondem  ti  deutet  vielmehr  beim  „  Argill  plattif  ««.«<  ittles  deiü- 
tet  anfein  ruhigeree  Einwirken  der  Agentien  hin.  (Vergl. 
Bregttiart  p-ay.  v«  ▼.  Unniboldt  p^^a^a  .a^ denen 
oben  S.s65  v«  1^4  arir.  O.)*  Das  hSnfige  Aoftreten  von 
flalv^aellenJn"  Mechfenbiirg  mag  •imAierhin'.  fi^  die 
Veril>reitniig  eines*  •  a  1  si  b o.n  a  r  ci  g  e  n  Gebirges  sprechen ; 
es-wftvde  solches  aber  nicht' rar  KreidefermAtion  gehören 
(da  'dieee  Annahme'  durch  lieine  Tbateache  iMgriindet  wird^ 
iondem  sehr  %i«brtcheiiilicb  sor  ^Braunhohlenformation«^ 
gesMik^werden  mOtflen.  .'So  Tiel  mir  «bekannt  y  ward  bie« 
'her  sogar  ^genommen;  daCi  die  Sooiqoelle»  im  Hol* 
siein'acfasn,  bei  Greilsirald ,  Colberg  eis.  dem  Dilnrial- 
8«nd«  angehören«  anoli  i^r^der  Umetand,.  dafe  faian  bei 
Oiribei^  in  geringer«  fisfe  «Mer  äkn  Sab^eUen  auf 
atfses  Wasser  Kiefs»  der  Ableitung  |ener  ans  einer  t*or- 
-biaiiob:  filter  als  die  der  Braonkohleo  <**  eben  nicht  gfin-^ 
'  sijg,  '       ^     "     ^  ?w  BL 

12* 

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180  \        :     V.  Blücher 

Kch  ^n»Ii6h  ^bädt  ^elblichgrätti   ißkv&g  kohlaautaren> 
Kalk  aofnehniernd  and  in    ,,inergelichan  Lehm^«  iib«x^ 
^efaeiid,  Sand  und  Gtand  oft  n^ster-»  odec  >lagarw6ise 
darlneteild ,   und  von   im  DUayium  sehr   allgem0i»Mr 
Veifbreitumg.  -  . .     , .    .  ,  .    ..v 

a)'5a»d./Rüok8khiikli.  der  Feine  u^ 
sehr  verschieden  (oh  mitthon,  selten  mit  K^Uaheilr 
^hen  gjbm&iagt,  von  ,  Eisenoxydhydrat  häufig  stark 
idUTclidaingen)^  weifse »  gra^e  und  gelUiobe  .£arbati- 
stufungen  darbietend;  in  der  Braunkohlenformation 
als  reiner  weifser  und  grauer  Sand  vorherrschend» 
'der  sipli  oiFt  als  Quarz  -  o'Her  Glimmersand  *  ffaritellt. 

e)  Mergel.  Entstanden ,..  in  dem  mehr  oder 
wepiger  kohlensauren  Kalk,  der  mechanisch  in  Thx>n» 
Xebm  oderSand^verflöCst  \^ard»  und  so  in/eiipe  Art 
erdigen  jyiergel's  von  sebr,.  vpiC9ChiQdwp(.^^€«|Chaffen*- 
4ia2t  üiiergiog  *).        .  .    .  :.,;,. 


'j  '  j. 


*)lir  der  Aefcl  crtc|ielttt  er'  tAr^artt  sn  K^»>l»it  Am« 
«ahm«,  jcoto  Stellen,  mtO' senannittelbsr  anf  KnlSe  robt, 
▼eil  der. et  deub weh.  gewöbiiiioh  kleine  GtHlMebe  cal» 
Mit  9  mit  denen  er  in  sölcbtoi  FiiUe  din  yf»hr«|  Kreid- 
eonglomefat. bildet,  Am.tiiiktfigtieftf  ist  eia.>Andtger 
Lehterdie^Baei«  IdieteeoMergek,  und  lelsyuBlitJ^t  uber- 

)  iianpt.  niohto  andret  ab  I^ehm ,  ^li<^n »  selten  Sa4d :  ge- 
<  .meagl  mit  Kalktheilen  .aas  xuiiror  sentorten  KMid^flöUen, 

«Er  geht  daher  aneh  In  Tten,  ^ehm  und  Sa«d  iher,  und 
aehlielit  nicht'  eeken  NMirr  und  Lager  Ton  :diefen  »Masten 
ein.  Er  liit  sehr  aUgameln .  «kbat!  Mecfclanborg!  «nd  Neu- 
Vorpommern  Terbreitec  ood  gehört  haiipu&cblioh  dem  Di- 
Invimn  an«    Ein  Mergel  jüngerer  Bildung  ist'  der  sog. 


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z.  geogn.  Henntii,  V.  Mecklenburg  etc.     18J 

f)  Hi^a  1HI  k  o  hl  e  B.  In  mehreren  Abänderungen 
ab  erdige,  gemeinde»  ebene.»  holzförmige 
und  als  Pechkohle.  Vorherrschend  ist  di»  :«rdig^ 
Lager  von  sehr  bedeutender  Mächtigkeit  bildend. 
Sie  ist  sehr  innig  mit  etwas  feinem  Sande  und  vielen 
Jdeinen  Glimmerstückchen  durchdrungen  p  xeigt  sich 
gewöhnlich  sehr  geneigt  %vl  schiefirigen  Absonderungen 
und  erscheint  xuweilen  ausgezeichnet  feinschiefrig, 
und  ist<)e  nachdem  sie  mehr  erdig  oder  mehr  schiet- 
rig)  leicht  zerreiblich  oder  serbrechlich«  Einige  Sor- 
ten dieser  Braunkohlenart  überziehen  sich  an  der 
freien  'Luft  mit  einen  schwachen  weifsen  Anfluge, 
d^r '  ohne  Zweifel  von  einer  Alaunbildung  herrührt ; 
auch  hat  man  diese  Kohlen  früherhin  auf  Alaun  be- 
nutzt. Schwefelkies  konnte  ich  zwar  mit  blolsen 
Augen  nicht  darin  entdecken  *),  doch  fand  ich  die 
nicht -jchiefirige  Alaunerde  sehr  häufig  an  einzelnen 
Stellen. mit  Eisenoch^r  bekleidet,  der  aus  der  Zer- 
setzung von  Schwefelki'es  hervorgegangen  zu  seyn 
•ehien.  -*-»  .  Die  genannten  übrigen  Abänderungen 
der  BrauaboUe  kommen  gemeinschaftlich  in  einem 
Lager  von  nicht  bedeutender  IVlächtigkeit  vor;  herr- 
echend dnd  von  ihnen  die  gemeine  und  die  ebene; 
die  holzförmige  und  did  Pechkohle  treten  da- 
gegen nur  in  einzelnen' Färthien    au£     im  Allgemei- 


WieteomevgeJ}.  k#lkrMO^r^n«''ifi   ledtfr*,    voa 
weifslicbca;  (eibUdie^  eder  gcimiicbcn  Firbee. 

"•^Mae  will  iba  irtdtfA.bei  dea  AbUmfM  siost. Schachtes 
•cbichCweise  (?>  i«  devi A)liii««rdt  gttfiiadenthsben. 


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18a      .  r.  Blücher  .    v 

aen  bieten  ^ie  wenig  Festigkeit  dar  und' sind i  Ilbgore 
Zeit  der  Luft  ausgesetzt  y  ungemein  xum  ZerfalkTn 
geneigt«). 


^)  SielUDirelse  fltSfst  man  nnter  dem  oberen  Lager  der  erdi« 
gea  Brmnkoble  auf  eSo  Icites  Oesteio,    das    sich  bald 
eihem  dandneMet  bald  eineni  Kalkiteiae  «lehr  nlhert  und 
das  walbreeheioUcb    die  Grobkalkformatioii  r«prfr> 
acQtirt    Nor  apureiiweiae  tritt  die  Grobkalk-  Form«- 
tioii  (Galcaire    de  Paris)  in  Meckleobtti^  oD^^Nemcoi^ 
ppmmern  auf;  denn  aastehendea  Gestein |  welcbet  inaii  sa 
derselben  sahlen  darfte,   fand  man  finr  bei  Bockop,  wo 
es  gewöhnlich  unter  dem  obersten  Alannerdliige^  (e.  oben 
S.  1 8s  A  nm.)  als  festes :  seiner  Fetrefacten  und  L^gemngsyer- 
bältpifse  wegen  dem  Grobkalk    analog  zu  erachtendis  Ge- 
stein,  hervortritt    Es   bildet  keine   fortlaufende  Schiebt, 
bietet  sehr  yerschiedene  (zwischen  i  —  lo  i/s  wechselnde) 
M&chtigkeit  dar,  entspricht  hinsichtlicb   seines  Streichens 
und  Fallens  uemlich  dem,  BraunkoMenla^er ,   nnd  'i^gc 
sich   bald  mehr  als   fnnsandig  tbov^er  Kalkstein,    baM 
mehr  als  Mergelsandstein  oder  kalkhaltiger  Ifhoiisandsieitt. 
S^iemlicb  bedeutend  fest»  nigt  es  erdigtsn  unebenen  Brucb 
und  blSuHche  oder  aschgraue  FarbuAg«    Es  ist  durcbans 
leer  ron  Geschieben  jeder  Art  (ancb  jene  Frag- 
mente der  Orobkalkformatioiii  welche  sich  in  der.Gegend 
bei  Sternberg,  einer  d^  gerolhreichsten  Mecklenbnrgs  fin- 
den ^   neigen  keine  Spur    fremdartiger  Geschiebe).     Die 
Versteinerungen,  Welche    es  darbietet   C^inschaalige   und 
sweischaalige Mollusken :  KoiftelllarfaPescarbonis, 
Strombus    Pes    pelecani  ,    PleurotomS   Lam.» 
Fusus  Lain.,  Gonus9'iPnftilla  l*am.i^Bttcclnum? 
und  PectuncaTus  pnlriiiatus  r—  sehr  bSufig,  Nu- 
cuIaXam.,  Nucola  fibnlich  der  N.  lap^eolata  So- 


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z.  geogn.  KenntA»  v«  JVle«Ulenburg  etc.    183 

Wi0  die  b^jeits  betctei9beneii  Bobrversuche 
(oben  &176)  darthaten»  liege»  Sand  ^  Thon  un4 
Braunkohlen  in  unbestimmtem »  mehrfach  wiederhol- 
tem Wechsel  aufeinander  und  scheinen  im  Ganzen 
ziemlich  regelmälsig  geschichtet  zu  seyn;  Jedoch  neh« 
men  die  B^aunkohlenlager  beim  Ansteigen  allmählich 
an  Mächtigkeit  ab  (sie  fallen,  nach  des  Steiger 
Mengbier  Beobachtungen,  fji^ef^.  einem  Winkel  von 
4  •«--  5  Grad  SWS.  ein)  und.  scheinen  endlich  ganz 
auszugehen.  Das  Lager  der  g  e  naet  a  enBraunkohle 
(zwischen  den  Lagern  der  Al^unerde}  seigt  im  süd- 
lichen Schachte  die  grüifste  Mächtigkeit,  näm- 
lich 6^  F.  und  nimmt,  dann  gant  unmerklich  jgegen 
NO.  ab^auf  7 5o  Schritt  urn  5F,)J  Unmittelbar  auf 
den  festen  Braunkohlen  liegt    an   einigen  Stellen  ein 

a  Zoll  bis  1  Fufs  mäclitige^s  Lager  einer  ausgezeichnet 

j- 

schiefrigen  Alaunerde,  die,  obwohl  in  kleinen  Stücken 
sehr  zerbrechlich,  doch  im  Ganzen  so  consistent  ist, 
dafs  man  nicht  nöthig  fand  hier  den  Stollen  mit  Holz 
auszusetzen.  -^  Zur  Braunkohlenformation  gehört 
aehr  wahrscheinlich  .auch.  )enea  Sand-  und  Thon- 
gebirge,  welcheiB  die  SoolqueUeh  beiSülz,  .Schu- 
lenberg und  Greif  swald  führt  und  überhäufet  sehr 
allgen\ein  verbreitet,  seinem  Läger ungsverhältnifs. nach 
aber  schwierig  zU  bestimmen  seyn  durfte,  da  es  wohl . 
überall  mit  Diluvial-  und  Alluvial  -  Massen  bedeckt 
und    nur   an   einzelnen   Funkten  — -  beim    Abteufen 


wcrby,  Veavs,  Cardioiii;  je  Wie  aa«h  bäafig  d. 
Zoopbyun  Spccies:  FaQgie.Gaticatfdii)  hai  Hoff- 
ttiaiiB  vorl&ogst  bestimmt}  PeggendO'rff'a  Aon.  XIL 

109.  •    •   '-r-^'-   '      t^-B. 


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1S4  V.  Blücher     '  >: 

Ton  Brunnen  uikd  diirch  Bohlrversoche  bekannt  gewor- 
den ist  *)•   —     Solken    spätere   Erfahrongen    diese 


*)  Folgende  Griinde  sind  es  ▼onUglicIi  /  welclie  su  der  An- 
eahme  berechtigeii ,  dafs  dietet  Gebirge  rom  Dilariom 
getrenoit  ond  derBraankohlenforinatioa  sageordneC  werden 
Buft:  i)  das  in  Fragt  ttehendt  ^Soolqvetten  spendende 
'  Gebirge  bietet  Massen  dar:  reiner,  gleichartiger 
«nd  minder  mannichfiltig  in  Absieht  auf  Zun . 
•  ammensetsnng^  ao  yrie  weniger  nnbestimat 
vnd  regellos  r&cksiohtlich  des  Wechsels  de.r- 
aetben,  als  das  DünWuni.  Sapd  nnd  Thon  bilden 
.  die  et  coi^titciirenden  Massen;  ron  Lehoi,  Mergel  nnd 
Gmofo}  den  gewöhnlichen  ZnsamoiensetHingttheilen  des 
PilnTiams  gewahrt  man  in  ihm  nichts.  Der  Sand  ist  im 
Allgemeinen  feinkörniger,  als  der  Dilnfialsand,  nnd  äh- 
nelt bald  mehr  dem  Sande  der  Ostsee,  bald  wiederum 
»ehr  Jenem  der  Brannkohlenformation  ron  Bocknp. 
Meistens  ist  er  gleichartig ,  sehr  rein  und  nur  suffsilen 
mit  etwas  Thon  gemengt.  Hin  nnd  wieder»  aber  nnr  . 
höchst  sdtent  erblickt  man  darin  kleine  i  — iak>ll  starke 
Schichten'  (Ticlleicht  blos  Adern)  eines  grobkörnigen,  dem 
feinen  Grande .  ähnelnden  Sandes.  Jgr  bietet  nur  weifte, 
grsiulich  weifse  und  graue  Farben  dar  und  unterscheidet 
aicb  schon  hiedurch  auiFallend  von  dem  gewöhnlich  »,gelb<< 
gefärbten  Dilnvialsande«  Gemeinhin  ist  er  sehr  fliissig 
(#0  dafs  sich  die  l^fdrostatischen  Gesetse  in  gewissem 
Grade  auf  ihn  anwenden  lassen)  und  wird  dahor  auch 
gewöhnlich  Triebsand  genannt,;  und  fast  ebenso  flfts- 
sig  setgt  sieh  auch  jener  Sand,  w^hsr  die  Braunkohlen» 
lager  bei  Bbcknp'einschlieftt.  ^  Der  Thon  ist  erdig, 
häufig  elwibeandig,  oft  näh  und  von  granea,  blänUch* 
«ad  schwärzlich -grauen  Farben;  a)  führen  aie  keine 


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z.  geogn.  Kennte,  v.  Mectilenburg  etc.    1^8$ 

Ansiclit  über  die  Natur  dei  so  ebeq  gedeckten  Sand« 
und  ThöagebUget  rechtfertigen,  so  wire  mit  groüser 


nordischen  Cetehiele.  Sowobl  im  Saada  ab  i« 
ThOB«  fehlen,  bis  hithtr  cingeMgeiiea  NacbridUra  g^ 
inlby  priaiti|re  Getchiebe  g&ulich;  wohl  aber  hoBMea 
dei|lei^ea  tot  in  dcM  dea  Triebfciid  bededwadea  Lehia 
«od  MergeL  Zwar  laeA  man  bei  S&h  in  nicht  belrlahfi- 
lieber  Tiefe  im  Tiiebeande  aof  ein  Qaanfele-Geeobieba 
snd  ebenio  bei  Greifswald  in  der  Tiefe  von  60  —  7oFn6 
(etwa  so  — 15  FnA  anter  dem  anfgeechwemmten  Letten) 
anf  einige  nordische  Geschiebe;  dieee  sind  aber  ohne 
Zweifel  hinringefallcn,  da  der  Sand  gewöhnlich  so  Aieftend 
ist,  daOi  er  sich  sogar  avspvmpen  Jlfsb  So  fand  man 
anch  primitife  Geschiebe  in  denen  mit  Sand  aasgeflühea 
Klfiften  des  Gypses  bei  Sperenberg  (Spremberg?  K.)  io 
der  Mark  Brandenborg ,  and  hat  diese  ErscheiaaBg  ia 
einem  quellenreichen  Terrain  am  so  weniger  etwas  Aoialp 
lendes;  3)  scheinen  sie  regelmä/sig  gesthieh' 
tet  nvL  seja*  So  weit  ninüich  die  in  Jenem  Sand«  «ad 
Thongebirge  nntemommenea  Arbeiten  das  Innere  dereeU 
bea  aufdeckten,  neigt  es  den  Sand  als  daa  Qbett,  dea 
Thon  als  Untere  (indefb  ist  dieses  Yoriiommea  aicht  all- 
' gemein,  da  bei  Colberg,  wo  offenbar  dieselben  TerhUl» 
nime  herrschen,  Sand-  nnd  Thonfl5cif  in  onbestimmteay 
mehrfach  wiederholtem  Wechsel  einander  folgen;  was 
ce  abrigens  am  so  wahrscheinlicher  macht:  dab  Sand 
and  Thon  sa  einer  Formation,  in  der  des  eläetischea 
Tbon^s  gehören).  Bei  DilaTialmassen  •  Davchschoitten  ist 
^mir  nie  «in  Unlieber  Wechsel  von  (gerdUfireien)  Sand- 
aad  Thonschiobten  rorgekommen«  —  Bei  S als »  weaigt 
Schritte  TOn  der  Reokenits  traf  mKn  snerst  aof  Totf  and 
Dihifialsaad,  ond  dann,  «twa  ia  der  Tiafa  voa  etwa 
bS  Folii  (ia£.  nater  dem  Spiegel  dar  ReckaiaO  ^  v^aiÜH 


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186         '  V.  Blücher 

Wähböheinltthkeit  aibttiiehmen:  däts  die  Yerbibeitung 
det  Sraunitöhlenforaiation  übet  den  gröfsten  Th%U 
von  gans  Mecklenburg*),  das  Festland  von  Neavor- 
pbnaBnexn«  so  -me  über  weke  pktrikte  der  NacI4>ar- 
l^dder  sich  ausdehnt  *.*)«     Was  das  Vorkommen   der 


liehen  Triebsand ,  der,  eiDem  im  rörigeh  Jabre  angeitell- 
teo  Bobnrersuch  zufolge,  bis  zar  Tiefe  ron  146^ F.  fort* 
setzt  and  sich  überall  tod  gleicher  Beschaffenheit  zeigt 
Nach  demselbeb  folgte  ein  schvrarzgrauer  Thon,  10  dem 
aber  nicht  weiter  gebohrt  ward*  r.  B. 

•)  In  Mecklenburg  .Stralits  hat  Büttel  den  Trieb- 
/       send  an  so  vielen  Punkten  gefunden,,  ifitt  kaum ^  an  des- 
sen allgemeiner  Verbreitung  über  dieses  Land  sa  zweifeln 
ist     Auch  sollen  B«  zufolge  die  i^elen  (ziemlieh  hoch 
liegenden)  Sein   in   der  Gegend   swiscken  Ne|i  -  Strelitz, 
Wesenberg  and  Mirovf  fast  unmittelbar   auf  ihn,  lagern. 
InNeurorpOKimi^rn  fand  man  ihn  ausser  bei.  Greifs* 
;.  .    wald   ancU  noch  an  einigen  anderen  Stellen,    1.  B.  bei 
, .   ,  Flenaip,  nordöstlich  ron  Marlow,  io  der  Teiife  ron  99  F., 
nac)idcD|   ^f^   zoror  60  Fufs  .iprdigen   Mergels  (offienbar 
4sp   Diluvium     angehörend)    durchsenkt^  hatte;    rergl. 
•Sebnltz«   Grund-  und  Aufrisse  ini  Gebiete  der  allgem." 
Bergb^uknade  1.34);  bei  Semlow  traf  ihn  B.  ^nter  einer 
•   &&  Fab  m&chtfgen  Schiebt  aufgeschwemmten  Mergels.  *— 
Da  man  übrigens  |  wie  schon  aus  depi  Erwähnten  hervor- 
geht, den  Triebsand  in  anscheinend  fehr  von  einander« 
abweichenden  Tiefen  fand,  so  wfire  es  schon  aus  diesem 
.    ,    .Gründe  wfinfchenf werth :  die  Höhen  der  Fundpunkte  ba- 
.  .  ronetnscb  za  .be|itimmen,    damit;  eine  nähere  Kenntnifs 
.    von  dessen  Niveau  möglich  werde.  ▼•  B. 

^*)  In  letsuren  ist  sie  bereits  •  an  mShvcrea  Punkten'  (it.  |B.  bei 
Frskwfaids  aa  der^OdA*)  mit  Bastimnitl^irnaofagewiesen. 


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z.  geogn.  Kennta.  v.  Meddenburg  etc.    1S1 

Biaankolileiifonnation  auf  Bügen  hat^Stf  w  Yorweiie 
ich  auf  r.  Oaynhaasea.'«  Bemerkungen  in  Kap* 
atner'a  Arch.  £  Besgb.  und  Hüttenk.  XIV.  a44£E. 
Nach  demselbeD  dürfte  ein  bald  bläulicher^  bald  grün« 
Uch^  oder  gelblich  -  grauer,  primitive  Gesdüebe^ 
Feuersteii^  und  Kreidetrünuner  führender  Thon^  der 
iioh  südlich  roa  Vitta  (auf  Wittow)^  so  wie  auf 
Hiddensee  und  Mönkgut  finden  soll,  dem  Argile  p la« 
siique  des  Kanser  Becken's^  dem>plastic  clay  und  Lon*. 
dön  clajr  (also  auch,  dem  i^Gtobkalk«.,  denn  mit  dia»> 
sem  wird  Jsi  gewöhnlich  der  London  clay  parallelisirt) 
analog  saym  •  ZuftUig  ans  eigener  Ansicht  diese  Oe^ 
genden  nidit  kennend  und  daher  ausser  Stand  zu  be^ 
urtheilien,  iw  wie  weit  dieses  Thongebirge  in  seiner 
Beschaffenhmt  •  von  dem  Diluvium  abweichen  mag^ 
siad  mir  dennoch  sehr  auffallend  die  darin,  obgleich 
nur  in  Form  kleiner ,  erbsengtolser  (und  mithin  die 
groben  Gerölleablagerungen  an  Alter  überbietender) 
Gesdiiebe  vorkommende  Zeugen  des  Diluviums;  ich 
bin  daher  sehr  geneigt  )enes  Thongebirge  für  ein  Ge- 
bilde XU  halten:  Jünger,  als  die  cur  Brannkohlonfor« 
mation  gehörigen,  im  Vorhergehenden  besohriebeaen 
Gebirgsmassen  und  «nzonehmeu:  sie  seyen  dem  aut 
!  geschwemmten  Xande  beicusählen.    Entschiedeil  dkier 


Sogsr  ifli  i^dliebra  Sefaop^a  bat  Nilisoa  ror  Maigta 
J^ibren  grofie  Matte b  einet  ctwat  Kalk  fiibrenden  grobea 
Qnarxtiindet  o^it  aatergeordaeten  Braonkohlej^lagem  eac* 
dtckt.  \N.  rechnet  dietet  Sandgebilde  swar  sur  Kreidf^ 
formation  <tie  Hegt  der  Kreide  vnmitt^lbar  auf)'  indeft 
dürfte  tie^lhrer  Auflagernagtureit«  uogeacbiei  «mr  Braon- 
kbbleaformatlon  zit  rechoea  leyn;  t«  JB;     '*' 


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188  '     V*  Bluoher 

älteren  Bildotigsperiode  als  Jener  des  Diluviums  na- 
gehörend,  scheint  hingegea  ein  stellen^i^ise  In.:  eine 
Art  Sandstein .  übergehender  Sand  za  aeyn',  der  auf  « 
den  ^mUch  hohen  Hügeln'  «wischen  Diatrichshagen 
und  JBrunshaupten  (ohnfiem  der  Ostsefdcuste^  swischen 
Wisn^ar  und  Rostock)  legtet.  Auf  deh  Gi|iMn  und' 
oben  an  den  xiemlicSh  steilen  Abhängen  mehrerer 
d&eser  Höhen»    die    eine  ausgezeichnete  Hügelgruppe 

^Uldibii,  sieht  n»n  ihn  nämlioh  in. Form  eiaes  6e*  '' 
ai^n^  anstehen  y  dessen.  Aussenflächen :  Ansehen  leb« 
haCt  an  Muschelkalk  auf  dem  Heimberge  bei  Götr 
tiogen  erinnert,  das  aber  keine  Spur,  vpn  Kalk  ent*- 
liält,  sondern  als  ein  meist. feiner  thooiger  Sandstein 
erscheint.     Das  Gebirge  selbst ,    dem,  diese?   Gestein 

'  angehört,  ist  indessen  nur  an  solchen  fiinzelstellen, 
wo  Regen  die  lockere  Srde  abgespült  hat  und  wo 
einige  Gräbern  gezogen  sind,  entblöst^  die  GipfelOachen, 
verrathen  es  nur  durch  zahllose,  der  Ackerkrume 
beigßmengte  Trümmer  desselben ;  an  .  den.  HJigeUb- 
hingen  verschwindet  jede  Spiur  desselben«     .    . 

g)  Geschiebe  und  Gerolle.  Wahrscheinlich 
dnffch  grofse  Meerestoömungen  aus  Norden  und  Nord- 
ost: hedugeschwemmt,  bilden,  diese  zahllosen  Trüm- 
mer primärer  und  ältere  aecundärer  Gebirgsmassen 
Hauptantheile  der  Diluvial  -  Formation,  zu  der 
man  alle  jene  regellosen  Massen  von  Sand,  Lehm,  . 
Thon,  sog.  Mergel,  ssimmt  den  in  ihneh  zerstreut, 
liegenden  Trümmern  primärer  und  secundarer  Gebirgs- 
arten  und  Gruuls  zählen  müfs,  welche,  mit  ^ringen 
Unterbrechungen  alle  ^tere  Gebirgsbildungpn  be-p 
deckend^  über  ganz  Mecklenburg  und  Neuvojf^ppmmem,. 
«o  wie  überhaupt  über  Nordteutscblands  Nied^rungep 


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z.  geogn.  Keimtn«  v*  Mecklenburg  etc*    Ißp 

verbratet  erscheinen/  Organische  Ueberveste 
kommen  darin  nur  sehr  selten  v.qr,  ausgenommen 
solcl^e,  von  denen  es  wenn  nicht  durchgängig  gewifs» 
doch  wahrscheinlich  ist:  dafk  sie  früher  in  Uteren 
Gebirg^büdoBgen  lagerten ,  denen  sie  ohne  Zweifel 
durch  dieselben  Kräfte ,  welche  den  Diluvial  -  Detritus 
bildeten  —  entrissen  worden  (als:  Yersteinetrongen 
aus  der  Kreide,  dem  Uebergangs- Kalkstein,  welche 
zuweilen  noch  in  dem  Mattergesteine  liegen).  Sehr 
allgemein  verbreitet  sind  .  der  Dili;vial-.M.ergel 
und  Diluvial  «Lehm  ^.    Beide  halten  weU  ein* 


•)  0«r  Dl}  u  r  itil^  6mjnd  keMnn  («siiteBS  »ebr  aaeb 
Oben»   Mbr  allgMicia  Ober  Meckleabarg  «od  Pommera 

. .  verbreittt)  ia  TsrtebiedeaA  GradM  d«r  Rdiibeil  oi^d  Fein« 
(jedoch  seltaa  tahr  ffliaXror,  crtobeiat  g<w5halic|i  durch 
Eit«a  sthr  maaaiebfaab  geffirbt,  bald  »it  Tboa  oder 
Kalk,  bald  nit  Graad  gm^fi  «od  so  ia  Lebm,  Saad- 
«MTgel  uad  Graaft  übergelMad.  Xa  dea  iotfurtesantestea 
Eiynimgwgrtt  geb&rt  Titaaeiseasaad,  dea  die  OiS- 
aae  add.  die  ,igib£uitm  Saea'«  des  Laadae  aniivrerfeB. 
Dar  DiUiirial-LtfAm  aeigt  Tarsduedeae  Grade  der  Ma- 
geilf dt  nad  ist  aMist  dareb  Ei« eaoigrdbydrat  gelblich  ga> 
ISrbt  Parcb  Aafaabaa  Toa  Kalk  gebt  er  ia  dea  sebr 
allgemeio  verbreitetoD  nl^lsosartigeD  Mergel«  fiber.  Der 
.Dilayial- TAoit  dar(b  wobl  aar  als  y^Töpferthoa«« 
aad  ,,Letten<'  vorkomoMB  $  im  eriUrea  Fall  bietet  er  eich 
aiebr  waiAlicbi  graollcb  •  gelblich «  iai  laUterea  mehr 
aecb- bläulich-  oder  grOoUcb-graa  dar  (reiaer  Töpfer- 
tboa  ist  fiuMertt  eelua ;   mciet  nur  nester»  oder  ecbicbt- 

y  weifte  im  unreinen);  scUevi  xdgt  er  sich  rein^  fest  immer 
mit  mehr  oder  weniger  abscblemmbar^a  Sande  gemengt. 
HAulig  nimmt  er  (beeoi^ers  der  Letten)  kohleasaurenKalk 


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190  V.  Blücher 

atidet  riÄtnliCh  das  GWchgö^cht;  wo  rid  tttsammm 
auftreten  pflegt  flÄ  Lehm  mehr  rtach  Oben  zu  lagern. 


auf,  damit  mcislcng  iSheo  und  danlcelfarbigeii  Thonmergel 
bildend,  der  io  sehr  mac^idgcn  Slrateo  rorkomtnt  — 
Wä«  man  gewöbnlici  (Di'luTial-)  Mer^^Vntnikt, 
veigt  sehr  mannichfaehe  BesohaiTettheii;  baM  ist  et  Sand, 
bald  Lehm,  bald  eine  Art  Theo,  oder  ein  j&emenge  die- 
"aevMassea,  welche,  taät  Kalktheilahen  in  den  ?ertcbif 
^densten  VerbSlttiissep  v,^rse»t  mcheiaen.  Der  ,,Kalk«« 
ist  meist  sehr  fein  und  in  der  ganien  Masse  «emliph 
gleichförmig  «rtheilt,  tritt  jedoch  auch  nicht  sehen  in 
*oAn  Weiner  (dooTi  milontirfaaitgraIser)Kwid«irlmmet'  auf, 
auf  Webe  Weise  deo  Bltrgel  in  ein  Kreideconglomerat 
fykndelhd,  das  nifrdlenJcallUiiillig  genug  ist,  mn  gebrannt 
sehr  braachbaren  Maurerkalk  za  liefern;  z.  B.  «m  Brod- 
b«gen  bei*  Dobbcren.  Uebrigent  keigt  der  Mergel  auch 
^ireifsücb',  graulkb-gelblicHe,  wdrsliob  -  grifcw^  graue, 
bWaltch  -  auch  ilcbiVSrilich  -  graue  F&rbongen ,  follkomr 
inen'  entsprechend  de W  ,j  Holsteinischen  Mefg«l»S  den 
Steffens  in  s.  Geogn.  gealog.  Aufs.  8.1«^  besabrieben 
bat  —  W«  Gerdlle  und  Geschiebe  (ob«il.S.i85) 
adgen  4entliciie  Spuren  derWaisereinwiHaingt  Abi^undnng 
und  Abgetiebenseyn  •,'  leiten  scharfe  Kaaten  dai4)ietend. 
Sic  erscheinen  sowohl  in  Gestalt  dea  „Grandes'^  »1« 
auch  tereinxelt  im  Sande,  L%hm,  Mergel  etc.  AHe  diese 
Dilurial- Massen  gehen  öbrigeps  auch  mecEanltcb  inein- 
ander  ober  und  erzeugen  durch  quanlitattr  •  verschiedene, 
%wtU  oder  mehrfache  Combinatiooen  eine  unendliche 
Mannigfaltigkeit  nicht  selua  chaotisch  durcheinander  ge- 
worifener  Gebilde.  Dem  Anschein  tiach  aller  Wechselbe- 
xiehung  entbehrend,  treten  ^ie  gegenseitig  unabhSngig  auf 
als  sertrftmmcrte  und  meistens  fein  zerriebene  Gibirgsar- 


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z.  geogn.  Kenntn«  v.  Mecjilenburg  etc.    191 

fsdocliiso:  d«&  bttdcf  tneistona«  F^n  grebes  ]pelunlager 
darzuMeten  schfiiineik«:  Der  Mergel  ^||c  g^gon  80  FuCi 
mächtig)»,  von  dem  der  Xjehmni^tgel>  beiweitem 
TOTherrscht»  enoheint  häufig  nur  voq  etwas  Damm« 
«rde  oder  losem  Flugsande  bedeck^ ,  und  der .  Lehm 
bildet  in  sehr  vielen  Gegenden  allgemein,  die  frucht- 
tragende Oberfläche.  Thon  enscj&eiot  191  Ganzen  nur 
wenig,  Sand  dagegen  in  gro&er  fVIeiige  und  Ger 
schiebe  treten  überall,  wo  sie  nicht  vom  Flugsanda 
oder  Moor  bededctf-sind,  in  aussexiordmtlicher  Menge 
aaf»<  und  ohsmUttterscbied  ibr^r'  Qrölse  über  dip 
höchst^  und  tiefsten  Gegetnden  vertheilt;  nicht  sel- 
ten werden  sie  durch  UeberzahL.  der  Benutzung  des 
Ackers .  hinderlich  >  bilden  förmliche  Grand  und  Ge- 
.rolllager  und  durchdringen  die  übrigen  Diluvialmas- 
sen  in  solchem  ,iyiaarse,  dafs  diese  dadurch  von  der 
Braunkohlen«-  .^d  Grobkalkformation  chfuracterisch 
unterschieden.,  erscimnen*  Die  igröG^fon  Blöcke  der- 
eelben  sind  im'  (Lehm-  Sand*  und  jyie^gel - )  Boden 
Wahrscheinlich  eben  so  häufig,  als  auf  demselb^  zer- 
streut; im  erstorn  Fall-  zeigen  sie  sich  häufig  so 
mürbe,  dafs  sie  leicht  in GruuCi  verwandelt  werden 
können*).  -^     Die  Schichtung  des  Dilüyiams  ist 


,teir,  die  darcb  die  Gewalt  ^es  Wasfere  nnter  einander 
geaengt,  foytgcf&hrt  and  cadlicb  wieder  abgelagert  wor- 
den« V*  B« 

*)Brfickner,  zw€i  Dilavial- Ablsg^raagen  an- 
nehmend i  laflit  die  Gerolle  in  s  Forastioeen.  serfallen: 
in  die*Mergel-  vnd  in  die  eigentliche  Geröll- 
Formation:  tor  enteren  den  anfgeeohjMrepnaten  Mergel 
and  Lehm,  aammt  dem  darin  cingefc^hlosseasa.  Cerdllei 


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19a  ."•       V.  Blücher       . 

selir  QBvoIIkbinmeii,   gew&lii>Ilch'°iiiir^lin8fag,  .oft 
'fehlt  ,  sie   gax»  (namentlich   beim   y^ehm«*};   wo    sie 
merkbar    wird    ei^eint  sie   im  ,yGansen*'    ziemlich 
yyhorizontal^S  im  .Ehiielnen  hingegen  meistens  wellen- 
förmig,  oder  statt  dessen  höchst  regello«  und  verwor«- 
ren.     Die  Mächtigkeit  d^  Diluvialmassen  i^  nuir 
an  wenigen  Punkten  bekannt,    weil  man  sie  nur  seK 
'  ten  dorchsenkt  hat  und.  die  altem  Gebir^sgebilde  nur 
an  einzelnen  Stellen  entblöst  ersohsinea;     So  viel  ist 
aber  gewifs,  dafs  sie  höchst  verschieden  ist,  oft  pldz« 
lieh  abweicht  und  im  Allgemeinen  «war  nicht  so  un^ 

geheuer 


sn  Utstcren  alles,  fibrlgt  Gerolle  aad  den  grpfitea  Tbeil 
des  die  ObierflSche  bedeckeDdcn  Sandes  rechnend.     Mir 
tcheim;  diese  Abtheilfeing  aber  dämm  nntolVssig:  li^eil  so* 
wohl  die  LagerangsverhSlUiisse   {il^  B«    hfiniigriDäciitig^e 
Lehm*  iind  Merj|[el- Lager  aof  Dihivialsand}  als  auch. der 
allgemein    dnrcbgrelfeode  Character    dar  Dilnvialmaasea 
Bar  anf  >eine  EntstebQngtbedingiing    hinweisen;    eiaa 
AafschwemBuing  nlnüich,  £e  s.  B.  auch  unter  die  Ga*- 
schiebe    der  ao^i   GerdUfprmation    sahllosa   Feaersteinf 
warf    and    deren»    Dilovialgranfe     ablagernde    Flnthei^ 
noch   eine  Zeitlang-  über  letsterea  fortstromten ,    nnd  so 
,dem  feineren  Sande  (ihm  Enutehen    durch  Zerreibung 
and)  sam  Oberflächen  Verbreiten  die  Gelegenheit  botheo, 
während  mit   ihnen  auf  Eisschollen  mehrere  der  grofsea 
Blöcke  angelangten  t  welche  noch  jetzt  die  Oberfläche  be- 
decken«   Aber  selbst  auch,  wean  diese  Flatfaen  in  meh- 
reren Zeitabschnitten  sich  wiederholend  den  DiluTial  -  De- 
ritas    erseugt  hltlen ,    so  w&rde    doch    dieser  UmsUnd 
allein  noch  aicht  lar  Annahme  rerscbicdeaer  Formationen 
berechtigen»  r.  B* 


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z.  geogn«  Kenn|ih  v«  •  Mec^denburg  etc.    J^^ 

^girfieuer  vi(U^,; Einige  annehmen,  aber  doch  ziemlicli 
bedeutend  eT^cheiot.    .InJ[VIeUl.enburg  and  Neuyor]}oiq- 

,mern  dürfte  sie  (vorliegenden  Daten  gem'^fs^  kaüp 
SooFuCi  übefsjphreiten  und  zwischen  5o  und  aogFufs 
sohwankezL In.' den  ^meisten   Fällen    bilden   die 

.  (k/sineswe^e9  stejlefiwoise«  .sondern  in  weiten  Umfer- 
ipißn  zusammenhängenden)  Diluvialablagerungen  diie  * 
Unterlage  des  ganzen  Alluvial* Detritus;  eine  Unter« 
läge,  die  nicht  .in  Folge  von  allmähligen  Flufsüber- 
schwemmungen/  See  -  Durchbrüphen  etc.  sondern  notK- 
wendig  durch  eine  plötzliche|  auf  die  ganze.  Ge- 
gend (Mecklenburgs,  Pommerns  und  der  angrenzen- 
den Länder)  gleichzeitig  wirkende,  Meeres- 
Überschwemmung  (ohne  Zweifel  dieselbe,  deren 
Spuren  sich  bis  in  die  Central  -  Ebenen  Asiens  ver- 
folgen lassen)  hervorgebracht  und  verbreitet  wurde* 

Wenn  auck  nicht  weniger  plötzlich,  doch  Jedesh 
falls  von  sehr  geringer  Dauer  und  in  enge  Grenzen 
gehalten  wirkten  jene  Meere^fiuthen,  welchen  ohne 
Zweifel  die  neueren  Meeres  -  AUuvionen  ihr 
Daseyn  verdanken.  Sich  selten  mehr  als  einigp  Fuf«e 
liber  dem  Meeresspiegel  erhebend,  hingegen  heu^g 
unter  der  ihnen  entsprechenden  Horizontale  lagei^^ 
bestehen  sie  in  der  Regel  ^us  Sand,  Gerblle  (x.  B« 
heilige  Damm)  und  Seesc^amin  (vorzüglich  aus  ver- 
westen Pflanzen,  Sie,etangen  etc.)  ersterer  und  letzte* 
rer  oft  mehrfach  übereinander  gelag<eirt,  zuweilcm 
wechseln  sie  aber  ^uch  ,mit  Torf  und  anderen  Siffin 
wassergebUden ;  daher  denn  auch  unter  dem  Torf 
oder  Moor  mitunter  Seemuscheln  in  zahlreicher  Menge 
Ardiiv  f.d.  gcs.  NamrL  B.  18.  K  7.  |3 

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Hh      ■'     '  '    '  V.  Blücher' 

anjgetroffen 'werden; 'wie    denii   noicli   j^kzt   zuweil^ 
(Jedoch^  selten)  das  von    heftigen*  ^iStätlneh  getrie^eiie 
'Meer  sicH  bedeuteria   über   sein   gew6}iniiches  Niveät 
erhel[»t  und  die  flaclien  Küstäng'6gend6Yi  übiärscHwelnAit. 
tVährendabef^  diese    iWeeres  -  AÜuyien^  ntir   dn    Q^n 
IVieeresüfem    oÄer  ^ '  in" '  dfercfh  Nälie   weilen ,    und  niir 
'  *4ort)  wo  die  Küstengegehd  fläch"  ist  und  Flii'fethSler  aus- 
münden,   sich  tiefer  ins  Land  hitteih  erstrecken ,    be- 
gleiten die  See  -    und  F 1  u  fs  -  A^  11  u  v  i  o  n  e  n  (Sand^ 
G'rahd>  Gerolle,' Üebefreste  verwester  Pflanzen,  Schlamm, 
auch  Lehm    und   abdeire   ursprünglich    dem  DiluviuVn 
angehörende  Änspühluhgen),  nuf  das  Nivead  des  höch- 
sten/Wasserstandes  erreichend,  die  üfet  und  die  Auf- 
gange der  Flüsse    (s6    namentlich   das .  Elbthal) ;    was 
dagegen'  auf    Hügelabhangen ,    Thalwanden,     steilen 
Meeres  -    oder  Seeufern  und  überhaupt    auf  allen  ge-, 
neigten  Bodenflächen  von  Erzeugnissen  der  (im  Allge- 
meinen schon  oben  S.  i65  gedachten)    „Alluvial  -  For- 
mation« lagert,    da»  ist   Zweifellose    durch   Regen- 
Schnee  - '  und    Quellwässer ,    Ein^tüAutigen ,    Nicder- 
sehkungen  etc.'  mit'   getingen'  AüslikhVn'en     (als     die 
Schüt^anhäufungen'  auf  den  Abhängen  der  Kreidebeif^^) 
aus  Diluvial -Masseh  hervörgegäng^h.    'Zweifelhaft  ist 
'es  jedoch,  ob  diesef  Formation  ^üch  durcligangig  bei- 
*  geordnet  weWeri'äarf  der  an  der^SüÄseite  des  MecU- 
'lenburgischen    Landrückens    fast    übefälf   auftretende 
"S^Iu^g^s'^aiid.     fjfeber  ihanch'e  Steir6riV  nanftfentlich  dort, 
woT    er    nur  ' 'wenige  Fiifse   mächtig '  auf  Lehmsträt^n 
'rahet,  oder  *wö  er  mit  dünnen  Lagen  vegetabilischer 
'Ej^de  wechselt,  ^cheiht  er  ^blos' dem  Winde  seine  ^äi-- 
breituhgzüE  Verdanken  i  sieht  mäp^aber  auf  das  Ganze 
des^^elben,  sö  niufs  er  ofifenbar  zu  der  Diluvialfc^rniä- 


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z.  geogn.  Kenntn.  v.  Mecklenburg  etc.    195 

tion  gezählt  werdee.  —     Die  Torfmoore  sind  am 
meisten  allgemein  verbreitet  in  den  Flufsthälem ,  er- 
teichen.  hier  mitunter  eine  sehr  bedeutende  Mächtige 
keit    und    er«chOT>en    bald  als  Torf^    bald   alt  Moor, 
bald  als  ein  diesen  ähnelndes  Gebilde;  xuweilen  unter 
dem   jetzigen   Meeresspiegel,    aber  auch    auf  Höhen, 
wo  der  Wasserabflufs  sistirt    ist      Unt^r,    über  und 
zwischen  Torf  und  Moor,   desgleichen  am  Boden  der 
Seen  und  Sümpfe  (gewöhnUch  i  ~  a ,  selten  mehrere 
Fufs  mächtig,  oft  äusserst  reich  an  Sü&wasserconchy- 
-lien  und  kleinen.  Landschnecken    erscheint  der  Wie* 
senmergel;  oben  S.  1 80  Anm.) ;  Mecklenburg  Stre- 
litz  ist  besonders  reich  daran  ♦>     In  manchen  moori- 
gen,  .sumpEgen  Gegenden  sehr  verbreitet,    zuweilen 
auch  -wohl  mitten  im  Sande,    in  Form  grofser  hlnm^ 
pen)koromt  das  unter  den  Namen  Haseneisenstein 
bekannte,   sich  —  gleieh  dem    jüngsten  und  letzten 

Gliede   der   Alluvialformation,    der   Dammerde  

gegenwärtig  noch  andauernd  erzeugende  Erz  in  Mas- 
sen vor,  die  bei  sehr  verschiedener,  zuweilen  6 -—8 
Fufs  betragender  Mächtigkeit,  sehr  bedeutenden  Um- 
fang darzubieten  pflegen  ♦♦).  ' 


•)  Aü  vUl^n  Ortea  formt  man  aos  dinem,  Im  feocbtca  Za* 
Stande  sehr  tchmicrigcn  Gebilde,  kleine  Stücke,  die  dann 
aa  4jer  Loft  getrocknet  und  so  (mitnoter  tehy  branchba- 
?e^)  Kalli  gebrannt  werden.  y,  B, 

••)  In  d«ti  mecklenburgiscben  Aemtem  Neustadt,  Hagenoir 
and  DonitB  wird  dieses  Eisenerz  sehr  baufig  angetroffca 
und  gewobnltch  als  Baustein  bcntitst.  Früher  war 
aach  eine  Eisenhütte  aaf  dasselbe  in  Betrieb,  lieferte  aber 

^      anr  tebr  mittelmafsige»  GaTseisco.    Naeh  0r.  Siemsen 

13* 

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.196  ;v.  B}ü<?her  .       . 

8. 

Werfen  wir  nun  nochmals  den  iBlick  auf  die 
Aüssengestalt  der  mehr  erwähnten  Lande  >  so  drän^ 
sich  um  so  mehr  die  Fxage  auf:  ob  jene  Hügel  und 
Höhen,  deren  bineres  weder  Naturereignisse  noch 
menschliches  Interesse  .  aufschlössen ,  lediglich  aus 
DUuvialmassen  bestehen,  öder  ob  auch  älteres 
Gebirge  (gleichsam  als  Gebirgskem)  ihr  Hervorragen 
und  ihre  Gestaltung  bedingten  ?  Die  Beantwortung 
dieser  Frage  ist  um  sb  mehr  schwielig,  da  es  gewifk 
ist>  dafsy  wie  rauh  und  uneben  sich  auch  die  Ober- 
JSäche  des  \  von  allem  Diluvial  -  Detritus  entblösten 
Bodens  darstellen  mag;  durch  diese  mächtigen  Trüm- 
meranhäufungen doch  alle  Unebenheiten  entweder 
ganz  ausgeglichen ,  oder  so  ab  -  und  umgeändert  wur- 
den, dafs  gewöhnlich  Nichts  mehr  an  seine  ehemali- 
gen Umrisse  erinnert  *).     £s  >  bleibt   daher  .nur  übrig 


wird  aoch  bei  Riboiti  eine  Att  sandigen  Eiseocongloaie» 
rata  b&nfig  Torkommen,  ▼•  B. 

*y  So  labten  keinen  merkbaren  Einflnfi  auf  des  Bodena  Aai- 
seogettalt  das  mSchtige  Lfibtheener  Gypelager 
(oben  S.  174  Aom.)  und  die  Kreide  bei  Samowi  die 
beide  in  einer' beinabe  roHkomihenen  Ebene 'su  Tage 
geben  nnd  von  denen  die  letztere  eich  nur  darch  die 
kalkreiobe  Beschaffenheit  der  Aekerkmme  yerrSth,  nnd 
so  bieten  die  an  sich  ciemlich  hohen  Kalkberge  der  Süd- 
seiten des  Fleesen*  and  KÖlpiner- See  (oben. S«,i&i)  nichts 
dar.  Was  sie  auffallend  abweichen  Uebe  vo»  ^der  ]5!orm 
anfgeschvremmter  Hfigeli  und  nur  an  ihre»  höchsten 
Punkten  schimmert  (bald  wieder  unter  der  Decke  anfge-^ 
schnremniter  Massen  rerschTviadende)  Kreide  henror.    End- 


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z.  geogn.  Kennte,  v*  Medklenburg  etc.    107 

auf^  üett  Inn^ilgeha^t  arialogisch  za  schlieCsMi)  und 
hienach  werden  nun,  zahlrficketi  Beispielen  gemäfii, 
die  Höhen  Mecklenburgs  nnd  Neavorpommerns  (we-^ 
nige  -aatgenommeir)  dem  -  aufgeschwemmten 
Lande  angehören,  die  bedeutenderen  aber  wahr- 
scheinlich ihrem  Kerne  nach  aus  anstehendem  Gebirge 
fcestähen,  wie  solche^"  bei  Jäsmund^s  und  Wktow's 
Anhöhen  der  Fall  ist,  die  gröfstentheils  aus  Kreide 
gebildet  er^ch^inen  (obenS.i64,  166  und  169  Anm.)*). 

Auch  die  Längen thäler  (das  Elbthal  und  die 
Uferlande  der  üeck^nitz,  Trebel  etc.  welche  letztere 
das  die  Grenze,  von  Mecklenburg  und  Pommern  be- 
a^ichquande   Thal,   bild^pj) ,    dieselbe    bedeutungsvolle 


lieh  ei)tipricht  w\  4as  Cbyosi,  HTeUeeforaiige  In  dem 
CoMoiirei»  der .  kr9idcrei«li«ii  Gcgt od^A  I^Ogeos  nod  alltr 
Aoböbcn  M«C|lilAiibiirgs  (obea  S«  i55)  gaos  j«aeii  neicbea 
hujitnn  MssiMi,  welch«  die  mehr  ofler  weniger  «ficbUge 
Decke  biidep«    r  .  >  ,   ▼•  ß» 

*)  Sehr  wehnebelnlicli  ttebt  aeeb  die  EcbebvDg  des  gsMen 
Mecklcobarghebee  Laedrfickemr  in  enger  Besiebang  sa 

'  den  tiefe»  liegenden  Gebirgencbidblen ,  somal^d«  derselbe 
10  die  Sfrcfebaegiltnie  der  norddecitteben  Fltegebirge 
ffiUt  und  hieHn  oiiC  dem  flachen  LUnebnrger  H5hensnge 
corretpondirt.  Da  fr  ^ncr  Lamlrfidien  wohl  nicht  Dßnen* 
artig  durch  daeZnrflcktrecen  des  Meeres  in  Hauptstationen 
gebildet  wurde>^  dafür  scheint  das  Auftreten  anttehender 
Gcbirgsarten  theHs  in  der  Hochgegend  selbst»  theils  in 
•der  Nähe  des  £Ib-  «ad  Trekeltbales  s«  sprechen. 

V.  B. 


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108         ^    ..y,  Blücher  / 

jp^chtuDg'.wie  dei; ^Mecklenburgische  und  Lüi^bpir§er 
Höhenzug  verfolge^,  grün4en  «ich  .  wahi^^scbeüüich 
auf  die  Structur  der  in  der  ^Tie^<^^  anstehexiden  Flötz- 
gebirge,  behaupten  sich  dah^r  ^i^  ihren  Grundzügen 
unabhängig  vqn  den  Zufälligkeiten  des  aufgeschwepm-*; 
ten  Landes,  und  ;  verdanken  ^en  Gewässenl  nur  ihre 
weitei;e  Ausbildung,,  während  die  Querthälex  (oben 
S.  167)  il^d  Entstehung  wahrscheinlich  blos  vpn^^Ausr 
Waschungen"  unc^  ,,Durchbrüchen"^  der  Gewässer  bei:- 
zuleiten  haben  *).     Obgleich   der  gemeinsamen  Rich- 


*)  VergL  oben  S«  159  Anm.    Offenbar  stehen  die  Bildungs- 

▼erhSltnisse   dieser  Thaler  im    nahen  Zosammenbaiige  mit 

denen  der  übrigen  Thiler  der  norddeutschen  Niederungen 

(oben  S.  i5a)  and  kdnnei»  ^i^genseitig  einfinder  xiil^  Anf- 

kllrung  dienen.    Besonders  interessant  f&r  unsere  Unter- 

•acbnngen  sind  daber  Proß  H  o  f  f  m  a  n  n*  s  Nachweisungeni 

Jbetreffend  den  Verlauf  des  0  d^e'r  t  fa  ä  T  s   unterhalb  Fü  r- 

ttenberg  (durch  den  Ganal  ber'Mdlrose,  das  Spre«tbal  etc.) 

in  uuTerSnderter  Ricktung  Ins  l^avelbergi  wo  das  Elb- 

ibal  die  wtiUi^  Forts^Eüng  bildet  (vroraus  unter' anderen 

hervorgeht:    dafs  das  Oderthal  unterhalb  Frankfi^rt  wohl 

.  nur  in  Folg^  eiiiaa  Durchbruchs  enutanden  ist)  jenen  des 

jobcrea  S.lbthals  bei  Magdeburg  und  dessen  Verbindung 

.  dorcji .  ^  Ohratbal  und  den  Dr&»mlipg  mit  dem  Aller- 

und  weiterhin  mit  dem  Wesertbal  (wobei  das  Elbthal  Von 

Magdeburg  bis  Harelberg  f&r  .  ein  ^Qfifirthal  anzusprechen 

aeyn  dürfte)  etc.;    Gilbert'«  Ann.  UCXVI.  65 ff.     Auf 

ähnliehe  Weise  wird  anamehmen  seyn ,    dafs  die  natur- 

.    liebe  Fortsetkung  des    ober«.»  Weicbselth.als   von 

seinem  plötzlichen  Wendepunkte  in  derQfg^d  fpn  Brom- 

.    berg  an  durch  das  Thal  d-er  Ketze  beseicho^t  wird, 

und  dafs  das  ^^untere  Weichselthal^S   das  dea  die  Nord- 


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z.  geogn.  Kenntn.  ,v.  IV^^cklenburg  etc.    ^99 

tung  von  NO.  nach  SW.  folgend,  dürften  Mecklen« 
Bürgs  (^uerthäier*  döcii  durcli  (ko  SLen  angedeutete) 
verschiedene  iLfrsachen  hervorgegangen  seyn;  *eiifigef 
nämlich  (vielleicht  «chon  4>eini  Zurückzuge  des  Meeres 
eingeleitet  und  in  ihrer  Richtung  daher  der  allge- 
meinen Äbda^Vuiig  folgend)  blos  aurih  Auswdsdhungen 
süTser  GeWäs'säl^V  ähh^fe  (als  die'  dWEIbe,  Reckenita^' 
Suie^  Schaaie  i"Boitze ,  WamoW ;"  oben  Sl  i'SÖ  Änm.^ 
auf  ahnliche' Weisö"' wie  das  den  Luneburger  Höheti- 
zag  durchschnötdetidel^uenhar  der  Elbe  von  Magde«' 
barg  bis  Hävelberg  (öder  \rie  das'Oderdial  beiFraiitt-' 
.fürt',  das  ^inehHöhäiszug  durchschneidet,  der  «abW 
trachten^  steht :  •  als  einiä ' Fortsetzung  des'  Mecklenbur- 
ger^ Landrückens ;  oder  wie  das  untere  Weichselthal) 
liaailich  mittelst  gewaltsamer  Du'rchbrüche  von  tSe- 
wässern  (ob  jener  der  Meeresfluihen,  wie  Brücfk- 
ner  von  allen Thalem  der  südlichen  Abdachung  Meck- 
lenburgs, so  wie  vom  Wamowthal  annimmt,  oder 
erofser  Seen?  bleibt  zu  entscheiden  noch  einer  tiähe- 
rexi  Untersuchung  aufbehalten)'.'  Aucli  viele  der 
e  r  o  f  s  e  n  .  S  e  e  p  des  Mecklenburger^  Landrückena 
nfi^geii  ^<^m,  Andränge  der  Fluthen  ihr  Yorhandenseyn 
yr^ijifpakeq ,  .^e  sich-a^zustauchep  gezwungen. wurden, 
d»it^ie  den  staij^ep  .Widerstand  jder  KreideBötze  und 
ai»derer  anstehender  ßebirgsmase^n  nicht  gänzlich  zu 
waltigen  und.  dal^er  den  Durchbruck  nicht  zu  vollen 
den  vermochten?'  -Jene  Auswaschungen  und  die  ver- 
sdfiedenön  Durcht»«lche  erth^Hten  aber  den  Tha- 
lem nur  ihre*ettte  Grundbildung; -ihre  Weitere  Aus- 


seite dieses  Flafses  begleitenden  Hohenzuff  dorcbsctineide^ 
ein  Querthal  darstelle.  .       .      t.  3.       . 


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200  V,  ßlficher 

bildong^  Tordanken  de  ^en  aUi^Sihligen ,  andauernd, 
lieh  .wiederholenden  Einwirkungen  fiieis^nder  Gewässer. 

'  *  10. 

,  ,  An  mehreren  Punkten  Mecklenburgs,  und  Nep- 
vprponunams  trpten  Spol^uellen  auf ^  von  denen 
j^e^ocb  nur  die  .bei  S.ixlz  und  Greifswpfld^  benuUt 
werden,  ..  Wie .  schon  beiperkt»  gethqren  .^e  wahrschein--. 
Uc^  der  Braupkohlepformation  an  (ohfdp  S.  1 83  4?"^'|)* 
Sie,  erscheix^en  nicht^.s9^Qhl  vereiinieltar,  als  yielmehx: 
g.T|Uppenweisa|  und  bilden  sq .«eii^zelne^  in  y^er:*. 
s<|hieden49n  Entfernungen  von  einander,  gelagerte  »»^oq- 
)^Qf^.}der*'»  swischon.  denen  sich  jedoch  keine  Sool«*, 
c[u^len  .zeigen.  ..p^e,  reichhaltigste];!  dürften  seyn:  die 
bei  Greif-sjiralde,  :R.ichtenber.g.X*ngeblich  Jetzt 
fast  gan»  verschüttet)  und  jene  ^)eiSü,l.z  ♦)  — . '  Dafs 


,*)  Letstere  ittlgtn  sich  in  der  Entfernanff  «iniger  JinndeiY 

Schritte  nordlich   Von  der  Stadt  in   dem  weiten,  flacfieQ 

LäogcDthal  der  Reckeniu,  an  beiden  Seiten  dieses  FlafsW 

im  Moo!re'^hervorqaiirend  und  einem  Soolfelde  aiiigeiioiftnÄ/ 

'  das  noch  Uber  die  Weitläqftigen  Gkiadirwerice  binaiisrefchl 

**     nod  eberall  Sooie  bi^et/ wro  mab^es*  nkittdst  des;£f^ 

'  bobrers  oatersaöliir    Anssev  ded  |[^fafiiten  Quellen  gebitt 

'  ■"  aber  anb&  ^aiekrei^  bngefafste  i^  Tage,  &.  der  Aussaga 

des  Amtmana  Koch  cnfolge,  in  die  Reobenits  ansmfindes» 

.    and  sicK«ogav,,i|rjiar!lxibrigffll.e9(b  laden  Sooibruflnaa 

.     beobac]atet  wlrd|  «tvras  boher  stelleni»,«la^  gevir9bn- 

liche  Niveau  dies.es  Flufses.    Ungefarst  zeigen  die  Quellen 

nur  einen  schwachen  Saligehalt,    gefafst  hingegen   (und 

dadurch  gegen  Zudrang    des    s&fsen  Wassers  geschüut) 

w&cbst  devstlbc  betrScbilich;  daiselbe  findet  bai  saaeb- 


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z«  geogn.  Kenhth.  v«  Mecklenburg  etc.    201 

üe  Quellen  an  eine  gewisse  Schiclif  gebunden  seyn 
sollen  (oben  S.  177,  u.  179  Änm.),  ist  wohl  nicht 
anzonehmen,  da  kein^  einzige  positive  Erfahrung,  da-^, 
für  spricht  und.  man  das  ganze  Terrain ,  so  tief  mai^ 
es  in  Sülz  prüfend  untersuchte,  soolenreich  £Euid; 
die  kleinen  Kieslagen  oder  Adern*  bis  zu  denen  die 
Bohrlöcher  niedergehen,  scheinen  mit  der  Erzeugung 
der  Soole  in  gar  keiner  Verbindung  zu  stehen,  son- 
dern rein  mechanisch  lediglich  die  quantitative  Con- 
centrirung  und  das  andauernde  ui^d  reinere  Abfliefsei^ 
derselben  zu  begünstigen  *).     Nach  Allem,   was  nun 


mend^r  Tiefe  etstt  and  J6  Fnfi  onttr  Tage  igigea  sie-  re^ 
^flmttiig  5  proc  8«Isgebslt  Die  mieifien  roB  der  Seltne 
in  BenoUnng  geoemneneni  eind  obngefÜhr  bis  m  dicH^ 
Tiefe  verfolgt,  ond  eprodelo  ans  einer  lebr  dAnnen  Schiebt 
,  oder  Ader  einee  groben ,  mehr  fetten  Kieseandet  lebhaft 
herror;  bie  dahin  sind  die  Seelen  aaoh  weniger  qnanti- 
IStiT,  nlcbt'Utetig  fliefsend  nnd  so  mit  fittseigem  Sanrfe 
Teronreinigt:  'BaA  tie  nicht  ffiglidi  benntat  werden  kSa« 
Ben.  Ikh  Yorlgen  Jahre  gieng  Man  bei  einen  BohrveHwsll 
bis  14^  Tiefe,  aber  ohne  größeren  .Gehalt  der  Saela  ia 
erlangen,  Aehnliehes  beobachtete  tuü  in  Ihnlicheai  FaU« 
apch  s«  Greifew#ld«  ...  ▼•  B, 

^)  Bei  Gelb  er  g  |?ergL  eben  8.179  Ann.)  erreichte  naa 
bohrend  unter  andern  bis  4  Fofs  Tiefe:  gelben  Sapd;  bis 
99':  gransn  Thon;  bis  7g':  weifilich-graneii  Sand;  bis 
8a':  braunen  Tben;  bis  86';  weifsenSsnd  und  bis  117': 
^llnlich*  grauen  Thon.  Bei  43'  Tiefe  traf  man  Silöthige 
Soole ,  die  bei  sanehmender  Teufe  bis  auf  1  Lpth  ab- 
nahm, uod  bei  117'  ward  sfifsee  Wasier  erbohrt.  Da 
nun  solcher  Wechsel  ron  Sand  und  Tbon  die  Fortleitung 
der  Soole  sehr  begünstigt ,  so  ist  es  sehr  wahrscheinlich 


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202  V.  Blücher 

im  Vorigen  (oben  und  zuvor  S;  179  u.  i84)  ange- 
führt wurde,  ist  es  mir  seht  wah'rsch'einlich ,  dafs 
die  Sbolquellen  bei  Sülz,  und  die  ih'iieriöhhe  Zwei- 
fel analogen' bei  Schuienberg,  Oldesloe,  Richtenbör^', 
öreifswalde,  Colberg  u.  a.  O.  in  der  Braunkolil^iifor- 
inatibn  ihren  Sitz  haben,  mit  Steinsalzgebilden  (sey 
es  Salzthon,  Kochsalz  führender  Anhydrit»  öder  ein 
anderes  diesen"  etwa  ängehöreödes  Erdgebilde)  inVer-* 
bindung  stehen ,  und  in  denen  in  dieser  Formatfon 
wechselnden  Thon**  und  Sandflötzeh  -  Ansammlung '  die 
Üiittel  vorfinden,  welche  vorzüglich  geeignet  erschei- 
nen zur  Ansammelung,  wie  zur 'Fortleitung  der  Quel- 
len. Bei  Sülz,  zwischen  Garenz  und  Böckup  ent* 
sj^ringen  die  Soctlquellen  aus  Gebirgsgebildeii ,  die 
zur  Bräunkohlenformation  gezählt  werden  müssen,  und 
jedenfalls  scheint  es  mir  unrichtig:  die  Geburtsstätte 
der  Quellen  in  das^  aufgeschwemmte  Land  zu  ver- 
setzen. Auch  fand  sich  in  den  Sülzer  Salzquellen 
^inahe  ^^^  Proc.  schWefelsauren.^f  Kalks,  was 
aiif^.-.für  fixe  A^ipahp^e,  einer  älteren  .Formatioii.  spre- 
fihen .  dürfte ;  indefs  stützt  sich  diese  meine  Meinung 
blos  auf  die  geognostischen  Yerhältnisse  *). 


daff  dieselbe  innerhalb  jener  Schichten  von  entfernteren 
' Punkten  zugeführt  wird;  dafs  aber  da»  Saltgebil^e  ivirk- 
lich  ziemlich  entfernt  'TOm  Entqüeliungsorte  dieser  und 
'  '  der  übrfgen  Soolen  Pommem^t  und  Mecklenburg'«  lager^ 
dafür  acheint  ihre  qualitative  vnd '  quantitatire  Beitfindig- 
keit  tu  sprechen.  '  r.  B. 

*)  Auch  die  bei  G  r  e  i  f  s  w  a  1  d  e  nnternommenen  bohnrersuche 
gewährten  Ergebnisse,  welche  nicht  en^prachen  den 
Vcrhältaisien    dec    Diluvialforaatipn }    die    wecbtelnden 


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z.  geogn.  Kenntn.  v.  Meckleoburg  le^c. .  303 

ii.  •      - 

Ob  nun  die  Steinsakgebilde ,  denen  die  Quellen 
ihre  Existenz  verdanken ,  ganz  in  de»  Nähe  derselben. 


\  Thoa«  midSaadgebilde  feiiAMten  ^b  •b^tq  sd^r  twtt^ 
£iaf5nnigiieit  als  darch  FreLiejra. .  yoa  GeröHeaaB,    «04 
alle   übrigeo  VerblltniMe  jBacb«ii  m  sehr  frab,vicheiiilioli 
dafa  diese  Sand-  und  Thonlager  in  Absicht  aaf  Bilduogs- 
bedipgongen  glcichwertltig   sind  mit  jeneb  Gebirgsicblcb- 
teo)    w^hshe   dfa  BravokoMea  bei  Döaita  and  Bockap 
lÜtArenlob^a  9. 176)  irod  aiithin  «or  Formation  des  pla- 
stischen   ThoDS    gereohact    werden    müsien.    —     Prof. 
Hoffmfmo^«    mfiqdliQben    X^rsicberun^j;   snfolge,   siDd 
aocb  die  Biauakobleoformatioos  -  Gebilde   bei  Uelmst&dt 
QDd'^i«:  Weetpbaleni  ao  wie  ancb  der  Orobkallt  dieser 
'  Gegenden  fVei  von  solchen  Gescbiebeni  welche  rerweoh- 
selt  werdeil  hoanten  mit  denen  nordischer  Abkdnft.    Dafi 
aber,  die  von  Forchhammer  (oben  170 ff.)  anfgestell-» 
tea  Beobachtungs-Ergebniaae    nicht,  geaigna  ^rscheineo 
der  im  Vorh^rgeheDden-  ansg^proehenaa  Folgeraiig :  die 
Verbreitung  der  nordischen  Gcichlabe  steht 
mit  der  Bildung  des  plastischen  ThonU  und 
des  Grobkalk^s  in^  keinem  ^usa.mmenhange<< 
Bu  widersprechen,  das  bea^gt  aficb  der  InhaU  aiper  Ton 
Bredsdorff  an  Prof.  Hoffmann  geriobtetany    tob 
diesem  tum  Öffentlichen  Gebrauche  mir  g&tigst  mitgetheil- 
ten  ^fnschrift,  worin  durch  B.  bemerkt  wird:  i).dars  dia 
Verhältnisse    auf  Stevers - Klint  ( Ostkiiste   ron    Seeland; 
siidlich  ¥on  Kopenhagen)   und  MOens- Klink  (Tcrgl.  oben 
S.  1 70)  der  Farehhammcr' sehen  Ansicht  keinesweget 
gunstig  sejren,  indem  namentlich  jenes  an  Sterens  -  Klint 
beobachtete  Gestein ,    welches  F.  (wegen   der  darin  Tor- 
,    koamenden  (kritbien)  9|Cerith-Kalkttcik*<  fteaat^  sirar 


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Ö04  V«  Rl  fi ch 6  r  55.  g.  Kenntn,  v.  Iilei[$klei4>.  etc« 

oder  in  gröfserer  ^ntfemulig  von  ihnefi  liegen»  dar- 
iib^r  läfst  siQh  B^iUch;:  nicht  mit  ßestimmtheit  ent- 
^beiden I  indessen  machen  doch* mehrere  (namentlich 
die  schon  gedachten  qualitativen  und  quantitativen 
Fliefsungs-)  Verhältnisse  letztere  Annahme  sehr  wahr* 
£<:heinltch,  weshalb  denn  Buch  ein  tieferes  Nieder- 
gehen 2ru  keiner  Hoffnung  auf  reichere  Soole  berech* 
iigen  dürftö  (vfergl. 'Äaoi   Anm.), 


>  leiftif«  voa  deiie«  ddr*  Krdid«  abwei<b«aA6  P#|rtfactett 
jfatl]^«ite,  aber,  4uch  d^  für  die  Kp.ej^4#.  bq  xbarnkteri- 

r  ttische  Ananchytes  ovata  mit  sich  führe ^ajisterdem 
au.ch  an  manchen  Stellen  mit  der  Kreide  -orylctognostiach 
völlig  fibereinstimme  Und  äbcb  j^e&mteiiid  emhaUef 
s)  dttfa  jenes  „Thoiilagerc*  (oben  a;  a.  O.),'  welehes  für 

•  ArgtliB '  plasiiqae 'aitgesprocheii  werde» .  ticb'  a»  s&d<Mtlichen 
Theile  ypn  St^j^e^s  -  Künt  fia|erl^pcl|i;9/ f^e ,  ujid  dart 
gar  keine  Grenze  statt  habe 4  swischep  Atm  Gerith. Kalk- 
stein und  der  Kreide;  nur  durch  ganz  kleine  Nieren  de« 
erf?ahnten  Thones  erscneine  sie   angedeutet ;    und  3}  dafs 

'    der  auf  Seeland^  sehr  nHgemein  verbreitete»  ,,prittitive  Gt- 

:  :aohieJ|]l»  lentbalclBiide  Lehm*^»  den  man  ebinfirilt  dem  Ar- 
gik  pkist^ique  suger^pboet  habei  von  jenem /ipbone  sehr 
▼erschieden  sey;  er  iind|  sich  auf  Stevens  -  Klint  und  be- 
decke gianz  deutlich  den  sogenannten  Gorallit- Kalkstein, 
'cn^bislie  Wu^serGeschieifen  von  Ürgebirgsarten  auch  häufig 

'  'Feuersteine  (zu W'eileif  vOh  einer  aschgifaueh  Väriet&t,    die 

^  'ibisher.  blos  aU  ESialagemng  in .  GdraUU- Kalkstein  an- 
atehend  gefunden  wurde),  fi,  schlietst  ,.mit  ^en  ^orten : 
diese  Phänomene  mit  der  F  o  r  c  h  b  a  «^  m  e  ^'  sehen  Hypo- 
ifaifese  in  Einklang  su  bringen,  scheint  mir  unmöglich.'* .-— 
Sohlüfslich  bemerke  ich  i)Och ,  dafs  in  jenem  Verzeichnifa 
von  PetrefactünV  welche  Geh.  R.  ▼.  Schlot  beim  in 
aeiner  Petrefaotenkunde  von  Sternberg^  iniffuhrti 
viele  genannt  sindj  welche  übereinstimmen  mit  -den  Yer* 
atelnerangen  von  Wein  heim  und  3^abersch«  (in 
Scblesieo)  a,  a«  a.  0.  i44«  ▼•  B. 


',.      Digitized 


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SOS 

Zar    Kiinde     vorweltlicher    Erzeug- 
nisse der  Ostseegegenden; 

▼om 

Herausgeber. 


Vorwort 

Mehrere  Jabre  faindiirch  auf  der  Iniel  Uieddm 'weiUinl» 

in  einem  Alttt  y  in  welchem  Betfchaueo  nod  Tergleiehetf  'der  N4- 

targegesftftiide  und'  der  sie  begleitenden  ErscheiDnngen  nur  wicht 

nur  xuv  iimigen  Frende  gereichte»  eoiidern  eohon  x«m  geittigttt 

Bedfirfairs  geworden  war,  und  apaterhii^'  (|m  Herbste  1817)  «o» 

wobl  jene  vtterlfindisoben  Gegendegi  $U  .aa«b  anf  de»  Wege  an 

.ilinen  die  Insel  Rfigen  besuchend ,  erncnerten.  sich  mir  wieder« 

beim  Lesen  derr.  Blfi  che  rächen  »^Uebersicht  der  wichtigsten 

Gebirgsverhältnisse  Medtlenbargs   and  Neu¥orpommerns*%    jene 

Fragen:    nach  den  Bildungsbedingitngen   des  Gänsen    und  der 

Haupteinzelnheiten   der  oben  genannten  Gegenden,  welche  mich 

fräherbin  schon   oftmals  sam  Nachdenken  gereitzt  hatten ,    und 

sa  deren  Beantworluog  ich  seit  mehreren  fahren  Materialien  an 

aammeld  bemüht  war ;   rergl.   m.  Hdb^  d.  Meteorologie  I.  1  %S, 

345,  147  ff.  -r  167  ff.  177  ff.  419  ff*    Wenn  ich  es  nnn  im  rCach(bl> 

genden  waget'  einigen  dieser  beseiefaneten  Fragen  Antworten  folgen 

so  lassen — wie  sie  mir  am  maisten  natargemäfs  sofaeineBi  so  bin 

leb  weit  daron  entfernt  letstere  Iftr  <twas  mehr  im 'nebten,  ij^i 

Tcrmnthongany   welche  nur  dadar|»b  einigen  Werlh  sn  er- 

ha^^n  rermdgen,  d^fs  ihnen  Thatsacben  cum  Grande  li.egen».  die 

ibeils  allgemein  anerkannt  aindi  thailt  mit  leichtev  Mnba  best&* 

tigt  werden  können. 

Kästner. 

])  Die  Ostsee,  nach  ihrem  vormaligen  Bestände. 

V.  Hoff  hat  in  seiner    geistvollen   MG0^Qhichl^ 
der  durch  Ueberliefesong  nachgewiesenen)  ^|Mürlichell 


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206  Kastner 

yeifaaiSetitngen   ^.  ]Srde<<    (S.4o6 — 448)    Celsias 

Meinung  von  der  Abnahme  des  baltischen ^ee* 
res,  den  gesammten  dafür  «beigebrachten  Gründen 
nach  beleuchtet  und , .  als  unvereinbar  mit  den  Wahr- 
nehmungen an  den  übrigen  Meeren ,  verworfen.  Ab- 
gesehen von  den  Einwürfen  v.  H's  gegen  einzelne 
Jene  Abnahme  zum.  Gegenstände  habende  Sagen,  ver- 
wirft .,ißr.  sie  im  Allgep;i^iiipn :  Mreil  sl^.nicht  statt 

'  finden  konnte  .(^^^  weder  eintroiep  poch  fortr 
schreiten  kann)  ohne  sich  dem'  gesummten 
Spiegel  allet  übrigen  Meere  mltzutheilen; 
6ine  Mittheilung  y  von  der  aber  jede  hieb«»  gehörige 
erweisbare  Geschichte  schweigt.  —  Nichtsdesto we- 
niger kommen  in  der  mir  bekannten  Ostseeküstönge- 
gend  einige  Erscheinungen  vor,  die  der  Vermuthung 
das  Wort  zu  reden  scheinen :  dafs  theil weise  fort« 
schreitende  Versandubgeh  noch  jetzt  das  Mittel  wer- 
den hie  und  da  Abänderungen  des  Beckenumrisses 
der  Qstsee  zu  Stande  zu  bringen,  die  innerhalb 
langer  Zeiträume  allerdings  hinreichen  dürJFt;en  einer- 
seits merkliche  Küsten.'-  Landeserweiterungen ,  -und  an 
anderen.  Stellen  nicht  minder  merkbare  Küsten  -  Ab^ 
vnd  Aossehhitte  herbeizuführen;    mächtig  genug,  um 

<^n  Aitochein  zagew&hren:  als  ob  gewaltsame  Hevd- 
ItitSönen  gewirkt  haben  iftüfsteh',  wo  detglteichen  Al- 
luvien  -  Mehrungen  und  -  Minderungen  wahrgenoi!nmen 
werden«  Dergleichen  bieten  unter  andern  auch  dar 
die  Insdn  Usedom  und  Wollin.  fein  nicht  izn- 
beträchtlicher  Theil  dieser  Insejn,  vorzüglich  der  er- 
steren  (namentlich  jener,  welcher  Nadelholzwaldungen 
trägt)  hat  voUkomiiien  wellenförmig^  Boden ;  schrei- 
tet'man  vom* Seestrande   aufwärts  jgber 'die   Düfien 


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über  Vorwelilicheö*  dör  Ostseegegönden.    20^ 

hii^weg  zu  diesem  Landthefle,  so  überrascht  die  Aenii- 
lichkeit  zwischeri  jener  Wellönform  >  Welche  die  nach- 
einander folgenden  Dünen  dem  baumlosen  Sandboden 
des  Meerafers  ertheilen,  und  derjenigen,  vrelche  von 
dem  bezeichneten  Waldboden  dargeboten  wird.     Die« 
'i^ölbe' Wellenform    des  Bodens  findet    sich   nun   auch 
StraAd- abtväitk/  nämlich   in  der  Ostsee  selbst.     Ein- 
ander  nahd  parallbt   laufende   Sandbänke  (sog.    Riffe, 
oder  Reffe)  zu  vergleichen:  undurcHbrochenen ,  durch 
das  Wasser  mehr  geebneten  Dünen ,  folgen  sich  hier 
in  Abständen  (Vertiefungen)    die  um  so  grölser  wer- 
den 9    je  weiter  hian  sich  meereinwärts   vom  Strande 
entfernt  hätte,   und  die  meistens  an  ihren  nördlicheh 
Seiteti  allmählig  abteufen,   an  ihren  südlichen  hinge- 
gen nicht   selten  ^ehr  schroff  ansteigen.     Die  Dünen 
(sog.  Strandberge)  selbst  verdanken    ihre    hie  und  da 
einaelhügelich  hervortretenden  Umrisse  don  Wirkungen 
der  Winde,   ihte  Grundlagen    aber    sehr    wahrschein- 
lich   denselben  Ursachen,    die    dem  Meeresboden  die 
.W^.ellenform  ertheilten.  .  In  den  Wäldern  hat  sich  die 
IVIacht  der  Winde  gebrochen,    und  die  Dünen  haben 
sich   wieder    mehr   abgeflacht  und   hie    und    da  auch 
deh  ursprünglichen  Längenzusammenhang  ihrer  Theile 
(kleitie  ^Einbiegungen'  abgerechnet)  wieder  hergestellt. 
Die    waldfreien   Dünen   nun ,    oder    die    sog.  Strahd- 
iberge,   rüdien  scheinbar   mehr  und  mehr  zurück;   d. 
b.  ihre  Entfernungen  vom  Meeresufer  nehmen 
zxL    all    Ausdehnung    meereinwärts,    überall    wo    be- 
trächtliche Meeresbuchten    von    diesen  Ufern  biö- 
gränzt    werden;    tim  wibviel?     das   vermag  ich'  niclit 
2u    bestimmen,    weil    darüber    wirkliche   Messungen 
kbgehoo  (auth  durften   diese  Gröfsen   nach  den  Yer« 


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J>08  Kastner 

schiedenheiten  jder  Ejcpschnittstiefeii  d.Qr  Qqchten»  ihtw 
Ausde^hnungen  etc.    in    .  ver^chied^pen    Küstengegondaa 
seht  von  einander    abweichen).     Am    meisten   auffal- 
lend war  mir.  diese  Zunahme  in  der  Qegend  von  S wi- 
ll e  münde;    längs    der  Küste   etwa    o,^- 9t  J^  Meilen 
aufwärts  9    wohl  ^  nur  —  weil  Jch   diese  Gegend    am 
öftesten    zu   verschiedenen   Zeiten   un(jl -d^nn    wieder 
nach  langen  Reihen  von  lahren  (1798»  179P>   1800 
und  1801;   1811  und  i8a7)  zu   sehen  und    zu  ver- 
.gleichen  Gelegenheit  hatte.     Ueberall  wo  ich  bei  An- 
wohnern dieser  Gegenden,    so  wie  bei  jenen  auf  der 
.Insel  Wollin  in  dieser  Beziehung  nachfragte»  erhielt 
^ich  nicht   nur    bestätigende   Antworten«,  sondern   hie 
und  da  auch  einzeln^  Nachrichten  j^    die    auf  grölsero 
Bestimmthißit  Anspruch    machen    zu    dürfen    schienen. 
So   namentlich,,    versicherten    mir  alte  Fischer,    Ein- 
wohner des  Dorfes  Ahlbeck  (^  M.  von  Syrinemjünd^}, 
80  auch  Fischer  und.S.chiffer  aus  Swinemünde,  dafs  der 
Strand  (das  flache ,    sandige  Meeresufer)     seit  3o.  bis 
4o  Jahren  allerdings   merklich  gröfser   geworden  und 
dort  Feld   zum    Kartoffelbau    gewonnen    worden   sey, 
wo  sonst  bei  einigeripaafsen  starkem  Steigen  der  Se^, 
das  Meer  den, Boden  überfluthet   habe*     Anders,  und 
3^ie  es  n^^r  g;eschienen:   gerade  entgegengesetzt,  ver-. 
hält  es    sich    am    nördlichen  Ufer  Rügens:    an    ver- 
anlagenden   Küs^ngegenden.      Als   ich    18a 7    ^nter• 
halb  Stubbenkammer,    am  dortigen  Me^resufer   wan- 
delte, fiel  mir  die  ausseirordentlich  geringe  Uferbreijte 
in  solchem  Maafse  auf,  dafs  ich  mich  veranlaGst  fand 
sowohl  auf  Jasmund,  als  auf  Wittow  bei  alten,  dem 
Gerüchte   nach  glaubhaften   Personen  pachzuforsch<^n : 
ob  denn  der  Uferweg  von  jeher  so  schmal  gewesen; 

die 


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fiber  Vorwelüiches  der  Ostseegegenden.    2Ö0 

die  Antwort  'fiel:  nein»  er  wird  '  mehr  und  mehr 
schmaler  9  aber  freilich  junge  Leute  können  das  nicht 
merken.«*  —  Um /ist  zwar  das  kreidfelsige  Uferge- 
birge selbst»  •durch  seine  andauernde  Zerstörung 
'an  denen  dem.Meere  augev^endeteri  Seiten  Mitarsache 
aolcher  angeblichen  Wegeschmälerong»  weil  die  her> 
abettipcenden  FeuersteinknoUen»  Kretdbruchstücke  eto. 
den  Weg  verengen  (wie  nur-  unter  andern  auch  einige 
Soldaten  aus  der  Festung  Suadsmid  bemerkten»  die 
hier  Flintensteine  zuhaueten)»  sollten  aber  diese  und  ähn- 
liche Aussagen  in  der  Folge  durch  absichtlich  veran- 
staltete Beobachtungen  allgemeine  Bestätigung  finden, 
so  dürften  sie  geeignet  erscheinen  die  Annahme  sa 
atJitzen :  dals  dort  wo  Meeresbuchten  vom  Lande  ein- 
saitig begränst ' hervortreten  Land^uwachs  eiozu- 
treten  vermag»  Fdls  nicht  MeereMrömungen  ihnen 
entgegenwirken»  und  dafis  umgekehrt  Verminderung 
des  UEerlandes  eihtreten  wird»  überall  wo  hervor- 
springende Uferspiteen  den  Einwarkimgen  derMeeres- 
Batben  und  den(sie^.  begleitenden  Strömungen  preis- 
gidg^riben  erscheinen,  Inde(s  ist  klar»  dafs  diese  und 
äbalicfae  Abänderungen  der  Uferbrelten  i  wenn  si^ 
anch  dort»  Wo  sie  in  Form  vo&  üfervergröfserungen 
heiVortreten:  durch  DIeeresentfemung  dta  Schein  der 
Meeressenkung  herbeiführen»  doch  nicht  als  Beweis- 
mittel dienen  können  für  die  Behauptung;*  dafs  die 
Ostsee»  früherhin  'weniger  tief  und  mehr  ausgedehnt» 
schon  seit  Jahrtaustoden»  wiewohl  sehr  allmählig 
fortfahre  (sammt  ihren  Tangen»  Muscheln»  Quallen» 
Bernstein-»  Fels^  und  Bachen,  dünnen»  länglich  -  run- 
den Geschieben:  leicht  zerbrechlichen  schwarzbraunen 
fossilen  Hohes»  oder  holzartiger  Braunkohle^ 
Arcbiv  f.  d.  ges.  NstiurL  B.  18*  H.  0*  (4 

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^vrie.mftn 'Sie  nach  federn  SturhiA  ita^ügroiser  Menge 
am  Strande  ausgeworfen  findet»  undwie'sienQbatJ  Sabd 
•andauernd  den.Ufeto>ziigetriebesii\nrd);  ihr  Becken 
j.iefer  zu  wühlÄh;.  so.  dafs  sie  .-(durchden-  Su^nd', 
ÜQ  fielte  und'das  ;Kattegat).  iBitirrdem;  »Oteasi 
veihui^den^  mit  dessen  Gewässenf  z^vrar  stets  im-GlbitlB- 
gewicht  sich .  etitalte v  '  abef  .  lals :  ein '  Becken :  d^ 
ebensoviel,  an  Tiefe  gewinne ,  f^als)  es'^  der  Breite'  'naifli 
issn  Ausdehnung  v^U^e>, ;  und  .  da«  daher  nach  wie  •  vöt 
zwar  dieselbe  Wassermenge  fasse,  dessen  Wasser  3b4ii, 
dieselbe  Spiegelhöhe  heibshaltend  ^>  duroh  Nähef rücken 
det  Seitenwände"  liiehr*  und  mehr  ia^  einen  sdhmal^tea 
ilaum  zuaafomengedvähgt  werde; /etwa  wie  igeisoh&hea 
würde;  wenn,  man  läng&  derv  gafizeki  ^nöjddfichen.^Uifd 
südiichen  (».andseli^e  der^n  Gewässer  '  durch  Mt^I^lim 
künstlich  einengt  ->-^  Yec^eijbfhtl  man  übrigens^ die 
nordwestlichen  iuad!w!!estlicheii  Laadsueckeh  der  luset 
Wollin  mit'dßn 'tkordostlichen'Uildii^stlichen  der  l«i^ 
sei  Usedom»  vom.uder  *  Ostsbe^oiaa^-von  dör.tvSwh^e 
(Arm  der  Oder)  ^dus^ Landsdiri^s^tspisonaiacHli' der  d5eii 
schon  gedachtje  iperalleliisinus' der  Landv'^undrSeiei^iE&i 
/es  wahrscheinlHi^/  dafs  di^en  g^uize^  Landtheibiifeiri»^ 
der  Inseln  ehejfi^ialST  eine  ^Forise^uiag  jener  Meeresi» 
hu^ht  war,  in  welcher  noch  jerzt>;dieSwio9  ausnmn-« 
4et,,  und  d^fs  0r,st:dor$>)  wo  noch  gegenwärtig  auf  beideÄ 
Inseln  Kreide  ansteht  i —  die  i  ehemaligenU  fer  %egöben 
waren.  Vielleicht»  'daXs;  das  iHaff  selbst  noch  'i^ 
dieser  Meeresbucht  gehörte  ■ .  ünd^^ . erst i:  durch  Riffe«  in 
^ie  Fprm  ^ eines  Sees  .gebracht  wnirdep  .der  in-^ene« 
Strörnung$rJichJ:ung«<  Wo  .  vom  T^stlande  her  dieiOdeÜ 
ek^mündet'^  ^r^inen  .Aiiswe^  in  wdas  j^zige  Meerbücht- 
bec^fj»  ,iclAäpUr$hi  gewann  >  idafs  dia  flm  durchströmende 

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über  Vorweltliches  der  Oetseegegenden.    2t  1 

OiteriP  'in  gedaclaer  Richtung  4i9  RiSe  durchbrach 
titid  80  als  Swine  awischen  neu  gebildeten  D[ünen  sich 
den  Weg  bahnte;  wie  den  auch  wirklich  ausser  de- 
nen den  Meeresriffen  x  parallelen  gröfseren  Sandland- 
riffon«',  weniger  ech^Jiena  und  mehr  unterbrochene 
kleinere  RiSe  ^uf  .beiden  Inseln,  »umal  in  den  Na- 
delholzwaldungen  .  (dar  Insel  U  s  e  d  •  m  hervorragen» 
Welche' gegeo'ditf'W^Uenlinie  d^r  gröfseren  fast  seni(- 
recht  gerichtet  6¥icheinen.  Zwischen  diesen  kl'dneren 
uxid  den  gr&fseren  Ländriffen  blic(ben  kleinere  Seen 
übrig , '  die  theils  nach  und  nach  versiegend  zur  Bil- 
dung von  Moprgrund  und  Torfboden '  die  nächste  Ver- 
anlassung  boten,  'theils  nur  in  kleinere  Becken  ein- 
geengt dergleichen  Grund  noch  gegenwärtig  bedecken; 
wie  z.  B.  der  ,Gothische  See  und  mehrere  kleinere 
apf' Usedom,  deren  Sand,  dem  Meersande  ähnelt  (auch 
in  Absicht  auf .^Titaneisen  -  Gehalt)  und  deren  Sc}ilamm 
hin  und  wieder  noch  kleine  Seemuschelschaalexi^  ^^^g^ 
während  in  ihreni  Wasser  gegenwärtig  Qeben  Süfs- 
wasserfischen  nur  SüffwassQrsehaaUfefere  leben.  Noch 
jetzt  wohnen  in  den  Torfmooren  jM^'  Oegi^ndisn  ne- 
b^n  Androm^d'a  polyfo  lia,  Dro'sera'rdtundi« 
folia,  Vaccfnium' Oxycoccos,  V.  uligino- 
suin/Comarum  palustte,  Eriophorum  po- 
lystachion  u..  £.  v^gin  a tum  etc.  obgleich  spar- 
sam: Triglochin  maritimum  und  Poa  mati- 
tima  *).  .  •    , 


*}  bie  Flora  der  Insel  Usedom  geborte' sonst  zu  den  man 
nigfaltigsten  des  n5rdlicben  Deuiscblancis ,  hat  aber  jetxt 
gerade  in  jenen  Gegenden  wo  sie  an  Pflanzen  -  S^chÖn  -  und    - 

-     Selteoheken  aiii   reichsten  irary   durch  fortschreitende  Bo- 

(4* 

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äl2     ,  Kaetaer      :       .       , 

Letztere  Aanahme  machl:  jedoch  eine  zweite  .und 
4riUe  nothig,  wenn  sie  nüt  der  Gesammtheit  der£r- 


denciikqr  nngemein  Terloren,  WM'  ich  1817  Dicht  obi« 
Sehmen  bemerkte.  Gallitriche  ytraa',  Ycronica^  spiiria^ 
y.  montaiia.<?)  Gircaea  lautkna ,  ;  Aspecvla  latFigaNif 
Hex  Aqoifoliom,  .  TtUarsia.  N^mphaf pMtf-i  .  MenyaoUiQa 
trifoliau».  Lyiimacbia  tbyriiflora^  pu^cuita  (qaadrifplia) 
Cong[olv«la8  Soldaoellay  Xob^lia  DortmaDna»  SoU- 
n  o  m  -r .  (irre  ich  nicht :  eine  für  Deutschland  neue 
Art,  die  ich  1827,  an  eioer  eiosigen  Stelle^  ohnfera  dea 
Meeres  auf  Rügen  widerfaod,,. auf  Usedom  aber  nicht 
wieder  za  finden  vermochte.  Mehr  hierüber  a.  e.  a.  0.)« 
Viola  palastris,  Impatiens  Noli  längere ,  Thesidm  monta* 
nnm  C^)i  Srynginm  mantinraih ,  Parnafesia'  palustris'» 
Armeria  plantaginea  (?),  Li  Harn  Martagon,  Fri«" 
tillaria  Mele-agriSi'  Tu lipa-  sylvestris,  Oraitho- 
galttmspataoanm,  GonvUlaria^-Poly gonatnm ,  G.  moU 
tiflora^c  Trientalis  enropaea,  Epiiobiom  birsotum,  Paris 
qna4rifolia),4dt48>nofcbat(Hinli,  Pjr.roU  uniflor«! 
I^um  palustray  Geranium  palostre^^  J^ytbruro'  bi^sopifo.-* 
lium  (?);,  Reseda  alba,  R.  Jotea,  Pfjrmpba^a  alba  (Ab- 
art: mit  sehr  kleiner  Blume},  mehrere  $pir-|^en  und  Ro^ 
Ben,  Rubas  saxatilis  (dessen  Früchte  dort  „wilde  Rosi- 
nen'^ genannt  wurden)  Galla  palustris,  Sagittaria  sagitti-, 
folia,  Linneaborealis,  mehrere  schone  Schmetterlings- 
'blumler  und  ausgezeichnete  Syngenesisten  (unter  andern, 
der  Tcrsicherung  einea  Freundes  zufolge,  in  dtt  Gegend 
der  Stadt  Usedom  Scorzonera  bispanica  und  S«  pur- 
purea?  — )  und  Orchideen;  dann  anch  ni  sehr  sparsam 
vorkommenden  Mannesbohe  erreichenden  Exemplaren  :0  a- 
mnnd«  regalis  (sonst  1/4 Stunde  von  Swinemünde, 
ohnfara  der  Gr&nze  des  Torfmoors,  nahe  sog.  Gampen, 


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über  Vorweltliches  der  Ostseegegenden«    213 

•scheiaongexi  in  Einklang  kommen  soll ,  nämlich 
3)  eine  wirkliche ,  noch  jetzt  fortdauernde  allmählige. 
Erhebung*}  der  genannten  Jn^eln  von  ähnlicher 


d.  •.  «Bgtt&QDttr  Felder;  1897  T09  'fl|ir  m  dev  gaaiaa 
,  Vaifegend  rerj^eblich  gciocht).  K. 

*)  Ei  tty  mir  erlaobt  hier  folgende  Stelle  dee  I.  B.  m.  Hdb. 
d.  Meteerologie  lErlangeo  i8i3«  8.)  jeloMMeheken :  Ueber 
das  Zurfieiitrelea  des  Meerce  auf  der  genscn  aördlicheo 
Halbkiigely  d..i.  Ober  das  andttierade  Hebca  des  BÖrd- 
licheo  aad  aordöitlioben  FcUgmqdety  TergL  Ebel: 
Ucber  dea  Baa  der  Erde  ia  dem  Alpeogebirge.    II.  338 

,  und  419;  V.  Buch;  Heise  nach  Norwegen  und  Lappland 
U.  sSq.  Lettterer  bemerkt  a«  a.  0.  nnter  andern:  Eine 
Meile  fort  kam  ich  nach  Innerviken,  an  einen  echmalen 
;  Mcerboten.  Noch  vor  wenig  Jahren  fahr  man  mit  Böten 
dar&ber;  aber  non  iit  er  10  an^getrockiict »  dafe  dia 
8tratee  dariiber  hat  hingef&brt  werden  können »  ond  dia 
Anwohnenden»  welche  die  Abnahme  täglich  ror  Augen 
haben  >  glauben  es  noch  an  erlebeui  den  Boden  dee  Meer- 
armi  in  Aeoker  und  Wiesen  rerwandelt  an  aeben.*'  -^ 
Und  weiter  unten:  Vor  Greffle  und  bei  Ca! mar 
aiod  durch  Celaiaa  Bemfibungen  nun  schon  ?or 60 Jah- 
ren genaue  Zeichen  am  Mcereiufer  eingebauen  worden, 
um  die  Abnahme  einst  mit  grofster  Schlu-fe  beslimmen  su 
können.  Die  geschickten  Ingenieurs  Bob  sah  m  nod 
H&llström  haben  vor  wenig  Jahren,  eowobi  bei  Grtffle 

..    als  bei  Calmar  diese  Zeichen  untersucht»  und  die  neue 

.rAtinf^bme  bestätigt  gefunden.      Ihre  Beobachtungen  sind 

aber  nicht  bekannt  geworden   und  befinden  sich  in  den 

.   Händen    des    Baron.  Herme lin.<<      Aehnlichcs    ersählt 

•   Ikinne  in  seiner  Schoni^scben  Reise,  ?on  einem  genauen, 

.   .¥00    ihm    eine.  Viertelmeile    ron  Trälleborgy   an    einem 


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5l4  *o    Kastner  •  ^    %  r 

Art»  wie   ae  y..  Buch'  für  Schweden  aus  mehreren 
Merkmalen^ folgerte,  und  wie  de  vonBerzelius  und 


grofsen  Felfblocfc  gemacbtea  Zeidben  (Sanska  Reta.  S.917} 
und  allerdings  wäre  et  wiinscbenswerth ,  dafs  man  von 
Land  oder  ron  Gopenbagen  am  di'esei  Zeicben  JeUt  ein- 
mal wieder  an  Ort' and  Stelle  befragte.  -—  Da  nan  dat 
Glelcbgewicbt  dci  Meerei  ein  timiiweifes  Sinken  dfesielben 
nicht  gestattet  9  so  folgert  ▼.  Biioh  aas^obigeii  nnd  äba» 
lieben  Bedbaohtangco :   dafa   gans  Schweden  aiob 

langsam  m  evbeben  fortfabra,  .ron  Fredericshall 

o  ' 

hii  gegen  Abo  und  yielleicbt  bis  Petersburg  bim    Aach 

enNorwegen's  nördlichen  K&sten,  bei  Bergen^  in  Sondmör 
and  Nordmör,  will  man'  Aebnliches  beobachtet  haben  (t. 
Bach  a.  a.  O.)  jedoch  scheint  f  bei  dem  nördlichen 
and  nordostlicben  Tbeile  Scandinariens  abifallender  so 
seynr^  als  am  südlichen  nnd  nordwestlichen  Ufer.  P lai- 
fair (Site  Ntite  zur  Darstellung  ton  HuttonU  Theorie) 
glaubt  etwas  dergleichen  auch  ton  den  Schottischen 
Küsten  erweisen  zu  können ,  und'  die  kleine  (sieben  Mei- 
len im  Umfang  habende)  Insel  Usedom  in  Vorpom- 
mern etc.  etc.  bietet  noch  jetzt  das  Beispiel  einer  andau- 
ernden Ufert ergröfserung,  z.B.-  in  der  Gegend  ton  Swi- 
ne munde  dar.  Die  sog.  Strandflaebe,  ton  den  nächsten 
Dünen  bis  zur  Ostsee y  hatte  nfimlich  im  Jahre  1800  (so 
tersicherten  mir  damals  mehrere  glaubhafte  Greise  f  die 
den  gröfsten  Theil  des  Lebens  auf  der  Insel  zugebracht) 
seit  den  Jahren  1760 — 70  fast  um  den  tierten  Theil  an 
Breite  gewonnen.  Die  Dünen  selbst  bilden  melirere^  in 
den  angrenzenden  Kiefer -^  Fichten  •»  und  zum  Theil  auch 
in  den  Laubwaldungen  (yviewohl  hier  weniger  merkbar) 
sich  fortsetzende  9  mehr  oder  weniger  parallel  laufende 
Hfigelreihen^  die  wiederum  mit  denen  in  der  Ostsee  tor- 
kommenden,- auf  Usedom  anter  den  Namib   der  Reff a 


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über  Vonrelüicbes  ^ar- Ottseegegenden    äl& 

Brongniart,  ^^^egeli!  v.  HrofFs  -Zweif^^  drwieM» 
wiifde  und  2)  äaü  idie  Oder  ihren  AUbCi  bei  Stettin 


befcaoBUD ,  wellenföraiig  sieh  erllebenileB  und  meder  ab-'' 
•teigeiideB  Sandblnkea,  rUckiichtücb.  d«i  PffralWUmof» 
der  Höbett  ond  der  Abstandsfemen  aabe  fibereMitimmen/« 
,,'WeaQ  dagegen  mehrere  filtere  schwedische  Natarfov- 
•cher,  s.  B.  Kalm,  die  Erhebang.  des  Festlandes  reo 
Schweden  bestreiten,  oird  wenn  de  Loc  behauptet,  dars 
die  Ostsee  in  der^nigen  Erdgeschichtsperiode,  welcher 
das  Menschengeschlecht  angehört»  seinen  Spiegel  nicht 
rerlndert  habe,  so  scheint  aus  diesen  und  ähnlichen ,  eooh 
auf  Beobachtungen  gest&txten  Einwürfen  hervorsngeben : 
dafs  jene  Erhebung  nicht  für  alle  Theile  der  nordlicheii 
linder  mit  gleicher  Starke  eintrat,  und  dafs  sie  in  Ufa* 
eben  Gegenden  an  dem  inneren  Fclshau  einen  Widerstand 
vorfand,  von  welchem  in  anderen  Gegenden  nur  ein  Mo- 
aient  v<!^  geringer  Intensit&t  gegeben  war.  So  sollen  nn* 
ter  andern  nenere  idessaagen  dargetlian  haben  |  dafs  ia 
England  vnd  Schottland,  seit  fast  3oo  Jahren  der 
Meeresspiegd  nicht  nur  nicht  gefallen  sondern  gestie- 
gen (d.  h.  das  Land  gesaoken>-iey;  rergl.  Hermes 
N.X.  S.i33|  we  sich  ein  Reeedsent  in  dieser  Hinsicht 
«nf  Steven sor'a  Observat.  npwi  the  Alveos  or  general 
Bed  of  the  german  Ocean  and  Brittiloh  Channel ,  and  00 
the  Encroacbementt  of  the  Sea  on  the'Lafid.  fidiogbb. 
1617.  beröft  Jnl.  Caesar's  (de  belle  gallico.  Lib.lV. 
Gap  X.)  Bestimmung  der  Entfernung  des  Ortet,  wo  der 
unter  dem  Namen  Waal-  bekannte' Rheinan»' mit  der  Maas 
sich  vereint,  bis'  tum  Meere,  fand  d'  AnTÜle  genau 
'  Hhit  dem.'jefoigen  Abstände  fibereinstimmend;  and  noch 
'yelzt.  Wie  ehedem,  finden  sich  die  auf  Augustes  B«fehl 
tn^er^ A  g^r i p  p  a'  s  'Leitung  erbanetctt ,  an   den  -ba^itchen 


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aieh.^M^  kart  ^tir  ihrem  DurcUmtcbe  .der  sonst  das 
Papenwaisaer  und  frische  (Stettiner-)  Haff  vom  Meere 
trennenden  Riffe,  gebahnt  habe,  (was  die  Umge- 
bungen der  Oderufer  in  der  Gegend  von  Stettin  auch 
sehr, wahrscheinlich  machen)  *)• 


Seehäfen  fahrenden  Landttrafsen ,  in  derl^äbe  des 
Meere«,;  vergl.  Gorrea  de  Serra  in  der  Bil^Iiothe- 
qae  britaniqae  XII.  oad  Malte  -  Bron:  Abrege  de  la 
geogrsphie.  IL  (In  den  bieranf  folgenden  Beverlcungen 
8. 110  — iiSn.  Hdb.d.  Meteorologie  bringe  ich  nun  noch 
ipehrere  bieber  gehörige  Data  bei,  betreffend  einige 
der  TOn  Cook  beobachteten  Gorallenriffei  TOn  denen  ich 
vermnthe  dafe  ihr  Boden,  gleich  dem  det  Fafses  des 
Monte  nuOYO  TulkaniBcb  gehoben  wnrde;  dijB  roa 
Fortis  eDtdect<t(B  xnm  Theil  vom  Meere,  verstörte  rd- 
miscbe  Inschrift ;  die  Ton  Angelo  Zendrini  untei^  dem 
Meereespiegel  entdeckten  Reste  einer  Stiege  C^reppel  etc.: 
die  Uberflnth^tcn  Trümmer  Karthago^«;  die  ehemaHgn 
Meeresnähe  von  Adrian opel,  der  See  Mariotis,  das 
Henrortreten  des  Delta  etc.)  K« 

*)  Es  inufste  sich  di«, Oder,  ehe  sie  in  diesen  Gegenden  vor« 
ond  .  anstehendes   Gebirge  darchwuhlte ,    sn    bedentenden 
Seen  aufstaucheq,  von  denen  jetst  nur  noch  in  einigen  Land« 
Seen  kleinere,  in  den  ehemaligen  Brachen  ini  Mooi|[egenden 
oberhalb  Stettin  f  so  wie  in  ein^  grofsen  Theile  dortiger 
liiederungen  hingegen  grö&ere  Spuren  nad  Beste  vorhan- 
den sind.    Pafs  weder  das  Papenwasser,  noch  das  Haff 
'      saleig  sind,  kann,  übrigens   nicht  anfallen.,  denn  sobald 
die,  Oder  in  drei  Armen    (Divenow,.  Swine   nndfPeene) 
das   Haff  dnrchUrÖmend  die  Riffe .  diirchbracli  t   welche 
Dämme  bildeten  zwischen  Meer  nnd.dfato  in  Form  ab- 
geaperrter  Bachtsa  frohcrbiQ  vom  Meere  .getrenntea  sal* 


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über  Vorweltliches  der  Oatseegegenden.    317 

Entsdiddenä  fürL.  v.  Buch'sgeDlaleFolgerang  ut 
ausser   dem  Hauptergebnils  von   Brüncrona's  und 


ligM  S«#0  9  wardt  «neb  BAeb  luid  •aacli  das  •ft«Mllg« 
OftwewaMer  blnwtggctp&blt  «ad  an  teioe  Stalle  trat  das 
afilae  Waaa^  dor  ,Qder«  Weoiger  kannte  «olcb  Aotspttb- 
len  xa  Stande  konunen  bei  denen  kleinen,  nur  mitBlebenni« 
•ammenhSngenden  Landfeen  der  Inseln ;  auszubleiben  rei^ 
mochte  es  indefs  doch  auch  hier  nicht  Uebrigena  iif 
das  Wasser  dieser  Seen  noch  jetzt  etwas  Koch-  und 
Bictersalzhaltig ;  wenigstens  reagirten  die  Wässer  dea 
Gothischen  und  des  Kohrswanter  Sees  bei  Swi- 
nemfinde  (in  1817  von  mir  angestellten  Versuchen)  nidu 
nur  sehr  merklieb  auf  salpetersaures  Silber  und  basiscb" 
phosphorsaures  Ammon  (letzteres  zur  Anwendung  gebracht: 
nach  Entfernung  des  geringen  Kalkgehalts  durch  oxalaan- 
xt$  Amnion  und  Papierseihung)  sondern  eine  BouteiÜe  toQ 
(ohngefähr  36  Unzen)  gelinde  sur  Trockne  abgedua•te^ 
binterliefs  auch  in  der  porzellanenen  Schaale  Spuren  roa 
Kristallen,  welche  unter  der  Loupe  sich  wQrfelich  zeigten» 
▼on.  etwas  wässrigem  Weingeist  aufgenommen  wurden,  und 
nach  dessen  Verdunstung  in  etwas  Wasser  gelost,  salpe» 
tersaures  Silber  stark  trübten  und  Gblorsilber  niedertcbla- 
gen.  «—  Es  ist  jedoch  aucb  wohl  sehr  möglich  |  dafa 
nicht  nur  die  Seen  oberhalb  Stettin,  sondern  auch  daa 
Fapenwasser  sammt  dem  Haff  ihre  Becken  und  dessen 
Ausfüllung  dem  Andränge  der  Oder  verdanken,  die  bei 
Peenemiinde ,  Swioemünde  und  Gamin  das  Kreidegebirge, 
4>der  wahrscheinlicher .  noch  älteres  Gebirge  (secundfirer 
Sandstein  mit  Lignil ;  iron  aand,  weald  clay,  green 
aand  oder  grüner  Sandstein;  Ter^L  A.  t«  Hum- 
boldt: tVoy.age.aux  regions  e^uinozial^s  du  nourean 
continepL  Ifs5i    der  Prachtausgabe)   dnrcbbraob;    iriel- 


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j^t,z%    zDgo$teh^D   wiixl, .  die    von    Berzolius    und 


leicbt  QBtentutzt  ron  einer  aas  Silben  gebommenen  Dilu- 
'''   'Vwi'Flathi  '€ie  je&er  Mgte,  w«lt1ftf''die  HordStoliea  Ge- 

•ohiebt  herbeif&hiltf?  K. 

*)  Vergl.   ,,Kongl.  Vetenskapt  -  Acaäemletff  HandBogar  lor 
ar  i8a3.  L  447  etc.    ^  ergab  sicli  nSmlicb  auf  der-Re- 
▼isioQ  der  in  sehr    Terschiedenen  Zeiten  (vorsuglicli  bin» 
nei^  der  letsten  4o  Jatire)  am  und  über  dem  Wasserspiegel 
an  festen  Punkten  gemachten   mannigfachen   svreifelsloseo 
Merkmale:  dafs  im  ganxen  Bottnischen  Meerbusen  ein  an- 
dauerndes Senken  desMeerniFeau  im  Verhaltnirs  zur  Ku- 
stenhöbe  stattgefunden  habe  (und  sonder  Zweifel  stattzu- 
finden fortfahrt);  eine  Senkung ,  die  überall  und  unabge- 
Sndert  anter  den  hier  in  Frage  kommenden  rerschiedenen 
'|[eographischen  Breiten  gleichriely  aad  auf  200  Jahre 
berechnet   etwas  über  4  Fufo  betragen  zä  haben  scheint, 
fierücksichügt  man    indefs    die    zu  Terschiedenen  Zeiten 
gemachten  bieher  gehörigen  Beobachtungen!  so  wird  es 
aehr  wahrscheinlich:  dafs  dieses  Senken  des  Meerspiegela 
von  Zeit  zu  Zeit  sehr  bedeutenden  Anomalien  unterworfen 
'     wÄr  and  9  Falls  es  fortfahrt :  auch  ferner  seyn  wird«    Bei 
'  Calmar  betrag  die  Senkung  in   100  Jahren  nur  s  Fufs, 
«od  waiter  sodlich  wurde  sie  gär  nicht  ni'ehr  bemerkt, 
ao  wie  auch  in  den  gleichen  südlichen  Lagen  an  d^n  Ka- 
sten HoIlandU   and  Schone n's,  and  auf  den  dani. 
sehen  tCusten  des  Kattegat    Nocb  steht'  hiebe!  in  Frage : 
ob  die  Senkung  von  Calmar  i^us  nordwlrts  bis  zum  Bott- 
nischen  Busen  gleichmäfsig   oder  sprungweise  zunimmt; 
oi>  die  nur  s  Fnfs  betragende  Senkung  bei  Golmar  Folge 
'  'Srdicher  kinflüsse  (z.  B.  der  Strömungen  in 'Colmarsund) 
sey-^  worüber  fieobacbtungen  auf  der  Ostkustevon  Oeland 
entscheiden  würden  ond  ob  sie  nocb  andaaert^  (woriiber 


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Aber  Vorvreltliches  der  Odtseegegenden.    219 

Brongniart'  auf  einer  dar  Muschelbäfike  b'Ot 
Dddevall^  gemachte  Wahmelnntiiig  (Berfeelius: 
Jahresbeticht  ^bor  die  Fortschritte  der  phys^  Wi«^ 
senscK  übers,  v^n  Wöbler.  Star  Jahrg.  Berlin 
i8a6.  S^apa)  der  zufolge  sich  der  sonst  unläugbar 
vom 'Meere  bedeckte  Felsgnind  dieser  Bank  (und  mit- 
hin  auch  die  gante  Küste)  um  a^aFuIs  gehoben  hat.' 
AferkwürAig  scheint  es  mir  übrigens,  dals  Shnlicha 
Musdielbänke  •^—  sich  auszeichnend  durch  im  Allge- 
xneinen  gut  erhaltene ,  keinesweges  verwitterte  (cal« 
cinirte)  horizontal  und  mithin  ruhig  (auf  Meeresgrund} 
geschichtete  Muschelgehäuse ,  solchen  Muschelarten 
angehörend,  welche  noch  jetzt  in  jenen  Meeresgegeü« 


fortgesetzte  Beobachtungen  enticheiden  werden).  Sollte 
'  Letzteref  der  Fall  teyn ,  so  dürfte  es  sieb  fi&r  die  l^olge^ 
auch  tfoferlciennbar  verratben:  durch  die  Warans  hervor- 
gehenden  Eiafl&sse  auf  die  Küstenfabrt  ^  Mdöhteil'  äötH 
auch  an  iden  deptsebea  OstaeekGslen ,  desgleichen  au  Tor- 

o 

nea   (am  äussersten  Ende   des   bottnischen  Meerbusens) 

und  an  rerschtedenen  Punkten  des  finnischen  und  rigiscben 

Ifierbuleii  f^steHl^r&telcben  crr9ihtlst  werden ,  um 

m  crfafartn  ob-  und  am  wieviel  die  Kfisteol&bdef  dieser. 

Gegenden  sich  Im  Laufe  der  Zeit  beben ,  ob  nordöstlich 

eine  Grenze ,   und   ob  Irgendwo  )ettselts    derselben  eine 

Senkung  des  Landes  statt  hat?  -^    r.  Hoff  konnte  Ubri- 

gensy  als  er  seine  Gesehichte  der  Erdoberfläche  verfafste, 

von    Bruncrona't    und    H&llstr6m*s     Messungen, 

^  ondnath  vivlwenigervon  BerzeHteSundBrbn'gfilarfs 

>  WaliiM^mtiog  etwas  wissen ,    denn  jene  Oeschicfita  L  B.' 

~ers«hlett''-^i9i>  und  die  so'  eben  ^rwShnta  Wabrnehmong 

wurde  veranstaltet  im  Sommer  iS^4.  K. 


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S;20  Kasliier 

4en  leben  «i— *  auch  hie  und  da.  auf* ^r  ganzen 
Seckkiiijite  .vom  s üdi ichen  Nor w^g-e n ^ jvorkomineo, 
da.  .O^aci  doch  t.  M,  Blich  zufolge  (R^^se  durch  Nor-^ 
wegen  und  Lappl^nd.  II.  1^90)  von  /  ein^noi  gleich- 
mäfsigen  Fallen  der  Nordsee  aii  den  so  e|)en  g^annten 
]^ten  nichts  wahrgenommen  bat;:  e^-fi^  «Ich  daher: 
ob^  ^n>an  von  jepen  .filuBchelbänken  jK^rden' Norwegen 
^^pülenden  Nordsee--  Küsten  etwaa-  w^^ift ,  .  vAd 
hauptsäqhlich^  wenn  dergleichen  in^^nder^  Gegen- 
den (wenn  auch  nicht  der  Nordsee :  ddch  der  Ostsee; 
s.. .  B,  .an  v4er  deutschen  .Küste  ?  im  .  £inni6eten><.Meef btt«> 
^n  etc.)  au<^h  vorkommen ,  ob  eich  dam»  auch  auf 
d^ren  Felsgrund  Balanen  (Lepas  balanus}-  U^ber- 
reste  finden»  die  darauf  festsitzend  beweisen,  dafs 
solcher  Felsgrund  zur  Zeit  der  Festigung  vom  Meerwasser 
b^flQ j5kt , wurde  ♦)?  Berzelius  sthliefst  seine  Mit- 
theilung mit  der  Bemei-kling.;  Ich  halte  diefs  für 
das/ältes|e  und  zuverlässigiste  von  allen  See  *  Merk- 
^i^n,.  4ie  beweisen,  ^aft  sich  .die  ' scandinavische 
Kü^  über  das  Meer  «rhoben  hat,  indem  eiki  Fallen 


.»)  Von  Zttit  zu.  Ze(t  witft.die.  Ditsce  in  4#r:  Q<f e«d  tob 

SwinemUiidei  neben  jSefg^as ,   BIat«|KaQg  ^tc,  #a«h  Feit* 

geschiebe  von  der.Gro^e  einer  Vir«)lQn(B.bi«nu  der  einer 

IVIannesfauit  aus,  auf  denen  Tange,  aber  eelteo  Muscheln 

..,  ffitttitzen;  aber.  BOTie)  ich  mich  erionere  — >  qie  eine  Ba«- 

lane.  -  Die  Felsgescfaiebe  sind  snm  Xbeil  TriUnmer  älterer 

,  secandärer.Gebirg^Qiasseni  snip  Tbeil  aber  ancb  ein  gans' 

J0D§i^  Sand it ein:    telir    serbrecbUch,    «ns  .gelblich- 

ipraaen  und  grOi^licbgraaen  Quarxiand  näbst  Sipur^n  toq 

.^  KaUc  mainincngeseut».  nancbnal   (den  «AnMbea  •  nacb) 

g^tfstem  Sande,  tni^cbend  Shi^ich« ;  .         .        K. 


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über  Vorweltliches  der  Oslseegegen^en.    231 

der  Meeresfläch^  ran  aoo  Falk  ran^ram  tMn  denk- 
bar ifit.  Man  möchte  sich  dabei  .ger^e  die  Ft0gp 
thun:  Wasihebt  ,vm  eoig^z,  und  wie  und  weaa 
wird  idie^e  Erbebupog  beendigt  «eyii  ?  Aber  wer  woUte 
wohl  versttcben  d&raaf  zu  antworten?  .    i     A 

Dierga  Sahlufeworte  sollten  freilich  von  jefleiA 
Versuche  abschfecken,  auch  nur  eine  künftige  Anty 
Wort  vorzubereiten:  durch  Erinnerung  an  hieher  ge^ 
hörige »  qiehr  cP^er  minder  bekannte  Meniungen  und 
Thatsachen;;  da  indeCp  noch  nicht. ausgemacht  ist,  dalä 
pur  Scandjn^vien  nand  .  kein  anderer  nördlicher  Landt 
theil  im  Erhobenwerden. befangen  erscheint  (mithin  da9 
Phänomen  möglicher  Weise  an.  ein  sehr.  allg«mi&inc(i 
Naturge4et^  geknüpft  seyn  kann)  und:  da  die  GaolM 
gen  bner  Zeit:<jui  welcher  &$«»hicl}te  der  Erde  xiaM 
Ql»genstende.  :y{i8senschaftliche|'^  Forschung  etheben 
wurde  ^  oA^^nipht  gescheuet  haben, 'Aj»f  UntemiMibiin^ 
jnoht  minder  ti^F  verschleierter  Naturbegebenh^atf^sr 
(als  die  in  Frage  stehende)  einaugeheo  *),  so(:mQg€^ 
aa  ati£h  mir.  gestattet  sejn^.eimg^.YermuthungaQ.darr 
über  Zaiit  .wenden  zu  lass«!,..'.^  »    .-  , .  ..  - 

a)  Wahrscheinlich  haben  Mehrere  ta  jener  Zeit, 
ala  sich  ümea  .  Scandlnaviens  Emporhebung  durch 
zuvor  erwähnte  neuere  Forschungen  alsThatsilche 
geltend  machte,  an  vulkanische  Kräfte  gedacht, 
deren    Wirken    die    Erhebung     zuzuschreiben     sey,^ 


*)  Z.  Bi  die  Entstebong  des  fiatalt^f  and  verwandur  Erd*' 
gebilde ,  die  Ursache  der  V  o  1  o  a  q  e  i  1 3 1 ,  die  EAt^bubg 
der  GSnge  and  derea merkw&rdiger Gehaksvl^echiel  beia 
Krensea  denclbea  ctc  K. 


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£8  lä&t'ridi  gegen  ^ie  Mögliclikeit '  dieser  Erhebungs^ 
weise  flicht  fögljcli \die    grofse  Ausdehnung    de« 
Msrndinavischefi    Phäneftfetis    als  'Einwurf'  aufsteiileii^ 
weiHi^nian  sieh  z.  Bi  bewogen  findst:    die   kleinen 
Antillen  zu  beträ<;ht49lb  als-Eiladde-^Mdlesä-mmt-i 
Li«  b .  in  der  tlichtung  ren  Nord  näx&  Sbc^  gfoidizeitig, 
iider  «^e*  gleichzeitig/  mit  jener  Ri^elinäbig^eit  vul^ 
kimisch  gehoben  wurden,    welch»  sich   in    so  vielen 
Vulkani^en  Hügeln- F^u's,   Mexik</8  und  der   Ay^ 
vergne-k*nfitlich   machte'  oder  wenn  man  es    (unter 
Berueksichtiguiig  von  GaYidaniine's  Pendel  versuchen) 
f&r  Wsdirscheinlich  hält,  dafs  der  ganze  erhabene  Theil 
des -ifötfigreiths  Quitos  4ind  der   beiia^^hbarteto  Kordil« 
leifen  das  gemeinfi»m0' Oewöibe  einer-^ünd-'ders^beii 
Brlhöle    darftellt/    derecl    Urgesteinwölbung   von  N; 
saelfr' St    einem  'Gebirgskamm   von '-  mehr   denn  6oGf 
QuadraMDoilefa   zur^  Bäsii  'dient    (reigli   m/  Hdb.    d. 
KMdeqfolögie  I.  4s«    Unit  «? 9  (F.).      Dagegen    schein« 
dsaa'  AKlmählige  ;im   >Fortschritt     |eller   Erhebung' 
gegexT  ^iie  V^rmuthüYig  s&u  sprechen :   äafs'  sie  dur ob 
die  annoch   thätigen  Vulkane  des    nördUthen  Eufop» 
bedingt'  werde,   da  vulkanische  Erheb uiigf^n  'g^wöhn- 
fich  'plötzlich  eino^utreten    pflegen.  ^  H^dräuf  läfst  sick 
fndedä  ^rwiedeirä:    was   bisher  von  eigenf liehen  dtwei« 
felslosen   vulkanischen  Erhebungen   bekannt   ist,    be^-; 
täfft  Massen  von  verhältnifsmäfsig  sehr  geringem  Urai> 
fange,   die  eben  darum  auch  schnell  gehoben  werden 
konnten  und  wurden  (z.  B.  Felsen  bei  der  Insel  S  a  n  t  o  r  i  n, 
mehrere   Felsen    in    der    Nähe,  von   Tercera,    der 
IViowte  nuovQ,  XuUo  etc<  a.  a*.  O,  6») ;  .be;Stehen  aber 
die  IVlassen    ausFelsgewölben,    welche    ganzen  Län- 
dern zur  Basis  dienen ,  so  können  diese  nur  sehr  all* 


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über  Voriyeltliche»  der  Ostseegegenden.    ÜStZ 

mäMich  erfnporgWrii^ben 'werSen  •^^^«.  B.  dufifhr^VdF- 
kanisches'  Wacsscrgar,  'dessen  DrüCkg^walt  bei  WÄffcf- 
^uth  ins  Ungeheure  gesteigert  erscheinen  muFs/  wenn 
man  erwägt',  dafs  bis  zum  Merkursüd '  erhitttelr  '^Ti^ 
serdämpF.  eine  Spknnnng' besitzt',  welche  dem -Diltfäc 
von  1 5436  Atmosphären  gleich  kommt  tmd^ 'deren 
Druckg^Wftlt  gegen- iQfaddrätfuß' Fläche  dem  Dnüifki 
eines  OeWi£!Heis'  von  34  oi^^  Centnem  entsteht 
(a.  a.  O.  66)  -^  vorausgesetzt:  dafs  Verdamj^üttg^ 
materiaie,  Andaiter^der  Wätmes^^de  und  Hohlraukil 
genug  da  sihd ,  um  solcher  wachseHdeitf  EmporwoHJun^ 
idie  nöthige  Äusdehtiung  'zu*'  giSbeni  -Wollte^  tfttth -^Mä 
dieser  YermuthutigT)eistlmmeh,"s# Würde  man  a)  Wvr^l^ 
scheinlich  zu  niachen  haben,*^  da& ' Scändinavieii  ^iiid-^ 
teichjsnd  untdrh5It^  ist,  und'  ß)  '9eib  gegen  dio'^MhtS 
der  Erhebutlgsgrenzen  die  Erhebai^'g  ^AuJFwSftmtf^ 
selbft  am  gröfstem,  gegän  die  Grenzen  hin  Itiber  ^¥6ieh^ 
förmig  abhehmend  ist ;  wogegen  die  zur  Zeit-  vorKi'fi^ 
deneri  Wahrnehmungen  streiten,  obgleich  Jene 'Mi  n.< 
a^'rung'der-  BThebutig  Cüiakth' von^  €akWa^{»UI 
Norwegens    unergründete   Holen  *)    einiger- 


*)  Z.  B.  >eoe  grofse  bei  Friedrichsball,  bei  der  mea 
einen  hincioffeworfenen  Stein  erst  nech  Ablauf  von  t  i/s 
bis  9  Minuten  aufschlagen  hört,  «?ai,  Fallteit  und 
Scballverbreitangsdauer  Tom  Aufschlagorte  bis  oben  cum 
Ohr  des  Hörenden  summirt,  doch  gegen  40606  Fufs 
' T i e f e  voraussetzt ;  desgleichen  die  Hole  Dolstien  zn 
Hervoe,  die  tief  unter  den  Meeresboden  hinaureicbt^ 
in  der  Holenbesucher,  wahrend  sie  das  Meer  über  sieh 
brausen  hörten  noch  einen  Abgrund  YOr  sich  hatten,  tob 
solcher  Tiefe,  dafs  ein  hineingeworfener  SUin  erst  nach 


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Sa^  I^astner 

in^ui&Bii  auf  Qtwas  d^r  Art  bip^udeutea  scheinen. 
Pfr.^eerd  eines  solchen ,  zum  Mindesten,  Scan/livien 
(wenn  nicht  zugleich  auch  sämmtUche  mehr  nord«- 
warfs  gel^gen^e  ;  europäische  firdrindentheile)  hebenden 
y^kans  ouifste  hiernach  mehr  denn  loo  Meilen  Tiefe 
«nd  in.  den  Vulkanen  Islands  nur  Auswurfsg'änge  har 
%ßß ,  in ,  welchem .  die  Gesteinschmf^hcungen ,  .^,  und  Gie- 
^einzerstiebungen  (zu  Asche  etc.)  dudcqfa:.  einß  Hitze 
erzeugt  .we^rden,  die  hinsichtUch  der  untei^en  des  ^(^i; 
gentlichen  Centra|yulkans  als  eine-^^ehr  gemäisigtef^ 
zu  betrachten  .  wiF^  *}^ .  "**  Angenommen  nun ,  di^Is 
Sqap4iPAyiei^s  ^S^hel^^ing  vulkanisch  bedingt  sej^ 
80 :  würde  zu  erwarten  ^seyn,  ausser  der  Gonvex*  Re- 
ttung (Hochwölbung)^  eine  beträchtliche  und  unge- 
ivrohnlich, starke  Zunahme  der  Tiefe^^wärme  un^ 
«ine  gewisse»  m,u,thmaafslich  von  den  Eruptionen  deir 
ifläjD^dis^^A,  ^  yu|^.^^,  abhängige  Unregelmälsigkeit 
(ein  -jeweiliges;  gleicbmäfsiges  Wachsen  und  dann 
pli^tzlich  auf  gröfsere  oder  geringere  Zeitdauern  eip.^. 
frfltendes  Sich  -  JV^iiijdetrQ)  dqr  Prl^j&{)ung,    die   jedoch 


Ablauf  TOii   einer  Minute  daf  Aufschlag -Geräusch  hören 
'*  •lielf.        ■-  ^  ----  :     -      •  i       k;  , 

. .  .  V  .   ■ :   •  !  . 
*).Dafa.  diese  Ausvrurfsöffnnngen    (di^    der    verschiedeneo 

Yokul)  zu  un^leichep  Zeiten  tbätig  sind  find,  hinsicbilich 
ihrer  Auswurfipassen  sich  nicht  übereinstimmend  verhal- 
ten,  könnte  der  Annahme  eines  Gentralvulkan^  nicht  xum 
£in\yurfe  dienen,  indem  dergleichen  Aeusserlichheiten  su- 
n&chst  ?on  der  Beschaffenheit  des  Aussengesteins ,  yOQ 
dessen  Verkehr  mit  Innenwasser  der  Erde  (Seen  der  Ho- 
len eto.)  abhängig  seyii  müsseo.  K. 


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über  VorweltHches  der  Ostseegegeiiden*    325 

fan  OmAmü  gmotittneii  fortdauern  .«rfircie»  lia  d«r 
CentxtlTulkan  tfrkdchen  oder  durch  «eine  eigenen^ 
nicht  %um  Auswurfe  gelangten  firaeugnuse  erstickt 
uMteu  Und  dürfte  man  voraussetaen,  dals  die  eigent« 
UdiA  .  Unterhölong. :  von  Scandiaavien  erst  mehrere 
Meilen  teuftrUttf.  begönne,  so  mG^i^  ,d|e  vulkanische 
Hitze  durdh-air  Deinen  In  allen  jenep . Richtungen 
Eihebttiigen  veranlassen ,  in  welchen  üe  nicht  direct 
dun^h  vulkaniscfae  Gase  etc.  entfährt  würde »  und  da 
nur'  Uand  dergleichen  Wärmeausleiter  darbietet,  so 
wükde  dieses  wahrscheinlich  am  wenigsten  Theil  ha* 
hcn:  an  dem  Eshpben- Werden  über  die  sonstige  senk* 
rechte  Meerspiegelfeme,  Norwegen  und  Schweden 
hingegen,  da  dort  weder  Vulcane  noch  heifse  Quel- 
Ken  Nachweifsbares  von  innerer  Erdhitze  entführen, 
.wurden  solches  Erheben  im  sehr  merklichen  Grade 
«eigen  *).  Uebrigens  weiis'  man:  dals  die  Q  u  e  1« 
len,^ärm.e  z.  B.  zu  Carlscrona  ( 56^,a5 
geogr.  Br.)  die  mittlere  Luftwirme  um  o®,5  R«,  an 
y^sala  (6o?<fir0  um  o^75  au  Umeo  (64'' Br.) 
um  1^,7 B^  übertrifft;  ob  aber  die  Bodenwärme  in 
Seandinavien    abwärts    stärker   wachse»   als    sie   bei 


*)  Yon&gliqti  wsao  auia  ss  aiebt  roa  «iasr  in  grofieii  Tis- 

-    ' .  tsn  wtrkeoden   bedeoteadsn  Erhitzung ,   aondcrn   TOn  dess 

,    JLafwärtsdracken    vorhsndener   DSa^f«    ableiten    wollte, 

'  .  roa  dsnen  msn  in   diesen  Falle  annehmen   mOfste:    dals 

iSr  sie  41«  Yerb|ndang    mit    den  islftndischen  Vnlesnen 

•  .   wenn  nidit  abgetchlötfen   doch   sehr  sehlecht  nnterhaltan 

•9fi  weil  si^  toatt  mu  deren  Oeffnnagen  eatwsichea  war- 

delft,  ohne  den  Hebangsproeefs  sa  TOllsiehen* 

K. 
Archiv  f.  a.  gas.  NatnrL  B.I8.  H.3*  15 

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gUichkbmtnenden  flefon  in  «üdUchcnreii  libidmi  zai- 
toimmt/  darüber '  za '  entscheiden »  fehlt  es  an  hinr^ii 
cheödön  Beobachtungen.  ^    i- 

b)  Ausset  der  vulkanischen  W&rmequelle^nWe 
Mttel  zur  gleichförmigen  £;rMbaog  •  kduWe 
Jc^^Xi  —  von  Fragen  tiach  tricht  zufälligen ,  >  sondern 
^gemein  nbtTifwendigen'  Ursachen  ■•  §ener  ^  ehemaligen 
i*lutKeh  geleitet «  welche  die  sbg^>  •  fifdrevohktioneU 
herbeiführten  —  auJF  eine  allgetneinate  hinweisen^ 
'  töntüich  auf  abwechselndes 9  peribäis^hea  Sinkien 
und  Steigen  -^es  gesaihmten  Festlandes  beider '£rd^ 
halften*);  abeir,  abgesehen  davon  j^dKfi^  solch'  aUg»* 


*)  Zar  Erlävternog  diene  folgende  Stelle  meiner  Meteorologie 
(S.  47'ff.  das.)«     a|Von  vorgenannteo  einzelnen  Vereenkanffen, 
ist  vdae  im  Gänsen  rubig  eintretende   periodiscbe  Sinken 
und  Steigen  des  Festlandes  zu  unterscheiden,  auf 
das   viele  geognostincbe  Erscbeiouogen , '  vbrzCglidl^  aber 
die  gröfsen  Ueberschnre'mmungett  hindeuten ^   denen  gante 
''^'     Erdtbeile   (wenn  nicht  eine   der  Erdhaiftett)  uni^i^irOffeä 
Waren;    BrwI'gen  wir  |   dafs' innerhalb"  disa  grofte»  pla* 
^^'^^      1 0  n  f f  n  h  e  a  J  a  h«  e  8  (ein  Zeiti^anm  von  fast  a6oöo  J«h«> 
ren;  m.  Experimenulpbysik  I.  a63  n.  45 1)   erst  die  eine 
lind  dann  die   andere  ErdhSlfte    die   längere   Daner  deF 
warmen  Jahreszehen  bekom'nit;  rind-d^fs  die  jetzige  grOfse 
^'         Wasserbedecknng  der  südlichen  Hatbkngil  anf  gegenwär- 
tig    grofsere    2ns8mmenziehung   deft    s&dllchen    Erdkerns 
hindeutet,  so  mnfs  sieb  an  einen  dergleichen  W««bsel 
im  Znsamnkentiehen  däd  Ausdehnen  dWt  Erd- 
kerns nothwendig  knSpfen;  ttdk  entsprechender  Wechsel 
im  Heben  und  Sinken  der  ErdrlMe»  ond-'ehi  dt6s«n'fol*^ 
gendes  veränderliches  Ab-  nnd^Aerten' des  Meere«,  »o  wie 
deir  Abänderung  der  A  b  p  1  a  1 1  a  n  g  der  Erde  (so  dafs  ebemala^ 


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über  VorweltlicheB  der  Ostseegegenden.    ftSf 


mnraltend»,  ;  amigififiicbnete  ßiiiebttQg  .fisMidäiiavieW 


'  ,dte  Nordpölgegeifd,  ^im  hlngtpm  Aie  dei  SBdpob  die  gr5ftm 

'Abpliiioiig^liat,  weichet  Icmotr  selimr  d«  la  CailliP« 
Mettnngeo  wahneheinlieh  Biiwbieo;  a.  a.  O.  aia);  wai^ 
s»  ioMkZdum  M  weklmi  at.««trait  die  iallgemtintta 

.  yfftabMiiaf  bi«lei^  Koclm :  an  Ani^li|ipfaiM^p9gta  wmf^ 
fAI^)ager«i|gfa   sahUaM»  OrffaUmaa    der  EatvickcIaagSp 

,.  Beriodao  dfr  YprntiUf  so  DorahbrcduiiigeD  eioidaer 
Theüe  df f  Fettlandei  roa  MeereMtrdaieB  nad  lom  Wider» 
aasebweaimeo  sertrUmmertea  Getteiaee  aller  Art  Miader 
allgemeio^  und  etett  mebr  oder  weaiger  drtlicb  aa  laaen- 
▼erhSltnitse  der  Erde  gekaiipfty  warea  (mntboiaareltcb) 
nad  fiad  die  nükeniscbea  Srbeboogea |   diai    wena  sie 

'  dea  Meeresboden  trafen,  allerdingi  anbh  tu  groAea  Uebcr- 
•cbtremmungea  itad  Leicbeaaablafoagcd  die  *&obtle  Ter- 
aalatioag  darbieten  nnfsten ,  «ad i  rerbaaden  mit 
dem   allgemeiaen  Erbeb«agtwaebaal|    wia  aa 

,  aabäiaty  bioveiebteo:  dae  au  eneugaai  wae  maa  Rerofai 
tiooeii  das  ^vdhW^  au  aeanea  pleguff  — '•  Und  8«bo9 
daeelbet:  Bvfioble  die  Sftdeaak^og  deeOaefae  jjeae  UnUefa 
iRBi,  Siakaa,  wplcbe  dip  AUea  die  Sabwelle  dee  Mit» 
lalmejBra  i|anat^|  and  gieagea  jeae  laaela,  weleba 
noch  en  StraJl>o'.e|  Plinjns  nad  Melae  Zeitea  dia 
Meerenge  snriichea  den  Slnlea  des  Herkules  fullteai  ia 
Folge  defselbea  Natnrerdgnisses  jutteCf^daa.  ic&bar.  dia 
AUeotis  (?^>,  versiakea  liefs?  Trat  damals  .das  aatillischa 
nad '  mittsllündische  Meer ,  suTOr  grofse  Biooeosefcn  dar- 
stellend, liiit  dem  Ocean  in  Verbindnag,  so  dafs  toa  je* 
'  iler  aUeb  antilfis'cbea  See ,  auf  Oubä ,  Hispaaiola  nad  Ja« 
mäika  nur  noch  das  nordli^be  Vtit  —  ia  den  dortigen 
bohan  6li*a»erlcbiäferg<jilrgaa  ^  lls  aakeanbar  bes^or- 
trllt?  'War  dieses  die  Zeit,  in  welober  ein  betalchtliaber 

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1^  I  :  Kastner 

wUart,  so  ^wOtda  es  nodiivwdig  aneh  in  sö  Ikh&m 
Gnda  allmfililig  sa  Sttinda  kommen y  -dafs  es,    wann 
ad  aach  während    dar  Zeitdauern    mahrexar  laKchun- 
d^rte  unuaterbrocihen  .forUQh]:itte».. dennoch,  a^u  klein 
esaqfiieoe  um«  ai^^Markbarkeit:  Absprach .  naachen   xu 
kennen«  . 
« >     c)  WoU  aber  würde  'die  reraiate  'Wirkung  vul* 
kahischet  und  allgemeiner  einhftlftiger  SMerwärmang 
gerade  Rit  die  iedhdSnavIsche'Hübimel-hetvjonteiäie^ 
wirksam  werden^  wenn  sich  erweisen  liefie,  ikü  ihr 
Grundgestetn    an ' 'Gleichförmigkeit    und '  äldchmäfsig« 
keit    der  Wärmelei tang,    so    wie   an  Warmeleitungs^ 
gute    jenes   der   benachbarten  Festlancle*  [um  ein  Be- 
trächtliches überträfe.    .Es   besteht  aber  Scandinavien 
East  ganz   «»aus  einem   grofsen,    sich    hie    und    da  in 
seliiem  mittlem  Zuge  %\i  beträchtlichen  Massen  erhe- 
bjQDden  Urgebirge<V' das  vielleicht  das .  östlichste  Gränz- 
Umd>  ies  Isländischen,  (voilkanischen  Wirl^ungs-)  Bezirks 
InkJet*),  'lind  gerade    darum  nidit«  sowohl  den  Wir« 
kimgen    der    vulkanischen   Gase    (und   Auswürflinge) 
sondern  nur  jenen    der  von*  uneen*  aus  sich  ver- 
brdtanden»  Ausdehnung  des  tieften  Liegen- 
den derUrgebirgsma«sezur  untn'itt'elbäreh  Folge 
habenden  Wärme  ausgesetzt  ist ,  und  wahrschein- 


Theil  des  iMatigepi  Anterika  ▼olltaDisch  gehoben  ^wvrde 
CMeleoroL  79)  so  dafs  diese  Hebjiwg.  init  dem  Afaziaiio 
der  Periode  der  eiah&lftigea  Erded.ebiiaDg  dorch 
W Ir nueiniaiiimeaf^lt?  etc.  K.. 

•)  V«i||l  V.  Holf's  Gsscbiohte  dar  EvdobttiSahe  ata.    IL 
4e4i*  .  K.* 


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über  Vorweltliche«  der  OBtseegegendeii.   M9 

tteh  auch  schon  sA  Jahitanteodeii  amgeiettt  w«r| 
denn  sowenig' wi«  j«tel>  ebeiksowenig  scheint  Mdi 
früherlim  - —  wie  der  bst  gänzliche  Mangel  an  Ba« 
Salt  bezeugt^  •-«  Scandinaviens  Erdrinde  von  Yol« 


f)  A«  a.  0.       „VoB  dsr  BssakforMtioe  ist  bia  ititt  mwt 
eiiii  Spur  hü  Holm^ttreed  im  9 UdliohAn, V'orw^ 
g0A  gefbndip  trorde».«  .1.  a.O.o.  Hea»mseA*tRMM 
durch  Sohvrcdfeii  iui4  Nonrtfea.  Tb..IL  8.96.    Wit  gtM 
aeden  ▼•rbSlt  ••  «ich  k  di<ier Hivuehi  mdrortbriUBiM 
(lomal  in  Schottlasd)  wo ioiscr  den  yarmtii  Qa«l- 
lea  ta  Bnxtea,  Matl^cli  «ad  Bath  baiakUobet  6a* 
birg«,  loaiTbfil  gaasa  Ifstla  biidead,  dea  WimaMtfflh- 
rwigipreaart  begüottigca     Merkirfirdig  itl  es  aaeb  vad 
wichtig  ffir  obige  Erbebungsbypotbesey  dafa  gerade   der 
nördliche  Tbeil    Schottlaadf   (tergl  obea  S.ss8) 
la  iaoer  gröfeerea  Hlilfte  aas  Urgebirga  besteht.    S  e  h  0 1 1* 
1a ad  besteht  ia  seiaem  aordlicbeä  Tbeile  aar  gröfiiere» 
Hälfte  aas  Urgebiige ;  ebeaso  die  westltchsu  Reihe   d«r 
Hebridiscbea  laseJa.    Zwisahea  diesem  doppelte« 
Zage  Toa  Urgelnrgea  liegt  ia  gleiober  Toa  N  aach  S  er- 
stsackter  Riebtaag  eiae  Reihe  voa  sam  Tbeil  grolsea  la- 
aela,  ia  deaea  die  BasaUfonaatioa,  ml^gaad  mit  merk- 
wirdigea  Kiacbeinnogea  henrortritt. .  Die  Reibe  f&agt  mit 
aiaigeo  kleiaea  lotela  aßrdlich  voa  8ky    aa»   begreift 
8ky,  Caaaa,  R-om;  ^'fa»  ^^88»  die  Scbottischea 
Vorg€bi(ge     ^rdnamurchaa    aad    Morreaa,    die 
grobe  lasel  Mall»  die  kleiae  3taiffa^  mit  flMbrerea  aa« 
dereai  seigl  sich  auf  Isla,    Arraa  a.  s.  w.  aad  geH 
la.deaMelbea  Strsichea  durch   die  kleiae  Ii^sel  RathHa 
auf  die  aotdöstliebfSpitse  tob  Iris  ad  dbef»  wo  sie  dea 
beriftbmtea  .Gtaats- Gaasaway  bildet     Aa   asdereo 
Faakiea  tSahotllaadi  uad  ia  aiibreriia  Tbcilaa  Eag- 


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kanm  Aarchbrodhen  worden  zu  seyn^     Wäre  das  Üit 
gebirgo  6in  noch    bessdror  LeiMr«  dev  Warme  ^    oder 


leedj  Migt  sieb  dk  Baialtfonnation  ie  minder  ^fsen 
MMseOy  aber  ia  der' merkwGrdigen  Art,  dafs  sie,  GäDgcn 
gleiehy  andfere  GibirgitcMchten  serreirtt  oikd  duircKfettt. 
DaeUrgebifge  bildet  eine  grofeeMaise  «iitt^i»-  i»  Irland 
and  ^^^doi^aflttt  'England  in  einen  mehr  t»der  Weniger 
KasauiqwnbSiigenden ' Znge^  Ton  Whitby  aof  der  Kilato 
▼on  Yarb'  An,  bii  sn  #er  grauidselien  SUdfrtsupitie 
Landaend.«^  A.  a.  O.  397— «ÖÖ-  -^  Veber  Erba- 
bangen  nnd  (vnlkaniteb  bedingte)  Boden  *  VerSnderangeo 
Orafsbritaniens ;  (ebendaselbst  S  406  if.  Uaber  di^  Sageo 
des  ehemaligen  Zasammenhanget  swisehen  Do  wir  and 
Bonlogne;  a.a.0,  S.4oa,  yjst  yielleicht  din  lang, 
same  Erhabnog  Sdhmdens  eine  eigenthilaliebe  Art»  wie 
der  ralkanischaiPfOcefs  im  Innern  der  Erde,  and  beson- 
ders in  dem  Islandischen  Erschfittemngskreise  sich  an 
diesem  seinen  östlichen  Rande  Snss^rt?  and[  —  ist  viel- 
leicht  diese  etgeatfaHmliehe  Art  des  langsamen  Bmportrei- 
benS  dort  die  Ürtache,  warAte'in  d^m  Urgebirglande 
Schweden  die  andern  theils  heftig  and  momentan  j  theila 
immerfort,  trie  die' heKsen  Qnellen,  wit^tenilen  vulkanischen 
Ursachen  mangeln F  A.  a.  O.  S.4o&*  Ueber  Basalttvu- 
m  e  nr  im  ^o)iIenft5t2^  )n,  Meteorolog.  I;  90.  Folgende  Stella 
ans  B  ]  a  e  kli  Torlea.  fiber  d.  Grnndlehren  der  Chamie  etc. 
beraosge^«ibeil'  von*  Dr.  R'obisön  ,  II.  «90  —  sg«, 
'  anf  ^e  iöh  bereits*  fn  tai,  Meteorofogie  aufmirksam  machte 
•  (J.  9s)  scheint  der  Beacbtaog  jener  Geognosten  nicht  jin- 
wcrth  sa  seyn,  welche  bem&bt  sind  geögnosdscbe  Data 
tn  sammeln  «a  einer  kfinftigen  Th^öHe  flir  Trappgebirge, 
und  möge  dalrer  hiiev  noch  Room  bsiÜeiii  am  so.mehr, 
^a  ich'  sie'«/ i;  0;  blos  cftirie,     D.   RoMson  merkt 


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über  Vorwelüichee.der  O^tsßegegenden.   ^^h 

«nie  Masi»  VW  geringerer  Cohäxenzr,   ajUf:  He.  sicl^' 
'  viridioh  darstellt ,  ^o  ^ürde  Scandinaviens  Boden  ticl^ 


nSmlich  a.  a.  0.  an:    Bei  dim  Amgrabcn  der  Keller^ 
ad  d«r   gewdhefiohen  Absfichte   in    der  fTeHltadl   viMi 
indet  mmtf  dah  8cbl«liun  ron  thoDiiem  dasAi 
fteiee  (FvceetODe;   KirtraDU    Mineralog.    Berlie 
1785.  100)  wenig«  Fnfs  unter  der  Oberflicbe  Mfangeny 
Bnd  die  genxe  Strecke  einnehmen ,  aof  welche  dieee  Ge* 
bände  gegr&ndet  eind »   Eine  Spalte  oder  Rtfs  eetst  dureh 
«Ue  dieee   Schichten   bis    %n  einer    UDgemesieoen   Tiefe^ 
Diese  Spähe  ist  mit  Whinstone  vollkommen  ansgefQllt, 
and  an   einigen   Stellen  breitet   er  eich  ein  wenig  Aber 
diese  Spalte  auf  jeder  Seite  ans»  auf  dieselbe  Art,  als 
Mörtel  sich  über  die  Fugen  twischen   twei  Backsteinen 
sich  ausbreitet  I  wenn  sie  tusemmengedriickt  werden.    Ei 
erhellet,   dafs  er  in  einem  flussigen,  wenigstens  in  einemr 
brey igen' Zustande  gewesen,  und  von  unten  herauf  svi^ 
•eben  iie  durcbgeprefst  se)r.<<  •—    Auch  suchte  ith  ba» 
reits  in  m.  Experimentalphjra.  S.XII.  Gap.  7.  ü.  Meteore« 
logie  (I.  90)  darauf  aufmerksam  m  maehen,  da(s  Blac^ 
•a  war,   der  (a.  a*    O.)  nuent  beaierktes   daft  es  ie 
Schottland    „Ruinen  giebt»   deren  ans  Basalt  be- 
atehende  Mauren |  in  ihren  Einieltheilen  susammenge« 
schmolseii  worden  sind,  indem  ihre  Oberflächen  auf 
beiden  Seiten  ohnfem  der  Gren^n  Jedes  Einselst&cks  eio^ 
sohlackenartiges  Ansehen  haben'*;  ferner;  daU  sehr 
Basalt&hnelnde  Gebilde  zwischen  Granit   (am  Hornblend- 
*     schiefer)  etc^.beryi^rgeqiiolleii  existiren,   dafs  Baialte  den 
j .. ftelkanischen Massen  «ttch.4^durch  sich  anichUeCien ;  dafs 
'    >^n  in -gpnofsen  Stucken,  erwärm^  keine  Phospl^o res* 
'S.'nensM    durbÄftefij   dej||.  J^iohte   un^tx  ,  passer,  aufgesetzt 
kMine  Elementarorganismen  bildsoi   di^heifse 


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23ft  Kastner 

•  •    •      .  .  '  ' 

um   ein  BidträehtUches  wärmer  teigen,    als  Quellea 

und  Bergwerksgruben  angeben,  wahrscheinlich  ab« 
auch  der  vielleicht  mehrere  Meilen  betragenden  Dicke 
ohngeachtet  gerissen  seyn  an  Stellen,  wo  nach  dem 
aJDurchgange  der  wahrscheinlich  fächerförmigen  Grund- 
achichten^  Wasserdampf  einzuidcingen  Gelegenheit  er- 
hielt; dann  würden  an  den  en]tsprechende|i  Orten  zu' 
Tage  ausgehen  heifse  Quellen,  und  nach  Maafs« 
gebe  ihrer  Mächtigkeit  würde  die  allgemeine «  (ver- 
möge der  unteren  gleichmälsigen  Wärmeverbreitung 
gleichförmigen)  Sohlehebung  und  damit  das  gleich- 
.förmige  Heraufgeschobenwerden  des  oberen  Gebirges 
sich  vielleicht  bis  zur  Unwahrnehmbarkeit  mindern. 
Ob  aber,  wie  hier  vorausgesetzt  wird,  hur  ledig- 
lich die  Tiefenwärme  als  solche,  und  keineswe- 
ges  die  Druckgewalt  eingeschlossener  Tiefengase  an 
Scandinaviens  Erhebung  Theil  hat,  darübet  können 
meines  Eracbtens  nur  entscheiden:  fortgesetzte  £e^ 
obachtungen  und  genaueste  Messungen;  die  abef  dar- 
um, weil  sie  die  in  Frage  stehende  zunehmende  Con- 
vexität  der  mittleren  Binnenlandfläch^  und  nicht  jene 
der  Küstengegenden  zur  Aufgabe  -zu  nehmen  haben  — • 
von  nicht  geringen  Schwürigkeiten  begleitet  seyn  und 
vielleicht  nur  dadurch  eihigermaafsen  befriedigend 
bewirkt  zu  werden  vermöchten,  dafs  man  untersuchte: 
ob  für  jene  Gegenden    (der  Landesmitte)    die    mitt«- 


Quellen  nnthmsarilich  gleiehseidg'eBtttattden,  ab  Ba- 
sahicegel  von  (&lterea)  Valfcanen,  nittelH  WamrdftBipfee 
emporgetrieben  mirden,  dab  Basalt  ein  Game oge  roa 
EinsclgettefDen  ae/,  die  aieUir  odcOr  miodar  •ertrttauaen 

worden ,' etc.  '  -' ;Ki 


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Aber  Vorweltlicfaes  der  Oitseegegenden.    233 

leran  Barometetstftnda  sicli  mehr  aäüi^tn,-  ab' 
an  den  Küsten?  (Yoraosgeaetat,  dtfCi  LandeserhebuQg 
nicht  statt  haben  kann ;  ohne  Luftaaulenverkürvong*)* 
Fände  sich,  was  für  mich  die  meiste  Wahrschein* 
lichkeit  hat,  dals  die  mittleren  Gegenden  im  Lai]f0 
derzeit  keine  beträchtlichere  Luftsäulen« VerkümiQg 
erleiden  als  die  der  Meeresküsten ,  so  lieferte  dieser 
Fond  eine  indirecte  ^tütz^e  für  die  Wahrscheinlichkeit 
meiner  Wärmungs- Hypothese;  indem  dann  ausser 
Zweifel  wäre:  dalsganxScandinaviensichgliiichmälstg 
erhebt  und  mithin  nicht  durch  aufwärts  gerichteten 
Gasdruck  mehr  und  mehr  emporgewölbt  wi^d.  Mög« 
üeh  wäre  es  indessen»  dals,  obngeachtet  solches  Auf-« 
wölben  nicht  eintrete,  dennoch  UngleichfiSrmigkeiten 
der  Bodenerhebungen  statt  finden  könnten:  in  Folg« 
der  ungleichen  Wärme «  Dehnbarkeit  dea 
Gesteins;    wenn  z.  B.   an  der   im  Ganzen  genom« 


*)  lach  dsr  mittlers  Thsrmemetsrstand  (die  mitt- 
lere Luftwame  and  die  Bodeawftrnie)  ttafe  mit  der  Bo- 
denerfaebofig  ticb  miadera,  and  dort  am  mebteD,  wo  die 
Effhebong  am  gröAtan  i«t$  et  würdeor  daber  auch  hieber 
gehörige  FergleicboBgea  vom  Mittel  dienen  können:  fiber 
den  etwaigen  Erbebnogsonterschied  nnd  fiber  die  fragliche 
Erbabenkr&mmnng  (GonvexitSt)  lu  eaticheideh.  Hst  die 
Erhebung  wirklieh  im  obigen  VerfaHtnife  sogeiommen^  eo 
ttofs  liob  Scanfinariens  Klima  seit  Jahrhaadwten  Ter» 
aehlimmevt  haben  and  eo  mo(e«ee  fortfahren  an  Wlrmn 
an  ▼eiültorea..  Ein  Oaeken  des  WSrmererhistee  doroh  Er- 
wSsmaag  von.oaten  her,  wftrAi  —  wenigstens  Ifir  die 
*)lmSt  nkshs  elstt  haben  Mbnen  ^  da  diese  aut  annehmender 
.jkEOtthmng  dßnamr  lüinl  lAul. damit  gewiaat  a»  Wlnasca- 


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234    ..  Kaattoer     i  /    .^    r"       , 

inen  gewifa  €ehr  gtoichgeformten  onteren  Teufenmaf^, 
rücksicbtlieh  der  Wärme  •  Dehnbarkeit  der  ein«» 
».einen  (»a  einem  gröfsen,  gans  Scandinlivien  tra* 
genden Schichtungsganzen  verbundenen)  Schichten^ 
Verschiedenheiten-  vorkämen  ähnlich  jenen 
Welli2he  Mitscherlich  an  den  ebeneh  Winkeln  eine» 
Kalkspathrhomboäders  wahrnahm  *);  indef«  streitet 
gegeit  solche  Yermathung:  was  bis  jetzt  bekannt  ist» 
vom  St^uctur/erhältmfs  der  Urgebirge. 

d)  Es  ist  übrigens  noch  eine  andere,  gleich  der 
oben  S2a6  angenommene»':  ebenfalls  nicht  unmittel* 
bar  vulkanische  Wärmequelle  als  Mit  Ursache  d«r 
Dehnungswärme  denkbar,  nämlich  die  nnterhalb 
4ev  Urgebirgsmassen  Scandinaviens  fortschreitende  K  ry- 
^tallisation  ,  finde  diese  nun  statt  in  dem  gewal- 
tigem' Drucke  unterliegenden,  und  darum,  wenn  gleich, 
auch  vulkanisch  erhitztem,  doch  nicht  zum  Sieden  ge* 
langenden  Tropfbaren  (wahrscheinlich  Wasser)  oder 
durch  fortschreitende  Sublimation,  oder  ohne  alle  vul- 
kani^he  Beihülfe:  lediglich  in  dem  noch'  flüssigen 
Theil  der  Aüsfülltmgsmasse  der  von  Scandinavien's 
Urgebirgen  bedeckten  Hohlgewölbe.  Es-  ist  schon 
mehrmals  £e    allmählige'  Erstarrung   des  Erdballs  **) 


f)  FcgfAndoi^fr»  AfiB*  I.  19$.  X.,i37»  ... 

**)  NiMMt  «lan  an  9  daß'  dtr  Erdball  liwtfivftiifliah'garig  oder 

Crepfbar  iüstig  «rar,  so  muA  mao  aach  utgdMB.'darf  er 

anl&nglich'der  Drebuog  Mi  t^io«  aigena^Aka  «nnaogeke 

äod  daft  miihia  seiBar  jetsige»'  planaUren  fcaaliaffeDbeit 

"''<v«'aMi9  cometeaa^tige  vorangMn^;' diraa*  ab  aichttta^re 

j  :  iHfassB  würde  .d«r  ai^ta « Uancliwaag  b{Bg«ni^Bl*>^bea : 

vSthx  nur«  ihn  bis  aar  LtaseBform  absoplatialif»fOBderQ 


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über  Vorweltliches  dfer  Cfetseegegenden«   S35 

fUt  dIe'^geniiich6'Qn«ll0  «einer. InMn'wim 
«pm»chen  werden  ^  et  Ist  aber  gerade  nicht  nodiwei»- 
dig  anzunehmen,  dafs  solche  Innen •  Festigung  schon 
beendet  sey,  ja  es  ist  vielmehr  nicht  unwahrschein- 
Ufih:  dab  in  ähnlichem  Maafse  wie  das  GelMfge  an 
der  Aussen^äche  des ,  Erdkörpers  mehr  und  mehr  ver- 
^prittert  und  eqtiteltet  wird»  es.ahwäcts»  dem  Innern 
der  £rde  zu,  diurdi  fbrtdanrendes  ErsUrren  an  Um- 
fang gewinnt  *>  Abet  es  würde  dam.  Felis,  derglei- 
chen KrystalUsatiottea  in  geschlossenen  Höhlen  sich  zu 
bilden  fortfahren,  dort  nicht  nur  fortdauernd  Wärme 
frei;  sondern  die' Holen  selbst  (und' somit  auch  ihre 
obere  Wölbung)  würden '  nach  und  nach  mehr  aus- 
einandergetrieben werden**),  und  mithin  auch  Em-  ^ 
porschieben  ihres  Deckengesteines  bewirken,  in  dem^ 
Maafse;  wie  der  Spielräum  für  jene  Neugestaltungen 
durch  sie  selbst  sich  verengte  ***}•     Wo  innerhalb  der   . 


äneb  teiD«  Ztrtdcbiuig  ihrsa  AaAag  nehmen  sa  iMteo; 
m.  £xperiflfteoleifbysik  I.  84t.  IL 

*)  Vergl  m.  Meteorologie  I.  49.  88.  Die  j&ngsun  Hohlen 
der  oberen  Erdrinde  9  die  Kalkschlotten  ond  renrandten 
Aoshöhlangen  deuten  mit  ihren  Stalactiten-  Bildangen  lehon 
auf  eine  solche  Compentation  der  Aiusencntsialtoog  and 
Innengestaltung  der  Erde  hin.  K. 

*^)  GiefriereQdes,^aMef>  ,^  in  dem  Yeriveim  dar  Flprenti- 

..   ner  Akademie  «ine  kleine  (i'^Dorobmeeser  habende)  hohle 

.Jfeseimjhagel  serspr^agte,  fib^  Af^^t  >^<^  Mai^ehea- 

.,     broake  Bejre€ha«i^,  einen. ürock  ^^ni  :vo|i  s77SoPfnnd. 

■-' '  ■  ..   .,  :  ...i  K* 

^Af)  rftchl  gjnem.fonaahfei^eaden  JfctymaUiamaipiseadara  mnem 
ea.AnfqneHe^i  oder  AalechMNilsa  das  Oaeteinet 


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236  Kästner« 

.iyirka«g$Iareiss  vulkanifoher  Heerde  iokbimi  Neag^^ 
«Uliea    entgi^mssMmkt    würde  :•    dordi   «ndauemde 


darch  swischendriDgeadei  Watier  schreibt  Brei ilacl( 
(Lehrb,  d  Gedlogiei  üben.  Von  Strombeclc.  Bractli^ 
•  chWeig  1819.  I.  126  ff.)  ScandioaTicDS  Erbebuag  «o, 
»dem  er  aBainnts  daft  in  den  Pölargegenden» 
«vo  die  Waegerentdonetong  der  Erdttb^viftcbe  weit  geringelr 
iat»  ^  ia  wirmeren  Erditticben,  die  Fencbttgfceit 
(wie  «eb  ane/deai  Fpigieadeft  ergiebig   die  der  inneren 

^  Erdrinde »  oder  jenes  Waeanrt »  weldiee  mil  dem  Wtmw^ 
Spiegel  des  nordlicbea^  EisoMers ,  im  {Yireaa  etebt  —  K,) 
sieb  anter  denen  vom  — -  för  einige  Gegenden  —  ewi- 
gen Scbnee  ttoermeftlicb  stark  belasteten  Eiszonen  aas- 
serordentlicb  anb&nfe,  langsam  in  die  unter- 
sten Gebirgsscbicbten  dringei  sie  aasdebne, 
anscbwelle and  so  allm&blig  emporbeben  macbe. 
Aucb  werde  ein  Tbeil  des  sar  Tiefe  eiogedrongeoeQ  it'as^ 
•ers  dieils  als  Hydratwasser  gebunden  and  dadoreh  >ta» 

.  Eieansdebnang  gebf aobti  tbeiis  dalf«b  oxydirbare  (im  Ur- 
gnstein  sweifehobne  bdcbst  sparsam  verbreitete  »— .  K.) 
Sobstanxen  serlegt  and  so  geswangen  das  Auseinander- 
treiben  der  scbon  bestebenden  festen  Tbeile  des  Gesteines 
SU  befördern.'«  Wenn  solcb  Anfscbwellen  wirklich  statt 
bätte,  so  würde  man  unter  Andern  aucb  ansnnebmen  ha- 
ben: dafs  die  AdhSeion  der  Tbeilpben  des  Urgesteins  cum 
eingedrungenen  Wasser  grofs  genug  w&re  um  su  ver- 
hüten t  daft  das  obere  Gesteiu  des  scandinaviscben^  gron- 
iSndisehen  j  islludistobten  etc.  Bodens  statt  gehoben  su  wer- 
den,  nicht  in  Äie  mehr  tertheilte  untere  MKsse  einsinke^ 
Es  ist  übrigens  auch  müglith  datt  die  tenfenwSrme  nur 
mittelbar,  und  swar  tan&ehst  nur  dadurch  e  rhe b  e n d  für 
das  Qbeggeaisin  wirfct;  >dafii  sie  dort icrfarallini sehn 
ZmaamtMCellang  vermittelt,  wo  mut  iMrigari  An^be- 


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Ober  VorWeltliches  der  Qetseegegenden.    23t 

WMa^sfmtä^  (%iy  «tf  in  Folge  VoaOamrtrdkhtuiqsn,^ 
Wasseren^agungen  dardi  ZaMnunendmek  ««iaer'gvM« 
gen  Bestandtheile,  Zersetsungen  deMelben»  Verbrea- 
nuneen  von  Metalloiden,  Metalloidolen  und  Metallen 
üfid  bei  ^en  diesen  Processen  eintretende  Aosglei« 
thtmgen  tW-f'  £  und  -^  £;  m.  Mateorolbg.  L  6,8^ 
und  74.)  dort  würde  die  also  verlangsamte  Erstarb 
rüng  das  Mittel  werden:  benachbartes,  scbon  entaxr- 
tes  Gestein  za  erwärmen,  erwärmend  auszudehnen 
und  ausdehnend  emporzuschieben.'  Aber  nicht 
das  Ürgekein,  was  Scandinaviens  Sohle  bildet,  son**' 
dem  vielmehr  die  Basaltfbrmatioiien  Grofsbritanienr 
Würden  dann  wahrscheinlich  zunächst  solcher  Em^ot- 
treibutig  unterworfen  und  nicht  in  Scandinavien,  ton«^ 
dem  in  Schottland  und  dem  nordwestlichen  Engtaft^ 
würde  das  Land  mehr  und  mehr  auftauchen  aus  dem' 
seinen  'Gebirgsfuls  umwogenden  Meere. 

Man  könnte  obiger  Folgenxng  atis  Brongniarta 
Bikibaehtung  vielleicht  nicht  ohne  scheinbaren  Grund^ 
die  Yermuthimg  entgegensetzten:  dafs  die  Felsen  die-^' 
ser  Muschelbänke,  früher  im  Meere  gelagert, '  duräp. 
eine  südliche  Diluvialfluth  (jene  jüngere ,  deren  oben 
S.dio  gedacht  ist)  sammt  ihren  Bewohnern  auf  Jene^ 
Insel  und  Küstengegenden  geschwemmt  worden  seyen^ 
so  dals  diese  Gegenden  nur  während  dieser  Fluth 
vom  Meere  bedeckt,  vor-  und  nachher  aber  trockner 
Land  waren;  indessen  stehen  dieser  Yermuth'ung 
immer'  entgegen,  die  übrige  Bodenbeschaffenheit  jener 


tuftg  imd  letiaaadsnMttDf  dir  -TMIoIimi  gsfsbsa  war. 
'^h  deebBvaceeaot  1»  selüa  starre»  Zaefcsr  sieb 
listta  Zaeker  krfstallisirMb  '  IL 


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33S:      afr  K^istjfier         \  ,    . 


.^ .  Die  Geschiebe  welche  die  Ostaee^i^fwifft:,,  .<^- 
vppxiglßln  doifcbaus  jeder  Art  von'  vulkaiHsc^hef  Be&:ha^^ 
C^heity  und  J.ei^e^  aog^bUche  vuXkapi;»ch0t  Eruption,  in, 
lyUtten  der  Ostsee^  weldbe  vor  5  Jahren  i^  mehrerei^ 
^t^ogen  ^s  jCruiid  dapaliger  heftiger  Sturmflo^hen 
8^^%^übrt;^urde,  ist  durchaus  unbe8tät||^  geblieben  und 
OUI&  als  eine  Schifier-t  Nachricht  anges^^en  we]:d^p, 
^  (wezin  ^  sie  nicht  gänzlich  fabelhaft)  vielleicht  eine 
W^/^rombe  von.beträchtlichem  Umfange  zum  Grunde, 
liegt*  Nie  fand  ich  unter  den  Geschieben  .auch  nur 
^^  kleinste  Stückchen  ^asalt  9  Bjm$s;^ein,  Lava  oder 
j|i^^eichen  (auch,  soviel  ich  mich  erinnere:  nie' Feuer- 
stein ,  hingegen  Kiesejischiefer)  wphl  aber  wurden 
3^^  21eiten  'heftiger  von. Norden  oder  Nordosten  kom- 
^en^fir  Sturmfluthen  (die»  soweit  ich  dergleichen  zu^ 
heqb^l^t^n  Gelegenheit  hatte:  stets  mehr.  Ojder  weni- 
gfMC.serstörend  wirkten,  ^för  jene  .Uferthei^e,  welche^ 
z^.l^fiden  Seiten  der  $wine  in  denen  G^enden  an«. 
«I^en^,  WQ  sie  ins  Meer  ausmündet)  *)  manchpial 
Steine  ^um  Ufer .  hexau%ewälzt,  die  von  den  gewöhn*, 
Ifcheii;  kleinen  Geschieben  .  durch  beti^cjitlichen  Um- 
ffupg  und  ein  Gewicht  von  einigen  Pfunden  sieb  auf* 
fallend  unterschieden,  ,und  ihrer  Beschaffenheit  nach, 
den  gröfseren  GeröUmassen  des  Nordens,  sich  ansghlos- 


.   *>  N«f  bisr  strebtdlii  -Alüev  da^Iiasd  tu  Ur«#ii;  tfippo  ein 

C . «   itev'ttiiMtd  Sebvjik'weiltr  «raNli«l||4|p|w,AlilbM|t  bin, 

tritt  sichtbar  ein:  LandziMrMbl*        ,  >        'Kti 


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über  Vorweltliched  der  Qstseegegenden.    099 

$90r\  auch  utigejiftröbldioh  grobciv  HoUgatabUb«» 
(B^msteinbiui^a^  Trümmar ?, . —  meiitans  l^gUche, .  qIi 
voUkommeh  cylindrischa»*  an  beiden  Enden  abgerun^af^ 
1  — a,  audi  wohi  .3  Zoll  diek^  selten  über  i  -r^S^^Mfil 
iänga)  Ton.der  oben  (S, dop)  bezeichneten  Art  , 
Manchmal  ^eracfaienen  diese  grölseren  Holagaf 
schiebe  .etivaa  .gekrümmt^  wenig  gebogMien  Aenen 
^ähnlich;  stets  besa&en  sie  oberfläcUich  wie. innen« 
flächlich  eine  dunkel  schwarzbraune  Farbe  und^flaei« 
stens  waren  sie  :sehr  zerbrechlich;  irse  ich  nicht,  so 
deuten  aifif  samint4idem,. besonders  bri  heftigen StjiilM 
flathen  häufig  und  nur  in  Folge  derselben  in  Form 
gröfserer  Geschiebe  herauf  gespühlten  Bernsteina 
auf  ein  sehr  weit  verbreitetes  und  sehr  mächtiges, 
der  Braunkohlenformation  zugehöriges  Lager  von  bi* 
tuminösem  Holje  hin.  Oftmals  fand  ich  scheibenför- 
mig Bache  Berpsteinstücke^.in  Absicht  auf  Dünne,,  ellip- 
tische Krümmung  und_.Zerbrecbli^k^it  den^Q.oben<S.lo9 
beechriebenen  Hola^eschieben  äusserst  ähnlich  *).  m^  Im 


*)  Dm  1n'B«ti^imif  auf  BsYtfiisrovi'aflifeii  (iNm  Bera- 
ttein  anfallhe  lowcten^»  ets.  Lelbei^  aieridwilrdigite  Stack, 
welcb«!  ied  j«flialt  tsb,  in  sia'tleiitlioh  srkeniibarer  ia 
Bernttcla^iag&«iibIosieDelf  La'obfi^icb,  tfder  trenig- 
SteSs  dii  ditietti  kehr 'ttraf icher  PreMsfa;  der  Besiüer  dic- 
tes  Cabihettet&ckf  lit  aieiti  boehterebrter  Freüofl^  Hr. 
GommerzieDra^  KraUie  m  Siiriiieinfinde,  der  die  Gute 
hatte  €8  mir  im  Herbit  1817  tu  zeVg«fi.  — *    Der  trefflich« 

''''"'''NBib¥rbHtlW'A?Ft.  Sthwi»i|[ger  (AsRten  dorbb  Man- 

'cbdaAÖt^era  Hiiiil'  geWältiaäi  ersuhlbgeMA  VWlirtt  JPiir  die 

'■  WissenicVrfdOMescf  MnsdBofl'Wd^'biti^aMqiieotlflim  bin« 

4nrcfa ^betrauert)  fiibrt  in  teincii.  nmiichtigen  y,Baobach-. 


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940     '     "      -       Kästner 

i^'if^j  wMe;  in  F<>tg;e  eines  hefHgen  SeMtimnt 
und  damit  verbultdener ,  das  damalige  sog.  PatC  k  w  e  r  k 
(den  viele  Jahre  hindurch  vergeblich  geführten  Ufer« 
bau,  zur  Festigong  bisider  Ufer  der  Switie,  in  der 
oben  gedachten  Gegend  ihrer  Aasmündung)  gewaltig 
beschädigenden  Fluth  ein  Pott  fisch  an  den  Strand 
geworfen,  der  längere  Zeit  hindarch  auf  dem  Strand- 
sande trocken  lag  und  Vielen  Gelegenheit  gab  ihn  zu 
aebea. 

Soldie   Fluthett  waren   es,   welche    vor  langer 

8Mt,  in  der  Richtung  der  Ausraündung  der  Swine, 

•  I  .  1     j  ,  ;■'  ■         einen 


toDgen  snf  natorbiitorischto  Reiteo,  (Berlin  iStg. 
101  ff.)  unter  denen  Btrosteinmomien  wobl  auch  InstlcteB 
'  Italt  aller  Sippen,  aber  keine  Amphibien  auf;  welche  Freads'^ 
würde  der  eifrige  Foricber  gehabt  haben,  wenn  ihm  (wie 
mir,  und  hoffentlich  wie  mehreren  reo  jenen  Naturfor- 
schern, welche  SwinemQn^'i  Seebad  besuchten)  gewor- 
den wire  die  Beechaunng  dieser  Lanbfroschmumie  — 
einer  Mumie ,  die  eeiner  (unter  allen  bekannten  am  toU* 
liemmensten  bsfriedigendan)  Hypothese'  ub4rr,;die  Abkunft 
des  Bernsteins  (vom  Torweltlicben  Bernsteinbatane) 
und'  fib/sr  die  SIeuhatt  j^ner  Fluth,  welche,  den  Bernsteia- 
.biium  und  riels  ?ai^spdte  rorweltjichs  Organismen  unter 
'  jfingstem  DiluviaU^h^tt  rergrub .  und  gle|c|iscitig  Wärme- 
flftiadernd  gewirkt  fu  haben,  icheint  für  nUe  (Jrenal&oder 
der  Ostsee,  -^  die  dieser  auf  wohlgestfitatcn  Grundlagen 
crbaueten.  Hypothese  so  »entscheidend  das  Wort  redet. 
]il^i:kfi;ilrdif  ist  es  iadelüi,  dafs  Bpn|steiBg^fchiebe^  welche 
Insekten  s^tbaltcn,  §dr  die  Strsudgeg^den  von  Swins- 
■lands  so  dcfi  dortifca  gxols|sa  Scbsabrilan  geh&vn. 

IM-       ,  '    K» 


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über  Vorweltliches  der  Ostseegegenden.    2141 

ein^n  roSförmig  verlängerten  Dünensug  (eine  sog. 
'Erdiutige)  vom  Straiide  trennten  und  ihren  bereits  von 
Strandgewächsen  bedeckten  Rücken  serwühlend  mit 
IVIeersand  in  solchem  Maafse  überschütteten,  dafs  er 
fortan  als  Sandbank  den  SWinemünder  Hafen  sperrte 
gegen  grolse»  belastet  tief  ■  gehende  SchtCFe ;  eine  Sper- 
rung, welche  jetzt  durch  den  die  Gewalt  der  Meeres* 
iButben  brechenden )  sehr  weit  ins  Meer  hinausgehen- 
den Molobau  vollkommen  aufgehoben  ist.  Dieser 
Bau,'  der  —  aufgeführt  durch  grofse,  zum  Theil 
colossale  Felsblocke,  wie  man  sie  in  Pommern  undMeck* 
lenburg,  >,auf  den^  dänischen  Inseln  und'  selbst  weit 
faineia  in  die  das  baltische  Meer  in  Süd  und  Ost  um«- 
gebenden  Länder  in.  groCser  Menge  findev'  (v«  HofFa 
Geschichte  etc.  L  66')  und  wie  sie  das  bilden,  was 
Jahrhunderte  hindurch  für  Ruinen  des  angeblich  ohn- 
Tem  Oamerow  auf  Usedom  versunkenen  Ylneta 
galt  —  die  Schifffahrt  jener  Gegenden  im  hohen 
Grade  begünstigend ,  der  Kühnheit  der  Unternehmet  • 
«md  jener  der  Vertrautheit  der  Landesregierung  mit 
den  Gesetzen  der  angewandten  Physik  zum  bleibenden 
Huhme  gereicht,  liefs  mich  im  Herbst  des  Jahres  1827 
im  Urgestein  ein  Gebilde  finden,  das  —  irre  ich 
nicht  •—  dem  Erfahrungssatze :  dafs  im  Urgebirge  aus  < 
ser  InfusorienstoS  keine  Ueberreste  organischer  Wesen 
angetroffen  werden,  geradezu  wiederspricht.  Schon 
vor  zwei  Jahren  "würde  ich  über  diesen  Fund  berichtet 
habea,  wenn  ich  nicht  bis  dahin  (wiewohl  vergeblich) 
der  Erfüllung  des  Versprechens  eines  Swinemünder 
Freundes  entgegen  gesehen  hätte :  in  dem  Besitz  jener 
Zeichnung  versetzt  zu  werden ,  welche  gedachtet 
Freund  auf  meine  Bitte  von  jenem  Geblide  zu  einot 
Zeit  entwarf,  da  ich  Swinemünde  schon  wieder  ver- 
lassen hatte.  . 

(Der  Beteblurs  folgt) 


Afchi?  f.  d.  fti,  Namrl  B.  18.  H.  9«  (g 

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34$  Graham 

Beobachtungen  über  die  Oxydation  des 
Pbosphor^s; 

Thomas  Grah^am,  Professor  zu  Glasgow. 

(Qiiitarl7  Jonnal  af  teiMM  tM.  Jnlf  to  SiplanlMr»  1819.  p«  85> 


ITir  sind  gagenvärtig  im' Beätso  .einiger  interot* 
««nter  Thatsachen  in  Bezug  auf  die  iinmerkliche  V^ 
brennung  des  Fhosphor's  in  niedrigen  Temperatureti« 

1)  In  reinem  SauerstofFgas,  unter  dem  gewöhii- 
lichen  atmosphärischen  Drucke«  in  einer  beiläufigen 
Temperatur  von  i4®H5  sieht  map  weder  den  gewöhn- 
lichen weilsen  Dampf  um  den  Phosphor  bei  dem  Ta- 
gesucht,  noch  ein  Leuchten  bei  Nacht.  Auch  £ndet 
kidihe  Al)sorption  von  Sauerstoff  statt. 

a)  Eine  leichte  Ausdehnung  des  Sauerstoffgases, 
1>ewirkt.  durch  eine  Verminderung  des  atmosphäris^en 
Druckes  um  xwei  bif  drei  Zoll,  verursacht  eine  Wir« 
kung  des  Fhosphor*s  auf  das  reine  Oxygengas,  und 
eine  allmählige  Yerbrennung.  * 

S)  Bei  der  Yerdünnung  des  Saustoffgases  mit 
gewissen  Gasen,  als  mit  Wasserstoff,  Stickstoff,  Sticke 
stoffprotoxyd,  Kohlensäure,  Kohlenoxyd  etc.  erlangt  der 
Sauerstoff  die  Eigenschaft,  die  Verbrennung  des  Pho»- 
phor's  gerade  so  langsam  zu  tmterhalten,  wie  bei  der 
Verminderung  des  Luftdruckes.  Daher  leuchtet  der 
Phosphor  in  der  gemeinen. Luft.  Das  Verhältnils  der 
fremden  Gase  verändert  sich  nach  Verschiedenheit  der 
Natur  der  Gase  selbst 


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über  die  Oxydation  des  Phosphor's.    243 

4)  Gewisse  andere  Gase  dagegen  geben  den 
Ozygen  die  Eigenschaft  nicht ,  auf  den  Phosphor  bei 
niedrigen  Temperaturen  tu  wirken ,  man  mag  die  in 
welcher  Menge  immer  xosetien.  Dieses  ist  der  Fall 
mit  dem  Oelgase  und  mit  jenem  Stickstol^gase«  welchee 
durch  die  Wirkung  eines  Teiges  aua  Schwefel  nnd 
Eisen  auf  die  gemeine  Luft  erhaltet  worden  ist 

Die  erste  und  die  dritte  dieser  Thatsachen  ist» 
schon  seit  Uingerer  Zeit  bekannt;  die  zweite  wurde 
durch  Hbrm  Bellani  Ton  Monxa  entdeckt;  und 
tfe  vierte  scheint  sueM  von  Th^nard  (Chemie 
Tom.  L  p.  a36)  beobachtet  worden  su  seyn. 

Bei  Versuchen  über  diesen;  Gegenstapl  wurde 
eine  andere  interessante  ThatsacSie  bemerkt  Die  Ge* 
genwart  einer  kleinen  QuantitilLt  von  gewissen  Gasen 
nnd  D&mpfen  hebt  vUlig  die  Wirkung  des  Fhosphor^s 
auf  das  Ozygen  auf.  So  findet  die  allmählige  Ver« 
brennung  des  Pho^hoi^a  in  einer  Temperatur  von 
iS^IL  nicht  statt  in  den  Mischungen  von 

Yolum  Luft 
I  Volum  Oelgas  und   .    .  .      45o 

1     — ^     Schwefelätherdampf  und  •       i5a 

1     — -     Naphta  und i8ao 

1  —  Terpentinbldampf  und  •  4444 
Ein  Stückchen  Phosphor  wurde  a4  Stunden  lang 
über  Wasser  mit  Luft  in  BerQhrung  gebracht,  welche 
Uofs  den  vierhundertsten  Theil  Oelgases  enthielt^  ohne 
dals  der  Luftum£auag  verringert  wurde,  obgleich  da- 
mals das  Thermometer  häufig  über  1 6,8^  IL  stand. 
Eine  sufällig  eintretende  Verdünnung  der  Luft  von 
T^^  Th.  veränderte  nichts.  Ein  Stück  Phosphor  wurde 
mit    dem    Korkstöpsel    und    etwas   Wasser   in   eine 

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344  Graham 

Flasclm  gebracht»  welche  ai^  CabtkzoU  taGste  and  ge- 
^  meine,  mit  ohngeJEahr  ^^  Tfat  des  Vmfangs  Oelgas  ge^^ 
mischte  Luft  «nthielt.  Während  dreier  Monate  warde 
6er  Vhosphbr  nicht  leuchtend ,  obgieich  seine  Ober- 
fläche mit  einer  dünnen  ^neifisen  Rinde  überzogen 
war.    Das  mit  eingesperrte  Wasser  war  leicht  gesäuert. 

pie  Aetfaerdämpfe  löschelb  den  brennenden  Phos-^ 
phor  aus.  £»  wurden  swei  oder  drei  Stückchen  nas* 
sen  Phosphor's  in  «eine  Fintenflajsche  gebracht ,  und~ 
nachdem  sie  sich  mit  weilsen  Dämpfen  gefällt  hattOj^ 
etwas  Aetherdampf  hineingelassen.  In  wenigen  Se- 
cunden  verschwanden  die  weifsed  Dämpfe  und  die 
Luft  um  den  Phosphor  wurde  vollkomtnen  hell»  Wenn 
sodann  die  Flasche  verstöpselt  wird,  so  erscheinen 
Iceine  weifsen  Dämpfe  mehr  in  ihr,  bis  der  Aether 
durch  die  Verbindung  mit  dem .  Saeerstoffe  in  Essig- 
säure übergegangen  ist,  was  nur  wenige  Tage'  dauert. 

Der  Phosphor  leuchtet  gletch£all8  nicht  im  Dun« 
Icein  in  einer  >  mit  einem  anderen  wesentlichen  Oele» 
so  wie  aucK  in  einer  mit  Terpentinöl  geschwängerten 
Luft  In  einem  offenen  Zweiunzenglase  wird  der 
Phosphor  im  Dunkeln  ganz  hell  leuchten ;  sobald  aber 
dasselbe  mit  einem  Korke  gestöpselt  wird,  welcher 
vorher  ein  wesentliches  Oel  verschlossen  hatte  und 
nun  seinen  Geruch  verbreitet,  so  beginnt  sogleich 
das  Licht  zu  schwinden  und  erlischt  nach  wenigen 
Secunden.  Das  Licht  des  Phosphor's  wird  bei  einer 
Temperatur  von  17,«^  B.  durch  Zusatz  von  4  pGt. 
Ghlorgas  oder  aopCt.  Schwefelwasserstoffgas  ausge- 
löscht. Die  Dämpfe  von  starkem  Alkohol  löschen 
ebenfalls,  in  einer  Temperatur  von  26,6^A.  deq  leuch- 
tenden   Phosphor  aus«      Die    Dämpfe    von   Kamphen 


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über  die  Oxydation  des  Phosphor's    245 

Jod,  Benzoesäure  Atxutioniiuiicarbonat»  CaYbonjodjd 
bringen  jedoch  bei  19,4^R.  diese  Wirkung  iiicHt  her' 
vor.  Wird  der  Phosphor  in  die  Mitte  einer  Bouteille 
gehalten 9  welche  starke  Salzsäure  enthält,  so  scheint 
derselbe  mehr  zu  leuchten.  Dieses  ist  nicht  der  Fall 
mit  der  Salpetersäure»  welche  sein  Licht  sichtlich 
schwächt  Der  Dampf  von  der  Flüssigkeit,  welche 
sich  in  den  Gefäfsen  der  Oelgascomj^agnie  und  in  de- 
nen des  iKohlengases  verdichtet,  verwahrt  den  Phos^ 
pbor.  vor  der  Oxydation. 

Aus  diesen  Versuchen  geht  offenbar  hervor,  dafs 
der  Phosphor  nicht  zur  Entziehung  des  Sauerstoflb 
aus  Gasmischungen  g|ebraucht  werden  kann,  welche 
Oelgas  oder  die  veirschiednen  Bestandtheile  von  Koh- 
len- und  Wasserstoff  verbunden  enthalten.  Er  kaxm 
vielmehr  ihre  Gegenwart  selbst  in  geringen  Quanti- 
täten anzeigen. 

Der  Einfiufs  dieser  Gase  zur  Verhütung  der  Oxy^ 
dation  des  Phosphors  in  der  Luft  ersch^eint  selbst  bei 
hohen  Temperaturen.  Der  Phosphor  kann  lange  Zelt 
in  einer  Temperatur  von  80^  R.  in  Luft,  welche  eih 
gleiches  Volumen  Oelgas  enthält ,  geschmolzen  und 
aufbewahrt  werden.  In  3  Tbeilen  LuCt  mit  %  Thejlen 
,  Schwefeläther  wird  der  Phosphor  erst  bei  8a^H«  in 
derfinsitesnils  schwach  leuchtend,  bei  80*  aber  völlig 
dunkel,  und  so  kann  er  durch  den  Wechsel  beider 
Temperaturen  zwischen  diesen  engen  Grenzen  bald 
entzündet  bald  wieder  ausgelöscht  weisen.  Bei  94^  H. 
findet  eine  starke  Verbrennung  statt  Folgende  Tafel 
^bt  die  Temperatur  an,  ip  welcher  der  Phosphor  in 
der  Finsternifs  in  JLuft ,  die  verschiedne  Gassubstanzen 
enthält,,  erst  schwach  leuchtend  wird; 


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346  Grahaitt 

^      1  Volum  Lttf^und  t  VoL  O^lgaa  wa  74,6*  tL 

5     •—       —   «^   ft  — '   A^therdampf  83»* 

Bit     —      —   —  1  —   NapbUdiunpf  6i,* 

xS$     .^       ^   _  1  —   TerpentindpE  6V 

Die  Art ,  wie  der  Einflufs  dieser  Gase  durch  den 
▼enchiednen  Luftdruck  modificirt  wird,  ist  einer  der 
interessantesten  Theile  dieses  Gregenstandes.  Das  zur 
Verhütung  der  Verbrennung  nöthige  Verhältnifs  hängt 
einzig  von  der  Dichtigkeit  der  Gase  ab.  $0  verhin- 
dert  allezeit  eine  Menge  von  weniger  als  einem  4ooten 
Theil  von  Oelgas  die  Verbrennung  des  PhosphoVs  bei 
einem  Drucke  von  ap  Zoll.  Dagegen  beobachtet  man 
den  Phosphor  in  einem  sehr  glänzenden  Zustande  unter 
dem  Drucke  von  einem  halben  Zoll  Quecksilber,  wenn 
er  sich  in  einer  Luft  befindet;  welche  so  viel  als  ein 
gleiches  Volumen,  dieses  Gases  enthält. 

In  der  folgenden  Tafel  drückt  die  erste  Columne 

der  Brüche  das  stärkste  Verhaltnils  von  Oelgas  in  einer 

Mischung  von  ihm  und  gemeiner  Luft  aus,   welches 

ddm  Phosphor  unter  dem  angezeigten  Barometerdruck 

leuchtend  zu  werden  erlaubt.    £in  gröCseres  Verhaltnils 

von  Oelgas  löscht  denselben  unter  diesem  Drucke  aus. 

Phosphor  wird  leuchtend  bei  ai^H« 
TcrhUtniTf  d.  Oelgases.     Odgai  +  Luft.      BaromeUrdnick. 
I 

T 

T 

TS 

I 
TS 

I 

'.' 
V 

1 

wos 
zis 


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1  +    »' 

1,4  ZoU 

1  +      4 

»,5  — 

1  +       9 

8.»  — 

1  +     >9 

5.0  — 

1  +     »9 

10,5  -— 

1+    39 

10,1  — 

1  +    49 

»6,5  — 

»  +    99 

»5,5  — 

»  +  «99 

»6,4  >. 

»  +449 

»9'9  — 

Aber  die  Oxydation  des  Fhosphor^s.    247 

Wenn  der  FHotphor,  mSgUcIist  trocken,  auf 
dar  Quecksilbertänle  in  d«r  Barom^terröhre», unter  der 
fßx  die  besondere  Mischong  möglichst  groben  Pression» 
leuchtend  wird,  so  reicht  eine  leichte  Neigung  der 
Röhre  von  der  senkrechten  Stellung  hin«  durch  Conden- 
sirung  des  Gase^  sein  Licht  auszulöschen.  Sobald  man 
aber  der  Röhre  ihre  Yerticalrichtniig  ^edergiebt,  so 
Qljgt  der  Phosphor  an  su  leuchtMi. 

Der  £inflals  anderer  Dämpfe  aqf  die  Oiydation 
d#s  Phosphot^s  unter  verschiedenen  Pressionen  bietet 
keinen  wesentlichen  Unterschied  Vjsn  dem  des  eben 
bet^chneten  Oelgases  dar. 

Naphta-  und  Terpentinöl -^Dämpfe  scheinen  ihren 
negativen  EinBuIs  eben  so  schnell  au  vedieren,  als 
der  Druck  vermindert  wird. 

Der  KctUenwasserstoff  aus  Sümpfen  verhindert 
in  einem  gewissen  Gorade  die  Oxydation  des  PhosphorV. 
Diese  Wixkuirg' verschwindet  über  einer  Quecksilber- 
säule von  §  Zeil;  ein  Umstand,  welcher  mit  ^^utxen 
%\vc  Entfernung  des  gewöhnlich  in  diesem  Gase  ver- 
breiteten Sauerstoffes»  mittelst  des  Phosphor^s,  benutzt 
an  werden  verdient. 

Der  Phosphorschwefel  und  das  gephos« 
phort  e  Wasserst  off  gas  werden  gleichfalls  durch  Oel- 
gfas^  Schwefeläthor  etc.  bis  zu  einem  gewissen  Grade  vor 
der  Oxydation  bewahrt,  obgleich  weniger  kräftig,  als  der 
Phosphor«,  ohnstreitig  we^en  ihrer  starkem  Entzündbar** 
keit.  Eben  so  scheint  die  Oxydation  des  Kaliums^  nach 
einigen  vergleichenden  Versuchen,  in  trockner  Luft^ 
welche  4  —  5  Volume  Aetherdampf  oder  Oelgas  ent» 
Jiält,  und  besonders  durch  letzteres,  aufgehalten  zu 
lyerdeh«     Ein  Sti^ck  Kalium,  von  der  Grobe  einet  Erbse,. 


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348  Graham  fib.  d.  Oxydatipn  des  Phosphor'8. 

wurde  einen  JVIonatlang  in  trockener  mit  4  —  5  Vo- 
lumen Oelgas  enthaltender  Luft  aufbewahrt,  und  zeigte 
nach  dieser  Zeit  nur  eine  leichte  Kruste  von  graoenr 
Oxyd ,  während .  ein  anderes  Stück  Kalium  unter 
gleichen  Umständen,  mit  Ausnahme  desOelgases,  tief, 
mit  Rissen  oder  vou  weifsen  Körnern  durchdrungen  war. 
Die  Dazwi^henkunft  dieser  Gase  zur  Ver- 
hütung der  Oxydation  des  Phosphor's  etc.  ist  Wahr>' 
scheinlich  von  gleichem  Ursprünge,  mit  dem  £ia* 
fiufse  einiger  anderer  Gase  zur  Verhütung  der  £nt^' 
Zündung  .des  aus  Sauerstoff  und'Wasser&toff  be^tefaan«^ 
den  Knallgases,  durch  den  elektrischen  Funkei^ 
zuerst  ^beobachtet  von  Sir  H.  Dfvy  (Versuch  über 
die  Flamme),  und  in  der  Folge  bestätigt  und  näher  unter- 
sucht von  Dr.  Henry  (Phil.  Trans.  .i8a4),  und  dürcK 
Dr.  Turn  e  r  (Edin.  Phil.  Journal  Volumen  XL*). '  Dias 
Oelgas  wurde  am  wirksamsten  'befunden  t'  eki  halbes 
Volumen  desselben  verhütete  die  Verbrennung  det 
Knallgases.  So  wie.  in  dem.  Fam.,wt  ^^m  FhospbxMT 
scheint  das  Oelgas  die  gewöhnliche  Wirkupg  zwischen 
dem  brennbaren  Stoffe  und  dem  Oxygen  aufzuheben, 
ohne  selbst  eine  Veränderung  zu  erleiden.  Wenn  die 
Natur  dieses  Einfiufses  des  Oelgases  in  beiden  Fälleä 
dieselbe  ist,  sq  bildet  dieses  einen  merkwürdigen  waä 
interessanten  Gegenstand  zur  Untersuchung. 


■    .^  a 

i*)  UnbekaoDt  sebeiot  de«  Vfr.  su  leyn:  wa»  Theodor  v, 
GrQtthurs  in  dieser Hiosicbt  geleistet  (Gilberts  A'nö^ 
LVf.  IIS.  LYIII.  345);  vergl  auch  meine  eigeneo  hieher 
gebörigen Versuche:  m. ExperimentaljphysiU  s.^ufl.  11.  %bf^ 
und  s6sff.  -«>  Die  weiter  oben  mitgeihcÜten  Beobacb- 
tuDgen  Ober,  dai  Verhältoifi  der  Oxydabilität  des  Phos- 
pbors  zum  rerdii  nuten  SauerstofFgase ,  bestätigen  übri- 
gens sehr  schön:  Dalton'a  Ansicht  ron  der  Natur  der 
Pnrcbeinanderhewfgung  und  gegenseitigen  Verdünnung  der 
Gase  uo  dafs  z.B.  Sanerstoffgas  durch  Sticfcgas  verdünnt 
wird,  und  umgekehrt)  und  damit  auch  die  D.  a.  O.  259 ff. 
beschriebenen  Versuch«.  K. 


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349 

ßin  'ßil^trvLg,  zur  K^^ntiiif^  eirtijgfer 
elektif'ipneeativen  Metalle;       ■ 

.  .   *    rf<       j     w     ,         .»  "   ,  •        •   •         »I  ♦  •• 

■  .    . ;  .  -  •  löi'     »•.      ,         .  •  »    '  j . 

.    , 5.-,-    ,  .•    ¥00.  ,• 

Dr.  EmiL  M «ijcimil.  Dingler,  zu  Augsburg. 

'       •  •    «  •         •  •    •  «  ..;; 

'       ICabaltsaares  Ammoni-Ak.: 

leb  tetste  eoneentriftei  Aettammoiiiak ,  mit  kleetanreni  Ro« 
baltoxyd  Termi^bMr,  VMkreraiWCochcii  der  Berilhrong  aiit  der 
Laft  aui,  wobei  et  nach  L.  Oai«l»tt'^*)  VevMchea  Kohlawr 
aSrtffe  iiad  Stüemoff  abtorMtt,  wvlahar  leutereidaa  Kobakoxjrd 
in  Kobait88iir«f  tftofi^dHt;,')  0i«'  FlOatigfccit  mieda  aodan»  vmv 
dem  anaafgelM«»' ota^MNito- Kobahox3rd  ^Mltrirt^  and  um  'Sm 
,  IfoblensSora  md  Oxalafiora'^daraiia  au-  «Dtfemany  «iH  KaUibjrdrat 
reirmisc^  dtid  «HMtr  «f alga  Zeit  bei  der  gawühalteheii  Itm^tutm^ 
tnr,  in  eioem -vei^eabteHetteniGtfllfra »  in  BerUhraag  getaataab* 
Hieranf  filtrirte  iaM  iia  Wieder  ood  ae«itri|fiairta  ai«  oiit  SalplMa«» 
a8ttre^  «m  1lMitraiaa'*lfil>altiattraa  AoHnooiiak  in  'avIuiltaB. .  Dia 
Festigkeit 'b^Uft  ii«n2lblgaiide  £i)[[aaaobaftBo: 
. '  'i)  DarcK  ne«trate>'plKnpboraaare  and  arfanikiaura  AlbaUaii 
woHe  danratai  4rdaJ«dpiirlfobaltox3rd«ila  gef&llt;fea  ematand  warn 
ein  aebr  geringer  weift  er  Niedertchlag  durch  Zeraetsang  dar  oa« 
bedeateni^  J^ogr  kjl^aluaprea  Kalkt,  ^ir^cba  tioh  bfiBeband- 
loog  der  ammoniakalitchen  Fl&aaigkeit  Init  Ralkhjrdrat  gebildet 


a)  Porcb  npaMr#ifi^l«7-f  Silber r»,Kapirer*-,  Zink-,  Ziniir, 
tCadniüipotf ,  Citen,*,y,;^angan-,^  Kobalt*',  Nickel  and  Uranoxyd- 
aalaa.  wird  tjia  nicht.  geHUIt;  aejbtt  basisch  essigsaures  filey 
Jiriagt  darin  kaiae^^(^^^{n^f)ilag  herrory  wenn  sie  VoUkommei^ 
iM^Uensäurefiri  ist«  , ebenjipiTeiug  wirci  .sie  durch  die  Salsa  der 
«titalischen  and  aigef^U^c^ieo  Erden  gefallt. 

Da  fcl^  auf  die  ang^ebene  Weise  kein  oaloslicbes  kobalt- 
«antes  Sala  efbii^k^.so  «mar  ich -auch  nicht  im  Stande^  die  Ko- 
^bÄksamra  so.  ifpÜrea. 

3)  Sciiwefe)was8erstoffgas »  welches  asäii  hindorohstromeii 
lafsfc»  feraodf^rt  sie  nic;hL  Als  sie  mit  einer  cur  'Sättigung  des 
AnHDOniaks  .mehr  ala  hfnreichenden  Menge  verdünnter  Schwefet- 
Sttüre  versetzit  ^nd  4^nn  lai\ge  Zeit.  Scbwefelwasserstoffgas  hin- 
dnr«ibgei|;it«i  yrurde,  en^taod  ebenfalls  niclit  die  geringste  Spur 
Kobalioxydaala.   .Vaai^  bingegen  das'«etitralA  kobaltsaura  Aöh 


n  Sehvretggjtf^'a  J«orMl  dar  Cbania  and  Physik  N.  R. 


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25a  Dingler 

-  gas  hioeiiigeleket,  oder  wtvin  et  sogleich  oiSt  gcniirefelwaiMr. 
•töffiniireni  AmMdWAk .  gemilcht  irird ,  fo  »nti teht  «MefWiftklieh 
ein  schirarser  Niedtrtälag  und  die  FlftesigkeU  entfUrbt  eich 
▼oilkommett.  Die  qaaotitative  jinalyte  dieeee  Niederschlage  er^ 
gab,  dafa  darin  ^6,9  Kobait  {iMq.)  mit  40  Schwefel  (sAeq.) 
rcrbaaden  eiod:  Kobalteänre  a.  Schwefelvraseeretoff  bilden  daher 
diMTch  gegenaeitigaZerietsaDg  Waeeer  oad  Doppeltsekwalelkobalu 
Hierans  folgt,  Wa  das  Kobalt  in  der  Kobaiteäare  mit  noch  ein 
Mal  eoTiel  Sanerttoff  alt  im  aakfähigenOzyd  Terbanden  ia|»  ond 
dab  dieaa  Säore  beateht  ans; 

Koba^  64,86       56,9        1  Aeq. 

SattitttPf    •  iS6<i4      •  »o     ^     »Ae^ 

I00|00       06,9. 

56^  lUbilttSiire  nentraliakt^a  dabeir  «infi^  IMg«  Bafii|[ 
«velche  10  Saoerttof  enthalt.  •<  ;>  .  u«.^ 

V  L.  Gmelin  bat  dio  Jtfangi^'f««  Saoar»IQfg^  bfitimmt» 
welche.  Kobaltoxyd  bei  eeinerAni^^ngjj«  An^QK^niak  absorbir^ 
•ein  Retttltat  entipricht  obiger  ZotammrmtMfceg  der  Kobaluäur^ 

>  Dtm  dartk  kobaheanrea  Ammoirfak  erhalten«  Doppelttcbwe^ 
lelkobalt  widersteht  siedender  rSalsal«ve.<  wetig^  aU  ()as  .nach 
der  einen  oder.  Anderen  der  non  Sett^überg.bet^hriebenen 
Ifierfafarangsweisen  dargestellten  Schwefelmetalle;  .        .! 

:  .  Wenn  man  einmal  ein  nnlosfiob^  k^hiatsaiirffs  Sals  keonl^ 
so  wird  man  vermitldst  deuelben  ?iellei<hV.«»tfi  J Mfnniiige«  Pop< 
peliflübrkobait  'darstellen  können,  welche»  sich  in  Bfr&broDg 
■dt  Waiaer  in  Fiubiwassarstofitfitire  «nd  Hobaltaiiue  c«|rsctat,(,^ 

'  KobaltsiLutes  Kali  uu^l^attdii.  .        • 

•  Wenn  Kobalthfpevoxyd  mit  einem  ^^n  Alkali,  bei  9MM 
von  Sanerstoffgas»  oder  mit  einem  salpetferliitt^ü  ßx'ßo  Alhah  ge- 

«lühtwird,  so  bildet  sich  keine  Ilobälti5ui:e.-*  ,L*itet  aKah 
ingeeen  durch  die  sehi"  TitrdQnnte  Atfllösung  eines  TdHkoiAne^ 
hangaofreien  Kobalualtes  C«- B.  siiblimirtett  ChlorkobaltiV  »* 
lange  Chlorgas,  bis  si^  damit  ifes8tti|(t.  ist,  niid  fWlt  sie  d«m 
nut  einfach-  oder  doppelt -kohleasaaremKafi  oder  Katron »  odMr 
versetzt  man  die  KobaUauflösüog  sögTeidi  mit  baiischem  Ohlor- 
alkäli,  so  fallt  Kobalthyperöxyd  nieder,  weldhcs  durch  S*l«o 
Einwirkung  auf  das  Chloralkali  Sauerstoffgas  mit  Brausen  en»* 
wicicelt  und  es  auf  diese  Art  nach  und  nftch  fast  gane  in  sala^ 
saures  Alkali  rerWandelt  Eine  sehr  geringe  M«oß«  SAueÄloff 
vereinigt  sich  htebei  im  statu  nascente'mit  Kobalt  «« Kob«ti««*fe  \ 
und  die  Flüssigkeit  erscheint  daher/ f^enn  sich  das  KoMlthyw 
peroxyd  abgeseUt  hat,  durch  ncutra!^  kobiiltsÄres  Kali  oder 
Natron  grün  gefärbt  Webn  man-  t\t  ^thitkt,  so  entfSrbt  s» 
sich  TolTkommen,  noch  ehe  sie  den  Siedepunkt  erreicht,  und  sjrtet 
eine  höchst  unbedeutende  Quantität  KobaUhyperoxyd  ab.  Wie 
vfenig  Jcobaltsanres  KaK  «der  Natroof  uöthigL  l^ft»  um.  ^Q»  b^ 
trSehtliche  Quantittt  Wasser  grön  an  färbet»  kam  MP  daraus 


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%  xur  Kenntnifs  «i|i{gv  Metallsalze  etc.    S51 

mi  UU  sfwii  FfiMde  /bImt  Hark  gOißgäir^^m  FIMgMl 
fivhititii  «or  5Gmb  KobailbypArojqrd  fallcA  li«(imi. 

Oxalsaures  OhromozyduL 

ElafMliMMitMnw  ChroMOxydal  «rbftk  ««»,  wwa  dMlof* 
lÖMmg  T9tt  OxalOon  §•  laage  mit  Ikbcwclift  Migem  piifOWMjnd«l> 
bjrdrat  g^lwobt  wird,  bk  sie  4m  L«ki»MiMiptor  mIh  »ekr 
rdtbtt.    IMeMt  8«ls  in  dctwffw  .ntriifrirdig  •  woiL  «•  dnr«li 


Kalktals«  aiobt   gtlSUt  wird,    toiitoii  mit  danaalbM  Idtlieka 

'     gibt.    VcrtctBt  naa  etalMrnitQbWikalk<-lnli$timg 

CbromOi^M  i»  GkrO»aiiw  wigvladtrt,  ited  «• 


DoppelMbM  gibt.  Vcrtctct  naa  et  abtr  nitQbWikalk<-lnli$timg 
•o  wird  das  CbroBioi7dai  i»  GkrO»aiiw  wigtladtrt,  ited  «• 
Hillt  daan  oxaltaurtr  Kalk  aitdtr,   wtMar  ia  €br«Mtlttra  wi« 


auÜMich  ist. 

Wem  doü^itlt  oxtlt anrät  Qbronoxjrd«!  alt  < 

AlkaK  neotralMirt  nnd  bicraof  mit  talttaurem  HaUc  in  U«btr- 
tehuCi  Tcrtciat  wird,  ßo  aart«tift  dieter'MDtdatvsaitaara  Alkrfi, 
Hiebt  aber  dat  oxaltaore  CbrornoxTdnl :  .dean  et  wird  genaa  die 
m\(U  der  OaaMare  g^lk,  «od  die  iUcrirte  Flitdykeit:  gibt  da- 
her mit  Chlorkalk  ooifh  einen  reieblicben  Niedertehiag  von  oxal- 
tanrewKaik.  Ana  di^mGnmda  wird  etnfeeboxaltanret  Chrom- 
oiydvl,  welebet  mit  kali-  oder  ammooiakMtig^n  Chromoxjdnl 
bereitet  worden  itt}  dar«b' talttaorea*  Kalk  «cbwach  getrftbt* 

leb  habe  noeh  sa  bemerken,  daCt  darch  die  oxydirenda 
Einwidiang  des  Chlorkalkt  nieht  blot  dat  Chromoi^dnl  in  Chrom- 
tlnra,  aondem  anch  etwaa  Oxaltlkire  inKoUjmitay  nn\gn<ndert 
wird«  JDigeiirt.  man  oxaltenret  Kali  mit-  dlilprkali,,  to  v^ifd 
aelbtt  bei  einem  croÜKn  Uebcrtehnrt  TOn  Aetskali  die  O^blüre 
▼olUUndig  in  Kohleot&iire  Terwandelt,  to  da(t  die  nqntrauiirta 
FlfiMigkeit  tieh  dnreb  KalktaUe  nicht  im  Gtriogtten  trUbu 

Wenn  aM«  chromsanret  Kali  mit  Obertchüttiger  Ox|d||lojre 
digerirt,  ao  wird  die  Cbroauinre  unter  Bildoii^  von  KjaHmtaufe 
jm  ChvoaMMydnl  rtdoeirt. 

..  •     .      >    ..  .     .  i  .  •  •.  •     i 

Manganhyperoxyd^ 

MdireraGbemiker  haben  dan.  branaen  Niedertablag,  wekher 
doreh  Ghkiralkalian  inManganos^rdoltaliaa  berrorgehra^bt  wird, 
fhrllanganfajrpeMMnrdnl  gehaluni  leb  habt  ihn  daher  auch  ohne 
genanere.  Untertncnung  in  meiner  Abhandloag  ftbar  den  Chlor- 
kalk*) alt  aolelmt  ao^laf&brt;  Da  abtrrhiUip«  «njängtl  be- 
merkta  **),  dafe-  „dimer  Niedertehiag  Hyperoiyd  §ar,  welabat 
wahrtoheinliab  einen  aeriogen  ttöehiometfitehen  Intheil  Watter 
enthakh^S  ^  Tefanlafite  mieh  dietet  eine  Analste  dettelben  ror- 
sttnehme»^  welche  ergab,  dalä  er  bei  Bo^JBi  geiroekaet,  t  Aeq. 
Jffanganb^rperoxyd  and  %fl  Aeq.  Watter  enthalt  Er  Terlitri 
"   Ich  in  der   danklea  Gl&hhitse  a3  Procent  von  teiaam  Ga>*' 


«)  Dingler't  poljrt  Jonro.  Be).XJCyi.  S.ttS.  . 
*•)  Jahrkncb  der  Chemie  «adPbjtik,  N.a  BtLXXTI.  S.ig6. 


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fiÜ»  Dingler  -    ^         / 

'WM1M9  wovon  IS  Watier*  «lid   11^  ^Mnrttdff  tindl;  dat 'rftcfe- 
ständige  sehwane  Palver  kt  Mairganbxjrdoxydtrl.'   Et  ist  vmao^ 
lieh  ihn  vollständig  zu  entwässern,  ohne  dafs  er  Sauerstoff  ver- 
liert    Kochi  fticn  iln   aut  veHuanter  Schwe^eUlure,  so   löal 
•ich   eine    nicht  vnbedeuteade    Quantität  Manganoxydul    10   der 
SStirr -auf,  aber  ea' entwickelt  aich  dabei  SaMotioffgfeia.')-«?:  Eia 
anderes  Hydrat  des  Maaganhyparoiyda  achligc.jicb  als  schiMtf- 
'*sea. Pulter  nieder,,  wenn  Gblorgaa   in  eine  sehr  terdftnntft;  Jka^ 
•Idaon^  «von    krystallisineoi't  eaaif saurem    Manganoxydol 'geleilet 
'  wird  (wie  ich  dieses    bereits  beaseriit  habe);   ich.  iiabe  aeiaea 
WasseDgebaH  nicht  beatiartat)   dm  asaber  leicht  aosges»fst  wer* 
den- kann ^' HO  dGvfte  «s  sIeb-Ba  Manobea  Varancbea  i»easer  eig- 
-  «aa  «la  das  Vo^ergaheildak    . 

lieber ;4ie  Natur    des  Chlerkalks,    und 
der  Chloralkaliea  überhaupt}  • 

i.i. ,   ',    foa  .,'.  -.,"       :. 

Ebendeiuselbei)/  '^. 


•1*. 

n    i 

-1-  . 

in  ' 

..:  . 

.1 

"^     '  fIbeH. TOT  (tarier  Zeit   liiettea   die   Bieilit«n   Ghettiker  deb 

'  GMoHTalk  fUr  eine  Verbindung  von  Clor   mllf  Kftlkliydrat;   seit- 

''dem  if^rBek-xelios  sein^  Ansicht  über  die  S^samaienseteniig' 

^*'der*Vftfd('aIka1ien  (welcb^i  er   ftir  Geteengfc'  von'  «ihloHchtsanr^a 

Sali^c^n    mit    Chlormetjllleji    hält)    ausfubrlfche^r    en'tvVickelt  bat, 

schefnt  dieselbe   allgemein  "als  'idie  wabrsehjelnlidlfere'' betrachtet 

tu.  wMtt  *);    L  i  e  b  i  g'  fitriseft  aich    darüber  iti  ehier   seiner 

neuesten  Arbd'ten  **)  folgenderroaaasen :   „Die  Erkläi4i<»g^  welabe 

Berselius    über  die  Zersetzung  der  Ghlorverbindungen -durch 

Säuren  gegeben  b^t,  "itt  eb«n  so  Wahrscheinlich ,  als   es  gewifa 

ist,  dafs  nach  dem  Glühen  eines  Gemenges  von  Pbosphorcalcium 

mit'  f^cfilfAkial'sanrem   Kallr,'i«ijier  Kalk  zuniefcblniiai'Mfieina 

.  aeatfstii'n  Versuche,   a'O   refar    aaeb  dadurch   die  81- 

tere- Ansiebt  an  'Wabr«eheinlichkeir  verliert,  &e-^ 

wei'sea'*  d^atfoeh'    »ieht    ifabedingt    ^m%    B«atelida'^ 

einer  chloriebtiBa  Säur^,  iade'>m  mit  Hülfe  einiger» 

'  g«ra^e  atchtunwahrscheiwlichaa  Voraasaatcuagjea» 

alle  ^rscheirittnjgfea ,  die  er  beoba«bekt  ha^, 'asab 

nach   beldea   Ansiohten  er'klärea    la8sea.<<    Liebig 

glebt  derAasicbt  rea  Beraelias  hauptsächlich  deawagaa  dea 


*)  Mit  Aasaahmea;  1.  B.  diea.  Arch.  XVII.  297  a.  SiaAaai. 

Kastner. 

*^)  Poggeadorf l^a  Aaaalta  der P^jiiku. Chemie »  Bd.XV. 


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zur  Kenntnife  des  GMorkalks  etc.      2)53 

TofSQffy  weil  «MigMarM  Kili  durch. Chlorfw  tersan  w|rd  qaA, 
naa  «no  bei  dei^  Uteren  ilnticbt  sqgeben  mpfty  d«fa  ein  ein- 
facher K5r|per  die  Verbiadflng  «ioer  Säure  von  ihrer  Base  aaf- 
suheben  ▼eraiag  -^  Ich  will  im  Fol^gendcn  eieige  Vertache  und 
Bemerkoogen  miuheileiiy  welche,  wie  ea  nir  «cheint,  dieeen 
schwierigen  Gegenstand  in  so  weit  cor  Entscheidnng  bringeU) 
als  es  bei  dem  gegenwartigen  Standpunkt  der  Wissenschaft  mög- 
lich ist  ^ 

I.  Ich  habe  gegen  die  Ansiebt  von  Berselins  b,enierkt|^ 
daft  Chlorkalk,  wenn  er  ein  Gemenge  ron  Chlorcalciom  mil 
cbloricbtsaarem  Kalk  wäre,  die  Feuchtigkeit  so  stark  anziehen 
Büfste,  daCs  er  bald  serfliefsen  würde.  Dagegen  sagt  Berse-. 
liua  darsdicfs  gane  unricbtig  Btj^  vrcU  4#s .Chlorcalcinm  darin 
als  basisches  Chlorcalcium  vorhaDden  w&re.  ^uo  kann  aber 
nach  seiner  Theorie  das  Chlorcalciom  oiFenbar  nur  im  Halb- 
Qblorknlk  als  batiicbcs  Sab  eothaKen  seyn,  denn  Einfach- Chlor- 
kalk mofs  als  ein  Gemenge  von  neutralem  Chlorcalcium  mi^ 
cbloricbtsaurem  Kalk  betrachtet  werden.  Der  Einfach -Chlor« 
kalk  liebt  jedoch  eben  so  wenig  Fejuchtigkeit  an,  als,  der  Halb- 
Chlorkalk.  —  Ich  sättigte Kalkbydrat,  welches  nach  Hooton- 
LabillardibreU  Verfahren  *)  dargettellt  war t  »öglichsl 
langsam  mit  Chlorgas;  das  erhaltene  Kalkcblorfir  cuthielt 40 Pro- 
cent Chlor,  bestßnd  also  fast  gfann  ans  Einfach- Chlorkalk« 
aop  Gran  desselben  worden  auf  einer  Porcellanichaale  ausge- 
breitet und  die  Schaale  sodann  mit  einer  Glasglocke  bedeckt ^ 
welche,  ich  mit  Kalkwasser  absperrte.  Dadurch  bewirkte  icq 
eioerscits,  dafs.  der  Chlorkalk  nicht  anrch  die.  Kofilensaure  der 
Luft  serseta  werden  konnte,  und  andererseits,  dafs  er  sich  in 
einer  beständig  mit  Feuchtigkeit  gesättigten  Atmosphäre  befand. 
Eij^e  gleiche  Quantität  geschmolzenes  und  gepulvertes  Chlorcal- 
ciom wurde  unter  dieselben  Umstände  TersetcL  Nach  zehn  Ta^ 
gen  wnr  das  Chlorcalciom  zerflossen,  der  Chlorkalk  aber. fühlte 
sich. nnch  sechs  Wochen  noch  ganz  trocken  an,  ond  hatte  nnv 
5  Gran  Feuchtigkeit  aiogezogen. 

II«  Eine  gesättigte  Auflosunft  yon  reinem  Chlorkalk  enthalt 
nie  mehr  als  vier  Procent  Kalk.  Sie  kann  at^er  noch  soviel 
krjrstalli^jrteii  salzsauren  Kalk  unter  starker  Erkaltung  aqflösen, 
dafs  sie  (bei  -f-  la^H.),  9i  Procent  Kalk  enthält.  Angenommen 
nun,  der  Chlorkalk  sey  ein  Gemenge  von  Chlorcalcium  mit 
cbloricbtsaurem  Kalk,  so  sieht  man  keinen  Grund  ein,  warum 
ihm  durch  eine  gesättigte  Cblorkalkapflosuog  kein  Clorcalcium 
entzogen  wird.  (Man  vergL  die  weiter  unten .  folgenden  Bemev- 
knngen  über  die  Darstellung  eines  reinen  Ghlorkaiki).  , 

,  III.  Bei  der  Zusammensetzung  de$  Chlorkalks,  wie  sie 
B^rzelius  annimmt,  ist  die  Entbindung  reinen  Chlors  ana 
demselben  durch  Säuren,  nui;  dann  erklärbar,  wenn  das  Ver» 
hältnifs  zwischen  Chlorcalcium  und  cbloricbtsaurem  Kalk  nicl^ 
pestöri;  ip^ird ;  sobald  letzterem  ^alzs  ein  Tbeil  des  ersteren  auf 
irgend    eine   Weise   entzogen    wird,    mofs   durch  Schwefelsäure 


*)  Berselins  Jahresberichti  Vf.  Jahrganf »  dent« Ueb. S.17& 

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254  •'•     Öingler 

\ 

Hq^  i.  w.  dirtnt  aiieb  CMorox^dgat  eDtl^tM«  W«M«i  -Jb  43«(^ 
fölft  noth wendig  attt  der  Theorie.  '  Wenn  aber  das  Verhälmira 
Kriechen  Chlorcaleinm.  und  chloriehttaarem  Kalk  bei  Bcband- 
fbrig  dee  Chllorkalka  mit  wenig  Watier  nicht  giftndeft  werden 
•oll  9  80  mfiflen  cfalorichtiaorer  Kalk  und  Ghlorcaleiam  gleich 
aoflöslich  teyn ,  was  nicht  der  Tall  seyn  kann ,  weil  Ghlorbaik 
sH  sniner'  Aaflöiang  zehn  Theile  Waaser  erfordert  Auch  habe 
i^h  bei  meinen  Verii|chen  eteti  reines  Gblorgae ,  ohne  alle  Bei* 
miscÜnng  von  ChlorosnrA —  oder'  Sanerstoffgai  erhalten ,  wenn 
ich  .Chlorkalk  mit  vireiaiger  Waiser  «!•  tu  feiner  Auflösung  nSthig 
iaty  abrieb)  filtrirte  nttd  das  Unaofgelofsle  mit  Schwefelsäura 
■ersetzte  ♦). 

|V.  Wenn  man  in  eina  Ohlorkalkaiill5fang  Chlor  leitet:  ao 
nimmt  #r  noch  i  Aeq.  Chlor  «af  nnd  stellt  dann  den  Doppelt» 
Chlorkalk  dar»  Welcher  Wedier  die  Rupferoxjrd - ,  Zinnoxjd-, 
Zinkoxyd-  und  Uranoxyd-,  noch  die  Manganozj^dol-,  Kobal^> 
öiyd-  nnd  Nickeloxydsalse  fSIlt;  wShrend  alle  diese  Salsa  durch 
£iofach -Chlorkalk  unter  Bildung  TOn  Dopp^- Chlorkalk  und 
Fällnn?  tOn  Oxydett»  baiischen  Salzen  oder  Hyperoxyden  zer» 
setzt' werden.  'Man  erhSIt  auch  Doppelt- Chlorkalk,  wenn  man 
ChlorkalkaufiSsung  mit  einer  zur  SSttigung  der  H&lfte  ihres  ( mit 
Chlor  verbundenen)  Kalkgehalts  hinreichenden  Menge  TerdSmiMtf 
Salpetersäure  vorsichtig  vcirmischt,  oder  wenn  man  sie  ^o  lang^ 
mit  Säure  versetzt»  bis  sie  die  neutralen  Uranöxydsalze»  MaiH 
^anolydulsalze  u,  s/w.  nicht  mehr  f&Ht»  ein, Umstand»  welcbev 
erst  dann  eintritt»  wenn  i  Aeq.  Kalk  mit  i  Aeq.  Chlor  verbvn» 
jien  ist  Was  ist  nhn  Doppelt- Chlorkalk  für  eine  Verbindung^ 
#enn  Einfach  •  Chlorkalk  ein  Gemengt  von  Chlorcaleinm  mit 
eblorichuaurem  Kalk'  ist?  Ich  sehe  nicht  ein»  wie  man  sich 
aebe  Eigenschaften  bei  dieser  Annahme  genfigend  erklären  kann» 
£s  sitad  nur  drei  Fälle  möglich  s 

a)  Entweder  mttfs  ihan'  annehmen »  difs  Chlor,  wenti  ci  rom 
Einfach- Chlorkalk  (einer 'Mischung  von  Chlorcaleinm  und  chlo* 
richtsaurem  Kalk)  absorbirt  wird»,  denselben  gar  nicht  Teräa» 
dert;  dann  sieht  man  aber  nfcfit  eiii»  warum  gerade  i  Aeq.  Chlov 
gegen  i  Aeq.  Chlorkalk  erforderlich  ist»  damit  die  genanma» 
Metallsalze  nicht  mehr  zersetzt  werden »  die  Auflösung  des  Chlo* 
yQrs  mag  nun  mehr  oder  weniger  v^rdilnnt  seyn. 

by  Oder  man  ninfs  annehmen»  dafs  der  chlorichtsanra  Kalk 
'  die  tJranoxydsalza  n.  s.  w.  dadurch  fällt»  dafs  er  in  anderthaUH 
odei^  doppelt -chlorichtsaoren  Kalk  übergeht  und  dars  letztem 
^Verbindungen  sich  gegen  Chlorcaleinm  indifferent  verhalten.  Einn 
solche  Annahme  steht  aber  mit  der  Erfahrung  in  Widerspruch  ; 
Wenn  z.  B.  die  chlorichte  Säure  aus  i  Aeq.  Chlor  nnd  5  Aeq, 
Sauerstoff  besteht»  so  werden  in  der  Chlorkalka^flösung 5/4  Aeq, 
Chlorcalciufi  mit  i/4  Ata.  chlorichtsanrem  Kalk  gemischt  seyns 
würde  man  nun  i  Aeq.  Chlorkalk  mit  soviel  Salpetersäure  Ter- 
aetzen »  als  zur  Sättigung  von  i/6  oder  i/B  Aeq.  Kalk  hinreiche 

*>Dingler^s    polyt    Joum.  Bd.  XXIX  S.459.      Bnob- 
ner^s  Repeitorium  Bd.XXlX  8*a47. 


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zur  Kfciliitnlfe  iteifVÄilörKaito  rfc.    '"ihb 

•0  Iconiit»  tr  tmter  ofcig«r  Vortat tettaiig' 'die» 'fftilAiitM  Mciall- 
tal»e  nicnt  inehr  fillea.  Die  Erfabnmg  lehrt  aber,  daft  er  ü« 
eret  dano  nicht  mehr  oiederteblSgt  y  wenn  i/t  Aeq^»K«lk  an  eine 
SSwre  gebunden  ttt    .. 

a)  Der  eioufe  noefi  »öglic^e  Fall  iat  dieeer:  daft  eich  dar 
■Dhloriehttanra  Häk  in  Beribmng  nit  aeptralen  Knpferojcjrd-, 
Ziiibor|rd*y  Zinnoxyd  •,  nnd  UranozirdaaUen  geradeso  in  cblo- 
ncbta  S&ora  und  Kalk  teraetst»  welcner  letitaN  daa  Metallaals 
jf&Ut)  w&hrf^d  «rfifvra  daa  Caleioa»  im  Cblorcaloinm  oxrdirt  und 
das  Chlor  frei  macht;  in  dieeem  Falle  aoUta  aich  der  ganaa 
-Kalfcgebalt  dea  Chloren  mit  der  Sftare  dea  Matallaalsea  rareini* 
gen  vnd  aUee  Chlor  frei  «rardan.  D*>aber  die  Erfahrung  lehre, 
dafe  in  denFUleeiAheit  Doppelt- QhlorkaUc  enthalten  iat,  #a  mufa 
■Mtn  anoehmeo»  i^U  aor  «o  lange  chloriohtiaorcr  Kalk  aenelal 
.«rird»  bia  in  dair  FlOaeiakeit  Chlor  und  chlorichtiaorer  Kalk  iui 
VerhSltiiira  Ton  t  Aaq.  oita  arateren  gegen  i/%Aea..  daa  lemeren 
Hicbei  aieht  man   aber  nicht   ein« 


f  emiecht  iindi 
ihlor  gerada  in  dieaem  und  keinem,  anderen  Verhiltniaaa  de» 
ckloricbtaaoren  Kalk  die  Eigenschaft  baniiMit»  «nf  daa  MetaU- 
.aala  au  wirken. 

Um  die  in  I »  TI  nnd  III  gemaditan  Einwendongan  «•  ba- 
saltigen, mOfeteman  annehmen,  dafs  Kalkcblorttr  ein  Doppalaais 
Ton  chiortahtMurem  Kalk  nnd  Chlorcalcinm  ist,  welcbea  dnf«h 
Wasser  nicht  serseut  wird.  Eine  solche  Annahme  wira  aber 
I)  sehr  unwahrscheinlich,  weil  chlorichtsaores  KaU  kein  solches 
mit  Chtorkaliom  gib«,  indem   nach  den  Varfucban 


ron  Beraelius  letsteres  fast  aam  auskrystalliairt  und  ersterae 
aufgelöst  bleibt,  wenn ,  Chlor  in  aoncentrirtea  Aetikali  geleitet 
wild,  und  a)  wäre  damit  keine  etnsiga  ron  den  Sahwiawgkfilen 
gehoben,  die  daa  Verbalten  dea  Gfclorbalks  tu' den  Kopferosfd», 
Zinkonrd-,  Zinno^d-  und  Uranotydsaiaeo  darbietet^  wenn  iMm 
aa  naab  dar  Tbaona  ron  Bartaliua  arkttran  walL 


Bartalina  hat, gefunden,  fMi  wefiu  Chlor  i«.  eine  mit 
Chlorkalium  gasltti^e  KaUaofldsi|ing  geleiut  wird,  suerst  Chlor^ 
kalinm  auskryatallisirt  uod  daCs  erat  spater  das  schwerer  Jöslicha 
chtorsaore  Kali  sjch.faa%  gant  rein  ansf^beidet  Niemand  wird 
bestreiten,  daft  dieser,  Verauch  iKirklich  beweiset,  daft  wenn 
Chlor  in  concentrirtes  Aetakfili  geleitet  wird,  suerst  Cbloi^ 
kalinm  und  cblqrjcjl^tsfpres  Kali  antsubt  und  daft  letsteres  8ab 
.erst  in  der  folge  dif^h  die  Einwirifung  des  Chjora  in  chlorsa^ 
ree  Kali  omgeladert  firird.  Folgt  aber  hieraus,  dafs  dieselbe 
Zerselsnag  aoch,  statt  ündet,  wenn  Chlof  .in  sehr  rerdQnnte  Kali* 
auflösung  geleitet  wftd  und  daft  es  ntiter'  keinen  Umst&aden  mit 
Kaliumoxyd  ej^  Verbindung,  eioj^ehen  katon? 

Wefin  reines  Chloigas  auch  noch  so  langsam  in  Kalkhydrat 

n'  'tet  wird,  so  ist  es  doch  unmöglich,  jedeErhitoung  des  Hy- 
su  rermetdan  «nd  t»  iat  leicht  m  bewaiaen,  daft 


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it^Bi    Din ^ler  Zv I^nntnifj^  il  Ct!iU)rkaII(8  etc. 

€b1o«lc9lk  anch  tPßrM  CMorcaldnm  cntstebt  *) ;  u  eottiriclcek 
•ich  'dabei  SauentpfTgas  (so  vvie  auch  wenn  Gblorkam  b'deir  fielno 
iluflösung  lange  Zeit  aufbewahrt  wird,  wobei  nicbt  selten  luft- 
dicht'ver§chlDS8ene 'Glasgcfäfse  zersprengt  werden)^'  '£fi  wSv^o 
möglich,  ^daf»  das  edtbundene  SauerstolTgas  denf  gebfidetfen  GMör-» 
ealeium  laicht  ganz  entspricht  find  idafs  atich  etwas  chlörlehtsau- 
xtt  Kalk  entstäit  SoTier  iel  gewife,  dafs  aar' Chlorkalk,  wel- 
'thet 'bei  seiner  Bet^itung  sich  betrScbtlich  erhitzt  bat,  durch 
Sanren  Chlor  mit  ein^m  Nebengemch  nacli  chlorichter  Saure 
'entwickelt  wird  und  dafs  ein'  «olofaBer  CblOiltalk '  }<»d«snial  auch 
\etwas  Chlorsäuren  Kalk  enthalt.  '  '•;    •■^^\ 

Um  reinen  (jblorkalk  zneriralten,  mufii'  man  das  mogli^fasc 
«orgfaltig  dargestellte  CMorOr  in  der  Hätfce  seines  Gewichts 
"Wasser  änfweiche'tt  )*  üUrireu,  und  t  mit  einer  gleioban  Quantität 
'Wasser  aussufsen.  Das  unaufgelöst  gebliebene  Iratindann  mit 
'derselben'  t^üantitSt  'Wassei'^drd^  o Jer  Vit^taial  *i)ehaudeit  werden 
'und -die  fihrirte  AufiÖsiing  wird' jedesmal  Vier  Procent  Kalk  enU 
^li«lteifrVv^lg^><>b  eine  gesättigte  seynr-^  Wetin  man  den 
Chlorkalk  sogleitfh    bei  seiuer  Bereitung   so  reih  als  es   hiebet 

md'glich   ist,  erhalten,  will» »o  mufs   der  ]Ka)k  «vorkommen  ga- 

^  löscht  seyn,  darf  aber  auch  durchaus  kein  iibersthussige»  Waa- 
idr  «BthaHen.  Zur  Sattigun^.ideieelben  mftK^hlor  mufs  man  die 
.bekannte  mbebaniscbe  Y^^rrichtung  anwenden, .wodurch  das  Hy* 
•drat  in  eincR  Atro08{^idre  von  .Chlorgas  beständig  aia  ctaubigea 
Pulver  in  Bewegung  erlialtcn  werden  kann.  f 

•Da  Eitofaeh- Chlorkalk  aas  salpetersaurem  Silberoxyd  nach^ 
iden  ^VerirucbeD  von  Berzelina,  Silberbyperoxyd  und  allmäh- 
lich auch  Chlörsiiber.fäU't,  während  chlorsaure«  Silberoxyd  auf- 
gelöst bleibt;  Doppelt- Chkxrkalk  hingegen  blos  Chlorsilber  nia- 
(4ersih)ägt  und  chlorsaurea '  Silberoxyd  hervorbringe  so  mula 
man  isnaehmeQ,  d4»fs  da«' SJ)IJ^.er«als  idurch.  Einfachchlorkalk  auf 
»dieselbe.Ait  wie  die  JMckfeloxyd*,  Uraaoxyd-  und  andere  Salze 
zersetzt  wird,  miti  4eilk  Unterschiede  dafa  das  Resultat  aus  der 
Wirkung  des  Einfach-  und  Doppelt- Chlorkalks  zusammengesetzt 
ist.  Dieselbe  Reaction  scheint  bei  den  Bleisalzen  statt  zu  finden; 
Einfach "  Chlorkalk  bringt  darin  sogleich  einen  weifsen  Nieder- 
acfalag  (Bleioxyd-  Chlorbley)  ^hervoy,  welcher,  zuerst  orange  und 
dann  schnell  braun  W\fiSi\  Wknn  man  ihn  ftMiaell  abVItrirt  und 
gtit  au8»{|fst';  s^  erhSlt  man  'eine  gelbe  Masse  ^  welche  mit  Sal-. 
petersäure  schwarzbraati  wird,  hud  viel  Chlor  entvrickelt,  gerade 
%o  wie  ein  Gemenge  von  TVIeÜnlge  ,mit  Chforbley^  >  '  . 
'  Dafs  Gay  -  Lüssa c  mit  Silbersalzen^  nur  einen  weifsen 
Nied<frschlag  erfiielt^  k^nu  i^ntWeder  dah^r '  rühren ,  dafs  seine 
Silbersolution  ausserordeUtHch  diluirt  w^r^'^dei^^daf^  sein  Chlo- 
rfir  sehr  vidChlorcalchiim  uüd  sehr wedig'ChlÖrkälk enthielt**).  -^ 

•J  Vergl.    t^eine    Abhaudlang    ft^er /ieii,  CtloVtalk,    PolyU 

\  Journ.  Mxxvit  s,«a  ,,.      ,^:  , 

0  Vergl.  hiemit  dies.  '^rch.  XYIt.  aQ5|.aQ7it»j   and  besoii« 
den  3oiff;,  3ö9ff,,  Siz  Anm/     J\,  '^<^  •'       k. 


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a« 


AN  ZEI  GE. 


Bei  mir  iit  ao  eben  enchlenen  und  in  allen  Buchhandliuig^n  m 
haben : 

DIE 

UMWÄLZUNGEN    DER    ERDRINDE 

uk  naturwissenschaftlicher  und  geschiohtlicher 
Beziehung ,   vom 

BARON    G.    CUVIER. 

Nach   der    fünften    Original  -  Ausgabe  iibersetzt   und   mit 
besondem  Ausführungen  und  Beilagen  begleitet  von 

Dr.    J,    NÖGGERATH, 

KonigL  Pireusa,  Oberbergrathe  und  Profesior  etc. 

Zwei  Bände,  gr.  12.  geh.  3  Thlr. 


GuTier's  berühmtes  Werk  ^  weichet  bereits  nach  seinen 
frühern,  minder  volUtändigen  Auflagen  durch  yielfache  Uebersetznn- 
gen  ein  Eigenthum  fast  aller  cultivirten  Nationen  geworden  ist, 
liefere  ich  hier  nach  dem  neuesten,  ungemein  verrolhtandlgten 
Original  in  einer  von  einem  anerkannt  sachverständigen  Gelehrten 
mit  vorzüglicher  Sorgfalt  behandelten,  so  wie  durch  sehr  interessante 
und  mannigfaltige  Ausfuhrungen  und  Beilagen  bereicherten  deutschen 
Bearbeitung. 

Alles,  was  die  Erforschungen  des  Baues  der  Erde,  die  organl« 
sehen  Reste  früherer  Erdperioden,  die  Sage  und  Geschichte  der  H« 
testen  Völker,  ihre  hinterlassenen  Denkmäler  u.  s.  w.  zur  Deutung 
der  Urgeschichte  des  Planeten  darbieten  können,  findet  sich  in 
dieser  Schrift  zu  einem  entsprechenden  Ganzen  vereinigt  Ld>en* 
diger  Vortrag  und  Klarheit  geben  dem  Werke  eben  so  sehr  die  Ei- 
genschaften einer  höchst  angenehmen  und  lehrreichen  Lectiire  futr 
jeden  Gebildeten,  als  solches,  bei  seinem  gediegenen  und  acht  wis- 
senschaftlichen Inhalte ,  zugleich  dem  Natur-  und  Geschichtforsoherv 
dem  Theologen  y  dem  Anatomen ,  Astronomen  etc.  nnentbehrliiit  eiw 
scheinen  mnss. 


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HeraBgeseizter    Preis. 

DAS    GEBIRGE 
IN    RHEINLAND-WESTPHALEN^ 

nach  mineralogischem  und  chemischem  Bezüge* 
Herausgegeben   von 

Dr.    J.    NÖGGERATH, 

K1  PreiMt*  Ober-Bergrathe  und   ord.   Profeasor  der  Mineralogie 

und  Bergwerkswissenschaften. 

4  Fände.  Mit  viden  illum.  und  schwarzen  ELarten,  Profilen  ete; 
gr.  8.     182a  —  1826. 

Gr&ndliche  Erforschung  aller  Gebirgstheile  von  Rheinland-West- 
phalen  ist  der  Zweck  dieses  Werkes ,  den  dasselbe ,  der  allge* 
mein  ihm  in  Theil  gewordenen  ruhmitehen  Anerkennung  zufolge, 
«uf  eine  .  ausgezeichnete  Weise  erfQUt  hat ,  so  dass  es  die  erate 
bedeutend  verTollständigte  Kenntnias  im  Gebiete  der  un- 
organischen Natur  Ton  diQ&em  ausgedehnten  und  für  derartige  Fof 
aehungen  so  reichhaltigen  und  hOchst  interessanten  Landesstriche 
darbietet. 

Es  liefert  dasselbe  eine  grosse  Zahl  von  zum  Theil  sehr  um- 
fassenden Aufsätzen  geognostischen,  oryktogno&tischen  und  diemi- 
sehen  Inhalts  y  theiU  von  dem  Herrn  Herausgeber ,  theiU  von  mehr 
als  vier  und  zwanzig  namhaften  Mitarbeitern  verfasst,  denen  das 
gründlichste  Studium  der  vaterländischen  Gebirge  Haupt&trebepunkt 
iat,  und  welche  meist  ala  praktische  Bergwerkskundige  auf  dem 
^u  Forschungen  am  besten  geeigneten  Standpunkt  sich  befindoA. 
—  Viele  bildliche  Darstellungen ,  Ansichten  ^  petrographische  Klarten 
uni  Durchschnitte  dienen  zur  vollständigsten  Erläuterung  des  rei- 
chen Textes. 

Die  allgemeine  Anschaffung  dieses  Werkes  zu  erleichteni,  setze 
Ich  ffir  die  mir  noch  übrigen  Exemplare  den  bisherigen  Laden- 
preis aller  vier  Bände  von  Zw&lf  Thalem  auf 

Sieben   Thaler 
liorab ,    für   welchen    jede    Buchhandlung    in  den  Stand  gesetzt   ist 
«olche  zu  liefern.     Einzelne  Bände  sind  jedoch  auch  ferner  nur 
W  den  bisherigen  Ladenpreisen  zu  haben.  / 

Bonn,  im  September  iSa^  ^ 

Eduard   Weber. 


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SCpotJefer^SBereni^ 

.  im 

nbthlitbtn  Xtnti^lanh^ 


«herausgegeben  wm  ^ofrfttf)  Dr.*  81.  Sran^el, 
ONtbircrt^r  M  «ereiii«. 

a)  \§err  ^potf^efer  ^at(6  fti  Jdlflrin  J(l,  tiac^ 
%nmeihnni  buird^  ^tn«  fBicebfrectot  ^  o  ( ( e,  a(d  toMt 
Uc^eö  ^trgKcb  beö  fBereiti«  an  bieSteBe  bed^emt 
%  (fermatin  fa  ben  93ere{n  aufgenommen  n^orben« 

b)  2)er  ȊrWge  2f porl^cf ergel^fif fe,  ijerr  j(  a  I (  e 
auö  ^ranben,  ift  feiner  fr&nRic^en  nnb  traurigen 
läge  kvegen  bur$  «^errn  fSfcebfrector  fSoKe  in  au^ 
germfinbe,  ber  Unter(lfi|nng<!affe  empfohlen  n^orben« 
dlad^  ©nfenbung  ber  geforberten  ^ttefle  er^^felten  vAx 
einen  ^rmul(;^f^rin ,  audgefleOt  Dom  j(*  ^ufUjamte 
ja  liebent^albe,  jitauf|<4e{n,  Don  behtJ^errn^rebfger 
@  a  1 6  e  }u  ^ranben^  unjb  bf e  fe^r  e^renDoflen  2){enfl0 
seugnife  Don  beni^errn  SBenblanb  tniBerlfn,  leu# 
f er  in  ^agenono,  (Sc^ulfe  in^erle^erg,  &^mlht 
in  0laumbnrg  am  SBo6er,  ©teinbr&cf  lu  9len« 
bamm;  SBuÜe  gu  Oranienburg;  9l&rnoerg  {u 
Surflen6erg/  ©{Hing  unb  ^iebelforn  }tt  S^em^ 
pKn,  Söiering  ju®ranfee,  «ertranb  ju^e^jr^ 
^eDi»;  fo  mie  eine  iBefc^einigung  bed  J^errn  SRegief 
rung«  ^  9ÄebicinaIratb«  Dri  3C  u  g  u  fl i  n  ju  ^oWbam» 

15 


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Sn  QSetro^t  Dcd  ^otfle^ftibtn  finb  betn  iBinfleOfer 
asJRttif-  für  biefe«  Sa(jr  ai|d  ber  ©eftutfenitttter^ 
flii§uti0d(affe  ü^etfanbt  «oorben* 


2.  ^ie  ^aden^ä3tKl^^o(3f(^e  Stiftung. 

eine  Xujfbrbentng  an  aOe  äSere^ter,  ^rcunbc  unb  @4^u(er 

^agen*^  Aur  ^emeinfamen  SKttwirtung  um  mir  ber  jum 

ßbf^S^bact^tntß   an   S3u4^o{)   gegrimbckn  SSiubfXj'fct^en 

@rtftuns  bai  C^tengeb4d>tniß  an  ^agen  }U  Det(^HtCien. 

^tfä^ln$  ühcv  Me  (Sr^nbttng  ^er  Ötifltuiig.     . 

%l$  bi>  Unfrrjfic^tietm  im  Derfiofrenett  ^a^t  ^unt  ^i^em 
male  btr  i^nen  fo  wo()rt()uenbe  %tmU  (^tmffm,  beti  ^rfof^  ber 
$^M|»l|f(i^ett  @ttf<tin§  tn^'Äefren  treten  *tt  fe^en,  bei  ©eiefen^teic 
beV  ffierfömnirunö  teutfdj^er  ^öturforfrfer  u«b  ^ergte  in  Söcrtiir 
miinbltcfy  iiber  biefe  Stifttmd  ftc^  beratben  tonnten,  unb  af^  in 
.  ibren  Unterrebun^en  mit  tbrrm  i>erebi*ten  ^errn  ^tlitqtn  X>\\if 
au^  jtdnig^berd  unb  anbem  ivürbigen  ^unben  über  bie  f^b^rma' 
ceudfcben  ^Ungetc^tenbeiten  unb  beren  ^erüottfommnund  mit  (e? 
benbt^en  3ügen  ba^  Stfb  be^  ^anne^  (leb  barfVe((en  mu|te,  bem 
bienacb  ibi^^tn  ^lane  be^riinbete  unb  eben  tn^  Seben  getretene  oben 
«genannte  @ttfeun<)  <)emeil^et  n?ar:  ha  mix^tt  e^  dutb  wob!  ni^t 
minber  f«br  na^e  fielen  >  nac^  bem  ebrmurbigen  ^tfler  ber  *Pbö«^- 
mattuteUf  nacb  unferm  ^a^tU  tn  .tibm'd^berg;  ben$^ric(}u  ricb^ 
ten,,nnb  wenn  wir  nun  bte  ©efcbicfete  btefed  ^anne^  oojr'un^ 
fab^n,  wo  ein  S3erbifn(l  an  hai  onbere  ftcb  Ittttt,  wa^  tonnte 
ba  iinber^  in  und  ftcb  regen,  aCd  bie  (auterften  @tfn^U  ber  2)()nt= 
barfeit  unb  ^Hxbacbtung  für  bie  großen  ßeiftut|gen  beffefbeit;  wa$ 
IdttnU  anberd  m  unfern  ^er^en  wiebertonen;  a(d  ^U  ^(forbes 
-rung:  B^meinfam  ju  wirleti,  bem  J^od^^ef tmtm  ©reife  &ffent= 
,(ic^  an  ben  ^ag  ^u  (egen  ben  geredeten  $nbut  betr  2)anlbarfeil 
xm^  t>i><batbtungr  we(cbe  init  und  aüfe  unfere  jcunftgenolfen  für 
tbn  empfinben,  burc^  bie^rünbung  eined  würbtgen  un>  ange? 
mefTenen  S)enfmab(d.  ->-  !I>enn  baß  ^aaend  Slnbenfen  ein  ^bi^ens 
geWc^tniÖ  »erbiene,  barflber  tonnte  teine  frage  Upn.  ^$  Um 
nur  m  53etrac^t,  bie  9frt  unb  ffieifeAu  bejlimmen^  xüU  tmioU 
<bed  |u  arünben  feb?  Unb  au^^  barirber  tonnten  wir  batb  und 
»erf^lnbtgen. 

«ud  Seitfcbriften  unb  Sffentricbea  95fattem  ift  befannt  ge= 
worben,  baß  ber  oerflorbene  Obermebicinaraffeffor  %\ittmt  ju 
Sdtttin,  bei  ©efegenbett  bed  ^agenfc^en  3uberfefled,  bieflbfi^i 
b^Ö^c ,  ^nm  3tttbenfen  4)agend  eine  ^agenftbe  «fabemie^u  ftifttn 
unb  für.beren  (6earünbung  ju  S3eiträaen  aufforberte.  9ca(b  beti 
über  ben  @tanbbtefer  ^ngefegenbeit  eingebogenen  erfunbigun^en 
erlangten  wir  bie  gegenfeitig^  Iteber^eugung ,  baf  bie  SerwirtU- 
cbuna  bed  Srittnerfcb^^n  ^orfrbfaaed  wob(  nt^t  anberd  aU  unaud= 
fü^rbar  fe^n  tönne^   unb  baß  ^littntt  fefbfl  biefed  eingefeben 


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—     227     - 

(^abcn  mMt,  tnbm  er  ftlbft  fpdttrt  iii<^  hiebet  Sarauf  turjUfd^r 
ri>mmfti  t(t    (©.  «ttta^e  E.)    * 

2>te  ^ucbotsfc^e  @ttftund  mar  ^earunber.  3bt  9B|rfen  jlanb 
Uft  für  bte  @<detin>art  unb  ^tfi^ttt  fkt  bfe  SuTunfr,  unb  ^xoax 
al^  mjpliiit^,  xott^ti  mir  ber  ($r inner un^  an  ben  au^ae^eiibs 
neten  %ann,  eine  fortbauembe  Quetfe  be^  ^uttni  m  ble 
^barmacte  barbietet  X>itft  %it  ber  (Beb4lr(rnt0feter  hattt 
{leb  a(fD  a\i  eine  ibren  3rotd  auf  emc  aa^^efTene  9rt  mtfpres 
c^enb  beftdtidt  SSon  fetbf!  um  (In  m^  l>aber  ber  (Sebanfe  un4 
oüfbringen,  unbjwar  gerabe  in  fctciVr  Seit,  n)0|um  erftenmale 
bte  ^litcbte  ber  Xu^ol^fi^tn  ^tiitum  i'^r  unl  Taaen,  ^^m$ 
^nbenfen  auf  eine  ä!)t1(i4eS^nr^  ;u  feiern,  ja  no^me^r  muSce' 
e^  un^,  .M  in  ber  ^^atur  bir  ^Mr  iH^aenb,  ober  aU  btefer 
jbc^fl  angemeffen  erfc^einen,  itiit  t>a*  ^uc|or|f(^en  (StifeMna 
fefbft  eine  l^agenfcbe  au  t)erbinben« 

(Si  rourbe  bemnacf  im  IBkfenfftAeu  foJgettbc^  befdjtüflTcn; 

1)  3um  e^renijotten  ^Jlnben^en  an  ^k  qrDpm  ^Urbi(?»tjlfi  n*eft 
(be  Jpajen  um  unfer  Jad^  jldj^  erwer^in  hiu,  )ei(  ^üif  t>^4eii= 
fd^e  6eiftun0  gegruitbet  unb  biefe  tau  ^ev  ^iutd^rMtftvni  6rifiuim  ' 
tjereini^t  iwrben,  (n  ber  Art,  ba^  bic  b*^»lchnite  ^i^ucfeefvf^e 
Stiftung  nun  ben  Flamen  ber  ^den^UUid>i>ufd^eit  ^ttrruiH  füb 
ren  wirb,  ai^  bem  finbenfen  an  tcibe  «jeTVieitnT  "^^i^t^im-  ^.a- 
wibmet. 

2)  7>ai  bie  QoUt^cn  93ranbe^  unb  Weif  n et  in  bte  &tatuz 
ttn  ber  ^ucbol^fcben  (Stifmnd  biejent^en  Wobifirarionen  mfnt^t 
men,  wefc^e  naä)  d^meinfamen  Sefcbruf  für  bie  •^^a^ens^u^örj« 
f(i^e  ©tiftuna  feftgefeW  »erben.    (6.  «nfagt  A.  C.  D.)  » 

s)  2a(  |)ofrat^  S^ranbe^  mit  unferm  t^ere^rten  ^a^en*. 
eine  Sorrefpoilbena  einreite,  um  bemftlben  nic^  nur  btevnutde  , 
ber  i^orbabenben  ©rünbund  ber  ^aaen^^^uc^tX^fc^en  &tiftm^ 
|u  macben,  unb  feini  SBittiauna  gu  forAer,  fonbem  aucb  feine  lnfl<^ 
ten  einiuporen  über  bie  «rt  >er  ertftun^  im  tlTdemeinen,  unb 
über  Seränberun^  unb  Sufdl^e,  we(^  er  t^ietfeicbt  in  bte  etatus 
ten  berfetben  aufgenommen  mnnfc^en  mb(^te  (6iebe  Itnta^e  B«>, 
unb  hai  iBranbe^  bie  attaenommenen  ndtbt'dtn  tnorbnunaen 
für  bie  @infübrutia  ber  Stifrund  treffen  md^e. 

4)  Saf  nacb  Seenbigung  biefer  «ndefedenbeit  an  bte  Sere|: 

reV,  freunb«  unb  Stbüler  t><)dtn^,   unb  inlbffonbere  an  äfft 

'^barmaceuten  eine  «ufforberung  ertaffen  merbe  lu  93ettr4f0en, 

um  bie  bi^btride  93u(^or|f(be  Stiftung  burd^  etne  erl^dl^etere 

SBirf famf eit  in  bie  ^  a  g  e  n  >  SB  u  (^  o  t  jfc^  Stiftung  um^u^inbern. 

S3errin  im  September  1828. 

SBranbe^,  Sfetfner/  Staberol^,  Zr.omm^bor/f. 

^uf orberttng  ju  Settt&geti  f&t  bit  (Stffrttna» 

$agen  tft  ntc^t  mebr,  ber  Wann,  befTen  fanget  unb  tHtii 
ge^  8eben,  oon  bem  erflen  Q^eginn  feiner  rubmootten  gaufbabn  bt^ 
§u  bem  @nbe  berfetben  im  boben  ®rcife^arter,  ber  iß5i|fenfcbaft 
unb  in^befonbere  ber  S3ert)o((f ommnung  ber  ^Vbarmacie  fo  erfot^s 
reid^  gewibmet  toav.  ^lU  Stimmen  über  ibn  t^ereinigeu  ftd^  in 
ber  einen  ber  9tner(ennuttg  unb  be^.<J)reife^  über  ba^  Witten  bie= 
fe^  au%$ei(^neten  Wannet.  ,^onig  unb  ^taat  t>ertrauten  feiner 
treuen  Sorgfalt  oitle  imc^tige  Remter  an  unb  gaben  i^m  bie  e^s 

15  ♦ 


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rentjottfleH  ^tmiit^  welchen  boj^en  SBBert^  fie  auf  fein  SBirfen 
U^itxi\  'ein  dufter  in  fernem  %vmt  unt  |>0(^AefeierterSe{)i-er,  Ux 
mttüHx  unb  unmitteTbar  für  btc  S^egiünbunß  ter  totffenfÄaftrt« 
c^en  «Pbarmacic  fo  (Sro^eiJ  »ottenbet  bat,  unb  wa^  aUeit  feinen 
au^gejetd)nctett  (Siaenfc^aiften  bie  boc^fte  SBeibc  gab,  ein  ^?antt  . 
be^  ebclftcn  (^barafier«  unb  bei-  tauterften  ®ermnutt(jen.  ©^  ifl 
aHgemein  befannt,  wie  mit  Jreuben  ytU  ©eteaenbeit  ergriffen 
würbe,  um  bem  eprwurbigen  ®reife  bte  ©mpftnbunöen  bcr.?)0(^5 
acbtung  unb  Siebe  axi  ben  Sag  iu  regen,  wefc^e  feine  Um= 
gebung,  feine  «Witbür^er,  nic^^t  minber  wie  feine  Äun|lge= 
noffen  gegen  i^n  empfanbtn,  xoit  folc^ei  no(^  Ui^M)  Ui  @es 
legcnbett  feinet  3ubiWum^,  urtb  bei  feinem  tiefbetraucrten  :$ob.e 
ficb  funb  ^ah,  unb  xoit  aud^  ber  iHpotbeferverein  im  nbrbltc^en 
Seutfcblanb  e^  öffentrid)  ati  ben  3:ag  regte,  ar^  er  bem 
^weiten  3abre  feinet  95e(leben^,  benSflamen  be^  |)agenftbett 
SBereini^iabreiJ  beiregte.  J)iefe  unb  fo  biere  anbere  Seieben 
beurfunben  e«  Caut,  ba§  4><>Ö^tt  tn  ber  ©efcbicfete.  unfern  ?aeb^ 
@»i>c^e  ma(bt.  ®or<bcr  «Wdiniier  SSerbienfle  unb  Snbenfen  etn 
TOiirbige^  5lnbenfen  ju  fliften,  fann  nur  a«  eine  @(^urb  angefe=- 
beti  »erben,  welche  bte  Datifbarfrit  beef  Ja^^  §u  rbfen  W,  bem 
fie  fo  rubmöoU  ongebbrett»  3)iefe  @efüble  unb  bte  ber  ^oct^acbt 
tung  unb  Eiebe  gegen  ben  ebrw>örbtgett  ttun  entfc^lafenen  @rei^, 
berebten  in  un^  ben  SBunfcb:  ba^  ^aaen'^  ©ebdicbtniß  auf  eine 
angemeffene  SSBeife  gefeiert  werbe,  In  ber  gegvünbeten  Ueber^eu« 
gung,  bag  biefer  ®unfcb  auc^  gfei(bftimmig  ber  aller  feiner  S3er» 
e^rer  unb  Sottegen  fei^n  werbe.  Heber  bie  3trt,  wie  forcbeö  ®e= 
bdc^tttij  jttbegrünbrn  fe^,  f amen  wir  übnein,  auf  bie  beflejenbe 
95ud)0rjfd^e  ©tiftung  ettie  t>ageti  =  95ucborjff^e  Stiftung  ju  be= 
gninbenw  ©aß  biefer  ©efArul  bie  Buflimmung  ber  $Berebrer 
?>agett'^  unb  affer  unferer  gDuegen  erwarten  werbe,  fönnen  wir 
um  fo  mebr  erwarten,  \>ci  bte  93u(^rAf(be  Stiftung  bereite  aW 
ein  angemeffene^  ^^rertgebä^btmß  fteb  bewäbrt,  unb  unfer  witr: 
biger  pagen  ju  biefer  3lrr  feiner  ®ebäc^tnipweibe  ferbfl  no<^ 
fetnc  Bufttmmung  gegeben  bat.  .  t 

!©amit  nun  auti^  biefe  neue  ©tiftung,  ar^  eine  bem  iÄnbett= 
fett  an  ixotx  Ijocb^erbtcnte  Banner  gewibmete  angen^effen  bajlebe, 
baburd^,  baß  tbre  Süirf famf eit  in  erböbetem  ®rabe  ftc^  au^fprecbe, 
ergebt  unfere  Äufforberung  axt  a\it  jreunbe,  23erebrer  unb  ©c^üs 
Ux  ^a^txCi  unl^  inöbefonbere  an  alte  unfere  €otteäen,  gemein= 
fam  xaxt  un^  ^ur  SJerwirfric^ung  biefc^  SSor^aben^  beizutragen. 
2Bir  raben  fie  oemnad)  ein,  un^  mit  Söettragen  ju  ben  bereite  be= 
ftebenben  Sapftalfonb^  ber  95u(borzfc^en  Stiftung,  \>\t  nuhmebr 
ber  neuen  Stiftung  iibmviefen  frnb,.  ju  erfreuen.  3Aer  t>on  un^ 
,  ift  sur  Stnnal^me  t^on  S&eitrdigen  berett,  unb  über  bie  eingegangen 
nen  23ettrfllge  wirb  bemncic^flgewifrenbafte  JRet^nung  abgeregt 
Werbern  9t}ge  bann  unfern  SBonfi^eti  eine  freunbricl^clSufnabme 
werben;  mbgen  fic^  rec^t  SSiele  ffnben,  ar^  ^'tgri^ber  biefer 
Stiftung  mit  iin^  jiir  (grreii^ung  i^rer  Swerfe,  in  nodf^  j»6ber^nt 
^aaftirx  wtrfen,  unb  mbge  fte  ferbft  enbricb;  Xithtxi  bem  dwedre 
üU  ^bi^engebäcbtniffe^  an  S3ucbor5  unb  -^agen.  ben  9lubett 
f (baffen,  ben  wir  burc^^  tl^re  ©infü^rung  jugtetc^  mit  beabflc^tigen. 

3m  Sur^  1Ö29. 

a5rattbe^,  ^Äetßner,  6taberol^,  Sromm^borff. 


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©tatttten  ^er  <^a0en»^u*ol5r*en  @ttftun0. 

I.  2)ie  ^agen  a  «Böc^orifc^e  ©tiftung  tfl  negrünbet  werben 
§um,©f>ren9eb(üc^tniß  ber  um  bce  V^armacte  ^oc^t>crbie»ueu  ^läm 
ner,  ^uc^oT^  unb  ^agen.  @te  tfl  bafirt  auf  bie  hU^tvi^t 
flBu(6^^'  ''^'^  6Hfnuii^,  werd^c  bon  nun önbcti Flamen  bcr-^ögcn^ 

ü.  ©er  3iu(tF  ber  Rogens 33uc^or||<bett  ©tiffürtg  tf!  öußer 
bctti  <SbrnT9rbart)mi§  an  bie  Wöttwer,  bereti  5^amen  fie  ttäQt, 
t>urd>  tiefelbe  auf  bte  Q^eföiberun^  be^  wifftnffi^ftiid^cw  Qinni 
unter  beti  ^fpüihffergebüffen,  bon  benen  fo  m'efe^  für  unfer  Ja* 
aht^iinm  \\\t  iu  uMrfen,  unb  baburd)  auf  bie  «pbarmactc  felbfr 
einen  u^c^^{rNtllKIl  ©influf  au^^uüben,  fo  weit  c6in  bem®et(le 
ber  ^dfüm<i  \im^  , 

III.  J^if  öaam  =  Suc^or^fc^  @dpuna  bcf^el^f  in  einem  am 
aemcrT^nni  (^^dfctipttafe,  beffen  3infen  für  ben  V«^ei^  einer  jabr- 
\Xi\)  aufju^ebenben  u>iflrcnfd^aftrtd)en  *J>rei<fra0e  beflimmt  finb.    • 

IV.  2)ie  auf^ugebenbe  Jrage  fott  jcbc^mar  bon  ber  %xt 
febn,  ba$  fiebie«)(nfDrberun()en;  we(c^e  man  an  @e()ö(fen  machen 
fann,  nid^t  überfletgti  in  fetner  aele^tten  @pecu(adi>n  befielen, 
unb  feine  foftf^pietide  SSerfuÄ/  erforbem,  fonbern  nur  naturge» 
mäße  (^orfd^unf^  ber  ®abrf)cit  unb  ©eforberuna  in  ber  9lufflä= 
rung  eiltet  practifc^  wid^figen  ipf^armafeutifdKn  ©cgenflanbe^. 

V»  ®enn  nati^  3ö|)re^frt(>  auf  eine  aufeegebene  ^et^fraae 
feine  ober  feine  genüaenbiJ  ^neroort  eingeraufcn  fewn  wirb,  fo 
fott  ber  3>rmin  ber  SJcantworfun^ ,  allenfatt^  mtf  SJerboppefung 
be^  «Preife^,  wenn  e^  ber  SEBic^tigfeit  be^  ©eoenflanbe^  anges 
weffen  tjt,  no(^  ein  3a^r  bMärtöert,  ober  ti  foK  eine  anbere 
«Preisfrage  aufgeaeben  werben. 

VI.  3>ie  Äb^anbrungen,  wefc^e  aW  ©eantworfung  ber 
^rtiSftrage  eingeben,  muffen  beutltd)  gefArieb^n,  unb  mit  mtvx 
3)eoifenjetter  »erfebe«  fe^n,  worin  ber  giame  unb  ber  Hufents 
l^aftSort  beS  S3erfafferS,  ein  f feinet  Carriculom  Tita«  beffefben, 
unb  bie  Sepgniffe  feiner  SBorfte^er  ober  gebref,  falfS  er  flc^  auf 
einer  «nfoemdt  befinbef,  eingefc^TofTen  fc»;n  mitffen. 

VIL  xit  gefrörtfen  <J)reiSfdftrifteii  werben  im  5lr<bto  beS 
^potl^eferoereinS  im  nörbfit^en  4euefc^lanb  unb  im  35errittcr 
3ö^rbu(b  bUr(^  ben  2)rUrf  befannt  oemaebt  werben. 

VIII.  2)ie  SBeftimmung  ber  rprefSfrage  unb  bie  Suerfent 
nuna  beS  ^reife^  g^fcl^iebt  burc^  bie  S3or(leber  ber  .^agenr 
JBucboIjfd^en  ©etftung,  unb  wirb  oon  bem  Oberbirfcfor  beS  *Ä)po= 
tj>efert)ereittS  im  ndrbric^en  8:euefc^ranb  in  ber  iäbrfit^en  ^avcpu 
t)rrfamm(ung  an  bem  ^ttfeuno^tage  beS  Vereins,  jebe^af  am 
8.  September,  dfTentltcb  auSgef^rod^en. 

IX.  ®er  «Preis  befielt  in  einw  gotbnen  SÄebatUe,  an 
aGBtrt)^  10  8rb.b*or,  wer<^e  mi  bin  »irbmflen  bon  SSuc^ota 
unb  9agen,  bem  Flamen  ber  etiftuna  unb  einer  paffcnben 
Snfcferift  gegiert  ifr  ®en  nic^t  biefen  erflen  q?ceiS  erbatfen  bö=» 
benben  3lb(>anb{ungert  fottrn,  wenn  (le  ba^u  würbig  erfdnrtt  wer« 
ben,  fUbeme  unb  c^rcne  ^Wcbaittcn  juerfannt  werben,  ©ottte 
3emanb  ben  9Bert^  ber  gorbenen  '^et^Mt  in  ©erbe  oorjie^en, 
fo  fann  er  biefen  erbaJfen,  unb  eS  wirb  bann  bem  @c(be  no(fy 
bie  fUbeme  ^ebaitte  beigefiigt  werben. 


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-    230    — 

X.  J)fe®efammti?enT)artuttg  betrogen : 93U(^oifa(<l^en  @rif= 
mttö  dcf^«<fH  burc^  Her  ©orflc^er,  wercj^e  jebe^ol  unter  ben 
^pot^fem  tm  ndrbtte^en  ZtmWanl  au^mä^lt  tottUn  müfr  s 
fett;  unb  Me  einen  unter  ftc^  ou^wä^fen,  n>e(d^er  bie  9ludfö^= 
rund  ber  demeinfc^ftftd^  berat^enen  ^efc^fulfe  beforgt 

XI.  Die  SenDaUuna  be^  ^'apiealfonb^  fi)((  nie  i^on  einem 
ein^iften  .^orf^e^er  ottein,  fonbern  ftet^  weni<^j!en«  t?on  ^wtitn 
befordt  werben,  xotld^t  bie  %mH  ber  Stiftung  au^^ut^iM" 
l^aben,  ober  nur  gegen  bie  DoUgüttigfle  &\d^cxi^eit,  wibriaett: 
fafr^  fle  bafur  refponf^^el  ftnb.  miä^Üdi  baben  btefe  beiben 
fBorfleber  bem  SSorfleberamtr  einen  %bfö)m  ber  Stec^ung 
oor^ufegen.  ^ 

XU,  ^ti  bem  %\\itriU  tinti  ber  i^ier  aSorflel^er  au^  bem 
SSerfteberamte  wä^itn  bie  übrigen  brei .  fetneW  9lad)fo(ger. 

!^iere  ©tanuen  (inb  t>0n  un^  für  bie  Jagens SHuc^or^fc^e 
0ttft\ing  entworfen  unb  aU  göUig  für  bieferbe  fefigefe^t  wou 
Jb*n.  "t 

3m  fftiü  1839. 
IBranbc^r  Wet^nev,  @eaberob/  Sromm^borff. 

t>er&anMttn0  mit  ^agm. 

Den  mir  i^on  meinen  geel^rren  Softegen  unb  ffreunbeif« 
ben  .f)erren  Meißner,  @taberob  unb  Sremm^borff  ^ 
tigfl  geworbenen  tSufür^en  gemäS,  b<ibir  tÄ  bie  nbt^gen  ^m^ 
rtci^^ungen  getroffen,   für  bie  ^nfüprung  unb  bie  Statuten  ber 

erj^afien 

.      ,   ,         ,      , ,_  , „   ^^gen  biefe 

9nge(egmM<  in  esitenso  p  berieten,  tnbem  i^  i^m  unfer 
SSorbab^n,  feinem  9lamen  ein  e^renbe^  ©ebäc^tni^  $h  ftiften, 
bie  «rt  unb  äBetfe,  mte  foCc^e^  Mt^gefübrt  merben  foicre,  unb 
bie  S^Htt  um  feine  Suftimmung  unb  ffine  ^Inftcb^en  liber  biefest 
®e0enflanb  meCbete.  tn  bem  6inne,  ton  tta^  mönb(ic^en  unb 
id^viftU^tn  ffierbanbfungen  in  btefer  l^infid^  i^erfabren  »erben 
fottte,  worin  ati^^a^tn  ^ugfeicb  erfiu^t  würbe,  bie  iäbrCicbe 
fDrei^}uerfennung  fefbtt  su  beflimmen,  fo  lange  ber  Fimmel 
i^n  un^  erbauen  toürbe.  ^  paitt  t$  für  angemeffen,  bie^tU^ 
wort  $agen$  nad^fofgenb  miQut^tCen. 

®ebr  wert^gefc^äWer  ^reunb  imb  Gönner? 

3|u:  fifb^t^eUe^  S^reiben  übergeuaf  m«^  «ufiJ  mue  txm 
bfr  ituf  fiftt:  rdjiünt^aren  @üte  unb  Jreuttbfcl^aft,  beren  <Sie  inufy 
n^itrbt^en  mi^  Uv  febr  günjligen  Meinung,  in  ber  ic^  bei  bem 
büi^^ifcftäfiten  ^iiecrorium  ber  fdnd^oi^f^tn  @tiftung  flef^e. 

Wi  iann  ivo^l  faum  bit  ^age  fe^^n,  ob  icb  mit  ben  mir 
gutj^fl  mr^at^tf^ Citren  ©inricb^ungen,  bie  mein  SInoenfett  begwe: 
rfeiii  ^ufntft«cn  hin,  fonbern  otefmebr,  ob  icb  e^  i^erbiene,  auf 
eme  fo  (tmmti^nett  81rt  geeiert,  unb  neben  einen  Wann  ge= 
fim  5U  iveiten,  beffen  ®erbienfle  um  bie  ^nveiterung  ber 
^))b<tt^A(if  bct  weitem  gri^fer,  cA$  bie  meinigen  flnb,  unb  oon 
bem  lA  biel  —  fe^r  oiel  —  gelernt  ^abe, 

«fte^;  100^  ba^  Direetorium  ber  ©tiftu^g  befcbtie^t,  wie 
bie  mir  mitgetf^eiCten  93orf(^(age,  foUen  memen.  oottfommnen 


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—    2Sl    — 

^eifati  (t^Htn:  bo<^  qtbt  iä^  511  btUnftn,  ob  nic^ —  fo  wit 
aiu^  mein  wttt^tt  %ttunh  2>ulf  mfiitt  —  ^UUtid^t  tnanc^m, 
htm  ber  fßret^  ext^tik  wivh,  berfelbe  in  baarem  ®e(be  louii; 
fc^tt^wfrtber  unb  feinen  dfonouitfc^en  Umflänben  anAetneffener 
4i^  bte  Webaitte  fe^n  wihht,  unb  ob  btefem  bte  9Babl  |)9if(ben 
ibeiben  öbetfaflFen  merben  fdnnte.  ^nbem  ii^  biefe^  benterfe,  bin 
i(b  tticbt  bafür,  ba$  batruuf  befonbere  diüctfi^t  d^ommen  n>trbe, 
fonbern  raffe  aUU  bon  Sprem  unb  ber  anbem  •{>enm  SSorfleber 
ermeflfen  abbangeti. 

ai$ie  gern  bättt  i^  ber  3ufammenfunft  ber  ^atuvjot^^n 
in  herein  betgewobM  um  Sie  unb  me(»rere  mir  tbeure  9fänner 
t?on  ^naeflcbt  fenneRr^u  Tem^n.  ^an(^^  aber  b^^  m^  ab, 
tiefen  SGDunfcb  ^  erfütten^  ^mb  icb  babe  mir  bte  Seit  aber  immer 
febr  unn^obr  befunben,  bo<b  i^bt  n^ieber  erbofe. 

'  fBoU  wn  4>i>cba(btuni)  unb  Sreunbfcbaft  bin  i^ 

3br  0Äna  eigibenfler 
•^agen» 

xi^ntd^berg  ben  26. 3anuar  i839. 

SBalb  nacb  Wefem  ©(breiben  erbieü  i*  ^mi  mdncm  graiiib 
3)urf  bie SHafbricbt  t»on  paqtm^  3:obe.  ^Jffhu-u  L^afbrtcn  Üvh 
Uqtn  unb  mir  war  e^  in  ber  ^Trauer  über  tjefr  ^l.t<fri(^t  dnc 
freunbfiibe  unb  er6(lenbe  ^mx^im^f  baf  tn-  chnt^intti^r  (%fie 
tti(br  nur  nocb  hfi  feinen  £eb^iren  bie  (9ntnbmH  Um^  (^km= 
dfbat^rniife^  erfabren,  fonberrt  ber  SIrt  unb  ^it^riiV  bcffi'lbfii 
feine  i^öUtge  3uf)immung  gegeben  b<t^^*    ^^n  '^^vicf  feibft  bn^e 

4^  al$  tim  tb^ure  dUliquie  ^u  ben  Veten  ber  ^^uc^iMsFc^eit  ^nf- 
ruttg  geCegt 

^  91.  ©raubet. 

Salzuflen  im  3uni  1829. 

Alltage   C. 

ZnHimmxmQ  {»er  X^erAn^rtung  ^er  33u<&ol5f*en  ©tif^ 

tutig  in  ^tc  <)a0eii>9ue&ol3f4K  unb  UtbttwtifnnQ 

^e0  Capttalfon^e  >cy  erfien  an  Untere. 

9la(b  bem'jrm  Sejrtember  1828  in  Berlin,  bei  ©ele^enbeit 
ber  Serfammlunö  teutfcber  9}aturforf(ber  unb  «er^te,  «efajfen 
©ef(b(u§  wottten  n>ir  bte  Derebrten  ^rHrn  "iO^itbedrünber  ber  ©ncbol^.- 
fc^eh  6tifruno  t^on  obeudebacbter  ttmänberung  fn  jtenhtni^  fe^en 
mib.ibre  Suflinimun^  baruber  einboren,  in  ber  3lrr,  baß  n^ir, 
tia<b  -P^id^n^  Suftimmuna,  bie  S3erbanb(ungen  tHnle^ten,  unb 
einen  Termin  feflfe^en,  bii  ^u  welchem  aüe  biejentöen  4)erm 
,  "BKirbedrünber  ber  ®u(^oli|fd)en  6tiftun^^  welche  aegen  biefe  »e= 
fcblüffe  ttxoai  ju  erinnern  b<^ben  würben,  biefe  ©rinnerunaen 
un^  Qütiq\\  mtttbeüen  möib^en,  unb  wenn  bann  nacb  bem  feftge^ 
fe^een  Termin  feine  ©inwenbunaen  ober  fonflioe  (Brinnerunaen 
gemacbt  fe^n  würben,  fottte  btefed  ax$  eine  BufÜmmung  ^er 
fämmtfuben  ^errn  ^itbegrünber  ber  5Bucbolif(ben Stiftung  ju  bte^ 
fen  Sefcblüffen  angefeben  werben.  SEBir  bielten  biefc^  $öerfabren 
eben  fowobt  ber  ^erpfficb^una  al^  unferer  4>ocba(btung  gegen  bie 
^erm  ^itbegrünber  ber.23itcborifd)en  Stiftung  angemeffem  ©a 
nun  wäbrenb  ber  fcbrift(t(ben  S3erbanb(ungen  über  biefen  ©egenr 
flanb  leiber!  |>agen^  Zob  erfolgt  war,  unb  fc^n  in  9er tin,. 


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^    238    - 

ali  wxv  fdt  m^  mint  SufHmmntid  su  Ut  Umanb^run^  ber 
V^n^otif^tn  @tfftttnd  itthit^a^ent^vid^oliid^c  ^abin,  voit  in  htm 
@ei(fe  ber  fdmwftic^n  TOtbcdtünbet  ber  »uc^eUfc^en  @rjftun^ 
ffU  i^anMn  qiaühttn,  fo  hoffen  totr  um  fo  mebr  m  ibrem  Sinne 
unb  ®ei(le  m  J^anMn,  \vtnx(  wir  je0t,  nac^bem  $a^en  noc^ 
bor  feinem  3:obe  fetne  Sufltmmung  )u  ber  neuen  ®tutmq  dt^e= 
ben,  btefe  SCnfraJe  uttterlaffen,  äud  Um  Sartgefübre,  »efc^edv 
ib<r  bem  nun  Heimgegangenen  l^oc^berbienten  ©reife  f#(big  fmb, 
unb  tn  ber  Ueberuugung,  baß  aUt  bte  t>ere^rten  4>errn  9Htbe= 
^iinber  ber  ^ud^o()f(^en  Stiftung  nic^t  nuc  btefe^  ®efitbl  mit 
un«  tl^tfen,  fonbem  m^  i^tt  SufItmmnnAen  oben  mitget6ett= 
ten  23ef(Wä(ren  tiid^t  o^rfagen  werben.       ^ 

Somit  feben  mir  benn,  9lamen^  ber  Witbearönber  beröus 
c^ot^fc^en  Stiftung,  ben  SSorfc^tag,  bfefe  inbie^agen=93ue^(ji= 
fcbc  umjuänbem>  aii  angenommen  an;  itbenoeifen  biermit,  in 
gteicbem  S^ainen,  bie  @apita(fonb^  ber  ^uc^ot^fc^en  Stiftung^ 
wercbe  na(^  93.111.  S.  66  ber  »barmaf.3eitung  I0679'lty.i6ggr. 
betragen,  ber  ^agens93ud[ofjf<ben  Stiftung  unb  fejen  über  bie 
ömere  Sterwaitung  ber  ©etber  ben  iPefAröfTen  unferer  $errn 
SoUeaen  Staberob  unb  Zromm^borff  entgegen. 
Sarjuffen  unb  ?>atre.  , 

%  Cjranbe«.     ffl.  Weifner. 

tfnla^e    D, 

lieber  >ie  X^emMltung  bte  ^on^e  &er  ^ud^ls^^a^ 

Qmfä)tn  Stiftung. 

^ai^  unferm  ®unfd^  werben  unfere  ^rm  €oftegen  fStam 
be^  unb  ^eigner  biejonb^  ber  |>agen :l93u()^o(5fc^en  Stiftung 
in  berfefben  91rt  fortoerwatten ,  wte  bi^(»er  bie  ber  SButbüUfAen 
Stiftung. 

S5er(itt  unb  Erfurt. 

Staberob  unb  Sromm^borff. 

Sfnlagc  E* 
Vteä)t%d)t  Aber  tae  von  bem  vtvfkövbmm  tUebtci- 
ttAfafTeffor  Or.    SHttntt  btcCt^tigtt   ^(iQcnfä^t    . 
£)enFmabL 

®egen  bie  wHtit  Ui  Sal^re^  1825*  würben  bie  4>errn  «po^ 
tfeefer  irt  ©erfin  oon  i!>ren  €ottegen  in'  Jtbnia^berg  aufgeforbert, 
P(^  mit  ihnt]}  ,^u  ^Beiträgen  ^u  ber  ^armorbüfle  ju  bereinigen, 
iveichc  btf  borng*?  Unioerfttät  bon  bem  würbigen  Veteranen  ber  " 
^pbatniücte  ^^a^nt,  t3ei  ©efeaenM^MW^^^  50jdb«gen  gubifdum« 
rtiifcrfMen  \ix  Itifftn,  beabflAttgte.  Wt  ^euben  würbe  biefe  ©c^ 
fegenhett  frflWffnt,  bem  Wanne,  welcher  flc^  um  bie  SEBiflren= 
trfjrtft  tn  "ä^tiiQUvhutii  mit  bte  erfken  IBerbienfle  erworben,  unb 
bii  \\i  einem  fo  fttmtn  iSrter  nicbt  aufgehört  batte ,  ba^  Sit? 
-tfreffe  ber  *:Obarmiuie  auf  äffe  mogri(^e  SBeife  wabrjunc^men, 
iiLU'rfy  llnm-flftt^ung  btr  obigen  %nf\6}t,  ihre  tiefe  SJerebrung  unb 
3>anrNL'rdt  iin  beu  Tita  ju  fegen  unb  e^  ift  biefer  3lnt^cit,  wer= 
rfjfit  bie  ISertiiKt:  ^v^tptttt  an  ber  Jubelfeier  bc^  je^t  ^ur  iSct- 


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-.    233    — 

bell  oftmaftf  mtt  tanrbatnr  SHAffrung  erfa.tnt  it)Drtcn. 

3>tx  nun  gUtc^fatt^  i^erfterbene  WebtctnalafTefTov  unb  9(po: 
tMet  Br.  jCütncr  be§te  bic  ^finun^y  baf  bte  fflerbirnfte 
4>aden^  nm  bte  ^Nrmacte  bur4  em  m^ti^  tin^utttttn  \\x 
etnec  ^u(bi()un9,  n>e(cfK  i>on  bfr  Unmvfität  in  Stm^$UtQ  a\x$'- 

giw^t  unb  bfn  itbfttw  $bef(e  noc^  t^on  yii^tp^atmaaixttn  Hvi^e- 
rac^t  werben  börfte,  »oti  ben  9lvot*efern  nicbt  denuafam  erfarint 
iDÜrben,  unb  bafa"  biefem  Smecfe  ein  eigener  von  oen'P^armas 
ceiUen  au^ae^enber  unb  nur  bon  'Hvot^^cfttn  bambnndenber 
Ztibtxt  ber  Siebe  unb  ^o^ad^tum  «^m  3:a0e  be^  Subiiäum^  übet: 
retAt  »erben  miiffe.  —  ^It^^n^t  tjfeiUe  btefe  Anfielet  .J>errn 
Webictnarrati^  @taben>b  mit,  unh btefer  n<r|^m  um  fo  weniger 


^nflanb,  bte  erbetene  Wttmirfima  $uAufaden,  at$  bte  ^erbtenfle 
$aAen'^  ntc^t  nur  auf  bte  mebrrac^ften  SBemeire  ber  t>u(bt0und 
SITnfprut^  d^ben,  fonbem  $  ritt n  er  auter  bem  eben  an^e^e: 


benem3n>e(te  noi^  einen  befonbem  wo^It^^tiaen  beabflc^ttote. 
«Rac^  mejireren  Verätzungen  würbe  bte  Shtlfü^run^  einer  fte= 
battte  beft^CofTen  unb  beftimmt,  baP  ein  Q^emp(ar  berfelben  in 
@o(b  unb  mehrere  in6i(ber  bem  t»o<^»ettienten  tragen  fu  feinem 
'^ttbifäum  überfanbf ,  natbmaftf  abet  auc^  brimjene  ober  aud^  fxU 
.erne  (Sttm^latt  berfetben  ^u  einem  etwa^  (dj^em  ^eife  t^er« 
lauft  werben  foKten,  tim  mittetfl  beiTen  iroenb  etpe  mhU^tt^t, 
p^armaeeutifd^e  6tiftund  jir  bearönben.  Vßen  bem  ^erm  fpro^ 
feffor  £et>e3Qw  unb  ^erm  Wungrat^  itro$  mit  ber  uneiaens 
nu^^idjlen  mit  unterflu6t,  ^thi^  bie  3[bee  {u-  ber  ben  SfebatlTen 
$u  d^^enben  %mn  (ebr  hütb  %i\v  Steife,  unb  wit  fit  nun  befielt 
würbe,  wltrben  auc^  t^on  ^Cittner  Vufforberunden  m  bie 
^b^x^maceuten  ^u  Veitnüi^en  erfaffen,  bon  we^en  5un4(^fl  ber 
SBetrad  be^  *3Nuni;flemper^  unb  ber  an  ^^agen  p  ttberfenbenbcn 
@remp(are  ber  ^ebaitten  befhntten,  unb  ber  9lefl  bann  ben 
(Srunbftein  ber  vbtn  bemerften  SSobft|ätiAleitlanflaU  ab^tbm 
foflte.  Sfittner  beforgtr  nun  atfetn  bie  SKufforberuna  ju  9ti' 
trägen  unb  bie  nac^maCd  erfo(ate  Qeberfenbund  ber  ^ebattfen.an 
i^aoen,  wit  biefe^  au^  öffent^i^en  itätttm  unb  oerfc^iebenen 
X^ournafen  binreid)enb  befannt  tft.  tteber  bie  IKrt  ber  |u  grüm 
benben  @tiftunaen  ^errfc^ten  aberbet  ben  Ferren  Slittner  unb 
@taberob  fefr  berfc^iebene  ftnftc^ten.  SEBdl^renb  4>^rr  Webtet^ 
nafratf»  ®taberoZ  nur  auf  einetr  itnbebeutenben  @rforg  be^ 
ISerfauf^  ber  9(ebaitten  rechnete ,  unb  ^a^er  ^bäfften$  auf  etti 
Qapitai,  }9on  beffen  Stufen  jdlbrri<$  ober  nur  bon  Seit  }u  Seit  tin 
au^gejeic^neter,  aber  börftiger  qt^armaceut  bei  feinen  @tubien 
auf  einer  Unit^erfität  ober  in  einem  i^l^armaceutif(^en  Sfnflitut  um 
terflü^t  werben  r&nnte  unb  für  bie  ^Be^rünbung  etne^  mit  bem 
!Ramen  be^  ^qtnfd^tn  )(tt  be^ett^nenben  ®tt>enbium^  (limmte, 
fdßte  Jtittner  bie  3be^  ^u  einer  wifTenfc^Mtiben  bibbern  WU 
bund^atkfiaCt  für  9>^rma(euten.  ber  et  ben  9lametr  ber  4> Agent 
fc^enlKcabemieAU  geben  gebac^te.  SBei  näherer  93etrad)tuna 
muite  aber  biefer  ^fan  f(bn>erfic^  au^fübrbar  erfi^einen,  aucp 
Ue^  ftd^  hie  9lotbwmbigfeit  efned  fotcben  änflitut^,  bei  ben  bie^ 
len  Dor^anbenen  93irbung^antta(t<nr  bie  bem  ange^enben  ^^a\-:t 
maceuten  offen  flef^en,  ntc^t  eittfebem  ^(ittner  mochte  biefe^ 
fpdter  felbfl  etnfejen,  benn  bte  ®a<^e  famntc^c  ^urSlu^rübrttng. 
3n  VRt^m  öuf  bte  oben  bemerlten  in  tBerfin  gefüf^rten  fSer^ 
l^anbluttgen,  l^abe  id^  U  für  angemefTen  gebdlten,  bie  ^lac^ric^t 


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-    234    •  ^  "  ^v 

Un,  uttb  ttffer  VftttMfntid  na^^tUnU  in  triefen  Jadeit  pom 

/  ^evtn^tUmatvatf^  &tabtto^  erl^aUene  ^ptdtUt  ^ttt^tinnq 

' '    htv,.^titv&ic  imb  bc^  Sdec^nitng^ajbrd^tuffe^  fiir  t>U  Äoflen  bet 

J^aden  am  Za^t  feinet  3»btlAim^  il6erfi»tb(en  D^rbaitte  mit 

.  attaufüibren.     ^ 

\     -  SÖranbe^. 

t^e  @umme  ber  ffir  bte  Su^fitl^ 
^   rundbetan4><xd«n  d^ffttibten^f: 
baittt/  etnaedatidcnen  S^tr^ge  bu 
'     Wufl  fi(^  auf    .      .  .    •     ^.      rjJfvb'ors'Duf.  286rtH.5ftf* 

^f>kiDon  würben  au^ae^btt        - 

1)  ffttr  bte  3nrerdon^debüoten  unb 
^otto  auf  Slnmetfunö  öon  ^errn 
^Webic.HfrefforiBerdfmattn   .  sttbU. 

—    —    —    ißorneniantt  4rt|r.-5far> 

7rt^r.5för. 

2)  SIttf  Xnmdfund  be^  ptttn  Obit: 
meb.  VflTef.  Dr.  %littntt  jabite 
u^  an  bie  ^ebaitten = ^{ünjanftaCt 

"  be<  $erm  Boo^  So^n  ptefefbfl 
am28@ept.         .       .       .       7i%tVt>t^l>uc:  inttbt 
be^^ret^en  jabtte  i<b  auf  bief<rbe 
Orbte  an  btefetbe  am  g6>JDctbr> 7(^ttbU 

_  Summa  7J?rb'or.3DttC.  J75«>I..5fgi;. 

®irb  filtere  6ummt  tH>ti  ber 
Summe  ber  SBettr^ae  abde^o^en, 
fe  Hobt  ehüBcfianb  t>on       .      .      .      *      iittbU 

ttfberjeudtf  baj  bje.i^rren  ffofCeöen  nid^H  badeten  ^u  erin= 
^  nexn  l^aben  n>erben,  ubermacf^e  tcb  bea  ber§eittden  ^eflanb  ton 

11  ftbU  bem  J&errn  ^ofratb  ör.  95ranbe^,  mit  bem  Srfuc^en^ 
nrenn  bret  ^onat  nacb  einer  iu  erCaffenben  ^ufforb^rnn^  an 
bieienigen,  wefdj^e  ttvoa  vtdftUd^t  forberuhgen  baron  macbett 
lonnten/  unb  bann  ft^  feiner  melbet^  benfefben  bem  (i^ipitai  bec 
tHiaen  3  ^ud»o(|f(^en  Stiftung  ein$ui>er(etben. 

Herrin  ben  20. 3ttn.  1829,  * 

/:  •  $.  @taberi>]^. 

''.  >  "  .       ^ 

^(ttffor^erun0. 

®em^f  ber  fBeftimmung  beiJ  ^tttn  ^ebidnafratb^  ^ta= 
bet^b  itber  ben  »prftebenben  gaffenbeftanb  erfuAe  ic^  aKe  biejc= 
nt^en,  xotid^t  rec^tlicbe  9nf)^rä(^e  baran  ^i  ^aben  t>ermeinen, 
folcblc  in  Seit  bon  bret  Monaten  mir  aefattiaft  anAu^etaen,  um^ 
wenrfoCc^e  t^^t  ^att  Pnben,  biefen  gaffenbeftanb  mit  beii  €a= 
)>ita(fonb^  ber  ^agen  >  Suc^or^r^i^en  @tiltm^  au  i^ereintden. 

ealÄuffen  ben  14-  3ur.  1829. 

"       '        ■  üi.  SBranbe^. 


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—    236    — 

5.  Neü6  Toxicologiey  oder  die  Lehre  voi|  den 
Giften  undVergiftnngeta  in  chemischeri  phy- 
siologischer 9  pathologischei;  und  therapeuti- 
scher Beziehung,  von  Guerin  de Mamers. 
Au9  dem  Französischen  übersetzt  von  Dr.  H. 
L.  Westr umb.  Lemgo  i8i»9«  Meyersche Hof- 
buchhandlung. S.VIiLu.939.  (Preis  doggr.) 

Die  kleine  Schrift  von  Mamers  über  Toxicolo- 
gie,  ein  GegemUnd,  der  leit  10  bii  15  Jabren  10  vor- 
pKÜglicb  die  Attfmerkiamkeit  der  Aerste,  Physiologen 
und  Chemiker  in  Antprnch  genommen  bat,  itr  in 
Frankreich  mit  vielem  Beifall  angenommen  worden 
und  auch  in  feuUchen  Blättern  (a.  B«  Rutt'i  n.  Catper^s^ 
krit*  Repert.  XXI.  14a)  sehr  gnnitig  benrthei|t  wor- 
den ;  eine  Ueberfetaung  ^etes  Bodiet  im  Teutscbo 
kann^  dalier  nur  willkommen  leyn.  Der  Verft  nimmt 
nur  9  Klassen  von.Giflen  an»  1)  irritixende  und 
a)  sedativ«!  Zn  l.^werden  diejenigen  gesabll,  wel* 
che  den  Tod  dnrch  übermäfsige  Reisnng  der  Lebens« 
krafta  hervorbringen..  Die  meisten  derselben  werden 
nicht  aofgesogen  f  sondern  wirken  nur  ^on  ihrer  Ap* 
pUcaiionsfläche  ansf  und  wenn  sie  aufgesogen  werden» 
so  wirken  sie  von  andern  Organen  als  den  Central- 
Organen  des  Nervensystems  aus;  oder  sie  wirken  auf 
beide  Weisen  sogleich.  Ihren  Haupteinflufs  aofs^rn 
sie  auf  die  Nervenendchen.  Die  sedativen  Gifte  heben 
entweder  durch  Einwirkung  auf  .das  Oebirn  und  das 
Rückenmark  den  Nerveneinflufs  auf  t  oder  serstoren 
durch  unmittelbare  Wirkung  auf  gewisse  Hauptorgane 
den  Nerveneinflufs.  -^  Alle  Gifte  derselben  Klasse 
haben  dieselben  Bigenfchaflen  und  dieselben  wirksa«» 
men  Krähe;  die  Verschiedenheit  in  den  Erscheinun- 
gen, weUhe  sie  hervorbringen  t  rührt  von  der  Dosis» 
und  von  dem  BaUf  den  Functionen  und  besondern  Ei- 
genschaften der  Organe  her«  auf  welche  sie  wirken. 
Obwohl  kein  Gi&  sugleich  au  den  sedativen  und  irri- 
4irenden  gehören  kann»  so  aeigen  die  einaelnen  Gifte 
doch  eigenthümliche  Wirkungen »  die  sich  ausspre- 
chen in  ihren  Wirkungen  1)  auf  ein  ganaes  System 
von  Organen ,  a)  auf  ein.  einziges  Organ  und  5)  auf 
eins  der  das  Organ  bildenden  Gewebe.  Die  Wirkung 
selbaist  eine  unmittelbare  oder  mittelbare,  und  die 


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—    2S6    — 

VergiftUDgssymptome  sind  miltelbaie  Folgen  und 
entweder  primitive  oder  secundäre,  die  beide  ihre 
directen  und  sympathetischen  Erscheinungen  haben« 
Die  Wirkungsart  des  Giftes  aber  mufs  aus  den  primi- 
tiven Symptomen  erschlossen  werden ,  die  secundaren 
madhen/ sie  aber  oft  schwierig  zu  erkentien<  Die  Wir- 
l^ongsart  der  irritirenden  und  sedativen  Gifler  wird 
dann  ferner  scharf  unterschieden. 

Ueber  die  Klassifikation  der  Gifte.  Wel- 
phe  s  Klassen  von  Giften  der  Ver£  aniiitnitit»  haben 
wir  schon  oben  berührt.  Die  erste  Klasse «  die  irriti- 
erenden Gifte  ^  tlieilt  er  in  d  Abtheilun^en :  a)  Gifte»  ' 
welche  örtlich,  sympathisch  oder  aufgesogen  auf  an- 
dere Organe ,  wie  das  Hirn  nnd' das  Rückenmark, 
d.  h.  auf  die  Nervenendchen  wirken;  und  b)  Gifte, 
Welche  angesogen  unmittelbar  auf  das  Nervensystem 
wirken.  Diese  letzte  Abtheilong  zeirfalh  wieder  in 
solche^  'welche  auf  das  Rückenmark,  utld  in  solche; 
welche  auf  das  Hirn  wirken.  Diese  einzl^lnen  Abthei- 
lüngen  zerlallen  in  Ordnungen,  Vielehe  die'^nzelilen 
Gifte  nach  den  Naturreichen  und  nach 'natürlichen 
Familien  enthalten.'  Die  zweite  Klasse,  die  sedati^ 
▼en  Gifte, ^' hat  keine  weitern  Abtheilungen  ufi^d  ent-^ 
hält  sogleich  die  nach  d^n  Ilatürreichen  geordneten 
Gifte,  i^ach  dieser  sehr  entsprechehden  Klassifikation 
geht  der  V^rf.  zu  den  Vergiftungen  selbst  über:  Es 
werden  zuerst  die  Wirkungen  und  Symptome  beschrie- 
ben., welche  die  irritierenden  Gifte  hervorbringen ,  )e 
nachdem  de  auf  verschiedene  Weise,  oder  auf  verschie- 
dene Organe  oder  deren  Theile  angebrächf  worden 
sind;  eben  so  die  sedativen' Gifte.  Der'Verf.  schil- 
dert nun  das  allgemeine  Verfahren ,  <  um  das  wirksam 
gewesene  Gift  zu  bestimmen  (von  S.  46- 104).  Dieser 
Abschif itt  ist  sehr  vorzüglich  bearbeitet  und  einiiöchst 
nützlicher  Leitfaden  für  derartige  Untersuchungen, 
dessen  Leetüre  wir  sehr  Empfehlen.  t>ie  allgemei- 
nen Methoden  sind  vorzüglich  entwickelt  ttnd  die  Er- 
kennun^scharäktere  Aex  einzelnen  Gifte  sindf  in  der 
Regel  scharf  und  ihrem  Zweck  entsprechend.  —  Es 
folgt  darauf  die  medicinische  Behandlung  der  Vergif- 
tungen ;  Vorsichtsmaafsregeln  bei  der  Leichenöff- 
nung schon  begrabener  Leichen;  eine  Tabelle  über 
die  Gegengifte  der  gebrauchlichsten  Gifte  und  endlich 
eine  Reihe  specieller  Beobachtungen  über  ehizelne 


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—    257    — 

VergiftungivorfiUe «   die  ali  in teiestante  Belege  «nd 
Erläatcrungen  de«  Vordergegangenen  dienen^ 

£^  mag  genügen,  im  Allgemeinen  den  Inhalt 
dieses  Buchs  angedeutet  zu  hahen ,  welches  wir  mit 
Ueberzeugung  als  ein  sehr  nütslichi^s  empfehlen  kön* 
ueA^  und  das  in  der  TJbat  als  ein  trefflieber  Leitfaden 
hei  toxicologischen  Untersuchungen  anzusehen  ist, 
sowohl  in  medicinischer,  als  in  physiologischer  und 
chemische^Hinsicht9  und  das  wir  daher  in  den  Hän- 
den recht  vieler  Leser  zu  sehen  wünschen  •  welche 
dieser  wichtige  Theil  der  Wissenschaft  interessirt» 


4.    Personalnotizen. 

Herr  Hefmedikus  Dn  Brückner  in  Ludwigs- 
lust hat  vom  Grofsherzog  von  Mecklenburg  -  Schwerin 
den  Charakter  eines  Medicinali!aths  erhalten  und  ist 
«  zum  Medicinalrefeirenten  bei  der  Schwerinischeu  Re- 
gierung ernannt  worden  »*  ohne  dafs  er  jedoch  leinen 
Wohnort  verändert* 

Die  medicinisch- chirurgische  Gesellschaft  zu 
Berlin  hat  Herrn  Hofrath  Dr.  Dornblüth  zu  Plan 
zum  Mitgliede  angenommen. 

Herr  Oberbergamtsassessor  v.  Oejnhausen  is^> 
von  der  geologischen  Gesellschaft  zu  London  zum 
Mitgliede  erwählt  worden. 

Herr  Ritter  Physikus  Dr.  Alb.  v.  Schönberg 
ist  von  den  physicalischen  Gesellschaften  zu  Florenz» 
Treviso  und  Siena»  und  von  der  naturferschenden  Ge* 
Seilschaft  zu  Marburg  zum  Mitgliede  aufgenommen 
worden ,  und  hat  von  Sr.  Heiligkeit  dem  Pabste  den 
goldnen  .Spornorden  erhalten. 

Herr  Medicinalrath  Dr.  Gas  per  ist  von  der  S(h 
etiti  des  sc.  med.  zu  Metz  zum  Mitgliede  jiu%enomipen 
worden. 

Herr  Regimentsarzt  Dr.  Kothe  und  Herr  Dr. 
Weitsch  zu  Berlin,  beide  Mitglieder  der  Ober* Exa- 
minationscommission,  haben  den  Charakter  von  Ober- 
medicinalräthen  erhalten« 

Herr  Stadtphysikus  Dr.  Lowez  zu  Berlin  ist 
zum  Medicinalrathe  bei  dem  königU  Pol{zeypr.äsidio 


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—>  238        — 

,iiilt  dem  Cbaraktev  als  Rcgferangtioedicifialrath  er* 
nannt  worden.^   -  v 

Herr  Prolessoc  Schumacher  zn  Coperrbagen 
ist  bei  Gelegenheit,  feinet  5ojäfarigen  Dienst  Jubiläums 
\zom  königl.  Dänischen  Staatsrath  ernannt  «vordem* 

Herr  Geheimevath  v.  So mme ring  in  Frankfurt 
und  Herr  Medicinalrath  Bl'umenbach  in  G^ttin^ 
gen  sind  von  der  Pontanianisch^n  Akademie  zn  Neapel 
zu  Mitgliedern  ernannt  .worden« 

Im  November  1828  starb  zu  Greifs wald\  in  der 
Blüthe  seines  Lebens  nach  kurzem  Krankenlager  der 
Professor  Dr.  Wilhelm  Sprengel,  der  würdige 
Sohn  des  berühmten  Gurt  Sprenge  lin  Halle.  ^ 


S.    Dieiistgesuche. 

a)  Es  ist  auf  nächsten  Michaeli  für  einen  soliden 
jungen  Mann  eine  annehmliche  Gehülfen -Stelle  in 
einer  Apotheke  vacant.      NäheVe  Nachricht  hierüber 

Apotheker  in  Rarburg. 

b)  Eirf.fmit  guten  Zeugntissen  versebener  und  empfeb- 
,  lungswerther,  Bn)  Gehülfe  wunscbt  zu  Michaelis  «ine  Stelle 

m  einer   guten  Apotheke.      GefäHige  Nachfragen  diesferhalb 
wird  beantworten  der  Henr  Apotheker  Meyer  in  Guben. 


Vetjei*frtßeiiMger Älteren  tmMteumn,  für  ieöen  p^ar* 

maceutett  wi^ttgen  S^riften,  wel*e  im  Veriage  ^er 

Jlnterjd^mten  etf^iemn  jinö. 

f^en  ^tammtu,  ftebfl  tmm  %nm^t  t^om  alten  üxiikU.  %x.  3. 

^^l\*J^^ph  f^^i\^ti  3oumar  1778-  178I.   6  a*e«e,  irter  »eir 
8  93r.  «omjXet  .  2jRt{rr- 


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—    2S9    ^ 

U^  ^ttdfiofß  mit  eantvfiolf  vtib  SBaUferftoff  ober  ober  hai  otpr 
Uvtt  &tid^a$  imb  tibet  hai  m^mtxt  befTefben«  3)v<b  ^tiU.  Mui 
bem  ^d(-   ^«1^^^  (^emtf^er)  Z^tiU  gr.  8.  1812.    1 9lt|^rr.  4  ggr. 

—  -    3i9rUct(9Nfio(Odtr<^r)ZM(*  dv«^  A8i4*      i9i^lr.8Mt. 

4lu(^  iinreir  beut  »teC:  ^ 
_   _  fpbttfiDlodtfcb^^etiitfc^e  UtKerfucbmideti  über  ba^  «ernten, 
befonber«  aber  bai  «tarnen  boti  prbbirtem  &id^ai.    «u^  beut 
<i^4l.  ftberf.  unb  mit  «nwerfttnden  unb  Sufift^n  berfeben  bon 
Dr,  giaff«,  «Prof,  in  »»nn, 

(Sbermater,  Dr«  3.  9.,  ^^armacemifc^e  Sibrioe^ef  ^r  «erjle  imb 
«votbefer.  ir.  95b.  i— 4.  ßtüd.  8.  1805— 180€.  3ebe^  Stütf 
6  gar.  steti  S3be^  1—4. 6(ücet«betifo.  eomyl.  9b.  1  ii.9. . )  Stt^r. 

^itfHlta,  Mtti^Ut  Jtonntb,  Nnclew  toti«»  mMUdaae  ««iaq««  fmKÜ- 
iuM,  ober  bet$  ootffbmmeneii  unb  aajeit ferttdenUM^otH^r^*  ^^^f- 
ieberS3anb59lf^(r.    dornpr.  lo8U((r.  / 

-^  —  <$>s(lortf(^e  unb  p^i^flearifc^  35ef(Aretbund  ber  Qefi^fec^ter  ber 
tpftanjen,  n>e(qyer  £tnn4u^  ft^fleinadKpe^  iBeriet<^i|  oon  ben  ®e: 
fchrecbtem  ber  ^ffanam  bebdefitdt  morben.  ttitXttpfem.  sXbetfe, 
jcber  S^eir  li  9tt)^rr.  «ompf.  sStt^Ir. 

©fO^au^,  Dr.S.?.»  ^emerfunaen  aber b{e9ttnera(aueiren {Unfein* 
bera  tm  fürOem (um  £ippe.  8. 1821.  ^tlf.  -  4  aar. 

—  —  3n(lructton  be^  ®erunb|»eU<cottfei(a  }U  9<iti4  aber  bie  «ns 
fertiaung  bffentlii^er  Abtritte,  unb  Aber  bie  (SerunberbaUuna  ber 
W^ttittt  unb  beren  ®ruben.  «u^  bem  franabfifc^.  Wt  s  &mt 
titfein,  bro(^trt;  «^  .  ^3  ad^ 

.t>^^matta,  Dr./  2)enfr((rtft  ober  bie  aeifliaen  %lüffiaUitm,  eine 
i>on  ber  Ai^niai«  ifabemie  ber  fSifrenfc^ften  ju  S^rflflFci  a^^^bnte 
<fixtW^nft.  Vu^  bem  %ranjbf.  überf.  unb  mit  tKnmerf unaen  Aber 
benfefben  ®eaenflanb,  über  bie  fBranntwetne  unb  bie  Srennereb, 
miäAft  für  pbrtfanten  vermehrt  unb  (erau^eaeben  bon  Dr.  K* 

ä^nbea.  a^8.  broc^irt.    »  13  aa^* 

LciiloifinM^  J.  GL,  Opatenla  ipliyiics-clieBiicft'etBieAica,  utduic 
•eor  •Im  edito,  nunc  poil  eiiw  •bitm  «Mlleeta»  a  IISI^IIM. 
4TlieUe.  \  4Rtiür. 

Camera,  ®uerin  be,  9leue  ZositPlüiit  ober  bie  te^vt  bon  ben  ®ifs 
ttn  unb  iBeraiftunaen  in  <^emif(ber,  bNMoaiMerf  bat^oioaiMer 
unb  r^erapeutirc^r  9)e|i^(una-^  «u^  oem  fronibf.  aber  f.  bon  «ua* 
^.  £.  Sefirumb«  8. 1839.       V  soaa^ 

ed^mit^U,  %  %,  bie  Gtaamatereb  ber  KUeui  fttr  JtflniUer  unb 

£ieb(aber  jum  Stuben  unb  Seranäaen  baracßettr.    9tit  einer  Sors 

*rebe  oon  Dr.  9t.  SBranbea.  ar.8.  bro(^irt.  8  aar* 

SBei^e,  Z>eutf(^e  ©reifer,  für  ^otanifer  unb  &economen  aefam- 
mtlt  unb  berauaaea^ben.   I4tea  ptft.  %oU  1  mthtt. 

/^(H  1-^14  fofien  I49it((r. 


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—    240    — 

rif*f  3«riing  in  M^xiq^v  SEeifc  fortgeff 0t  »er  «Prei^  bet  erflf= 
reu  Stiff^mt  ift  aud^  für  1829  6  dU^lr.  netto,  ber  bet  tttn  1 9(tblr. 
8  ogr.  neit«.  ^rait^geber  utib  aSerfedcr  loetben  ftcb^  nne  el  bt^l^rr 
gefd^eben,  Quf  bd^  eifrigfle  beniu^^n,  bte  er^d^ete  Z^fna^me  be^ 
^xiblicimi  au  t>erbtenen  un^  nac^  aVen  Xr^f^en  ^u  ermtebern.  2)k 
firü^emi  3a^rgiinge  be^  ^r4^v0'  f^nnen  tioc^  tempitt  abgelaf^ 
feti  werben,  t^on.ber  pf^armoceunfc^ett  Settutig  aber  t{l  itur  nod^ 
ber  2te3abröiang  »ottflatiblg  »orrditjfg.  Set^be  3ettf(^riWeti  fdntien 
foipob^  bur(b  ble  93iubbanb(ungen,  wie  bure^  bte  ^flen,  ivefcbe  ^ 
(e^ere  fid^  an  bae  XonigL  fPreufT  9of^amr  ju  ^erfotb,  ober  an 
ba^  Surftr.  3:burti>  unb  Zan'fc^e  Vo(!amt  su  Eetngo  ju  tvenben 
l^abtn,  bejogen  ipefben. 


€o  ebet!  tft  ^rfcbictt*«  utib  fftr  be^^gefe^ten  ^ui$  burcbjebr 
fofibe  5öuc^]^anbtuttg  ^u  be^ie^ett :  . 

2lfci)Dff ,  Dn  fe  g.,  SlniDwftftifl  i«r  ^xüfmQ  ber  arjticih^ 
tittttel  aitf  t^re  ®Äte,  ITecl^t^ft  ui*  Serfdlfdjmtg. 
%eb(i  prdcttfd^er  Shtlettung  ju  einen  pctdtmhfi^tn  Set^ 
fal&re«  bef'ben'Sifitcitionett  bet  3())DlHen  unb  emenr 
!8er)et<f^tf e  ber  sebrätt(^It€()fien  c^tfcfKU  Steageittten;, 
jum  ©ebtaucfic  fÄr  ^^pjlci,  fferjte,  Sr))ot^fer  iiub 

,    Semgo  fm  9Iuöu(l  1829. 


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Zur   Kenntnifs    der   Mine- 
ralwässer. 


1}  Analyse   des  Heilwass'ers  zu  Hid* 
d  i  n  g  e  n  im  ILiünnebtirgischen ; 


Hofrath  Dr.  Du  M£nil,  zu  Wunsdorf. 


Man  weifs  aus  der  Isis,  da(s  ein  Mann  gegen 
mich  beleidigend  auftrat  >  weU  ich  im  Hidfinger- 
YTasser  Kohlensäure  feindy  und  die  Gegenwart  einer 
sehr  geringen  Menge  Essigsäure  desselben ,  dem  der- 
tigen  morastigen ,  das  Lakmuspapi^r  röthenden  Unter« 
boden  zuschrieb.  Obgleich  ich  glaube  durch  mein« 
wie  ich  mir  schmeichle  in  den  gemälsigsten'AusdtÜGken 
abgefafste  -—  Yertheidigung ,  den  Ungnind  der  Be- 
hauptungen in  der  merkwürdigen  Schrift  meines  Geg- 
ners ^  dargethan  zu  haben,  so  vermogte  mich  doch 
die  besondre  Mischung  besagtem  Wassers,  und  die 
Meinung,  dafs  Humussäure  eine  wesentliche  Halle 
darin  spiele,  zu  folgender  neuen  Analyse  desselben. 

Ueber  die  Lage  des  Hiddinger  Gesund- 
brunnens« 

Das  Dorf  *[iddtngeti,  an  dessen  westlicher  Seite 
unser  Gesundbrunnen  hart  unter  einem  sandigen  Hu* 
Archiv  f.  d.  gcf.  IfatiirL  B.18.  H.3.  17 


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258  Du.Mfinil 

gel,  ^^  der  Heldenberg  genannt  —  sich  befindet, 
hat  eine  niedrigo  Lage  und  ist  in  geringer  Entfer- 
nung von  Torfmooren,  und  sogenannten  sauren  Wie- 
sen umgeben.  An  den  Bn^nnen  die  in  dieser  Gegend 
gegraben  werden,  bemerkt  man  nicht  die  Einförmige 
keit  der  Erdschichten  >  wie  sie  in  der  nahen  Lüne- 
burger Haide  vorkommen  ^  sondern  Ablagerungen  von 
Lehm  und  Letten,  ferner  im  Untergrunde  d.  h.  auf 
a5  bis  So  Fuls,  eine  Art  des  schwarzen  Schlammes 
oder  IVIodde ,  welche  sauer  reagirt ,  und  durch  Filtra- 
tion ein  unangenehm  riechendes  Wasser  von  gleicher 
Eigenschaft  liefert 

Physikalische  Kennzeichen  desHiddinger 
Wassers. 

Es  ist  wasserhell,  tnibt  sich  aber  allmälich-  an 
der  Luft,  bis  nach  mehreren  Stunden  ein  scharf  ab^ 
gesonderter  schwarzer  Niederschl^  erscheint. 

Setzt  man  es  mit  ^iner  polirten  Kupferplatte 
dicbt  bedeckt  dem  Sonnenlicht  aus,  so  bildet  sich,  wäh«^ 
rend  ^ne  nach  und  nach  blind  wird  und  dunkelgrau 
anläuft,  erst  ein  schwarzer  dann  ein  brauner  Nieder-^ 
schlag ;  letoterer  als  ein  Gemeng  von  Eisen  -  und  Gal- 
jciumcarbonat.    ' 

Wird  es  bis  zum^  Sieden    erhitzt,  so   zeigt    sich 

die   Trübung  schneller,   und  das   Präcipitat  ist   nicht 

schwarz  sondern  braun;  schon  im  Anfang  des  Siedens 

verliert  die  Kupferplatte  ihren  Glanz  völlig  und  über- 

.  zieht  sich  mit  erwähnter  dunkelgrauer  Farbe. 

Silber  wird  kaum  oder  gar  nicht  davon  afficirt, 
wenigstens  der  Kessel  ni^ht  von  diesem  Metall,  worin 
man  es  erhitzte. 


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Analyse  des  Hiddinger  Heilvrassers;    269 

Lautere  und  «andere  hieher  gehörige  Erfahrungen 
zeigen  hinreichend,  dals  die  Gasarten  dieses  Wassei:s  keine 
Hydrothionsäure,  sondern  eine  Besondere  Yerbindtmg  des 
Hydrqgens  enthalten  müssen»  die. das  Eisenoxyd  nicht 
daurend  zu  zersetzen  fähig  sind,  Dals  es  Modificationen 
des  Phosphorwasserstoffs  oder  des  Kohlenwasserstoffs 
gebe,  die  gedacl^te  Eigenschaft  besitzen,  ist  kaum 
denkbar;  jedenfalls  ist  von'  dem  Gas  welches  jene  Er- 
scheinungen bewirkte  nur  eine  äußerst  geringe  Menge 
'  vorhanden,  da  es  sich  in  den  unten  zu  erwähnenden 
.   pneumatischen  Versuchen  der  Bestimmung  entzog. 

Während  des  Sch5pfens  soll  sich  aus  dem  Hid- 
dinger Wasser,  oder  vielmehr  aus  dem  frisch  geschöpf- 
ten, ein  Gas  so  jählings  entwickeln,  dab  es  Spritzen 
darin  verursacht;  d^  sich  hiervon  späterhin  keine 
Spur  vorfindet,  so  mu(s  dieses  Gas  dumit  nur  gleich- 
sam gemengt  gewesen   seyn. 

Der  Geruch  desselben  ist  dem  der  Flachsrodden 
(des  im  Rösten  begriffenen  flachses)  ähnlich  und  die 
ersten  Portionen  seines  Destillats  y^tbreiten  einen  dem 
Asphaltöl  iast  gleichen  Gestanlic. 

Gasversuche. 

Dieses  Wasser  --.  147$  KubikzoU  —  in  einer 
Glaskugel  mit  dem  pneumatischen  Merkurapparat  in 
yerbindung  gesetzt  und  allmälig  bis  zum  Sieden  er- 
hitzt, trübte  sich  schwärzlich  und  entliefs  ein  Gas 
—  5,9  KubikzoU  —  welches  von  Bariumoxydsolu* 
tion  unter  starker  Trübung  derselben  fast;  gänzlich  an- 
gesogen wurde ;  denn  was  davon  übrig  blieb ,  bestand 
in  einem  sehr  unbedeutendem  Mehr  des  Raumin- 
halts der  Leitungsrohre  etc.,  mit  dem  also  Versuche 

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aÖÖ  Du  M^nil  ' 

atf    die*  Katar   desselben   Vergeblich    jgewesen    seyn 
würden.  '» 

In  eine  Solution  des  neutralem  Bleiostydäcetats 
gelassen  ,  brachte  <  dieses  Gks  niteht  den  geringsten 
Niederschlag   hervor. 

10  Pfund  des  Wassers  geben  demnach  70,49  Cu- 
bikzoll  Kohlensäuregasi 

Die  Relation  der  Prüfung  mit' ReÄgentien  übergehe 
ich  hier  als  nicht' wesentüth.       - 

Analyae» 

Das  Hiddinger  Wasser,  von  wekheh  10 Pfund 
zu  folgender  Analyse  dienten,  gab  über  gelindem  Feuer 
bis  zu  einem  kleinen  Volum  gebracht,  einen  braur 
nen  Niederschlag,  welcher  itn  Filter  gesammlet  und 
gewaschen  wurde.   . 

Es  ist  merkwürdig  dafs  der  durch  freiwillige  Prä- 
cipiCation  entJstandene  schwarze  Bodensatz,  schön  in 
dem  ersten  Augenblick  der  Erhitzung  des  Wassers, 
seine  Farbe  in  Braun  verändert.    Eine  Umwandlung 
der  (gefundenen)  Humussäure  in  Gerbsa^ure,   und 
eine    gleich    darauf   folgende    Wiederentmischung 
derselben  hier  anzunehmen,  ist  wohl  zu  gewagt. 
Iti  der  Abrauchschaale  hatte  sich   ein   Theil  des 
Präcipitats  so  fest  angesetzt,  dafs  er  durch  mechanische 
Behaiidlung  nicht   abgelöst   werden    konnte,   sondern' 
es  dazu  der  verdünnten  Hydrochlorsäure  bedurfte.* 
*   Auch  an  den  Wänden  des  Glases  worin  das  Was- 
'' ser  leicht  bedeckt  mehrere    Stimden  stand,   hatte 
sich  eine  zwar  dünne  aber  so\  feste  Rinde  gebildet, 
dafs  sie  hur  durch  Säuren  zu  tilgen  war.     Die  Auf- 
lösung settte  etwas  Süiciumoxyd  abv 


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Analyse  des  Hiddinger  Heilwassers.     361 

Oben  bemerkter  FUterinhalt,  wie  die  in  der  Ab- 

räachscheale  angelegte  Hinde,  löste  sieb  in  Hydro- 
chloisäure«  unter  lebba&ei»  Brause»  auf«  die  Solution 
war  trüb  und  liefs  durchgeseihet  ^^etne  braune  Sub- 
stanz in.^gadnger  Menge  auf  dem  l^apier  zurück ,  wel« 
che  nobh  ieupbt  sauber  abgenommen  .  und  mit  Kali« 
umoxyd  behandelt ,  dann  wieder  mit  Säuren  niederge- 
schlagen »äbennals  hu%41ökt  und  weiter  geprüft ,  sich 
ganz  wie  Humussäufe '  verhielt ;  sie  betrugt  me  idtt 
mich  durch  einen  wiederholten  Versuch  ,  wobei  das 
<t  Filter  4««'.  verbrannt  wurde  überzeugte ,  i>85  Gran 
und  war,  wie' diie  Asche  beweist,  von  o>5  Oten 
Silfofums^ore  begleitet. 

-'■'-  Die  Hydrodhl^^nsäure- Solution  •,  welche  nun  die 
'ühtigen   im/Sioden   niedergefallenen  Substanzen    ent- 
hielt, wurde  «urPerbxydation  ihres  £isens  mit  Salpe- 
tersäure et\Äizti  und  von  diesem  durch  Ammoniak  be- 
freit:  das 'dadurch  ^haltene  Präcipitat  *Wog  geglühet 
»6,5  Gr.  =  9^45  Gr.  Eisenprotoxyddärbonat. 
"  '     Diese  Quantität*  des  Eisenoxyds  ist  etwas  geringer 
als  die  nkch  früheren  Untersuchungen  gefundene, 
ein  Umstand  welcher  wahrscheinlich  Von  der  Vor- 
'änderlichkeit   Üerrührt,    der,    durch   Brunnen  ge- 
förderte  Quellen,   wegen    der   öftem    Stagnation 
ihfos  Wassers  stets  unterworfen  sind. 
Aus   dem    Filtrate    liefs    sich   Kalciumoxydoxalat 
fällen,    welches   in    Carbonat 'verändert    1 5,355  Gt. 
wog;  und  hierauf  durch  Kaliumoxyd,    o,66Gr.  Mag' 
niumoxyd,   welchös  zu  Carboneit   berechnet,   i,io  Gf« 
beträgt.  .:...• 

Die  im  Sieden '  niedergefallenen  Substanzen   sind 
^bigeii)  nach  für  lo  Pfund  des  Hiddinger  Wasser« : 


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362 


Du  M£ail 

Cateioittoxydcarboiiat  •  .     . 

i5,555 

Eisenprotoxydcarbonat 

9,»5o 

IVIagnimnoxydcarbonat  .  '  . 

-r^ioo 

Humusfiäure  (Moder)    .     < 

i,»5o 

SUidumorjd   ,     .     .     . 

.    o^&oo 

a6,p55. 

Da  wir .  den  oberwähnteft  Gasversuchen  genial 
38^1 5  Gr.  Kohlensaure  erhielten  nämlich  mehr  als 
zur  Bicarbonisirung  oder  zur  Auflösung  der  ersten 
3  Oxyde  erforderlich  ist,  so  lälst  sich  annehmea, 
^b  die.  Hamussäure,  so  wie  auch  die  unten  ang^ge« 
bene  Essigsäure,  der  chemischen  Masse  jener  naxrbge* 
itatiden  sey ,  und  sich  erst  beim  Entweichen  der  Koh« 
lensäure  und  beim  Einengen  des  Eisenoxyds  in.  einem 
gewissen  —  der ,  auflösenden  Geg^wirkung  des  Was* 
•ers  entsprechenden  —  Yerhältnifs.  Qnge^ngt  habe. 

,  Die  von  den  freiwilligen  Präcipitaten  abfiltrirte 
Flüssigkeit  wurde  auf  ein  geringeiB  Volum  gebracht 
-und  mit  dreifacher  Menge  Weingeists  versetzt;  es 
schieden  sich  dadurch  Flocken  aus,  welche  im  Filter 
gesammlet  das  Ansehen  muköser  Materie  hatten,  ge- 
trocknet a,io  Gr.  wogen,  und  im  Wasser  ohne  Verän- 
derung ihrer  Natur  löslich  waren.  Die  Solution'  er- 
schien trübe,  Kaliumoxyd  hellte  sie  völlig  wieder  auf. 

Die  geistige  Flüssigkeit,  durch  Einengen  in  eine 
wässrige  verwandelt,  blieb  mit  Ammoniak  unver- 
ändert, gab  aber  mit  Ammoniakoxalat  einen  Nieder^ 
schlag  welcher  zu  Garbonat  erhoben,  a»4oGr.  wog 
CS    2f65  Gr.  Ghlorcalcium. 

Um  das  Natrium-  und  lyiagniumoKyd  des  Fil- 
trats,  deren  Gegenwart  durch  Reagentien  ausser  Zwei* 


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Analyse  des  Hiddinger  Heilwassers.    263 

M  gesetzt  war,  «a  bestimmen,  mischte  ich  selbigem 
Schwefelsäure  in  einigem  Ueberschufs  hinzu,  brachte 
es  zur  Trockne  und  glühete  den  Rückstand;  er  wog 
ai^i%Qr.  und  gab  in  Wasser  gelbst  mit  Kaliumoxyd 
'0>6o  Gr.'  Magniumoxyd  es  i,8a  Gr.  Magniumozyd 
sulphat,  welches  Gewicht  vom  ersteren  abgezogen, 
aa,5i  Natriumoxydsulphat  übrig  läfst  as  i8,4  Gr. 
'Ghlomatrium.  Obige  0,60  Gr.  Magniumoxyd  entspre- 
chen  1,4 1   Gr.  Chlormagnium. 

Es  ist  demnach  in  gedachtem  Filtrate  enthalten : 

Hydrochlorsäure 
Chlomatrium.      i8>4o  Gran         8,57  Gran 
Chlorcalcium  d,65  i,3» 

Chlormagnium        1,4  &  0,8a 

'  Mukosa  oder  gum- 
'  mige  Materie      d,io 

a4,5ff  io»7i 

•  £tn  Nebenversuch  mit  einem  Thöil  des  geistigen 
filtrats.  lieferte  5  5>5o  Gr.  Chlorsilbers;  die  Berechnung 
fiir  io>7i  Gr.  Hydrochlorsäure  ergiebt  56>io  Gr.  jenes, 
^ke  ein  sehr  wenig  von  der  Wahrheit  abweichendes 
^Eesultat. 

Prüfungen«  auf  Phosphorsäure,  we][che  sowohl 
-mit  dem  freiwilligen  Niederschlag  als  mit  der  Flüssig- 
l$;eit  geschahen ,  bewiesen  die  Abwesenheit  derselben. 
Amnvoniack  verursachte  zwar  in  jener  einen  Nieder* 
schlag,  doch  verschwand  selbiger  sogleich  nach  dem 
Zusatz  von  Chlorammonium.  Uebrigens  war  keine 
Spür  von  Schwefelsäure  vorhanden. 

DestilUrte  man  dieses  Wasser  mit  Kohle,  so  min- 
derte sich   der   erwähnte   unangenehme  Geruch,  und 


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S64  ;  Du  M^nii 

es  trat  jener  der  Essigsäure  hervor,  so  .daCs  man  an 
4er  Gegenwart  derselben  niöht  xlveifeln  daifte.  Um 
diese  quantitativ  auszumitteln»  mischte  ich  ersterem 
iKaliumoxjrd  in  schwachen  Ueberschuls  hin^a,  uad 
liels  es  bis  auf  einij;e  Unzen  verdampfen,  Jiltrirte  dep 
^ckstand  vom  braunen  Niederschlag  ab ,  neutralisirte 
.das  hervorstehende  Kaliumoxyd  mit  Schwefelsäure  so 
weit,  dals  geröthetes  Lakmuspapier  xioch  schwach 
davon  gebläuet  wurde,  entfernte  die  HydrQchlorsäur0 
mit  Silberoxydsnlphat,  zersetzte  das  hinzugekommene 
UebermaaCs  desselben  mit  Kaliumoxyd,  filtrirte,  engte 
die  Flüssigkeit  abermals  bis  zu  einem  geringen  Yolum 
ein ,  und  destillirte  sie  mit  dem  Zusatz  von  Schwefel- 
säure. In  der  Vorlage  befand  sich  eine  Säure,  welche 
das  Lakmuspapier  daurend  röthete  ^  aber  in  so  geringer 
Menge,  dafs  Von  lo  Pfunden  des  Wassers  nur  zwei 
Gran  K)aliumoxydacetat  gewonnen  werden  konnten,  also 
j,o4Gr.  wasserleerer  Essigsäure. 

Wäre  auch  von  letzterer  mehr  vorhanden,  näm- 
lich soviel  dafs  die  gebundenen  Basen  von  ihr  gehalten 
;werden  könnten,  so  liefse  sich  dennoch  die  Präcipi- 
tation  des  Eisenoxyds  dai^^us  erklären,  äaü  sehr  ¥0?« 
dünnte  Solutionen  des  Eisenprotoxydacetats  duz:eh  Rieden 
nn  der  Luft  ihr  sämmtliches  Ei^en  faUen  lasseli.  Merk« 
würdig  i^t  es,  dafs  dieses  eine  KohlenstofiEhaltige  %J)r 
stanz  mit  niederreifst  welche  nur  durch  Entmtschnng 
der  Essigsäure  entstanden  seyn  kann»  Yergl.  meine 
Abhandl.  im  Repertoriumf.  d.Pharmacie  i4B.  pag.&56^ 

Obige  Erfahrungen  zerg.en  übrigens  zur  Genüge, 
dafs  nicht  nur  das  Eisen,  sondern  auch  der  gröOste  Theii 
des  Kalciumpxyds  allein  ^n  der  Kohlensäure  dieses 
W^sers  gelöst  wird,  dals  s^so,  wMn  ich  es  für  pafidich 


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Analyse  des  Hid^gei^  Heilwassers.    366 

^halten  hätte  den  Ernst  d^  Wissenschaft  mit  den 
Spiel  der  Wet^  zu  Y«rU9glimpfen,  nyr »  die  von 
meinem  Gegner  ausgesötzteä  loo  Loaisd'or^othwendig 
werden  mürsten. 

10  Pfund  des  Hiddinger  Wasse»  enthalten  /a^so: 


Kohlensäuregas     .'    . 

•     70,49  CubiKzoll 

Cälciumoxydcarbdnat 

1 5,355  Gran     . 

Eisenprotoxydcarbonat 

9,a5o 

Magniumoxydcarbonat    . 

1,000 

ChWrhattium        ;"'\    \ 

i«,4oo 

Chlorcalcium   .     .     ,     . 

a,65o 

Chlormagnium      .     . 

.       i,4io         ' 

Muköse  Materie 

»,100 

Humussäure    .     .     ,     . 

i,85o 

Siliciumoxyd    .     .     .     . 

o,5oo 

Essigsäure  .     •     .     ,'    , 

i,o4o 

,     ,  II    .'  .  5i,535 

Auf  die  in  wäfsrigem  Weingeist  löslichen  eztraV 
tiven  Tbeile-  des  Wassers  konnte  diesmal  nichli  H^pkr 
eicht  genommen  werden.    .  -r  .  '    r  .^^ 

•Ob^Leiph  6ich  Brunnenwässer  leichter  19  il^i:9r 
Mischung  veräadem  als  QueQwesser»  so  lä6t  sich  doch 
nicht  glauben ,  es  könne  da^^^^  welches  ieh  iQ^% 
untersuchte  (Siehe  Chemische  Analysen.  Schip^lkalden 
1825  pag.  11 4)  es  in  ^em  Grade  gethan  hicbi^n»  dai^ 
«in  so  verschiedenea.  Resultat  als  das  ui^ßp^tehenda 
möglich  wäre^.esist  daher  iso  gut  als  gewiss,  dafs  ef 
einem  zweiten  der  zu  piddeiigen  sehr.p^he  bei  ein* 
ander  befindlichen  Brunnen  angehöre» 

^^eiliss  Einigen  intereesant  seyn  möchte,  dk^IJinähn  • 
lichkeit  oder  vielmehr  d&e  Yerschiedenli^ii^'^vsn^iex  s« 


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266  Du  M^nil 

ntaiier  atis  einem  Ünte>!>oden  kommender  Waiwer  zu 
vergleichen ,  so  liefere  ich  hiemit  einen  kurzen  Auszug 
deäst^n»  Was  meine  dämaügö  Analyse  ^gab. 

a)  Das  Verhalten  des  iSaavon  mir  untersuchten 
H.  Wassers  in  der  Luft,  war  dem  obigen  gleich«  mit 
dem  Unterschied  jedoch,  da(s  in  dem  freiwilligen  Prä- 
cipita^e  -^  wie  ich  es  hier  benannt  habe  —  kein  Galcium- 
'  und  Magniumoxyd  vorhanden  war  und  es,  wie  ich  mich 
erinnere  schwärzer  erschien.     ..• 

Im  Sieden  bot  es  den  erwähnten,  ganz  ähnliche 
Erscheinungen  dar. 

Der  Geruch  war  bei  beiden  nicht  v^schieden, 
hatte  also  in  sieben  Jahren  nicht  abgenommen« 

Reagentien  gaben  in  dem  frischen  Wasser  beider 
fast  völlig  gleiche  Resultate. 

Wurde  4as  Wasser  — ;•  ip  Pfund  -—  bis  auf  den 
lotenTheil  bei  g^indem  Feuer  abgeraucht,  so  schied 
sich  ein  braunes  Pulver  aus  und  in  der  Flüssigkeit 
War  keine  Spur  freier  Säure  zu  bemerken.  Jenes^  brau- 
sete' mit  Hydrochlor  in  Berührung  gesetzt  stark  aul^ 
und  hinterliefs  a,ia  Gran  einer  Substanz,  welche  er«- 
hit^t  und  zuletzt  geglühet,  unter  Verbreitung  von 
Rauch  und  Geruah  nach  gebrannten:  Vegeoibilien , 
0,5o  Gr.  Eisenmitteloii^rd  blos  stellte. 

Aus  der  hydrochlorsauren  Solution  wurde  das 
Eisen  mit  Ammoniak  gefüllt,  das  Präcipitat  (Eisen- 
mitteloxyd)  betrug  6,ift  Gr.  mit  dem  obigen  also 
6,6a  Gr.,  und  nach  dem  Verhältnifs' von  loorpafSip 
berechnet,  6>i44  Eisenprotoxyd  oder  nahe  laGr.  Ei* 
senproto^ydcarbonat. 

OjbSJate  trübten  die  übrige  Flüssigkeit  nicht ;  vergL 
ä.  a.  O4  pag.iai. 


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Aiialyse  des 'Hiddinger!  Heilwassers.    267 

b)  Das  durch  Abräuchen  bis  auF  den  lo.  TheO 
zurückgeführte  und  vomfreiwilligeh  Pi^cipitate  be&eieto 
Wasser,  gab  TOfsichtig  ziir  Trockne  gebracht,  einen 
hellbraunen  54  Gr.  schweren  kömigen  Rückstand,  wel« 
eher  zu  Terschiedenen  Malen  mit  Weingeist  digerirt, 
ein  gelbliches  Salz   hinterliels. 

Die  filtrirte  weingeistige  Flüssigkeit  lieferte  gänz- 
lich abgeraucbt  beim  Aufweichen  des  Hinterbliebenen 
o>5o  Gr.  eines«  braunen  Harzes.  Da  in  dieser  Solu« 
tion  noch  Ghlomatrium  enthalten  yrar»  so  trennte  man 
es  aus  dem  trocknen  Rückstande  mittelst  kleinen 
IMengen  Weing'eists. 

Auf  dem  Filter,  in  wekhem  aSes  Ghlomatrium 
gesammelt  war,  blieb]  nach  gehöriger^  Behandlung 
mit  heissem  Wasser  d,i5  Gt,  einer  braunen  pulver* 
ichten  Substanz,  i^blche  noch '  feucht  abgenommen 
getrocknet  und  geglühet  0,75  Gr.  eines  weifsen  Pul- 
vers darbot.  Üa  dieser  Verlust  -1-  i,5oGr.  unter 
Feueretscheinung  und  Verbreitung  eines  empyreumati- 
sehen  Geruchs  geschah,  so  dürfte  man  ihn,  mit  Berücksich- 
tigung aller  andern  Umstände ,  als  von  einem  der  Hu<» 
mussäure  verwandten  Körper  verursacht  ansehn. 

Obiges  0,75  Gr.  wiegende  Pulver  enthielt  Cal- 
ci umoxyd^ulphat  mit  Spuren  von  Calcium-  und  Mag- 
niumoxyd,  welche  beide  Oxyde,  wegen  der  geringen 
davon  vorhandenen  ^enge  nicht  gewichtlich  bestimmt 
werden  konnten.  > 

Das  gewonnene  Ghlomatrium  betrug  iS»4i  Gr. 

Aus  der  geistigen  in  eine  wäfsrige,  verwan- 
delten Auflösung,  liefs  sich  mittelst  Kaliumoxydoxalat, 
ein  Präcipitat  von  i4,6a  Gr.  hervorbringen,  welches 
für  io»48  On  Ghlorcalcium  ,in  Rechnung  kam«       '    - 


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368 


Du  M£nil 


KaKumoxyd«  fällte  i  noch.  1,25  Gr.'  Magniomoiyd 
nahe  a,6o  Gr.  Chlocmagnioin..  ^  .; 

Die  Analyse  des  ersten  Filtzats  von  b  er^ab  dem- 
nach : 

Chlomatriuia .    ....     i3>4i  Gsan 


Chlorcalcium      •     .     • 

«     ib,48 

Chlormagmum   .    \     . 

.       ftpjßo 

Gaidumoxydsalphat 

0^76 

Harziger  Rückstand     ^ 

. .  ;  o,5o  . 

Humassaure  .'...: 

i,5o 

29,24 

1,., .  Beredmet  «aaniür  die  g^fundeD<^n  Sal^e  das  ihnen 
si^Qjuuende  Krji^t^llwas^er»  so  bleiben  n^he  12,76  Gr. 
em  ßew^cbt.wc)lc^es,4etijn.  d6m^as£i<Mr  ^übergegang- 
|)$p  extractivep --r^  nicht  als  .ga^z  w.^^sesleer  ansu- 
is^hpifinden -r— Xheilen  zugeschrieben  W^den  muls,  und 
ni^ht  zu  groTs  scheint,  w^nn  man  den  Poden  ajiis 
vfeldhem  ^e$&$  Wasser  Ijiervorkomipt  berüclisichtigt. 
Da»  hierin  I^ede  stehende  Wasser  enthält  Obi- 
gem zufolge  in  10 Pfunden: 

(Kohlensäuregas     .     • 

Calciumo^jdsulphat  etc. 

Eigenprotoxydcarbonat 

Chlornatrium      .     .     * 

Chlorcalcium      .     .     .  - 

Chlormagnium    .     .     . 

Humussäux;e        .     .     . 

Desgleichen  (supponirt) 
!  Eictractive.  Theile    .     . 

Etwas  Essigsäure 


7.1,40  CubikzoU). 

0,75  Gran 
10,00 
i3,4i 
10,48 

2,60 

l>6^ 

i,5o 
12,76  . 


&S,i>2t 


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Analyse  des  Hiddinger  Heilvrassers.    269 

Es.  scheint  aus*  diesen  Erfahrungen  hervorzngehn» 
dals  das  ursprüngliche  Wasser  der  Hiddinger  Brunnen 
unter  die  harten  eisenhaltigen .  gehöre»  die'bei  ihret 
Berührung  mit  den  oberen ,  durch  mancherlei  Abfällt 
verunreinigten  Erdschichten , '  wie  auch  bei  dem  Ein- 
fiufs  des  sie  durchdringenden  Regenwassers,  sehr  mo^ 
dificirt  werden. 

Dals  aieses  Wasser  übrigens  schon  vor  der  Exi- 
stenz einer  früher  nahen ,  dber  seit  %\  Jahren  ent- 
fernten Lohgerberei ,  mit  ihrem  Geruch  und  sonstigen 
auBFallenden,  (ohne  chemische  Mittel  bemerkbaren) 
Eigenschaften  vorhanden  gewesen  sey,  ist  nach  dem 
Zeugnisse  alter  Leute  so  gewils»  als  die  grofse  hei- 
lende Wirkung,  die  es  in  mateheti  Krankheiten  äussert» 
Vergl.  a.  a.  O.  pag.  i»5  — 133. 

Herr  Medicinalrath  Mathäi  «u  Verden,  der 
das  Hiddinger  Wasser  i8di  unter  Mithülfe  eines  dcHS 
tigen  Pharmaceuten  analyarte ,  erhielt  folgeitÄ^s  R^e^ 
fiultat,  welches  in  der  That  merkwftrdig  isf,  weilbe^ 
der  vorwaltenden  Essigsäure,  '^die  von  mir  gefundenen 
Garbonate  sämmdich  Acetate  geworden  seyn  mülsten ; 
dals  selbiger  kerne  Kohlensäure  antraf  ist  um  so  mehr 
zu  verwundern,  da  man  sie  aus  den  erwähnten  Carr 
bonaten'  entbunden  und  m  deih  Wässer  gelost  neben 
der  freien  Essigsäure  erwarten  sollte. 

Resultat  in  lo Pfunden  des  Wassers*): 

Kohlensäure  so  wenig,  dafs  sie  nicht  zu  bestimmen  war 
Eisenprotoxydacetat  .  ' .  :*'  V  .'  '.  '  :  i5,87  Gran 
Magniumoxydacetat .i8>5o 


*)  Im  Haoöver'schea  Magasio  publicirt  Mai  i8^. 

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^70   Du  M£nil  Analyse  d.  Hi^dinger  Heilw. 

Ceddiunoxydacetat  .    .     •  v*     •     •     •     •       8»o»Gran 

Natriumoxydacetat      .     .     •     .......       7,21    . 

Chlomatrium     ...»«••..'  4,09 

(Chloxmagnium        .     .     • 0^17 

Extractivstoff     .     »     ^    • o>35 

Durch  Feuer  unzerstörte  Kohle    •     .     .       3,00      ^ 

Durch  Feuer  zerstörte  Kohle        •     .     «       4,37    « 

Schwefelwasserstoff  eine  Spur  *) 

Flüchtige  Bestandtheile  unbestimmt« 

Freie  Essigsäqre  hald  3d,S  1   bald  nur  1 1,4 1  Gran.    / 

Wenn    das    Eisen    als    essigsaures     berechnet    wird 

45,57  Gran  •♦). 

Ich  würde  aus  der  Analyse  des  erwähnten  Arztpd^, 
einiges  entnehmen  >  wenn  ihr  grolser  Umfang  mich 
nicht  von  deren  genauen  Durchlesung  abgehalten 
fiat^e.  Schliefslipb  bemerke  ich  noch,  dafs  mein  Gegner 
sich  jetzt  beruhigen  kann  ^  da  meine  eignen  Resultate 
unter  sich  abweichen »  und  der  Beweis  da  ist,  dafs 
man  es  mit  einem  Chameleon  zu  thun  gehabt  habe. 
Herzlich  sollte  es  mich  freuen,  wena  es  ihn  gereute 
mich  unverschiildet  öffentlich  getadelt  zu  haben^ 
damit  ich  die  Hochachtung,  welche  ich  ihm  ^Is  ge- 
lehrtem  und  verdientem  Arzt  zolle  ^  auch  aus  eigner 
l^rSahrung  auf  seiiien  Werth  als  Mensch  ausdehnen 
könne. 


*)  Hierüber  a.  a.  O.  psg.  is8. 
**)  Dieses  isi  mir  iwverstliidli^b  DM. 


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971 


i)  Dr»  Helmuth  von  BIAo&er'a  Privat- 
docenten  der  Chemie  und  Mineralogie  zu 
Rostock,  Analyse  der  Soo  1  quellen  bei 
Sülz  '*') ;  ein  Auszug 

Tom 

Herausgeber. 


Vorwort. 

Dfe  Soolqnelleo  bei  Sftlc  — -^  von  denen  mebrere  schon  seit 
einer  Zeit'benout  werden,  tu  dei*  keine  Urkunde  oder  Traditioa 
reicht  «od  die,  wie  der  Pftme  des  den  9<iellen  nalie  liegendMi 
StadUhens  bezeugt  i  wenigstens  JAbriranderte  in  sich  faftc^  -« 
sie  werden  gegenw&rtig  nicht  nur  «um  Salssieden,  sondern  Mcll^ 
an  Soolbtfdern  **)  benntiti  und  tu  dem  Ende  erst  durch  abgc* 
teufte,  mit  starken  bölsemen  Bohlen  ausgeselate  Sohftchte,  nach- 
her aber  durch  eingesenlrte  Röhren,  in  der  Tiefe  von  7oFttft 
aufgefangen,  wo  sie  etwa  5procentig  siod  (vergl.  S.soi  dies.B.} 
und  dann  theils  durch  ihren  eigenen  bydro« tauschen  Druck,  theila 
durch  Schöpfwerke  emporgehoben'.  Solcher  Brunnen  (fast  iar 
jedem  stehen  mehrere  Röhren)  sähh  man  |€tzt  Aber  8^  indem 
das  immer  steigende  Bed&rfnifs.der  Saline  noch  in  j&ngster  2Uil 
neue  Quellen  aufsuchen  und  fassen  «lieis. 

Obgleich,  der  Versicherung  des  Amtmann  Koch  snfolge*^*) 
die  9<i<^l*B  in  den  rersohiedenen  Jahresaeiten  hiaiichtlicb  ihres 


*).Anb  der  in  der  Anmerk.  «n  S.i5t  dies.  B.«  crwtühnten  Ab- 
.  bandln  Dg.     Ueber  das  Toiliommen  jener  Soolquellen  etc. 
▼ergU  oben  S.  177  und    179  Anm.  y    S*  l83 «—  »66  und 
S.aoe  «.ff.  K. 

••)  Vc*^J.  ^Se«.  Arch.  Ifl.  469.  K. 

*^'*)  VergL  S.soo  Anm.  d.  Bandes.  ^^       K^ 


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7 


JJT3  V-  Blücher 

MtigeiiÄitesndiikmi'Wäise^iiitfige  bette  bedeutende  Abvrriehiisg 
M^gtüf  10  heiBobte  docb  die  F«tfge  nacb  ihrem  Zneamoieiihenge : 
eine  genaue  Prüfung  der  angeblichen  Gieichm&Tsigkeit  ihres  Saln- 
gebaltee.  Üieie  bat  nun  Dr.  Hi  r.  Blücher,  mitteilt  sorgfiK 
liger  AnaljM  des  %vl  sejir  rertcbiedenen  Zeiten  und  ans  mehre- 
ren Soolbrunnen  gesehöpften  Wassers  unternommen:  mit  dreien 
▼on  der  Saline  rorsfiglich  benutzten  Salzbrunnen ,  dem  alten 
Brunnen^  dem  Lndwigsbrunnen  uod  dem  Reckenits- 
brnnnen.  Der  alte  Brunnen  ist  bis  zur  Tiefe  Ton  46'-  ab- 
geteuft und  mit  einer  dicht  schlieftenden  ^hölzernen  Einfassung^ 
versehen.  Bis  zu  16'  T^A  traf  nian^  Torf  und  Moor,  hierauf 
einige  Fufs  Djlorialsand  .und.  dann  i[Oglq(di  den  S.a97  **'  *^^ 
diee.  Bandes  (Anm.)  ^rwübnten  fliefsendeq  S^nd,,  In  dem  Bma-» 
wa.atebt  noch  eine  aS>F4ifs eingesenkte  Rohre,  aus  der  fieSoole^ 
vermöge  ihree  bjdrostatisnfaeo  Prftokes  bis  auf  dem  wohlbeklet^ 
dfeten  Bra4neDbode«4teigt|..  Dn4..ron  hier  duveh.i  Pumpwerk« 
M  die  Hohe  g^rdert  irjrd.  Sind  die  Schöpfwerke  ausser  Th&« 
tigkeit»  so  {uUt  die  Soole  allm&blioh  den  Bmriaea  «nd  atelli 
•ich ,  was  auch  bei  den  übrigen  Quellen  der  Fall  ist,  etwa« 
(TleUeic^t  i'>  höher  als  der  Spiegel  der  Reckenitx  *)•  Nach  f« 
Oeynhansen's  Angabe  (Kars ten's  Arch.  XIV,  S,aS8)  giebt 
4*r  alt«  Brunnen  ia  einer  Stunde  i44Cubikfurs  Waner  ana« 
Die. .Quellen  des  Lud ^i g sbrunnen's  sind  durch  eineo^ 
au«  starken  faolz%r<icn  Planken  xusammengctoettten  Cylinder  etwft 
bis  zu  ao'  Tiefe  eingefafst.    Dia  in  demselben  stehenden  Röhren» 

in 


«)  Man  hat  den  aus  diesem  Umstände  für  die  Soolen  -  Gewin- 
mtng  e^Upringendnn »  ibei^m  Ladwtgs-ionA  Aecketiitz- 
Brunne^  benutzten  Toitheü,  für  den  alten-  Bhnnen  aus« 
.  ser  Acht  lassen  nussens  weil  ^  Abflnls  der  Quelle  in 
cStaer  gröfseren  Höhe  (wo  er  nothwendig  durah  das  Ge- 
wicht der  entgegeDwirkepden  Wassersäule  sehi)  geschwächt 
wird)  für  4as  Bedürfnifs  der  Saline  an  diesem  Punkte 
unzureichend  befnndto  wurde.  ^  ▼.  ß. 


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Analyse  der  Soolcebei  Süla^.  273 

in.  Jenen  dit  Snitlf:  mittf Ist  ihrei^iHitarlicheQ  liyArottiliidiea 
Drucke  bis  zu  einer  dem  Rec)(eniufpiegel  siemlich  nahe  1^«- 
BiendenHöhe  steigt  (am '  dann  in  denrandenB^bftlter  absufliefie») 
erreichen  ungefähr  dieselbe  Tiefe,  wie  dia  des  alten  Brannen. 
Es  f  iebt  dieser  Brunnen  die  meiste  Soole ;  in  einer  Stunde  an- 
geblieh 354  Cnbikfufs. 

Die.9tt«ll«>^  des  Reck enitsbrnnnen  aind  auf  ahnliebe 
IVeise  gefafsty  wie  die  des  LndwigsWnnneii  i^nd.stafgen  dnroh 
ihren  natürlichen  hydrostatischen  Druc)c  fast  bis  zur  OberfläeH« 
des  Moorbodens.  Die  Röhrenleitungen  der  Soole  erscheinen  hier 
ebenso  wie  bei^m  Lndwigsbrunnen  stark  mit  Eisenoxydhydrat  in« 
cmstirt,  jedocb  nicht  in  dem  Grade«  wie  bei  dem  alten  Brau* 
neu.  Ein  besonderer  Geruch  wurde  bei  diesen  Quellen  so  we« 
nig  bemerkt  9  wie  bei  denen  der  anderen  beiden  Brunnen  und 
sind  sie  in  ihren 'übrigen  physikalischen  £igelii4haAen  —  abge- 
sehen von  dem  Eigengewichte^  dessen  Bestimmung  Tersaumt  ward  ^ 
ilbereinstünmend  mit  den  Quellen  jener  Brunnen. 


1)  Salzwasser  dea  alten  Brunnen. 

Das  Wasser  ist  an  sich  1^1  ar  und  durchsich- 
tig >  entläfst  aber,  von  der^ Luft  berührt,  nach  eini« 
ger  Zeit  einen  geringen,  rothbraunen  Niederschlag^ 
j  c^h m  e  c k  t  viel  Kochsalz  verrathend ,  .  s  a  1  z  i  g  •  b  i  tr 
ter,  zeigt  im  Winter,  wie  im  Sommer  beständig 
5°,5R.,  hat  bei  lo*R.  ein  Eigengewicht  von 
O,ooi5  und  ist.  in  den  Pumpen-  und  Abflufsröhren 
vorzüglich  stark  getrübt  durch  Eisenoxydhy« 
drat.  —  Im  October  1Q26  geschöpftes  und  einige 
Monate  darauf  analysirtes  Wasser,  hatte  in  der  Flasche 
einen  ähnlichen  Bodensatz  entlassen,  von  dem  es  vor 
der  Zerlegung  klar  abgegossen  ward.  Dieser  Eiseur» 
ocher  enthielt  in  a,3i  Gramm 

Archiv  t  d.  ges.  NatarL  B.  t«.  H.  S«  lg 

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474 


V.  3iQcher 


Kiesel efde  .  .  .  '  . 
Eisen ozyd  ,  .  .  • 
'KoMensauren  Kalk 


a,oa4  — ^  —87,610  — ^ 
0,099  —  ~    ^»*96  — 


101,498  ♦) 
Hienach  kommen  ^on  diesen«  ran  selbst  erfolg- 
ten Niederschlage  auf  x93,iftGrm,  frisehen  Wasser's, 
ab  der  in Untetsnchung  genommenen  Menge:  0,0010 
Grm.  Kieselerde,  0,0096 Grm.  £isenoxyd  und  o,ooo4^ 
Grm.  kohlens.  Kalk  **).  Diese  mit  hinzugerechnet 
enthalten  1000  Gewichtstheile  frischen  Wassers: 


Chlornatrium  .... 
Chlorkalium  4  .  •  •  . 
Chlorcalcium  ,.  •  •  • 
ChlQtmagnium  •  •  «  . 
Schwefelsauren  Kalk 
Kohlensauren  Kalk  .  . 
Kohlensaures  Eisenoxydul 
Kieselerde        ...... 


44,573 
o,o56 
4,3x6 
ft,9o5 
i,ot5 
o,o43 
0,07  a 
0,006 


52,986 
Hiezu  kommen  jedoch  noch  geringe  Mengen  von 
Brom-    und   Jod- Verbindungen,    wofür   aber   ent- 
epreehende .  Theile   von  Chlormetallen    in  Abzug   %n 


^J  Der  Uebertchnfs  rQhrt  von  jener  Roblenslnre  beiP^ 
welche  bier  glefdi  mit  dem  Kalk  verbunden  ist 

ir.  B. 

**)  Die  Analyse  eowohl  dieeet  Niedertcblage ,  alt  des  Watr 
Sera  selbst  ^  nnd  so  auch  die  aller  nachfolgenden  Portio- 
nen I  Ist  so  genau  und  vmsichtig  darcbgef&hrt ,  wie  man 
sie  Ton  einem  Zöglinge  Stromeyer^s  tu  erwarten  be- 
recbUgl  war.  K. 


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Analyse  der  Soole  bei  Sülz«.         37& 

bringm  sfaidL  Mhi  GoMroUe  der  gftnxtn  Uttteita^ung 
diente  die  directe  BegtinttHiag  des  Chlor^s;  das  Re- 
^aifXLt  d^v^elbea.  ^rmfiurte  mehr  mit  obigen  \a9cr 
l^tiHsseHy  als  det  Experimentator  erwartet  hatte  und 
zu  erwarten  berechtigt  war»  da  die  Bestimmung  der 
Talkerde  (durch*8  Fällen  mit  (hos^hoirsiiürem  Am- 
inen) immer  unvolikomnien  bleibt, "üild  kleine  bif- 
ferehten  schon  we^en^*1fter  verschiedenen  SättigiAigs"- 
tapatität  von  Chlo^  tind  firom  etc.  nbthwendig  Statt 
Bäben.  •  ^  ^ 

*^  '  Ende  Juli  1817  ge'schöpfte  gleiche  Wassermecrge 
gab,  feSeiifäUs  auf  1000  Gewichtstheile  desselben 
b^re'dhnet:  *  ^* 

thlorAatrium       ....     45,7*5 
,^    Chlorkaliam     •    •     •    *    •      o»o56 

Chlorcalcium ^»999 

-^fj//  Chiormiagnium      ....       a»879 

:  Schwefjelsauren  Kalk« .     .       0,948 

^^    .Uebrige  Bestandtlieile      •     •    \       o>iai 


5a,746 

.Watter,  das  den  i4. Mars  1 8^8  geschöpft  wor- 
den war»  enthielt' in-  löoa  Gewichtstheilen: 

GMoraätrium     •     •     .     .     ..'45,165 
GUorkalium     •,     .    \  \     •'    ;       0,0  56 
-    Cblorodcium    •.    -.     .'    .     .     .  '.    6,o36   * 
Ghlormagniam*   '    .   \     .     .     .  -     3,00  5 
Schwefels.  Kalk      .     .     .     .     .       0,995 

Kohlens.  Kalk o,o4a 

Kohlens.  Eisenoiydul  .     •     •    ^  "*  '  0,066 
Kieselerde     . 0,00  5 


&4>36a 

18* 


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Ö7(J  ,   v.Bluchör    ,    n''. 

9)  Analyse  dM  Wasser's  ^aus  dem  Lttdwigs« 
;  brunDen.  *        - 

EJgengev^icht  sss  ,i»p4o8     •  •>  . 

Qhlorpatyi.um   ^  4.3^768  45>i.4i 

Chlormagnium  5,i48  f?«687 

Schwefels.  Kalk        ,       .0,790     .  lyOfto 

Kohlens,  Kalk  ,  P^P^f  *i  Uebrige  \ 

Kohlen s,  Eisenoxydul    o,o49      Bestand-  l^»io.4 
Kieselerde  cuop4  .h^  ,  Jheile.    ) 

•  '  52,89s  ^  *5a,987 

3)  Analyse   von   1000  Gew. .  Theflen   deg  Was- 
sers aus  dem.lleckenitzbFunpeil; 

geschöpft  deii  4.  April  1817; 
Ghlornatrium      ^     .     .     47,267 
-7  .   C hl<)rkaU um /,   . .    ,..,.[,  q,o&^  /^ , 

C^lorcalcium,     .  .  ..  ;  .jlr  .4^0^  is^v   «.-h 
Chjlormagniuni  ..    ,.    ,..  :    ft»€iS 
'*.  Sqhwefels,,  Kalk       .     .;  .  iii,oi5 
Kohlens.  Kalk    .     .     .._  OioSi.  » 
Kohlens.  Eisenoxydul^.     o>o48' 
*   Kieselerde      .     .    ^:   .       ö>oo5  ' 


55,275*) 


*)  DtB   GAüg-   der  diese  Ergebnisse   gevrahreoden   ADalyicii 
nitgen  flirlgeode  BemerknogeD   characterisireo :    Nach  der 


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Analysei  der  Soole  >bei  Sülz.         S77 

'  biesöii '   Analyse  -  Ergebnissen*'    zufolge''  weiclien 
die  verschiedenen   Salzquellen,    sowohl   rücksichtlich 


<  «orl&aig««  q^attliiatiTta  PrBfniig»  folgM  die  £inzel- 
:  stbtidaiif  «ad.  M^s^fMiJiiMtiaiamDg' der  IMiMbiiiil^itheile  im 
•  WtoeotlialMD.  naob  Mi»rrey(oder  ?i«liiiebrr  Dseb  Mo- 
yeU;< der,l^reiti{i)i<^9 .fia  dem  MurrB^ sehen &boliches 
.    IVtirfAbfen  befolgu ;  dies: ; Areh.  L  347).    S.sJ  is.  F 1  a  t  i  n 
.i  ^prseogtf  itt .  uiurerdiobteter  Soole-  nach  .'langer  Zeil  keine 
'  Trübung;   ebeofoiveaig.  We;ipranre>   beide  Raageoden 
•a-Mrrietben  bingegen   soghiich  die.AovfCMabeit  des  Kali 
,.  Inder  Mutterlauge;  -ron  Litbion  fand  siab  keine  Spur, 
:' weder  in  der  beim  Abdampfen  siob  saerst  ansscbeldeDden 
Sidsmaiae^  nocb  in  der  coDoentrirtea  Soole  (denn,   nach 
.  Abscbeidttog  FOn,  Kalk  «wd  ^ßlk  dimeb.  o^ali«  nnd  ateen- 
^s  Kalif  mit  pboipbors.  Natron  irersetst  und  gelinde  aar 
, Trockne  rerranobt,  .blieb  aar5.cl(  eine,  in.kaliem  Watfer 
»ToMlMfmmen  .loi^ic|i^  Salsmaise).     St&rkklaiiter   ia    dem 
Wasser,  verbreitet  ^igte,  naabZosats  Ton  einigen  Tropfen 
Satpetefftättl«)  fna«h.a4u9tnadAn  eine  seb^iiabe  Andeutung 
r  ö  t  b  U  0 h  -  h  1  a  n  a  r  Birbongy  Mutterlaage  verrietb  unter 
gleieben     Umstlnden     dorcb     augenbJi^klioba»      jedoch 
scbviracbe  Blänung    das  in    ibr  entbalteoe  J  od.    Mutter- 
lauge,  die  berdtts  den   gröfsteo  Theil  dee  Koobsaliee  etc. 
entlassen  hatte ,  dann  nQcb  beifs  ton,  demselben  abgegos- 
/#cn']^orden  und  foit  etwas  Wasser  verdaiiat  nirfd  erkaltet 
,  -fiiQifdcn  war>  färbte  sii^b  dnrob  Cblor.  gelb..uod.ertbeilta 
.'dann  deita  Aether  (unter  Selhst^ntfäfbttag)   cfipe  dunkel- 
^p  i^b  e  ,  Farbe ;   von   der   unteren  Salsüussigkeii  getrennt 
nnd   dann  mit   einige^  Tropfen  Kali  verseUt,    trurde  er 
.  Vi^fider   eotGirbt .  und  .  hinterliaTs    dnrob    Abdampfen   und 
•Rwgkataiid,:  A»«gJ:»b€a  .ß»:Ä"n;K#liw^^    -r^.,  Mti    der 


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t79         .^.  v;  Bl&ohcr 


ir.  /!/.• 


der  Somme   ihres  Salzgehaltes    im    Yerliältnifs   tum 
Wasser,  al^.a^ph  ixi  Betracht  der  Mengenverhältnisset 


qoantitatiTen  Bcstimnittag  ward«  saerst  die  Sehwffel* 
sinre  darch  sslst.  Baryt  |  dSBB  der  uberichüttig  tng«- 
sctito  Barft  dtMb  labwefdi.  Ammou  eetteaty  '«an  der 
Kalk  d«r«B  exalt,  Aaflneii  jgefSII*!  (d«»  eaata.  Hijk  aas- 
geglahi,  in  Sidstfiore  iurgei^t  «ad  durch  ItoMeiit.  Am* 
»ea  so  kehleat.R«]k  Bisderg«tfdbltfgtli>  aas'  dM»  vacktian- 
digea  Flttitiglteft  dnrdi  pheiphoi^a.  Ammoa  nad*  Aetia»- 
ID01I  der  Mag  alt  iTM)  {fetcbiedea  und  inr  aatgegltthtett 
rriedenahfage,  oaeb  Stromtf<f  er  ttt  3^  Proc.  berccbaet. 
Da  bei  der  Fälloag  des  llfagtoil  ein  Irkiner  ÜebertchoTe 
ven  pbetphore.  Amnion  fatt  nnrefmeidGab  iet|  ee-'  ward« 
die  TO»  diesem  Niedeiieblage  gesonderte  flOeiSgbeit  mit 
aalte;  Baryt  revietit»  von  dem  enCltandenen  NIedanchlago 
abfihrin^  durcb  einigiB  IVöpfen  ^chwefefa.  Amdiöa  ?on 
Oberfliiteig  migesetxtem' Baryt -hefreiet,  aar  Trockne .  ab- 
geranahv,  im  PlatMitiegel  (anr  Verllacbligvng  der  Amman- 
•alze)  dnrobglUhet  nnd  gevrogen  $  er  betrog' beim*  A  ]|t e n 
BrnnnenSGrm.  (ron  199,1« OHa.  ortpHIvglicb  ange- 
wendetem Waiser).  Zar  BeslInliBMiag  des  Kali  fmrden 
386  Grm.  Alten-Bmdnan  -  Wasaeife  10  weit  abgerancht, 
bU  der  gröfste  Thell  der  Salie  lieh  geschieden  hatte ; 
die  heifs  abfiilrirte  Matterlange  gab  dann  09074  Grm. 
eebarf  getrockneten  eiks;  KaHplat9n»  das  nun  aaf  19,6 
Pröc.  Kali  berechnet  ward«  -*  Ana  der  hiebei  sich  als 
rfickftändig  ergebenen  Saltmasse  entfernte  weaig  Waster 
und  daranf  Weingeist  die  seritiefslichen  Saites  dM^onloe- 
liche'RGckstand  gah  denn  mit  "SaltsSure-haltigeifar^  Wein- 
geist fibergossen  eine  saure  FlOsBigkcit,  die  nach  dem 
Abfiltriren  and  Weingeist -Vefjagen  mit  Wasser  terdannt 
«nd  dann  mit  Aettammon  versettt  wnrde  (nachdem  toYor  etwas 
Salmiak   befg^gebea  iTordea    war.:    am  Mitföllnng   foa 


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Analyse  der  Soole  bei  SiU«.  %79 

der  einxekien  Bestanddieil«   so    wenig  von    eiaandec 
ab»    daCi    man  berechtigt  ist    diese    geringen  Unter» 


Msgoit  EQ  irerhQthea);  es  crfolgU  jedoch  lieia  Nie- 
derschlag,  Wohl  sber  doreh  oxal«.  Kali,  Der  dadurch 
gewonneoe  oxslt.  Kalk  ia  kohleaianrea  Terwandelli 
seigte  TOB  letiterem  0,016  Grai,  ai^  53,671  Gna.  Walter 
■it  Sslpeters,  sogeefinert  «ad  dsaa  aUt  Salpeters,  Silbe» 
rertetst,  gäbe»  4,353  Gna«  bis  tum  begiaoeBdea  SchsMl- 
sea  erhitstes  Chlonilber.  C^*  i8^  «ich  fast  glaslich  ia. 
AmaiOQ.  Aoeh  Versetinaf  der  Matterlaoge  »it  scbirs« 
feie.  Kopfer  «nd  schirefels.  Eiseapzfdul  wurde  rergebliaht 
f ersucht,  o»  deo  Jodgehalt  tu  ernittela).  Der  oben 
S.  S75  erwthats  ochrige  Flsichenbodenssts  wurde  sineai 
Theile  uach  TorlSufig  ia  SalstSure  (leicbt  und  unter  Auf- 
brausen) sufgelött;  die  gelblicbbrauoe  AnflöiuDg  gela- 
tinirte  stark  beim  Erkskeu.  Mit  Sslpctertanre  i» 
Plstintiegel  abgeraucht,  erlitt  ein  denselben  bedeckendes 
Uhrglai  k  ei  n  e  a  Angriif.  Gleiche  Yemelaung  der  Fluft- 
s&ure  ergab  sich »  als  die  ialpeters.  Aullosung  mit  AmaM>u 
gef&Ut  und  der  noch  feuchte  Niederschlag  mit  Schwefei- 
slurs  im  Kolben  raa  fslaen,  blanken  Glase  wiederholt' 
•rhitst  ward.  Etwas  dss  Bodsnsataes  mh  kohlens.  Kali 
im  Platintiegel  gekocht  and  i/a  Stunde  lang  gegl&ht,  daaa 
die  gesiooterte  granliche  Masse  ant  bcU'fsa  Wasser  aus- 
gelangt, fiUrirt,  das  Fiitrat  mit  Salpeters&nre  genau  neu- 
tralisirt  und  dann  in  gesonderten  Portionen  mit  essigs« 
Bley  und  mit  saUs.  Kalk  (und  hiesu  noch  mit  etwas 
Acuammon)  rersetzt,  zeigte  keine  Spur  ron  Phosphor- 
saure.  (Der  Verf.  bestätigt  t.  Kobell's  Beob.  des 
Vorkommens  von  Phosphors&ure  im  käuflichen  sog. 
reinem  Aetekali).  lim  MSAgaa  vOn  Eisen  xu  scheiden, 
befolgte  T.  B.  Stromeyer's  TerfUlren^  dies.  Arch. 
XII.  ss;. 


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280  j.       V4  Blücher  ' 

•chiede  vom -Zufalle  abzuleiten ,  der  der  eioto  Quelle 
etwas  mehr,  der  •anderen  etwas  weniger  salzfreies 
Wasser  zuführte.  Ebenso  zeigen  auch  die  einzelnen 
Quellen »  obwohl  kleinen  Schwankungen  unterworfen^ 
für  die  oben  bemerkten  (freilich  kleinen)  Zwischen- 
zeiten:  constante  Mischungsverhältnisse. 
Unter  diesen  zeichnen  sich  quantitativ;  aus:  Ghlor- 
Qalcium  und  G.hlormagnium,  die  in  relativ  so 
gro(ser  Menge  nur  in  wenigen  Sohlen  Teutschlands 
angetroffen  werden  dürften.  In  dieser  Hinsicht  stehen 
den  Sülzer  Sakquellen  am  nächsten  jene  bei  Gol- 
berg,  indem  diese  ^ —  Klaproth's  im  Jahr  i8i» 
angestellter  Analylse "  zufolge  —  in  Mittel  von  drei 
dergleichen  in  looo  Gewichtstheilen  enthalten:  4 1>S 
Kochsalz  SyS  salzs.  Kalk  und  5^5  salzs.  Bittererde, 
nebst  einer  Spur  Gyps  (die  Sülz  er  Quellen  bieten 
aber  dar,  nach  dem  Mittel  aus  allen  oben  mitgetheil- 
ten  Zerlegungs  -  Ergebnissen,  in  i  ooo  Gewichtstheilen : 
44,945  Ghlomatrium,  4,558  Chlorcalcium  2,876 
Chlormagnium  pnd  0,96s  schwefeis.  Kalk;  und  aus- 
^rdem  0,060  Ghlorkalium,  o,a5o  köhlens.  Kalk, 
0,0 59  kohlens.  Eisenozydul  und  o,6o4  Kieselerde. 
Die  Soolquellen  bei  Greifswald  scheinen  auch 
denen  bei  Sülz  in  Ihrer  Mischung  sehr  nahe  zu'kom-. 
men,  enthalten  aber  auch  nur,  was  wichtig  ist,  eine 
Spur  von  schwefelsauren  Salzen;  ein  Näheres 
über  ihre  chemische  Gonstitutibn  ist  noch  nicht  be- 
kannt geworden,  indessen  haben  wir  binnen  Kurzem 
vom  Hm.  Prof.  Huhn efeld  eine  Untersuchung  zu 
erwarten  ♦).     Sehr  beachtenswe^th  für  die  geognosti- 


*)  Siebe  weiter  ttoteii  S.a8s.  K» 


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Analyse  der  Sboleibei  Saiz.    '      SSI 

scl&eD  VerlAkxiiase  der  Quelloxt  ist  der  Umstand«  dals 
letztere  nar  eine  Spar  von,  kohlensaurem. 
Kalk  enthalten;  es  dürfte  hie]if aus  unt^r  andern  £el*> 
gen:  dals  die  Quellen  mit  keinen  Kalk. oder  Mergel^, 
gebilden  in  Berührung  stehen.        « 

■I  •..'-•. 

5- 

f.» 

Die$.3.  mitgetheilten  Analyse  -  Ergebnisse  setzen 
Htm  auch  in  iSen  Stand  jene  Bnschettmngen  za'  dr-' 
klären 9  welche  die  Soole  bei'm  Gradirenund  Ab- 
dampfen ditbietet«  So  wie  n'amljch  das  Eisenozy« 
dul  durch  Luftberührung  oxydirt  und  die  sonst  mit 
dem  Eisenoxydule  verbundene  Kohlensäure,  von  Was- 
sergas begleitet  entweicht,  enüäfst  das  Wasser  Eisen* 
oxydhydraty  etwas  Kieselerde  *j  und  eine  Spur  von 
Kalk,  die  mitsammen  die  Abflulsröhren  der  Soole  und 
die  ersten  Gradirwände  bedecken;  bei  gröfserer  Yer- 
dunstungs- Einengung  erfolgt  dann  aljUnählige  Aus- 
scheidung von  schweifeis.  Kalk  (Qyps) ,  der  die  Dor- 
nen der  letzten  Graditwerke  incr\istirend^  au^seirdem. 
noch  seinem  gröla^ren  Theile  nach  vor  der  KrystaUi- 
satloh  des  Kochsalzes  aus  d^r  Soole  kilnsjtlicht.  diirchl 
eig^nds  zu  diesem  Zwecke  in  die  Sudpfpinpe  gesetzte 
Gefafse»  entfernt  wird.  Mit  dem  Kochsalze  schlagen 
)^  Ach  zugleich  unbedeutende  Mengen-  schwefelsauren 
*Kalks  und  zerfliefislicher  Salze  nieder»  und  in  der 
60g.  Mutterlauge  verbleibt  endlich ^der  ^ei weitem 


*)  Dia  aUo  bauptsSishÜch  der  Kohle aiSare  ihre  Loelich-' 
keit  zu  y^rdabken  •cheint;  denn  Waaser  in  noch  genng 
da.    Aehnlitibel  biaten  die  meistsa  Miaera|qadIIea  d^^ 

•  *     ^      ■   K.     ' 


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i8%  Kästner 

gtöfiseora  Thefl  des  anprünglich  in  der  ^ole  vorluu^ 
denen  Ghlorcalciam ,  Ghlorkalium  und  der  Bronime«- 
teile  und  Jod;  sie  beskst  ein  Eigengew.  von  i^aSy«; 
und  hat  SU  (analytisch  beetimmten)  Bestandtheilen 
neben  dem  Wasser,  in  looo  Gewichtstheiien  dess6l<> 
ben :  Ghlomatriom  98>o  CUorcalcium  107*8  und 
Chlormagnium  .63>5. 


Nachträgliche  Bemerkungen; 

^  ton 

Herausgeber« 


Die  oben  S.a8o  angedeutete  Hünefeld' sehe 
Analyse  dor  Greifswalder  Soole  ist,  so  weit  sie 
die  Mutterlauge  derselben  und  dto  sog.  Der- 
nenstein'  betrifft,  ber^dits  im  Druck  erschienen  (s. 
B^rd«iann*s  Joum.  f.  technische  tb  ökonomische 
Chemie.  YL  itSff.>  Zur  Erläuterung  des  Vorher- 
gehenden entlehne  ich  daraus  Folgendes: 

a)  Aus  drei  Salzbrunnens  dem  Rosenthaler, 
Fried^richiB-  und  Karlsbrunnen  schöpft  die  am 
nördlichen  Ende  der  Stadt ,  am  Wege  nach  Stralsund 
gelegene«  schon  seit  geraumer  Zeit  bestehende  Sab^. 
siederei  ihren  Salzwasser  «Bedarf;  das  Salzwasser  wird 
durch  Qradiren  eingeengt,  bevor  es  zum  Yersieden 
gelangt.  Die  Salzqu^e  entsteigt  in  einer  Tiefe  von 
iaFuCi   einer    1  Fufs    lo  Zoll   mächtigen  Kiesschicht 


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nachtrftgHolM  Bemerkungen.    .      ÜS$ 

(tirgl:  S/m>i  des  vorigea-iSteft^s  d^  B.)  und  «eigt 
akh  woM  abgeklärt,  nach  der  AUeiideirfor  Msspkn 
del,  bei  tft^R-  S^lötbig.  Bekannt  waf  A^  sehoA 
%a  Anfang  des  iS.  Jahrhnndairts,  wo  sie  von  Jaro^ 
mor  an  das  jetat  nur  noch  in  seinen  {hart  an  de« 
hier  vorhandenen  Ostseebucbt  gelegenen)  Ruinen  sieht« 
bare  Kloster  Eldena  geschenkt  *mifde.  Die  Saline 
ist  von  dieser  Bucht  ohngefiübr  4  M^e  entfenit,  nut 
wenig  über  der  MeeresBäche  erhaben »  hat  auoi  Bo- 
den einen  grancsi  Tor%rund ,  der  sich  nordöstlich  hiA 
aut  Bttdtf  erstreckt »  nftd-  in  ihnen  wohnen  *}  Sali^ 
cornia .  berbacea.  und  Salsola  Kali. 

b)  Im  Jahr  1784  wurden  Bohrversache  rw<^ 
anstaltet  zur  AuEßndung  eines,  wie  man  vermuthet^ 
in  der  Nahe  befindlichen  Salzlagers ;  was  man  sucht« 
ward  zwar  nicht  gefunden ,  i|ber  in  geognostischet 
Beziehung  lehrreich  waren  die  Etgebnisse  fieser  bia 
zu  iSft^uGi  Bohrtiefe  verfolgten  Versuche.  Schon 
früher  hatte  tpan  der^chdh  Yersuohe  angestel)t  und 
war  dabei  gekommen  auf  ein  Torflager  von  \%^ 
Mächtigkeit,  dann  eine  4^  mächtige  Lage  Trieb* 
Sandy  danii  «if  ein.  6  Fuls  tiefes  Gemenge  vov 
Sand»  graben  Kies'undXetten,  das  auf  eine» 
8|  Fuls  betragenden  Lettenschicht  mit  wenig  Sand 
lagerte ;  letzteres  hatte  man  jedoch  nur  a^  tief  ver«^ 
folgt,  Sil  dals  man  also  vor  1784  den  Untergrand 
nur  bis  auf  l4^  tief  kannte.  Nachdem  man  nun  di§ 
noch  übrigen  6|  F^9  Tiefe  des  sandigen  Lettenlagera 


^  Vei^gl.   Wsigi^ls    Flora  Pomeraao  •  Rogiea.     lisroL 


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28d  JKadttfer     r^     r 

^urobboJuit  hfi^tte,  durchaÄfrdöc Bohrer  va»  3d|~54' 
gf4>h0a  iS^iid.  (^urie.  )ßdm:   grobe  Sand   daU^   mit 
Uw^en^^eriöllenYfOii'  Granit   und    {(örphyrarti* 
gern    Granit    durcbiiiaDfgt)    tiraf   dabei    aof    einmi 
gfQfsQuen,  Stain  *)»  iegi  man  jedoch  za  umgehen  ver- 
mpghte.     In  w  verschiedeQen'  T^^fen    fanien   sich  auch 
kleine  Stücke,  sehr    dit:hteri,    graugfiSblichen  Schwe- 
felkieses».und  iö  jenen  Yoa 34':— 4 j' anforderte' 
der  Bohrer   0iqen    schlechten   agglutinirten  Mergel 
^^  Tag^e*»    der  Im  Archive  der  Saline:    hlatter',    mit 
groben  Sande  vermengter  Letten,  ^nannt  ivird  i  dep 
chemischen  Untersuchung  xufolge  kannrer  «Wr  rich- 
tiger „Sapdmergel<<   genannt   werden  ^    oder   er  steht 
vielmehr,  zwischen  Xhon    und  Sandmergel,    von  wel-^ 
eher  «Abartung  er  häufig  in  einer  Tiefe  .Von  16  —  3o 
^u&  im  Boden  Neuvorpommems  vorkommt**}.     Von 
Farbe  ist  er  grauweils»   enthält  übrigens  auch  kleine 
Antheile  /Gyps.     Bei   4i/  ft^^  bis  43^  stie&^  mahr  auf 
eine  Schicht    gröberen  Sandes    oder  Kieles,    der 
mrenige  kleine  Kreidetheile  Spuren  durch  Wasser  etit- 
aiebbaren  Köchsalzes  .enthaltend  —  mit  kleinen  Stei- 
gen vennengi;  war;  nur:  in.  ihr,  und  weder  in  hohe- 
fttn  aobh  in  tieferen  Schichten  finden  sich:  die  Sobl- 
^ue.llen/^**);  ^  ist  daher  sehr  wahrscheinlich  dais 
die.  Quellen    seitwärts    streichen.     (Die  Salzbrunnen 
der  Saline  sind  aber    bei  .  weitem  nicht; so  tief,    als* 


*'  ^  Vergl.*  8,189  sei  u.  SOS  Anm.  tf.  dies.  B.       ~'  K. 

**)  Vergl.  S.  i85  Anm.  ff.  u.  S.  191  dies.  B.  K. 

***)Jiio  ivKhs.^eielbe  Tief(^  aüinaiFb  4^%  ,wiüY bei  Cplbrfg; 
a«  «.  O.  aoi  Anm,  Kr: 


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nachträgliche  Bemerkungen.  285 

diese  SchioKt.  Es  koinmen  also  in  derselb^B  die 
iQuellen  noch  .Von  unten  aus  der  Tiefe, /aber  höchst 
wahrscheinlich  nicht  tiefer  als  der  bezeichnete  Sohftoht)*: 
Aus  diesem  il^iö^^  •  mäditigem'  Kieslager  kam  lekicK 
Saltquelle  zu  Tage,  : die  auch  nicht  aus  der  Tiefei. 
sondern  ebenfalls  ssEcw&rts  und  «war  dem  Meohlen* 
burgischen  zustreicht  und  bis«  zu.  la^R.  .^erwäntit» 
nach  der  AUendorfer  (alzspindel  S^löithig  war.  — » 
Von  45  —  5  i  Fufs  Tiefe  fand  sich  >i^eder  jene  gra  u*. 
^^eifse,  sahdmergelartigej  jedoch  nun  mehr, 
thonhaldgel  Maase^ '  mit  Spuien  von  Gjips.  >  ^oni 
5i^ — 59^8^^  mittelmäfsig  groher  Sand,  und-nack 
diesem  wieder  die*  vorige  Masse.  Ih  einer  Tiefe  von 
60^  stiefsiioisan  auf  eine  mächtige  Sehioht  feinezi, 
v?eirsc^ng<Jviat>ensandei,  dfkä>  «mittelst  der  «est 
1825  fokg^etsten  Bohrvmrsuche  >  bei  loö^  Tiefea 
auf  hoctor^.tM$ch-gel:kem  S^amdes,-  bei  ioV6^ 
auf  rein^  v^:^8e|i  Stiitben^iid,  beiai6^^^aa£ 
blauen,  oder  vielmehr:  schwärzlich  grauen  Let- 
ten mit  Sand,  ^bei  lai'  erschien  Well-  oder 
Triebsand  (vergl.  S.  i'ö'4/Arim.  dies,  B.)  der  sich 
(wahrscheinlich  durch  die  Beugen  der  eisernen  Bohr- , 
röhre')  ms  Bohrrohr  eindräpgte ;  hierauf  in  abwech- 
selnder  Folge«:  ^,.,|^  j  ^  u  e  r  T  Ij^p  n  ^ .  n^|j;,^§Äii^(i^  j j^engt 
und  danQ  .yirieder  reiner,  weifser  Sand,  und  so 
fort  bis  zur  Tiefe  vpn  lao',  wo  das  Bohi*en  einge- 
Stellt  wurde.  In  der  Folge  ist  das  Bohrloch  bis  zu 
einfer  JTie^e  vo^  .48  a^,  aber  uqter  gleichen  Erdarten, 
besonders  aber  unter  vorwaltendeni  Erscheinen,  eines 
blauen  Thanes  .getrieben  worden*^. 


*)  Dkaea  Bddenprilfikogs'-Ergebbiiseft  liegt,  hiotielllich  der 

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280  Kaatner 

e)  ikoMer  d6r  aach  in  dieser  Hinsiolit  scbon  er- 
ivähiiten  Kie^schicht  unterwarf  Pro£  Hühnefeld 
a^Lch  jene  oben  gedachte  des  schwär&li.ch- grauen 
Lettens  (bei  116^4^^  Tiefe)  und  die.  letzt  erwähnte 
des  blauen  Thons  (bei  i3a0  ^^^'  chiamischen 
Fröfdng.  Der  Letten:  zeigte. ieem  Hocbsals,  gab 
j^dochv  mit  .'destillirtem  Wasser  gesotten  an  dasselbe 
(Si^Lbemitr^t  Start;  trübendes)  Cblormetadl  ab  und 
schmeckte  etwas  .salzig',  brauste  schwach  mit  Säuren, 
gab  an: 'Salzsäure  ^,enoxyd»  etwas  Thon^rde  und 
Kalk  ab*  und  wturde  übrigena  von ^hwelel f  Salpeter» 
«ad  fiälasaurd  nur  schwach  angegiSffen.  Kilühen  ent- 
wickelte daraus  schweflichte  Säure  .  und '  mit  chlors. 
Kali  zeigte  er  schwaches  Verpuffen^  daeiihn  in  eine 
rötbe.  IMassö.  wandeilMib  Esst  Durchg^iätaligiimit  Kali 
machte  ihn: der  vollkommenen  Zei^fifltsul%jidurch  Sau- 
Ml  iähig.  $dion.  bei  gelinder  EirbitMiig  lebtbasd  er 
Schwefel  *),,    mit    cMers.  .Kali    genMigt/  und,  dann 


M&chtigkeitt*  Angaben.  Poimnertcbei  oder  Ifübecker  FnfiH 
Maafi  xom  Grunde,  und  eie  geboren  tSmmtlich  den  Sa- 
lineninipector  Wöritböfer  sa  Greiftwald  aoji  der  ein« 
Reibe  von  interestabten  Notisen  Gber  diie  bleiige  Salin^ 
saisinidiaogeetelte  un<i  ntedcürgeicbribben  hat.     ' 

Httbnefeld. 

^)  Bei  dam  ganzen  äobrvertacbe  •kamen  nur  einige '  kleine 
StScke  Scbwefelkiet  YOn  sebr  dicbter  Beacbaffenbeit 
und  zirar  in  Scbicbcen  vor,  die  hö'ber  lagerten,  als 
obiger  Letten.  Aber  nödh  benierkenswertber  als  dieser 
Scbirefel -  and  Ksbhg^iJt  fcbsUit  H.'derKoehtal»- 
gebalt  dieses  Lettens  zn  seyn,  so  dais  es  H^s  Dafür» 
bsfcen  gsmU  der  Aiahs  wcrtb  s^a»a«a  m^chts:  tiefer 


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nachträgliche  Bemerkungen.  287 

ttlrkerer  Hitze  in  einer  Retorte  untenrörfetf,  eiltp 
wickelte  er  Kohlensäure;  er  schien  daher  von  Schwe- 
fel iind  Kohle  darchdrutigen  zu  seyn  und  letzterer 
seine- Farbe  zu  verdanken*}.  Dc^  blaue  Thon 
enthielt  ebenfalls  Gblormetall,  Kohle  und  Schwefel^). 

d)  Üurch  den  Salzfactor  Becker  erhielMi,  ein 
'Stfick  Sumpfe-isenerz  von  i|  —  a  Pfund  Gewicht» 
das  beim  Heinigeh  eines  Salzbrunnens  hervorgezogen 
worden  und  .an  der  Luft  mit  natürlichem  Berliner* 
^blau  (phösphor^aurem  Eiseno^xyduloxyd)  be- 
'"ächliig. 

e)  Die  'Von  H.  nntersnchtcin/  im  Yorh'ergehen- 


sa  bobreny  iifli  sa  •«bta,  ob?  onmi  Biobl  ein^i  eifitW- 

,,  gtm  SaUtbon  ,nUid#  y  was  iin  so  ivabrfduiolicbs?  wScf» 

.  da  sidi  ancb  pfps  fiadstf  obirobl  aack  aageatan^ej»  ,|fr«f- 

.    .  den  mUfite :  ^dafs  das  Saliwai ter  yob  oben  durcbgeiickert 

and  in  der  tbonigea  Mafia  surfick  gebaltta  $tjn  k$aaJ* 

•»  S.  179  d.  B.  K.  « 

.  *)  jtfatboiaartlicb  .Yerdanban  disseit  Sel^wefel  and  Kohla 
▼ersH^dertea  and  beifi  y^rirefea  I^Hiiig^B  scbwefelMnrer 
Sake  is.  B.  des^Gjrpses)  lerteuen^^n  tonr eltUchcn  Pflan« 
lea  ihre  ABiscbeidongs  aueh  der  bier  terbomoienda 
Sobirefelbies  durfte  ..eia  SM>f4l\  <fr^iAg(  ^^vreienes 
Ersepgnift  seyn^  Uebrigens  sp^echpa  djese  yorfcömmea 
fiUr  ¥•  Bl&cbar^i  Meinong :  dafii  die  Soolqvellea 
,  Pommern^  «nd  Mtekleaboirga  ,der  Braaakoh- 
leaformatioa  aogfbortaj  veffjl«.  Si^aoo  d.  B. 

-  K. 

^  Das  Bllaende  dieses •  T4oaei  sebeiatit.  wesentllcb  ga* 
aonmen,  C.  6.  Gm e li n^ s  KliBsdfobem Ultra» aria  ^a 
äbaefai  \  YsrgL  dies.  Arebw  xVl;  ts8.  K* 


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588  Kastner 

den  erwähnten   E:rdichichten   zeigten    we^er   pflanz- 
liche ,9och  thierJüche  PetreEacten.     Das   in  nordwest-^ 
.Ikber  Richtung  die  Saline    umgeb^nd^  Torflageur    ei^- 
.scheint    hin    und  wieder  von  ^jMikrechten  Baumstäoi- 
tneu  (von  Pirus  sylvestris  ?)  durchsetzt, 
,       .f)'Depr  D^rnstein    der  beiden    südliehen  Gra- 
..dierwarke  besteht  ans  Kreide ,  Gyps,   Eiaenoxyd  zugi 
pTheiLim  kohlensaurem  Zustande»  und  etwas  Salz  nebst 
Spuren. voll  phosphorai^rem  Kalk  ipid  phosphorsaurer 
.  Thonerde  *). ;  ^  yei^r    der  nprdlichen  enthält .  hingeg^p 
eine  grüne  Materie  eingemengt,    die   weder   der  ' 
-I^atur  des  |Dlattgrü|i.  noch  jener  des.  l^olzgrün  ,    son- 
dern eher  einer  Vereinigung  beider:  geschlossen  durch 
einen   brätyilichen  Extractivstoff  "entspricht ,    welcher 
letzterer  -si^  «nfit-  iA'  die'Sotvle  thjneinzieHt   und  sie 
bräüAet/  WSStirend   die   gfüne  Materie  (VielMoht  ein 
leffe^nthümlicheif  "BildungsthiiM  ♦*)   uiigelöst 

'  ^       -  'j iL       ■  't     ■        '  •        '     t.'         .     i 

•)  tergl  hiemit  S.  «79  dies.  B.  K. 

**)'  E»  Belcleici et ' diese  g r fl  n  e' M a  t e r 7 e ,  in  Verbitidong  mit 

''^'^''^"  der  fibrlgen'^otoifiteiiibasse  bomittelbardie  Dornen ,   hin 

und  wieder' von '^Vh  ,,grü)ieikSchlai]ime<<  bedeckt    Waa- 

.  «er  loste  sie  nvtt  in  bÖcbst  geringe^  Menge >  \A«ther  liefa  ' 

'  '^"  ÜÄ  itovetSbd^ri'/ 'dagc^giein  ented^  Weingeist  Ihr   betracht- 

"^     ''ii^e    Anthtfil^V'  d^mit   eine   apfel^ftne  Tinctttr  bildend, 

'   *'     deren  Farbe    durch '  Verd&nnang   nicfit'tehr   geschwächt 

"     *  *-  t^urde ,  titi*  flie^dvm '  Weingeiste  ♦  weder  fremdartigen  Ge- 

acbmack  nocVf'  schSdlich'e  Wirkungen  eitbeiltö'  (nnd  daher, 

id  dieser  Hinsicht,  sich  rerhielt  wie  GrUnsSnre;  rergl. 

tti.  Polytechngqheaia  |L'  16«  5   K.).'.  Sj»^iia>\icht  bUnehte 

.  :  .dis.Ti.nctnr,   YiffilMBiiaog  mit  Waaaer  Olirte   daraus  nur 

uabedentenden  j^V^bfü»   dorchlepchtct  crschieo  sij|B  grfle^ 


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nachträgUohe  Bemerkungen.  389 

sctriickf  UeibL  AlsH»  im  Wioter  dieSaHne  betuchta, 
bemerkte  derselbe,  «n  dein  Schnee  unterhalb  derDor- 
.pep  hin  und  wieder,  sohöne  himmelblaue  Fär- 
bung» und  näher  untersucht  fand  sich  bald,  dab 
diese  Farbe  von  einer  Alge  herrührte»   aus  welcher 


,     :  .  Liofal  tftelittrsUBd  geHilieh  grito.    Ahgsdtapft  UnUrntb 

.  f ifl  dimlie]gr6Bai|  pvlmgwi  Rftaliitabd,  der  im  Platin* 

,.  .    Idiel  srhitst  «ibmi  Daft   entwididto.t    ibalith  dem  des 

sonrkerhitsleoBaobMi-  odtrBicheahokei»  «laiTheil  anoh 

:jeBein  def.frfsfh'gebedMaea  Brodes  (das  alleia  deutet 

•     sahoB  aaf  straievlii  .SdbüSBseB.  bia  aBd^eriBBSrt  entfenit 

aa  dasYerbalna  JeBsaAlbaaÜBf  welches  bisb  dotch  rohe 

KafftbobBsn^fgeBBl  hstte;  a.^  a.O.  II..S89  K«),    Sarke» 

•rbitsi  seluBols  er  Bicbt»>  s^adera  giesg  leicht  Ib  Kohle 

aber»  die  soletst  pyropboiitch  erglftbete»    T  e  r  p.«  n  t  i  n  6 1 

.rpsd  fettes  Oel  griiatee  sich  eh^alU,  jedoeh  Bnr  vre- 

'*     :a>g9   als  die  grüne  BlaieriS  mit  ihBen  Ib  Bcvabnuig  er* 

IvrileB  ward,   Actslulilsoge  ISete  le^tere  dagegaa,    aad 

avrsr  ia  d»  WSrme  raicb  anf ,   sich  dadurch  grüngelb- 

lieh  fanbead;  $Sorea,.f|lPteD   daraus    nur    wenig  eines 

,.,  sctnaot^ig  gelbgraaea  Niederschlags.     YerdfiBata  Sfinren 

*^nfi^lrkun  nnb^ntend  aaf  die  fragliche  Materie»  conoea- 

y  trirte  v^rnrden  von   ihr  hräuDlichgelb  gefiirbi;    Salpeter- 

,j  :•,.:•  saure  wivkfe  nicht  in  jener  Weise  darauf,   wie  sie  gegen 

harziges  HclsgrUn  sich  verhält  9^   wohl  aber  enlliefs  die 

weiogeiitige  Losuag  langsam  verdasipft:  tnerst  dunkel« 

.    ,  giruaey    sp&tsrhin    y,gruBlichbraoBe<<    Flocken.     ,;LetB- 

;tere<<. wurden  Yoa  Salpcur-».  so  wie  von  Schwefelsäure 

'...,.    }>ei  Digestionsw&rme    aii%eldst »    e  r  s  t  »r  c  gewannen  an 

^,.f,     .Farbenscböne  .und    FacbeasattiguBg 9    murdea    hanartig 

i  \t:  .lüehrig».  wie    schwef<dlssares  GholSia,   und  lielsen  sich 

durch  Wasser  nicht  eatfernen. 

Archiv  t  d.  ges.  NatnrL  B.  I8.  H.9.  ig 


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jjÖO  Kasttter     « 

die  Farbe  fitsgexöge»  werdta  kotinte.  Die  Alge  selbst 
war  indels  der  botanischen  Bestimmung  nitbt  mehr 
fähig  I  merkwär£g  verhielt  sicli  aber^^  ihr  Farbe- 
atöff  *)•  • 


^  Es  lieft  sich  deridbt  darcb  Walter  rnuxieben,  damit  eine 
>    scbSMi^aiflMlblsM  Thictaril(ild«ndy  die  bei- vcfiectirtem 
Licbtefblsälieh^iMiiroth'f  Wohles.    Gegeil  Lieht  gescbfiut 
hielt  Mtk  die  Paibe  langi  21eit'biodbrchs  Alkalieb  (laog« 
liehe  «ad  erügtf)  &bd«hteii  si«  ki   scbwaehet  6ruD  ui», 
bei  grafeereift  SSinaise  «rMgte  jedoeb  EMfSrbang;  indeft 
fie(s  sieh  die  Farbe  diureb  ,,81«»%«««^  mm  Tbcii  wieder 
'   barsteUen.    »»Leistere**  grlNile«  dia  Tioetnr  ebenfaMs  etvras 
und  enlfiirbteii  sie  bald.    'Chloifwas'ter  erseiigte  darin 
im  ersten  Aogenblidce  Grfinoagy    dann- RötbUchbläoang, 
bieranf  Rosenrötbang   nnd   endlicb,   nach   einiger  Zeit^ 
EatiSrbaag.    (Y^rgl.  hiemit  das  Verhalten  von  Raab* s 
S^billerstolf  nnd  Berxeliot  Indigparpitr;  a.  «• 
.  O.  ss7  und  465  Anm.  K.),  Laliaiut,  Oorcanm  tnfdSchwe* 
ftlvraiierstoff  waren   indifferent.      Salzsaures   Zionozydal 
erseugte  damit  einen  weifelicbgranen,  Goldairflosang  einen 
granlichen  Niederschlag.    Im  Wasserbade,   oder  an  der 
Sonae  eingetroolcnet,  binterblieb  ein  nnldslicher,  «i^mntEig 
graner  Radcstand«    der  dnrch  kein  B^ttil  seine  vorige 
Farbe  wieder  erhielb     Weingeist  entzog '  ier  fraglichen 
Alge  granliches  Gelb,  das  bei  Lichtr&ckstralan^^iröthlich 
erschien.  —     Es  ist  möglich   dafs   dieser  eigenthamlich 
^  sich  verhaltende  FarbeKoff  der  Alge  ans  *  ein^m  anderen 
Pigmente  entstand ,   durch  fremdartige  '  chemische  Einwir- 
kung; denn  die   slshlammige  Algeamasie  roch  hepatisch 
,     und  eineii  ähnlichen  Gemch    both  auch  merklich    dar, 
wie  H.  einige  Seiten  tttver  bemerkt,  die  8d0le' d^  nord- 
westlichen'Bmnoeas» 


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nachtrftgliohe  Bemerkungen.  891 

•  r  -g)  täfit  maii'^Qhlorgü  vovfichtiis  .4ot6li  die  hie- 
sige ^oole  0treioIiea».'  6oI  miaddxt  sich  erst  ihte/  -^ 
von-  dem  unter,  f)  erwähntaa  ExtcacttystpEEe  horrüh« 
tende  Fari^e»  späterhin  aber  vrivd'^  de  durch  Brote- 
Ausscheidung  .gol%elb^  odecJielkiii^gef  und  Aether 
cwtsiebt!  ihr  <dann;..das  Bronv..dadaBdi  iHiadnthröthe 
gewinnend» '*^'v/dUi  H»  die  abg^mpEbe.und  aUcry- 
staHSsirte  Muttäil^uge  mit  8taskeiü>  Weingeist  sohüt« 
telte  und  das  Ungblöste.  sich  sdbaelzen  liels»  hierauE 
ftber  die  geistige.  Lösung  durch  Yerdibi^pEBn  einengte 
und  dann  mit  etwas  SalpetersäurerdestUUrte»  erhielt 
er'/ein  rötbes,'»ttr  ^enig  gelbliefaBS'vQas,.  was^^öls*  ^ 
•eUtheik  salpetrkhtMsres  £rom^  wsr."  Hieravs  echemt 
au  folgen^  dcGi  ^das  J3ronisn^gi><pU>m  utoter  denen 
zerflieGdichen  Salzen  der  Mutterlaugep^enes^ist^  nvel« 
ches  sicih  von  allen  ain  leibht«t»n  urSS^eiDgeist  löst  *). 
t   "      / •  r.  ■    ^t.A  ......  :.,... 

*)  Soesch  witt  vm  saitattltMlli :  w!«  wenig  Wasser  Alk^ftol 
cnlbaltea  dftifte,  am  d^  lösliebfte  der  Soolen  •  flkotter- 
IsQgeasake^^te.  savor  waiieffrci 'dargeiftllieB,  abtolac 
Sveciiaeav^n^lflr'helfir'eebMftrser  wiai  üiioitett  Folver  sev* 
riebeaea.Ifiituriangton'^Hilchstfndi^/iä  cliufebcB  op4  da«  , 
aut  das  Qj|lll9J#c.Mf  dem  kUrsestco  Wege  nk  isotlree, 

^  S«  w(g^,ff6d  Sjunem  l^PD^gebahe  naeh  «ji.  berepbjieik 
De^  jedef  m  ,^kf9M  .l&«lief^e)C^or*Ijfnigiiietii]I(Cb^ 
leichtmetelh  forde^l  eioe  nur  ihm  cu)(omi|ien.de  (cigea* 
thumlicbe)  Menge  jAlboholwsssers^  am  im  Alkohol  löslich 
tu  werden»  Absolut  wasterleerer  Alkohol  löst  wahr- 
scheinlieh  gar  keines  derselben.  Wlvr  nan-einmlt'^gik 
l>  '»  Inndeii;  de^  niauffniniehiu^  d£b  ilfdtti^s«||bbrll«kbtandes 
eSforderliche.  W&Meningagrad  d^t  Alkohols  fiir  die: in  gn- 
\  .,:  wässertem  Weingeist  lösttchea  Brontdaf  sb  wfirds  diese 
anch  iß$  Mittel  wstdaa  können  x    am   die 

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>^  fa)  Die  Fa^e  ^aecv  hiesigbAT^MaMeriattge  ist  die 
gewöhnliche^  stör. vetdaakti  sie  einem  lorgstaisehen,  hUr 
mttsarti^en  .Gd^ücba;:.!  Wirdi.  sie  a1»gedunstety  «durch 
ädwv^elsäture  seriellst  nxni  'edanii<  -die/  eingetrocknete 
Masse  im  Df^sfiQlirgafeCten  :  beh0(h'ddl!t;»  ;,so^'ieniwidftelli 
sich  Kohlens&upv^^twa^'^eHlenöxydgaii,  iJEbbleniKa»^ 
s^rstoffgaa» und^^einig^^ JAntlkeiH  äohwefiichter  Saure^ 
auch  hinterläCst/  die..'2nr.  Trocknet ugbbnuBhie..lVIaCt«r^ 
lange  einen  i  <gxauM:  .iRüekstandi  -.  <  %iclf  des  ihier ' » ger  * 
.  aottene  Sal»  ;^da/i'in'an*  hier  niu^..ieinejSoivte^.  dätst^t} 
cbrscheint  >  iti  I^BdlgeTi dieser  Hnnm^toinxengung.  nieht 
gam ;  wei& , .  »miSrdK^issrJ  :,,9«i|»to  jgröfiiere^  i^oberiet  c^we^ 
gcfn«^  <(zw6ifelaohne  veioe<iWirkiMgiia4rj;be(igefibischteo 
Talk^  .nndi  KaUd-^Ofaloride  und^v^ooiido^k  .;«,nddrem 
Sadse.vorgeaege».'^iJ-:^:'.<:..!'^i  v.iiJ  norir.ö  :■• -.  :  i..  -- 
^  T .  i)  Das  Eigengeimcht  ;der[  Mattedauge  /  schwankte 
zwischen   1,175  —  1,188.     Zur  AnaJygj?  .yrurden   188 

di^s  ,i^s{^n  ^ückstajjAes  r.iwajr.  iucht^.^^l^s^ig,,fj  4a  die 
wäfcfigeX<«Wlg^cl§Ä  QhlfiÄm^gniuTOÄ  (fiafes^H^en  Magnit's) 
heim  Kochen.ii^nftlich  :ii0rsetidtr>ihnikdr)n(wi0>^'achon  H» 
P  f  af  f '  fand ;  nB  cih wfeig^eir'  s  JpijiTWJXDCOV.  897  und 
XXfVi.  6«)  «rid/^  B^s  öignei^  Bfeofc&Glftftffgen  ^ztifolge,  ■( 
s&am  helfe  Abdarapfen*'*6äft2M!aü¥«^ilÄtiaitr  Weder 
aijtehfiiätiflsäh^itSclP(fäi^«i^^^^  likft  ^sIcÄKali 

aann'nachwöiseli\'"uhä'''^^  ^^m| Jv^rmbchti  man 

auch  Strontian^  aarih^^xu    entdecken.  '  l^fachäem   mit- 

.•m:  '   ifabTiähai&SaitjflB  £Jeiaicb«ifdhtBgs  deii  Broii    eben 

'4      ia^«efar'.  absuibSiinkea:^!)  a}t  %a  «rleichlern«  -«--.liebfer  LÖ- 

9"*;%  «rig^t  i¥erfftbreD    der  Brom -Att9||Micidaiif».f9%U'  dieiea 


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pachtrftgH^e  BeHerkungen.         ft03 

tUA*  lalpiSevttUfttiii  Batfyt^ -aio;  £cliweFel:4^äiure 

gefallt  wordMi.!w§r  ^dsr .MMigendi^&ijabü' gewontedeB 
ackwofels.  Bdryt  .^entfiftacben  :  o^^i^'  .Grm.  sebvr^foW 
Niatron)  wurd^  dl»  davon  abs€Mihet0*JFlÜ8de^eili.talt^ 
telfit  ts^petarsi  Silbers  ihies  CLbtliotr'8ii|6ndr  Bxbm'js) 
bexmibt;  Eban  erfaifllt  99,45?6ite.  OUorid  (undifilo^ 
nüd,;  das  -sich  'UP:  revsten  AugenbUiBka'  der  Falliäig 
durch'zfei^glgQlbtfFlodcen  verrieth)  dann' wurde  mdüEmU 
f emiing  des  ^ersebössigi^n«  Sil))€^ ,  «der  K  a  1  k  g  e  h;»lt 
mittelst*  oxals.  Ammon's  und  Ujiiwaindeliing  in  k()hlens/ 
Kalk  bestimmt»  won^idij  ^e n erfaeltenen  9,78  Grm. 
des  letzteren  io>89ta<j]]nff.  Ghlorctlcinm  entsprachen. 
De^  kohlens.  Kaljc:  wurde,  in  Salpetersäure  ai^fgelöst, 
zur  Trockne  gebracht».  .i|ut,A)kQ]^,. ausgezogen  und 
der<Jiiebei.btofirbliebene  [(nach >, dem  Trocknen «o>ooff 
Grm.  wägende^  Rückstand  untersucht.;  e^.  verhielt  sich 
me  eisenlk^J(j(g0ü  Mangarnoj^^yd.  Die  ^alk* 
erde  wurde,  mittat  kol^ens.  Kalirs  heib  geßillt^ ;upd 
gei^ühtv  sie  wOg;.a,77  Onn.»  ^^  ^^^^  Chlormihg*' 
niuBti  antlpriäit  *^).     Den  gltfich   ^on  vom  herein. 


*)  Da  oDter  dieien  UmtUindeB  der  rCicdertoMag  "klebt  mebr 

'  *    ivMgi,  «U^r,d<Vi*««MaBditatB-<8el|MfeMiire->aliefr  sollte, 

wUl  ihm- hSaig*«cbvrer  biamg  m«  b^iiifinider  esil^eten» 

Barj^tb^gtii&CDgt  blfib»,   80>MlHn  IMehrm,  aaMr  Ao« 

'  d€reD  iwb*  «eh  j  *  'ta  «deifleichc^  Fftlbiageb  dem  saipetere. 

'    Bkryt  '^orz    4en ':  e  »ilg  ta  n-i^t  W'  B« r.j» !•     Von  p  h  o  •• 

'    pbert-aare»   Vefbiadnagen  'faBd'iv.'Bl&  ober' keine 

Spur^  e.  oben  8. 9^9-  Aam.  «    «  «1    .    >   K. 

**)  ThoDcrdc  nnd  Eisenoxjrd  waren  schon  sävor  (suerit) 

gefÜllH^  durch  Ammen,  und  eritere  von- letetevem  geicbie- 

.n>.  den  weiden  dareh'Kali)   widerhblte  Veinocfae  lagen  den 


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894  Hastner 


«of  OblorverbiiiduBgta  tareehnet»  'gßhmM^  diese  aus: 
o>96  6nii.  Chloralominiain,  o^ots^  bk  o>o^ 
Ghloreisen^tiinl  Chlorniftngan.'^  Berechnet  man 
Haarfeiner  'il^''.iibrigeii  att%e(iindeben  QüorantiieQ 
auf  die  gesonderten  Basen»  so  Ueften  :fiir  Chorna«« 
triam  noch  ai,45S  Grm,  Aof  looo  'GewichtstbM« 
bevedinet  besteht  depaaofolge  fie  Matterlaa^e 
aas:  ySo' Wasser  und  970  festen  B^eBttndthai« 
len,  letztere  aber  aas: 

0*00959  Natronsnl'phat 

0»74l9i   Calc-iumchlorid 
•''   o,44io9  Magiii  umchlorid" 

0*06575  A4aminchlorid 
'     'o>ooi»S  £isen-  and  MangancMorid  and 

''i)476oa  Natiriümchlorid. 
' '  fc)  Es  ist  nicht  anwahrscheinlich,  'JbCs  das  Bisen- 
dxyd/  Manganoxjid'  und  die  Thonerde   an  Schwefel* 
säure  statt  an  Salasäare  gebundep  ^ind  tind  sich  i^iir 
ei«  geringer  Antheii  Glaubersalz    &  d^^ottexiaaga. 
befindet  *).    '  _     J 


'«^wtokar  .o]iee:fsl|eBdca<43UoiabmiAS7€hlo»ifee-9  nad 
.  CblotaiaogpabcitifliiiiinigcB  xa«  Gvaydt;  «-  DieBetUod- 
thciJe  der  Söele».m&iafiaf  sa  Vtetcbtedeasn  Zeitta  nour- 
ittobt^  in  ibrcB.  Meogmi  vbf'eiDaader;;ab«m6hcByW€il  die 
VtrliftltniMa>.  nater  daatn  die  Ssb^elb  BodsabetUnd- 
.  ...  tküU  miMpfoimSit»  wtsbttla  aad/wttl  di«  Binflls^  der 
Lud  etc.  auf  die  so  gtadtreadja^  8ooi«  Dicht  dfcselbea 
bleibeo* 

*)  Der  atteserden  'bei  giofser  ^iaeagtiag   auf   eiaeai  jeaer 
sahdaanm  Sabe^.deai  sakt«  Kalbat^ia  Wecbsclscnetsaag 


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nachtrfiglichi  Bemerkungen.  395 

1)  Dpr  Gehalt  aii  (alzsaurem  Kalk  und  salziaarar 
Talkerde Mst,  yfne  «nan  sieht ^  nicht*)  gans  unbedeu- 
tend, denn  ersterer  beträgt  zwischen  ^  —  8pGt»  und 
letaterer  zwischen  4  —  5  pGt ;  es  würde  daher  aller« 
dings  der  Mühe  lohnen  die  Mutterlauge  vom  Koch«- 
sak  »durch  Abkrystallisiren  au  sondern  und  dann  auf 
jene  Ghlörate  technisch  zu  nutzen.  Hermann*a 
Yer&hren  zur  Brom  -  Ausscheidung  (vergL  dies. 
Arch  XVIL   3o4)   glückte  H.  nicht     Ba  zur  Zeit, 


gerathca  und  so  die  Bildung  ▼ob  Gyps  vad  Kocbsala 
versolassen  »ab;  Gres  st&UU  hiersof  teioeaVoncblags 
den  salsssaren  Kalk  derSsUiooIen  dadarcb  in  Kosh- 
tslx  m  rerkebren,  daft  man  denielben  so  lange  Glaober- 
•als  soittssy  bis  keine  THIbnng  (Gypiföllnng)  mehr  sr> 
folge.  —  Raocbt  smu  W&sser,  welcbe  salssanren  Kalk 
und  Glaobersals  entbakea  sar  Trockne  ein,  so  dOrfta 
We6btelseneU|ing  beider  Salse  siets  onrermeidlich  sejn; 
bcbandelr  man  dann  aber  den  Raekiund  mit  Weingeif^ 
.  so  i;cheint  bei  gewiuen  Temperatnren  wieder  eine  Rftofc« 
kebr  som  vorigen  Bestände,  wenigitens  tbeilvreise  einsa- 
treten,  so  daft  das  Lötangsmictel  durch  seine  cbemitebe 
Ziehung  su  dem  löslicheren  Chlorid  die  Rackkehr  sor 
vorigen  Zusammensetning  bestimmt  Als  ich  Kocbsalx 
und  kohlensauren  Kalk  bei  höherer  Temperatur  und 
dann  mit  Alkohol  behandelte  (im  Jahr  1815$  sor  Aus- 
mittelnng  neuer  Verfahren  der  Soda  »Bereitung  3  vergL  m« 
Gewerfosfr.  II.  9t  £)  erhielt  ich  in  letsterem  unverkenn- 
bare Spuren  von  salss.  Kalk,  und  im  Kackscande  nicht 
-  minder  besweifelbare  von  koUensaorem  Natron,  aber  es 
blieb,  wiederholt,  nur  bei  Spuren.  -^  K. 

e)  Ib   ßrdmann's  Joum.   fehlt  an  dieser  Stelle    (S.  isS 
Zr^  V,  u.)  das  Wort  ^ic-ht  K.        - 


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396  '    Kaaiiyr 

Behufs  mssen^cliaftlicher  Bestinfttlntigeii ,  noch  ^  kein 
Verfahren  bekannt  ist ,  welches '  in  *  den :  Stand  setn» 
das  Brom  yollkdmmen  Ghlorfrei  darzustellen,  und  bei 
Analysen  quantitativ  zu  bestimmen',  so  versuchte  H. 
mittelst  de$  Bariums  zum  Ziele  zu  gelangen,  da 
Brombarium  in  Wasser  leicht  löstieh  und  auch  in 
Alkohol  löslich  ist  and  warzenartig  ki-ystaUisirt,  wäh* 
rend  „Ghlorbarium*^  4oo  Th.  Alkdhol  zur  Lösung  tot- 
dert;  der  Versuch  gelang  mit  Alkohol  von  90— 9 5®, 
wenn  derselbe  nur  in  mäfsiger,  nie  in  überschussiger 
iVIenge  mit  dem  Gemenge  digerirt  wurde,  und  wenn 
die  Meftge  des  Bromid's  gegen  jene  des  Ghlorid  nicht 
zu  geringe  war,  (ein  Verhalten,  was  freilich  «Jef  Aö- 
Wendung  dieser  Scheidungs «  und  Bestimmungsmethode 
nicht  geringe  Hindernisse  in  den  Weg  legt;  denn 
giebtman  nachundnachdie  nöthige  Menge  Alkohol 
*  auf,  so  werden  die  ersten  Portionen  desselbexi  nur 
Bromid,  die  letzteren  aber  auch  Chlorid  aufnehmen, 
und  will  man  auf  einmal  die  nöthige  Menge  Al- 
kohol hinzuthun ,  so  steht  dieser  Abänderung  des  Ver- 
fahrens entgegen:  dafs  man  die  Gröfse  dieser  nöthi- 
gen  Menge  nicht  kennt,  und  sie  daher  entweder 
überschreiten  oder  nicht  erreichen  wird:  im  ersteren 
Fall  aber  sammt  dem  Bromid  auch  Chlorid  gelöst 
erhält,  im  letzteren  an  Bromid  verliert,  weil  davon 
^twas  beim  Chlorid  ungelöst  zurückbleibt;  indels  läfst 
die  verschiedene  Krystallgestalt  di^se  Schwierigkeiten, 
wie  wir  weiter  unten  sehen  werden,  umgehen.   K.} 

m)  .Behufs  der  quantitativen  Bestimmung 
des  in  der  Mutterlauge  enthaltenen  Brom  verseUte 
sie  Hv,  Vorbemerkt^m  gemäfs,  so  lang^  mit  Silber- 
nitrat,   als  noch  ein  Niederschlag. /erfolgte,     mengte 


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nachtr&gIioh(|  Bemerkungen.  S9t- 

denselben  mit  Barytcarbonat  nnd  darcTr^ülA«''(älast>e-'^ 
mebge;   schon  über  der  Lampi' gelMg 'es  äüf 'sbldie 
Weise    den   Baryt   auf  Kosten   des  Niedersohlags  «i 
BigmniK  r  Qfalprid  und  Bromid. .  «a^-verwandeln  ^  •^»elche 
letstexe    daaa   vom  ,  suvor  '&benchüssig  -  zugesetzten 
Barytcavbonat   mittelst  Lösung  in  Wasser  geschieden, 
zur  Trockne    gebracht   und   m^  Aikohoi    totr  cfbiger 
Sttrke  ' df^eriit -  wurd^.     •  Nai:h^  'beendeftei^^Digestion 
gdfs'H.    die'älkoholige  X&sütig    vom  Aücksta^je  ^b, 
wusch    diesen    widerholt    mil  Alkohol    ab,    überlieCi 
alles  vereinte ,  klare  flüssige  einem  2  —  5  stündigen 
Verdampfen  ,  bei  ^  gewöhnlicher  Temperatur' ,    sonderte 
dann  das  überstehende  Flüssige  vop  den  wenigen  da- 
rin   angeschossenen  Bariumchlondkrystallen^,  ^^^^rliels 
es  zu  gleichein  Zwecke  widexum  .4er  Selbstvesdamp f ung 
und:  wiederholte  solches  so  I4ng^,..bis  sich; fiocb diesen 
gleichende Krjrstalle  aossoaderten». oder. bis  die  ersten 
BariumbromidH  Krystalle  erschienen»  die  dann  nuttelst 
ihrer  abweichenden  Gestalt  «ich»  Von  denen  des'  Chlo- 
rids ^leicht  untencheiden  ond    stindem*  liefsea;  "  Diese 
letzteren    der  übrigen  Flüssigk^t'  wieder  btöge^eben, 
gaben  dann,  nach  bewirkter  Entdampfung  Scls    Alko- 
hols und' Lösung  des    dabei  verbliebenen  Rückstandes 
in  Wasser ,  mit  diesem  ein  Gemisch ,  dafs  von  salpe- 
tersaurem  Silber  zeisiggelb  gefäll't  ¥i[ard *).  ..^Ffd. 


*)  Atntw  d^  obigen  vmnchu  H.  noch  eine  andere  Metbode 

'    zur^BroBireinscheidnng ;  er  brsdbte  nämlicb  die  TOnKoob- 

salz  moglictist    bef'reiete  Miitterlfloge    durcb  Cibdainpfeit 

sar  D1i;l<eu'iff?gkeit,  metaj^e  sife  dabo  mit  Br^Ho^tetopulver, 

brachte  dAe  Gemenge  in  eine'  IsogbaUige,  fiber  Spiiritftsmme 

'  zu  erhitzende  Glairetorte  and  Hefir  auf  dasselbe  mittelst 


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29#  .,     Ä*«t^pr 

solfbem  Wege    i»o»  Grm,  JNiederschlag».  der  o»ii9 


«kiesr  in  die  TnlHiHisOffodii^  elageteliliffnieB ,  dttfCli  eindi 
Gltwtöptel  jeireilig  gäi4icbt  ▼ertchne(ib«r«B  ÖIa0trictiUr^ 
ik  SalsaftoM  toUoge  iimsiit  ali  DOik  rotbcr  D«Bpf  di« 
I^elprti  f&Utt.    El  oitvricMN  Htik  unter  dkem  Umiüm* 
dea   BOT  Brom  und   GUorbrom,   hlogeg«« .  kein   fftiet 

..  CdloiTf  nad  ei  dettillirte  eine  gelfiliehe  Fl&tfigkeii  über, 
.  die  nor  entere  beide,  nebpt  Wuier»  eqlhielb  Alt.xalctit 
das  looere  der  Retorte  nDgefftrbc  ertcbiea  ^aber  das  reiae^ 
Chlorgat  moftte  ja  dieaee  Innere  auch  f&r  ticb  schon 
gelben  K)  wurde  die  SalxtSnre  in  dem  Trichter  durch 
eine  SpriUBC'  und  mittelst  Fliefspapier  hioweggenommen, 
ond  etwas  Aether  anf  gleiche  ^eise  in  die  Retorte  ge- 
'  Ibrabht,  der  noch  die  Sporen  von  Bromdampf  (aber  aach 
GM^r  K.)  mit  Hbernalim.  Die  Vorlage  enthielt  mit  Kali- 
laoge  geschüttelten  •Weingeist ,  in  den  die  Mondoag  dea 
Rctoitenhalies  unchte«  Sie  enthielt  nan  Bromsanres  Kali 
(Bromlcalinm  vnd  etwas  cUorsaorea  Hau)  ond  Ghlorka- 
lianiyr  und:  nach  .einige?  Zeit  s<}hoCi  das  bromsaore  Kali 
.  darnns.  In  feinen  Nadeln  an«  Dfe  Flüssigkeit  wurde  mit 
diesem  Saheabsats  verdampft ,  eingetrocknet ,  gegl&bety  mit 
destillirtem  Wasser  wieder^  verflassigt,  und  darauf  mit 
verdünnter  SalpetersSure  bei  dner  Temperatur  von  4oObis 
bo^R.  destillirt,  solange:  bis  alle  feuerfarbacn  Dftmpfe 
Verschwunden  waren,  und  die  Retorte  hell  erschien.  Auf 
diese  Weise  giengen  nur  Brom  und  salpetrichte  Saure 
über,, welche  wiederum  von  kaiischem  Weingeist  abeor- 

.    birt  wurden»    und  in  der  Retorte  blieben  Salpeter  und 

aalasaures  Kalt  «uriick.    Pieses  letxte  PestiUat  wurde  nun 

r^  durch,  Abdampfen  inr  Trockne  gebvachtf  dev-Rackstand 

„„  sm}pk  durchglühet,    wieder  ij^  Wass/sr   gdöst  und  dann 
durch  Silbemitrat  geftll>    Der  aeisiggalbe  Nieder- 


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naehtrftgUdie  Bemerkungen»  iKW 


BvMn  «nthahen -wifS»  wem  ma».  mit  BaUrd  «in» 
nehkneii  darf»  dalir  looGnn.  desialben  ans  4i»i  8x9« 
und  6Si9  Silber  faettahen  (was.  auf  So»  Pia.  Matter* 
lauge  ia.570  Grm.  oder  ohngefiüir  fii  Qaentcheii 
Brom  betr^);  Dieacpi  und  den  unten  in  der. An-* 
merkung^  gedaditen  Yatfsuchen  attfoige ,  ist  man  be* 
rechtigt  von  aoocORn^Matterlaags  der.Grei£nvaIdef 
Soole  (von  dem  oben  8.%g%  bemerkten  Eigeogemdit) 
als'  Brom^  •>  Ansbeote  ;  tu  erwaorten  o^5  Onn;  und 
diese^  entspredien  (dos  Atomgew.  des  Brom  as  S7>o55 
und  jenes  des  Magnium  stt  i58>%53  setsend)«  das 
Ooppelatomi  des  Bimto  gleich'  94»ii.  md  die  Yer« 
bindung  desselben  mit  Magnium  gemäls  der  Bezeich- 
nung Mg  £>r  (oder  Mg.Br*^  angenommen:  einer 
Gewichtsmenge    yoQ    Mg  c=&    1^*4^9 1     und    mithin 

(o>85  ^ütiSa  s)  a,a8o  Mg  B-k%  : 

'  Hienatfh  ändert  sich  in  dec  oBigflin  Angabe  .dee 
Bestandtheilverhälthisses  von  1000  Gewichtsth.  Mut^' 
terlauge  (S.  a;gf4>  der  dort  engeigebaiie  MagidumcMo« 
ridgehalt  um,  in: 

0*4 18 19  Magniamchlorid.]ind.. 

OdOflarSo  P^HiftiumhKfltnid  *Y 


.    ic.hlsg  lebwlrsts  tieb  bald|i^  v^og  (?oa  Ss  liOt|i  Mat*' 
terlsoge   g^wonpfa)   o^Cn»,  .  .P.¥T^)^    kqli{«Bt, .  Baryt 
(vris  obca)  weviflff,  g9h  das  auf  tolcheni  Wege  gewon«* 
aene  Banombromid  j^  aiil  Braanitda  an^  3cbwefelsaare 
det(illirU  rfinet  BrQBi.<<  •         . .      .    . 

*)  Dsa  Jodgebah  blieb,  da  sr  seinsr  GeriagfSgiglieit 
wegttt  ia  uchnliMifteR.HiBbiehtiiciiis.VfiadMil»  ^nuKpiatdtk^ 
aabettiaiBit     Goaeeatiru  Matterlsog«  mit  Schwefeltiare 


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300  M':\:iir:i:Ma:iVw^iy^'iv\\:^{ 


ha  ,wnien}:iint«r«  Ander»/  auch  i  Ten«»  Aencteiv  iieB 
«ejrnlwlrdc  wdlchQ>  Jküoftig.  verordneii  ÜKrollsm  den  Ge*^ 
bcalloV  der- '  eoriGre&fawakL .  su :  errichli^ndsa  ^  df&nÜlclieii 
8edl^::tmipt  Dampfibääbqor."  ?  /•  •  '  •  •  : V  '.  ;r» 
-<iA  in)(  Efie'  Lmft  in < •  d6r  iGegend^T der  Grei&walder 
Sailiiie;ist  imtuntet  >'j|;asiz  mlerldtcl^  mitiisaksau]^,  und 
ntikidit -:  ättcU:'  mit>  ItroniwassotstQSnttrtii  .  Dünstet 
^^(^unreini^;  isehon^deo^ Geruch:  hfhtt  diebea^'  H.  üb0r«^ 
fecugte^' dbh':^, durch' SübasBitrat  gex»  douUkhivanldi^^ 
teroV;Qirixi3raimgung  und  erklärt  ^Oausidi^Zer^tzaB^ 
defe  ]|v^  der.  Soöl^'  befindfidien ..Talk -  :ünd;  Kalk- GUlo- 
rkb^  und  Bxwnide.  rdarchiS^i^siettit^e?  i^  oben  S^t^^^; 

-..•  •   ^.      «       ^^    '     ......     .>   .        ^    .  .....n.  . 

..n-  :  ,       ^  ....     ,.       ^^  ■  •'     "-  '  ...  r    X     ..  :T  -,.'•.       

V.  ßlüchei^'s  Analyse   des  Sialzwa'Ss'er's  vöh* 

Stilz  (oBen  S.  d^ilttj  gtebt'den  Gelialt  desseften  an 

salzigerdigen  Bestaflitheil^hf  icpf;  y.§Eli^ili(^tj^m  W^t-; 

ae<»»<^ctiabe'-  wie  i6>44:  Jtu  i^q;  ilfisik'ist  .Analj^^e  des 

0.st'sei»;«i^a^^;ejrs  i^»$i  dse . G«gead  :  von. . poboran  *>v 

uoä'..meiii^-l.^igeM  rde^r  Os^t S;e^^a;^s>i<irs   aus  .:di»r, 

Gegend  von  Swinemünde  **)  geUen'  ^. .nahe  wie 

nod  Amfluvk^%itk^Bgty  y^timkeik,^hf^^ht6h  Beifugang 

von  etwas  Salpetertänre  und  SchUttsIn,  in  cioigeii  Midu- 

ten  ▼ollttSodige  Bläuang;  mit  Weglasivng  der  Schwefel- 

'^'^'^    saare  grubt^  Mti  did    weiterhin  ideisterarög  gewordene 

^     '"  Masse  nnd  n^i^"^  einigieü Standen  war' iieVor^i^j^lfiGfa  schon 

boi'tergel'h;  (in  Pofj^e  der  AiiWesenlleit  des  Brom). 

*)  Vergl.  Sam.  Gtttl.   I^ogei't   ftier  Üen  Ntatfen  udd  Ge- 
brauch der  Seebider.    Stendal  1794.  8.  I.'  »gif* 

.^«)  Siebe  TeOtto^sdira^frt'ioirm  XÜI.  u  S99»lg 


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nachträgHebe  Bettlerkungen.         30  t 

t,»7  flu  loo;  4nu)«lMr  Soole:  iitJiot  Alia'Mhe^SiM^ 
flo^ngro&y  alt  ivt  'Wisset  des  beltüchaaliAeQires.  ^Dec 
K«fthsaUgfibaLlr . Uträgt  injml B:ti:iUm]|rflA:iaME, 
iöoiDWa8aer.45»t6&ribi  den  geBaiin|^095tifj»wMs%r7( 
2Bxlegiingen;»ahe'fii^$^  der  G^ait  a»,'8al&e.  BaAt^ 
t^ecördfe  ur.dflt;  entorani  nur  td/oca&i im. Mittel ijuief 
den.  letitoren  hingegeo ' 4,f^;  wege^eni.ater  «beiiv^JS;; 
a'oeh  5ioS6  'sJBtlasI.Kai'k  kbmiAen^i.attan.m:  I^inVet 
lAid  riieiaer  Aoolyge  gaäizrrfeHlsn ;  l^titete  bietea  teu 
gdgen  Deoh  «davltso^  schwel ei8aiür**Bitter«xd^ 
uiid'  gegen^''0|66  -srhw^efölsa&ran  ]ielk''^t;Wähinad 
ifipivu'  B'si2erj[egtuig$ergeibiii^en  'iJbn'  s-cfa'wBfelsaaw 
1^  ev  S  klt  e-ii.  nur  das  'letztgentaeDOte  r*  undiiswaSiimiti 
1^,995  «kufgefährttwiifd  (4yS«al»e,5S' ist  .aber  a,365»i 
mithin  '1957a  mehr  ab^^nach.  obigem '^^^^pdiUtniCr^aa« 
schwefds.  HaUr'voriibiBd^n  1  seya" fiepte ^.  iweim  'mfani 
die^  Süker  8ooIe  r<als  .eiar'Osteeewbsaer'' mit  .4>SVnaiT 
gvöfeerem  Gdkfl|;(en  i&steih  Bestandtheilen  betrachten., 
wollte).  Ausserdema  fthlen  in  dem  genannte^  Ostsee^» 
Wasser  -^  AnalyMb  fdie  in  den  SiikosCoelv/^  voi^f andenem 
6«haltea«  Uoblen^guiwiCalk  imdkohlen&EMenoxjfdiil^ 
at»  Kieselerde  und  seAasaaisem  Kali  i  iWas  letsteresj^'fae^f 
ttifft^'^ao  4tabB)  i(Ar>.!e8'in  dem./duvch}7dietrGüttt  iasi 
Herrn  Apotheker  iFo  n  t  a  n  a  lu  •  ^fiMiidni&nde ,  wälv^ 
rend  meines  herbstlichen  Aufenthalts  daselbst  (1827) 
dargestellten  AbdanjpfungsrücHstand^  von  a5  Pfund 
Ostseewasser  vorgefunden,  und  zwar  im  Verh'altnifs  von 
9^$  12«  Bruchtheile^^  die  wahrscheinlich  dem  grösseren 
't'heilenachmii;  deq^vo^  ^^nk^q^I][^^rf^uherhinge$chie- 
^n^m...KQcl)f9lze.,  ^g^Hipngl  waren,  .xi^m  Theil.  aber 
auch  der  salt^aurev^fitterexti^  lUntejNOMgtig^ibtieben 
seyn  konnten.     Dafs  das  Ostseewasser  auch  Brom 


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302  -  -  KiiÄtiier     ' 

limhall»  (Wtfhffieiietelidi  als  Hyde^lroAisäiire  anMagiMC 
g^ändenv  und  somit  früherbin -von  Link  uitid  mir 
all-  %ut  saltuanreü  Kttererde  goMrötod  berächfciet)  Habe 
ich  bofeits  SJ^M  des  %ILB.  'diea.<  Aitk  .  nachgewie^ 
s^  '  DaA  das-  itn-Dstseewasser:  matluaaaCsiieh  tooc^ 
handfifne  scbifefalsaipre  JVatron,  :in'  untomh  ^alysen 
deisselbah  idaaw -idieiite'  pnt  vorhandenen  sai284ttce6 
Kaäc  fttt  flftrsettent  istjehr  ^hrscheiälieh :  wöil  wit 
ba{' ttnsere(r  Zetiegung' "(L.  und  ich),  nur  dasi  dantab 
-A4  -vor-  SS  und<  vor  »8  und  %j]ßhßeak  -^'übHsba 
altere'  Yerfa^teAi  der  Scbudang.  .in  Ettdi^dsabe,,  mi^ 
tekt'JrerschtcdBoerXöAingsniittel,  bsfoIgltti^\  Ang«^ 
liMnmffli  nah:;  djeSaiz quellen  ]¥IftCikleoi>nxg!a 
und?Pommezfn's  vel^danH^q  ihren  Uxspning  weder 
'  eonenär  SalBlager9  ^noch  einem ».  seiner  :Natur  naoh 
unbekannten»  '^j|iokrbcher  .Wixtengeni:  Wegen  aber 
liicht  füglich  t  galvantsckenr'*}  'isn-  Foittwirken  be- 
griEEenen  Bildnngs-  und  £neliginigl|^oC>8se«  son?* 
dem  lediglich  einer  Art  DurchsAthttng  des  Ost'* 
seewassers  vfwi.^in^r  Tiefe»  welche  : denen  £i^ 
qüfiUungstiefen  ddr  Soolen^nahei  gleich- kommt, tiJt:! 
wotden  bei  einem  FfltrationsprocteeF  d^r  Art  vorvügx. 
Uefc  abgeändert  wcfrden  die.  GMiatti^  des  ^Meerw^artitet 
an  aerfliefolrciiüdn  Saison   und  tan  Gyfiff,, .dd*» 


*)  Weil  galTSoitcbc  Ksttea  and  reapeeti ve  Rietenbütte- 
riien  die  einseinen  Salcbeitandtbeile  (Saaren  iina 
Basen)  polaritcb,  Mnd  damit  anf  i6ebr  öder  Weniger  W 
tr2cbtlicbe  Feirnen  örtlieh  trennen  Wqrden,'  myMt^ 
teorologie  I.  laff.  and  Ballnafin't  Wietbaden  e,  äL' 
Heilfocttansio.;  Wiesba^daa  a8i9.  d.  SltS^lf. 


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.    nachtrftgliche  Beiberkungen.  303 

gegen  das  mii^der  sersetzbate  K'otfl^aalx  (i:M  säbm. 
Kali)  in  Absicht  auf  IVIenge  n^r '  besti&ndigt  und  nur 
himichtlicb*  des  Gehaltes   sin  LÖsungswasseif '  vennAtt 

liVfb  soll  "äi&t'  selehe  Etittegfong  d^s  iBiB^gäial- 
•tos,  verbanden  toSt  ^alitativer  Abänderung «d^Bkl- 
zelbestähdfbeile  iil'  den  Etdic^bten  )ener  "(hegenden 
'dergestäft  ^zu  Stande  k6iüi)^toi  '  dafs  stets  ^khe  das- 
selbe Yerhältnifs  der 'Salssnbs tanz' "«um  Wk»serV  wiA^ 
der  Salzbestandtheile  zu-^nander  fortbestAt?  'HSm- 
auf  ant^mrte  ich:  r     '''  <•' 

a)  Seewasser,  Was*  Mtr'äehtliche  Kiadager  nbd 
Thonlag^r  ab#ächseMl  dorcfasickert,  ^rd,  da  es  un- 
ter bettääitllchem  Drucke  i;f irkt,  Gegenwirkungen  sei- . 
»er  Böstftndtheile  und  der^'Srdtheile  jener- fi<!hithten 
zu  ^besfeheb  haben ,  weicht  -zu' Zersetzungen  führen 
könnbn;  die  der  Natur  auf  der  Erdoberfläche,  atils 
Mangel  "an  hinreichendefn  Druck  und  wegen!' Mitwir- 
kung des  Lichtes,  (d.  h.  wenn  der  kundige  Mbnscfh 
nicht  zu  Hülfe  kommt)  nicht  möglich  ^änd.  So  wird 
nametitlich  "Zersetzung  des  schwefelsauren  utid  -^äls- 
aauren  Magnits  hier  tiothwendlg  antreten  miÜ^ien,  so- 
.Cem  es  nur  nicht  an  kohlensauren  Ma4^  '^^ 
bricht-,  und  an  der  hiezu'nothigen  Menge '  scheint  ih 
jenen  Schichten  kein  Mangel'  zu  seyn;  er  ist  nicht 
wahrscheinlich;  dafs  auch  dem  Kochsalze  etc:  gliche 
Wechselzersetzimg  in  det^Erde  zuTheil  witdV'Si^^Ä 
aber  aäidh ,  so  kann  sie  doch  nicht  Dauer  gewinnen, 
weil  das  Wasser,  an  die  Luft  gekommen, Kohlensäure 
verlieri,   Entfernung    derselben •  aber  4ie    tbrmdige 


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;3Q4  }       :  ;fJttÄ8tner      . 

^%fs«iL;^#»9Ji<>^(i4?r  .K(?hlensäure  »um  Kalk    (ver- 

.  roög^^  erböbe|;er .,  Q^bäienz^  wieder  exntreteii  läTst ; 
jV^f^fcl^ei^Jjifiber.  ist  e8je4pch  .^afs  augh  ip  .  der  £rde 
Kochsalz  und  Digestivsalz  dadurch  unye^'äDd/art  blei- 
ben:  dafs  sie  als  Chlorbaseu  (Ghlorsod-  und  Ghlor7 
kal-Base)  sammt  dem  kohlensauren  Kalk  gegen  die 
.1v'i^iC»ag^;^§]^n8äurdr*tl^t|g'..ifi9d.  u^.  so  als43esammt- 
^lfb§4ft»-.i4wph  ,TV^^ej  vfni.  K^W^ns^uw,  aum 
f¥m^^^  d^r  ^giKe^yifii  KifißSQipdiifc««^^««^' 
-.>^b  W.Pi^  y e^xilS h i%4ÄR^, Adhäsion  des  Jüases  und 
1^  Xb p pe s rr.lH^isg^ .  w||)^4cheiplielv , h^tip^ächhch 
.^e  .Son^i^u^  jdes  .  ^i^ge^upgenei:i:;]VIeerwas5ers  in 
süfses  Wasser  und  Soole ;  wenigstens-  «ch^in^  ^fur 
i^]^  .e»9t!^^  c5P^^4uia§Wirl<yu??g  ^^^*g^|ni»a(i^n  zu 
.sp?recbe;ft  ^t^S-  artÄftijsjghi^a  J&r.^gli^n.f'^jHMr- 
^^m.Ji^^  ^'^^^^ur  .dap}i>/  erst^Qmpp^{;$$sipdf6  Was- 
fißt.. l}^ygp\9  wßnn  diei  d^s^ll,er9uf^i|9gexi  [df%  .l|^as^fis 
.^us  ,f^i^,Ij;dlJksf:h)ott^n,jY^4)i>9^e^  XI^onschicht.c|ttr9|^* 
:;b,9hrt^  i^  /^  Was  bei  diesem  Brupnen  j;q  Be^ieh)^Qg  auf 
JVyj|f;fS|>[sspnde,,da^.]BL^kl^^^^$^t,  das  gf\Y^^^  ^P^ 
j^jff  UVttig:  und.  zwist^hen  dem  Letten  und;  Thoaiie  yQI> 
ikofnipenden  ;G]q^«icbi^htfi;^,.  und  .>y?ilvrpnd,  ^tt  der 
-T^M^n^^  S^P?tfeSW?s^?F^,dfri,KalkÄcW9^tftn,i,7pr  sei- 
nem ,Du£cJt»bohrtsex^  JfWao^l®  .oJ)eren  gchichten  gäna^~ 
jyi<?}i  5hj^jfrt.,,lärft^^,^Wpg,j  wo  ^r  ni^  i;ein,  sondern 
fifet^;ß,fij^  d^g^  ist,  das  ili^pa ^  ipebr  adh|inrffl^  salzige 
W^aper ;  d.prch  ^^    ßß    yon    s^ldieeiien    Wasserantheilen 

^ied^hqjtj,.^  ^  "(Bc^,  salj^reicher^  wird,  4as    durc^g^ 


yfySidi»  wAer  ^uat^.  a-nil  ^av/b     .:.•.,  ^ 


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nachträgliche  Bemerkungen«  905 

4a6gLnffmB  Wasser  seyn^  .und  nur  in  den  hdhopin 
fidüchten,  wo  crilieres  Grundwasser  der  Bach«  iund 
Flüsse  hinftu&iDgen  kann,  wird  es  wieäe»ticnehr  yer<^ 
dünnt  hervortr^teii  .Es'wird  daher  g&wirse  Bohrtiefth 
geben»'  die  nitht.  überschritten  werden  dürfen >  wenn 
noAn  stattSbole  iucfat.«1lrieder  utfverdiishifetes  Selxwasi 
aerverMten  .will:;  wie  solches  wirklich  statt  fand  b^ 
denen  xa  Colberg  vollsogenen  Bohrversuchen;  tu 
S*  aoi '  Anm».  dies. 'B.' 

t.  ,  i  c)  Dasu.  kommt,  noch»    a)  dafä   Pommern's 
Soolpn  ausCMeichnet  veich  sind  an  zexfHefslicben 
Salzen  (s.  v.r'B'lilcher  &  aSo)  und  bierin  vor  de- 
nen  anderer  Länder  .dem  Salzgehalte    des  Meeres  am 
meisten,  sich  nähern,  ß)  dA&  das  Waiser  des  letttereii 
in  dep  Kreidestückchen   der  Kieslagen   {oben  S.  »84) 
die  Mittel  .Jirbrfindet,,..  seinen  verhäUnifsmäfsig  grobenr 
Gehalt   an   salasauren  Magnit  meistentheils  in   salx- 
sa-^ren  Kalk   au   verkehren    (wobei  der   gröfsere 
Theildes  erzeugten,  kobl^iisauran  Magnit  gefUrt  wird) 
y')   dals    zwer    aämmtliofae   Seihyoniehtongen:»    durch 
welche  man  Seewaas^r  triiikbarea  machen  wollte  einer 
^flits  nicht  geleistet  hsben^  weiS'  sie  versprachen^dafs 
sic|h  aber,  anderer  Seit«  euch   nicht  in  Abrede  stellen 
lä&t:    die   durch  dieselben  darge^hanene  Möglichkeit»' 
mittelst  blolsen  Filtrirens.  durch  Sand »    Abänderungen- 
^m  Gehalte  an  Salzen»  zumal  an  erdigen  hervorbringen 
zu   können  *).     Ich  .  wünschte  Gelegenheit    und   Zeit 
genug  zu  haben 9  um  Seewasser,  durch. zahlreichei  ab*^ 
wecluelnde  Sand«   und  dünne  Thonackicbten  filtriren 


^)  Hiefaer  gehörige  Naebweitaageo  findet  man  io  m.  EialeiL 

in  die.neusre  Cbeniie.  S.  59.  «.-w«  o»  -    -  -     '  K. 
Archiv  t  d.  fu.  NatorL  B.  18»  Ü9*  20 

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30Q  Ka^ner 

wd  Aa^h  l^darif'iltratian  ^pri^Can  zu  können,  auf  den 
gftbliebdneii  fidz^riiait  m  YerkUthils'  zum  Wasser 
tmd  auf  die  tcagliehe  Abänderung.  in^Baadehui^  auf 
£ifizelsalze  im  Veiibältniis  mfiBX  sich;  wieviel  datei 
an  Wasser  reidampfe  •  (tmd  so  zur  Einetigung  des 
Sakg^haltea  bettatoge>  'das '  wfodid'  ich  ^esiAlil  dareh 
totrespondtrende  Versuche  mit  reinem  Wasser  auslas 
mitsein  mich  bötnüheik'  .  :V'    * 

d)  Wäre  durch  Yersuche.^die  •]Vllögliohkeit''eF^ 
wiesen:  Salzlasungen  mitlelst'Filtr^ti^n  durch 
Thbn   in  Wasser   und  Sakm^ser  zik  - zievlistsiefi V  ^i 
würde  nut  noch  eine  Hauptsohwriexiiflceit  zu  besöit^eli 
ttbrig  seyn  — «.  wenn  es  sich  darum  hahdeltfr:   obiger 
Yermnthung    (iiber    die  Abkunft    des  Salzes   düehi^ 
dachter  Soolen)   an  Uebeizeugpong  greifzende   Wahr* 
soheinlichkeit  zu  Thetl  werdsn^  zu  lasfeito  <:— ^  nämlich 
)ene,    welche    die' Tiefe  •  des .  Meerspiegels   zur  H&he 
des  Bnipnempiegiils.  def  Soolbtünnen  ,  darbietet.'  '  fie* 
iexikt  man  *j[^do€^  dafs  das^  Niveau'  voii  Yorpommem, 
Rügen  ausgendibmea^ !  »ilr  unbedeutetid  von  d^- des 
Meeres  abweicht   (&1S9   dies.*  B^ -^nnd  v.  Blücher*s 
Chem«  Unters,  u;  s;  w«  Berlin- 1^19.  8.  S.  iz)  und 
dafs  die  Tiefe ,  bis  zu  welcher  der  ^ältkies  ddr  Oreifil-' 
W«lder ,    G6lberger   und   der  Sülzer  äöole  lagert  um 
ein    beträchtliches  * '  unter    dem  Meeresspiegel  streicht» 
so    wird    wenigstes   diese    Schwierigkeit   um   Etwas- 
gemindert;  um  sie  ganz  ^  heben,  l>leibt  freilich  nicht 
viel  mehr  übrig,  jbIs  anzunehmen:  dafs  nicht  nur  das 
OsU^wasser,    wie     es    ursprüöglith'   (muthmaa&lich 
durch  Spalten    und  Risse    des    unter  dem  ThoneHind- 
Grobsande    jener  Gegenden ;  lagernden  Grpbkalks  und 
der  Kr^de)  landeinwärts  4ripgt>.. sondern  auch  wie  es 


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nachträgliobe  Bemerkungen.  307 

den  Thon  etcr  dorchquaUt:  gehoben  wird  dorcHi  aUe 
A  dh  'il  8  i  c  n  (G^Milarität)  der  hbbeixm  Jßrdsdiicliteii» 
die,  obiger  Vemmthung  gemäf«  grö&er  Uät  zumSftlx- 
wasser,  als  zohu  nüfsen  Orundwasserv  und  dier  daher  -r- 
da  solches  Ueberwiegen  der  An-.  'uftduHeirattEziehang 
für  die  Soole  schon  ä«ss»its  der  ersten  Kalkspalto 
sich  geltend  macht,  -^'das Aufwärtfbe;«regen  de»  Sool- 
wassers  in  soldhem  Maalse  besohleiuiigt;  daüs  nicht 
nur  die  Anziehung  den  süfsen  Wassers  %a^  den  Erd- 
schichten lind  zu  dem  Soolwasser  üb^ereilt  *),  soli- 
dem auch  die  Soole  selbst  noch  xu' Höhen  herauf 
gezogen  und  hinau^etrieben  wird,  die  unter  gleichen 
Umgebungen  das  süfse  Wasser  nie  erreichen  würde ; 
yorgL  S.  27 a  Anm.  I/bbrigens  ist  mir  je!ne'V>ennuthung 
nicht  erst 'geworden  durch  das  Lesse»' von  Hühne- 
feld'^  und  v.  Blücher*s  lehireiehen  AbhAndlnnge«, 
sondern  ich  habe  dieselbe  schon  i^tt  »Ailehiieren  3aB- 
ten  gehegt  und  auch.  bi6reits  i8l3' 'äasg^s^vochenln 
m.  Hdb.  der  Meteorologie,  wie  -mehrere  Stellen  des- 
8)»lben  bezeugen ,  von  w^lehen  ich  nur  -folgende  aüi- 
'hebe,  und  von  denen'  die' Firste  zugleich' •aUOdinmentar 
des  !zttvot  Üb^rWa^^se^r  -  Entsari^ihig  durch  Ad- 
häsion-bemerkten  dieneii  möge:  '  .-^  •  > 
Wenn  man  itl  eihefm  Filtrirapparat;i  welcher  die 
Gestalt  eines  umgekehrten  Hebers  haty  geewasser 
durch  eine   iSFiifshohe  Säule  von  trockebtf&i  Sande 


^  Wie  Wasser  die  Anxiehaag  des  Webgeisfs/ttfifd  wie  nAn+E 
oder — E  geladene  gewicblige  Materieii^^  jeM'^  Gbciiiisehgs- 
geowirlieDdeii  abek^^a;  s.  itt.  Eaq^esiaieiktiipbya»  h  See. 
und  IL.  i39.  "•      '•  i  ;K. 

20* 

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3ö8  Ka§t»er 

laufen  ll{st«    8o    "V^ird  jenes 'Wasser»    welches 
,Biierst  klimmt,  fiüfs.  und  trinkbar;  allein  nach 
einer  Weile    fängt   das  durchgehende  Wasser  an  sai- 
«g  zu  weäLen  y  und   wird    es   nach  sind  njach  imimr 
entehr,  bis  es^xuletet  salziger  i^t,  als  vorher;  weü 
da»  Salz^  das  itueBst  im  $»de  «urückblieb,  allmäblig 
wieder  mit  ausge^ült  wird.     Jene  anfangliche  Schei- 
dung   des   ^«Lfi^sers.  vom    Salze,    tritt    ein,-    in 
-Fo^e^  der^dhftsiofn  JeHj  Wassers  zum  Sande, 
der    ddsfleibe  r  loach  .  d99   Gesei^a    ^9t  ■'  Hahxröhrclien 
Sortbewegt   .' Auf  ähnliche  Weise  y^ükt  auch  zerstofse- 
.  «es  Eis  gegen  eiskaltes  Se^wasper,  upd  ahnliches  bietet 
,  8tich  mandhes  QufiHwaisser  .4}ar ,  welches   durch  langes 
.J^lielsenäberfiend  seine«)  Gehalt^  an  Kalksalzen  (nicht 
blos  iwegen  .  Kehta9säui:evQ|^4unstii^g)    verliert.      Auf 
.analoge«  W^jteei  sohetoM  a^cti   die   verschiedenen 
Salzgehalte  jO^b^^ri^inaiidef  ejdtsgringender 
;M in  e  rA Ig^^e-H  ^^  ;;zu  Su^l/lJp  ,^z^ .  l^q^men,    wovon 
die    aneift<$]%:^^^de«-'Wd.^B^uim^jii9i;t^.    Deutschlands 
Beispiele  ;gewä*idrea;  ;  AuÄ  d/^r.M^gJreiche  G,^)jalt 
dieser  <jÄettin^  $o:jjne  *^€Jl  ^fr^a^wöhnl^cb^n  (durch 
ZiehbruDÄn;  {PjOTf  ön^Ck  der^fiiuie  zu  eqtnfb^aenden) 
Grundwassers^    an  :«alzigefl,   Bjejn^i§9^4^qfien,  „  scheint 
jzuiTf  Th^iltmit  j^nenA4häsipnswirkungen.zuaiLromen 
;»u    hängen, ':in4ftm^  bei  ^i^ijehmenjiem  Wassejnjirucke 
(z.  a  iiÄ  J:«fthäner.l>.ei«(l§cfero<5^?P  ;d^  Gebirfissclmees) 
nicht  nur    die  Meiige    des  Queil  -    und  Grundwassers, 
sondern  auch  die  der  darin  gelösten  SalzbestandthMle 
riing^wöhnJÄftb^fsJtßigert.wirdi  soj^  als  o^  da«  >ei  ge- 
rin®ftriem^Dn*cHe..dMrcJi  Fiitratiou..  und  Haayrötrchen- 
.Wirkung '}fci<  daH  .Z^sK^Sjdnesiräumen  des  Bodens  gnd  der 
^tief .  ren  Erdschichten   angehäufte  Salz  ^    nun  bei  dem 


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nachträgUbh«  BftMrkuDgen,  10^ 

vennehrten  Drucke  mitsammen  gelbist  uh'dHFortgefiihrt' 
werde.  Giebt  es  ^itamiööse)  Erdschichten,''  Öle  ida«' 
Erdöl  und  die  Erdnaphta  vorzugsweise  durchlassen 
und  vom  Wasser  trennen,  .  wie  die  Thierbls^e  (in 
Sömmering's  Yersnchen)  das  Wassea  vom  Wein- 
geiste sondert,  ubd  istüberhaaptdB«  utiglaiche 
Adhäsion  der  ErdschiohteiiP'-eliMs^'^'der'  Haupt- 
mittely  deren  die  Natur'  sich  bedient,  mn  gleichge- 
artete wäfsrige  Flüssigkeiten  in  besonders  geartete 
Quellen  zu  sondern?  Sind  verschiedene  Trumen, 
welche  Einzelgesteine  und  einzelne  Felsschichten  durch« 
setzen,  beim  Ablagern  derselben,  durch  die  Adihäsion 
der, .untern  Sducl\ten  entstanden  *)?"  — 


*)  „Wcon  man  niebt  enaiainit,  ä^tk  aüet  wn  tob  Met rorga- 
nitmen  im  Meere  abstirbt,  flogleieb  vrieier' rt nefaÄ  wird, 
oder  adöfa  cum  Theil  in  lafasoriea  Übergebt  (wU  eich 
tcbvrer  beweisen  lassen  dörfte)  eO' fragt' sieb,  wo  die  bei 
der  statt  habenden  FünlnKs  'lioh  entbindenden  Gase  blei- 
ben und  was  aus  ihnen  wftbrend'des  EntbiadeBi<  wird ? 
Da  das  ruhige  Meer  wirbHcb  fault'^-  «nd  »ithin  ror- 
sDglich  die  Belegung  des  Meeres  die  Fäulnifs,  oder  riel- 
mehr  die  Wahrnebmbarkat  derselben  verbiindert,  so 
scheint  es  ,  als  ob  ä)  die  best&ndige  »Bewegung,  wodurch' 

-  das  Meerwass^r  oaauf bÖrlieh  heroasgetriebett  wird  (zumal 
auch  bei  der  Ebbe  und  «Fluth)  .  einen "Tbteil  dessen  was 
als  FSnlmfigas  frei  wird,  sogleich  nur  Luft  hinanftreiba 
(O  a  u  b  i  n  s  >in  d' e  s s  e  n  i  ,  ikrersär.  «ärii ? largumT.«  Lugd. 
1771.  4.)  b)r  dafs.  die  Oxydation,  der  ^brebubaräli  Gase 
•dueeh  da*  Safieratoffgo»  der.  in  dem,  .Wasteer  enthaltenen 
Luft ,  in  Folge  der  Bewegung '  sel»^  bvsehlednigt  werde, 
und  c)  dafi*^  die  Seege^ächae  die 'Otydir««tt':1^aar>( beson- 
ders die  aaf  solobeai  Wege  entüattdea^»  Koftlenaäore)  so- 


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,»Die,<2|^^ll,9n  entstehen a)t1)eil8  durch Yer- 
4upstung  des  inneren  Erdwi^sfter's,  innerhalb 


fertjn  tieii  avfbehiiieii ,  inid|  o^lirodtr  weDigtr  mmm, 
«•fkffUrell^idMm  dit  Ha^iptnahniog  Üitt  Gewäobae,  alio 
'  aocli  deifcaigÄ  dMf Bfaerea,  in  ^ie  KMontlort.  DteMcerea- 
' '  g^wIciiaeeaaMacii  aataartfem  nOefa  ciefDli^h  yial  Stickgaa 
,lidd  gallige  S(|«|ii^ffvcrbiod^i|gen  io  aich  aofcaBehaieiiy 
vfkd  da  sia  mahf  ala  di/s  Laadgawaohie  mit  ihrer  gaosen 
Obarfllcba  d^n  ElrpSbrnngsprocert  ToUzieban,  ao  acbeioc 
in  derfreierea  Bevreglichbeit  und  la  der  TerbältniftiiiSfaig 
grofsen  Meoga  der  Scegew&chsey  io  wie  in  dem  Umstände» 
daft  ibr  Dunger  ibnen  sogleich  in  ihrem  Anfentbaltima- 
^  diom  unmittelbar  zugeführt  wird|  der  Grund  an  Hegen, 
warum  der  kleinste  Theil  des  darehPtnlnifii  «ntwidceltco, 
mehr  oder-  wsbiger  ozydirbaran  Gaaea  aor -Meerespber- 
fiafihay.  und. damit  tn.  unserer  Wahrnehmbarkeit  gelangt 
In  dem  rahigen.Meere  wird  die  OjQrdation  der  brennbaren 
Gas«  näd .  di»  Absorption  der  ozydirten »  dnrch  die  Ge- 
w&ohso  (wenn  glaiab  diese  auch.. sehr  sablreich  sein  mö- 
gen) ^tfs  Mangel :  M.bintfeiahender  Bewegung,  und  Gegen- 
Mohen^nenfritng  gem&odert  üficbaurben  dialQeerthiera 
in  dergleichen  Wasaer  efaar  ab,  und  geben  daher  cur 
•Entbindung  grolaerer  Mengen  stinkenden  Gases  Gelegen- 
heit.; und  endlich  so  hindert  die  Bewegung  die  Entstehung 
^r  Pflanaen-Infimorien,  mit  deren  Gegebenaein,  schnell  erfol- 
gendem Absterben,  Nacbenangen  und  Wiederabsterben  etc. 
die  eigentliche  Wasserfäulnifs  erst  recht  In  Gang  kommt 
Die  mnfsigeBeimischmig  von  Salz  hindert  ebenfalls  zum 
Vheil' das 'Entslehen  der  Infusorien  I  wahrend  es  auf  der 
andern  Seitt,  als  Erhöhung  der  galvanischen  Leitung 
des  Wasser»,  die  chemischen  Faalnils-  und  Gasansschei- 
dungapronesse  bsfordert.  (Im  innern  Amerika'a  bemerkt 
nan,^  dafa»  die.  wilden  Xhiere  is  unglaublicher  Aniabl  und 

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nachträgliche  Bemerkungen.  $11 

gttiter  £i4h^Meii»  uod  hygroscopbcheAuG^aligafig  des 
SR  4ep  Höhlep.wpU>ungen  gelangenden  Wassers,  dutdi. 
die  mehr  oder  weniger  spalten-  und  rifsreiche  Sub*- 
stanz:  des  Erdrindengeciteins ;   diese  Entstehungsweise, 


Ton  weiten  Gegenden  her'sitb  am  solclie  Orte  eammelb^' 
wo  11«  Gfiegenhelt  haben »- Sah  sn  lecken,  oder  SakWai-^ 
•er  sa  triakeii.  Salz  wird  4«<alb8t  Oft  alt  eme  Loskspeiset 
Ar  Rdbe  gtfbcaacht,.:  um  sie  nach  tolehan.  Oiten  hlnsiu. 
locken y  wo  detL.J3g<r  ilr  eri^loken  kann,  and. eine  Ans- 
inge TOn  Sals  itti.einc  we^  grofecre  Versncbung ' für  ^^ 
vrWfi  linden  amer^canischei^  Waldv^i^ep  ^ernmlaofendn  *— , 
Pferde,  als  eine  Autlage  von  Hafer.r  Dieee  Tbateacben 
reranlafsten  im  rerganigenen  Jahrhunderte  mehrere  Natnr* 
forscher  zu  Versuchen  über  die  Art  von  Wiil(sankeit||. 
welche  das  Kochsalz  aaf  und  im  Thierorganismns  flbe?« 
Aus  P  ringlest  hierher  gehörigen  Versuchen  ergab  sich, 
dafs  das  Salz  das. Vermögen  hat:  die  Ffinlnifs  dei* 
thierisohen  und  ^er  pflanzlichen  Körper  tn' 
befördern,  wenn  et  an  oder  in  diese  Substanzen  in 
kleinen  Mengen  zurBerfikmug  und  chemischen  £ i n- 
Wirkung  gebracht  wird*  Die  Salzbereiter  am  mit« 
telÜodischen  Meere 'lauen  nur  das  obere,  als  das  angab« 
lieh  salzre^chere  Wasser,  zur  Zeit  der  höchstab  Flntb*  i« 
die  Salzsiiinpfe ,  um  daranp  das  Meers  alz  zu  gewinnen« 
An.  manchen  Orten  in  Portogal  und  Spanien ,  wo  an  den 
Küstea  jährlich  eine  grOfse  Menge  Salz  ans  dem  in  grofsa 
Gruben  geleiteten  Meerwasser,  durch  ungezwungene^  Ver- 
dunsten gewonnen  wird ,  giebt*  ein  Givilpfund  Seewasttr 
drei  oder  doch  wenigstens  drittehalb  LothSalz.  In 
der  Nordsee ,  von  der  Mundung  der  Elbe  an  bis  nach 
Holland  und  im  Kanal,  zwischen  Holland  und  England, 
erhielt  man  aus  i  Pfund  nur  i  Loth  und  in  dem  nördlichen 
Tbeile  der  Ostsee  kaum  i/a  Loth. 


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31ä  'Kastner         '     • 

die  soittt  fär  die  allgemeinste  gdt;  dürfte^  VotKÜgGeli.- 
iii»'bei  einigen  heifsen  Quellen  statt  haben,  wie- 
wohl kaam  zu  bezweifeln  iist,  dafs  auch  den  übrigen 
Quellen  ein  geringster  Tbeil  ihrer  Wassermenge  durch 
jene  Verdunstung  zuwachse;  b)  theils  durch  Yer^ 
brennung  der  gasigen  Wasserbestandt^^teile 
im  Innern  der  Erde  und  in  höber  liegenden  Erdhöh- 
le; hierher  möchte  der  grö&te  Theil  des  vulkani- 
ach  an.  Wa^ser's  (z.  B.-  diei'heirsen  Qpeilen  auf  Is- 
land etc.)  gehören  ;•  wiewohl  dasselbe  nie  ohn^  Bei- 
mischUög  von  inneren'  Verdunstungswasser*  gegeben 
seyn  dürfte;  c)  theils  durch  galvanische  Üeber- 
f  H h r  u ng  die  vielleicht  am  meisten  zur  Beständigung 
des  Entspringungsoites  besonders  der  sogenannten 
Mineralc[uellen  beiträgt?  d)  theils  durch  haarröhr- 
cbenartige  Aufsaugung  des  Grundwassers 
welche  für  die  Entspringungsorte  der  Quellen  begün- 
stigt wird  9  durch  die  starke  Feuchtziehung  einzelner 
Erdrindenschichten«  Hierher  gehören  vorzüglich  jene 
in  der  Meeresnähe  entspringenden  Quellen^,  welche 
piit  dem  Meere  steigen  und  fallen»  desgleichen  zum 
Theil  auch  jene  Intienqpiellen  der  Gletscher ,  durch 
welche  letztere  von  innen  heraus  wachsen;  und 
e)  gröfsten theils  (und  so,  dals  diese  letztere  Ent- 
stehungsweise alle  übrigen  begleitet»  und  gewöhnlich 
am  meisten  zur  quellenden  Wasserspende  beiträgt} 
durch  das  aus  der  Atmosphäre  herabfallende 
Wasser»  welches  hauptsächlich  der  Meeresdunstung» 
seine  Abkunft  verdankt  und  als  meteorisches  Wasser 
zur  Erde  gelangend  (vorzüglich  dort»  wo  die  obere 
Luft;  durch  Wärme-  und  ElectricitätsentziehuQg  zur 
Wasserentlassung  gebracht  wird) »  von  derselben  Theils 


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o 


nachtrSgfiche  Bemerkungen.  313 

nättelst  Haärröhrchenziehung  inrierlialb  ihrer  festen 
Substanz  Verbreitet  und  zurückgehalten »  theils  durch 
den  eigenen  Druck  (und  durch  den  Druck  der  mit 
eingeschlossenen,  durch  ungleiche  Erwärmung '  sich 
ungleich  dehnenden)  in  dieselbe  bis  zu  gewissen  Tie- 
fen hinab-  und,  meist  an  den  Seiten  der  Berge 
oder  Hügel  (oftmals  in  beträchtlichen  Höhen  dersel- 
ben)»  wieder  herausgetrieben '  wird.^^  Ich  lasse  hier- 
auf in  dem  angeführten  Hdb.  folgen  »^e  Beschreibung 
von  dl  verschiedenen  aus  Vorstehendem  erklärbaren 
Erscheinungen,  welche  die  Quellen  bei  ihrem  Ent- 
stehen und  bei  üatr  Wasserspende  darbieten, 

K. 


4)  Physikalisch  chemische  Untersuchung  des 
Klausner  Stahlbrunnen '^'); 

▼OB 

Philipp  Aloys  Ritter  von  Hqlger^   Dr. 
d  Medizin  u.  prakt.  Arzte  zu  Wien. 


Im  Bezirke  Gleichenberg»  im  Gräzer  Kreise  in 
Steyermarky  liegt  (^St.  von  Trautmannsdorff,  i|St. 
vom  Markte  Feldbach,    S  ML   von  Radkersburg  und 


*)  Aaisogforinig  bearbeitet  nach:  It  v«  Holger's  ete. 
pbjrsikaliich  •  chemiicheo  Beschreib,  des  K 1  •  a  s  itt  v 
Stahlvraisers  In  Steiermark,    Wiaa.  1819.  8. 

K. 


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344  ,  ;   y.  JHolger  ,, 

yiya.  von  Gräx)  der  Gleicliasb;ejrger  SrchloTs- . 
borg,  ein  ]^orphyrartiger  Trachitfelsen  an  dessen  Rück* 
Seite ^    am  Fufse.  desselben^  .  obenbenaonte    Mineral- 
quelle entspringt »  die  ihrep  Namen  \Derdankt  sowohl, 
dem  wildromantiscbein  Thale  genannt  die  Klausen »  ia 
welchem  sie  sich  findet »  a)s  auch.dem  dasselbe  durch- 
ziehendenBache  gleicher Benen^jing.   piQ  gaxixe  Glei- 
chenberger  Gegend,  istj  Prpf^  Ank^r's  Bemer- 
kung zufolge  .  ein  yulkanisdies  Gebilde , .  reiph  an  Spu- 
ren e^hemaliger  Feuerausbrüche  und  nicht  weniger  an 
Mineralquellen    (unter    denen   sich  .  der    S  t  r  a  d  n  e  r 
Johannes  -  Brunnen    als    dem   Se|terser   Wasser 
ähnelnder  N'atronsäuerling  auszeichnet),    seinem  Ge- 
birgstheile    nach   von   NO.  nach  SW.  streichend    und 
In-  dwi^asaltischen  RlS^hem  und'GletthenVer- 
ger  Kegeln  (zwei  hohen,   östlich  vom  Schlofsberge 
gelegenen  Bergspitzen)  Gebirgserhebungen  darbietender 
die   nicht    nur   den   Schaureiz   der   G:egend   erhöhen, 
sondern   auch  des  Mineralogen  Forschungstheilnahme 
im  mehr  als  gewöhnlichem  Grade  in  Anspruch  nehmen. 
Die  Klausner  (von  Einigen   auch'  geschrieben 
Glausner)    Quelle,    deren  bereits   v.  Kranz   in 
seinem  Werke:    £)ie  Gesundbrunnen  der  öster- 
reichischen Monarchie  (Wien  1777.  S.  loi  ff.) 
gf denkt,   ist  zur  Zeit  noch  nicht  gefafst;   nur  einen 
eichenen  Brunnenkranz  erhielt  sie  bis  hieher^    indes- 
sen, reicht  dieser  vollkommen  hin ,    das  Wasser  gegen 
Verunreinigung  zu  schützen.     Letzteres   wurde,    wie 
V.   Kranz    erzählt,    früherhin    vom    Dr.    Herm.   v. 
Gleifsner  und  von  ihm  selber    (seiner  Zeit  Profes- 
sor zu  Wien)  chemisch  geprüft,    so    weit  der  dama- 
lige Zustand  der  chemischen  Analyse  dergleichen  zu- 


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Unters.  3.  Klausner  Sjtahlwasser.       315^ 

Ue&;  späterhin  (1827)  unterwarf  es  der  zeitige  Päch- 
ter der  Quelle,  Joh.  Sailer,  Apotheker  zum  golde« 
nen  Hirsch  ia  der  Sporgasse  zu  Graz,  einer  vo^rläjafi«* 
geh  chemischen  Analyse,  der  zulolge  in  16  Unzen 
desselben  nachgewiesen  wurden:  .18  Cub.  Zoll  kar- 
bonsauros  Gas  (nebst  eine^  Spur  Hjdrothiongas) 
^Gran  ka^rbonsaures'  Eisen  i;^d  1^  Gr.  kar*^ 
bons.  u.  schwefeis.  Kalk« 

Das  Klausner  Stahlwasset  entquillt  dev 
Erde  in  Form  einer  höchst  re|nen,  klaren  Flüssigkeit, 
von  erfrischend  -  pxickelpdem,  däptenhaftem  (beim.Ge« 
nusse  gex^ingor  Mengen:,  etwas- hydrothionigem) 
Geschnaack ,  die  fortdauernd  eine  grofse  IVIehge  Gas« 
1>lasen  entläfst,  die  schnell. nacheinander  aufstetigend 
über  dem  Quellenspiegel  eine  Luftschicht  l^ilden,  in 
der  Lichter  verlöschen.  Weder  an^  dem  Boden  des 
Brunnens,  noch  an  den  Seitenwänden  des  Kranzes 
setzt  sich  ein  Niederschlag  ab^  und  nur  beim  Abflussa 
zeigt  die  Quelle  Eisenoxydhydrat.  Die  Ten^pera«' 
tut  derselben  fand  Julius  Edler  von  Yest,  Cand.  d, 
Me^iz.,  am  a.  September  i8ft8  Morgens  8  Uhr  (da 
das  Thermometer  in  der  freien  Laft  ^es  Klausenthalea 
bei  552,6^  Lin.  Barometerst.  i5^5R.  zeigte)  i»®R.  *). 


*)  Derielbe  Beobachter  beitimiiite  barometrisch  die  Höhe 
TOB  Gleiehdnberg  (in  Unterlief  er)  tu  »o^»(  unter 
Gr&B»  jene  top  Markt  Feldbaoh  za  1^0,3. u.  G.,  die 
von  Klanaen  au  i3^  n.  G.,  jene  dei  Schlofithor's 
an  Gleichenberg  zu  Qb^^t  über  Gräa,  GrUa  lelbiC 
liegt  Lorenz  TOn'Vest's  BeHimmangen  anfolga  <73°)3 
fiber  dem  Adriatiachen  Meere.  «—  Das  ^  bcEeicbnet  hier 
ohne  Zweifel  Wiener  Klafter,  daran  eine  6  W.  Fofa 


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316  V.  Holger 

Bisherigen  Beobachtungen    zuEolge   schwachen  anhal- 
tende  Hegengüsse  Güte  und  Kraft    des  Wasser^;    bei 
grofseif  Wärihe  uud  kurz  vor  einem  Gewitter  hinge- 
gen   scheint    es  am    stärksten    zu    seyn.     Es    wird  in 
grünen  Flaschen  von  mittlerer  Gröfse  versendet,    de* 
l-en  eihe  42,67   bis  46>95  Loth   Givilgewicht   des  Mi- 
neralwassers enthält.     £^  zeigt   sich  (beim  Entleeren 
der  Flaschen)  farblos    und  wasserklar.     Am""  Flaschen- 
Boden  fand  sich  bei  R.  v,  H^s  Untersuchung  eine  ge- 
ringe,    jedoch     nicht    immer    gleiche    Menge     eines 
schwarzen    flockigen    Niederschlags^    jder^ 
durch  das  längere  Auf  bewahren  derselben  aufgelöst 
wurde;    einen   ähnlichen  Absatz   both  auch  der  leere 
Iläum  im  Flaschenhalse  oberhalb  der  Wasserfläche  und 
gewöhnlich  nur  an  einer  Seite  dar.    Wurde  die  Flasche 
geöfftiet,  so  ist  ein  bald  verschwindender,  jedoch  un- 
verkemibarer  Hydrothiongeruch    das  erste,    was    dem 
Beobachter  auffällt;    mit  Bleizuckerlösung  getränkte» 
Papier  über  den  geöCEneten  Flaschenhals  gelegt,  wird 
gebräuntr     Auf  die  Entweichung   des  Hydrothion  er- 
folgt jedoch   in   dem  Wasser    der    geöffneten  Flasche 
weder  Trübung,  noch  irgend  ein  Niederschlag,  wohl 
aber  steigen  nun  in  äemselben  langsam  empor :  kleine 
Gasbläschen >  die  sowohl  durch  ihre  Form,  als  durch 


\S^X\  I  Wiener  Fofi  fit  aber  e=  3i6,iot3  MiUittfter,  cia 
P&riter  Fufs  dagegen  sx  514,8394  Millimeter;  173,5 
Klafter  (Hohe  von  Graz  Qber  Me^reaflache)  aiod  mithin 
1039,8  W.  Fttfa  oder  1014,69  Fariier  Fafa,  wonach  die 
Angabe  in  m.  Hdb:  d.  Meteorologie  I.  ^04^  der  snfolge 
Grä«  ito6  par.  Fofe  über  den  Meereaepiegel  liegt  so  be- 
richtigen würe.  K. 


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Unters,  d.  Klausner  Stahlwasser.       317 

das  beim '  Aufsteigen  eintretende  G  erlitt  seh  ihre 
Karbonsäufe -!  Natur  verrathen.  Den  Gasverlust ,  dta 
•ine  geöffnete  Flasche  während  der  ersten  zwei  Stunr 
den  nach  ihrer  Oeff^nung  erlitt,  kann  ich,  bemerkt 
R.  V.  H«,  nach  mehreren  Versuchen  im  DurcbschnitC 
zu  o»o5  ihres  Inhaltes  annehmen.^'  —  MMancheFlaschea, 
die  im  äusseren  Ansehen  denn  doch  keine  Spur  irgend 
einer  S^rlegung  tragen,  verloren  in  dem  angegebe« 
nen  2^itraume  gar  nichts,  auch  waren  keine  pufr 
steigenden  Gasbläschen  wahrzunehmen.  Sollte  der 
Grund  ^avon  wirklich  darin  gelegen  seyn,  dais  sie 
wegen  minder  fester  Yerschliefsung  des  Halses '  ihr 
freies  Gas  schon  früher  nach  und  nach  hätten  ver- 
lieren können,  so  hatte  doch  dieser  Verlust 
auf  die  Güte  des  Wassers  keinen  Einflufs» 
während  doch  bei  anderen  Strahlwassern  das  Gegen- 
theil  statt  findet.,.  Das  Wa^er  verräth  übrigens  den 
staricen  Eisensäuerling  schon  dem  Geschmacke,  womit 
.denn  auch  das  Verhalten  zu  den  Heagentien  vollkom* 
men  übereinstimmte.  Diese  .verrlethen  femer  aus* 
eer  der  Karbonsäure  keine  andere  freie  Säure^ 
dagegen  durch  bläuliche  Grünung  des  Blutlaugensal- 
zes,  die  binnen  18  Stunden  in  Duttkelbläuung  über«^ 
gieng:  Eisenprotoxyd;  salzs.  Baryt  .wurde  erst 
nach  mehreren  Stunden  leicht  getrübt,  Säurezusatz 
brachte  die  Trübung  wieder  (fast  ganz)  zum  Ver-t 
schwinden.  Essigs.  Bley^  Salpeters.  Merkuroxydul 
graben  nur  Weifse,  in  Salpetersäure  vollkommen  und 
unter  Aufbrausen  auflösliche  Niederschläge.  Schwe« 
fels.  Kaii  liefs  das  Wasser  unverändert  und  Stärk» 
mehlkleister  mit  etwas  Salpetersä|ire  versetzt,  war  nach 
»4  Stunden  noch    so:  weils,    wie  ^  beim  Vermischen« 


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318  V.  Holger 

Dagegen  bewirkte  Aetticali  starke,  wfcirse,  spater 
einen  Stich  ins  Blaue  zeigende  (auf  Eisenprotoxyd 
und  Erdsalze  deutende)  Trübung,  basisch  karbon&. 
Kali  einen  gelblichweifsen  (auf' Eisenoxyd  und  Them- 
erde hiiiweisenden)  und  karbonichts.  (oxals.)  Ammon 
einen  weifsen ,  sogleich  in  Form  von  starker  Trübung 
hervortretenden  Niederschlags  ft4  St.  hindurch  im 
unbedeckten  Trinkglase  bei  ig^R.  abgestandenes  Was- 
ser» hatte  Kwar  dann  und  wann  einige.  Gasbläschen 
entlassen,  aber  durchaus  kein  Eisen;  erst  am  drit- 
ten Tage  war  dieses  durch  Eindringen  von  atmosphä- 
rischem SauerstoEE  in  Oxyduloxyd  übergegangen,  wo*- 
durch  dann  das  Wasser  getrübt  und  braunrpth  gefärbt 
wurde ;  zugleich  fand  sich  nun  ein  ähnlicher  Bodensatz 
und  das  Wasser  verhielt  sich  jetzt  gegen  Reagentien 
nicht  nur  Eisen -,  sondern  auch  Kalk -leer.  Eine 
halbe  Stunde  hindurch  gekochtes  Wasser  ward  rothh 
braun  und  trübe,  entband  vidi  Gas  und  setzte  nach 
dem  Abkühlen  eine  ziemliche  Menge  Flocken  ab. 
Es  wurde  aber  dadurch  nicht  klar,  sondern  erschien 
trübe  und  gelblichweifs  und  blieb  äucH  so  nach  dem 
Filtriren  und  nach  dem  Zusatz  von  Säuren;  es 
schmeckte  bitterlich ,  aber  nicht  mehr  nach  Eisen. 
Sehr  weit  eingekochtes  Wasser  gab  (filtrirt,  und 
durch  Natron  neutralisirt)  Spuren  von  Chlor,  Kie- 
selsäure, Kalk,  Magnit,  Lithion  und  Thoni- 
erde  und  sehr  geringe  von  MangAanoxyd,  aber 
weder  Kali  oder  Natron,  noch  Baryt  oder  Strontian. 
lYasser,  das  durch  einstündiges  Offeikstehen  der 
Flasche  bereits  o»o5  an  Karbonsäuregas  verlohren 
hatte,  gab  in  S  Operationen  von  diesem  theils  in 
alkoholige  Kalilösung  ^   theils  in  die  i  in  eineitxzweitep 


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'Unters,  cl.  Klausner  Stahlwasser.       319. 

'Flasche  beßtli^iclie  Bleizucl^erlösung  geleitetem  '(tinjl 
aus  dem^  karbons.  Bley  clann  wieder  entbundenem) 
Gase,  im  Mittel  nahe  157  Th.,  oder  ^ .  wie  .  der  Ex- 
perimentator, aus.  den  Ergebnissen  der  beiden  letzten 
Oj^erationen  folgert;  aop  Th,  jin  1000  Tk  Wasser. 

löoo  Gewichtstheile  Wasser  gaben  o,a66  feste 
Bestandtheile ,  jenen  Sauerstoff  mit  eingeschlossen, 
welchen  das  Eisenoxydul  Jbeim  .Abdampfpn  aus  der 
Luft  aufgenommen  hatte;  ausf  dem  mittelst  benzoe- 
sauren  Kali  gebildeten  benzoes.  Eisen  berechnete  man 
den  Eisenprotoxydgehalt  auf  OtoSS  die  durch  jene 
Sauerstoffvetschluckung  in  o»o55  Eisenperoxyd  über« 
jgehen;  diesen  Sauerstoffzuwachs  von  obigen  o»a66 
abgezogen,  bleiben  für  die  festen  Gewichtsth.  in 
1000  des  Wassers  o»a6o5*  Die  durch  das  Eisenoxy- 
dul, sowie  durch  die  Basex^  im  Wasser  gebundene 
Karbonsäure  wurde  nach  dem  Verhüknifs  der  anfge* 
fundenen  Base- Mengen  berechnet,  .ilnd  betrug  mit 
dieser  zusammengenommen  a,020  Th. ,  wie  nadh«^ 
stehende  Tafeln  zeigen ,  *  deren  erstere  die  wirklich 
aufgefundenen  einzelnen  Salzbestandtheile  nennt, 
und  deren  letztere  jene  Salze  namhaft  macht,  welche 
(jemals  den  aufgefundenen  Verhältnissen  der  Säuren 
zu  den  Basen  und  in  Folge  der  m&glicher  Weise  ge- 
gebenen vorherrschenden  Anziehungen  und  chemischen 
Zusammensetzungs  -  Bestimmungen)  muthmaaGslich  zu* 
gegen  sind  in   1 000  Theilen 

Freien,  geb.  Kar bonit.    9,oto    Freie  Karbon §•         i}94i^ 
Schwefelsäure  0,011    Kbs.  Eiienozydal  o>o86 

SalsBltarc  0,007      —    Kalk  0,060 


*)  Entiprecbend  938i43  KabiksoÜen. 


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320  S aller  u.  v.  Holger 

K >,•••! •I«iv«  ^/>^  Kl»**  tilkioB  0^036 

Eitenprotoxyd  o^o55 

Kalk,  0,04t  Schwefels.  Kalk  .  o,oto 

Talkerde  ö,oo5  Salsa.  Magnit  8,01a 

Itithion    .  0,016  ThoDiilicat  0,01t 

Thooerde'  0,006  MaDganiificat  9  ivreifelk  Spar. 
Maoganoxyd.  xireifelli.  Sparen 

1,166  a,t66 

Hinsichtlich  seines  Gehaltes  an  freier  Kar- 
)>onsaure  dürfte  das  Klausner  Stahlwasser  der 
Pyrmonter  Quelle  nahe  gleichhaltig,  an  karbon- 
saurem  Eisenoxydul  zwischen  dem  Pyrmonter- 
und  dem  Spaawasser  zu  ordnensejn.  Da  es  aber 
weniger  Eisen  enthält  als  das  Pyrmonter  Wasser,  so 
ist  es  auch  relativ  reicher  an  Karbonsäure,  als  dieser 
berühmte  Eisensäuerling. 


5)  Merkwürdiges  .Verhalten    des    Klaus- 
ner Stahl w asser;  beobachtet 

"  TOm 

Apotheker  J.  S aller  zu  Graz  und  gedeutet 
vom  Dr.  IL  v.  Holger  s^u  Wien. 


Die  oben  S.  3i6  erwähnte  Wiederanflösung 
jenes  Niederschlags,  der  sich  von  selber  in  denen 
illausner  Stahlwasser  enthaltenden  Flaschen  absetzt, 
ward  zuerst  zufälligi  gemacht  und  gab  dann  Voran«, 
lassung  zur  Nachweisung  der  Ursache  dieses  auffallen* 
den  Phänomens,  was  wir  nicht  besser  zur  Kunde  der 

Loser 

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Leser  dieser  Zeitschrift  brio^en  ^U"  köiltieo  gbniiben^ 
als  wenn  wir  hier  aus  der>  'oben  S^Si5'  gadadtten- 
Schrift  folgende  Stelle  mlttheüesL. ... 

,^o  rein  und  Iclar  das  KUosener  Stahl wassey^auch* 
im  Brunnen  ist,  «ö  trübt  es  sich- doch  jederzeit:  — 
kurz  nachdem  es  in  Flaschen  gefiSllt  worden, 
tfetzt  seinen  Eisengehalt  als  Eisesperoxyd  abV  und* 
behält  blos  mehr  'den  Geschmack  eines  :Sifcuerliiigs; 
Di^e  auffallende  Eigenschaft  machte  es  sonst  schwer, 
eine  hinreichende  Anzahl  braochbater  Flaschen  aum' 
ärztlichen  Gebrauche  aufzufinden,  weil  man  das  auf 
solche  Art  veränderte  Flaschenwasser  für  gänzlich 
unbrauchbar  hielt.  £s  wurde  alles  versucht,  um  diese 
Zersetzung  zu  vermeiden,  es  wurden  Füllungen  za 
allen  Tageszeiten^  ja  sogar  um  IVIittemacht ,  be;  hei- 
terem und  regnerischem  Himmel  gen^acht,  die  grölste 
Sorgfalt  .bei  der  Füllung,  so  w^e  b^  der  Ve^kprkung, 
as^ wendet 9  Eisendrath  im  Kork  befestigt,  dafs  er 
lua.  in  r  das  , Wasser  reiiehte:;  allein  auf  k€(ine  Weisa 
konnte  eiaaif^ünstigeres  Resultat  erhalten  w^den« 
StsTts^erfolgta^  dier' TiNibutig  in  miem  Zeitraum«  von 
8 — 10  Stunden  nach  der  Fölittrrg  und  hf  der  ver- 
schlossfenen  Flasche  von  5  —  4  Tagen  *).  Der  Zufall 
half  aus  dieser  Verlegenheit:  der  "Hr.  Pächter  hatte 
eiiie  Parthie  solcher  schon  getrübten '  Flaschen  '  zum 
Weggiefsen  bestimmt,,  bei  Seite  gestellt^  und  ihrer 
nicht  mehr  weiter  gedacht.  Nach  ein.  Paar  Monaten 
besah  er  sie,  f|ind  sie. klar  wie.  an  .der  (JJuelle,  von 
vpUkpmmenen    Eisengeschmack  ^  yLXi^    yon   d^n  frisch 


^^-mytyftAtn  UMn  die  Flaselkiett  nicht  sogWicIi-  aeeh  der  F&l- 

loH^  TericWosieo?  .*-.*{    «         "  K. " 

Archiv  f.  d.  gel.  Waturl.  B.IS.  H.S*  Äl 

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3öa  &ailer  u..  Vi  Hölgeiv: 


gelullteii  nicht  ünteischiMbftr.  Nun  w^  das  HiQder- 
niffl  gehoben,  und  man  konnte  »um  «wtlichen  Ge- 
brauche  Flaschen  mit.  wieder  klar  gewordetiem  W45- 
sär^sa  viel  man  T««langte  haben;  XUeses  wiederge- 
klärte Wasser  zeigte  sich  auch.. dem  ndch  nicbt  ge- 
trübten in  seiner  Wirkung  völlig  gleich,  und  die  aar 
dftemisdhea  Analyse^.. yerwendeten  .  Haschen  warea 
glexchblls  solches  zum  zweiten  Male' geklärtes  Waü^ 
ser  *)\  da  indefs  dieses  Trübungsphänomen  auffaillend, 
und  soviel  ick  weils,.  von  keinem  Stahlwasser  bisher 


•)  Ztt  wuniehen  wäre:  .der  Dr,  R.  r.  Hplger  hSUe  aach 
(nebea  dem  geklärten)  frisches ,   noch  nicht  getrüb- 
te •  Wasser  Yergleicbend  geprüft ,   s.  B.  hinsichtlich   des 
VerhSiteni   za  direct'  einfallendem  Sonnenlichte  X^o 
"'"   moglicb  aoch:  sadem  Terscbieden 'farbigen  des  priimati- 
' ' '  '  aiehen  'Farbliotitet ;    x.  B.   des   r o  t  h  e  ä    und   bi  a  n  e  a , 
oder  blaoTioletten  Strals)  tum  freien   E  des   ersten  tittd 
des  sweiten'mit  £  (+  £  bnd  »^  £)  geladenem  Con^ 
.i^     doetorSi  und'jenek  der  einfachen  «derüipsiiBmengeaetsc» ! 
o  '  lenKette^  dergaUmsoben  getrettot^^  beransgefaebeofnl^n^ 
.    V  dcailie  Dl«. ;  W  difr  («itivicb tigern  WiscbMu^stheiU  eines 
9lii)eM^fvasB«rs  dieselben  bleiben  i^  ^^antitafiver  Hinsidit» 
.    können  dennocb4^r!en. Bestaitde^yerbäitnisse  (cbequiscben,] 
GonsUttttioaen)  sich  Sndern  and  am  solches  zu  .erforschen^,  ^ 
bleibt  vor  ^er   Hand  —  wenn  man  sich  picht  blos  an.^ 
'  den  arzneilichen  Erfolg  halten  wilf  —  nichts  weiter  übrig, 
als    mittelst  fniponclerabiliea  za   forschen,     ^eit  mehreren 
'*  Jahren  habe  ich  dieses ^    so  oft  isir  nur  irgend  Gelegen-" 
beit  oiidMafse  äazd  wäi^d;  ttx  thun  nie  TersSumt  atid  bin 
dabei   nicht   leer  ausgegangen ,  wie  iah  na«  Theii  schon  . 
gezeigt fbabis  <;XVI.  .479«  disf^   Afch,),,<Ki9]9i,!{!beil'noeh^ 
Bf^sbirSissn. werde.  .-.-w  J^jl 

\     '  -     Digitizedby  VjOOQiC 


merkw«  Verk  d.  H.' Stahl wasser.       333 

belcanht  ist  *) ,  Hels  ich  mir  auch  drei  Flascheii 
bringen,  welche  noch  nicht  klar  geworden  waren. 
Sie  waren  so  wohl  verschlossen ,  istfs  an  Entweichung 
eines  BesUndtheiles  nicht  xa  denken  war,  ich  hielt 
daher  eine  besondere  Analyse  des  in  ihnen  befind- 
lichen Wassers  für  unnbthig.  Ich  begnügte  mich« 
«wei .  derselben  in  dem  Keller  au  verwahren,  die 
dritte  in  einem  abwechselnd  stark  geheitztein  Zimmer 
stehen  zu  lassen*  Letztere  blieb  unverändert, 
wiewohl  sie  vom  November  bis  Ende  Januar  stand; 
sie  hatte  noch  dieselbe  Menge  des  gelbbraunen  Bo- 
densatzes wie  Anfangs,  schmeckte  blos  nach  Karbon- 
säure und  wurde  durch  Blutlaugensalz  nur  unbedeu- 
tend grünlich.  Die  ersteren  waren  in  derselben 
Zei^  vollkommen  klar  geworden,  hatten  den  gehö- 
rigen Geschmack**)  des  unverdorbenen  Klausener 


*)  Siehe  weiter  unten«  IC 

**)  Da,  wie  wir  gleicH  boren  werden,  ancb  das  Wasier  die« 
ser  Flaschen  keinesweges  mit  dwm  frischen  in  Brunnen 
gleiches  Verhalten  zeigt,  so  wire  auch  fUr  diese  PrA- 
fnng  einer  vergleichende  Beobachtung  mit  frisch  geschöpf- 
tem Wasser  erforderlich  gewesen;  hStte  sie  der  (seiner 
Jknatyse  zufolge:  genaaer  Forschung  eben  so  sehr  erge- 
bene, als  fQr  dieselbe  vorbereitete)  Verfasser  angestellt, 
iish  zweifle  keinen  Augenblick  daran  /—  er  wfirde  beide 
WSsser  durch  den  Geschmack  schärfer  unterschieden  ha- 
ben, als  seine  Versuche  es  ihm  tu  engen  Ycrmochten. 
Mir  ist  wenigstens  häufig  der  Fall  Torgekommen,  dafs 
ich  mittelst  des  Geschmackes  und  Geruches ,  noch  Mineral« 
Wasser  zu  uatertcheiden   vcrmogte,  aii  deren  B^ondem- 

21* 

1 

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334  Sailer  o.  r.  Holger. 

Wassen,  doch  schien  aach  bei  ihixen  der  WiaderauS^^ 
lösupgs  -  Procefs  in  der  angegebenen  Zeit  nicht  vol- 
lendet, vorzüglich  aber  die  Lösung  des  Kalkkarbonats 
in  der  freien  Säure  noch  nich(  innig  genug  gewesen 
.zu  seyn;  denn  sie .  verlohren  in  derselben  Zeit^  wo 
vollkommen  brauchbare  Flaschen  nach  geöffnetem 
Pfropf  o>oSo  an  freier  Karbonsäure  «verlieren,-  nur 
0,0 ao .  derselben;  auch  wurde  das  Was&eri  an  der 
Oberfläche  (noch  während  ;es.  auf  der .  W^e  stand) 
weifs  und  trübe,  bei  der  geringsten  ErwäiTmung 
aber  trübte  sich  die  ganze  Wasserma^sse, 
ward  weifs  und  undurchsichtig.  Sdmit  dürfte  es  eine 
.nöthige  Vorsicht  seyn,  selbst  bereits  klar  gewordene 
Flaschen  noch  längere  Zeit  ah  einem  kühlen  Orte 
zu  verwahren,  bevpr  sie  zum  Verkäufe  bestimmt 
werden  *)." 

„Ueber  die  Ursache  dieser   sonderbaren  Erschei- 
nung lälst    sich   mit   einiger  Wahrscheinlichkeit  nur 


heits-Erforscbongbis  jetzt  alle,  von  mir  darauf  gewende- 
teo  pbjsisGbeo  und  cbemiicheo  Yersucbe  vergeblich  waren. 

K. 

*)  Hier  haben  wiir  nttn  sogleich  einen  Fall,  abnlii^h  jenem, 
auf  welchem  ich  weiter  Oi>en  bindeutete.  Dieses  Wasser 
und  das  längere  Zeit  hindurch  .gestandene,  sie  warea 
beide  gleich  Iclar,  ersteres  trübte  sich  d.  fa.  fcrselzte  sich 
sogleich,  so  wie  es  die  Luft  beiruhrte,  let^Hisres  erst 
nach  mehreren  Standen  (s.  oben  S.3at).  -«•  Ich  darf 
aus  anderen  analogen  faUen  iolg^rn:.  das  Siderometer  , 
ia,;XyL  479ff*dies..Arch.)  hStte  das  Vorhandenseyn  einer 
Bestandesrurschiedenhait  swisdum  beiden  Wissern  aar» 
sjib&rfst«  dargefbaa,  ...  .,     K. 


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merkw.  Verh.  d.  K.  Stahhrasser.      3515 

Folgti^^s  angeben:  "Verlust  eines'  Bestarfdtheiles  ^> 
liann  während  der  Selbstzerlegung  des  Wassers  nicht. 
Statt  finden,  Wohl  aber  Um  tan  sehung;  nun  ist 
es  eine  bekannte  Erfahritog»  dafs  karbonsaures  Eisen, 
in  verschlossenen  GeFäfsen  erhitzt,  zerlegt  wird,  ein' 
Theil  der^Karbons&ure  wird  unverändert  frei,  der 
anfdere  zu  Karbonoxydgas  feducirt,  und  das  frei  ge- 
wordene Oxygen  erhebt  das  Eisenprotoxyd  zum  Per*- 
Oxyde,  welches  cur  Karbonsäüre  keine  Yerwaindtschaft 
hat^  Geht  die  Zerlegung  im  offenen  d^Fäfse  vor 
sich,  9dP  entweicht  die  ganze  Karbonsäure  unverändert^ 
und  das  Eisenprotoxyd  wird  durch  das  Oxygen  der 
Atmosphäre  höher  oxydixt.  Dieser  Frocefs  scheint 
]&un  in  der  geschlossenen  Flasche  des  Mineralwasser» 
Statt  zu  finden,  und  scheint,  nach  meinem  angeführ- 
ten Versuche,  blos  in  dem  Temperataryrechsel  der, 
die  Flasche  umgebenden  Luft  begründet.  Wahrschein- 
lich ist  <lie  Temperatur  des  Klausener  Brunnens  immer 
bedeutend  tiefer  als  die  der  Atmosphäre,  so>,  dafs 
das  Wasser  durch*  den  Uebertritt  aus  dem  kälteren 
Brünnen'  in  die  wärmere  Atmosphäre  die  angegebene 
Zersetzung  erleiden  kann,  welches  Uta  so  mehr  an-* 
zunehmen  ist,  da  man  weifs,  wie  leicht  sich  die 
freie  Karbopsäure  vom  Wasser  trennt,  wenn  nicht 
$0  Temperatur  stet^  .  tief  , gehalten  wird,  und  wie 
leicht  Karbonate  überhaupt  durc^  Erhöhung  der  Tem- 
perättir  wenigstens  .zam  Theil  zerlegt  werden.  Hat 
sich -nun  dfis  zerlegte  Mneralwasser ,  in  der  Tempe- 
ratur der  Atmosphäre   ^eichsam  acclimatisirt  **) ,    so 


*)  rottUeh  -^  «IMS  jgewicbtigen.  .  R. 

^*)  Das  vürntiögeQ  mwe  lebsodigo  Orgaoismsii ,  d.  s,  L  c  b  tMrt« 


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S2Ö  '  Saiier  n.  r.  H'blger    ' 

wirkt  dio  tiefere  Tamperatur  des  Kellers^  in  ^tM^vm 
es  veiVrahvt  'wird»  oben  so  die  AuEosung.  b^üü^derod« 
«Is  firüher  die  höhere  Temperatur  der  A^osphära 
zerlegend  einwirkte.'  Diese  Ansicht  des  F'ällungs* 
und  Wiederaufiiösungs-Ptocelses  des  Klausthaler  StahL- 
wassers  beruht  gans  darauf,  dafs  die  Temperatur  des 
im  Brunnen  befindlichen  Wassers  stets  tiefer  als  die^ 
der  Atrao^phäre  seyn  müss^ ,  und  zwar  .  mu^fs  diese 
Verschiedenheit  in  jeder  Jahres  *•.  und  Tageszeit  vpr- 
banden  9  und  nur  um  wenige  Grade  veränderliph  seyn, 
da  alle  Fällungsversuche»  ku  den.verschied9.nsten 
Zeiten  angestellt,  dM  gleiche  Resultat  der  eintre^ 
tenden  Zerlegung  zur  Folge  .hatten^  die  nur  um  we^ 
Dige  Stunden  früher  oder  ;  später  .  eintrat.  In  d^s 
verschlossenen  Flasche  wird  der  Eintritt  der  2ter^tzung 
freilidi  länger*  hinausgeschoben;'  allein  diesliogt  nicht 
in  einer  andemr  Ursache  der  Fällung  als  der  bereits 
angegebene^ , .  sondern  in  dem,'  da(s  die.'Karbonsäfire 
nicht  ungehindert  entweichen  kann,  und  der,  bereit^ 
entbundene  Theil  derselbisn  durch  seinen  Druirfi  et*^ 
haltend  auf  das  W^asaer  «iAwkßkti  indem  ^r.  die»  z^c 
chemischen  Zerlegung  nöthige' Bewegung  f)^  d^s  Anv 


seo,  die'  all  solche  fabig  ericbeinea  sich  ah  Aocieneia- 
flfisse  sa  ge wohnen;  wÜe  de  3as  'aofaogen  and  durch 
welchen  Proceft  es  tich'  in  ihnen  als  NaturnotbwelicRgkific 
geltend  macht,  dai  sachte^  ich  bereitti  vor  ^—^'10' Jahre» 
'  in  m.  Sylt*  d.  Chemie  und  Experimentalphysik :  nnd  an* 
deatnngiweise  schon  fräher'ia  m«  Einieitong  in  d,n.  Che- 
mie nactasnweiien«  K« 

^  Die  snr  BeicUlennignng  der  SeUbstsevsetznng  erfordevliche 
Btwegeng'riacr  ghichartigeni  klaren]^  gasreichen f'luisfg*^ 


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merkw.  Verh.  dL  K.  BtAbUrasser.      133 

lüahen  leM'AbfiCoisen  des  Tlifiilo'veaiundert.  Zu^oidb 
Verlängert  das )  VecsdiMeis^  d«f  Flasche  den  Zerie<> 
gung« -^ProcaCi  andi  dadurch»  >da&  w  dem  Oxjgeik 
der  AtmespÜre  deto  Zatritt  verWeigart, ,  dadurch  die 
Zerlegung  der  Karbon^ure  aeUist  nötbig  macht,  waa 
Mlerdings  nicht  so  schnell»  als  blolse  Oxydation  ÜIHxm 
der  umgebenden .  Luft  erfolgen  kann..  Vielmehr  be^ 
weis;et  gerade^  die  «uch  in  der  geschlossenen  Flascha 
Vor  sich  gehende  Zerlegung ,  d^a  hier^  eine  imponde^  ^ 
rabele  Ursache»  die  auäi  GefiUiie  durchdringt»  mit(: 
Im  Spiele  sey.«« 

»>Nun  spricht  zwar  die  eingesendete  Beobachtung 
fü^  die  angegebene  Ansicht;  denn  das  Wasser  wat 
w&klicli  um  3^  kälter  als  die  Atmosphäre«  AUeid 
dieser  Unterschied  ist  nicht  so  bedeutend»  dalk  et 
iiicht  auch  bei'  andern  Wassern   voxlcommen   könnte^ 


-x:: 


Iceit  Kütttt-  cWi^i^Iiobttv  nur  iaiefierä  in  Aatpmsh  gcaoai. 
jAtn  wtSirditv\*'9ik^  vertl&rlttM  BewegM  (c  B.  Sohutt«la) 
»tiai  eacfraidbcii  «acht»  waa  iarot,  gebimdte  4ni4«uri&«l| 
;.gebaltpa\yirar;  c«  ^are  intsr^Hattttf.Yfenii  dier  Vfsr.  di^r^^ 
y^nch«  l»emue,  di^t  §ffif^t^ßB9tpiy9i€kf^nng  Folgf. 
cmtretendcr  4^:*'of<aag  »^yi  die  Tejoit&rkte  Aosiebtt^pi 
Iffton  dieHjr  Albitoffailg  nicht  luglicib .  Toran  gehen,  df 
•ich  im  klaren  Flüasigen  Allea  ionig  ber&brt  nnd  da  ein 
grofsereii  Maafs  von  BerUhrungsr  und  ZiehuDgs  -  Innigkeit 
zn  erreichien  demselben  nur  möglich  wird  dorch  Einengang^ 
das  will  sagen:  durch  N&herrückea  der  Theilclien;  aol- 
^ches  hat  aiber  nur  Statt»  wenn  ändert  (hier  Oas^yThfeSl^ 
chen  cntweicheh.  Jedci  Scbftttefii  wirkt  übrigens  fffe-tiii 
Werfen  dtt  Tbeilchen  mit' utJ|T^idber  Schwang-  4dri 
Wurfkraft  '  Kv        '' 


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338  S^il«tr  Ai  y.  Holger  : 


.r  M 


Wenn  gleich' 6twif  .^daßär  tu  tgwthn-lBtlMaAy  Mk 
der  dem  Klausner  Brunnea  nahe,  ^^legene  .Fdul- 
Solzbxunnea,  «a  derselben  Zeit  *nnt€9Csacht>  genaa 
die  Temperatur .  deg>  Atmosphäre  liatte.  Auch  «at.  eine 
Beobachtung  zur  £rk&rung..:nicfat  genügend.  Meine 
Ed^lärungsart  bleibt  so  lange  Hypothese,  bis  nlchl: 
Häufige ,  zu  versddcidenen.  Zeiten  angestellte  Beobach- 
tungen der  Temperatur  .  etwas  für .  oder  wieder  sie 
entscheiden.  Sie :  Ist-  aber  immer  .die  urahrscheinlighste« 
die^  n^an  bis  jetzt  gAbext  kanp>.  uxid  )hr  steht  nicht 
entgegen >  dafs  der  Brunnen,  nach  der  Aussage  ^^ 
Itandleute  der  Umgegend,  selbst  im  strengsten  Win- 
ter nicht  zufriert,  weil. er  demohngeachtet  weit  iinr 
ter  ö^  erkaltet  seyn  kann.  Dstiß  der  W^d^a<u%»3unge* 
ProcaCs  mehrere  Monaite  zu  seiner  Y9}lop4u9g  braucht» 
ist  bei.  der  geringe?  Energie  der  JKjirl^Qiasäux^  v^ii^t 
auGFallend,  zumal  da  Eisenperoxyd  desoxydirt  und 
Karbonoxydgas  oxydirt  werden  mufs:  ***Oer'nrhwaTrre 
Niederschlag  C<>benr&3i)6)  .aJ3x,,^o|3^  dar  Fla- 
sche ist  aber  nichts  Weiter  als  be^it^  wieder  ..^^eug- 
tes, 'Wch  zrioht  au%elö&tes  Eiseaprotojqr^ ;  ^^denn  je 
Itiöhr  demselben  vorhanden  ist ,  desto  iweo^er  kräftig 
tst  das  Wasser.  Es-  Wi^  >om  Magi^te  angezogen^ 
nntt^  löst  i&ich  iU'^S'ä'tiFeii;  bhhe  Aufbfaäsen,  zu  einenä 
^isenprotoxydsalie  auf.  Sein  gänzliches  Yerscnwinden 
würde  das  sicherste'  !iieicKen  der  vofiencteten  Wieder- 
s^uflösung  se^V  Indefs  macht  eine  geringe  Menge 
desselben,  welche  poch  am  Boden  der  Flasche  sich 
Yfffjpfiäiet ,  der  Güte  des  Wassers  keinen  Eintrag  und 
d|9S€;a  zum  ärztlichen  Gebrauche  darum  nicht  untaug- 
lich« .  Der  gegebQiiien,,  Theorie  zu  Folge  müfste  die 
Wiederauflösung    um   so   schneller  vollendet .  werden. 


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merkvr;  Verh:  d.  K.  "ßtlthlwasser.      339  ^ 

^  hähexi  iB«t  Ortf  Rt,  ia  'wrtelieitf  i\e'F]mchB/wt^ 
wahrt  wird.  .Dieses  dorbh:  genaue  Yier^n^e  %ix  b^ 
«tätigen,  wäre  von  grofser  Wichtigkeit,  wenn  e9 
»nicht  etwa  darch  die  rerbesserte  FüUungs- Methode 
des  Herrn  Päcfafiersi  welche  derm^Un  bekannt  si^ 
'  machen', L  mir ^ noch  «nioht  gestattet  wurde,  die  ab^ 
meine  Theorie  «tt  bestätigen  seh/bir^,  gelinge^  dürfte^ 
gefüllte  Flaschen  zu  erhdLten, .  die.  keinem.  FäUungs; 
Ffocefse  mehr,  unterworfen  wären.''  /  . 

,,Da  in  demIKiaufianer  Was$j9r  nur  eii^e  so  ge- 
ringe Menge '.von.  Salzen  vorhanden  ist,  so  ^  kann  es 
teteh  weniger  als  da^.Pjrrmotlter  Jrge^4  eine  .auF- 
llteende>Wirkiiiig>liahen;-.  ja i. es.,  scheint;  nicht;  ei|i^^ 
etnMxinreidiendee.'  OegieaigdMficht  gfgfQ  :  ^e  Wirkung 
des.Sibens.  W«»&  '|«  die  voU^  Kraft  desselben  etwas 
gehfildertlwijnd^  so;  kann»  di^es^  wenige- Jiron  der  gOf. 
rii^to  Menge  äa:lz»a;urer.M.^g^e8^i,a,'^op4eru  yon 
dem  gvö&er^ii'^iV'erhälfoisse  der  JK ar.b 0^9 s ä ure ,  u;ridi 
vovzügiBili  -mfoip  sLithiox^sil^^  ir^w^ijtet  ,  werden« 
Diesi^i.  Bennisähtiftig  ttfMcht  .das/y^useiker  .S^hlwaß$^ 
vMzügLich  niericwürdig//Bi&b€x  ist  iibe^  dieWyrl^p^ 
desirLitki^ni:  aliif'  d^Ji'  Qrgan}§mi;s  j.iuchts  "bekannt. 
Man  glaubt  zwar,  dals  es  wegen  seiner  chemischen 
Aehnlichkeit  mit  dem  Natroxi  auch  diesen  analog 
wirken  werde  \  doch  ist  dieser  Scnlüls^cfW  Väu^chertä  ♦). 
In.  unse^m  Stahlwasser  ist  das  Lithion  das  einzige 
Laugexis^lZyrlH^  l^irkungen  des^elb^n  also,  die  vom 
X^ugiensa^e>^^r; Aberhaupt  nur,  nicht  vom  ]^isep  her- 


f)  Z.'B.^llj^jli^cp^aUen  des.Bsr.yt  qnd  Strootiso,  ron 
».j^.dtfHBadj^SjTftcKei giftig,  6^r.  andere  wenigitent  aioht 


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330  »«Her  ui  Vi  Holg«r;    •  .< 

g^^it&i  i^erdeti'  könom^  komiQftti  biet  wtS  RtxSktkan^ 
■des  LithioM,  •  und  werden,  daau   Mtragen^  .die.Wiiy 
,    kimg   dieses-  noch   neuen' RöE^rs)  kennen  zu  lernen. 
Und   was    xü    didsem  Zwecke   iiesodders.  voctheilhaEt 
'  ist:    man. kann  dieses  Stahlwasser. :eitieri  lange  Zelt 
unrerffchloffsen  stehen  lassen,  ohne.es  nnbraacht 
bar  XU  machen:   ^s  veidievt   dodacch  nur  einen  Tfaail 
firder   Karbdnskure    u«d    die   Wirkung    des;  Lithibx^ 
(und  des  Restes  vonlElsenoxydnl)  tritt,  reiner  herror:« 
"  •      „Tfei  €fS'ti'€tti  'die  eih  retn  Uttdi^srarar.  im  hohen 
Grafde  stärkendes  Mittel  erscheine^ /so  muls  es  Ui 
jenen  Hiränkheiten  1fid!Ibring€lnd:iyeiden^.  welcher-aidb 
durch  eitlen;  ftnhbhen Grade  gesank^nnye^etaftiotttib 
j^rocefs  aüsx6ic!inen  ;*).'  '  Att^erd^in^  mtarHegen  iseiner 
Kra^  jene  KfaäkheitsPälle, "-hei^ vröilckM  bemerkt. wkd* 
äkk  die  orgkn^che  Materiä'  deU'^l  ihr  eigentbikd£ttbeii 
ilUSräähbn  €hiiyct^räbgel^  iitt  xo  dierr   dm 

V%'^etäbiHän  (^ig^nfeh  Mischung 'ikerabstieg'^  ini  weldier 
Carbon  urid^Oscy^n  'ah' die  Stelle  desi^ 'des  Ttiariausr 
xefchnenden  ^BÜekstotFs^^  trftt^  T^iSiidlicb  muis.  .es 
nSöi'Hn  jeti^en  f^Sll^tf  sich^wirk^äm^^enimsen^üiMrö^idi^ 
norm  gesteig^e  Nbx^^äff-Hind^V&isIMthäftJgkAit/ durch 


y««f;)  HieW  gebort  Cfiloroiii  imdTabef,  mögen  sie  oao 
dacjch  Uriacben  elf •tan.den  ley Dy  die  geradexa  icfavTScbend 
anf  dai  Tegetatire  Leben  eiDvriflcteny  öder  als'^olge  Sh- 
'  ^  haltender  Vindbedeuteoder  Aosleerangen '  edlier  SSfte^  wie 
bei  Tabes  iorsalif,'  Öder  deszolide^^est^T^teaNei^ 
▼enlebeni,  wie  bei  Tabes  nerrosai  eintreten«.     .      . 

*•)  Wobin  gebSr^ü:  Cächexifen'  to^bflWi«,  Wer  Ullea 
S  c  b  1  e  i  m  •  ii  c  b  t  und  deren '  Reflex^-  auf  thlstfliMr  -Organe^ 
die  B 1  e  n  n  0  r  b  5  e  il  bnd'  die  WanlArMRHeiIek 


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,  merkw.  Verh«  d.  K:  Stahlwasser.       ftll 

am^öttistiMlias  Emf  orl^attep;  dto.  Vageta|iai| .  atis^^ip 
glichen  werdto  soll.  Es  kanx)  liier  .Y^j^v^i^K  .&&m 
heftige,  als  gegejn  anhaltende  Krankheiten  zu  Hülfe 
gerufen  werden ,  und  würde  eher  das  Wiedereintre- 
ten derselben  verhindern  y-  oder  die  letzte  Spur  der 
schon  abnel^mended  Uebtl,  austilgen ,.;  al^^pe  gerade* 
zu  aufheben;  weil  dieses  auch  die  Wirkung  ist,  die 
xiian  von  dem,  in  anderen  Formen  gegebenen  Eisen 
bei  ähnlichen  Krankheiten  erwartet*;.«        _    - 


/  

•  *)  Profeuor  r.  ScbAÜer  zu  GrSu  nb  ufiter  andcm  Wvh 

icMn^en  d^tes  Wassers  an.  einem,  ap  yollstai^dig^er  Bleipbeuf^ht 

und  Schleimattsflurs  (statt  regelrechter  MeDStruati9p)  etc. 

leidenden  vreiblicben  individouni,  die  aHe  Erwarfun^  über-' 

trafen ,    da  zavor  (naeb  Vorbereltang^  dardb  'Rbäb Arber) 

•die  verfcbiedeoften  EisenprSparate  ol^ae  beso^deiwi».  Qi*: 

folg  gewesen   waren.    Das  Liihion    scheint   daher  in 

diesen  uo3  ähnliclien  Fallen' die  Wirknng  des  Eisens  nicht 

'  '^   1^  mindern  $-  «ondetn  iA-  ^it^Fgerü. '  -^  ^  Hiehef  ^  iehöHgei 

bieten  übrigens  unter  «ndern  auch  dar  Schwalb ach's 

EisensSaerlinge ,    zumal  der  S.495  des  XVi.  Bundes  be- 

Miia'^rvaKhia..  Mehirrbiwabvr  spiteiliiiif. -jlji  4U^rUiis- 

.  ,f      fttUpng  des  Raoms.  noch  fplgande  lyotiz:  J;  0.  Otfrbard 

^    Xh  dessen .  Tract  vom   Kösepec  Bmnneo.,   ]%  (i|  a^  barg 

17S6.  8.)    destillirte  das  W^ter  des  Köseoeie  Eis^n- 

sSncrting^i  aus  einer  Bestillirblase  mit  tlelm,  and  er« 

^    '  t^elV'Ucti  habe;   bemd^ff^ery' dtsn  Brbnneji  w%bf  Somal 

prahSit),  bei itrockenv>Wett»tf*«ffn>  Destillat,  ^^dallua 

,  achw|r.^;fa;;der  Versiicb  gl^lang  unter. & DpMihtionen 

s    'JJTvik  iW-^^*^^^^  f^^P^M^^  sachsi^ftba,JS#«w,  ron 

o  Hannen  in  das  pestinirgefafs^  gebrachten  Wasf eir»)  seigte 

diese^  Reaction   anffallendy   der  Destillationsruckstand   gar 

'  ii)^bf>'  wohl  aber  Entbleit    er  fiisenozyd  'rön    dem  nicht' 

*  mit  barnber  destillirtem ,  dareb  di^  Hitte  sersitsXeM  Eisen- 

.  «aljKe.   ^-r     Vergl.  bienut  meine  Bcmarliaageii'  tf  «ür  di« 

Riechbarkeit  des  kohil^s^.  Eisens }  a,  a«  O. 


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38ft  Schmieder 

6)  Üeker  angebliche  ttnd  wirkliche 
A^nderungen  des  Wasserstandes 
verschiedener  Meere: 

•     Dr.  K.  Chr.  Schmieder*). 


,J3ie  ungewöhnliche  Witterung  des  Jahres  18x6 
veranlafste  ihrer  Zeit  mancherlei  Vermuthungen  über 
ihr!f  Vrsadienf ;  unter  diesen  zeichnete  -  sich  <ein6  aus, 
w'eldhiftaüi 'anderen  Blättern  entlehnt  in  der  damali- 
gen Kasseler  Allg.  Zeitijng  Nro,  3,  v.oip  g.  Februar 
1817 'läuterte«  wie  folgt*:.:  ^Nach  den  nav<9sten 
^»Bemerlcungen  nimmt  die  Wassermassfe  auf 
„der  Oberfläche  äer"Erde  ausserordentlich 
»a^h-   jjPfea.BeQbjKxhtunigen   von   Parrat   und 

-e:;fj^n»  d^este«:    Ekfmaiilr  JBrlSoieruof  Mwr.fpfafMbaliicbe 

-ii^a-^^igkeiten  elc.,   cio  Geleg^nheidschriftehen  /  dai  i»reder 

Ti'^fh   aen   Buchhandel    gekommen    DOcb    in    physiKilitcben 

•  5  !     Zeitschriften  berücksichtig  worden  i8|»'ob|I|ich.für  lel»- 

ium .ni  !^Fy.'^*^  g'9%"'«tiieil,^Mp!Sfi,nuji  we^iigc  9(»g^n.  iEu||leDdeo 

<tx[l  f.  (l'b^  (  *nr     Aof*#hflM «  f  or    'maocfaen  « ähidiveii     Auf^ 

/.  .K    i.^teiiiidcb  gMignet  fraben dBrhei    Mif^rdedreie  kleio« 

•  ^'   ' lirbhflhdläng  bereift  't«i^   von  Atv  Ööte^aei  fefr"1^efrean- 

\  dfeten  Vfi.  ^ngedacbt,   aber  in   Folge  ijne»   sonierbaren 

Zufall»    kam  sie  erst  betrfichtlich  spater  in  n^f  ii^  .HSnde. 

.   \  §}§Ms^»  S<»it«ii,  Hark»  und  Nacbfolgendet,  t^  wi«  einige 

,       :  Hl.  dar  Wolgb  «sitsutheilend«  BemerfcuDgcn  Aber  das  Nord- 

iiohi  etc.»  fttlleii  in  Ori^iaaI<  nahe  17  Seiten  in  kl  8. 

.■.■•-  K. 


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Aber  den  Wa88«rMatid  des  Meeres,     933 

^yEngelhardt  «ufolg«  ist  das  kaf pitfebe  Meer 
^um  ftooFuU  gesunken  und  bat  3o,oaoQaa* 
yydratmeilen  von  seiner  Oberfläch'.e  v-erlo«" 
,»reny  so  dafs  ihm  im  Laufe  der  Jahre  eine 
yygänzlicheA US trockn'nng.bevorsteheii  kann. 
„Das  Mittelmeer  ist  deriyialen  um  »7  Fufs 
ty^niedriger  als  daj  rothe  Meer»,  und  der 
yyMeerbusen  von  Mexiko.  dS'Fufs  niedriger 
„als  die  stille  $ee.  Daher  kommen^  die 
^^vielen  Schwierigkeiten  bei  Anlegung  von 
„Kanälen  i^ur  Durchstechung  der.  Erdenge 
„von  Suez,  welche  Bupnaparte  vorhatte, 
„und  der  Erdenge  von  Panama,  welche  der 
„Congrefs  von  Venezuela,  beab  sichtig te/< 
Dieser  Zusammenstellung  scheint  die  Idee  zum  Grunde 
SU  liegen,  dafs  die  Wassergüsse  dieser  Regei]|ahre 
jenen  Veränderungen  zuzuschreiben  wären ;  wenige 
stens  machten  Viele  diese  Anwendung,  Vielleicht 
wird  es  daher  Manchem  picht  uninteressant  seyn,  hief 
eine  •  Erörterung  zu  finden;  in  wiefern  Jene.  .Angaben 
Grund  haben  dürften.       '      '     / 

Der  Kaspische  Landsee  ist  im  Durclucbnitt  i45 
Meilen  lang  und  45  Meilen  breit»  wonach  man  seinen 
'Flächeninhalt  auf  600p  Quadratmeilen  schätzt.  Dar« 
aus  erhellt  zunächst,  dafs  er  nicht  SooDO  Quadrat-i 
meilen  verlieren  kann.  S^ine  Tiefe  betrfigt  höchstens 
SooFub,  dem  zufolge  -eine  neuerlicbe  Abnahn^e  von 
.doo  Fufift.  allerdings  die  gänzliche  Austrooknung  be- 
sorgen lassen  würde.  Indeipsen  wird  sie.  bei  Erwä* 
gong  der  Umstände  schoYi  se^r  zy^eifülhaft«  da.. der 
See  im  Winter  zum  Th^  mit  Eis ,  belogt  w:ird.,|]|i4 
eine  Menge  wasserreicher  Elüss^  aufnimoa«;  als:   dia 


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334  Schmieder 

Wolga;  dM  Vnl,  Üt  Jamba  ttnä  Kuma,  den  Terelc^ 
Kur»'  Aras/  SandehruA    und  ^Slni,    von  iivekhen   die 
Wolga  allidin  in  jeder  Stande   looo  IVlillionen  Kubik* 
fufs  Wasser  zuführt.  -  Di^  Bosorgnifs    schwindet  aber 
gan2  bei  einiger  Bekanntschaft  mit  den  Quellen,  aua 
welche!)  jene  Nachrichten  geschopfjp  aia  seyn  echeinen. 
^    -^  Aath  den  Beobachtungen  von  Pallas  (1760  his 
70),  öüldenslfedt  (1786),    Geörgi  (1790)    und 
Andern  ist   xiemlieh   ausgemacht,    da(s    der  Kaspischa 
See  früher  sowohl  nach  Norden  hin  eine  gröfsere  Aas- 
dehnung  gehabt ,  als  auch  im  Westen  durch  das  Meer 
von  Asow  mit   dem  schwarzen  Meere   in  Yerbindung 
gestanden  habe ;  denn  man  erkennt  ndch  den  Rand  das 
ehemaitligen  Bettes ,  welcher  alle  drei  Meere  und  viele 
nördliche  Seen   ümschliefst.      Sie  würden  zusaBune&o 
strömen,  wetin  das  Wasser  90  Fufs  höher  stiege,  und 
dann   würde  der   besagte  Rand  doch  noch  loo  Fuls 
höher  stehen.     Dieser  höhere  Stand  hat  aber  in  einer 
Zeit  ^att  gefunden ,  zu  welcher  die  Geschichte  nicht 
hinauf '  reiicht.     Die    fabelhaften  Sagen     des    grauen 
Alterthums  geben  kaum  eine  Spur  von  dem  Zeitpunkte, 
da  jenes  grofee  WasserbehSltnifs  ausgelaufen  seyn  mag. 
Büffon  (1770)   stellte  die  gewagte  Vermuthung   auf, 
der  Boden  des  Mittelmeers  sey  eingesunken  und  habe 
die  Meere  zu  beiden  Seken  entladen.    Der  ältere  For« 
steV  suchte  1798  cu  erweisen,  dafs  ean  Vulkan^  180O 
Jähr   vor  CKri^i  Geburt   (zur  Zeit    des  Ogyg[es)    die 
Meerenge  bei  Komstantinopel  aufgebrochen  und   jenea 
alte  Meer  bis   auf  die  Vertiefungen  abgezapft  <  habiai» 
.  Bsimit^  nia^'der  kdspische^See  mehrere  tausend  Qua^ 
kmtAeMn  Mtti  aoö  Fuf«  Tiefe  verloren  Kab^n;     Man 
deht;-te&idi^d8ee  ebenso- ^bu 'den*  i,naaeatei>  Baobacfa- 


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über  den  \Ya9l«rstaiid  des  Meeres.     335 

tuiigen''  geHöct,  f^.vrenn  miff  Jbmaiid.  fiio  NeuigkeH 
erzählte,  der  Bieter  Pontius  Pilatus,  a^y  vom  rörai*; 
^^n,  Kaiser  zum  I^qdirogt  über  die^  Juden  ges6tz| 
woi^den. 

..  Nicht  viel  anjbers  verhält  es  sich  mit  der  foU 
gend^n  Angabe  übes  den.  vei:schiedenen  Wasserstand 
des  Mittelme^es,  und  degsi  arabisc^hen^IVIeerbusen^;  denn 
auch  hier  sind  nufsf erstandoß  Thats^i^be^i  übel  ange«. 
Yrendet  worden..  Das  Mittelmeer  h^^  hei  900  Meilea 
L^nge  etwa  4o»ooo  Quadratmeilen  Flächeninhalt. 
Wiewohl  es  eioe  Menge  von  Flüssen  aufnimmt,  up«* 
ter  welchen  der  Po  a6mal  so  viel  Wasser  als  die 
Seine  hält ,  der  £hro  noch  etW3s,  mehr  und  der  Nil, 
nach  RiccioU  70  mal  so  viel  als.  der  Po  zuführt ,  so 
hat  man, doch  bemerlct,  da&  es  aba^une.  Diese 
Wirkung  ist  aber  so  wenig  neu  als  ihre  Ursachcm.. 
Weder  die  einströmenden  Flüsse»  .iioqh  die.^QVt  von. 
jtiMX  seltnen  Regen  geben  hinreicheodea  Ersatz  für 
die  utigeheure  Yerdünstu^g  des  Wasserspiegels,  welche. 
theUs  durch  die  Stralen  der  höheren  Sonne,  theik 
durch  viele  Wasservulkane ,  die  ein^^elna  Stellen  bis 
9^ni  Aufsieden  erWiärmen,  gesteigert  wird.  In  den 
Sahboyen  an  den  Küsten  des  Mitielmeers  hat  man 
beobachtet,  dafs  die  natürliche  Verdunstung  den  Was* 
sehtand  im  Durchachnitt  täglich-  ij^m  .  \^  Zoll  ernie- 
drigt. Diese.  Abnahme,  beträgt  Ehrlich  4a Fufs,.  da-. 
§egen  iinsre  Gewässer  im  ganzen  Jahre  nur  5o  Zoll. 
vAtäunsteiL     4.       .  ...  '....,  ■-.: 

**  Da  das  Mktelmeer  nur  durch  eine  6  Meilen^ 
breite  Metefenge  (bei  GibraUar)  init  dem  atlantischa^i, 
und.durch  einen  Kamal  von  halber  Meil^nbxei^e  (hei 
Konstantinopel)  mit  de<n  schwarsei)  Meere  in  Yerbin-. 


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336  '    Schmieder 

Ükaig  steht;' mitlrin  beinahe   gesperrt  ist >    so   miifste 
e$  von '  jeher  V  durch    jene  Verdampf ang  Abnahme  er^ 
leiden  y    welche   eine    dreifache  Wirkung  gehabt  hatv 
jErstlich  rührt  daher »  dafs  das  Wasser  des  Mittelmee- 
res'weit  gesalzener  ist  als    das  •  im  atlantischen  und 
schwarten  Meere.     Zweitens  Ist  daher  zu  l^ten  ,  da(s 
beide  Nachbarmeeri»  immerfort  mit  ^solcher  Heftigkeit 
in  das  Mittelmeer    einströmen ,    dafs   ihre  Wogen   m 
einer  Stunde  zwei  Meilen  zurücklegen  und  der- Strom' 
15.-»  ab  Meilen  w^t- empfunden  wird,  aus  welchem 
Grunde  die  Schiffer  leichter  ins  Mittelmeer  einlai^i^ 
als  sie  herausfahren.     £ine  ^itte  merkwürdige  Folge 
davon  ist  die,   dafs  beide  Meerengen  nach  Mars^li's 
Beobachtungen  unter  dem  eingehenden  Strome  einen 
entgegengesetzten  Strom  nach^  aufsen  haben,  ^ welcher 
stark  genug  ist,    den  Blei  Wurf  mit  sjch  fortz^reilsen^ 
weshalb   niatl    beim  <  Sondirefi    keinen'  Grutyd  findeL 
Das  salzigere   und  daher  schwerere  Mittelmeerwasser 
zieht  nämlich    unten    hinaus,     wähirend    die  <  leichtere  • 
atlantische  Woge  oben  heieinströmt,  welches  ein  hea^-i 
sischer Gelehrter,  der  ehemalige  geheime' Kath  Wei^ 
zu  Ca'ssel  in  einer  scharfsinnigen  .Abhandlung  (iy  55^ 
zuerst  ins  Licht  gesetzt  hat 

Die  angefüAirten  .Umstände '  machen  begreiflich, 
wkirum  der  Spi^el  des  Mittelmeeree  sich  immerfort } 
tiefer  halte  al^  der'  ai'abisehe  Meerbusen,  den ^. das. 
Andrängen  der  Flut  aus  dem  indischen  Ooeati  iäüt.. 
Zugleich  wird  aber  auch  einleuchtend, 'da&  mau  dar- 
aus unmöglich  auf',ieine  allgemr^ine  Abnahnie* 
der  Wasserihasse  auf  der  Oberfläahe  .  d^r* 
£*rd6<<    schliefsen  'könne.      Diese   Folgevjing   m&cäm 

sogar 

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itber  den  Wasserstand  des  Meeres.     337    ' 

«ogflir  dann  unzulässig   seyn ,     wenn    das   Mittelme^r 
B^rsimt  dem  kaspisehen  schon  versiegt  wäre. 

^Auch  das  ist  irrig*,  dals  der  verschiedene  Was* 
serstand  der  «benachbarten  IVleere  die  Durchstechung 
der  liandengen  von  Panama  und  Suez  verhindere.  Im 
Gegentheile  würde  er  sie  befördern  und  das  Einströ« 
men  der  höhern  Wassersäule  die  schwach  vorgezeich- 
nete Oe£Fnüng  bald  erweitem.  Die  Schwierigkeiten«  ' 
die  man  gefunden »  sind  aber  in  ganz  andern  Um« 
ständen  begründet.  Die  Landenge  von  Panania  ist 
freilich  nur  12  Meilen  breit ,  aber  nicht  etwa  ein 
Damm  von  Erde,  sondern  ein  Theil  vom  hohen 
Kücken  der  Andenkette ,  ein»  12  Meilen  dicke  upd 
wetaigsteifs  5ooo  Fufs  hohe  Mauer  von  festem  Ge- 
$tem,  die  für  Menschenhände  so  gut  wie  unangreifbar 
ist.  -Der  Meerbusen  von  Mexiko  steht  übrigens  nicht 
aS  Fnfs  niedriger  als  die  Südsee»  sondern  .-im  ge« 
raden  Gegentheile  ao  Fufs  höher»  —  eine  Wirkung 
der  Passatwinde ,  welche  fortwährend  das  Wasser  von 
der  Westküste  abtreiben  ^(wodurch  die  Philippinen^. 
Schiffahrt,  Won  Acapulco  aus»  so  ungemein  beschleuni- 
get' wird)  während  ebendieselben  Winde  das  atlantin 
sehe  Meerwasser  in  den  Meerbusen  hineintreiben  und 
an  der  Ostküste  hoch  halten.  Die  dadurch  verur- 
sachte grofse  Strömung  bildete  ohne  Zweifel  den 
Meerbusen  von  Mexiko ;  aber  die  wüthenden  Wellen,  . 
die  so  tief  einbohrten»  standen  ehrerbietig -still  vor 
Jener  Mauer,  die  dem  £>reizacke  Neptuns  nicht  ge- 
horcht Und'  nur  dem  Hammer  des  stärkern  Vulkan 
unterliegen  würde. 

Was  endlich  die  Landenge  von  Suez  Wrifft, 
die  ebenfalls  nur   12  Meilen  breit  ist,  so  bringt  hier 
Archiv  f.  d.  ges.  NatarL  B.  18.  H.5*     ^  2f> 

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338    S'ohmieder  üb.  dL  Wasserst  d.  Meetes» 

•ine  ganx  entgegengesetzte  Ursache  beinahe  dieselbe  Wir- 
kung hervor.  Wenn  die  amerikanisdie  £rde  zu  fest  ist»  so 
ist  der  Boden  der  afrikanischen  viel  zu  lose,  als  dafit 
eine  dauerhafte  Anlage  Statt  finden  könnte.  Der  Flug- 
sand der  Wüste  lagert  sich,  von  Winden  emporge- 
hoben »  Keute  hier ,  morgen  dort^  in  Hügeln  und  ver- 
schüttet jede  Vertiefung.  Schon  600'  Jahre  vor  Christi 
Geburt,  also  a4oo  Jahre  vor  Bonaparte,  machte  der 
Aegypterkönig  Nechao  denVersuch^dasrothe  Meer  mit 
dem  Nil  zu  ve^reinig^n.  Der  Kanal  ward  aber  nicht 
fertig,  weil  laoooo  Aegypter,  von  SandwoUcen  be- 
graben ,  dabei  umkamen.  Unter  persischer  Hennschaft 
wurde  zur  Zeit  des  Xerxes  (470  vor  Chr.  Geb.)  die 
Arbeit  wieder  aufgenommen ,  blieb  aber  ebenSsdls  lie- 
gen, weil  damals  die  ägyptischen  Feldmesser  diircfa 
Nivelliren  fanden,  dafs  der  Meerbusen  höher  als  das 
Mittelmeer  stehe,  weshalb  man  b^orgte,  er  möchte 
Niederägypten  überschwemmen.  Die  Ptolemaer  vol- 
lendeten endlich  dennoch  den  Kanal  im  dritten  Jahr« 
hunderte  vor  Christi  Geburt  und  versahen  ihn,  um 
das  HinaufEahren  zu  erleichtem,  mit  mehreren  Schlea«* 
sen.  Aber  er  wurde  gar  bald  mit  Sand  verschüttet 
und  war  schon  zur  Zeit  der  Kleopatra  (3o  vor  Chr. 
Geb.)  nicht  mehr  zu  befahren.  Die  letzten  Spurea 
von  ihm  fand  Seetzen  in  einer  langen  Reihe  voa 
Lachen.  *) 


*}  Vergl.  hiemit  m.  Haodbaoh  der  Meteorologie 
(dessen  leute  Abtbcilnng  —  des  II.  Bandet  ste  —  anter 
der  Presse  ist  und  ohnfehlbar  Ostern  i83o,  Erla^ngen 
bei  Palm  und  Enke,  ersoheinen  wird)  S.SjS  and  S.397. 

K. 


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tfene  Nachriclit  v.  aUslAnd.  Mineralqaellen.  939 

7)  Zur  Kenntnifs  verschiedener  MiheraK 
quellen  des  Auslandes« 

(Am  deaTerbaadlabgeo  dev  reroiiiigteii  tatHohM  Gtialbehafkiü 
der  Schvreis.    Jahiy.  1899.    Ente  HIUU), 


a)  Quellen  im  Kanton  Neuenbürg  (Nepf« 
chatel). 

Apotheker  Pagenstecher  xa Bern  stattete  äeä 
StS.  April  i8ft8  Bericht  ab:  über  die  von  ihm  unter- 
nommene chemische  Untersuchung  der  Mineralwasset 
7LVL  La  Brevine  und  Gombe-Girard  bei  Locle^ 
im  Kanton  Neuenburg.  Beide  wurden  von  ihm  als 
eisenhaltig  befunden;  doch  letztere^  schwächer«' 
als  das  erstere.  Die  hohe  gebirgige  Lage  dieser 
Quellen  mag  viel  zu  den  beobachteten  stärkenden 
Wirkungen  beitragen.  Aus  Anlals  dieses  Berichtet 
fügte  demselben  Dr.  Flügel,  der  Slahre  hindurch 
zu  Locle  ausübender  Arzt  war,  unter  Anderem  Fol- 
gendes bey: 

In  den  Vöchsten  Thälem  des  Jnragebirgea 
befinden  sich  3  Mineralquellen,  die  seit  geraumer 
Zeit  ziemlich  häufig  und  verschiedenartig  benutzt  wer« 
den:  nämlich 

eine  Eisen  -  haltige  bei,  La  Brevine 
eine  Schwefel  -  haltige  bei,  Les  Fonts  und 
eine  Eisen -haltige  in  der  Combe  Girard  b^ 
Loclß. 
Die    erste   derselben    kommt  nahe  dem   Dorfe 
La  Bxevine  zu  Tage ,v ohne  dafs  einige  Anstalt  ge* 
treffen  wäre,  das  Wasser  zu  sammeln,  oder  die  Quelle 

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340  plew  Nachricht  v.  aiiBl&nd.  JMSner^4iaeUeii, 

Ktt  fassen:    sie.  flierst  ganz  nahe  am  Boden  aus  eines 
hölzernen  Röhre ,  und  verliert  sich  sogleich  in  einem 

*  kleinen  Bach,  dessen  Grund  einen  röthlichen  rostfar- 
^nj^n.,  Bodensatz  darbietet.  Das  Wamset  wird  nur' 
getru'ntcen,^  und  der  Gebrauch  desselben  beschränkt 
sich  hauptsächlich  auf  die  Landbewohner,  die  dasselbe 
gegen  Verdauungsbeschwerden  ,  besonders  gegen 
ScKwäclvB  und  Krämpfe  des  Magens,  Migraine,  Bleich- 
sucht,  fluor  albus  mit  gutem  Erfolge  gebrauchen. 
Gaste,  die  nicht  am  Orte  wohnen,  lassen  sich  gö- 
wöhnlich  in.  den  gut  eingerichteten  Gasthöfen  des 
Dorfes  verpflegen,  .  Badeanstalten  gieb;!;.  es  dort  nicht. 
.  DiejScKwefel  -  haltige  Quelle  bei  Les  Ponts 

;  lie^t  mitten .  in  einem  4  Stunde  breiten  Thalgrunde, 
dpr  durchaus  sumpfig  und  torfartig  ist.  Das  Wasser* 
derselben  wkd  .nur  zu  Bädern  gebraucht,  indem  man 
e^  in  fässern  ins  Dorf  führt,  wo  in  Privathäusem 
'  gute  und  zwedcmäfsige  Badeanstalten  eingerichtet  sind, 
^an  wendet«  ß^^  vorzüglich  gegen  chronische  Haut- 
aussjcMäge»  .wip  «Flechten  und  Krätze,  so  wie  auch 
gegen  Rheumatismen  an.  Es  bewirkt  oft  einen  Bade- 
ausscWag  und.jder  Erfolg  ist  meistpnl  gut.  Allein* 
die  Cur  kann  nur  im  hohen  Sommer  vollzogen  wer- 
den, weil  bis  spät  im  Juni,  und  schon  wieder  zu 
.  Ende  August's  sich  Reif  und  kalte  Nebel  aus  dem 
Moorlande  einstellen  *). 


*J  D€r  Eigfemk^Umer  des  Landes,  worin  die  Quelle  entspringt, 
Hr.  y.Fourtales,  beabsichtigte  fruherbin  in  der  Nähe  der- 

vr  .'selben. eine,' fifideaintalt.' zu  gründen.^  nnd  hatte  zu  dem 
«Ende  beMiCS  ««ne^Strafse  über  den  Sumpf  angelegt;  allein 
der  Bau  «ifterblieb,   baupuächlie^«: ,  weil  c(i<B  Bewohnpiig: 

,  Digitized  by  VjOOQ  IC 


Neue  Naehrfeht.  V.  ausländTlVIineralqüeHen.  341 

''-  Die  Mineraüjuelle  von  Combe -'Glrarä  (iSaS 
vom  Apotheker  Desfosses  in  Besan96n'  untersucht) 
war  ffüherhin  pur  den  Dorfbewohnern  bekannt,  und 
Würde  von  denselben  gegen  die  nämlichen  Krankhei- 
ten 9  wie  die  von '  La  % r e v i n e/  gebraucht.  Sie 
ebt^Hfigt  einige  Schi^itte  von  einem  kUitien  Bache,  " 
Sn  den  sie  sich '  ergiefst ,  und  da  sie  an  diesepr  Stelle 
Tillen  dcherajti^n  iBodensatz  zaräeirlärst,  '  so  wurde 
man  dadurch '  auf  iht  YMiandense jYi^aufn^efksam ,  iRA 
töchte  •  sie  inittl»Utt  einer  hölzernen  Hiittie  zu  fassen.^ 
El^t'^it  5**-4  3ahreW''ward  inihrer  Wähtf,  am'Eiil- 
gfibge  eitles  kleiti#ff^''p<^iA'antischeh  Thaies^,  -  eine  sehr 
iWdiöHmäfsig  i&n^rtehtete  Ba<leanstah*h^i^gestellt,  die 
QuefUe  ordentlich  gefafst  und  in  -  einen  Sammler  ge- 
leket ;:  allein  da  sie  zii*  wenig  Weiler 'spendet»  ^tfnr 
lo  Zimme*  {jedes  'mit  V- —  a  Badewannen)  -iu  versor- 
get, ^  so  verwendet -^mah  sie  zum -Baden'nur  auf  be- 
«>bdöres  "Verlangen^  cfls  Beimischung  Aim  reinen  Quell- 
wasser,  hingegen  vorzugsweise  zu-  Trhikturen.  ^\A 
entspringt  ebenfalls  aus  moorigeii "Boden ,' der,  als 
Thalgrund ,  ^ing^chlbssen  erscheint  von  Hügeln ;  die 
aus  versehiQddii^n"  Lagen  von  Sand  un^  Kalksteinen 
tostelien,  und  an  manchen  Stellen  voii  Steinkoh- 
leti ädern  durchbrochen  erscheinen;    letztere  auszu- 


einet  Gebäudes  miuen  in  dieiem  Sumpfb%d  sIs  SoMcrit 
nngesuod  erklärt  wurde ,  und  die  Feuchtigkeit  des  Bodens 
und  des  Locale's  nie  zweckdienliche  Guren  würde  gcittt- 
tet  haben.  Die  Häuser  aber  des  Dorfes  Les  Fonts 
liegen  fast  alle  am  Abhänge  des  Hügels  \  nur  sehr  wenige 
«m  Rande  des  Tbales.  K. 


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943^  Nene  N^chrickl.  y«  aasl&nd.  MiAeralqpielleit. 

Idolen  hat    map  schon  mehrero  f/ULe,    jedoch  stets 
vergeblich  versucht, 

h)  Benutzung   des   Dunstes    der   Badner- 
Thermalquellen. 

Dr«  Amsler,  Ar^t  »u. Buden  in  der  Schwm» 
•uCmerksain  gemacht  durch  die  groCie  Wirksamkeit 
der  %n  Baden  hergesteUten  DampEbädBc»  bei  der^a 
Axiivendiuig  ,auf  die  aUgeme^e  p|»erfiäche  des  Kär« 
pers  und  die  Respirationsorgane  .-(welche  sich  nach 
A*  nicht  nur  auf  die  unmittelbar  berührten»  sondern 
tuteb  auf  die.  tiefer  liegenden  Gebilde«  jiell^t  auf  die 
Knochen  erstreckt  ,^  und  in  Anregung  der  Thüfigk^t 

^  ihres  Blut-^  und  Lymphgefäfii  r  Systemes  besteht)  ve^ 
Qiuthete :  .  dafs  .  auch  die  örtliche  Einwirkung  jener 
plmpfe.auf  die  innern  weiUic^n  .Geburtstheile  in 
verschiedenen. Krankheitszuständen  der  Vagina»  4^ 
yterus  und  selbst  der  Ovarien»  femer  des JVla#tdai?]Q» 
und  der  Blase»  durch  Yermehriing  der  SekretioneUt 
durch  Umstimmung  derselben  und  durch  Anreguxig 
4ar  Gefälsthätigkeit  von  grofsem  Nutzen  sßyn   kdnn- 

.^en.  (Ausgezeichnetes  nt^üssen  in  dieser  Hipsicht  lei* 
sten ;  }ene  Thermalquellen »  welche  reich  sind  an 
Karbonsäure;  x.  B.  die  von  Ems.  K)  Leichter  a|is- 
führbar»  als  jener  Vorschlag»  möchte  seyn»  fugt  Dr. 
Lutz  hinzu:  eine  Anwendung  der  Dämpfe  in  das 
Intestinum  rectum»  wo  die  Dämpfe  vorzüglich  bei 
denen  so  häufig  vorkommenden  Verengungen  dessel- 
ben sehr  nützlich  werden  dürften* 

Ein  Mitglied  der  oben  genannten  Gesellschaft 
hält  hauptsächlich  darum  Dr.  Amsler's  Vorschlag 
für  unausführbar :  weil  die  z.  B.  durch  eine  Röhre  in 


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HMiel^aoliricht.v^4wlftnd.MioeralqueU^^^  »4& 

dl»  Y^ghia  gleiteten  Dtopfo  suerst  den  Druck 

der   etwa  in    ihr    befindlichen    atoioBphäri« 

•eben    Luft    überwinden    müfsten,    was    nicht 

dorch  das  gewöhnliche  Aubteigen  der  Dämpfe,    son- 

«em  nur  dorch   äussere  Nachhülfe  geschehen  könne^ 

Md  -wenn  solches  euch  gelänge ,  doch  von  den  Däm- 

fk/A  keine  Wirkung  m  erwarten  sey :  weil  die  Dampfs^ 

\W  .einem    kleinen    TheU    der     Mutterseheide 

sefbst  (die  in  der  Regel  keine  atmosphärische  Luft 

«ithält^   und  'daher  «udi  keine  Strömung  gesutte) 

ftto'd   in  der   engen   Röhre   ohne   Bewegung 

U'ü'd   also    oKn.e  Erneuerung   stille  stehea. 

Hi^tuiif  erliuhe  ich   mir   wa  bemericen:     a)  ob  ein 

HÄMunl  leer   oder  luftvoll  sey^    ist  gleich: 

ftr  "die'  hier   beabnchtigte  Einführung   der  Dämpfe; 

denn  aiie  Gase»  sogenannte  permanente  (Kälte •  oder 

Drockbestäatfige;:  nämlich  LOfte}  wie  variable  (durch 

Kältte  «cMei^  Druck   dem  Zustande  nach   vemichtbare; 

nSnilUh    Dämpfe)    erfüllen    die    ihnen    geö&eten 

iktäiivitne  $6^    als  ob  dieselben   wirklich  leer  seyn^; 

nur  langsamer  erfolgt  es  bei  den  luftvollen,   als  bei 

den  lirftleer^,  aber  es  bleibt  nie  aus  und  Rann  nicht 

aUBblMbeny  weil  nur  Oase  gleicher  Art   einander  ah- 

«tofien  ;    ß)  .wo  HoMsusammenhang  «wischen  einem 

Gasbehälter»  der  ruhende  Luft  enthält,  und  einem  dem 

bewegtes   Gas    au   Thell    geworden    statt   findet, 

kann    es  nicht    benki   Ruhen    der  Luft    des   ersteren 

bleiben,    weil   das    bewegte^  Gas    (hier  der   Dampf} 

theils  kratl    seiner  Bewegung  in  '  den  Hohlraum    des 

enteren  ge«tofsen  wird,    tfaeils,    weil  die  Bewegung 

des  Gases  der  in  letzterem  enthaltenen  Luft  sich  mit- 

Hieilt;    y)  es  kommt  aasserdbm'  noch  ^  zu   einem  Be- 


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d44  Neue  Nackiicht.  v«  aasünd.  MSaetalqfliaQeiii; 

wegen  dieser  Luft  durch  WärAieoailtäieilpiig  Mi.^etBm 
peraturwechsel ;  beiderlei  Bewegung^h  bewir.k$«i  t^hens 
■  Ortsänderungea  der  Luft  >  und  swenti  die  Daqpipfei«!» 
Führung  nur  einigermaarsen  andauernd  statt,  hat ; .  aö 
wird  dadurch  sehr  bald  mehr  oder  weniger  yon-.dftfr  «eM^ 

0- 

ruhenden  Luft  hinausgetrieben »;.. um  ^spälerhiowdai^ 
andere  .  Ausaenluft  und  Dämpfe  -  ersetzt  xu^  w^* 
deii.  :  Wer  idaher  nur  gasiger  Medien:  dnnediaUl  ^jei^r 
Organe  weilen,  und.  wo  Hohliu8amm^nha|igt49(?tfT 
ben  mit  der  Vagina  gegeben  i«C » .wenden /die -WanskeifT 
Rümpfe  .-(und  .die  Karbonsäurei):/ ^i^  waa  i]);^h|^^|^ 
^  «n  sog.: fixen  Salzen  zur  YerH^htigtuig  g(»}ePgt  ^qfi^ 
«indringen.  Vielleicht  bedürfte  f($:  h»€(Ztt;>nül*n/^^ 
si tze hd e n  S t e llu ng ,  . etwa  *:iihQliQh> ji^er^ujyir^Mf^ 
die  Orakel  spendende  Priest etin^liejlt^»  fß^ni^ißi^  ^m 
Leib^der  Berührung  solcher  Gase,  |>reisgaibi  yr^i#'  4^^ 
f  orai^en  entsteigend  (m.  Hdbw  d..  JYLeteQfQL'^gvrSiSri} 
jdie  Pythia  erreichten,  aber  nichictädtei^;  n^hilf 
"Zweifel :  wcal  die  •  Gase "  nur.  bis  ^üi,  deren  itUMW? 
leib,  aber  nicht  bis  zu  ihren  At;hni|ii)gs9rgenenthMMi§i£- 
stiegen,  und  in  sofern  den  .  Innenk^h,  ^auf  ^^^iicha 
Weise  mit  fremden  Gasen  schwängerten  $  wie.^fn^ch 
heut  zu  Trige  geschieht  (nicht  s^Uen  .begleitl^jti^oii 
gefährlichen  -^  als  solche  das  Eipdripgen  des  Q»9m 
in  den  Leib  bezeugenden  —  Zußi^leii)  wenn  Fra^tezi 
inherhalb  kalter  Umgebungen  e'm  Becken  nüt  glühen^ 
den  Kohlen  zwischen  die  F^ii^e*  stellen.  ,  Jf^ee 
Mitglied  schliefst  übrigens  seiiien  ^E^wurf:  m^'.dc« 
Beistimmung  zu  Dr.  Lutz  erwäi^ter  AbänderMOg 
des  Amslerschen  Vorschlags,  weil  die  Dämpfe  im 
Mastdarme  mehr  Spielraum  finden;  wie  denn,  auch 
die   Srfahrung    lehre:    dafs   Tebaksklystiere    bis  .>um 


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N^tbe  Ndchricbt.  v.  ausltod«  Mlaeral^mellen;  945 

Mcfnde  dringen  k&nndn  (und  wie»  erlaube.  i<2h  mit  ' 
Iii«su4iifüg9», .  Damplb&der  bei  gewissen  hiairtnäckigen 
Yerstopfengen  angewendet  nicht  nur  erweichen, ^weil 
sie  auf  die '  ArUfic^enfläche  der.llaut  des  Leidenden  ein- 
wirken.»... soadem  auch:  Mml  sie^  in  das  Intestinum 
rectam  sich  d^n.Weg  bahnen»  kraft  ihrer  Au^debnp 
Aamkeit»  ih^er  YTäripe  «pd  .des  Lösungsvermög^na 
ihres  WaswO-  K- 

g3  pie„l)eilquellen  und  Heilquellenbä- 
der  der.rSch  weiz,  nach  ihrem  Gehalt  und 
Hemäfs  jhrer  ^Verwendung .  eingetheilt,  vom 

Nachietn  der  PrMdent  Hn  Ur.Lnu;  im  Ein- 
f^nge  seiner  EröEbungsrede  (bei  der.Haaptveraamflai** 
lang  i^r^  schweizerischen  AeriSte»  gehalten  zu.  3utgf* 
idorf  deni  i6.Ittli'i838)  einige  Angelegenheiten  der 
Gesellschaft  bc^rührt  hat»  wendet  sich  •derselbe  zu 
dem  Hauptgegensunde  seines  Vortrags»  bsstehend  in 
jbm  Yetrftttche  einer  näh^renj  Bestimmung 
iles  ^Gebrauches  der  Schweizerischen  Heil- 
jqfuellen  und  fiader.  geg^«  .Oijp.ht  und  Gicht- 
JkrankheitBn.  — *  Im  ersten  Absohnitt  werden;  in 
praktischer  Hinsicht»  und  .ohnei.schsirfe  BerücksiohJti- 
gung  der  sich  aus  der  chemischen  Analyse  ergebenden 
üebergänge,  gedachte  Heilquellen  undBädei  (Flufs-  und 
Land^eebäder  mit  eingeschlofteta  und  als  letzte  Klasse 

'  aufgeführt) ,  in  .^  i  e  b  e  n^  K  la «s  e n*  gesondert »  unter 
denen  die  erste  Klasse -jene  grofse  Zahl  ein-^ 
faeh^r  •  Icalter  Quellen  .in  sich  begreift»  wejlche. 
stt  gewöhnlichen   Bädern   verbraucht    werden    («•   B. 

.  auch  das  vom'. lU^er  anhangsweise;  erwähnte  Kalt? 


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349  N«ue  NiAchrtcht  v.  an&l&nd.  JMineralqudlen. 

baditn  Kanten  Unterwal  den)   die   übrigen  fünF 
aber    als    eigentliche   Heil<piellen   folgende   ordnend^ 
'Sonderttng  zulassen.     i)  Die  einfachen  Thermen 
zu  Leuk,  Baden,   Pfäfers  (Pfeffers)   und  Weit« 
aenburg:     Sie  rerdanken    den  grölaei^en  Theii  ihrer 
Wirkungen  ihrer'  »»Wänne^;  und  gehören  in  die  Klasse 
der    flüchtig   reizenden    und    auflösenden    Heilmittel» 
nicht  aber  zu    jener   der   fixstärkenden  ^   vielmehr  er- 
schlaffen sie  allgemein  tmd  örtlich ,  wenn  sie  an  und 
fiir  sich,   oder    relativ»    wenn   sie  fiir  eine  gegeben^ 
Person  zu  lange  gebraucht  werden;  a)  die  w abreden 
Schwefelwasser  zu  Schinznach  uhd  Iferten. 
Sie    wirken    im    hohen  Grade   reizend  "auflösend   und 
fivstärkend ,-  in  Folge    ihrer  Wärme*»    ihres   Eisens* 
und  hauptsächlich   ihrea  Schwefelgehaltes;    S)  die  in 
der  Schweiz  häufigen   kalten  Schwefelquellen, 
vorzüglich    jene   zU  Gurnigel     und  Leissigen; 
4)  die  in  »»Graubündten*«    käufigen   Kohlensäure- 
reidiMi  Und'  &)  die  gewöhnlichen,  KohiensäureaT« 
men  J&isensäuerlin'ge,    unter    denen    besonders 
genannt  zu  werden  verdienen  jene  zu  Blumenstein, 
Enggistein  ^nd^  Wc^rben.  itai  Kanton  Bern,   nebst 
mehreren   in   den    Kantonen   Luzem,    Aptienzell^   SU 
Gallen,  Thürgau  und  Neuenbürgs 

d)  Dr.  Brunher'a  zuBeni:  Reisebemeirkuiigeii 
über  verscl^iedenß  H.ieiilqueU^en  ItiQ^lienSt 

'  '  Die  Bäder  Von  Pisa  liegen  etwa  i  Stünde  We^ 
gas  von  der  Stadt,  hairt  am'  Gebirg ,  welches  den 
Staat  Lucca  von  Toscana  -schöidöt/  Die  ^  Strafse 
dahin  ist  vortrefflich.  leb  kam  Morgens  frühe  an^ 
und  der  Badearzt  Dr.  Punta,  welcher  iri  Pisa 'Wohnti 


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Nme.NMhricIit.v.aiisl&nd.Miiier^  347 

amd  wSUir^d  der  Carzeit  Bicli  begnügt»  täglicli  eiiien 
Besuch  «einen  Badepatienten  abKOstatten,  war  noch 
nicht  ang^ommen.  Ein  sehr,  verständiger  BadanC-^ 
seher  wies  ^mir  die  ganxe  Anstalt  Sie  besteht  auf 
sweiy  nach  Art  der  Pariser  -  Salpetriire  gebauten, 
Satufen  eins(5ckig^  Gebäude  von  verschiedenem  Um^ 
fiu>ge)  in  der  Mitte  jbwiscben  diesen  Flügeln  steht 
£rei  und  etwas  rückwärts  a^f  einem  geräumigen 
Platze  d^  Q4|ssi|io-  und  Wohngebäude,  welches  QaEf^ 
Billard,  Tanzsaal  und  die  Zimmer  der  Kurgäste  ent^ 
halt,  hinten  .aber  hart  an  den  Abhang  des  Gebirges 
stdfiit,  ^ekhen  jLTmstand  man  benutzt  hat,  um  ein 
Paar  iU>ereinander  steigende  Terrassen  anzubringen^ 
von  wo  aus  .ach  die. ganze  liebliche  Gegend  nach 
Müsse  übenehen  läfiit.  . 

Die  Badekaunmem  sind  in  weissen  carrarischen 
^armor  gefaCit,  indem  dieses  Material  ganz  in  der 
N^be  zu  haben  ist,  und  auch  die  Badewannen  sind 
aus  Marmor.  Der  Zinuner  sind  an  die  Sa  (in  jedem 
Flügel)  von  denen  manche  5  <—  6  Personen,  auf  ein* 
ma}  fassen  können.  Je4es  Bad  kostet,  alles  inbegrif- 
fein, j»4  Grazien  (laSchw.  Batzen).  Die  Douche- 
anstalt  ist  ziemlich  vollständig  und  nimmt  eine  be- 
sondere Abtheilung  ein» 

Die  Temperatur  der  Quelle,  welche  ganz  nahe 
hei  den  Bädern  aus  dem  Berge  entspringt ,  ist  ge- 
wöhnlich 55^  R-  Geschmack  und  Geruch  hat  das 
Wasser  sq  wenig  als  dasjenige  von  Luc ca '(siehe  unten), 
und,  dürfte  wohl  vielleicht  in  einigem  Wechselver- 
hältnifs  zu  diesem  stehezL  Da  nun  beide  Quellen 
qualitativ,  wenig  oder  gar  keine  Abweichungen  zei- 
gen j    die  Qäder   von  Luc  ca.  aber   nicht  blols  eine 


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846  Neue  Nachricht,  v.  ausländ.  Mineralquelle». 

grörsere  Mannigfaltigkeit,  von  Temperaturgfäden  ohne 
Zuthun  der  Kunst  darbieten ,    sonderti  'di^  |>aradiesi- 
8che  Gegend  und    die    dortige,    balsamisdiel  Gebirgs« 
löft,  welche  der  pisahischen  Ebene  fehlt*,  lur  Gerie- 
satig  solcher  Kneinken  '\^sentlich  beiträ|ft,'  so  erklärt 
es  sich  leicht,    warum    die  Bäder  von-  Pisa  gewöhn- 
lich noch  ziemlich   leef  stehen ,' wenn  *  es   dort    von 
Badenden  und  Trinkenden  (auch  wbhl  Tanzendeti  vaaä, 
Spielenden)   wimmelt.   •—     Für  AnJie  ^iit   ttn   wohl- 
tiätiget  Fond  gestiftet.-      ^    ^      •-'   ^  •*   -      *'    t       *  '  • 
Die  gröfstd  Seheri^^rdigkeil  *önXw6ca  «ind  Äe 
a 2* Million  (etw^  y  Stunden)   Weit  'nl^ch  dem*  Ge- 
birge  hin   liegenden   Bäd^.     Ein    schi5het%s^  ^Geläiide^ 
als  dasjenige,  welelies  die  von  Herzoi^in  Elfsa  BhoVl^-^' 
parte  angelegte  stattliche  C  h  a  u  s  s^  rf "düWhschneidet, 
trifft  man  wohl  s<5hwerlic!i    in    irgend  einem  anderen 
Theile  der  Halbinsel,     So  lange  mAn^sichi  im  flachen 
Lsmde  befindet ,  erfreuen  herrlicher  Landfiau  und  üp- 
pige   Fttichtbarlceit    des    Bodens    das   Auge.      So    wie 
man  aber    die  Gebirgsschlucht  erreicht ,    aus  welcher 
der  unansehnliche    aber*    öfters    sehr  ungestüme  Ser- 
chio  hervordringt,    ^pvird    das  Gelände  pittbresk  und 
'  äusserst  abwechselnd.  '  .  v 

,  Die  Thermen  von  Lucca  sind  durch  ganz  Europa 
berühmt  und  gelten, .  rücksiehtlich  ihrer  Eleganz,  in 
Italien  ohngefähr  für  das,  was  Wiesbaden,  Baden- 
Baden  und  Karlsbad  in  Deutschland,  denn  auch  Me- 
zulan d  gehört  der  Besuch  der  Bäder  zu  döii  vorzüg- 
lichsten Erholungsmiiteln  der  höherh  StätKle.  Wer 
eine  schöne  Natur  liebt,  mufs  sich  hier  trefflich  ge-- 
fallen,  denn  da  vereitiigt  sich  alles-,  v^as  eine  Itliüe- 
nische    Berggegend    nur    liebliches '  au&uweisen  hat. 


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Nene  NachripHt  r.  auglAnd.  Mineralquellen.  349 

Ein  medriger  Bergrücken  trennt  die  beiden  Thäler, 
4e.ren.  einer  dem  schon  erwähnten  Serchio  enge-, 
hört,  das.  andere  aber  die  Bagni  della  Villa  in 
sich  fafst.  Der  westliche  Abhang  de^  Hügels  ist  mit 
übereinander  ragenden  Gebäuden  besetzt »  zu  denei^ 
ein  ZickzacHföi'niiger  Fufsweg.  und.  eine  weiterausho- 
lende Fahrstrafse  hinanführen.  Diefs  sind  die  Bagni 
caldi.  Setzt  man  seinen  Weg  fort»  so  gelangt  man, 
unter  natürlichen  Bogengängen  majestätischer  Kasta- 
nienwäldchen, sehr  bald  auf  die  Höhe  des  Bergrückens. 
Von  hier  fällt  der  Blick  in  zwei  liebliche  Thäler^  und 
Qi^tdeckt  im  öj»tlic}i  gelegenen  das  ansehnliche  Bade- 
dorf,  die  Villa.  Von  beiden  ^Tbalgründen  erhebt 
sich  steil  und  kühn  das  Gebirg  >  doch  nicht  wie  unn 
sere  Schweizer.^  Alpen  mit  kahlen  Felswänden  und 
traurigen  Tannen,  welche  kaum  an  die  Hälfte  der 
Höhe  reichen,  sondern  bis  an  seine  obersten  Gipfel 
von  einem  ununterbrochenen  Kastanienwalde  bedockt. 
Die  Pracht  einer  solchen  Landschaft-  zu  schildern, 
übersteigt  meine  .  Kräfte.  ^ 

Ueber  die  Bäder  von  Lucca  besitzen  wir  ver- 
acbiedencf  Werke,  deren  neuestes  die  Ige4  dei  Bagni 
des  gegenwärtigen  Badearztes.  Dr.  Franc eschi  ist, 
und  wovon  eine  ate  Auflage  im  iahxe  1820  zu  Lucca 
erschien.  Das  Werk  .  besteht  aus  &  Theilen,  von 
welchen  der  erste  auf  ^lo  Seiten  die  Heilkraft  der 
Bäder  und  ihre  Anwendung  ab  ovo  das  heifst  von 
näher  nicht  als  den  Zeiten  der  Griechen  und  Kömer 
herholt;  der  ate  aber  bis  pag/335  die  Bäder  von. 
Lucca  insbesondere  abhandelt.  S|o  angenehm  sich 
jepe.  Uebersicht  liest,  so  hätte  ich  dem  Hm.  Ver- 
fasser die  langen  Auszüge  aus  andern  Schriften  9  z*  B« 


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350  Neue  Nachricht  r.  aaslftnd.  Mmeralquenen. 

Buchan's  Werke  über  die .  Seebäder»  welches  von 
pag.  x56  bis  Ende  des  xstep  Theils  (54  Seiten)  reicht 
und  andere  dergleichen  Compilationen  gerne  erlassen, 
am  nicht  nur  ein  mehreres  von  der  ihm  anvertrauten 
Anstalt  in  mediciniscfi* praktischer  Hinsicht»  sondern 
auch  einige  Notisen  über  dib  physikalische  Beschaf- 
fenheit des  Ortes y  seine  mineralogischen»  botanischen 
und  zoologischen  Reichthümer  tu  finden,  welche  doch 
gewils  manchen  Badegast  interessiren  dürften,  und 
die  wenigstens  ich  ungern  darinn  vermifse. 

Sehr  alt  ist  der  Gebrauch  dieser  Bäder.  Wie 
es  scheint,  waren  sie  schon  im  laten  Jahrhundert 
stark  besucht.  Sie  zerfallen  in  fünf  einzelne  Anstal* 
ten,  welche  sich  blos  in  Rücksicht  des  Grades  ihrer 
Wärme  unterscheiden.  .  Die  warmen  Bäder  haben 
eine  Temperatur  von' 45^ R.  an  der  Quelle;  unter 
den  Bädern  der  Villa  die  gemäfsigtesten  immer 
noch  S5^R.  In  den  erstem  hat  Hr.  Franceschi 
eine  sehr  zweckmäfsige  Douchevorrichtung  zur  belle« 
bigen  Anwendung  auf  jeden  Theil  ^es  Körpers  ange- 
bracht. Bis  jetzt  hat  die  chemische  Untersuchung 
noch  gar  keine  eigentlichen  wirksamen  festen  Bestand- 
theile  heraus  finden  künnen,  denn  die  geringen  Spa« 
ren  von  Eisengehalt,  welche  nur  die  allerempfindlich- 
sten  Reagentien  darinn  entdeckten,  kann  man  kaum 
in  Anschlag  bringen.  —  Der  vorzüglichste  Gebrauch 
des  Bades  ist  der  äusserliche.  Es  zeigt  sich  gegen 
rheumatische  und  artritische  Beschwerden ,  ^egen  Ver- 
stopfung und  Unthätigkeit  der  Eingeweide  des  Un- 
terleibs, weilsen  Flufs'  und  andere  Krankheiten  des 
Uterinsystemes,  gegen  Hämorrhoidalbeschwerden  u.  s.  w. 
besonders   wirksam.     Um  hartnäckige  Hautausschläge 


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Ne^e  Naobricht.  t.  ausl&nd.  Mineralquellen.  351 

tut  HdUoDg  XU  bringeDt  bedient  rieh  Hr.  France«» 
sc  hl  einet  gelinden  Aetzn^fttelfl ;  womit  er  die  kranke 
Oberfläche  vorerst  zerstört,  um  alsdann  mit  de^o 
grölserm  Erfolg  das  warme  Bad  gebrauchen  %u  kön- 
nen« Diesem  nach  dürfte  also  Lucca's  Heilquelle, 
mutatis  mutandis,  unter  allen  Schweizerbädem 
dem  Leukerbade  am  nächsten  kommen. 

Die  Bäder  von  Aix  in  Savoyen,  diese  dhrch 
ganz  Europa  mit  R^cht  hochberühmten  Heilquellen, 
90  gut  es  sich  nach  den  Umständen  thun  lieb,  ken- 
nen zu  lernen,  verliefs  ich,  auf  meiner  Rückkehr 
vom  Mont-Genis  im  Jahr  iSaS  die  bisherige 
freundliche  Reisegesellschaft  und  'blieb  einen  ganzen 
Tag  im  lebhaften  Aix. 

Die  Bäder  von  Aix  waren  schon  den  Römern 
bekannt.  Diefs  beweisen  die  vielen  vorhandenen  An« 
tiken,  Monumente  und  die  Benennung  Aqua  gra- 
tianae  aufs  unwidersprechlichste.  Es  ist  fast  un- 
glaublich welche  grofse  Vorliebe  die  ehemahligen 
Welteroberer  für  warme  Bäder  hatten,  denn  zuver- 
lässig besteht  eine  gute  Hälfte  der  noch  vorhandenen 
Ruinen  aus  jenen  Zeiten  in  Badehäusern. 

Die  angenehme  Lage  des  Ortes  in  einem  wei- 
ten Thalkessel,  die  Nähe  des  kleinen  aber  lieblicheii 
Bourgol-Sees,  das  milde  Clima,  alles  mochte  dazu 
beitragen,  den  kräftigen  Heilquell  schon  damals  in 
Aufnahme  zu  bringen  und,  zugleich  mit  der  gast- 
freundlichen Redlichkeit  seiner  Bewohner,  seinen  al- 
ten Ruf  in  spätem  Zeiten  immer  fester  zu  begründen. 

Aix  zählt  an  die  aooo Seelen,  Badegäste  sind 
gewöhnlich  zwischen  5  —  600  Personen.  Die  Gurzeit 
dauert  in  gewöhnlichen  Jahren  von  Anfknge  Majs  bis 


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3b2  Neue  Nachricht.  ▼:•  ausländ.  Mineralqnellefit 

Ende  Septembers ,  eiinige  PersoiMn  ba^iin .  'sich  sogar 
im  Winter,  was  detm  aüöh,  det  wanAeiv' Temperatur 
des  Bades  und  der  rhilden  Lagpe  des  Ort 4s  wegen, 
leichter  ah  wohl  anderwärts  ausführbar  ist.    ' 

Die  Badeanstalt  -selbst  gehört  det  Regierung. 
Sie  zerfällt  in  4  verschiedene  Abtheilungbn  ,*  wohin 
die  %  besondem  Quellen,  deren  ich  unten  gedenken 
will»  geleitet  werden.  Das  Gebäude  steht  am  obern 
Ende  des  Städtchens,  hat  eine  halbzirkelformige  Ge^ 
stalt,  und  ein  Säulengang  bildet  den  Durchmesser. 
j  Fensteröffnungen  schauen  gegen  den  hiedurch  ge- 
bildeten ebenfalls  halbzirkelförmigen  Hofraum  und 
etitsprechen  der  doppelten  Anzahl  von  Kämmercheu« 
Diese  sind  oberhalb  offen,  gemauert  und  ziemlich 
geräumig. 

1.  Die  Douchebäder.  Jede  Kammer  hat  in 
ihrer  Mitte  eine  badewannenförmige  Vertiefung,  wo 
a  Stuffen  hinunterführen;  5  metallene  Röhren  treten 
aus  der  Wand  hervor,  die  mittlere  führt  das  IVIine^ 
ralwa^ser,  die  beiden  übrigen  gewöhnliches,  kaltes 
und  warmes  Wasser.  Sie  wird  enWeder  einfach  d. 
h.  mittelst  des  natürlichen  Stromes  auf  den  leiden-^ 
den  Theil  oder  durch  künstliche  Hülfe ,  mittelst  Zu- 
sammenpressens  des  Wasserstrahles,  besonders  h6v 
Krankheiten  der  Vagina  und  des  Rectums,  angewen- 
det. Hiezu  gehört  ein  ganzes,  reichhaltiges  und 
täglich  sich  mehrendes  Magazin  verschiedener  Appa- 
rate, zu  deren  genauem  Beschreibung  freilich  längere 
Zeit  gehörte  als  ich  widmen  konnte;  unter  andern 
bemerkte  ich  hier  Vorrichtqngen  zu  Schonuiig  ein- 
zelner Theile,  um  den  Wasserstrahl  desto  kräftiger 
IBiuf  andere  .benachbarte  Stellen  zu  leiton,  w^ehe  gut 

ausge* 

'  ■  ■      /  Digitizedby  Google 


Neo^  Nad^iicht.  V.  ausländ.  Afineralquellen«  363  - 

ftttsgedacht  sdiienötf  und  ittk'en  Zweck  wohl'  sieber 
erreichen  dürften. 

'  y  .'4.  P.*ö  Sc^h^itz-  oder  Dampfbäder  be- 
stehen in  einer  ^ Klammer  mit  Stufen,  wo  die  Kranken 
bei.ejner  TepipefAllidr.  V9P  57®  R.  natürlicher  Wärmie»» 
so  IiHige  sitzen  bleiben  als  sie  es  t^rtragen.,  was 
denn  freilich  [sehr  verschieden  aasfallt«  In  wollene 
Tücher  wohl  eingewickelt  begeben  sie  siqh  alsdann 
nach  Hause  ins  '  Bette.  Vor  Erkältungen  fürchten 
sidkdie  hie^ig^i)  ,]ßffc4®ärzt6  ip  allgemeinen,  nicht  sehr^ 
denh.^sie  behaupten  (und  wohl  nicht  «bne  Grund) 
Aarch  das  Dampfbad  sey  die  Thätigkett-  der  •  abson* 
demden  Hautgefäfse  so  sicher  eingeleitet ,  da(s  eben^ 
dieselben  Grade  von  Temperaturveränderung,  welche 
bei  ^gejringerm  Schweifse  schädlich  wären,  hier  gar 
flicht  ^in  Anscl^lag.  kämen;  eine  Ansicht,  welche  ea 
^um'.Theil  auch  .erklären  dürfte,  wie,,  die  Russen, 
ohni9  'Nachtheil  für  die  Gesundheit,  sich  aus  ihrein 
Schwitzbädern  in  die  eisige  Newa  stürzen  (YergL 
RjB^u:,  UeberdenWerthdeshomoopätischen  Verfahrens. 
I^ei^^lberg  i8a4  pag.^94,  wo  ganz  dieselbe  Met* 
nung.«  ausgesprochen  ist). 

•  '  3.  Der  Trinkbrunnen.  Seitwärts,  ohnfeni 
des  Hiiitet^undes  des  Gebäudes,  strömen  abdampfende 
Wasserstrale  nebeneinander  aus  besondeni  Roh« 
ren  hervor.  Der  eine  heifst  die  schweflichte 
Quelle  (eau  sülphureuse)  und  entspringt  im  .Hause 
selbst  aus  dem  Fels,  der  andere  die  alaunhaltljge 
Q.uell6*)  (eau  alumineusi»)  und  wird  ein  paar  hun- 


*)  Eine   falsche 'l^eDeDDttng,  wie  unten   ttebeods   cbeniitfelia 
Aosl/se  bevireiit;  m,  vergl.  daiait  dit  Anal/ie  des  Schins« 
Archiv  f.  d.  gel.  Nsiitrl.  B.  19.  H.9«  23 


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4eft  Schritte  ^it  .uis  ^ii^m  Friraiglirten  hptgdUiiUi^ 
Jene  Qaelle  hat  die  Temperatur  von  ,^%^  "R,  (sie  lie* 
fert  auch  die  Schwitzbäder).  Diese  hat  an  ihrem  Ur* 
Sprung  hlofs  &5^  H. ;  dazu  kommt  noch  zu  gei^issen 
Seiten  eine  Infiltration  des  Kegenwaisers »  weiches ' 
die  Wärme  um  i-^S'^H.  vermindert.  Durch  diese 
cweckpiälaga  Annäherung  beider  Quellen  ist  die  Leich- 
IJigkeit  gegeben»  solche  nach  Belieben  zu  mischen. 
Das  Schwefelwasser  besitzt,  ^in^n  hjfdrothionartigen 
Geschmack  und  pripkelt  auf  der  Zunge,  das  andere 
dagegen  l&fst  einen  mehr  salzigen  Geschmack  wkhr-' 
tlehmem  In  wie  'weit  jenes  Experimente  dem  zufolge' 
4as  eine  von  beiden  Wassern  (welches?  weifsrich 
mich  nicht  nfiahr  eu  entsinnen)  cane  Stahlhlinge  ea 
dem  eingetauchten,  das  andere  dagegen  am  entgegen«* 
gesetzten  Ende  schwärzen  soll,  seine  Richtigkeit  habe, 
will  ich^  wie  wohl  ich  es  bezweifle^  noch  nicht  entscheiden. 
*'*^  Obgleich,  hadh  Dr.  d'Espmes  mündlicher  Ver- 
*ncheratigy  eVissbr  seiner  im  Jaht  i8t>i  erschientoetf 
«These*)»,  nock  gar  keine  vollständige  Beschreibung 
4er  Bäder  ^^islirt**),  so  besitzt. man  doch  5  ver- 
schiedene chemische  Analysen  davon  ^  welche.  Jener, 
als  der  vqn  der .  llegierung  angestellte.  Brunnenarzt, 
in  einem  seiher'  seit  1818  dem  Generalintendanten 
^id  Chambery  alljährlich  eingesandten ,  ökonomisch- 
medicinischen  Badrapporte  neben  einander  aufFühtt^*)« 
jDuirch  seine  Güte  bin  ich  in  den  Stand  gesetzt  wor- 
(äen,  sie  aus  d^^n^  D9ppel  des  YerfjBissers  selbst  .'aus- 
zuheben.    Sie  sind  folgende: 


nftcberwaiie»,  in  der  Sten  Abtheilang  dei'  Z&ricber  Neu- 
jahngeichenke  Über  Schinznach  p.7. 
^      *)  Essai  topographiqiie  sur  Aix  en  Savo^ye  et  ms  hains. 
**)  Wie   wenig   die   Bäder   von   Aix  in   Deutschland    bekannt 
ii^d|   beweist^ ^nes   der  neuesten    deolschen  Compendiey^ 
Richters  Mineralquellen,  wo  pag.  aoo,    Aix  nar   so  im 
Vorbeigehen  unter  die   alcaL   Scb wefelwatser  ge. 
,  aetzt  wird.  1 

***)  Die  V0n  Dr.  Griffa  ans  Turin  und  Danbeny  von  Ox- 
foird  geaaciilte  Uatertochaagto  lieont  iob  nlcbt  telbtt. 


Digitized 


byCoogle 


Meüfe  NaichriBht  V^aittMad.  AÜDenaquäle». 


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23* 


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35ß  Meue  Nadbricbt.  t.  atitUad.  Mineralquellen. 

Bei  diesen  SHeihen  von  Analysen  fiOlt  mir  dpch 
unmaaisgeblich  auf:      , 

1.  Die  vielen  durchaus  leeren  Golbiimn  de« 
«inen  Paares  von  Beobachtungen,  bei  dagegen  demEch 
starlon^ummen  der  nämlichen  Substanz  in  andern. 

ft.  Die  genaue  arithmetiscfaen  Üebereinstim^ 
mungen  in  Socquets  Analyse,  bei  beiden  Quellen, 
als  z.  B.  im  Artikel  kphlens^  Magnesia  und  dann 
Ektraktiv^stoft.  >  Wer  die  Natur  kennt,  weiG^ 
'  wie  selten  dergleichen  Coinddenzen  vorfallen  und 
schöpft  sogleich  Verdacht  i|uf^  ein  aus  Selbstgefällig- 
keit ersopnenes  IMachwerk^ 

3*  Der  Umstand  dals  dagegen  die  S  Analysen  in 
ihren  Resultaten  gar  zu  sehr  von  einander  ab- 
weichen. 

Wahr  ist  es  freilich,  da(s  die  analytische  Che* 
mie,.  troti(  der  .Kiesenfortschritte,,  welche  sie  in  die- 
sem Jahrhundert  gemacht  hat,  dennoch  weit  von  dem 
Grade  ejlner  mathematischen  Gewifsheit  entfernt  ist, 
dafs  sie  sich  alljährlich  vervollkommnet  und  sich's 
leichi  denken  Täfst,  wie  ein  späterer  Chemiker  Stoffe 
entdecken  könne«  welche  seine^n  Vorgänger  entgangen 
-  wafen»  dafs  der  eine  iib^rhäupt  sorgfältiger  beobach- 
tet, und  endlich,  dals  wahrscheinlich  die  Heilquellen 
das  allgemeine  Schicksal  der  Dinge  auf  dieser  Erde 
tfaeilen,  ihrer  Natur  nach  in  qualitativer  wie  in  quan- 
titativer Hinsicht  einer  gewissen  Veränderung  unter- 
worfen zu  seyn,  ohne  dafs  wir  die  Regeln  derselben 
kennen  noch  u,ns,den  Hergans  der  Sache  anders  als 
^  aus  der  AuHösung  oder  Erschöpfung  der  einen  oder 
d0r  4uxdern  Erdschiohte    im  Innern   ihrer  gebeiomils* 


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Neue  I^facIlricht  ^.  ausl&nd.  Miheralqfuellen.  ^57 

Tollen  WerlcBtätte  zu  «rklären  WüCrten  ^%  Wahr  ist 
es  ferner»  dals  kleine  Abweichungen  in  den  Resul- 
taten ^her'  ein  Argonient  für' als  wider  die  Wahr- 
heitsliebe der  Untersuoher  abgeben  '  dürfte ,  aber  iati 
gewaltigen  Ab'sprünge  I  die  namha&mi  Unterschiede^! 
begründen  sie  nicht  vielmehr  die  Vermuthung»  es 
möchte  wohl  bey  den  Operationen  nicht  immer  dio 
gowissenbaCteste  Genauigkeit  gewaltet  haben? 

Dr.  d' Espin  es  bemerkte  übrigens  gan«  richtig, 
dab  es  sehr  gewagt  wäre  aus  obigen  Analysen  eh» 
bestimmte  Indikation  für  den  vonugsweisen  Gebrauch 
der  einen  oder  der  andern  Quelle  festznsetten,  indem 
es  ja  noch  nicht  gelange^  sey  das  Th^malgas  aufui» 

.  fangen ,  worin  doch ,  aller  Yermuthung  nach ,  die 
hauptsächlich^e    Ursache    der^  Wirksamkeit    warmer 

'  Quellen  liegen  dürfte.  Auch  über  die  Dosis»  worinn 
«ie  angewendet  werden  sollten»  wollte  er  sich  nicht 
einlassen  und  versicherte  mir»  aus  eigener  und  fremder 
erprobter  Erfahrung  die  Ueberzeugung  geschöpft  %u 
haben»  dals  diefs  durchaus  von  der  Individualität  ab- 
hänge. Sollte  man  aber  nach  der  Induction  schliefsen 
dürfen»  so  möchte  wohl  die  Schwefelquelle  mehr  in 
Krankheiten  von  abnormer  Hautthätigkeit »  das  Alaiun- 

vwasser  dagegen  (das  also  keinen  eigentlichen  Alaun» 
aondern.blofs  mehr  salzichte  Theiie  enthält)  bei  Yer-^ 


*)  Vergleiche  hiemit;  Bichtev  die  Miaeralqaellen  Deiit«cb* 
lande.  Berlin  i8s8  p.  16  folgg.  F  e  n  n  e  r  s  Gargefchenk 
Bdchn.  II.  pag.  i65  folgg.  und  Strore  aber  NacbbiU 
doBgen  natfirlicber  Hei]qtt*lleii.v  Dresden  i8s4  psg:  iV^  ad 
V6tt. '^^  18,  eniKch  faet  s He.  Analfeen  tiner  »Bd  der- 
selben Mineral<]aelle  dnrsh  veiwcliiedeae  Seb«id«li«nitler« 


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ISß  KetteNäehrichtv.äcisl&ndrMihierMip^ 

••öUi&niaDgniistaiia  des  Untexldl»  -^^  Yenug  inm- 


tJnter  aUan  Sehweizerb&dem  ^clnen.inir  die 
InanUta  Alaunquelle  tcät  dem  IWaaser  von  Niedeibaäeti 
die  grö&te  Analogie  «a  bedtz^^,  (während  dägeg^i 
dffie  SdiweCelquelle  sich  vieliiiehr  dem  Schinxaaelittr- 
üvasser  nähern  dürfte)  und  daher  ancSi  in  timlietiaa 
Fällen  anwendbar  %a  seyn , '  als :  gegen  diremsoiiia 
Sbhleimflüsse»  Yerstopfohg  vaäSL  .Unthltigkeit  «der  Or- 
egano des  Unterleiber  voraügUdi  deß  Uierinsyatems,  tte 
.'Schwefelquelle  aber  gegen  Hämordioiden ,  ctooxüaehe 
rHaiatausscfaläge,  gegen  die  Folgen  langwienger  Mer- 
^curialcnren,  arthntis<die  und  rfaeumatisGheBesdiwecdett, 
Verrenkungen  besonders  aus  innem  Ursachen  u.  s.'W. 

Den  4ten  Theil  der  Bäder  von  Ais  bilden  die 
ttitentli'chen  Armenbäder,  wdche  gegenKarteo 
Jan  arme  Kranke  gratis  verabreicht  werden.  Hier  wird 
^unter  einem  allgemeinen  Dache,  gerade  so  wie  xuLeuk^ 
gebadet,  blols  wo  möglich  noch  etwas  enger  und 
'idimutuger. 

An  einem  eigentlichen  Badehaus  für  zielende 
Kurgäste  fehlt  es  dagegen  noch  bis  heute  gänzlich, 
}eder  muTs  entweder  sich  das  Wasser  in  seine  Wc^- 
.nnng  tragen  lassen»  welches  nicht  nur  mit  Unkosten 
sondern  überdiels  noch  nut  manchen  Unannehnüich- 
keiten  verbunden  ist,  -— .  oder  in  jenen  ungeheuren 
Becken  der  Kammern  so  lange  harren,  bis  der  Was- 
serspiegel auf  den  gehörigen  Punkt  gestiegen  ist,     Da- 


*)  Man  ▼•rgldcbt  die  Attalyt«  roa  Baohof  io   Dar«  IfcTi 
.Badcafahirt  pag.74»  aad  KoUaiattat  Baachrsiboag  voa 
Niedtribadaa  i8s6  pag.lli 


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/ 


Neue  Nachricht,  v.  attsl&nd.  Mineralquellen.  ^51^ 

M  fehlt  ««  an  Badebemiw,  Ittänteln  und  Tt^dkaO' 

tüchem  ganai. 

Wie  ich  höre  geht  die  Badedirektion  oUt  dem 
Vorhaben  mn,  einem  so  wesentlichen  Mangel  durch 
ein  neues  geräumiges  Gebäude  abzuhelfen.  *) 

Die  Dauer  der  Ciir^eit  ist  gemeiniglich  Ton  4 
Wochen I  hängt  aber  Von  den  Umständen  ab,  so  gut 
wie  in  jedem  andern  Bade« 

Vf)  Ludlow  über  die  Mineralquelle  voA 
Sonah,  in  Oatindien. 


S  Ott  ah  Hegt  35  engl  Meilen  rott  Delhi  ond  i5  reo  Gaor* 
^oan ,  ostlieh  tob  den  HUgelo  Mewsl  und  aiiter  ihneii.  Die  mt- 
Icrisebe  Gegend  in  hoch  und  trocheoi  der  Boden  leicht;  dis 
»eifteof  siemlioh  breiten  HQgel  enthalten  Randstein,  Eisen i  eist 
Art  Ocbersrde  und  hin  und  wieder  Glimmer.  Die  Qaella  enS< 
steigt  in  einem  in  den  Fellen  ge^benen  Bmnneni  der  ^ehon 
•eit  Jahrhandcrtan  bestehen  soll;  das^Gtnsc  ist  mit  einer  Koppel 
nberbaueti  ond  mit  Zimmern  nmgcben.  AdUsebn  Stunden  den 
Tag  fiber^i  nird  in  denselben  Ton  Mnhamedanern  ond  Hindns 
gebadet,  während  die  beiden  ontersten  Kasten  der  letstersn  sich 
sn  gleichem  Zwecke  an  dem  sehmatsigen  Wasser  eines  beson» 
deren  BehäUoisses  genfigen  mUssen.  Dss  Wssser  wirkt  stark 
aof  den  Harn  and  gann  Torafiglicher  gegen  Hsotk rankheiten«  Es 
sehetnt  reich  aU  seyn  an  Kohlensliare  j  hingegen  arm  an  Salsen; 
denn  um  absnf&hren,  bedarf  es  des  Znsataes  ron  Secsalss 
TTansactIons  of  the  Medical  and  Physical  Socistjr  of  Gsl- 
cvtta.  III.  Calcotta.  18S7.  8, 


^)  Ans  einem  seil  Abfassoog  dieses  Berichtes  eingegangenen 
Sehreiben  des  Dr.  d^ Espin  es  geht  berrori  dafs  solches 
noch  wirklich  geschehen  se^. 


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Unerwartete  Bxp l os i on  feiiier  matbifo&af^ 
lieh  Kalium -haltigen  Flüssigkeit 

Au3^Ug  eines .  Briefes  vom  Geh.  Holratb  uad 
Ritter  Wura&er,  in  Marburg* 


Marburg  den  4*  I^^cbr.  iSsg« 
Im  Laboratorium—stand  , hinter   einigen   Glasern 
mit  Steinöl,    seit  längerer  Zeit,. eine  Bouteille,  von 
der  die  Signatur  beim  Abstäuben  weggekommen  war. 
Die  Flüssigkeit,  welche  sie  enthielt,   schien  ebenfalls 
Steinöl    zu    sejn,     oder    dieses    doch    zu    enthalten. 
Sie  war  nicht  so  dunkelbraunschwarz,    und  so  widrig 
riechend,  auch  nicht  so  dickflüssige  wie  das  schwätze 
Steinöl.     Auch  war   sie  nicht  so  rothgelb  und  düsn^ 
fiüsisig,  wi«   das  rothe  Steinöl.     Noch  weniger  hatto 
feie  die  äussern  Eigenschaften    des   weissen   Stein« 
Öles.       In    ihrem    Geschmacke     ähnelte     sie     dem 
^  o  t  h  e  n   Stekiöl    noch    am  meisten  ;    indem    sie  wi- 
derlith    'scharf  -  brenzlich    schmeckte.      £hd   die  Boa« 
teille  bewegt   wurde,    war  diese  Flüssigkeit  —  so 
viel  mir  erinnerlich  ist  —  gewissermafsen  in  %  Schich- 
ten getheilt,    wovon    die   obere    klar    und   braunroth 
war,  die  untere  hingegen  heller  und  etwas  schleimig, 
aussah.      Beim    Schütteln    aber    verschwanden    diese 
Schichten  ganz  und  gar.     Ich  beschlofs,  dieselbe  VPr* 
erst  über  Wasser  zu  rectificiren.     Während  hiezu  dia 
Anstalten  gemacht  wurden  ^   schüttete   ich  £twAs"Von 
diese.m  Oele    (oder  Oelgemenge)   in  ein  sehr  weifsss 
Glas,    welches   eben    ausgespült    worden   und   daher. 


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üb.  Expbsmi. «.. Kalium- hah«Fl&ssigkdt,    361 

noch  Haut  ^«ifiir,..utid  b^meridie»  jt&  an  oinx^lMki 
Stellen  kleine  Bläschen  erschienen ,  die  bald  ^vet- 
schwanden.'  Bei  dem  in  die  Höhesteigeiv  det  Bläs- 
chen hieng  denselben  Etwas  von  einer  graulichen 
Masse  an»  und  die  Bläschen  stielsen ,  beim  Zerplatzen 
auf  der  Oberfläche»  einen  schwachen  wei(s  -  graulichep 
Dampf  aus;  aug^ich  mköhtesich  die  Temperatur dor 
Flüssigkeit.  Nur  zwei*  meiner  Zuhörer»  die  sich  zu* 
gleich  mit  practischen  Arbeiten  beschäftigen»  waren 
glücklicher  Weise!  zugegen;  beide  vortreffliche  junge 
IVlänner  von  ausgezeichneten  Kenntnissen  und  muster- 
hafter Solidität  im  Betragen.  Indem  ich  von.  diesen 
grauen  in  die -Höhe  steigenden  Körperchen  Etwas  im 
Munde  prüfte»  nahm  ich  einen  ganz  auffallenden  al« 
kaiischen  Geschmack  wahr;  ich  ersuchte  einen  dersel- 
ben (Hm.  Saltzmann  aus  Witzenhausen)  das 
Glas  zu  halten»  trni  mit  einigen  reagirenden  Papieren» 
die  auf  dem  Tische»  an  dem  wir  standen»  lagen»  die 
bekannten  Prüfungen  anzustellen»  als»  zu  einer  nnd 
derselben  Zeit»  der  andre  (Hr.  Müller  aus 
^schopau  in  Sachsen)  die  ganze  Quantität  des 
Oels  (vielleicht  la  Unzen)»  meinem  Auftrage  gemäfs» 
xnit  -der*  növhigen.  Menge  Wasser  in  eine  Retorte  ge- 
gossen hatte»  um  dieses  Oel  darüber  %u  rectificiren. 
Ehe  ich  aber  noch  die  Papiere  in  der  Hand  hatte» 
entstand  in  der  Betorte  eine  solche  Explosion»  dafs 
die  letzte  upter  einem  wahrhaft  furchtbaren  Knall^ 
^n  zahllose  kleine  Stückchen  zersprang»  den  Hm, 
Stud.  Müllev  an  den  Händeii  und  dem  Gerichte 
so  verletzte ,  dafs  ich  im.  ersten  Augenblicke  da's 
Schrecklichste»  hinsichtlich  der  Augen»  zu  be*- 
fürcbtan  Ursache  hatte,     Daiik    sey  es  der  Vorsicht : 


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'Mü  Wiirz6räl).tixplo^/e.Katt«M^4ufiuPl^^^ 

kerne   bleibende«    Vt^igm   sind    f&r   iSmen   wackem 
loogett  Mann  xurückgeblieben ! 

Die  Heftigkek  .  der^  Explosion  war  so  bedeuten  j, 
dafs  ich  im  Augenblicke ^  wo  sie  Statt  fand«  etwa 
4  Schritte  von  der  Retorte  und  mit  dem  Rücken 
gegen  dieselbe  gekehrt,  einen  soldhen  Cuftstols  er- 
*liieh»  dab  ich  faM  ausfmdinev  SteHe  genickt  wurde, 
«ad  im  oäcfasteB  (doch  jenseits  der  JL ahn  liegen- 
40n)  Hause,  der  Bewohner  ein  Zusammenstürzen 
einzelner  Theile  dessejlben  im  oberen  Stocke  wahrge- 
nommen zu  haben '  wähnte.  Etwa  6  — •  8  Glas- 
sti^ckchen,  von  vielleicht  a  Linien  Durchmesser,  fan«^ 
^en  sich  Theils  auf  meinen  Schultern^  Theils  in  den 
^Haaren.  —  Offenbar  war  hier  Kalium  im  Spiele, 
loder  vielmehr  das  Wirkende!  Yielleiaht  ist 
£inmal  (oder  einige  Male),  als  ich  Kalium  be- 
reitet hatte  (was  wenige  Monate  vorher  zweimal  in 
ziemlich  gro&er  Menge  geschehen  war)  das  Steinol, 
unter  welchem  jenes  aufgefangen  wurde,  in  diese 
«Flasche  geschüttet  worden,  und  Kalium  —7  wenn 
auch  nur  in  sehr  geringer  Menge  —  darin  geblieben ! 
X>as  Wasser  enthaltende  .Oel^  welches  früher  im  weis* 
.sen  Glase  beobacfatej:  wurde,  reagirte  stark  alka- 
lisch, und  gab  mit  Weinsteinsäure,  eine  verhältnifs- 
mäfsig  starke  Quantität  regenerirten  Weinsteins. 

^mmmmmKmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmi^mmmmfmmmifm 

Ueber    die    SelbdtmitzünduDg    des  Weia<r 
&ther^s; 

vom 

Herausgeben 

Die  S.85  des  LB«  meines  Handb.  der  Meteorologie^  erwUÜa* 
ten  Phänomene  der  Selbsftentsandnng  des  Wein&ther«, 
die  auch  durch  Dingler^t  Beob.  (Trommsdorffs  Jouro, 
IX.  S.  aoB)  bestätigt  werden,  scheinen  darzulhun:  dafs  es  bei 
diesen  und  Ähnlichen  Fiassigketten  (mutbmaarslich  «ach  bei  tn^ffk* 
)[iydrocarbon)  nur  grofser  fixirter  VerflSchong  und  mäfsiger 
Erhitzung  bedarf,  um  dergleichen  brennbare  Gemische  tilirSelMI^ 
etiuüodung  (nSmlieh :  Bnttammnng)su;br^ii^ni  ^^Itst  vieJUicfat 
einer  der  Lestr  ähnliche  Wahmehmungeo  hij^sichtlich  Öliger 
~Cblorvcrbinduif|eo?  vKall^nstr« 


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'üebep  'Brandfett; 


863 

9 


TOB 


Pr.  Christian  Wöllaer;  Fabrikant  cbend* 

aoher  Prapante  xu  Pünwald  bei  Mülheim 

am  Rhein« 


Brandfett  nfeDe  ich  eine  elgenthämliebe,  in 
•einen  phyrfsdiea  und  chemischen  Verhalten  dem  ge- 
wöhnlichen Rindrfett  sehr  ähnliche  Substanc,  die  ich 
in  meiner  Fabnck  (im  August  x8a8)  bei  Bereitung 
der  rohen  HoHslure  kennen  lernte.  "^ 

Beror  ich  ^e  Eigenschaften  beschreibe,  die  Ich 
im  Drange  der  Geschäfte  nur  oberflächlich  an  die- 
4ser  SubstaofiB  Gelegenheit  hatte  wahrzunehmen,  will 
ich  eine  Beschreibung  des  Apjparats  geben,  den  ich 
in  Anwendung  gebracht,  um  die  aus  der  Zerstörung 
des  Holzes  im  verschlossenen  Räume  sich  bildenden 
Gase  möglichst  zu  condensiren.  •^-  Zur  Yerhohlung 
des  Holzes  findet  bei  mir  der  gewöhnUche  französi- 
sdie  Ofen  Anwendung ,  wo  ein  mit  dem  nbthigen 
Holz  geladener  Gylinder  mittelst  eines  Krahns  in  den 
Ofen  gelassen ,  nach  beendigter  Operation  ein  anderer 
zu  demselben  Zweck  parat  stehender  Gylinder  hinein- 
gehoben wird  n.  s.  w.  —  '(Siehe  das  Laboratorima» 
•neuntes  Heft  Tafel XXXY.> 

Die  Oeflnnng  an  dem  Gylinder  zur  Auslassung 
der  Gase  geht  bei  mir  durch  ein  Yerbindungsrohc 
von  7  Zoll  Durchmesser  in  ein  weites  Rohr  von 
iSZoU  Durchmesser  und  iSFufs  Lange,  welches  in 
einem  Kühlbehälter  liegt^  das  unmittdbar  nSt  einem 


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; 


3ß4  WöUner 

Bach  in  Yerbkidiiiig  steht, '  8o,  d&rs  das  Wasser  des 
Bach,  das  circa  aSFufs  davon  eine  Farbmühle  treibt, 
das  Rohr  beständig  kalt  erhält,  indem  der  ganze  Bach 
4oreh  den  Kühlbehälter  fliersen  muiTs.  '  Hiedurch 
wird  alle  Holzsäure  und  det^  grd&te  Thefl  des  brenz-- 
liehen  Oels  condensirt  erhalten;  Da  ich  indeCs  be-- 
merkte,  dals  noch  immer  neben  den  permanenten  Gasen 
andere  Gase  sich  mit  verfiüchtigtdn ,  die  condensirbar 
waren,  so  brachte  ich  mit  diesem  Kühlapparat  noch 
z^ei  .Fässer,  jedes  von  zehn  Ohm  Innhalt  in  Yerbia* 
düng,  von  denen  das  eine  mit  einer  xu  verschliefsenden 
Oeffnung  so  versehen  erschien,  dals  Beobachtungen  darin 
leicht  anzustellen  waren.  Schon  in  dem  ersten  Fa&e 
.bildete  sich  keine. Holzsäare  mehr,  und  in  dem  zwei- 
ten  Fasse,  in  welchem  sich  auch  qoch  brenzliches 
Oel  bildete,  fand  sich  am  andern  Morgen.,  nachdem 
das  darin  befindliche  Oel  ganz  erkaltet  war,  eine  Substanz, 
.die  vollkommen  wie  ein  Fett  oder  Talg  aassah.  Sie 
,hatte  sich  an  den  Wänden  des  Gefäfses  in  einer  star- 
.ren  Kruste  angesetzt  und  bildete  auf  dem  im  Fafs 
.sich  befindendem  brenzlichem  Oel  eine  Decke  ahn« 
,Iich,  aU  v^enn  Hammelfett  auf  dem  Wasser  erstarrt. 
f  '  Von  dieser  erstarrten  Masse  lie&  ich  mir  eine 
»Portion  ins  l/aboratorium  bringen,  und  durch  vorläu- 
fige Untersuchung  fand  ich:  dafs  sie  von  koncentrir- 
ter  Essigsäure  nicht  im  mindesten  angegriffen  wird, 
während  diese,  das  bren^iche  .Gel  auflöst.  Dieses 
..Yerhalten  gab  mir  ein  Mittel  an  die  Hand  solches 
.für  «ich  rein  von  brenzlichem  Oele  nach  folgendein 
, Verfahren,  darzustellen: 

Das   auf    obige  Art    erhaltene    mit    brenzlichem 
jOele  verunreinigte  Qrandfett  wird   mit  twei  Theilen 


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über  Brandfett  365 

kMcelitrirMr  Eoi^ure  von  i,o452Sgeiigew.bei  dner 
Wirme  die  den  Stthroelspankt  das  Brandfettt  üyer* 
steigt,  behandelt  Nachdem  das  Gente  eikidtet  iit, 
hat  iich  >  das  Brandfett  auf  der  Oberfläche  %a  eineiB 
festen  Fettbeden  gesammelt  and  die  mit  brentliehem 
Öele  verunreinigte  Essigsäure  kann  rein  davon  «bge^ 
lassen  werden«  Dieselbe  Operation  wird  nooh  mn 
paar  Mal  mit  derselben  Menge  •  koncentrirter  Esng** 
säure  .  wiederholt  I  bis  sie  fast  nicht  im  mindssten 
mehr  gefärbt  wird»  und  zuletxt  mit  destilUrtem  Was^ 
ser  so  ioft  bei  derselben  Wärme  behandelt,  bis^s 
Lakmuspapier  nicht  mehr  geröthet  wird.  Das  abge- 
trocknete Brandfett  wird  nun  in  einer  PoraeUanscbaala 
einige  Zeit  in  (schmelzendem)  Fluls  erhalten,  um  alle 
wäfsrigen  Theile  davon  xu  entfernen;  was  daran  ra 
erkennen  ist;  dafs  das  kreischende  Getöse,  welches 
beim  Schmelaen  jedes  wasserhaltigen  FetU  entsteht» 
nachläfst  und  dafs  das  Fett  ruhig  fließt. 

Das  auf  diese  Weise  gereinigte  Brandfett  röthet 
weder  Lakmus-  noch  bräunt  es  das  Curcumapapier; 
und  hat  einen  milden  etwas  brenzlichen .  Geschmack 
und  Geruch.  Sein  Eagengewicht  ist  c=  0,979  und 
es  schmilzt  bei  44  bis  45^ R.;  d.  h.  bei  45  Grad  wird 
es  noch  im^Flufs  erhalten.  Wird  es  bis  su  |enerTem-. 
peratur  erhitct,bei  welcher  es  siedet,  so  wird  es  unter  Zer«. 
Setzung  durch  fortgesetztes  Sieden  allmiihlig  in  eia 
schwarzes  Pech  verwandelt,  dessen  Eigengewicht  nun 
dem  destillirtem  Wasser  fast  gleichkommt  und  das  jetzt 
nicht  mehr  mit  den  Aetzalkalien  jene  Seifenbüdung 
eingeht,  wovon  weiter  unten  die  Rede  sejrn  wird,  -i-^ 
Das  Brandfett  brennt  mit  einer  stark  leuchtenden  und 
rulsekiden  Flamme.     Auf  Papiw  macht  es  Fettflecken^^ 


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366  W&llner 

Aq£  f^Bfifisfti««  gesCricJ^eii/^ibt  e$  a»  duttdbe  «bn 
düaaflügsige»  Oel  i^,  ufid  wird  dftdurc)i  konsistenten 
JMa  Bffinlfett  hu  eisiei  bimme  an  im  Kaole^  dorüh* 
whainende  Farbe »  die  auch  dorch  Chlor -Flüssigk^ 
nicht  gebleidit  wird;  es  wird,  jedoch  nach  langem 
Stehen. unter  Wasser  an-  einem  lichtreicheB  Orte  auf 
der  ibissersten  Q)>erfiäche  etwas  gel>lQicht>  ertheilt 
dadurch  dem  Wasser  einen  breoalichen  Geschmack 
und  Geruch,  und  die  Eigenschaft  ^e$  Lakmuspapies 
xtt.  tothen  und  sich  mit  einer  kalten  schwefelsauren 
SasenMyd  «^  Lösung  schwarzbraun  xu  färben^ 

Von  koncentrirter  Schwefelsäure  wird  des  Brand* 
fett  hei  der  Temperatur»;  bei  .der  es  schmilzt,  mit  dunkel<->^ 
brauner:  Farbe  aufgelöst.  Diese  Y^etbindung  wird 
durch  siedendes  Wassier  xerset:^.  Das  aufjgeföste  Brand*  . 
talg.wird.  daraus  in. verämdertem,  mehr  pd^r  weniger 
VBrknktöm  Zustande  ni^ergeschlagl^n  und  hat  iluir 
eine  ^klebrige.  Beschaffenheit  angenommen,  »-*  Kon- 
öenttSrte'Salpeterstere  lest  das  Brandfett  in  der  Hitze 
UBfer  '£ntwicklung  von  tStickstoffostydgas^.  mit  braun« 
gelbar  Farbe  auf»  Auch  diese  Verbindung^  mit  sie^- 
dendem  Wasser  gefallt»  hat  eine  dem  Pech  ahi^eha 
läha  klebrige  Beschaffenheit  — -*»  Weingeist  löst  daa 
Bsandfett  schwierige  dagegen  .wird  ,qs  voii.  absof 
lutem  Alkoh9l  Jeioht  zu  einer  braunen.  Fliiss^keit 
gelöste  £s  echlägt  sich  daraus  durch  Wasser  wieder. , 
nieder  und  beim  Erwärmen  über  45^  sammelt  sick 
das  Brandfett  mit  seinen  vorigen  Eigenschaften  aoE 
der  Flüssigkeit  schwimmend,  die  von  den-  fi^rbenden. 
Theürcn  nichts  zurückgebalt^  hat.  Ebenso,  ist  es  in 
Aether  löslich  und.  bleibt»  wenn  der  Aether  abdestU* 
üat  wird»,  das.  Braadfett.  zurück»     Die   b^idep  «}^ 


i . .  — '^^' 


l^aGltoliett  m4  älhfiriBcÜiea  ti^aagra^  röthM'  di$  Uk* 
musj^apier  nicht;  auch  konnt^  beim  ruhigen  AbsetxOBr. 
während  de^  Erkaltens,  keive  geregelte  Kxystallisatioa 
dea  firandfetts  wahrgenommen  werden.  .  , 

Wenn  hian  das  Brandfett  mit  einer  Aetmatron- 
Laoge  im  UebeischaCi,  die  i6Grade  am  Baum&chen 
Aräometer  hält»  unter  Umräbr^n  einige  Zeit  kocht^v 
bis  das  Gänse  noch  zweidrittheil  ausmacht,  so  erhält 
m^n  eine  Seife  >.  die  sich  mit  Leichtigkeit  aus  der 
]Vlutt^laug^  scheidet,  obenauf  ^schwknmt  und  beim 
Erkalten  ^u  einer  konkreten  Masse  erstarrt.  Die 
Mutterlauge  hat  einen  groben  Theil  der  braunen 
Färbung  ztpickgehalten,  wogegen  die  Seife  mehr 
^chmutsig;«  braun  aussieht. 

'  Diese  Brandseife  ist  in  wärmen  Wasser  aufl^s^ 
UcK  und  bildet  damit  geschlagen  einen  Seifenschaum. 
Bringt  man  diese  Auflösung  auf  ein  Fütrum,  89 
aekeidH  siok  beiitk  Erkalten  ^e:  grttuUch  -  weiTs«  Sub- 
stanz aus»  die*,  sich  schlammarlig  niederschlägt;  dj^ 
duffchgelaubne  .  biiBungefärbte  ffluaiigkeit  wird  durch 
Chiocwassn^taEbauta  zerseut  uni'aebaidet  ein  gerooi 
nenes  biÄ«&Uehea  Fett  ab».  Icäte  aiiE  der  Fluasigkei| 
flchwimmt»  währ6nd..  diese  .nichts  von.  der  br«,uoeii 
Jfärbung  «atäektohäit.  Samntelt  man  das  geronnene 
iEatt  auf  einem  Eiltrum,  und  spült  es  mit  WMsef 
^b«  80  löst  es  sich. in  sjedendam.  Alkohol  auf.  Beim 
Erkalten  krystalUsirt  aus  dieser  alkok^lischeii  I«5sung 
«in  Fett  in  feinen  Blättchen. 

Wird  der  aus  der  Seifebltfu^  auf  dem  Kltmm 
eich  gebildet«  SeWümiii*  gesainm^t,<  in  si«denAun  M^ 
:kohol    gelost  ^md    ruh%'  zMa  ErMtea    hi&gWfdUl 


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3Ö8  WöUner   ' 

C  V 

sa  krysudlisiren  'dsraas  wenig  gefiücbte,  leteeiftpärfaigW 
Kr/rtalla, 

Wird  die  Brandseife  mit  Älkohor  Icalt  behan- 
delt und  der  filtrirte  Rückstand  in  siedendem  Alkohot 
gelöst  und  zum  Erkalten,  hingestellt»  so  .kxystalüsiren 
daraus  ähnliche  spie(sige  Kryst^lle,  die  jedödi:mehx 
gefärbt  sind  wie  die  vorhergehenden.  . 

Wird  obige  Seifenmutterlaoge  möglichst  genau 
mit  verdünnter  Schwefelsäure  gesättigt,  ei»  iaUen- 
folsiger  Ueberschuls  ^von  S^Irkefelsäufe  driecfa  Kreide 
abgestumpft,  die  Lauge  durch  Eindampfen  ietWas  kozi- 
centrirt  und  dann  mit,  Alkohol  vermischt.,  so  schlägt 
^eser  schwefelsaures  Natron  nieder.  Nach  dem  Fil* 
triren  und  Abdampfen  hinterläfst  diese  alkoholische 
FXü8a(igkeit  jenen  süCsen  .Syrup,  welcher  unter  dem 
N^menGlycerinj  Scheele's ^xjncipium  dulce  oleosum, 
bekannt  ist.  , 

Da  es  nun  durch  die  Uhtersnoimngen  von  Cbe*^ 
treul  dargethan  ist:  dafs* jeder  der-  Seilenbildang 
fähige  •  fette  Körper  in  die  drei  fetten  Säuren  und 
Gtycerin  umgewandelt  j  wird ,  und  jene  Verschieden- 
heit, welche  hinsichtlich  ihrer  Zusammensetzung  statt 
findet,'  hiebei  keine  andere  iYer«eMedonheit  in  den 
Resfultat  der  Einwirkung  des  Alkali'aul  das  Qelerseugt,  als 
^fs  das  Yerhältnirs,  sowohl  zwischen  diesen  direi  fetten 
Sauren  unter  skh,  als  zwischen  iluien  <Qnd  dem  Gly- 
cerin,  verändert  wü^  t  da  femer  diese  Säuren  und  dieses 
Glycerin  dabei  vollkommen  *  von  gleicher  Natur  '  za 
aeyn. scheinen,  .aus  w^chexp  fetten  Körper' sie  auch 
^iteugt  werden  nfiögen ;  —  sp  gnde ,  ich  für  über*- 
ßm^s  (weil  es  meioe  Zeit  .ohneJteQi  ...nicht  ^  ge- 
stattet 

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i  über  Brandfett  "      3ßO 

stattet  «M»  gemtuere  ui^d^laogwiärige^piaiDlttati7*att'> 
lytische  Untersuchungen  vorzunehmexL 

'  Nach  obiger  Erfahrung  bietet  nun  ixnser  Brand- 
fett,  wie  wir  weiter  eben  gesehen  haben,  ähn- 
liche Erscfheinungen  dar;  und  ist  aus  dieser  Analogie 
2u  schliefsen :  dafs  es,  gleich  anderem  fesien  Fett  zu- 
sammengesetzt ist :  aus  Stearin  -,  Margarin  -  undOelsäure^ 
odiär»  wenn  man  sie  mit  dem  Charakter  jener  bran^ 
dig'en  Silbstanz  bezeichfnen  will:  Brand « Stearinsäure» 
Brandmärgarinsaure ;  Brandölsaiire  und  Glycerin. 

Ich  glaube  auf  ^eine  Substanz  aufmerksam  ge- 
macht, zu  haben,  die  derBeakhtung  wyrth  ist.  Schon 
im  September  1828  sandte  icV  ein^pfchen  von  dier 
sem  Brandfißtt  durch  Herrn  Prof.  G.  Bischof  in 
Bonn  an  Herrn  Prof.  Berzelius,  der  damals  in 
Berlin  war.  Ob  dieses  Töpfchen  gehörigen  Orts  an- 
gekommen ist,  weifs  icl;i  nicht;  ich  habe  aber  noch 
nichts  weiter  davon  gehört,  noch  etwas  darüber  ge- 
lesen ;  wahrscheinlich  ist  es  also  verloren  gegangen. 

Dieses  Brandfett  wurde  später  ip  ziemlicher 
Quantität  gewonnen.  Ich  versuchte  es  technisch  in 
Anwendung  zu  bringen,  wa«,  mir  auch  gelang,  i^dem 
es  als  Maschinenschmier  >  gute  Dienste  leistete^  was 
d^rch  mehrere  Mechai)iiker  und  namentlich  durch  den 
sehr  geschickten  Feuerspritzenmacher  Herrn  S  c  h  e  r  f  za 
HüUieim  am  Rhein  erprobt  ward;  auch  wurde  es  ein# 
Z^' her  in  meiner  Fabrik  als  LeuchtmateriaT  benutzt, 
iam  aber' wegen  seiner  stark  rufsenden  Flamme  wie- 
det  "ausser  Anwendung,  obgleich  es  sehr  stark  leuch- 
tete. Es  scheint  hieraus  hervorzugehen,  dal^  es  vier- 
ten Kohlenstoff  zum  Bestandtheil  hat,  woher  es^'attch 
Archiv  f.  d.  gct,  Nsturl.  B.18.  H.}.  2^    ' 

.     -      "  Digitizedby  VjOOQiC 


370    Bauernfeind  über  Talg-  Leuchten. 

die  bfaiuie  Fllxbimg  haben  ma^»  die  es  ib  allen  Yer- 
bältnissen  beibehält.  — 

Ich  bemerke  schliefslich »  dals  das  Brandfett  nur 
untar  günstigen  Umständen,  bei  Bereitung  der  Holz» 
saure  im  Grofsen  gewonnen  werden  kann,  Ausser 
der  oben  beschriebenen  Vorrichtung  ist  es  nothig 
Holz  anzuwenden,  das  nicht  zu  alt,  höchstens  zwan* 
ügjährige  Stämme  der  Hainbuche  (Carpinus  Betulua}, 
welche  6  bis  8  Zoll  im  Durchmesser  h^ben,  ud4  we- 
nigstens 9  Monathe  lang .  gefallt  und  an  luftigem  Orte 
aufbewahrt  waren.  —  Den  Namen  ,,Brandfett*«  gab 
ich  dieser  Subsi^anz,  um  sie  ah  die  damit  gleichzeitig 
vorkommende?!  beiden,  von  Berzelius  entdeckten 
Substanzen  ,3randharz<'  und  ,3randol''  anzureihen. 
per  Name  MHolzfett<<  würde  dasselbe  bedeuten.  -— - 


Lebhaftes     Reibungs  -  Leuchten    des 
Talges;  beobachtet 

voa 

Bauernfeind  ku  Bamberg. 


JÜs^Hr.B.y  Innbaber  der  Bsdeaaitaltta  Bsmberg  andBetitser 
einer  tten^nfabritc,  meih  verehrte]^  Frennd  und  ehetnaligeK  Zu- 
hörer, liiich  jungst  beiuchte)  theike  et  mir  mfindlich  naishstehende 
Beobachtung  miXt  Einige  g[rofse  Sehfipsen*  und  Kinds -Talg- 
mauen  wurden >  um  terlassen  tu  werden»  in  tiefe»  Abendd&m- 
nuerung  äut  ihren  HokbehSitem  harSnsgebroehen  und  sersoUa* 
gen;  sie  leuchteten  dabei  wenigstens  so^  eoark»  wenn  fticbt 
lebhafter!  als  ob  es  fester  Huthsucker  gewesen  w&re,  den  aafi 
icrschlSge,;  vergL  m.  Experimentalphys,  U.  401. 

Kastner. 


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371 

lieber  dh^neaerenUnt-ersuchiingen^ 
die  E4hwirkang  der  Schwefel- 
saure auf  den  Alkohol  betreffend, 
nebst  Prüfung  der  aus  deren  Re- 
sultatctn  gezogenen  Polgerungen; 

▼OB 

A.  Duflös. 


E<  haben  sich  in  letzterer  Zeit  mehrere  Chemi- 
ker mit  der  Erfonchung  derjenigen  YorgS&nge,  welche 
die  Einwirkung  der  Schwefelsäure  auf  den  Alkohol 
begleiten,  so  wie  auch  mit  der  Untersuchung  deit 
hieraus  resuUirenden  neuen  Verbindungen  beschäftigt; 
die  hierüber  bekannt  gemachten  Arbeiten  haben  in  der 
That  grofse  Aufklärung  über  diesen  Gegenstand  ver* 
breitet.  Man  ist  aber  demohngeachtet  noch  au  keinem 
bestimmten  Endresultate  gekommen,  indem  die  Ergeb- 
nisse dieser  verschiedenen  Untersuchungen,  apch  bei 
anscheinender  Uebereinstimmung  doch  sehr  abweichen- 
de Auslegungen  sulassen.  Im  Nachfolgenden  werde 
ich  eine  kurxe  Uebersicht  dieser  Arbeiten,  so  wie  der 
daraus  gezogenen  Folgerungen  geben,  und  zugleich 
zeigen  wie  wenig  fest  begründet,  das  Endresultat  sey, 
welches  Serullas  aus  seinen  über  diesen  Gegenstand 
kürzlich  bekannt  gemachten  Versuchen  folgern  sa 
müssen  geglaubt  hat. 

Bereits  1796  hatte    Dabit*)  die  Beobaehtnng 


•)  AML  dt  Chisp.  XLih  loa.  TremMd.  JourBsl  XL  t.  1S7. 

24* 

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3T2  Duflbs 

gemacht,  daft  der^  Alkohol 'B^M -'VM^i^ön  ihit 
Schwefelsäure  eine  tHeil weise  Dcisoxidetipii.  der  letztem 
herbeiführe,  inflem  sich ^ eine  Si^bs^tap^  bilde,  ^welche 
zwischen  der  Schwefelsäure  und  ^schwefeligen  Säure, 
mitten  inne  stehe.  Dabit's  Versuche  blieben  gegen 
ftb Jahre  lang  unbeachtet,  bis  Sertürner*)  durch 
eine  Reihe  neuer  Versuche  nicht  allein  die  Richtige 
keit  derselben  bestätigte^  indem  er  die  Bildung  einer 
eigenthümlichen  Säure  ganz  ausser  Zweifel  setzte ,  son- 
dern auch  behauptete,  je  nach  der  durch  längere  oder 
kürzere  Zeit  fortgesetzte  Erhitzung  der  Aethermischung 
die  Bildung  von'  drei  verschiedenen  Säuren  beobachtet 
zu  haben, 

Sertürner  nannte  die  neue  Säure  Schwefelwein- 
säure (acidum  oenothionicum)  und  betrachtete  sie  als  aus 
unverän4erter  Schwefelsäure  und  Alkohol  minus  einer 
gewissen  Quantität  Wärme  und  Wasser  zusammenge;- 
se tzt.  A.  Vogel**)  in  München  wiederholte  und 
bestätigte  bald  darauf  Sertürners  Versuche  mit  der 
Einschränkung  däfs  er  zwischen  Sertürners  erster, 
zweiter  uÄd  dritter  Schwefelweinsäure  keinen  speci- 
fischen  Unterschied  entdecken  konnte.  Ausserdem  war 
Vogel  noch  der  Meinung,,  dafs  die  neue  Säure  als 
eine  Verbindung  der  kurz  zuvor  von  Welt  er  und 
G  a  y-L  u  s  s  a  c  entdeckten  Unterschwefelsäure  mit  einem 
Oele   zu    betrachten   sey.      Gay  •  Lüssac***}    und 


♦)  Gilberts  Aon.  LX.  53  u.  LXIV.    Kastoer't  Archiv 
Vn.  436.        '  ... 

\  ♦•)  bilbertt  Aon.  ixilL  8i.  V 

•*♦)  Ann.   de    Cbim.   d  Phyt.   XIII   76.      Gilberts    Ann. 
.  '    XiXIII.  4tcf.  •■  '  '     '  .      .  .V  .      ^     .  • 


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ük  Einwirk.  d.  Sohirefels.  auf  Alkohol.    Ä73 

^He^reti  *)    vel^^bai  .sieh    späitec&m.  iimt    dttMU»» 

jUntersttchi^z^  l^esabäftigten,  pfiichtQten  dieser  Aoftdit 

beit    und' letzt^Ti^r. leuchte   asich    diicch   die  AimiI^ 

einiger,    schwefelweinsauren    Salze     die     Zuisämmaii^ 

«etsung  dQr  Schwefelwedxuäure  zu  benimmen.  ^^     So 

w^t  war  man    in;  der  KennteiTiL  dieses  GegeDstandea 

vorgeschritt^  al^.Hennell  **).  seine  Arbeit  über  die 

Wirkung  der  Schwefelsäure  %uf.  Alkohol,  und  dieZu^eaif 

mensetsung  und  Eigeuschaftett  der  daduaK:h  entsutndeneil 

Produkte,  bekannt  mtuihte.   Die  Resultate  welche  H  en« 

ne41  erhielLwwen  äusserst  auffallend  und  rD^rkwürdif^ 

•r  zog. aus  denselben  > den  Schlula,  daCi  die  ScbwefeL* 

Weinsäure    als    eine   Verbindung    von   unveränderter 

Schwefelsäure  mit  4en  Bestanddieilen  des  Oelbildendeu 

Gases  betrachtet  werden  müsse,  welche  gegen  die  sala» 

fthigen  Basenn  Hur  halb  so  viel  Sättigungs  -  Capacität 

«elge  als   die'  reine  Schwefelsäure,    Indem   der  dariit 

«nthakene  Kohlenstoff  und  Wess^rst»ff  mit  in  die  Sek* 

'  vevbindang   eingehen    und   der   Quantität   aufgenom« 

menen  Basis  ;aa  Sättigungskraft  gleich  wirken.     Hen^ 

«611  gründete  diese  Folgerungen  auf  die  Analysö  des 

ttchwefelweinsauren  Kalis,  welches  er  aus: 

Kali       .     .     .     .     .     flf8,84 

Schwefelsäure      .     .     48^84 

Kohlenstoff     .     .     .     1S998 

Wasserstoff     ...       a,54 

^     Wasser       ....       7,00 


ioo>oo 


^  Poggend.  Ann.  VI!.  195. 
•*)  a;  a.  O.  VI.  110.    Kastner's  Areh.  VIII.  S89. 


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874  Duflos 

ttoiittiiiiragdsetxt  Eg»i4>.-wdche  ZaUlen-Anti&hanmgs-^ 
vtrÜBB  repräsenthren  i  IM.  Antheil  Kali,  a  M.  A« 
Sdiwefelsäare  4M.  A.  Kohlenstofi  tiHd  4M.  A.  Wai- 
•emoE 

Jedoch  die  gerfoge  Genauigkeit  mit  welcher 
Henne  11  diese  YesBache  ausführte,  war  nicht  ge- 
eignet denselben  gro&e  Glaubwürdigkeit  zu  erwer- 
ben, daher  auch  Dumas  und  Boullay  *)  welche 
knisö  Zeit  darauf  die  Untersuchung  dieses  Gegenstand 
des  wieder  aufnahmen ,  die  streitige  Frage  ^^  ob  Schwe* 
felsäure  oder  Unterschwefels&ure  tu  rechnen  sey, 
unentschieden  lie&en«  Auf  Serullas  Arbeit ,  worin 
sich  dieser  Chemiker  mit  einigen,  Modificationen  für 
diöHenn  eil  sehe  Ansicht  erklärt  werde  ich  weiter 
unten  xurückkommen,  *~ 

Ein  zweites  Produkt  der  Einwiriiui^  der  SchV^e* 
iolsäure  auf  den  Alkohol,  ist  das  Weinöl,  welches 
gewöhnlich  bei  der  Aetherbereitnng  gdgen  das  Ende 
der  Destillation  ehalten  wird.  Hennell*«)  war 
der  erste  welcher  es  einer  unmittelbaren  quantita- 
tiven Untersuchung,  unterwarf,  uiid  dabei  zu  dem 
auffallenden  Resultate  gelangte:  dafs  sich  dasselbe 
als  eine  neutrale^  Verbindung  vom  KohlenwasserstoS 
(C.  H.)  mit  Schwefelsäure  characterisire,  welche  durch 
Behandlung  mit  Kalilauge .  in  Schwefelweinsäure  und 
ein  säurefreies  Oel  zerfeile,  dessen  Bestandtheile  so- 
wohl in  qualitativer  als .  auch  in  quantitativer  Bo 
Ziehung  mit  jenen  de^  Oelgase^  übereinstimmen,  das 


•)  Apn.    it    Chim.    et  Pbys.  XKXTl.    Scbnrcigg.  Jourasl 
XXII.  go. 

•♦)  A.  «.  O. 


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üb.  Etnwirlit  dt  SofawefeU^  auf  Alkohol.    375 

heiftfi  Ach  als  eine  YerKttidang  von  gleichen  Mr- 
isoliängsäntheilea  KohlenatofF  und  Wasserstoff  verhalten. 
Henneli^%  YeMuohd'  wurden  bald  darauf  von 
Dumas  und  Boullay  *)  und  von  mir**)  gleich^ 
zeitig  wiederholt  9  und  wir  fanden  nicht  alMn  keine 
Schwefelsäure  im  Weliiöl,  sondern  auch  die  Verhält- 
nisse  seiner  Kohlenstoff-»  und  Wasserstoff  -  läestand- 
theile''' abwaschend  Von  den^^enigen,  worin  sich  diese 
St^ffe^  im-  Oelgase  befinden.  Wir  fanden  nämlioh 
dasselbe  in  den  Yerhällnissen  von  4  M.  Anth.  Koh« 
lenstoff  auf  S  M.  Ai^th.  Wasserätoff  zusammengesetzt. 
Duraas  und  Boullay  unterwarfen  auch  mehrere 
8dfif<vf^felwenisaur6  Sidze  einer  wiederholten  genauen 
Untersuchung  9  wekhe  iebenfalls  keine  Bestätigung 
der  HennelPschaxI  Y^rsuche  Heferten»  sie  lielsen 
zwar,  iMi^  ich  bereits  erwähnt  haboj  die  Frage  wegen 
der  Zusammensetzung  Aet  Schwefelweiosäure  unent- 
schieden, fenden  aber  deren  organische  Grundlage  iin 
Wldersj^ruch  mit  Heeren ,  ^  denselben  Yerhält- 
nissen  wie  das  Weinöl  zusammengesetzt  Anlangend 
die  EifIcläFung  der  Aetherbildung ,  so  ist  diejenige 
Stelle  in  Dumas  und  ^^aullays  Abhandlung,  wo 
diese  Chemiker  ih^e  Meinung  darüber  aussprechen, 
ehnstreitig  der  unbefrlj^digendste  Theil  dieser  Arbeit; 
es  scheint  aber  wenigstens  bestimmt  daraus  hervorzu- 
gehen, daCp  Sit,  dia  Bildung  des  Aethers  als  unab- 
hängig vor  der  Bildung  der  Schwefelweinsäure  be« 
^rächten«      Gegen    diese   letztere   IVIeinung   hat    sich 


*)  A.  a.  O. 

«*>  Dissei  Archiv  XII.  is8.  XIV.  S9& 


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376  DuJfitJfä 


.!.  , 


V. 


erklärt  und  sich  bemüht  zu  Saigon  ,i  Aaü  .4er  Ae^hpj? 
als  ein  aus  der.  ^erselzi^ng.  .4«^.  Schnf^elweiasäura 
hervorgehende^.  Produkt  a^a  ;b€triQht«n  i ey, , .  Die  Yefi- 
suche  wo^a«if.<Heinnell  «df^l^iAi^sicht  gcüa^»  sind 
von  Ser Ullas  .weiter  ausg^efübrt  und  vervoUständigt 
worden;  ich  werde  darauf '  zurüjQkioipamen*,  . 

Zuvor  erjdube  iah. mir  iH>Qh.'JB'qlgeade^.9l^  l^i^ 
ueQ  eignen  Arbeiten  über  diesen  OegeaVtand  zu:  ec^ 
wähnen.  Als  ich  .die  Unter^uphung  UqjtmpUj  ül>W 
die»  ZusammepseUung  des  W^in^ols  wiederholte»  steUtf 
ich  auch  mehrere  Yevsucbe  ^nj  in  der  Absicht»  die 
noch  nicht  hinlänglich  erforschten  Umstände  J^enoen 
zu  lernen  welche  bei  der  Einwirkung,  der  jSphw^el* 
säure  auf  dep  Alkohol»  die  Bildung  der  Schwefelweia** 
säure  bedingen ,  indem  ich  .  die  Ueberzeugu]^  hatt.% 
daüs  man  nur  in  Folge  der  genauen  Erforschung  die? 
^r  Umstände  zu  einer  richtigen  Ansicht  von  dei^ 
chemischen  Verhältnissen  diese^ir  Säure  gelangen  .közme. 
Zuerst  suchte  ich  die  absolute  Menge  -^chwefelweinr 
säure  zu  bestimmen ,  welche  beim  Yermi^<<h9!|  vovi 
Itoncentrirter  Schwefelsäure  mit  wasserfreiem  Alkohol 
sich  bildet,  gleichwie  die  absolute  Menge  Schwefel* 
säure  welche  unzersetzt  bleibt.  Dergleichen  yersi^che 
waren  *zvvar  schon  von  Witting  ♦*)  und  Hen- 
nell***)  angestellt  worden,  allein  da  diese  Chemi- 
ker $ich  dabei  keines  absoluten  Alkohols  hedient  hfit* 


*)  Schweigger  Joarn.  XXV.  ii6, 
**)  Beitrage  zur  p^arm.  und  aoaljt.  Ghetaie  H.H.  '    i.  { 

♦♦»)  A.  a.  Q.  •'.     V.       ...       ^.  .. 


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fib.  Einwirk.  d.  SchweSrit.  auf  Alkohol.    377 

tan,    lo 'konnten  iiu»h  üure  :V€ttsüche  keine  bestinuiH 
ten  Resultate-  geben. 

Ich  fand  i)  daC»  in  einer  Mischung  tos. gltf (dien  . 
Theilen  koncentrirter  Schwefelsäare  von  i»84o  Eigen-  . 
gew.  und  vblSüg  wasserfreiem '^Alkohol;   atins^^l^selbe 
Menge  SfchVfefelweinÄate,  eÄtirprtirfiÄia^-li'  det^^ng^r-» 
wandten  Schwefelsäure ,  -  «nthilten  sind ;  '/a}'aari'Hd 
M^nge   '  dör    gebildeten    Schwefelweins'durb'''^selh«^ 
bleibt,  wenn  auch   das -Quantum  d^^    angewtödetieti 
Alkohol  )[>is'"a'uf  j  von  der' angewandten  Sfturemönge, 
verringert  wÜ^^fn  welchetn  Falle  jedoch  die  Mi^hüh^ 
mit   möglichster  Vermeidung  ISler  Brhiteung'vorge"- 
nommen    werden    tnü&;.  •$)   -daft    l9ie    Bildung    d6ff 
Schwefelwei*us3fux4   diit   Ihtierhäb  -  efoes-bestinmitetl 
Koncentmion^adea    äer    •Schwefelsäure    stattfindet^ 
dessen  genaue  Gränze  dann  eintritt,  wenn-  ^ie  ,§ä,^i;e 
mit  |^vv9l  x^idsser  vejrdunnt  .wird,  dafs  sie  ein/Eig^i^f» 
'ge,wich;^,5;p  JjtßSö   atei^t.jin.  welchem  Zustande   der 
YoirdünimDg  4ie  Säure  und  das  Wasser,  womit  sie  ver-, 
dünnt    ist,   gleichviel  Sauerstoff    enthalten;     4)   dafs 
die   Mengender   entstehenden    Schwefelweinsäiire  ,  im 
genauem  .Verhältnisse. mit  der  Concentratiou  der  an- 
gewendeten   Säure    steht,    d.  h,    dafs   je    näher   4ip. 
Schwefelsäure,    der    im    Vorhergehenden    bemerkten  . 
Gränze  der  Verdünnung  steht  ;•  um  so  weniger  Schwe- 
felweinsäure wird  gebildet,    wenn   man  während  der 
Vermischung  der  Schwefelsäifire.  mit  dem  Alkohölalla 
Erhitzung  vermeidet,  während  imGegentheil.bjai.eine]^ 
Temperatur  von  -f-  i  la^  R.  keine  dergleichen  Säure 
entsteht;    6)  da(s   beim  Erhitzen  einer  Mischung  au» 
gleichviel  Schwefelsäure  und  Alkohol  bis  zum  Sieden, 
die  Tempwatur  nach  und  nach  bis  auf  irS^R.  steigt. 


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378    ^  Ijfäflos 

wobei  ^Hi  Folge  der  bm  dies«r>  hohen 'Temperator  ^stn- 
tretenden  2tersetzung  der  Schwefel wein^ote,  schwef* 
ügdr-^^re  uud'Weinol  entwiokelt  werden.. 

.  Ai^^^^Besen.llesoltatieii  zogJUJ^  >^un  Hfin  ScMufig. 
dalB  4ie  fl^dimg.  der.  S^hyeefelweinsäura  Impptslichlich 
durch  .4i^  Verw«:^d9^ef^  der  Scliv^^Ielsäure  xupi  Wa^- 
spr^eudingt  we^de,  ipddfii  be^  Einwirkung  der,  Si^hwe- 
feüäure  <|uf  a)>soluten  Alkohol  d^ese  Yeorw.ands^haft 
bewirk^y:  d^fi^  or  IVIis^hupgcanth^i^e  ersten  ^ci^^i^^fetlr 
^Vü^ßrHjims  5S  98^  X  M.  A,  S^ffiofl  ^  8  en 
1  Sf»,  A.  W^ecstoff  SS  4  d§f  Alkqbo^  abtrete,  dar 
^t  1  M.  At  Wasser  ms  9,  bUdf»9,  woda^ph  4  M,  A. 
^e^  SättTO.ss  $|4^   4^mis^h  m%   Wi^l^r   gesättigi, 

oder  zum  dritteln  Schv^efelsäare  -  Hydrat  (S'H'S)  um- 
gewandelt wirl  Jene  'a'M:  A;  Schwefebäure  sind 
durch  Vertust  öin^  M;  'A.  SäüeVstoffö  in'  1  M.  '6.  Ifti- 
>  terschwefelsäure  ss  ^a"+'*i8  Wasser  Yorwandelt 
worden»  und  verbinden  sieh  in  ^'diesem  Zustkdde  mit 
dem  «ersetzten  Alkohol  (C*  H'  O*)  sai  ,45  *U  der 
sogenannten  Schwefelweinsäure.  Eine  IVlischung  aus 
gleichen  Oewichtstheilen  cono.  Schwefelsäure  'und  ab-« 
solüten  AlkoiK>i  enthält  demnach  in  den  Verhältnis^ 
sen   von    100  Theilea  i3i6S   wasseihahige  Schwefel- 

sSi^rq  j   55,^0  Schwefelweinsäwre -Hydrat  (*'§  +  (Q* 

H^  O^)  4*  ^^)  i^^  Siy^s^  unserseCzten  AI&ehoL 
Von  der'Richtigkeit  dieser  Verhältnisse  habe  ich  mich, 
mehrmals  überzeugt ,  indem  ich  eine  dergleiche  Mi'^ 
achung  mit  Baryt« Auflösung  eättigte  und^  den.  ent« 
fitandenen  schwefelsauren  Baryt  sammelte.  Die  Menge 
defselbea.  betrug  .in  3  Versuchen.  aa^yS«  %%fio  vnä. 


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fib.  Einwirlc.  d.  Solmo&Id:  auf  Alkohol  ^  »70 

»»»85  Pi^ooeate  *).  Aamer^nn  s^lbdlieB' mir  aöeV  fär 
die  Richtigkeit  dieser  Ansicht' von  der  Ziüamisiensettaiig 
der  Schwefelweinsäure  die  UmstcüEide  Yon  nicht  ge^ 
ringem  Gewicht  xa  ieyn,  äab  die  Schwe&lineinsäar« 
gleich  wie  die  Unterschwefelsiare  lich  mit  viefant 
Basen  womit  die  Schwefelsäure  nur  unlösliche  Yer^' 
Mndungen  bildet,  zu  leicht  löslichen  Salzen  verbindet 
(z/B.  das  schwefeiweinsaure  Bley,  und  Baryt)  und 
zweitens ( dais  sie  in.  ihrem  hödhst  eoncentrirten  Zu^f 
Stande  beim  Erhiti^en  gleichwie  die  Unterschwefelsäure 
in  Schwefelsäure  und  sohwefelige  Säure  zer&lk.  £b'ea 
so  steht  auch  diese  präsumirte  Zusammensetzung  det 
Schwefelweinsäure  im  besten  Einklang  mit!de9  IU-7 
Sttltaten 'welche  Heeren  im  Verfolge  seinQr  Analysfl^ 
des  schwefelweinsauren  Kalks  erhielt.  '  Heer^a*  IQn^^ 
nämlich 'dieses  Salz  zusammengesetzt  4u8  1      ^^  . 

Unterschwefelsaurem  Kalk    .o>09»S4   •    ' 


Organischen  Materien 

0|30|66 

und  diese  letztere  wiederum  ans 

Kohlenstoff      <,     .     « 

o,i6S54 

Wasserstoff :   .     ,     , 

o,o3o5i 

Sauentoff        .  ^     , 

o;ita55   • 

o,3o66o»'). 

was  genau  der  Formel  Qa-^S'(C*H'0*^  entsprichi 

•    >•       •    ■      •    'I     •  •  '•*:'••/ 

>  . .  i 

*)  Die  Anttellttog  dieser  Yertnshs  erfordert  uni  gensae  R»> 

•oltate  so  erhaheoy  grofte  Vonichl,  bei  der  Vermltohaii^ 
der  Säure  mit  dem  Alkohol»  ond  Anvrendoog  sbiolüt  i^ 
ner  Subsismen. 
**)  Ufeber  die  kleine  Gorrection  welche  ich  mir  hierbei  er- 
laubt habe  s.  a.  a.  O.  899 ,  lo  wie  wegen  der  dabei  vof- 
kommeoden  Dmckfebler  B«XVL  sao. 


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SSO     .[   .'.  •:[/.  ^j;;  DufUfe;a  .&   y:'.^-:'  '    -f^ 


I 


;..;  ('HaetfArn«'  A^toalTsa  stimmt  Iillex6!ng8  nicht  Voll* 
kOTcuneni  mit.  ddxJQnigen  von  Dumas  und  BouIla:j 
1i^.^reiB » •  dietes  kann  )edoch  hier,  keinen  £inWarC  ab^ 
gebeD»  indam  /da$^  voti  diesen'  letzta»m*Chemikeni  un-r 
tetsuchte  Sals'ja  Folge  der»  zur  Austrocknung  ange* 
wandten 'hohen  Temperatur,  bereits,  eine  theilwaisd 
Zersetsaog  erlitten  hatte. 

^  "•    Ausser   denjenigen   Yersnchen '  welche   mich    xa 
obigen  :Hesaltaten  geführt,  haben  ,. habe  ich  noch.Ba* 
hufs*  einer  genügenden   Erklärung    der    bekanntücb 
beiin    Eshitxen     einer  -  Mischung'  >von>  Alkohol    und 
'  Schwefelsäure    bis    zUm.  Sieden  -  erfolgende^   Bildung 
voil   Aeth^y    wehrera    anderweitige  :  Untersuchuogea 
angestellt,  in '•  deren  Yerfcdge    ich  die  Ueberzeugung 
gewann  ^  ^  dafs  die '  ScUwefelweinsäure   und-  der  Aethen 
ganz  unabhängig- «von  einander,  entstehen.     Ich  fand 
nämlich  durch,  vielseitig  wiederhoUa  Versuche  i)dars 
bei     dem    gewöhnlichen    Darstellung»^  Processe    dies 
Aethers  die  Bildung  dee  letztem  erst  bei  einer  Tem« 
peratur  von  95^««^too  beginnt ,.  während   die  Schwe-    i 
felw einsäure  Vorzugsweise  nur  bei  jftiederer  Temperatur 
entsteht  und  bm  höherer  Temperatur  wieder  zersetzt 
wird;     4)  dafs  Aet^er    ebenfalls   gebildet   wird  wenn 
jeda^^yorherg^hQ^de. Entstehung, von  Schwefel weinsäure 
vermieden  worden  ist,  uiid  3)  dafs  die  Aetherbildung 
b^  niederer  Temperatur  auf  keinerlei  Weise  statt  findet, 
IXifif^  .mag  die  Schwefelsäure  in  noch  so  grofser  Menge 
a^i^  4em  Alkohol   zusetzen. 

Ich  glaubte  nun  sowohl  aus  diesen  Resultaten, 
als  auch  aus  der  bekannten  Zusftmmensetzung  des 
Aethers',  xücksicbtlich  der  Bildung  des  letztern  den^ 
Schluls  üehen   zu   müssen ,    däls  die  Entstahuxlg    des 


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üb.  Einwirk.  d.  SohVeföls.  auf  Alkokol. '  dSl 

Aethers  nicKt  dlein  ^dtCfcK  di6  ekdttdtfehe  Affinität  d»r 
SÄard  xum  W^isier  bedingt  weTdei;  sdn^erili  auch  durch 
dks '  YermSgen  der  S'Aure' '  den  Alkehc)^I'^*i^>^«i<i€hr  hoh«h 
TäidperatarV  welctid^'  seinen  SiedpMkr  W^it  ütergt^gt, 
zu  fixiren,  wodurcli'  die  imegftreftvdtf '  YerwafidsehäFt 
zwischen  seinen  cfigrien  Bestandl^eileii  geschwadltnzid 
aiesseti  Zer£ällen'in  Wasser  und  A^htr  ^^k^beigef&lfrfc 
Werde;  !n  der  Absicht  j6ne  Modifidatlbmii  tu  erfo)?» 
sehen,  welche 'die  Anwesenheit  eines  H}^roxlds' w&fa^ 
rehd  des  Aetherbildungsprocesses  hervorbringen  wüfd^ 
habe  ich  noch  einige  Versuche  mit  Anwendung  Von 
Mangan  •*  Hyperoxid  und  von  Chi'oins&ure  -  angestellt) 
iind  dabei  gef undeti , '  dafs  wenn  Alkohol ^  Sdiwefei- 
säure  und  ein  Hyperoxid  in  gegenseitige  Bötührung  ge- 
bracht werden ,  die  Produkte  der  Destillation  je  nach 
Sed  angewandten  quantitativen  Verhältnissen  dieser 
Substanzen  verschieden  ausfallen,  in  jedem  FAlle  aber 
Essigsäure  erzeugt  Wrd.  Bei  'Anw'endung'  einet 
Mischung  aus  ia«i  Theilen  konediitrirter  SchwelBeU 
säure,  46  Theilen  Alkohol,  und  1 78 Theilen  Mangan«» 
Hyperoxid,  bestand  das  Produkt  aus  reiner  £ssigsaur#w 
Dieselben  Verhältnisse  Säure  und  Alkohol  mit'  der 
halben  Menge  Oxid  lieferten  schweren  Essig  -^  Aethet 
(Sauerstoff -Aether);  laa^-Th.  Säure,  '9»  Th.  Alkohol 
und  17Ö  Th.  Mangan  Hyper-  Oxid  lieferten  Essig* 
Aether.  *)  ^ 

So  weit  war  nun  die  Erforschung  di^seä  Gegen* 
JBtandes  gediehen,  als  Serullas  seine  äusserst  intet- 


*)  Das    aoif&btlichere  dieser  Yerrach^'  in    diMsm  Archir 
B,XIV,8.SoÖ.         ' 


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382    .:  DufloB 

w$mt^n  BMlttcbtPi«M.  bfjoinnt ,  machte  ^>     Dieser 
Chem&er  ist,  feFplg«  der  aus  seinen  Yetsiichen  erhal- 
tenen BeSultKtcBi  der  Meinung,   dals  die  durch  Ein- 
.Wirkung  der  .Schwefelsäure  ^anf  den  AlkoÜcl  entsundene 
Saure  sich  keineswegs  als  eii^e  Verbindung  von  Unter- 
tMÜbwefeüsäjaire  mit  einer  vege^bilischen  Materie  ver- 
halte, sondejm  yielmehr  als  eine  Verbindung  von  un- 
Mraetzter   SchwefelsSure    mit  AetheroBestandthellen 
biitvaclMiet .  weiden  miisse,    und  dals  in  sofern   die 
^Kseugung  yqn  Unterschwefelsaure  durch  seine  Ver- 
suche widerlegt  sey.,  auch  die  hieraufgebauten  unvoU- 
Ht'dndigen  und  ungenügenden  Erklärungen  der  Erschei- 
nungen bei  der  Aetberbildung  nicht  mehr  für  giUtig 
angesehen  werden  können.     Serullas  erhielt  durch 
Destillation  von  Alkohol  mit  %^  Xheilen  koncentrirter 
Schwefelsäure,  und   nachheriger  Behandlung  des  De- 
stillats, mit  Wasser   und   im   Luftv^rdünnten  Haume, 
eine    neutrale    im   Wasser,   untersinkende    Substanz» 
welche  er  in  Folge   einer  weitem  Untersuchung  für 
eme  neutrale  Verbindung  von  Kohlenwasserstoff,  Aether 
und  Schwefelsäure  halt ,  und  neutralen  schwefelsauren 
Kohlenwasserstoff  nennt.     Er  fand  dafs  diese  Substans 
durc)i  Erhitzen,  mit  Wasser   in  ein  leichtes  krystalli- 
sirbares  Qel  und  eine  saure  Flüssigkeit  zerfällt,  welche 
letzte)re  .wi^dex:um   bis   zum  Sieben  erhitzt  in  Schwe« 
felsäure   und* Alkohol   zerlegt   wird.     Jenes   kiystalli- 
sirbare    Oal  .fand  Serullas    aus  86,71   Kohlenstoff 
und    i4»a9  Wasserstoff  zusammengesetzt,    die    saure 
Flüssigkeit  hingegen    fand    er   als   identisch   mit   der 


«).ADn,   4o  Cbim.  et  de  Pbji.  X:X;XIX.  a$s.     Kastnsr's 
Arsb.  XVII.  s57— .s65.    Schweigg.  Jouro.  XXY.  147. 


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üb.  Einwirk.  d.  Sohwefola.  auf  Alkohol.    ^ftSi 

auf  ge»Ö]mlich6n  W^ge  «rhaH^tien  S(4iw(»felw 
£r  nennt  die«e  Saure  in  ihrem  höchst  k^noentiirtea 
Zustande  sauren  schwefelsaurim  Kohlenwassorirtoff .  ui^ 
sieht  dieselbe  als  zusamme^gBf^t««  an  aus  Schwefelsäure 
undAether;  mit  Wasser  bis  xum  Sieden  erhitzt,  «er- 
f841t  sie,  gleichwie  ihre  salsartigen  Yerbiodun^eii  in 
Schwefelsäure  und  Alkohol, 

Ich  habe  Sex'ttl'lis'V-eiM^che  yriedeiliolt  oad 
mich  rücksichtlich  der  Erscheinungen  vm  dlitiu9tak* 
tigkeit  CM^erseugt;  in  Betreff  seiner  Folgerungen  bin 
iph  aber  w^it  entfernt  seine  Meinung  zu  theileh,  da 
ich  mich  vielmehr  vollkommen  überzeugt  habe ,  dafii 
diese  sämmtlichen  Thatsachen  sich  eben  so  genügend 
nach  derjenigen  Ansicht  erklaren  lassen,  wonach. die 
Unterschwefelsäure  als  Bestandtheil  der  Schwefelwein- 
säure angesehen  wird.  DafsSer Ullas  bei  seiner 
Analyse  des  sogenannten  neutralen  schwefelsauren 
2(ohlenwassai^stoffs  55,oa  Schwefelsäure  als  Bestand« 
theile  dieser  Verbindung  erhielt,  beweifst  npch  nicht 
die  Präexistenz  dieser  Säure,  sondern  diese  Annahme 
ist  nur  in  der  Voraussetzung  dafs  es  sich  also  ver- 
halte begründet  •).  Eben  so  gut  und  ihren  ander- 
weitigen Eigenschaften  angemessener  kann  diese  Ver- 
bindung auch  als  eine  Zusan^mensetzung  aus  aMi- 
achungsantheilen  schwefeliger  Säure  %M,  A.  Drei- 
viertel Kohlenwasserstoff  und  5  H  A.'Wasser  (aS  +  js 


•)  Das  TolUtandig«  Ergebnifs  ai|s  8,er alias  Analyse  war 
0|55os  Schwefeltfinre 
o,33o&  Kahlediloff . .  ^ 
e,e549  W«ss«rtlaff 
0,061 1  pr&sxiiUrendes  Wasser. 


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• 

(Cf*'Öt'|J '+  5'H)  betrachtet  werden,  welcHe  iii  Folge 
Äei'J"  bei'  'der  Siedhiiäe  *  einttetenden  Zersetzung  der 
itf  "der  Mischung  vofi  Stliweföl^äure  \xM  Alköltöl  enthal- 
tein'en  Schwefelweitisäüri"  sicli  bildet,'  'auf ^"äfe" Weise 
nämlith;  'dafs  i  Th'eil '  dieser  letztern'  Verbindung, 
röpfksentirt  durth*  -    -       r^ 

vAtMtuddt.wird  in. 

S  +  |Hund  S  +  C*H4*0**  oder  S  +  (CH^}  + 

*  IVtan  erhält  übrigens  im  Verh'altnifs  zu  den  an- 
gewendeten Materialien  nur  sehr  wenig  von  der  neu- 
tralen Verbindung,  was  sich  wohl  hinlänglich  daraus 
erklärt,,  dais  der  gröfste  Theil  derselben  sogleich  nach 
ihrem  Entstehen  von  der  zu  gleicher  52^eit  regenerir- 
teii  Schwefelsäure,  zu  deren  Sättigung  die  hinläng- 
liche Menge  Wasser  nicht  vorhanden  ist,  wieder  zexv 
setzt  wird.  Beim  Erhitzen  in  Berührung  mit  Wasser 
zerfällt  die  neutrale  Verbindung  zuerst  in  einfachen 
Kohlenwasserstoff  und  Schwefelweinsäure ;  letztere  end- 
lich bei  fortgesetzter  Erhitzung  in  Schwefelsäure  und 
Aeth^r,  und  zwar  folgendermassen: 

Neutrale  Verbindung 
a,  S-K(C»H»  O') 
Weinöl      |   Schwefelweinsäure 

Schwefelsäure  |    Alkohol 

letÄ- 

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üb.^  Einwirk.  ct.  Sebvrefelf«  auf  Alkohol.   .385 

Utmtwtn  lajtaeiiick  diurdi  Aa&iahme  i«  M.  "A.  Wa«i«r. 
Didse  Aetiologie  ecicUMt  auch  «ehr  genügond  don 
Unterschied  in  4er  Zotammensetzang  d«8  auf  diaseoi 
Wege  axhaltenM^  Weiool'«  und  jen^  de«  bei  der  De* 
etiUation  des  Aetjbers  erhaltenen  Antheils  eauerfireiea 
OeI$»  welches  nen^h  Dumas  und  Boallay«  und 
meiner  eigenen  Analyse  als  eine  Yerbindungvon  C^^' 
beachtet  werden  muls,  und  ohne  Zweifel  seine  Ent- 
stehung der  in  hoher  Tctmperatur  erfolgenden  raschen 
Zersetzung  eines  Theils  der  im  Aethergemi$che  enthal« 
tenen  Schwefelweinsäure  in  Schwefelsäure  -  Hydrat, 
sdiw^felige  Säure,  Aether  und  diesem  Weiaöl  verdankt. 
Diese  Stersetxung  lälst  sich  sehr  gut  durch  folgende 
Formel  yeninnUpheti: 

Schwefelweinsäure. 
SM-CC^H^O') 
Schwefel^ure-  Schwefelich- 1 


Hydrat.  te  Säure    |       Aether.  WeinöL 


I 


,  Die  Entstehung  von  KaUumsulfurid,  welche  Se- 
ruilras  bei  i^i  durch  Erwärmung  herbeigeführten 
Einwirkung  von  Kalium  auf  jene  neutrale  Verbindung 
l)eobachtete ,  scheint  mir  nach  der  gegebenen  Ansicht 
von  ihrer  Zusammensetzung  bei  weitem  erklärlicher 
zu  seyn ,  denn  dieses  Verhalten  ist  ganz  demjenigen 
analog,  welches  Kalium  gegen  schwefelichte  Säure  zei- 
gen würde.  Ueberhaupt  lassen  sich  alle  übrigen  Er- 
scheinungen, welche  Serüllas,  im  Verfolge  seiner 
Vergehe  i^it  dejps.v^ojn  ihm  sogenannten  neutralen  und 

Archir  f.  d.  ges.  IfstorL  B,  18«  H.S.  05 

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4 

•386    •''      •'/•  ^•**'  -Duflöte^'-  .•■»  -•*    .••'•.»    ^ 

sauren  Kclilehwässdrstoff^  lbeobacftte€6 ;  «ImdEkBb  j^B- 
'  kommen  Kieniach  erklären  ^^'ttnd'/ es  bietet  &se  Aii» 
^kicht  in'l^ein^m  Falle  so  auffialledAe  ^ Anomalien  dar« 
"sds  die  entgegengesetzte  I  wonach  diese  aus  der  Ein- 
*  Wirkung  der  Schwefelsäure  auf  -  den'  Alkohol  resulti- 
'Menden  merkwürdigen  Produkte  als  neutrale  und  «saure 
^schwefelsaure  Verbindungen  anget^eh  werden.  Audi 
tcann  die  Annahme  einer  schwefelichtsauren  Naphta 
'Iceinen  Einwurf  geben,  nachdem  Dumas  und  Boal- 
'Väj  auf  eine  vollkommen  überzeugende  Weise  die 
Zusammensetzuhg  der  Salpeternaphta^aus  salpetrichter 
Säure-  und  Aetherbestandtheilen  nachgewiesen  haben. 
^  ^  Somit  glaube  ich  nun  durch  diese  Darstellunjg 
zur  Genüge  dargethan  zu  haben ,  dafii' durch  Serul- 
las Versuche  die  Entstehung  von  Unterschwefelsäure 
keineswegens  so  ausgetoiacht  widerlegt  ist,  als  dieser 
Chemiker'  zu  glauben   scheint  *)   und  ich  finde  mich 


*)  Serallat  tcbcint  nodh  groftes .G^,wicht  darauf  zo  )egea, 
dafs  die  achwefelnreiDtaaren  Salse  beim  UebergifMcp'  mit 
concentrtrter  Schwefelt&ure  tick  ganz  abweiobtad  tob  dca 
nnterichwefelsaaren  Salzen  irerbalteb,  iDdem  wShrend  die  leta- 
tereD  bierbei  tcbwefeiiobte  Sfinfe  mit  lebhaüem  Aofbraateo 
eotwiokelB  die  entern  in  dietem  Felle  nielMbnrcfelichte  Säare , 
Bocb  ionit  ein  Gaa  entbinden,  londem  blos  betr^cbtlJGh 
viel  Koble  absetzen.  S  er  alias  meint:  es  sey  dieses  cio 
unterscbeidendei  Merkmal ,  welches  die  Annahm«  einer 
Identitlil  zwischen  diesen  verschiedenen  Salzen  hStte 
beseitigen  sollen.  Meinerseits,  bin  iüh  aber  der  Meinung, 
dafs  aocb  nach  der  Ton  mir  entwickelten  Ansicht  von  der 
Znsammensetziing  der  ScbwelPelweinsäure ,  dieser  Erfolg 
ebenfalls  nicht  knders  als  für  ganz  folgerecht  inzusehen 
ist,  indem  beim  2Lusanimentrelfen',vba  cönicfetoiiteif  Scfiwe- 


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(A?  i  feihwirkr«  'd.  Scttwefelft»  auf  AlkokoK    387 

ttztlch  ^tesdibeÄ'iAcIfbim  geibiigrten  vteanlafet,  mein« 
i^nfiicht  von  der  Entstehung  det  Aetlfeira  ^u  ändern, 
obßleipb  icb  vfoH  i^ie  Uebe^eugung  '  erlangt  habe, 
ddi^'(ia)  ye^rlaufe,^;  der  in  der  Si^eclhitze  erfolgenden 
^^seutin^  dei>  ßchwefejweinsäure^  wofei  l&.twas  Aetbet 
nach  der  oben  gegebenen  Pormel  unabhängig  von  des» 
sen  nachheriger,  Entstehung  gefbildeC  werden  kann;. 
^  ^m  ,  entgegengesetzten  FaUe^  ,  wo  man  nämlicli 
die*  ganze  ,Aethex|3Udang  .  von  ,  de^  Zersetzung  der 
Schwefelweinsäure  ..abhängig  .  b^ktrmsKtet ^  kann  man 
liicht  umliin'  anzunehmen/  da&beim'  Sieden  der  a^a 
Schwefelsäure -Hydrati  Schwefelwetej^äm^  und  AIUo* 
fa^pl  bestehencten  Mischung  in  eben  dernselbed  Mometit 
yfi^  die  Schwefelweinsäure  in  SchMrefel^äure  und  Aether 
zersetzt  werde,  s^isih  dergleiqb^9.y:$^P^A(9ue^|' bilde tt.^^f 


felsaare  ^it/einem  s^Wefelweintaaren  Stfktf.die  Wirkung 
dar  criteven,  Koerst  dabm  gebt  iem  SaUe  eioen  Theil 
seinea  i^yibrat-  Waaaera  ^n  eptziehen.  lypdarch  nothvirea- 
digerweisa  aiaa.  Z.erf^Unng  dei  Uu^ern  ia  SchwefeUättre 
QDd  leicbtaa  Weinol  (,C.  H.)»  welcbat  ferkoblt  wird«  ber« 
beigef^rt  würden  »att.  Sriiigt  taian  dagegen  baida  Sta4e^ 
anter  Mitwirkung  der  WSme,  pder  in  sehr  coiiceatrirtea 
ü^ustande  mit  einander  in  Berührang,  so  wird  jederzeit  (fa 
Folge  der  f  aicb^n  Einwirkung)  ein  Theil  der  Unterschwe- 
felfäore  ittSehwelebäareand  tcl|wtfellflbta»Saura  saraetzt. 
Letzterer  Fall  fan4  *r  '•'  »tait,  al^  ich  schvirefelweinaaoreti 
Kalk  atil'VitriolSI^x  welcbea  ii^  vorhar  mifraiaer  bedi^a», 
Unden  JVIenge  wasserfreier  ScbwefelsSare  atogescbwSngerr 
hatte,  übergofs.  Alt  ich  aatt  eoncentrirter  Schwefel6«ur<f 
dergleicbeu.Ton  ß^j^? ,P^g^H^^'^^}^h  "*''  Vermeidung  aller 
£riiit«nng  anwendete,  erhielt  icb  ah  Produkt  — r  A«(her. .  . 

aö* 


■Digitized 


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388   K»»tneri'Redtt0t  d.  Clatind.  AcAei^i: 

£•    ist*  mir  nidit   n^Sglich  .sudii  ndt   etoer  soIqImi 

/biniibme  zu  befreunden.         

.  UebrigeDS  läfst  sich  auch. die Aetherbildung  durch 
Vereinigung  beider  Ansichten  auf  die  Weise  erklären, 
dafs  ein  Theil  des  Aethers  durch  eide»  in  hoher  Teiii^- 
(eratur  erfolgende  Zersetzung  der'Sehwefelwejtesiiir^ 

85-  S^  +  C*  H»  Oa,  in  %  S  und  Aether'  (C*  H»  O«) 
entstehe,  während  ein  anderer  Theil  durch  Einwirkung 
^er'  regenerirten  Schwefelsäure  auf  den  Alkohol,  dilrcTi 
Entziehung  von  Wasserbestandtheilen ,'  enengt  wmL 
Aber  auch  hiebei  niuTs  man  «miehiiieh,.'  dafs  e»dUg)i 
ein.  Zeitpunkt  eintreten  müsse  >  wo  aUerS<^fawefelweia*r 
s^re  zersetzt,  u^  4er  Aether  sich  lediglich  durch 
einfach^  Einwirkung  der  Schwefelsäure  s^uf  den  Alko- 
hol ohne  Desoxidation,  t)der  vorangehende  Bildung  an- 
derweitiger Zusammensetzungen,  erzeuge;  z.  B.  ini 
Q  ei  g  e  r' sehen  Aetherbildungs  -  Prozesse. 

Die  Sache  mag  sich  nun  v'erhalten  wie  sie  wolle, 
immer  wird  es  sehr  schwierig,  wenn  nicht  unmög- 
lich,, bleiben,  mi^  Evidenz  zu  entscheiden:  welche  An- 
sicht die  richtigere  ist;  bis  dahin  glaube  ich'  aber 
dafs  es  am  besten  gethan  sey,  diejehijge  Erklärung 
für  die  wahrscliemlichste  Z}X  halten,  welche  mit  erwie- 
senenThatsachen  am  wenigsten  imWiederspruch  steht.  — 

Unerwartete Reduction  desaufgelösteii 
'  Platinoxyd^äy  beobachtet 

▼om 

.:.w  .  He,rau8geber.       1, 

Stil  weifsesf  mit  «iageicliliffieamn  GbMtöpstI  YMüefasees  Gjr- 

liader^IaschcB  wurde. Toninir^  im.tfin^r  i8i8  — 19,  mit  «inem 
Gemi8c/t  ▼OD  1  Vol.' WeinStber  «od  3Tol.  mlfstg  starlcer  salts. 
PlätitariiüaösttMgt  geföUt,«  vod  gegen . Licht: .g««D|iq(M  Umgestellt. 
Vor  8  Tagen ,  d.  i  unmittelbar  nach  einer  Kälte  von  —  150  R* 
besclianet,  zeigte  es  in  seiner  Mitte  einen  i  Zell  bk'eiten»  dichten 
Uebersug  von  metallischem  Platin.  Untea'y  wa  df f  Rahm 
des  Glasschranksdic^If  alte  abgehalteii  hatte,  waren  4ie  Innenflächen 
des  Glases  follkommen  metallfrei*»  Vor  der  ttiÜtfe  Mdi  man  nichts 
dergleichen«  .  ,  -       K^ 


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Vitffsiiche  mit*  dem  Hai^h  eines  Haiwüht**^- 
'  loranken;   '  '  '  ^ 

Atehiater;    Ritier  Chr.  Bhrenfir.  ▼.  Weigef,; 
-f  ;r. .       Pt9fb88or-'za  Oreifswald'  »i 

c  :'■    ="   :.  .       ....    '  .  ■    '"  »•  .  '  '  -rfoii 

'     '.       '•.:.:■      '  •     •,   "    '  ■•■'••  '  :-  h      "    ^. ;{')?, 
,  Der,   zur  Untersucnung   gebrachte    Harn   füllte 

eine   grüne   gläserne  Flasche,    schien.'  durch  die/selbe 

gegen  das  Licht  gehalten,    keine^  s,tarke  Färbung  zu 

«verrathen,    war    ziemlich   klar   iind   ohne  BodensatZ| 

hatte    keinen    mer)dichen    Geruch    oder    Geschmaclc^ 

sah  in  eine  zwei  Zoll  weite  weifte  Qlasflasche  ge^os-* , 

sen  sehr  bla&gelb^Qh,  dqqh  zieailich  klar  aus. 

r    '       '  »'  .    ,      ,      •  '    '  '       '        '- 

^        ,\  *  '  -  -  »  ^.  ^  - 

1 6  Lotb  WasüerpRaafsi  wogen ,  bei  lo  Grad  Reaujov 
|6^.  T7  li^pth,  zusammen  .y^VLcth,  also  geg^ 
iß  Lotb  jWasser  (^^^  Loth)  i,ip(g[i  |i,  d-i.  ein  wenig 
^chwer^r«  aU  4er  vom  Dr.  Mcj'Ksner  (i>o3€ksi 
^chw^lgg,  JoumvB/(|6.  S.59/)rPnd  als,  der  leichterte 
von  Bostoqk  (i,qz6^  Qehlen  jQiim.;d..  Chem.  o. 
Phys.  B.n.  8.196)  leichter  als  der  von  Dr.  Prout 
(i,o448;  Schweigg^  Journ,  B,a8.  S.i85),al8 
der  Schwerte  von  BQstock  (i,q4i;  §ch,weigg. 
a,a.O,undder  vQ|iHennbstädt(}^o45:  Schweiggt 
Joum,  B.  33»  5,  %6%)  geworfene. 

'  '  ■  *v'     '       "' 
Gedachte.  16^ Loth  Wassetmaarü,   auf  einen,  per^ 

cellanenen  Teller  gegoteen  und  abf  einen  Absats  d^ 


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390  V.  Wcigel  Jl] 

StH^soofeps.  gesetzt, ^  wo  der  Harq   e^f^  i^^^U  h^ 
stand,  verdunstete  bei  einer  Wärme,  welche^  ^Is  sieem 
stärksten  war,  nicht  lange  von  der  Hand  ertragen  werden 
konnte;    jedoch   nur  mit  Aufwallen,  ohne  sichtbaren 
Damp^  übrigens  o&ne  «tioen  Aii£ltigr)lBüjsenbaft0&,  [^hk 
mit  einen  scbM^.ch  'Xo^sugiaictigeD:, -ti^^i^tswegs  sauer-- 
liehen  Geruch.     In  einigen  Tagen  und  Nachten  dämpfte 
,  er  hied'urcb  ein:  zu  einer  Syrupdicken  klaren,  bräunlich- 
gelben,  nach  dem  £rkalten   aber   nicht  mehr,    beim 
Schieflialten  des, Tellers,  die  Stelle  verändernden,  doch 
noch  weichen^  und  etwas~  zähen  Masse ,  von  süfslichem 
Geschmacke,  ipit  schwachen,  nicht  zu . bestimmenden 
Beischmacke,  und  diese  zeigte  bis  Und  nach  dem  Er- 
kalten   durchaus    keine   Anschüsse^     Der  Teller  wog 
mit    dem   Rückstände  ft9|-  ^  j^  ■^^,  l^oth;    nach   dem 
Abwaschen  des  Rückstandes  mit   at'Oth  übergetrieben 
nen  Wassers,    22  Loth,   mithin  ^er  Rückstand  ij  -^ 
tV  ^5  =  jlLoth,  folglich  von  i6Loth  (<j»/)  bei- 
Ähe    ^;    Bo^tbek  "erhielt  von    aa4o  Gr.  •  «48  Gr. 
imes  dicken  /Syrups,    mit  köittigfen  Tfieilen  (a^  a.  O. 
8.196   sebr   wetrfg'über|)]Vteifsner    von    i*6Un- 
^en  65i  Gr.    von    keifet  Eitiractdicke,''also    beinahe 
^i    (a.   ä.    O.    Slffa)     Heirmbstädt     ÄckflüssJgei 
gelben  Honig  ivtroceiit,  also  Vü  (»•  ».  O.  S.aga) 

Von  'd'eni  diökeil  Rückstände  wurden  einige^  An- 
ihlsile  Qeder  ohngeEihr  /jLoth)  mit  einem  Glas§tabe 
abgenommen  und  deren  .«h  *• 

a)  einer  mit  dem  Glaisstabe  an  die  Flamme  einer 
Kerze  gehalten,  ward  flüssig,,  bräun,  brannte  mit 
einer  Flamme),:stiel8  einen  si^ wachen  iBaftich  aus^  der 


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über  den  Ha^  esaes  Ilarhrttfarkranken.    30%. 

und  hinterliefs  pine  schwsuche  KoMe. . 

'  h)  ein  anäerär  in  ein  Kelchglas  ^  gethan  und 
gelbbräuxilidiä.  ifuende  Kalilauge  (liqux)r  käli  caui^ti« 
cus;  daraufgegossen;  dieser  färbte  ihn  etwas  brauner^ 
entwickelte  ^  aber   keüpen    Geruch    nach   Ammonium^ 

^    , sondern:  roch,  wiö  #9  ^Lf^M®  .'Sf|lb^  .   .    . 

c)'  ein  dritter  in  ein  anderes  Kelchglas  geschüttet 
und  darauf  starke,  doch  weder  rauchende  noch  merk- 
lich riechende  farbenlose  Schwefelsäure  (acidum  sul- 
phuricum  depüratum)  gegossen:  diese  färbt  den  Rück- 
stand, auch  brai^ni  i^ind  eiDtwickelte  einen  stec^ppden 
Geruch;  doch  vyar  qs  nicht  gewifs  zuerkennen:  ob  nach 
Slalzsäure,'  ode^  nach  rauchender  Schwefelsäure  (nicht 
nsrdh' scKwefelichter  Säui'e)/  '■ 

r  fJOferübrigHäTt Rückstand  werd.roH  den  «agegoai«H 
]>^  $il.oth  W,a3setr  CS),;gan^  aufgelpset;  es  war  also  kedi^ 
unl^ösilicher.  AuszugsstoflF  erzeugt,  mithin-.  die^W^rme 
zur  Zerlegung  nicfit  stark  genug  gewesen.  Wie;  n^ 
aber''  die  Auflös\ihg^  ^'in'  6inem'  kleinen  Conservglaäi^ 
^fWeir^^tff  dett-Üfei  gfeJetzt  und  solcher  eiiitretendW 
Käho:^ halber  ^waa stärket  geheitzt  ward,  so  kam  dier 
Flüssigkeit  2W^i:  .dar^hau#  nicht  zUfn  Aufwallen,  ward 
abar  etwas  bräwliphejr  5  yerbreitßte  jedoch  keinen  Ajor, 
monium  -  Qeit'iich  >  Ohe  den ,  eigenthümlichen  eines 
frischen  gesunden  Harnes,  der  jedoch  nicht  bestimmt 
ate'  harnartig  ernannt  werden  koünte.  Hiebei  fing 
&iti  Rande  der  OberB'^he  die  Flüssigkeit-  an,  ein^^ 
festen  Rückstand  an  den  Wänden  des  Glases^  abzu^^ 
setzen,  von  welchem  sie  am  Ende  auch  bedeckt 
ward.  Jene  schmeckte  nicht  mehr  so^  süfs  als  vor- 
her," hingeg-^n  '  etwas  salzfg  ^' '  teigte  keine  tCömer 
oder  Ahfifchüsse;  soridern  >  eine  teigige  Masse ,  untör 
welcher  die  bjsaune  Flüssigkeit  nath.  der  Bewegonj^ 
^es  Glases,  b^im  Sqhief halten,  etwas,  naclisank, 
,     (Der  Beschlijpi  faj^t.} 


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38<|  Sclmiöger 

AllergenaiKQate  Bestimmung  der  H4h^ 
des  mittleren  Donäüstandes  bei 
Regensburg,  über  dem  Meare; 

dortigen  Profedsor  Dr.  von  Schmöger. 


In  der  neuen  Auflage  des  Q  9  hl  er* sehen  physi- 
kalischen Wörterbuches,  und  zwar  im  V.Bande  $.38 1« 
ist  die  Höhe  von  Regensburg  über  dem  Spiegel  des 
Meeres,  zu  pSo  Pariser  Fufs  angegeben.  In  meinen 
Beiträgen  zur  Witterangskunde  (i8ft6)  habe  ick  be- 
technet ;  dars  der  mittlere  Donaustand  bei  jener  Stadt 
io46  P.  Fuls  über  dem  Meere  liege.  Der  Unter- 
ichied  dieser  Bestimmungen,  so  wie  der  Umstand, 
dafs  ich  neuerdinga  ^us  den  mir  kipterlassenen  PapicH 
ren  meines  Yor&hrers  und  Freundes,  Pia ci dos 
Heinrich,  und  aus  anderen  Quellen  manche  Notizen 
eihalten  habe,  die  mir  für  einen  strengeren  Cakul 
dienen,  veranlafst  mich  nun,  den  fraglichen  Höhen- 
punkt neuerdings  und,  wie  ich  mir  schmeichle,  mit 
der  grölsten  Genauigkeit*  die  dermal  m&glich  ist,  im 
bestimmen. 

Placidus  Heinrich  hinterliels  bei  seinem  am 

^8-  Januar    18a 5  .erfolgten  Absterben   54  Jahrgänge 

meteorologischer  Beobachtungen.     Was  den  Luftdruck 

anbelangt,  sind  nur  44  dieser  Jahre  brauchbar,    weil 

die    früheren   ohne  Angabe    der  Quecksilber « Wärme 


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Bestimmung  d.  Don»u8t«nd  b.  Regc(n$burg.  3§3 

aii^6»dicliii6t  wilfdra;  Föf  die  fibi^^  spricht  au- 
8«rdem  iiodi  der  Umstand,  d^b^sio  alle  mineUt  euie% 
dermal  noch  in  gjxtem  Zustai^de  verhaltenen , .  ypn 
der  Manheimer  Gesellschaft  zugesendeten,  Flaschefi- 
barometers  angestellt  worden  sind,  und  zwar  immer 
vom  Flacidtts  Heinrich  selbst,  oder  doch  unter  seiner 
unmittelbaren  Leitung.  Er.  brachte  dabei  den  Null- 
punkt der  Scale  in  diejenige  Ebene,  welche  nut  der 
Ghorde,  des  in  der  Flasche  befindlichen  Quechsilber- 
meniscus  zusammenfällt,  las  den  Barometerstand  an 
der  Basis  des  in  der  Röhre  gebildeten  Meniscus  ab, 
und  liefs  die  Capillardepres^ion  unbeachtet.  Also  be* 
dürfen  seine  Barometerhöhen  einer  doppelten  Ver- 
besserung. Es  ist  nun  die  Höhe  der  Ghorde  des 
oberen  Meniscus  ss  o,3P..  Linien  es  0,68  Millim^- 
tres,  der  Halbmesser  der  Röhre  zzz  i»a5  L^£Sa,86  Mm., 
also  (Gehler's  Wörterbuch  L  909)  die  Depression 
SS  o>69  Mm.  es8  o,3i  L.  Somit  erhält  man  auf 
den  während  44  Jähren  angestellten  Beobacbtungei^ 
bei  +   lo'R. 

das  Mi  .tel  .  .         3ft3)9S  Linien 

4ie  Höhe  der  Ghorde  •  C,3o 

-  cUe  Gapillardepression   «         •    ~         o>3i 

den  wahren  mittleren  Barometerstand  Sft4,54  Linien 

oder  bei  o^R.     3a3,8i  Lin.  ssK 

5. 

Zur  Bestimmung  der  mittleren  Lultwärme  kann, 
man  alle«  54  Jahrgänge  gebrauchen ,    und  bedarf   der 
Verbesserung    mittelst    Chiminello's  Tafel   (dieser 
Archiv  XV. Bd.  S.44a)  nicht,  weil  die  Beobachtunfeeft, 
mit  >^enlgen  Ausnahmen ,    bei  Tag   und   bei   Nacht,' 


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all^  iwei  StuftilM  'gemacht  wordan'  luaä,  und  ilir^Me-«< 
diam  deftbalb  dem^w^lven  überaus 'naU»  kommen* 
Iht^     Es  ist  a1>er  ds^sselbe  -f  7%9t4A.  CS  <:. 

Für  den  Spiegel  des  Meeres  nimmt  man' häufig 
einien.  mittleren  Barobfieterstand  von.  35 8>a Linien  bei 
•I-  ip^  H.  Allein  dieser  kann  nicht  al^  constant  für 
alle  ^Breiten  gelten  >  weil  die  Atmpsphäre  einSphäroid 
bildet,  ujnd  vermöge,  der  grpfseren  Schwungkraft  und 
der  gröfseren  ^ärme  Unter  dem  Aequator  weniger 
gra!vitirt.  Defshalb  i'alte  ich  'es  für  tiotHwendig,  je*- 
nes  M.ediiÄ' mitteht  der  im  1.  Bände  S.  9 1 8  des  oft- 
erwähnten Wörterbuches  zu  berechnen.  Man  findet 
dort  für  eine  Breite  von  4o^o'o'^  die  Barometerhöhe 
iz:  337,7694 L., /für  eine  Breite  von  5o°o'o"  die 
Barometerhöhe  ^  538,093oli.,  also  für  Regensburgi 
tl  4Vo'53'^  nahe  genug  H=  Zi^y9lSo$Lkei  o""  B: 

\  ■'"  ••      •  ■■ 

V  Uli     .  .  .  "t^  ...  .  .!.:•. 

Ramqnd  (Mempires  suc  I9.   forinitle' barom4$ri- 
que  etc.  CJlermont  1811   pag.  189}  samtn^ltö^  aus  ver- 

sthiedenen  Ländönr  4  a  Beobachtungen  der  gleichzeiti- 

f^  V'  V'    .M   ■      ''■  ^'f  v*"."iöT  •".   ^      .    ■•')!' '•.:  L'-':    .         ., 
gen  Lurtwarme    an  je    zwei  Stationen ,     deren    senk- 

rechte*  Entfernung  von  einander  bekannt,     und    deren 

geographische  Breite  beinaJfe   die   nämliche  war.     £r 

suchte  für  jedes  Paar  den  Factor  des  Log.  -r-,   damit 

4ie. 9ibpre  Temperatur,,  mit  diesem P^rodukte  vermehr^ 
die  upt^re  Luftwärme  g|ibe^  und^  ei^l^el^  ,80  als  allge- 
meine Fprmel;^^  die  (uqtpre  , Temperatur    der.Atmö-. 


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Bestimmung  d.  Dqn^auata^^  h*  I^egensburg.  ^^ 

«phäre  oäer'^'ssVgV^S:  log!  -  ^tl'STan  hat  afeo  & 
Bezug  auf^-ftegen^ljcirg  •     :.;       .     .  :•  ,  ,t       ; 

T  =5  i,8a5  +  7,24  s  9^p€5. 

i;j"i    "      .-  -^     ':•   •  '    .^    '     •  :     :    '  '•   •/ 

^.,  VvAitH  ffi«^;.,nw   die  jR^cJbijjjng^  nach  Q.a^fÄ.'^ 
.,  ;H  p=.5J8,Q6«>e  I  ^..  ^i^  I  1;  =  .6',9i^,,,  ,.i 

j    •'     *^  i'     ?«•    lo     ^1«     ••        .   'r>     '...'.>.:     .      .>         j     /.  .,-.,  .. 
log.  —  5S  0,01870 

lo|^'o,oa&7o  3:  '8*a7'i84  tr^iio  -.•  >  .t  .     ,  v  c^^  -n;. 
,..,     ..•  i-  \.    •  A'" .53,4,770111  :i    ...       .  ,-^    .,...: 

■'     ■   ^^   iOGcO^':j=)3^o4»i»    •.      .        .     .f'.;.. 


7^'^»H  •''.-  '3io4«'t4'':d3'lbg. -iiQfiv9^  *  » 
mlso  lag'äi^s^-QuecksilberMveau  in  der  Flasche.  ^09 
^Barometeiii^  ifbs^P^  F.'  über  dem  Spiegel  des  JVfeere^ 
nach  dkfsen'I^oln:; 

;• '       • .  V-.  r       -  .  ^  ^    .. 

Rechnet  Aan  nach  Winkler's  Tafeln,  deren 
Resultate  bekanntlich  mit; denjenigen  aus  der  uv<* 
eprünglichen  Formel  'des  Lai^Placfe^gaiiZ'  üterem« 
stimmen,  oder  rechnet  lasan  nach  Veraas  den.  di- 
mten  Yefsweh^ä    des  Brot  und  Arago   oad   den 


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39Ö  V.  Schmöger  '      ' 

o«a9Sten  Bestimmuitgen  der  übrigen  Element^»  ahge- 
leiteten  Formel;  so  erhält  man  jedesmal  1099,7. 
Delshalb  nehme  ich  das  arithmetische  Mitjtal 
SS  I  (iioi»9  +  >099»7)  *=^  iioo>8  oder  iräcW 
1101  P«  F.,  indem  alle  übrigeii' Tafeln  und  Formeln 
minder  ^irerch  sind: 

8.  - 

Vom  Jahre  1771    bis  zum  a 7.  November  181  a 
war  der,  Beobachtungsort  in  der  Abthei  St.  Emmeram, 
dann  bis  zum  la.  Junias 'iS'a^   ^  'eiiiem  benachbar- 
te T^urme/  nnd  ^hierauf   bis  zum  '  7.  Januar  lÖftS 
in  eiitem  Hause  neben,  der  Qa0iedralö. «   -Fär  den  er- 
sten Ott   findet   fnan   in  den  hiiterlassenen  Schriften  , 
des  Piftcidua  He^ij^rich  jene  Höhe  «s  57f85  F.  F. 
^supra    ripam    Danubii'«    angegeben«    ohne    dals    der 
bezügliche.  Punkt  Aei  Gestades,    näher    bestimmt   ist. 
Für  den  zweiten  Ort^'^rgab  8i<5h  aus  einem  im  Okto* 
ber    1816    vom    K.  ^.  - Steuerrathe  Hfn.    Lämmle, 
und  yom  K.  B.  Geometer  Hm.  Sämmot  vorgenom- 
menen Nivelliment  jene  Höhe  ss'6o»8Si  P*.  F.  über 
dem   ättssersten   Uferbalken  (A)   bei  rdem  Weinthore. 
Im  dritten  fieobaAtuQ||^rte  war  jene  Höhe  zsz  is>^5 
p.  F.  6b«r  einer  andern  Stelle  (B)  i.des.Oestades,  de^ 
Ponau»   zun&chst.  an   der^^Wobnuug:  de%  Qb$#rvators, 
wie  ich  durch  eine  kurze  Nivellirung  gtfui^eii  ha|^p. 
Bei   Bestimmung    des   mittleren  Barometerstandes  (h) 
wurde  der  Höhenunterschied    der   ersten  zwei  Statio- 
nen vemachläfsigt.  Selbst  Plfl^c  H^inricli  bemerkte 
ioL  seinem   Tageliacbe:    ,J)iß  27.Novembris  iS%i^  a 
mbnMterio.meortransmigtavi^  turrim  astjrononiicam 
cum.oinnibus  instrutnentis  meteorolqgicis ;  BarometriiiD 
eandem    habet    altitudinem    supra   DtnubiiW,'*    und 


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Bi^timittiiljg;  d.  J?foAau8t^  397 

erst  im  Jalire  i8i€  eryifÜmte  ef  iiß  Differenz  von 
5  Fufs.  Am  isuJunios  i8da  hingejien  machte  er 
die  fiom^kuog;  „Ut  copcordeot  se^uentes  observa* 
tiones  Barometri  cum  prionbus ,  subtrahe  a  qaavis 
0^5  Lin-  F.,  eine  Hegel,  welche  sich  aus  vielfältigeii 
porre&pondir^nden  J^obachtungen  ergeben  hatte ,  und 
zu  dem  oben  genannten  Zwecke  auch  angewendet 
wurde.  Somit  ist  die  Höhe  des  Quecksilber  Niveati 
ini  Batometer  über  dem  Punkte  (A)  zu  So^SSi  oder 
fit,  und  die  H5he  dieses  Punktes  (A)  über  dem 
Meere  za  iioi  <^6i  =s  io4o  P-  F.  anaunehmen. 

Das  sogenante  Weinthor  befindet  sich  an  dem 
südlichen  Arme  der  Donau,  der  hier  ft,5 'Fufs' Über 
dem  nördlichen'  liegt,  oberhalb  der^  vermöge  ihret 
eigei^thümlichen  Gonstruktion  eine  ungewöhnlich^ 
Aufstauung  verursachenden,  steinernen  Brücke.  Es 
|f^  kann  also  ai|  dieseir  Stelle  Wohl  nicht  der  natürliche 
müfüere  Stand  der  Donau  statt  finden,  sondern  ec 
mufs  vielmehr  am '4)tstlichen.  Ende  (C)  des  unteren 
Wörthe?  gesucht  Werden, i  wo  beide  Arme  d^r  Donau 
sich  im  'freien  und  unbeschränkten^ Bette*  vereinigen.- 
Da  nun  (A)  5  P.  Fafc  Über  (B),  und  3,5  P.  Fürs 
über  (C)  li^gt»  so  ist  die  wahre  Höhe  des  mittleren 
Donaustandes'  bei' Regensburg   über  dem  Meere  nach 

Si  fahrigen  Beobachtungen  loiSyS  oder  io44  P,.  Fuls^ 

*. 

^_    --^-f-    ^    ■■  .       .        10.'  .     ■  :   ..      ■        r, 

Die  von  mir  angestellten  Beobachtungen  geben 
folgende  Medien  des  Barometers  nhd  der  Luft* 
Wärme:  .  :  -  .  r.  . .; 


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398  v^Schi^«g^¥d«)ft.4:I!^diiftidbt:b/fleget^^ 


'—  '— •    1846 

—  —    18^7 

—  —     i8i8 


Medium  der  4  Jahr6 :  Sii^aS^  t—  h   ^  ''''  f7^ff5  ir  t 
iU£anliat  demnach*  für' die  obigen''Wehhe  von  Htmd  T 

Ipftr  ^  s?  Oi0^8a6>  Iflg-.  CiOi8i>  fsp  ft!l(^P79  —.«0 

Corr.   nr  » 


3,o3i8a 

♦      .  .  .1  ;i  .^    'J»3k>f.    IO76P.  F. 

/  Durch  eine,. am i>g.Juliaij(8^5. erhaltene,  Heih^. 
^pr^spondirei^er  |.  ifn  Ql>5ervatoriaii[^  i^pd.  an  der  öst- 
licbjdn. Spitze  ^es  untern.  Wörthes  gemachter  Beobach- 
tungen erhielt  ich: 

und  hieraus  die  Hohe;;mein0sBdttomiGftei&ftiiai:Ob6eo[iva- 
torio  über  demuntteu  fiarombt^  dB  3497;  P.&~  .Da 
nun  das  Niveau  des  l^^er^  5  .?•  öb^r  |^C) .  hipg^  so 
hat  man  aus  diesen  meinen  vierjährigen  Beobachtungen 
4ie  Höhe  des  Ortes  (C)  über  dem  Meere  =  1076*—  4o 
=■  löSG-F.        ;    7^    '   ■■    ■■  '  '    *    '•■••   ''■     •■ ' 

Dieses  Re^ltät  weicht  vbti  öem  ^ vorigen  xnö' 
8 F.  ab,  was  sichdr  fiur  voh  denikmfee»  Zeiträume» 
ia'  .welchem  die  ob'e^n.  €gcw$hni;e^j,:g][|^9^9^eitigen  9^' 
servationen  gemacht  worden  sind,  herrührt,  wefshalb 
ich  in  der  Folge  für  eine .  langer  andauernde  l^ieder- 
holun^  derselbe^  sorgen  werde. 

Also  möchte  io44'P.  F.  die  möglkhit geteü  be- 
stitxlmte  ^Höhe  des  ifnittlem  Donaustandes,  bei  Regens- 
bürg  über  dem  Meere  seyn.  -i.. 


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/    '  Heranisgelyei^. 


.».a 


i)    Merkwürdiges    physisches    Verhalten    der 
Pauliiienquelie  zu  ^chwalbäch.  •' 

Der  sonst  uoter  derBenenoang  Oberroienbrunnen  be- 
kaonte,  «^iii0d>  im  letEtvetfflosseBCiii'  Herbste  dorcbgefal^rtfiiy 
fpSterhio  mitzntbeilenden  .Yeriucheo  mch:  bocbst  Garbonslore- 
jreicbe,  ({o^.  .Qi|ri)pfpqi«  ntben  39»8pari8..CabiIuc|llGarJboDiäar«- 
^M  $Jdß^  §«lzi§e  Sfldsbasen  *)  eotbaltef|df)i.  ])i|isipbtUcb  der  <mr 
■MiaUticbfo;,.,Gwb9q9fnr«ii  M^ulIbi^eD  .  den  ,  ifkeUt^o  ,  übri|[ei^  * 
Scbvralbacber  S$üarHDgen.aa.9ebi4t.repfrf|i  ^achstebeqde»  sie  d»i 
gegepi  iii.4Jt^i^)»{/^qC.  AnyrcAaabi^t  yoa  qar^p^iaaarcr  NatronbiSsa 
»til>e|rbMteii(l4,  PauliDeDbrupo/^Q  y^wa^t^  io  Folge  die|fea 
jeloeergrofsen.  jQarbpqtfuregebaltes  und. der  scbDclIen Nacbeinaii^ 
dejrfolge.  der  £oiirt4«4frod.  in'  ibai  aafi^teigAAdeD.  G.asMAS®^  V^% 
•BrscbtiDaog,.  wiis'  ich  sie  io  so  auffalloodenii  Grade  ^  nocll 
l^ei  keioe«^' anderen  Saaerliog  ^ah;  stöfst  man  oämlich  mit  eioen^ 
barttn  Korpw  .(«1  B«  mit  einem  Trial(glase)  icbaell  feohrecbt 
'* H rrr^ : •;     i    »/    -.  ,     -.'.     .  .       .  .     M    „-^ 

;.  ^)  Dieeeeog.  SaUe  (▼on  ajir.betrapbffj^  ^Is  Grundlagen  daf 
durch  den  Säuerling  gegebenen  Gesammtsalzes ;  dTes'.Arch'. 

i  XYI.  4^7  ff.)  besifehen  ra  iGÜnsen  Wasser  aas  Carbow 

si£ur.f'TiM^r^^io^b)'EtU^nQ%jdu}  (o»65)«  Man- 
ganoxydul (Ojoos)*-  Kalk  (9,955> -Magnit  (2,75j 
^aUsäüfe-ffairon  ( GMornatrfura ,  o,o3  )  •  K«l{ 
tCblorkatit^^;.  '  o,ooi%), ,. Schwefelsäure  -  Natron 
(o,oa5J  PÄ oVpÄo na « re  -  Kairon  O,o0i5'>  Sillcium' 
'  4£fttre  (Kieseierde;  o,ooo3)  Aln^i^noxyd  (Thonevde^ 
i/  o,oooe)vneb|ft  Spurjsn  von  Lithion,  Hydro  Jods.  \l. 
kali)  Strontian  and  einem  fremdartigen  erzm'etalli'schem 

'^  '  Stoff  («^^amwen  =  o,oooö  gesebltst)  der  naob*  «dpii 
Gluben  oMt  dalpeter  io  Salzsfiure  aufgelöit,  von  Aotzam- 
mon  bleibend weifs,  von Schwefelwasserstoffammon  grän- 
lieh  nbd' von Gallusaufgufs  orangebraao  nod  AbnKtA 
und  mi^hjf  ins  Roth«  spielend  von  bjdos.  Ammoip  trübend 
gefärbt  wörde^  und  daher  Titaosäure  zu  seyn  schien 
die'Tn'  deih  Wasser  zunächst  viellelebt  genieinsch  äff  lieh  mil 
.  Siliciumsäure  an  Kalk  gebnnden  zugegen  seyn  dürfte.    K. 


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400    Kästners  vermisohte  Bemarkiingeii. 


gtgM  4ia  WMWiyiniil»  .f»  füf4-*4«4iNii:dM  4«fät0geB  der 
6Mbl«Hft  wnug«  AafM^lM«  hiadflNh  giMÜcli  luittrliroe^a^ 
briolit  duB  aber  ia  Form  b<ftif«B  BraweM  imdZischeiif,  lo  ge- 
tralMMi  bcrror,  daftUokaadige  ?eraiicht  werdea  bdonten  sv  glanbca^ 
der  durch  den  StoDi  etwas  trichterldraiif  eiagebogeae  Waeicr^ 
Spiegel,  begieae  roa  allca  Seitea  her  (riegs  aia  dea  Mittelpaalet 
des  StoAes)  plöulich  la  siedea  aad  Wellea  au  scblagea« 

d)  Bereitung  der  kaiisllicli  tu  erhitzeadeii  Mine- 
raibä^er* 
Aaf  die  Frage :  wie  kh  glaäba,  dafii  derghdcka  i9Sder  aai 
iweekfli&ftigslea  hernnteHeB  sc^ea,  ob  dadnrcb:  d«fii  bmhji  ivi- 
•chcs  kakas  «ad  ethiMes  Wasser  svgleiok  ia  -ih  Badewaaae 
lakse,  oder:  dab  Man  das  heifsa  Wasser  au  deai  halted  bringe? 
Aatwortete  ith:  auiaee  £raekteas  am  beilea»  weaa  maa  erst  das 
arluute  Warner  ia  die  Waaae  briagt  (wodoreh  nma  soi^cick 
dea  Yortheil  erhSlt».  dafs  derWaaaeabodea  gehörig  wana  wird) 
nad  diesem  das  frisah  dem  Rohra  eatstr5meade  kalte  Wasser 
folgea  Vktix,  weil  a>  kaltw  aad  als  solches  dichteres  Wasser 
sich  mit  dem  heilsea  (oad  als  solches  mehr  aas|edehatem)  Was* 
ser  auf  diese  Weise  schaeller  aad  gleichförmiger  mischt, 
als  weaa  maa  heilses  Wasser  «i  kaltem  schüttet,  oder  bcida 
Wasser  xagleich  ia  Jlie  Wanne  tretea  lafst  (wie  auch  kiöhtcra 
and  schwerere  Polrer  aar  daaa  schaell  aad  iaaig  geamagt  aa 
werden  yermögea ,  wena  man  das  gewidhti^erei  aaf  das  miader 
gewichtige  tsägt,  llevor  man  das  Gänse .  ineinander  verreibt)  $ 
b)  weil  nach  diesem  Yerfahren  das  ka|u,' s.  B,  «arbonsanra« 
reiahe  Wasser  weniger  von  seiner  flüchtigen  Siare 
Verlier ty  als  wenni  es  schon  xuvor  in  die  Wanne  gehraeh^ 
der  Laft  mehr  oder  weniger  längere  Zeit  bindorch  vor  ^lem  EinstünEea 
des  heifsen  Wassers  aasgesetzt  blieb;  wtil  idiM^vhtere  heifto 
Wasser  da^ch  das  hineingeschüttete  kalte  weniger,  an  W&rme 
einbüßt  nnd  (erkaltend)  mehr  an  Carbonsäure  bfadet-^  als  wenn 
amgekebri  varfriiraa  würde.  K.as  i ^  cje, ... 


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./  r. 


üeber  Höh^finiefiätitig^en  in  Thü« 
'    ringen» 

K.  B»  A.  von  Hoffi' 

,.t. '  ." •.(•'... 

---k^  def  g^tgtäfhi gehen  Zettüilg'ddf  ttdt« 
th'A  3/5.  &S;  Mfitt^M  ftidi  eind  voni'H.  trot  Barg-« 
h'citts^'üutg^thentb  Ahgab«;  der  Hl>li<l^4e8  Btoek«ift 
Qbtii^.Ö^  MeetdsAielie»  Welche  doit  Als  daft  Resultat 
det  Vtii  Hv  H'ofK  G'a'üls  i^drgeiiomnieiieii  Mes|uiig«n 
g^l^ebWkd^  otid  daher  hiit  R^tiit  fär/^s 'genaue« 
itie/hls- dahin  ILb«r  die  llöhe  dieses  in  Neird-^TeütsdlH 
ladd  'M  •  ber&hittteti  ifefgei  eflangte  Resultat  aage« 
6<Bhen  werden  du/fee» 

Diese  Bestimmung  det  Brocketihöhe  ^  und  die 
ebendaselbst  ange^htte,  von  Herrn  Director  fencke^ 
dbtch' WiükehnWuii^  Vott  äef  StefnWatte  Seebdrg 
iivi  / '  "gfifuriiSetie "  Differenz  di^r .  Höhetf  *  dieset  «teito* 
lÄ^ärte  bxld  ^os  fefbci'kdhs  schiSh^ii  nitf  eliiö  turer» 
lasnge  Grundlage  'zurHeductiön'  der  Voll 'iriirbäro* 
metrisch  gefundenen  relativen  iHöhen  nl^hfiBVct'  JE^unkte 
in  Thüringen  und  Fiqankeii  auf  absolute  Höhe  fübet 
dpr  MeerjMiiächisJ^  tu  Riefen);  £s  gab  ih  diesen  Ge-s 
gend^  iifi/f^ei^'  ^VUfMIM  ander^i  t'unkt^  dessen  Höh^ 
übet  dar  Meei^esBü^W  auf  (^ine  selchie  titvörlassige^ 
«ider  auch  nur  auf  eirie  so  erirägUdsie  Weise  hestitiiihl 
Arebiv  ff.  d^  f^4  Hatatk  B^lg.  Hi4i  J26 


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'2  T  *"**'-*'* 


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über  UöhenmeiBtHigerf  in  Thfiringen.    ^ 

ttL  itabitier  nidit  ^erihg^n  YiMvxäifunf^  and 
WttliKfiafdg  Dicht  titigenehmen  Uelito'aschYin^ »'  htA 
ich  ifi  eiher,  in  dem  seit  kuttJ6M  ivc  ^tüin  h^tscül^ 
kommenden  kritischen'  Wegi^eisVr  ini  GeSiete 
der  Land^karte-oku-nde,  Big.S.jt  aigedräckten 
anonymen  Notia^  ^eln  von  dem  in  der  Hertha  an^ 
gegebenen  gans  velsehiedenes  Resultat  der  Brocken* 
höhe,  weldiea' AenGBdlaHemi  Höfirath  Gauss  äuge- 
saiüiftbea  vrird;       • . 

;;  ^  Ich  rioimte  tniclift  mich  ühmictelbar  sowohl  as 
H.^Hofirath  Qaass  als  an:  Herrn  Director  Bncka 
an  wenden ,  und  ^mir  von  ihna»  die  Mittheilung  ddt 
wnUidien  ResidCata  ihrer  Messungaa  wU  erbitten 
Ba/  ich  hieraitf  vo^  )edem  dieser  belBen  angesehenen 
Gietehrten  adle  adr  etbeteneh  Angaben»  und  noch 
mehr»  soglMch  /initider  grMsten  und  liebenswürdig* 
ttan  GefiaUgkeU  mitged&eilt  exhalten  habh;'^so  haltt 
ich  für  Pflicht»  dieielbeB,  und  die^sidi  darauf  grün* 
denden,  für  das  NitreUenent  van  Thüringen  in 
der-  Ihat  wichtigen*  Foigerun^n  und  Berichtigungef^ 
dloi- hierüber  bis  )et£t  vielfach»  tfnd.  iura  Theil  von 
mir  selbst»  ii^egafiihrtan  Pufiücum  voAulegen. 


'IV  Die  HfcW  dür  Miliirtörphtte  äfi^  dem  cy- 
Chirischen  Thiirm  db^  Hkuiiöi  auf  deni^Sro.c^e'ä 
(auf  weldier  die  Instrumente  stkndeii»  und  w^lch^ 
S3»a  Par.  Fuls  über' di!^  BergAäche  liegt)  ist»  nac6 
der  von  H.  Hofir.  Gauss  im  Ii8li'  aüsgef^rtöfu 
eüt :  Beobachtung  vbti  Zenitliäb»tänden  berohen^tett 
Äteisüng:  '     :     . 

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a.  Di0  m(  gteicko  WaiM:  bewirkfi»  Muning 
des  H.  Dir.  Enfxk^  y^ai6.Jtmm  i8>5f  ^bt  '^ 
Steniwarte  See.berg:  ,. 

s4t3tOP.  F.  aicariftr  •!•  obigen  Stiiidpil4«  ßskf  d.  Brodm.  i 

3.     Daraufl  'folgt:     H5he   doroStens^urte  Se«(^ 
b«rg  über  der  Flache  dea  Xeutlohen  Meeres:         :•* 
:  sii6,4P.  F.  «s  L  / 

4k  H.  Dir.  Encke  äossiert '-sich'  avNor  ge^eii 
mich  über  diese  Messung  aaf  eine  Weise  ^  wekhe 
aeigt,  da(s  er  selbst  ihr  ohen  e^ttschiedenen  und  ent- 
scheidenden WtmK  iridht  beilegen  :mVt\  tbeils  well 
Ihm  die  Art»  wie  dabei  die.-  teneltrischs- ^Strahlen« 
brechang  berechnet;  worden  tst»  nlebl;'«zteiiftssig  gioi' 
nag  erscheinti^etketls  iweiler  "die  2alil  der  gemachte^ 
Beobachtungen  'inrikt  för  grols  genug  halt.  AU^ 
leh  glaube  .diese  lAeoaserung  «um^gröfiteii  Tfa^  der 
gro&en  und  ehrenhbften  Bescheidenheit  des  wüi^digeft 
Mannes  auaehveibeo  eu  dürfen»  die'  4anselben  liidit 
minder  aiert  als  sein' woUverdienteir  wksen^hafdicher 
Rahip.  Es  Tereinigen  steh  hingegen  mehrere  gewifii 
gewiehtvoUe  Unistände,  um*  diese  HShenangabb  «1^ 
unter  allen .  bisher  f^dfundenen;;  Oer  Wahrhieiit  am 
nächsten»  und  ohne  Zweifel  sehr  nahe  kommend^ 
darzustellen.     Diese  Umstände^  sind  folgende« 

5«  Hetr  J^p,fr.  Gauss  fand  /laut  handschrift-* 
Ucl^X  Mittl\eilung)  mittelst  einer,  ^f^W^  f{^'^$P  '^^^ 
^.en  (zwischen  Göttiogen  und  IV^^ndep^  ausy  g^pach^ 
^en  Messung  des  Inselsbe.rgs-^  die  -  Höhe  dieses 
Berges  üb^x:  der  |VI^ere^fläche .  «p  aQ55,$  P.  F«  ^ch 
habe  am|  i8.j|y^g-  iS^^  den  Bai^omet^r  auf  dies^ 
Berge  beobachtet,  während  H.  Pro£  Kries  in,^aio«ji^ 
Wohnung,  inr,  Q9lib^.p  r  W*  i^^* .  QHWptW  :H^  n  s  e  n  auf 


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üi>er  Höhenmessungen  in  Thüringen.    405 

der*  Stefntv^rtie    Seebeig    rorrespotidiretide    Beobach- 
tungen -an  'ihr^  mit  dem  meinigen  gehörig  vergliche« 
aep  Barometern  anstellten.     Die  Besultate  dieser  Be- 
obachtungcfn  warän  folgende: 
«1  Dr«i   Paart    eerj^eiposdireiider '  Beobacbtangcn    gäbe«'  die 

U5bc  d«f  Barofl^etvi«  «uf  dem  InUkhttg^  fibtv  daii  detH. 

fr.  KrUi  la  Gothas 

.       ,  ,  tSeriB      VÜMl  SS  |86&^  P.  R 

|fqa  isl|  nach  einem  ane  einer  Reihe  ron  correspoadirendett 
Beobachtaiigen  und  cioem  geometriicbei^.  Ni?ellemeoi  ge- 
•ommeiiea  Mittel»  da«  Barometer  des  ^,  Prof.  Kriet  ao- 
ler dem  aaf  Seeberg  =140'  folglich 
a865,9  —  140  =  1725^8  Hohe  des  fnfelibergt  aber  See* 
berg,  «od  i855>6  -V  a7ift|&  =  abiolute  Htthe  reo  Seeberg 

=  iis9,8'  =  fl. 
%)  Drei  Paar«  dergleichen  gaben  die  H5he  des  Baromcten  aof* 
'   dam  l■^cl•berge  llber  damtelbem  aof  See  barg 

)7a7^7S.>    MitlBl.ei  tftSfi  B.  P. 
1714,00 ) 
daher  aSStS^G  —  17 »5^8  s=  obaolvte  Hohe  roa  Seaberg 

s=  1119,8'  =  III. 
6.  Arnstadt  ( Beobacbtungsort »  HoUmarkt-» 
atrasso»  Apotheke  des  H«  Lucas  16,1  P.  F.  über  dem 
Strassenpflaster)  wurde  durch  eine  Reihe  von  1 1 3 
oprrespondirenden  Beobachtungen  mit  Berlhi  gefun-» 
den*^  nach  Abzug  vcn  i6»i^  für  d^n  Platz,  des  Null« 


f)  S.  McteoogeD  des  H.  Lleiil..:FiI»  io  der  geograpbiiebca 
ZeatODg  der  Hertha.  "B.'ii.  S.  107.  (Hohe  v.  derlti^  es 
ti5|ta')k 


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^  V.  Hoff 

l^^tat  der  fiaromotexMal^  ca  9pj9b9  P«  E.  öb«r  4«r 
I^eeresfläche.  Ich  fand*),  Soeberg  Wlw  als  Acn^ 
Stadt  ;s  aa3»4^,  daraus  witode  fo^ra  <S9ebeif  üK 
d.  MeeresB.  -r:  iia6>3^  Da  pieia  B^obftchtiuigsort 
ip  Arnstadt  ungefähr  so  lag»  dals  der  PuQkt  des  Bo- 
dens auf  welchen  die  Höhe,  zu  reduoben  ist  von :  dem 
vor  dem  Hause  des  H.  Lucas  ^>  fast  nioht  vecaehie- 
den  liegt»  so  ergiebt  sich  ein  unbedeutender  Unter- 
schied von  a»i  FuGi  der  nicht  der  Betrachtung  werth 
ist,  daher  absolute  Höhe  von  Seeberg 

s=  iise>s1i7. 
7.    Erfurt  fand  H.  Lieut  Fils  •*•)   tiefer  ab 
seinen  Beobachtungsort  in  Arnstadt  167,6  P,  F,  folg^ 
lieh  von  901,9  sz,  635,3  absolute  Höhe  von  £rf  urt 
(ana^  Pförtchen  8^  über  der  Oera^«     Mir  gaben  Ba« 
rompter  -  Beobachtungen ,   an  xwei  verschiedenen  Ta« 
gQP  SMi  Erfurt  angestellt.,  folgende  Resultate, 
a)  Am  3«  Aqgnst   i8s8»  gthtm  vis»  Paar«   coiwpondiffMder 
Beob«cliMi*gea  so  Erfurt  im  Gatthaoi«  som  ScbleheDdara 
1  Treppe  boch,  oad  in  neiasnk  Uaase  w  Ootba,  die  Höbw* 
unUrtcbiede : 

97,536  Meterv 


108,059     — 

30ufd9     -^ 
ioi>75i     *^ 


Mittel  S3 100,661  M.  «■  309,9  P*  P« 


*).S.  meine  obesangeftihrte  Scbrift:  Hobeameeiaagetc.  S«  s6. 
**)  Nach  handschriftlicher  Mitthei|ung  roii-  H.  Lasse  liegt, 
das  Straseenpflaster  vor  seinem  Hanse  (über  welchem  d, 
Barom.  16,1'  hieng^  ungeAhr  1  bis  1  1/1  Fnfs  tiefer  als 
das  vor  dem  Gasthanse  znr  Henne,  in  we)ebem  ich  e(w« 
ö  Fttfs  fiber  d«m  Strasaenpfiaster  beobac|ijrete. 
««*)  Geograph.  Zcitnng  der  Hertha  Bd.  is.  S.11Q» 


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Ober  Höhemnetsttiigeii  in  Thüringen.    407 


Oft  MÜH  BcokMhiBogtort  sn  Erfart  wolil  «Htm  hJShw  Ib» 
ftoMtf  «k  d«r  dtt  H.  Litot  FiU»  so  gUsbe  ioli  ^kimt 
Hfibe  SFoft  biMvtrtsn  «i  dttrfoa.  Dai  Baroaeter  i«  mei« 
MMi  lUu—  bftagt»  wi«  dM  ]l|ittel  «o«  mw  Reih«  von  cor* 
rctpondirenden  BcpbacbtiiDgea  und  «sMi  gcoactritdiM 
NWellemeiit  «rgicbti  180'  äefer  •!•  da»  auf  Seebtrg,  folg« 
lieb  crbllt  maa : 

635,5  +  5o9i9  -f  5,o  4-  i8os3abiolataK9ba  von  Sacbarg 
,  =3  ii3o,i'  =  V. 

'  h)  Am  4*  Nova nber  iBtg  gaben  Tier  Paare  correspondircnder 
BeobaebtaDgen,  von  H.  Dir.  Hanaen  avf Seeberg  and  TOn 
mir  in  dar  Wohiinng  des  H.  Dr.  Mansing  |d  Erfoit  ga- 
»aditi  die  Höbennntenabicde ; 
11(^,484  Malarj 

157,961     —  i 
Mein  Qeobaobtangtort  an  dieaemTage  liegt  lumdliaig  nicbt 
weniger  alaioFaf«  böber  aU  der  dea  !(.  Lieol,  Fila;  dabar 
€35,3  +  484|B3  -f  iO|0  =s  abaolnta  R5ha  v.  Seebarg    * 

c=  ai3o,i3^  Ä  VL 
8.  DaaGasthaoa  neben  demScMdsae  Schwarx* 
buyg  1  Treppe  hoch,  fand  H^rr  L,  FiU*)  169,8' 
höher  ala  aeinta  Beobachtungaort  in  Arnstadt  9  folg- 
lich 902,5  +  169,8  ==  1072,7  über  der  Meereg^ 
fläche,  ich  fand  Schwarzburg»  denselben  BeobachtyBgs-t 
ort,  59*87'  tie£er  als  Seeberg**),  folglich,  wenn  ich 
den  Beobachtongsort  des  H.  L.  Fils  zu  Arnstadt  au( 
den  meinigen  reduciiy  (wie  in  6.)>  90  ergiebt  sich^. 
900  4.  169^8  -^  ^9187  =s  abaolote  Hohe  von  Seel^erg 

•  Ä  w9,67':;;m 


^  Geog^  Zeitung  der  Hertha  B«  19*  S.  105^ 
**)  Hebeitfieaaang  o.  a.  w.  S«  aS: 


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408  V,  Hoff      .  .        ,     i 

'9,  Coburg  war  durch  4m  saUgün  OeMme« 
rath  .Arzb^erger»  eiaen  attlg«^e|cliiietefik  Mathe^ati«. 
ker  und  genauen  Beobachtei^y  gefunden  worden  poS^o^ 
über  der  Meeresfläcbe.  (der  Spiegel  der  1%%  het  der 
Judenbrüotce)  ♦).  Die  mit  meinem  fiatometer  in  dem 
astropomisQhen  Beobacbtungslzimnier  im  Zeughause,  za 
Coburg  94,18^  iiber  jenem  Punkte,  an^est^Ute^i  kQrre- 
$pondirendep  Beobachtungen  ,  gabein  die  Höhe  von 
§eebei;^g  ühey  dieisein  Barpmeter  =»  ia8,5V  **Jkv 
lolgUch:  / 

.,     9^h^  +  94;  1^8  4-  U3»54  f^  abKautt  Höbe  von  S«ebei^ 

1  o^     Endlich  sind  noch  die  Bestimmungen  der  Höhei 
TOO  Meinungen  hier  Q^^it  in  Betrachtung  zu  ziehex^ 
obgleich  über  dieselbe  bis  jet^t  mehrere»  vex$ehieden<^ 
.Angaben  bestanden  herben. 
•}  Die  Bestintfliuag    dieser  iKohei    welebe    der  Wahrheit  am 
oQchsteD  tu  kommen  tcbeiot,    iet  das  von  Hr.  Cansiitori*!- 
^  rath  Sohaubaeh***)  aus  mebiferen  geco^ne  Mhtel,  wel- 
ches   Meinungen    g|i4»o<    ober   die  Meeresläcbe    seist. 
Meine  Beobaehuingen    geben  Meinungen   77,625'  tiefer   ak 
den  0eobaebtungsort   des    H.  Prof.   Hriet    tu    Golba  f) 
Dieser  liegt  tiefe»  all  Seeherg  :;=  i4o,o*  (5,  a.)  felgliah 

*)  AUgem..  Geograph.  Epfaemeridea  »•So.  S.a4, 
*•)  B5l\eniaessung  S.  ^  u.  9. 
*•'•)  ^   ÄQixr.  Schauba^h  ftber  die  mittlere  BaromeHrh&bft 
von  Mcintjingen.  S^J*ulprogramn|.  Meinuog^.  i8ia6,  &.  7.  ^ 
Vas  dajriVbcr  an?  ScUnsse  seinem  jPro|ramm^«  vQm  ^.jS^Q 
„IJcheir  di^  Begriff«  dep  Alten  von  der  B«we-. 
gung  der  Erde«  etc  gesagt  ist,  beruht  mit  auf  der  i^-» 
rigc»  Angabe  dc^  Höl\f  ^qn  |Sjrft?]|feR  «nd  S^fecrg,   . . 
t>  Höb.?«we|s«nj[  et^.  8,  t^^  ' 


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Hiber  HöhenmeseuA^it^  in  Thüringen.    400 


^tk^  4-  77ifi»&  4*  «4C#  sn  äWloito  Höhe  yftm.  S^beiy 

tt^  Eioft  blurpiiiatmeb«  Bcob|ie|i(pag  <\)  gWbt  ]lleiwia|fiiBC.  l^fw^ 
alt  4m  ^fV^i^^t«?  '^^  meinem^  H«iiM'ii\,GpM)«i=^^q^f  »eJA 
|I«Qt  tiefer   «U   Sceborg  s?^  i£lp,o  .(7  4  ••)  Uernaeh  fri^db 
MeinoAgea  tjcfer  ]iegeii  alf  Si^ebcrg 
95o>o'  dazi^  gi^iQ'  ^  «btpl^U  Höbe  von  Sccbevg 

' ' =  ii44|0/=  X/ 

li^  Wir  haben  daher  folgende»  wf  viög^chs^ 
|[enau6  iVlessungen  find  Beobachtungen  gegründete 
Angaben  für  di^  Hphe  der  S.tepiw^rte  Seehejrg  ij^hoit 
4Qr  Meere$iläche ; 

1  ssi  1118,^   Par*  FvS/i\ 
ii  =  iis9,8     —     - 

III  ==  iia^S     ^    . 

IV  ==  iii6,3     ^     . 

V  sa  iiSo,»     T^     - 
VI-  s±  it5o,i3    —     - 

•VII  SS  1119,67  —  - 
Vflf  a*  irsa;,7a  —  - 
«IX  cs^  ii9i,6a&  —    • 

.  X  «ß  tl44|0.      -r      ^ 

Di^se/  lÄaa  hann  wohl*  sage»,  '  überiaschendeif 
UebereinstSüiRiulig  von  sehen  auf  sehr  yeiriäi't^dene^ 
Wehe  geJFtinderien  Höhenangaben»  gegründet  aüfMa-t 
teria)  von  tun*  Theil  «ehr  voraügHcher  Art,  möchte 
wohl  jeden  Z'Weifel  daran»  daft  da«  G  a  n s  s  -  £ nc k  esche 
BesuHat  der  Wahrheit  nahe  genug  ateht  um  dStt^  die 
Wi^hrh^it   selbst  ^nojB(^iz)eni   z^  werden^   wenigsten^ 


e:;  ilSo,,e6. JUM 


*)  Wcgweiier  im  Gcblict  d^  La^tfcarleoknn^B  9. 1.  St  V 


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geni^hieve  dt  die  jetst  bekaniitea  M6stungtta6thc4en 
«rffVMMi  Myn  werteh.  £t  erg^^bt  tiqh  ^alh^r ,  da& 
i^bmk^etet  Gau'tt  -  Etieketche  Rettiltat  von 

ilaMPar«  Faü 
alt  die  wahre  Höhe  voniSeebarg  über  demT^attcheii 
Itfeere  ansuneHmw  ist;  und  ich  würde  mir  telbst  davn 
nicht  erlaubt  haben»  eio  änderet  anxunel^en,  wem 
4at  Mittel  aut  dieten  aehea  Retuttaten  aiich  ym 
sehen  oder  mehrere  Fulte  von  demtelbei)  abgewichen  ^ 
wäre.  Um  to  erJFjreiüicher  aber  itt  die  Uebereinttim^r 
mung  det  obigen  Mittelt  mit  dem  Ergebnitte  der 
Operationen  zweier  cleir  ^otgezelchnidttilen  Qeometer 
imd  Attronomen. 

la.  Die  übrigei^  der  yon  mir  'oben  und  in  der 
geographischen  2^itiHig  B.  5*  S*  lO  angeführten  Anga- 
ben d^  Höhe  Von  Ceeherg  können  und  dürfen  da« 
gogen  .gar  nicht  meht  belichtet  we?den.{.  .Die  erste 
(laaoO  beruht  auf  4ßm  mittleren .  Baram^terstandö 
auf  Seeberg  von  dent  einzigen  Jchro:  idiS^  Wenn 
überhaupt  ein  einzelner  Jahygang  baromelri^cher  Be- 
ojpachtungen  nicht  .hinreicht  um^  fi^ut  deui  *  Mittel 
dei:sel^exi4lie  Höhe  :e^e$,  Qrtes  ab?uile^^.ii^  yl^l  we* 
niiper  :«fird  nicht  ein  ip  A|i99hung  der  )[?it^erang  ao 
UBgewöhpliQhes  Jahr  wie.  1816  daznt  geej^et  tejn! 
di» .  zwefte  ( I  a  I  aO  i^t.  «ehr  apokrjpfaisch.  ,  I)ie  dritte 
Cl^Sff,^;)  ,beruh|  auf  de^^  obenerwähnten  B.erghausi- 
$ch^.  pruckr  oder  ^Schreibfehler  in  der  Höh^nangabn 
des  Brockens  (Geogr.  Zeit^  3«  5«  $.6)*  Die  vierte 
endlich  (iiSyO  nähert  sich  zwar  der  Wahrheit  schon 
uin.Vi^l9t  miäir  aU  die  drei  ersten,  .bleibt  aber  doch 
noch  beträchtlich  davon  entfernt»  und  gieng  aut  einer 


Digitized'by  VjOOQ  IC 


über  HÖhenme6fW)pn  in  Thüringen.    4u 

uii9wy«rias^g.  besiumuten  FwKtAit.    . 

i3,  Dagegen  hoben  di^  aageßUirten  n^un  Ae^i 
9»lmß  welc)\e  ,.de^  Qi^ll^s  **.  Sn^kesdifn  $ß  nßh» 
IftqmfMn»  in  HJn^icJii;  auf  4ie  iM  w»#  jne  erbalun 
W4>pd^li  i|in4,.«^ifc:dift  Prjw^wM«a^lM^er«p  Zjäv^T*'. 
I?8#igkdi1(  {^r  Ach  ^  S^i  U  :ui|i  Jm^fetUnmen'niiäi« 
nur.Mdie  j^e^ulme.  ip^er  Se^lmdH^mgen.  auf  d^ 
fe»ftlsb«5gft  mA  d^H  c^?|e«pojn4ifwdeiv(  mit  »vei  ver* 
«cliied^nen  Qaipwn9^ni  a^f  Seebwg  .und  in  Getlia.g%%. 
niaohtM«  9«3^  8»%'  W>ter  «ich»  d#&/  m>ganft.gleiclMi 
^$ben  VW  Inaei^biars  Aber  -  $e€j»erg:  liefern ;  «oodem 
m  ^mm^u  SL^^kim^  imem  4l#iiiltfilir  und  fl<«ar  nnt 
dei9  eine»  mufilifelbaiw  ven  H^  Koff«  GausB'aiif 
g99«  «ndenn  We(g^  borkten. JVteüttng,  und  der  aicb 
daraus  ergebenden  Dißeren:&  swi^cHckU  !  de«  Hüjiba'.  voi» 
$«iebeKg  Hi^:  Bcpek^p  wf .  da»  Ycdtbfmo^enHe  ftbsorein. 

s4,  BailY.l^igtsipb«  d«fi&:4ie  b^denbarwietrir* 
«dki^n  MeatUBfl^^  .V4»  A'i;p  s  t^  dtim  vrelobe  HL  Xieut.  F  ii  g 
u«A.icb  geyMcht^abevK.  »4hi  glei<^Re«altat  lAv  die  ab« 
80lut^  li}4^e  .g«Aiefi|  f  obaHder  ven/inir  geftindene  ^öhen« 
unieie«<;bifd  4))Kk«keia  ^4m«tadt  unä.Seebecg  v^oa  de«. 
Oau$s-£ncke«chen  Höhe  difQ$e$ /]|^tajwxi  abgeaogen> 
wiid.  I(ft  t^^^*  ^^^  ^^^  ^^  Uebereinstinwnung 
der  f\0^t^e  i|iainfirr:eig€H»en  ^obaehtungen  mit  d^-» 
BMdes  Ü  S.4.FUa  wuM >  einigen  Wecih  legm  s«. 
dürfen ;  weil  diese .  se^mohl  ala  jene  niit  vdvsiigliol^ 
guten  Werkaougen  gepnacht  Worden  sind;  weil  seiu^ 
^öhenbestimmung  von  Arnstadt  auf  einer  grofsen* 
Anzahl  correspondirender  Beobachtungen  i,wischen  diew 
^Ani  Qtte  und  Berlin  beruht.;  weil  ich  mir  det^gröis* 
ton.iSorg&lt  und  Qewi^nhaftigteit  bei  ^leinen  Ben- 


.Digitized  byCjOOQlC 


4<j'    .'^   \i'ii\iV\   rZ-v^Höff  -■-'  -'f- 


I  \ 


li»£htat)genMiMiiirc(F'iai;'  weil  di^Akigmi  unter  de» 
von  mir  gefundenen 'fiktiven  I^hen»  WdfChe  Puiikte 
bötteffbti;  an  denen^H;  L,  Fil»  glei'efifiailis  beobachtet 
bat,  nät'^en  voiiP^lbhi  gefkndefnen  srelatiren  IfiMt^ 
«be^6uistiiniiki^r  ütii  'Mdlleh  i/Mr  einige  neueifioir 
vtf^enoinniene'  g^ioi^etrische'  I^vdSenyents  -ineltferer 
VoB'  mir  baYo«i«^8eK^%^ittmAiter  Pudkte  die  von  mir 
gefundenen  i^üMiMiMEbrenzeh  ^eM  tfaSie  bestätigen. 

•'  i5c  B^t^  V  uiftt  Yl  findet  sieh  abermals  eine 
adll^iie  UebeiretiMidiaDrusig'  de^  Refeultsft*  etlicher»  an 
iwei  versefat»deiiev'Über'£in  Jahr  vbti*  einander  ent- 
fsn«len  Tagend  vba-^mir  ki  £rfü^1r%  angestellten,  und 
«iMiU  vnt  ^Oietka/  thelltf  mit  Stfsb^rg  verglichenem 
fi«ebachtu»gei1^>nik  deb  venHi  L.  Piila  für  dieHdhe 
von-  Erfurt  ig^andenen.  «^  Dasselbe '  ^It  fig»  'VH 
vo«  Soliwa^ribtk^r};«   " 

M  lg.  Eineih  ganc  beaendem  Werth  lege  ioii  auf 
diei^UediereiHsämmung  meipeff  f&r  die  iiohe  vM  Co- 
bor^  gefundenen' Hesiiltats  mit  ^emfei^en  wekhefei 
der  wlirdlgb  •ArabevgeiM  eihälten  ibitt ;  eine  Uebet- 
einstimmung^  4le'  tieh  'nur  däda  ei^gisibt,  wenn  für 
Seeberg  dle:'<r»«iss"<*Eneke^he' absolute 'Höbe  an* 
genoAcCken  wird,  (VJil.)  u  '  - 

'  17,  Bndlietf  tragen  selbih  IX  und  K  -^'die. 
Hfiienangaben  für  Meinungen  --^  wenn  aucb'i  da 
sie  «uf  minder  sieheren  Grundlafgen  ■  beruhen  »>niekt 
a6 'entscheidend  ttU  äie  sieben  'vorhergehenden ,  doch 
Etwas  dazu  bei,  4eii  Werth  des  Gauss  -  Ep ehe- 
achen  Resultats»  wenn  dieb  überhaupt  nöthig  wäre» 
noch  ^mehr  lierrerauheben. 

18.     Unter  diesen  Umständen    ^aube   ich»    die 
«amm^Uchen,  hi8heir>  vQn  mU  ba^ometriseh  gefundenen» 


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über  HöhenmtesnipgBii^in  Thüringen,    ^fß 

mä  auf  4eQr  pfaiidl»|^,tler.'alMBpI«k|^il  ]H»h#jron  S^ 
;bei|;  angenop^mepjpnBesjtiminiii^^  dfir  |^pUae;9.]^öh^ 
mehrerer  Punkte  in  T  h  ü  r  i  n  g  e^fi  Uf,  ^  w*'  dahjn  bfrr 
ici^}il§&n '  ^D' . pi^fiBBt^f  da£s .  ich  .«ie.  rän^iinUicfa  auf  die 
berifhtig^  ab^plute    Höhe    von   Seel^erg  ziz    11^8^ 

Par»  Fufs  »iirUcHfühi;^,.  .,.    ;,..,.;,.,,   ,  ,  ....    ^^ 

<  19^  Um  m«ht,x4  waiääuf|»g:4i|,^artlei^,  haj^ii^h 
ich  vfAchf  fio.yiql  die  BeobachMfßgjsw^ise.und  dip  Ei^- 
;i^alnbeite9  i»p  Ba^hachtung^  ^^^.^t>  i^uf  m^ine  ^p;;* 
|)Qt  erwjjihqlp  t^^(  »^ö^^n^p^e^^UiBg  u.  ».|  w." 
IQ  .welehaf  .^j^umher  ^e  ausfuhrlif l^t^  l^efh^eps^haft  ahr 
gelegt  ist.  Der  Inhalt  dieser  Schrift»  •;insbes<)ti^efo 
^ar  derselbe^,  aiigeh^g^n  Tafeln,  ^r  Baobachtungen» 
Hejlbt  auc^  f^ar;  h^auchbar,  tiQ4  di^  hier  vorlieg^^^a 
BeMcbtigjaDg.tn^jF^.T:^  j^jAsser  eJi\^g^R  dqch.  picht „be* 
deutenden,  Be/^i^ngs/  und  ScbTeil}^hl,eni^  dip  i^h 
hier  verbessert  habe  —  eigentlich  allein  die  Ziirüpk^ 
fuhrung  .^^  dpf)^,;^egebene^  ..B^ij^lt^te  rela ti^v^r 
Höhen  auf  absolute.^  Zugla^h^£pge,i<:h  ainige^neue 
ili  janar.$qhnft,l)^bl..f«^lM]ltana;^ß^^  btni;«. 

bürg.    (S.  13  und  3!l  meiner  SchriQ)^^ 

'-  3  ao.  TäMiliac'hv' J^ofKen  t^JVflMäani'Schtiile^- 
hause/ äas*  BaroWifetef^  5'  tibiW:  «d^  BödeW '^Wach 
vier  Paaren  Barometerbeobachtungen  zu  Gotha*}  er* 
giebt  sich^^im  Mittel  die  Höhe    dieses  Punktes    (nach 


*)  iTo  aioi  Mgaaaeii.  <io^JiA>.fik9^iif^im  ?o/»^tf  ,f«asöi>t 
.,ii /wM,  ist  ledeaMl  das  8<roWfW?v<ef^H?.;P^oj5..K,riJ«t  stt 

\fol|Ueii  988,4'  idHr  der  Mecrstfiftcb«  bilfit«     .  .^;f 


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4iii    ..t.,  .ii'iil  Mi^.<{{.off 


M»l   »»»•• 


:^  i  4o  iß  ^18,35  «beif'  Sdeberg  +  1 1  a8i4  =  1 556,7 5 
Übfer^aei^'3VreeÄs8&cHd/     '       '*    '■   ''*-  '' 

ai*     STäthbaeli»'  die iStmsse' VöV  Aetti Gasthdtud 
tum  Farm,  Kegt  tlefcT  als  der* R'o«*<f^%r teil  (aa) 

a)  nacb  Bcinen  B«roiDeterbeob«chtiHigvir  ä  87S',755l    Mittel 

b)  Aäcb  eioem  geonietriiiibtia  NWelfcment  es  877,8s|l>t  ^^S>s 
nach  der  biör  unttsn' folgenden ,  tich  aas  verscMede- 
n^ti  sehr  wohl  *  smammenstimmenden^  Beobachtungen 
ergebenden  Höhe '^dSi'KÄsengartöhs,  ^t  die  Höh«  von 
Tkmbach  am  feätbn  '5öö,58'  tiber  Seebetg'Ahd  iiaSiyS' 
übW  deih  Meete.  "^  * 

!ia.  De'ir  '^(Tsengartent  Oränce  tWuchen 
de»th  HerzogthuTxi  Gbth'a  und  der  Herjscftiaft  Schmal- 
Icaiden  auf  der  alteii  Liaindstrasse  xwisöh^n^  den  beiden 
gf^ichhamigeik'  Städten '*>  Naeh  Icoztcf^o^direnden 
Bäobkchtungeti.  ^■''  *;•  '^'■'  '  '  '  "'■"•  *' "  ' 
a)  yttr  Paar«  g^b'in  fibir  Qoiba  Im  Mittel^  i2Nl»o5'  +^^»4 

•  s=  aa99,45  über  dfer'M^ercsftäcbe,  •  •»  »^  ii   ' 

bj  ZWei  Paare  g^ea^%ber'te'cMei>  V0il^iiiiii^%8bditt^  iaGö* 
borg ,  in  welcber   dat  Barometer  59*76'  fibcr  dem  Spiegel 
' '   JIek  Itt  bieti^;  '($i)  *t*i J,y9  ^+  4i7*  +•  Sotä^Äi i:  ii94;35 

abiet' der  Bfeereitelebe;  ^  :  .'  .r^ 

«).«|ad  Sc»b#obtiuir«iiM«  f*er.deBi4ti?fltbi^a  ^Cobarg  (9) 
' ,.  1^6,1'  +  94,««  +  9^fi^^^  »%#»«',  üb,  d,  »ML      , 


*)  Dieae  Landttrasse  ist  jetzt  verlasNo ,  daber  Reifende  deä 

Roseagarten  nichl  mebr  %n  »eben  bekonrmeo.    £•  iit  im 

'-^  7.i8t9  eihe  il«fiie 'Gbiiu^iiie  über  den  Sie Ivt et a  n^ebr 

''  ;^  Buficb  abgelegt  W<Ä^«tti  #at  wWcbar  der  boalbito'fPaabt, 

^     «^  dem'NiveHeii^eiit  atifo1g«rt<i^^i^-^<^>>'<^ 

Roieagaccea'i  ''■''•••^'*'    »'  '*-  »- ^ »  'v-fl^^i.  /'^^-^^f^' 


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über  Höhenmessuiilgen^  in  Thüringen«    416 

All.  A.M^.      ,   ■•  .  .    :. 

e)  Nach  ^^if ef|md{i«iideo  B^o^ac|^nQgff 

it75y6^    Baivctttb  Obcr.dtr  Meercafl.  s,  1037^0 ***X^jlt,b|Nr 

Rotf^gartea  c=  a3it|6'  über  dieser. 
Mittel  •utANeii  =  a3o4,&6'  Ob.  d.  Mfl.  «od  1176916'  fib.Seeber^. 
a^»  Nesso^hof»  kleines  Hessisches  Dorf  an 
der  vorerwähnten  Land^trasse  f ).  Meine  korresponr 
direnden  Beobachtungen  (^  ^^P^)  geben  die  I)öhe 
über  Gptlia  im  Mittel  8a3,66'  ifolglich  +  Sß8,4 
—  .181,2,06:  über  der^IVtoeresflijjljß,  .up4  6ßS>§jp.^^ü^fr 

Seeberg .^tb„..  -    ,  ^- *     .'-  ^  •      -  -  '•-• 

24.     S  c  h  malk  a  1  d  en* .  IV^^iq^  .la^nt'^^yejQdirefden 

HeobachHiitf^ii  '^^^'^^^^^^  (SeohfirjP^are)  .gobcil/d^ 
ftfiFufrvUBft^  dem  Baroni01S9s  lieg^ndenrf.Bcrd«»>  des 
Marktes  56 fi^  F»  tiefer   als  d»n'  Beobachtub^sett  xu 


•)  Nach  hiDdichriiete&er  Mittheihäg  toiii  tiftäVittis.  ^"^ 
**)  Nach  dertclbeo  haodscbrifUicheD  Mhüieilaog  von  H.  Prof. 

BergUaiit. 
*«P  Kritischer  Weg^eiier,  im.  Gebiets  d^  jLsBdk^iilipi^B. 
B.i.  St.s^  S.7t.      .    /       .      ,..  /    ...  ....    / 

t)  Aoch  diesen  Pdnlit  beriibit   dte  j9eii«nge|^ttt  LimdibraiiS 

^  ,.    nicht  jnsh^.St#tt  d^  dück^^ffftfr^^/srnJ^afie,  df«  B^rgn 

nn|er  dem  Dorfs  Neiselhof  lief,  laaft  dis  jetiig^  hoch  an 

<ien^er|[en  Oh^  diesem  Dorfji  nnj  f&brt  erft  tUdlich  von 

demselben  in  das  Tbsl  des  Schnellbacbs.hiannter. 

tt)  ^Bs  TOn  H.  Pn  Barghan^^iair .  mitgethsUte  Msutnag 

von  diesem  Orte  vreicht  10  »ehr.  (über  ii^pFaf^  son  dsr 

.    .    Msbigsfi  abf  daA  ich  verm«ybsi|iaitifis»:  sr  wsTd^'^insn 

>Bs»bi4umig*^'t  l«Vsbt>häfc«i4^alS' iefe- 


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Ifß    .'        i  .^  Hoff 


li». 


SHiiQtesS..-^  SfaM  vdii'Hw  Pr. 'Bdr^)i«fi8  »Wllt  tut- 
getheilte  Beobachtung  giebt  %2,i^^  tiefer  als  ä/Ba- 
^oht:  'tu  ifieitibntHatisb  ia  6othfii»  datier  loi,4'7  unt^r 
SöebeVg,' Und  gl^^^S' Üb/'der  Möejfesfia'clie* 
Mittel  zs;  S%SS6  üW  der  'Meeresfi«.  =  19^,54  tiefer 
als  'Seeberg* 

ftS«     Meinukigen.     tJähet  diesem  Ponlct  sind 
folgende  Angaben  sd  berücksichtigen» 
•)  Die  oben  (lö^  •)    afagetltitifte  mittlere  de^^niiunff  dei   JEt. 

OÖDtift  tlath  Seh  «ab  ach  ±1  9i4|0'  absolute  Üob«. 
b)'Aci^t  Paar  ftoiteipoiidireade  BeOb.    gebei  tiefer 'aüa  trotba 
(des  Markt  la'  nnUf  dem  Barometer)  ZI  74)0«  wöh  ^A 
*"*'-tiebt$v4')4a  ftb!.  d.■'M^reiHV' 
iC)LViaflr  Paar  dergleichen  mit  meiner  Wöhaotfg  ta  übbar^  ge- 
il? b«  Jf^nnngea  (elmb  my-Mmur  dieier  3E  30|ia>-Tbii  g66,6 
,.r   (aa».b)  z:93€>4ff  Mee^fshdhe.  •    .!  ' 

d)  Vier  Paare  eben  »o  mit  dem  Zeogbaase  So  Cobnrg^  tioter 
diesem  7s,i5'  von  iooi,oa  (sa,  c)  H^^fffßJTS.  Tt. 

e)  Eijp^^Tf^n  H..P|>  BfUfg^aus.- mif)  n^|gdlbmUit,;Bf^cblung 
giebt  d^n  Markt  an  Meinnogen  ^tttf  ala.der  ^Bitrolncter  in 
meinem  Hause  n:  49)8  daher  Tun  948>4  (Jt  *X  *-**  **9>^ 
tiefer  als  Seeberg  und  898,6  J^.  H. 

'^f)''feinJB'  mir  Von  demselben  toitgetheihe  Bes^immttng  ietat  Mei* 
anngen  tiefer  als  Baifeath  ::::  iia^>  tuCt  ron  VoSt^^o  (aa,  e) 
^>*^il«^t^9tf4,aTtfi'H.  "'    '■"'•"'    - -:  n. -.iv^iot»-'.  •: ; 
MtMl  tfnr  diesen  sechs  iyd<ebdi^tftra^^^ij^^4f  klrf.1^'^^^^    . 
tlafoi^^afe-Beeberg/'  - '-  '■'•-  •       •   »"    ■■'--'*  '"  •*•»-•• 

'♦  '  '  iÖ.  Th  eiriak  '  Vb^'  dlesöih  Orte'  sind'  äifeJeriel 
Resultate 'Vorhaiicförii  die  iiiÜessen  samfaitllcK  auf  «iei^ 
lietf'ti^röm^terböbba'flitüH^fen  betufiöm  •'"''  «^•-  » 
■»ajf  Vft*  ^PaÄr  Beöb.  (SR  Ubfef  deüi  Strä8«enpfläsle/Vor  dei» 
'  oj. 'Po4t)%v«rgtK!bM>'mi|r1]fiafli«t'gfebeti  Tbemaf  ti^cli.Abfihg  di^ 
aer  a'  l^bfer  :444^£ihc|^^  ^ll^  iai3dia|^iifttrMiUlha. 

b)  Bin 

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über  Höh^nm^^isuiigea  in  Thüringen.     4t7 

jjbcr  diet«r  ebaa  to  rz  8ö,6'  4*  966)6  z:  »•47»t  M.  IL 

•)  Drei  .P«.£i^dbi^klHtt^n  ätif,  dftin  ZtagfaAn^e.ttt  Cobä*^  f«. 

benTbemar  aber  diesem. gusS'  4*:  «OOijOed  lOio^tSiM  H. 

Mittel  ZZ  io3o,iiP^  M^erMdhe  alid  sf^,l4'    tiefer,  «la   Seeberg. 

Bietee  wurde  dtn'il&briiaBtert^ied  MBtrinebeto-Tbeiiiar  nnd'Mei- 

nüDgfeii  |«bed'ti:?  iiö^f  .Hüft,   da  •di^'V^^rra  bei   Meinongea 

^iiötiere  Üler*  Ifar  <*}•   bet  Tbeaiar»   Wenigttenr  ^ae  Stcdt|»flatter 

dort  bÖber  über  '4foae^'Wa1leerBpiegel'lie|r  ale  bier,    so  nag  dar 

Fall  der  Werräf  yod  Thenar  bie  Affetoikigen   ungefäbr    laoFfffe 

besagen.    H.  0.  C  R.  S'ebanbaob   setst   (in  eeiaeai.obettaii- 

.geführten  Prograjttni, von  |8t8)  gegen   id4Fi9r9;  waa  jadaof41a 

wabrecheiolicber  iit|  ftla  ,dia  {jin  dem  fruberen  Programm)  an* 

genommeaen  i63  F.       « 

»7.  Efeenhairts  (Mäbrik)  an  der  Werra  S' 
'über  dem  Ufer.  Die  durch  correspondii^ende  Barome« 
terbeobachtangen  erhaltenen  drei  Resultate  für  die 
Hohe  dieses  Punktes  weichen  stark  von  einander  ab, 
doch  widerstreitet  das  Mittel  aus  denselben  der  Wahr- 
scheinlichkeit eben  nicht. .     . 

#);Ko    P.    Bkpb.    geb«a    ober   Goiba    ~   i8i,e'    +  ^3,4 
,        ~  116^6;  M.H.  . 

b)  Ein    dergL    giebt    tiefer    als    Seeberg   3o,6'    von   .I4t8|4^ 
ZZ  1097,8^  M..H.  ,    .    ,  > 

c)  Eiäe  Beob.   de»   H.  Pr.   Ber^bave    giebt    über    meinem 
HauMs  sä  Gotba  zz  ipo,»^  4*  049|4  ZI  1048,6  M.  H. 

Das  Mittel  iet  iio5,3'  üb.  d.  Meer«efl.  and  a3,i^  tiefer  ah  See- 
berg. Dieses  ^giebt  den  Fall  der  W^rra  von  ^benbarts  bis  The- 
mar  zz  75>i7P« 

ftS«     H  il  d  b  ü  r  gh  a  u  8  e  nr    Brücke    über  -  die 
Werra  vor  dean  nach  Coburg  f&hretkden  Thoie« 
«)r  Drei  F.  fiaob.  in  Gotha  g^ben  im  Mistel  16  »,66^&faM'  dem 
dortigen  Beobaebltiiggiahlci^  daher  4'. 998,4-^:^4  i^^o^Afiil. 
Archir  f.  d.  ges.  Natarl.  B.  18*  Ii4.  37    ^  \ 

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418  ▼.  Hoff  , 

b)  Zfrei  ücif ImoIwd.  fAw  über  wuhm  VfolMmig  Im  Üobarf 
197,45'  »f  966,6  r::  it64,o&.  •  ' 

c)  Eitt«  dergL.  giebt  Aber  d«m  ZeogbMM  «a  Gi»barg  zz  t^'iji' 
d«so  looijtci  1144$^  M.  H. 

.Mkld:  iiös,7'  ftber  4«r  Mewrmflicb«  ao4  «4«S  über  Secbcrg» 
«■d  d«r  F«U  der  Wem  tOD  HiUbargbaneea  bie  Ebediarti 
1=  47»4f  ib'  P'U  vo«  .Hildbinrgb«ae«a..i|it  Meioufgea  aber 
n  e4t,57»  welcbci  »k  der  Scb4ab«9b.'ubea  Angabe 
(837,350  n«ber  itiütint,  .  und  .daher  .»4oer  friifaern  Beitia- 
BODg  (HöbeoneeiaDg  S.  18)  cor  Bericbttgaog  dieocii  düffU* 

29.  Der  St  a  d  t  b  e  r  g  bei  Hüdbargbausen.  Y on 
diesem  sind  vorzüglich  gut  harmonirende  Beobacb- 
tungen  von  zwei  verschiedenen  Orten  vorhanden. 

a)  Zwei  Paar  Beobacbtoogea  geben  ihn  über  Gotha  im  Mittel 
=  469>s5^  4.  988,4  =  1457,6S  Meereebdhe. 

b)  Ein  Paar  über  meiner  Wohnung  b  Coburg  UQltJ^*  +  966,60 
zz  i45i,i'  M.  H. 

Mittel  ZI  1454)37  üb,  d.  Meeresfl.  und  9a5^7  Über  Seeberg. 
'  Eine  mir  von  H.  Pr.  Bergbuui  mitgetheilte  Beobachtung,  die 
dem  B^rge  eine  mehr  all  hundert  Fufi  geringere  Höhe  giebt, 
beruht  offenbar  auf  einem  Irrthnm«  Der  blofee  Anblick'  des 
Berget  wird  Jedem  dai  Urtheii  abnothigen^  dafi  er  nicht  viel 
weniger  alt  3oo  Fufi  itber  der  Stadt  HildiHirghattlea  erhaben 
sejrakann; 

Sq.     Hodach«     Ebenfalls  nach    zwei    sehr  gut 
'  härmonirenden  Beobachtungen  bestimmt. 
a)  Daa  erite  Paar  giebt  hoher   als   Goth^  '^  10,1'  +  988,4 

n  998,5  M.  H. 
•b)  Dai  zweite  giebt  Aber  meiner  itohnung  in  Coburg  Ss,o 

4:  966,60  —  998,6  M.  H. 
Mittd:  998,56'  üb.  d.  m  zz  M9B fi^  iUUt  AU  Seeberg^. 

5i.  Der  Fuchsbeirg  zwischen  . Rodach  und 
.Coburg.  Von  .diesem  Piiakte  besitze  ich  zwei- von 
''äihander.  t(At  äbwfioheiido  Angabe».*  «^ 


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über  Höhenmessungen  in  Thüringen.     4l^ 

«i)  Die  efntige  Von  mir  gemachte  Beabaehtofig ,  tu  welcher  icb 

eitle  correspondireode  vöd  Gotha  habe,  giebt  dvn  Fachibere 

bober  isS,;'  +  988,4  =»  11149I  Me<refh6be.  '  * 

b)-£ioe  Beob«  dea  H.  Fr.  Bergjiaatj  der  snrar  dea.lfamaa 

des  BergM  nleht.naooty   aber  ihn  dcatliah  genug  y'«b  dea 

böchtien  Pnnbt  der  Straeee  swischen  Roda(ri|  und  Naida 

beseicbnets   giabt  die  Hob«  über  meioam  Hanaa  ia  Ootbt 

=  aS.a^  daher  +  948,4  1=  io56fi  Meeraiböba. 

Mittel  ZZ  lojbfib^  (ab,  d.  Meereafl.  und  53,05  niedriger  ab  8a^ 

berg. 

5«.  Wiesenfeld,  »wischen  dem  Fuchsberg 
und  Coburg»  nach  meiner  einzigen  Beobachtang  4,0^ 
tiefer  als  Gotha,  daher  =  984,4  über  der  MeeresE, 
und  i44  tiefer  als  Seeberg. 

33.  Coburg.  Der  Wasserspiegel  derlte,  bei 
der  Judenbrücke.  Der  Arzbergerschen  Bestimmung 
dieses  Punktes  zu  9o3>p^  über  der  Meeresfiäche  ist 
schon  oben  (9.)  gedacht  ^rden.  Die  -in  meiner 
Schrift  (Höhenmessung  u.  s.  w.)*^ enthaltene  Yer^ 
gleächung  des  Beobachtungsortes  im  Zeughause  zu  Co- 
burg, g^bt  denselben  ii3,54^  tiefer  als  Seebarg  und 
er  selbst  liegt  94918^  über  dem.  von  Arzberger  be» 
stimmten  Punkte.  Hiernach  wäre  die  Höhe  dieses 
letztem  über  der  Meeresfläche  =s  iia8,4--  (ia3»54 
+  94,18)  SS  910,68.  Mittel  Ä  9o6,84  Höhe  der 
It«  bei  Coburg  über  der  Meeresfläche  und  aai,56 
tiefer  als  Seeberg.  Da  der  Unterschied  zwischen  den^ 
Arzbarger'schen  find  dem  von  mir  gefundenen  Re^ 
sultate  so  sehr  gering  ist ,  was  jedem  der  beiden  zur 
EmpfeUulig  gereicht,  so  habe  ich  kein  Bedenken  ge- 
tragen ,  dieses.  MiUel  bei  allen  in  dieser  Zusammen- 
stellung vorkommenden  Vergleichungen  mit  Coburg 
zum  Grunde  zu  legen. 

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P^  T.Hoff 

a4.  Dia  Festung  Coburg»  auf  der  hohea 
Bastei.  Gut  harmopirende  Beobachtungen  zu  ver- 
schiedenen Zeken  und  über  zwei  verschiedenen  Punkten. 
i«)  ITcbcr    meiDer  WobmiDg  id  Coburg  fand  ich  aas  ritr  Paa- 

r«a     ▼DA    B«ob.     im    Mittel    zT   4^,6'     data    +    966,6 

ZI  i43s,s',  M.  H.     ' 
•h)  U«b«r  dam  Zaaghaote  daselbst ,    ans   cbea  lo  Tieleo  Beo- 

bacbloDgen  416,1^;  dazu  tooi,oa  ZU  1417,1a'  Meereshpbe. 
Mittel  ZZ  1419,66^  Ob  d.  Mecresfl.  «od  SoiflS'  fiber  Seeberg. 

Zweiter  Durchschnitt  ^wischen   Gotha  und 
Coburg,     (Ebends^.  S.21  u.  32.) 

ft5.  OhrdruF.  Boden  am  Stadtthore  nach 
Gotha  zu.  Meine  correspondirenden  Beobachtungen 
geben ,  nach  Abzug  von  3  Fufs  für  den  Platz  des  Ba- 
rometers über  dem  Boden. 

a)  üeber  Gotha  172,4'  daher  +    988,4  =  1160,8*  M.  H. 

h)  Ueber  Seeberg  87,6^  daz4kit9,4  =  iiS5,o  M.  H. 
Mittel:  ii58,4'  üb.  d.  Mfl.  and  3o,o  über  Seeberg. 

3$.  Schwarzwaldy  3  Fufs  über  dem  Boden 
^or  dem  Wirthshause.  Zwei  Paare  correspondirender 
Beobachtungen  geben  nach  Abzog  dieser  5  Fufs. 

.«)  Ueber  Gotha  47i>e'  +  988,4  ZZ  1459,4'  üb.  d.  Meereafl. 

»  Ueber  Seeberg  3a7,6  +  1118,4  zr  i456,o  Ober  deradbea. 
Mittel  r:  i4&7»7'  Ob.  d.  Mfl.  und  3s9,3'^0ber  Seeberg.; .' 

a«^.  ;  Oberho£»  an  der  Landstrafse  von  Oodia 
nach  Suhl»  im  Geleitshaüse »  i  Treppe  hoch. 

a)  Drei  Paar«  von  Beobaohtaogen   geben  im  Miuel  Hie  Hdbe 
^     Ober  Gotha  ZZ  i55i,86  -^  988,4  Z=  s5ti,t6  Ob.  d.  Mfl. 

b)  Drei  jdergleicben  gebea  sie  Obfr^S.eeberg  .i405i,a'  +  iit6,4 
=:  a533,6  üb.  d.  Mfl. 

Mittel:  =  s5a7,43'    »bcr    der  Maarasfllcha  ==  iS^d^oS'   Obor 
Seebtrg. 


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über  Höhenmedgungen  in  Thflringen.     4dl 

^*  '-  Sie^gemäfi»  Üiegt  das  obere  Stock  des  Geleits-. 
6äuä'^s  '2u  Obethof  höher  als  der  Bodeh' des  Dorfei 
Schwarzwald  vor  dem  Wirthshaase  z::  io69f73^  Ein 
'tai  X  1*829  xum  Behufe  eiiies  iieuen'Ghausseebauäs 
vorgenommenes  geometrisches  Niv^lement  gab  den  ^ 
Höhenunterschied  dieser  beiden  Punkte  =  ii9?»83 
Gothaische,  Baufu(^  (von.  layS  par,  Duodecimal-t^i- 
nien)  also  =  loSy^oSSPar.  Fufs^  folglich  12,694  FuCi 
g^ntiger  als  mein  barometrisches  Nivellement.  Da 
aber  di^r  Ingenieur «  der  dieses  Nivellement  gemacht 
hat,  mir  äusserte,  dafs  sein  Nivelllr -  Apparat'  eben 
nicht  vbllkommen  gebannt  wbrden  könnte ;  so  behalte 
ich  einstweilen  m'ein  baroxfaetrisch  gefundenes  Resul- 
tat bei: '       ' 

^^  iB:    Sättelbafchskopf.     H&hi  auf  dem  Renn- 
A^'^  in  derselbeti  StVi^se«;  2wei  Paiar  Beo/bachtungen. 

a)  Ueber  Gotha  m  1 736,8'  4-  tßB,l^  TT  s7s&>a  fi^*  d.  Mfl. 

b)  Ü4ber  Sthwg  ZI  «63e,8'  4-  ^it8,4  tr  trsg^t  Gb.  d.  Bfi. 
Miuel-t  =:  s^4t,i^  üb.  d.  Mi.  nhd  i6ft5,8'  üb.  Scebcrg. 

^9*  Auf  der  sogenannten  Ausspanne  am 
grofsen  Beerberg  am  Gränzpfahl,  etwas  unter 
dem  Rennsteig  /  zwei  P.  Beobachtnngen. 

•)  Ueber  Gotha  t846,8^  4-  988,4  =  s855,a^  üb.  d.  Mll. 

b)  Ueber  Seeberg  1736,4'  +  iia8,4  =r  s864,8'  ab.  d.  M8. 
IviUuI  ZI  aSSOjO'  üb.  d    Mfi.  und  1711,6^  üb.  Seeberg,  was  da- 
her gaoz  nahe  die  Höhe  des  Inselibergs  tht 

3o.  Wirthshaus  zum  fröhlichen  Mann  un- 
weit Suhl,  am  südlichen  Fusse  .des  Berges  Nr. 219. 
Zwei  P.  Beobachtungen. 

a)  Ueber  Götba  rr  öSg^S'    +  988,4  _  1647,7'  fib.  d.  Mfl. 
,  b)  Ueber  Seeberg  r;  535,i    -j.  iif8,4  rz  i663,6  üb.  d.  MiL 
Mittel  r:  1655,65'  ab.  d.  Mfl.  «od  StjjiS  über  Scebtrg. 

/ 

'        '        '  Digitizedby  Google 


422  V.  Hoff 

Si*  Suhli  im  Gasthäuser  cur  Krone  i  Treppe 
hoch,  lilehrere  an  drei  aufeinander  folgenden  Tagen 
angestellte  BeobacHtungen. 

a)  Vier  Paare  gfben    im  Mittel    über  Gotbt  591,476'    dtktt 

4.  988,4  =  >^8o>8;'  ab.  d.  MB. 

b)  Ffinf  Paare  geben   im  Mittel    Ober  Seeberg  i6i|36'    dasa 
1118,4  =:  1389,76'  ttb.  d.  Mfl. 

Mittel  =  i385,3i'  fib.  d.  Mfl.  und  i56^i'  üb.  Seebei^. 

35*  DerFriedberg*  höchnarPunkt  derLsmd* 
ttrasse  zwischen  Suhl  und  Schleussingen,  das  Barome- 
ter 3^  über  dem  Boden.     Eine  Beob. 

•)  lieber  Gotha  817,1'   +  988,4  li  181 5,5'  üb.  d.  Bffl. 

b)  lieber  Seeberg  707,4'  4-    1118,4  ZZ  i835,8  üb.  d.  Mfl. 
Mitte^l  ZZ  i8i5,65  üb.  d.  Mfl.  vnd  697,16'  Ober  Seeberg. 

S6»  Schleussingea.  ImGa^thaote  zur-grü- 
n.en  Tanne  auf  dem  Markte,  .1  Treppe  hoch;  a  Fear 
Beobachtungen  geben  im  Mittel 

a)  Ueber  Gotb«  zz  tjlA^  -f-  9^«4  =  it6$,8'  Ab.  d.  Mf. 

b)  Ueber  Seebergv  ZZ  .i47>3'   -|r  tu8,4  ~  1176,7'  üb.  ü  Mfl. 
Mittel  :=:  1170,76'  Ob.  d.  Meereifllche  und  i4a|36'  fib.  Seeberg. 

Dritter  Durc^ischnitt  zwischen  Gotha  und  Co- 
burg.   (Ebendad.  S.25,  und  33)^ 

37.  Arnstadt  Im  Erdgeschosse  des-  Gast- 
hauses zur  Henne»  ungefähr  5^  über  dem  Strassen« 
pflaster.  Die  zwei  Paare  von  Beobachtungen,  mit 
correspondirenden  Beobachtungen  von  drei  verschiede- 
nen Punkten,  sind  berechnet  auf  den  Platz  an  welchen 
sich  das  Gefäfs  des  Barometers  in  Arnstadt  befand. 

«)  Tiefer  all  Gotha,  im  Mittel  =  86,6'  von  988,41=901,9 M.,H. 

b)  Tiefer  alt  Seeberg,  desgl.  zi  ii3,4'  vod  1118,411:906,0  M.H« 


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ttber  Höhenmessungen  in  Thüringen.     423 

c)  Tiefa^  «It  ^M.B«iCOi|^ter  im  Zeogb«iifft  lo  Coburg  =  ii6,i' 
▼on  looi'oi  ZZ  87499t'  fib.  d.  Mfl. 
Blattei  ZZ  894|i7^  Dieiea  Mittel  mochte  indeiieo  gaas  «nieer. 
BetracbtoDg  sa  laiiea . 'sejro.  Die  nahe  Uebereiostimmuog  der 
Retaltdte  von  a  ood  b  mit  dem  Reinltate  der  Beobacbtoogen 
dei  H.  L.  Pili  iit  sa  merkwürdig,  um  nicht  bei  c.  eioeD  Feh- 
ler so  TermntbeD.  Daher  -mochte  maa  vorzugi weif  e  das  Aeiultat 
des  H.  L.  Fils  (b.)  beibehalteD;  demnach  Arnstadt  (die  Hols- 
inarhtfltrassa  vor  der  Lucaiiscben  Apotheke)  901,9^  üb.  d. 
Meeresflfiche  und  ii5,5'  tiefer  als  Seeberg, 

'  58.  Ilmenau.  Im  Gasthauae  zum  Löwen  (das 
in  dem  untersten  Theile  der  Stadt  liegt)  1  Treppe 
hoch.  Mehrere  an  zwei  auf  einander  folgekiden  Ta- 
gen dort  ang«sielUe  Beobachtuqgen  geben  mit  den. 
i^ii..drei  verscbiflideo^  Punkten  .gemachten  correspo^- 
direnden  sehr,  gut  harmonirexkde  Höhen  Resultate. 

a)  Vier  Paare    geben   im  Mittel:    Höhe  Ober  Gotha  635,85' 
.     4.'  988,4  ::=  l584,a5^    Hohe  ^.  d.  Meeraal. 

b)  Vier  dergl.  über-  Staberg  ZZ  897,«'  -f»-  iia8,4  n  l5a5^' 
fiber  der  Mearesfl.  ^ 

e)  Vier  dergL  Gber  dem  Barom.  im  Zeoghanse  sa  Coburg 
5i4>5i5'  -I-  ioöi,Oi  t=  i5i5,345'  ifb.  d.  Mfl. 
Mittel  =  i5al,73'  aber  d.  Meeresfl.,  imd  SgSjSS^  UberSeeberg. 
Man  hat  für  Ilmenau  eine  ältere  Höhenbestim- 
mung» deren. Resctitaft  sie  weit  niedriger  darstellt,  als 
die  hier  gegebene.  Da  aber  dasselbe  auf  correspon- 
direnden'Beobaehtuiägen  beruht,  welche  dort  imd  an 
rikehr^ren  Orten  im  Grofsherzogthum  Weimar,  zwar 
sehr  regelmäfsig  und  pünktlich,  'aber  mit  nicht  sehr 
vollkommenen  Werkfeeugen  gelnacht  wurden;  —  mit 
Barometern,  die  (wie  ich  mich  wenigstens  von 
dem    fn    Ilmenau    befindlichen    persönlich   überzeugt 


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404  T.  Hoff  - 

habe  *)  za  Höhetibfestimmangeii  Sarchaut  nicht  geeb- 
net sind ; '  «^^  so  glaabe  ich »  ohne  den  Vorwurf  der 
Unbescheidenheit  zu  fürchten ,  dafs  die  hier  angege- 
bene ,  auf  so  augenscheinlich  harmonirenden  Beobach- 
tungen beruhende  y  Hohe  der  Wahrheit  näher  konunt 
als  die  früher  angenommene. 

39*     Der  Teich  bei  Manebach»  am  Zapfen- 
hause.      Gorrespondirende    Beobachtungen     an     drei 
Punkten  geb0n 
ä)  &b«r  Gotha  r;  70S,5'  -|*   988»4  rr  1690,9'  Qb.  d.  Mfl. 

b)  über  Sceberg  r:  565,6'    +  1118,4  =  1696,0'  üb.  d.  MS. 

c)  Aber  dem  Zeughaaie  in'Cobtarg.  675,0' 4*  looi,t  =11676,1^ 
fib.  d.  Meemü.  ' 

Miltel :  n  1686,06'  üb.  d.  Meoretfl.  ood  667,66'  fib.  Seeberg. 

4o.     Stütz erbach.     Bei  dem  FelsenkeUer  der 
Papiermühle ,  am  untern  Ende  des  Dorfes. 

a)  iTeber  Gotha  =  888,0'  +   988,4'  r=.  1876,4'  üb.  d.  Mfl. 

b)  Ueber  Seeberg  n  760,0'  -|-    1118^  r=  1878,4  flb.  d.  Jlfl. 
«>  Ueber  Coborf  m  Zengh.  8&5,i'  :4,^  ipO|^  r=  x656jS  üb. 

d.  Meeresfl. 
Mitul  :z:  1870,36'  fib.^d.  Mil.  Qod.741196'  üb.  Seeberg. 

4.1.     Der  Au  er  h  ahn  Wir^s^us  in  der  Land- 
strasse vpn  Umenau  nacht  Frauenwald,  «  . 


•)  Zam  Beftreiic  dci  hier  GeiagUn  AhirtTh«^  Ich  nur,  M§  aa 
dem  Barometer  sa  Ilmenau  keiiM  Vorrii^tiiBg  zu  Beettm* 
moDg  de»  Kttllpaoktee  der  Scalp  bffioiHkh  itar..  Uebri*. 
geni  hat  Hr.  Dr.  Schron,  welcher  die  Zuis»meDit^i|ug, 
der  ilmmÜicheB  BeobacbtuDgen  im  Grorihcrsogtham  be- 
sorgt, sich  Jielbit  dabin  geauiiertj  d«£ii  sie  za  Höbenbe- 
ilimmuogen  nicht  geeignet  seyen.  S.  meteorologisches 
Jahrbuch  des  Grolshenoglh.  Weimar.  Sechster  Jahrgang 
(i8s7)S.i09. 


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über  Höhenmessun'gen  m  Thüringen.     42Ö 


)iVU<ber  GoUiir±:  tsSey  4.  ^9^  Zt  ttUi^*  ^.  dl  Mfl;  • 
b)  U«ber  Steberg  ZI  iio8,5  h-  >  1*8,4  ZI  8136,9^  ab.  drMI.' 
c^  Ucbtr  Coburg  im  ZMigh«  ii  1*49,0'' 4*  ^ooiyt  ZZ  smo,»' 
\     &b.  d..Mee^eti. 

Alitterr::  ta33>85'  ttb;  4,  N«iMtJL.lui4  iio$»45'  ftb.  Se^k^.  , 
4a.     Hecr9.cbd.0rf,.  am  noidönliichen  Ahhangor 

des  Langenbergs,  nördlichstes  Ende  des  Dorfes» 

a)  Uebtr  Gatha  <:r  1007,4'  +  988)4  z:  1998,8  üb.  d«  Mll. 

b)  Uebtr  Seebtrg  =:  SSS^e'  ^  nsS^  :;=  >$9t,o'  Cb.  d.  RfC  ' 
a>  Ueb«r  Cobarg-im  ^a^b.  :z:  f 011,1'. 4*  lOoiiS  =  ao|s,V 

üb.  d.  M€«rcifl.  .   . 

Mittel  zz:  tooOyOS' -üb.  d<  Mt ertaiL  und  87116&'  &b«r  Se«btrg.    ' 
45«     Sxhwatasburgy    im  Gasthof   neben  dem 
Sdüosse;     1  Treppe   hoch.      Vier   Beobachtungen    m 
zwei  auf  einander  folgenden  Tagen  gaben: 

a)  aber  Gotbi  z=  85,i''  -f  988,4  n  1073,5'. üb.  d.  AML    r 

b)  tiefer  akS^ebevg  zz  ög^^i  von  t.u8»4  ::::^io68»toM>.  dfMÜ. 
«)  Aber  Cobavf  im  %e«gb|nte   £6,34^  t^'  iooi,s  n  &0$7»H' 

.  ab.  d.  Meereifl. 
Mittel  aus  4iesen  io<63  über  der  Maeresfläo}!*: 
Herr  Liaut.  £i  U  £uid  f )  die  Höhe  über  dem  Meere 
aas  der  Ver{^eiohuiig.:.tiüt  .Amltadt  aHein  S5  tof%i^< 
und  aus  der  mit  Arnstadt  und  Rudolstadt  zusammen» 
iff^  T^itfel  ^s^  ip6.9^.„  O^inj?.  grji&^e  Uebereiastim- 
mung'kaoix  man  niclit; verlangen»  und .  wir  müssen 
daher  annehmen;  als  Mittel    aua..aUeB  diesen  Bestim- 


*)  Geograph.  Z^itang  der  Hertb'a  6.  is.  8.109.11.  L.  Fila 
sagt  dort  „(jasifiof  zweite  Etage. <<  '  Da  abai^  dief ifr  Gaa^- 
bof  Dnr  Eine  £t8ge  über  dein  Erdgeiohofi  bat,'  äo  kann 
■iir  diese  gemeint  seyo,  ift  welcher  aocb  ich  mafiiVBaa« 
bachtungen  geiaaobt  habe.  w     '     ^'  ' 


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m  :      r.  Hoff    .,        : 

mupgeii  10^*0^  üb.  d  Meeresfiftdie  und  62>4^  tkf«r 
1^  Seebeiig.  •    ., 

•  ^  44.  Ig ol ^i e b«^  Sachsen  MeinuDgi^ehes  Dorf 
am  Rennsteig«  auf  det  Landstrasse  voto  <^obutg  nach 
SchwaJrzburg ,  dicht  bei  dem  »ofdlieH  davon  und'  et- 
was tiefer  hinab  liegenden  Schwanborgischen  Orte 
Neuhaus; 

a)  U«ber  Oocb«  ni 585,4^  +  988,4  =  t575,8^  Üb.  i.  Mi. 

h)  Vkher  SeebtKir  =  ^BBft^  +  iis8,4  =  s567,t'  ftb.  d.  Mfl. 

a)-U«btr  Gebatf  Im  Zsagb.  :::  i586^i'  4.  sooi^i  =  t^y^ 
üb.  d.  Meeresa. 
Mittel  «S76,f  5^  tib.  di  MIT.  «od  i447i73'  über  Seiberg  *> 

'  •  45*  Lausche,  Sachsen  iVleinungisch.  Der  ba- 
tcttnetrisch  bestimmte  Punkt  ist  3^  über  dem  Boden 
an  der  Thüre  der  Glashütte. 

«)  lieber  Gotha  ZZ  ioe»,5^  +  988^  r:  1989,9  Ob.  d.  MIL 

fc)^Üeber  Seebei*g  zz  86i,V  '+  iis8,4  =  1990^8^ üb:  d.  AM; 
'e)  Uebter  Ceborg-.  i*  %^o^  ZZ  1007,0'  +  loei^s  zz  too8^ 

IIb.  d.  Meereifl. 
Mittel  IT  1996,5'  Hb«  d.  MeeresL!  uod  887,9'  fiber  Seeberg. 

>  4^.  Steinach  im  Meinungischen.  Der  be»; 
^tlmmta:  Fxmkt  ist  im 'Gasthof  zum  Ajiker,*  den  Foih 


'^  '^fNenbaiis    tiiitei'«i  Ende  wird   toh   H.  Lieut  Fils  Mi' 

i4s8,8''  aägegebei^,  (Geograph.  Zeitung  B.  li.  'S  i09> 
.  ^-Hiemlohit-  btttiaiiiit  erebeodatelbiteiae  Höhe  aa  Reo«- 

feteige  swischen  N e o h a o •  a«d  GllickithaJ  an  a58o,7'. 

Weaa  dieser  Paoht  anoh  nieht  Igelthieb   selbst  ist, 

t  (dieser  Nahve  wird  bei  Fils  nicht  geaanot)   so  d&rfte 

.,,     >  er  doch  meif er  Höheobestimmang  tod  dem  Orte  sa  eiai- 

r .        ger  Bestatigfiog  dienen ,   da  d^r  Rennsteig;  sviriscbea  deae- 

selb^n  ond  Glncksthal  IcMoa  bedeatende  Ei^hobaogea  nod 

Vcrtiefattgea  macht. 


\      DigitizectbyCjOOQlC 


über  Höhenmessungen  in  Thüringen.    427 

terbrustwehren    des   obern    Stockwerks  gleich.     Vier 

Beobachtungen  an  zwei  auf  einander  folgenden  Tagen«; 

t)  Ueher  Gotba  ZZ  &77|0'  +  g88y^  =  t56&,4'  Ab*  d.  Mfl. 

b)  üebtr  Seeberg  zz  409,4'^+  11  »8,4  =1557,8'  üb.  d.  Mi. 

€)  Ueber  Gobarg  im  Zeagh.  —-  57S,^5t  +  looi^t  ZZ  idjS^yt' 

üb.  d.  Meereifl. 
Mittel  zr  i56'5,64'  üb.  d.  Meeresfl.  ood  437.34'  über  Seeberg. 

4y.  Der  Hans  -  Bernde  Berg,  Höchster 
Punkt  der  Landstrasse  von  Steinach  nach  Sonneberg. 

a)  Ueber  Gotba  ZZ  1059,0'  +  988,4  =  9o47»4'  üb.  d.  Md. 

b)  lieber  Seeberg  —  9o8,5'  +   »««8,4  ZI  2006,9'  üb.  d.  Mfl. 

c)  Ueber  Coburg   im  Zeogh.  n  io44,4'  +  looi,a  zz  i045,G' 
üb.  d.  Meereifl. 

Mittel  ZZ  ao43,3'  üb.  d.  Meereifl.  trad  91499'  über  Seeberg. 

48.  Sonneberg.  Bei  der  obersten  Brücke' 
im  Orte,  in  gleicher  Höhe  mit  der  Brustwehr  der-«^ 
selben.    , 

a)  Ueber  Gotbs  _  346,e'  +  988,4  +  i354,4'  üb.  d.  Mfl.     ' 

b)  Üeber  Seeberg  r:  to4,6'  +  11  «8,4  ZI  i33i,9''  üb.  d.  Mfl.  • 

c)  Ueber  Oobtnrg  im  Zaagb.  r=  33o|d'  4-  ioek,t  z=  i33iii^' 
üb.  d.  Meeresfl.  s       .  i 

Mittel  ZZ  t33b,8*  üb.  d.  M««re*Ü*  aad  204)4'  über  Seebevg.      '> 

4g.     Neustadt  an  der  Heide.    Beobachtttngs«^ 

Punkt»    aia  Markte  im   Gasthof  zum  faalbeii  -Mond/ 

1  Treppe  hoch.     Mittel  atL6.:zW8i  Beob.  i  ;  .^     li; 

«)  UebMT  Golba  zi>  io3,t5'  +  988,)^  rr  1091,(5'  Üb.  dJ  Mfl. 

b)  Tiefer  JiU  fteeberg  12  40,7'  tod   iit8|4  =  1067,7  tlbei^ 

der  M««resfläcli|e. 
Mittel  =:  1089^67'  Üb.  d.  Meereifl.  niii  38,7a'  tisfer  «kSsebsrg» 

Einige  ahdere  Punkte  in  Thüringen. 

5o.     Gotha.     Der   tiefste  Punkt  daselbst,    dec 
Wasserspiegel    des   Leinecanals,    bei   desiexi  Aosflufii 


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428  V.  Hoff 

am    nördlichen   Ende    der    Vorstädte    neben    der  Bis- 
«itigsmühle»  ergiebt  sich,  Zufolge  eines  Ni^rellements, 
dSSjO^  tiefet  als  Seeberg  (Brustwehren  der  Fenster 
und  GePafs  des  Barometers)  folglich  =5  QgZ,^  F.  über 
dex'  MeeresHäche.     Ueber  diesen  Punkt  sind  noch  fol- 
gende,   theils  durch  dieses  Nivellement»    theils  durch 
IVIittpl  aus  solchem  und  correspondirenden  Barometer- 
ständen bestimmt.  —     Die  Brustwehr  der  steinernen 
Brücke  am  Ausgange  der  Alleen    yor  Gotha,  auf  der 
6trasse  nach  Erfurt  +  a5^:    —    der  niedrigste  Theil 
^es    Neumarkts    am   Eingange    der    St.    Margarethen 
Hirche  s=s  -f-  ^^^*    "^    ^^^    Barometer    in    meinem 
Hause   (3'   über    dör   Schyrelle)  =ä=  +  55':   — :  das 
j^aromete;:.  im  Hause    dea  U  Professor  Kries    (i5^ 
über  der  Schwelle)  ss  +  96':  -r-    der. Eintritt  de» 
Leinecanals    ^n    die  südwestliche    Vorstadt»    oberhalb 
der .  Bri^ckf  a^m  Fli^fsholzplatz  -|-  i65^ : ,  (dieser  Cfinal 
hat  daher  auf,  seinem  Laivfo;  durch  die  Stadt  und  Vor- 
ftadte.  --<-  in  ^gerad^r  .  Liaije  6aa  ßhelal*  Bulben  — 
i65  Par.  Fufs  Fall)  r-    die  Terrasse  unmittelbar  vor 
dem-.Sahlosse  Friedeostein  4-   ipS':  -—   der  vormals 
|>}ijffipalische  {aal>>'jetzt- oberste  Bibliotheks-Saal  in 
^eis^m  Schloflfee  4-  ^^9^-    dieser   liegt  also  r^^^^  h&her 
als  der  Beobaditungsbrt .  aof  S^eberg.    .    ^  . 

r. -[Srio'ifi.ijifflebeQf  nördlich  von  Golha.  Die 
Fläche  der  Wiese  dicht  nebefi .  d^vn  Bohrldche  des 
G lenk' sehen  Salzwerks  (Ernsthallji'  Eine-  corre- 
•poAdire«de  Beo1>achtung  giebt  tiefet  als  das  Barom. 
des  H«  Prof  Kries  89,1^  also  +  i4o»o  =s  da9»i 
tiefer  als  Seeberg  und  899,3'  über  der  MeeresHäche, 
iM$'  Steinsalzlager  wurde  in;  einer  Tiefe  von  677,5' 
angebohrt ,  also  aaiyS^  über  der  Meeresfläche. 


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über  Höhenmessungen  iii  Thüringen.     4^9 

5s-  'Das  Ufer  'des  Nesseflusses  bei  der 
brücke  zwisc^ien  den  Dörfern  B  uff  leben  und 
Eschenbergen.  Correspondirender  Beobacbtungsort 
wie  5i.  Tiefer  als  dieser  98,6'+  i4o  st  a38,S' 
tiefer  als  Seeberg  und,  889,8  über  der  MeeresBeche. 

53.  Der  Döllstädter  Berg,  eine  FortseUung 
des  langen  Kückens  von  Muschelkalk,  der  sich  v> 
NW.  vom.  Hainich  an  gegen  SO.  durch  Thüringen 
zieht,  die  Flufsgebiete  der  Weser  und  Elbe  schei- 
det und  bei  Erfurt  durch  das  Thal  der  Gera  ab^ 
geschnitten  wird.  Höchster  Punkt  der  Trifft  übeip 
welche  der  Weg  von  Gotha  nach  DöUstätt,  Herbs- 
leben u.  s.  w.  führt.  Eine  correspondirende  Beobach- 
tung wie  5i*  giebt  über  Gotha  3i5»4^  —  i4o,o 
£=  i75>4^  über  Seeberg  und  i3o3,8^,  über  der  Meeres- ^ 
fläche. 

•  54.  Grofs  Fahner,  am  tiefsten  Punkte  der 
Obstbaumpflanzung  zwischen  diesem  Dorfe  uikI  dem 
nördlichen  Fusse  des  vorgedachten  Berges;  die  cerre«» 
spondirende  Beob»  wie  bei  5i«  Tiefer  als  Gotha 
ia7,a'  4-  i4o,o  n:  167,2'  tiefer  als  Seeberg,  und 
86i,a'  über  der  Meeresfläche.. 

55»  Gierstätt,  unterster  Ausgang  dieses  eben-. 
EsUs  an>  nördlichen  Fusse  des  vorgenannten  Höhen-t 
zugs  liegenden  Dorfes.  Gleichfalls  wie  5i.  Tiefer 
als  Gotha  «39,7  +  i4o,o  =  376,7  tiefer  als  See- 
b«rg  u.  752,7   über  der  Meeresfläche. 

56.  Der  Galgenberg  bei  Gotha ,  höchste^ 
Funkt  zwischen  den  letzten  Gärten  und  dem  Hoch- 
gericht. 

a)  Barometrifch    fiber  Gotha  9^,5'   +  988,4  ZI  10B199  ubtr  ' 
der  Meei^esfl, 


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430  V.  Hoff 

b)  DesgL  tiefer  rie  Seeberg  4o'  tos  iis8»4=:io88,4  6b.d.Mfl. 
'  €)  Nech  dem  obenexwähiiteii  NiTellement  Aber  den  oiedrigfie» 

PoDkt  bei  Gotha  tti  +  895,4  =  iii4>4'  6b.  d^MfL 
MitUl  ZZ  33,5'  tiefer  ab  Seeberg  md  1094^9'  fib.  d.  MeereriL 

57.  Der  Krahenberg  bei  Gotba,  eine  Fort- 
setzung des  langen  Rückens  von  Muschelkalk,  welcher 
südlich  von  dem  vorhin  (55)  erwähnten,  und  mit 
ihm  sowohl  als  mit  dem  Thüringerwalde  parallel  vom 
Hörselberg  v.  NW.  nach  SO.  läuft,  die  Höhe  vor 
Gotha,  nach  Eisenach  zu  den  Seeberg  bildet,  und 
m  Osten  des  letztem  von  demFlüfschen  Apfelstätt 
durchschnitten  wird  (der  Galgenberg  ist  ein  Zweig 
davon).  Das  Barometer  wurde  an  der  südwestlichen 
Ecke  des  Eichenwaldes  beobachtet,  ungefähr  10  bis 
iSFufs  unter  dem  höchsten  Gipfel  de^  Bergs ,  der 
bei  der  Schanze  ist  , 

«)  Ueber  Gotha  3&8,55'  -f-  988,4  n  i546,75'  fib.  d.  Mfi. 

b)  Ueber  Seebfrg  ss4>07^  +  1118,4  ZU  i35i,47  ub.-d.  Ml. 
Büttel  z:  tti,ti  fiber  Seeberg  m  1349,61  fib.  d.  Meeresflacbe. 

58.  Der  Birnbaum.  Der  höchste  Punkt  der 
Landstrasse  von  Gotha  nach  Eisenach,  welchen  man 
von  Gotha  aus  noch  sehen  kann.  Er  wird  durch  dea 
seitwärts  davon  etwas  tiefer  stehenden  alten  Baum 
bezeichnet,  von  dem  er  den  Namen  hat.  An  diesem 
Baum  hieng  das  Barometer. 

a)  Ueber  Gotha  =  a37,8^  +  988,4  =:  1116,«.'  fib.  ^.  Mfl. 

b)  Ueber  Seeberg  ZZ  io5,4'  +  1118,4  =  is35,8'  fib.  d.  Mftr 
Mittel  z:  10% fi^  fib«  Seeberg  und  it5o,o'  fib.  d.  MeereeiL 

59«     Das   Thüringer  Haus.     Wirthshaus  an 
derselben    Strasse,    etwas    ihehr    westlich    von    58« 
1  Treppe  hoch, 
a)  Ueber  Gotha  18119'  +  98814  :Z  ii70|3'  fib.  d.  Mfl. 


Digitized  by  VjOOQIC, 


über  Höhenmedsungen  in  Thüringen.     431 

b)  Ueber  Seeberg  49»6'  +  iia8,4  =  11781O  Üb.  d.  Mfl. 
Mittel  =::  4&)7Ö'  aber  Seeberg  zz  ii74»i&'  üb*  d.  MeeresflScbe. 
60.     Kabärts,   Dorf  am  Fusse  des  Inselsberg9. 
Das  Barometer  hieng  im  Erdgeschofs  des  Wirthshauses» 

a)  Ueber  Gotba  3s3,5'  -f-,  988,4  =  iSii^Q'  üb.  d.  Meereifl. 

b)  Ueber  See berg  .190,0'  +  iis8,4  ZI  i3i8,4  üb.  d.  Mfl. 
Mittel  zz  186176'  über  Seeberg  and  i3i5>f5'  üb.  d.  Meeresfl. 


Uebersicht 
der   sämmtUchen   Höhen. 


A.  Gotha  u.dio  umliegende  Gegend. 

Sternwarte'  $  e  •  b  e  r  g ,  Fenaterbrattvrebr 
Gotb^i  tiefster  Paofcti  bei  der  Biettogs- 

mühle      •        •'       •        • 
— «       Brustwehr  der  iteinernen  Brücke 

am  Aasgange  der  Alleen,  Straiie 

nach  Erfurt    •        •      '• 
—      tiefster    Punkt   des    Ifeoauirku» 

am  Hanpteiogange  der  St  Mar- 

garethen  Kirche 
-»       Das  Barometer  im.  Hof  Pechen 

Gartenhaoae,  3'  über  der  Haut' 

schwelle      *     « 
mm      Das    Barometer  fni   Hanse   des 

Hrn.  Prof.  Kriea,  i5'  über 

•  der  Hausschwelle    . 
— •       Eintritt  des  Leine  -  Ganali  in  die 

südwestliche  Vorstadt,  ober 

halb   der  Brücke    am  Flofs- 
^   bolzplats  •        . 


H^he  in  Pariser  Fufs. 
über    oderl  über  dtr 
unter  See-I  Meeres- 
berg.    I  flache. 
o  iia8,4  } 


T«  a3ö,o 


SIB,0 


—  I94t0 


—  180,0 


—  140,0 


-    7010 


8^3^  : 

9»Öi4 
934,4 
948>4 
988,4  , 

io58,4 


Digitized  by  VjOOQIC 


Pß 


y.  Hoff 


Über    oder 

Ober  der 

noier  See- 

Meeres« 

Gotli«}  Terrasse  vor  dem  Herxoglicben 

berg. 

fläche. 

Rtiidenstchlosse      • 

—.    40,0 

io88,4 

^       Der  oberste Bibliotheice. Saalim 

5stlicben  Thorme  dieses  Schlos- 

ses          • ' .  •    • 

+      4,0 

ii3s,4 

Böffleben»    die    Glenk'scbe    SaliDe 

Erosthalle 

—  ««S»» 

%9.^ 

If  esse-Flafs,   Ufer  an  der  Brücke  swi- 

sehen  Boffleben  and  Escbea  bergen        \ 

—  a38,6 

889,8 

DerDöUst&dterBerg,  böchite Fl&obe 

der  Trift        1        .        .        •        . 

+  17^,4 

i3o3,8 

G  r  o  Ts  •  F  a  b  n  e  r,  liefster  Pankt  der  Obst. 

baitm-PflaociiDg    switcben   dem  Dürfe 

• 

und  dem  Berge    '  • 

—  s67,a 

86,,t  ' 

G  i  e  r  s  t  a  1 1 ,  unterster  Aosgang  des  Dorfes 

-  376,7 

761,7  " 

Der  Galgenberg  bei  Gotha 

^    53,5 

1094,9 

Der  Krabe nbtT gl    südwestliche  Ecke 

des  Waldes             .... 

+  "«>«> 

i349,6t 

DerBirnbanmi  an  disr  Strasse ▼.  Gotha 

paeh  Eisenaöh                .... 

+  iot,6 

is3o,o 

Das  Thüringer  Haue,  an  derselben 

-• 

Strasse  (^  Treppe  hoch)          . .       ,     . 

+    45,7& 

Ii74fi6 

KabartSi    am    FtMse   dea   Inselsbergs^ 

Erdgcschofs  des  Wirthshanses 

4-  186,75 

i3i5,i6 

Der  Inselaberg     •        •        •        . 

+  «7«7t«  • 

s866,6 

B.    Erster   Durchschnitt  des  Thü- 

. 

ringer  "V^aldes. 

Tambacb»  Bod^  der  Wiese  am  SchQ- 

' 

teeohause 

+  as8,35 

i366,75 

Tambaoby    Strasse    vor   dem  Gasthofe 

, 

snm  Bfiren 

+  Soo,38 

i4s8,78 

Hdbe  in  Pariaer  FoTs. 


Digitized  by  VjOOQIC 


über  HöbtfnmtBaiiDgbii.iniTkfifiiigeB.    433 


Der  Rotengartta        •        •       • 
Ifcttelhof,     beim   Eiatritt   der  «Uen 

Laniistrafee  r.  RoeengarteD.  •  .  • 
S chnalkald eil /d«r  Marke  • 
Mei im B.geii|  der  Markt  •.  • 
Tbemari  Straisenpflaiter  for  dam  Pott 

haute    '.        •        .        .        •        • 
£  b  e  n  ii a  r tt ,  Ufer  dar  Werra 
Hildburghaasans    tttdliche    Brücke 

fiber  die  Werra    ' , '       .        •        , 
Der  Stadtberg  bei  Hildborghaoten 
Rodach,  der  Markt        •        •    -    • 
Der  Fuehtbergy  nritahen Rodaoh and 
"^Neida     .        /      ".        .        .        . 
^ri^ejenfeld,  die  Ghanttie 

C.     Zweiter  Durchsclmitt. 

Öhrdrof,    Bodea  der  Allea  vor  dem 
.  Thor«  i|ach  Gotha  i«  .  •       •       « 
Sohvrarawaldy  Stmtanboden  vor  daai 

Wirthshaaie  .        •        • 

til>erhof,    oberct  Stockirark   dea  Ga- 

Icitshauiet^     •  ~    • '   '  •      '  •        • 
^aitetbaclitkVpf.'   (Raooiutg)   " 
Die'  Aottpanna  am  groften  Beer. 

Varg    •        .    *   .        .       .        ,       ' 
tTirththaat  siiiii  fröhlichen  Maoa 
Sahly  Gatthof  aar  Kfone»  l  Treppe  hoch 
Der   Friadberg    awitchaft    Suhl    und 

.  Schleattiogen       '  •        • 
Schlavttinge'D,    Gatthaot  snr'griiQen 

Tattae,  am  Markte,  i Treppe  hoch 

Archiv  f.  d.  get.  ffatarl.  B.  lg.  H.4. 


H6ha  in  Parlter  Fofa- 


fiber    oder 
noter  Saa 

barg. 
+  1176,16 


+  683,66 

—  »99A4 

+     «4,5 
+  ?»5,97 

—  «9,85 

—  53,0*5 
— '  144,0 


+     30,0 

+ iS99,o3 
+  i6i3,8 

+  6i7,i5 
+  «56,91 

+  697,s5 

+   i4«,55 
28 


ftbtr 

Meerea* 

fl&oh^ 

«5o4t56 


i8is,o6 
9*8,86 
9>di4& 

io3o,iG 
iio5,3 

ii5i,7 
1454,57 
998.55 

1075,55  ' 
984,40 


ii5l4 

1^57,7' 
«517,43 

a85o,o  ' 
i655,6S 
i385,3i 

•vi 

i8t5,65 
ta70,i$ 


Digitized  by  VjOOQiC 


^42^  -w.  Hi^fl&u'^HSisißtmms' uk  Thftrmgea. 


r     b.     Drittur  purchschtiitt. 

Ai^Bttndti   HolunailcUtraMe»    vor  der 

£ac«titcheii 'Apolbeko  '     • 
1 1  m  •  B  «  a  GMth«  s.  L5wcs,  i  Tr^ipe  liocli 
Üer  Tdieh  bei  MaB«b«ch    '     • 
Stfitc«rb«cb|  Felt^okeller  der Fapier- 

n&blei  am  «aieni  Ende  det  Eforfet' 
Der  A  B  •  rli «  b  q,  Wircbtbaut,  die  Chanatee 
H  e  r  r  •  c  b  d  o  r  f ,  oberer  Aotg.  das  Dorfes 
Sebwarabn'rg,  Galtb.  iTreppa  bocb 
Igalsbiab^  (Renasteig)  die  Cbaossea 
Länsebai  aa  der.GIasb&tta   •       > 
S  t  e  i  B  a  c  b » Gastb.  s.  iBber,  i  Treppe  bocb 
Der   äaBS   Bernd  4  Berg,    cwisoben 

Stdnaob  und  Soaneberg        •        • 
Sonnebargy   BmstBrebr  dar   obersten 

Brocke  im  Orte     . «      •  '     •        /  ' 
Nenstadtan  derHaid,  Gasib,  laiBbal- 

bea  Moady  1  Treppe  bocb    • 


E.  Coburg  u.  die  (Sri^egmie  GegondL' 

Co  borg»  defster  Pöblet»  die  Its  bei  der 

JodenbrQckij         •   .     •  , 
.  .'  -«        das   BeobaJBbtnngssimmer   anf 
den^  Zeogbaose  ^  •       •   , 
*x       das  obere  I^nde. des  Ho^artens 
Der  kleine  Jadfjobejrg  • 

p^r  grofse  Juden b er g  .  ^      •   ..    • 
Die  Höbe  Bastei  auf  der  Festong  Co 

borg    ^        .'.'.,• 
Das  östliaba  Ende  der  Baosenberga 
Dia  Latttarbärgy  aebeB..  der  RniA« 


H5ba  iB  Pwisar  Fafa. 


Aber    oder 
ODter  See- 
berg. 

—  ai5,5 
+  $93,35 
+   557,66 

+  74i»'9Ö 
-f  1  ioS,43 
+  871,65 

—  61,4 
+  i447t75 
+   867,9 
+  457i>4 

+  9«4,9 

+   104,4 

—  58^71 

r  ;.••  f 

1^.  .i-i. 

fr.M7^58 

—  36,76 

+  ^M** 

+  3Soi,a6 
+  '«49>f4 
•f,n4i 


über  der 
Meereo- 

flAcbo. 

901,9 
i5si,73 

1636,06 

1870,36 

aa33,8S 

sooo.oS 

1067,0^ 

s576,iS 

1996,5 

i565,64 

,  so45,S' 

'  i3Stj8 

1089,67 


.  f  oot,oa 

'i«09,^ 

,i4i9,€6 
1378104 
i343j04 


Digitized  by  CjOOQIC 


•^  'M, 


m 


hiifhf    dfii   t(    Tiyf.f;fllprnfp.flifinra,  fir..Jfc 
...Sd^mö gAV.il»«  RegensbnKg«...  , 

t.  .1        4  .('s  ■    <    «•      -t-      I      ■    -         '11:    IV  ',-■'•     >r' 

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T,(-         J  ■     ..«      r...   -         }         -        .'.[",?  I  ^ 

'■^xiremt  def\Biäiotiaterstantlet  qi  fmr.  Luitsn-'O 


1819               Maximum.     .                 Miaimnm. 

"^MitlierT 
Variatioa. 

Julius 
August 
S^'pibr 
Octobrr 

Decbr. 

3.8Ö16 
i7,8n 
»6,953 
18,964 

r  3i,46$ 

SS.  Abds  Iti 
3.  Morg.8 
s6.  Abdt  10 
1 1.  Morg.  h 
«♦.Morg  » 

3so,68i 

SB   1Ö3 

si,o58 

i8,i53 

^  t«,4H>o 

.A»0,95i7 

8.  Abds  s 
10  Morg.8 

i.Morg.i'. 

7..  Abds  1 9 
«^.Ab^Vd 

7,035 

6,öt8 

5,»95 

ier,8oi^ 

;  io,5oa 

Jttlir 

.33 1,4^)5    1   i3.  Oecbr. 

3.5,b8o 

3o.  März 

..t^.»»^ 

ßehbachtangsstundeh  und  den  gamein  Mondien.  _ 


Julias 
August 

Septbf' 

I^ovbr 
Decbr. 


Jahr 


5a4,^ 
»4,9b9 

j*i3,73i 

t5r»ft8 

14976 

16,441 


314911a 


3i4»t73 
14,88a 
i3,7s3 

iö,so8 
16,39s 

3t4,a48 


3149801 
14,016 

;93;688 

i5,o4^ 
16^166 


3f4,t44 
14,607. 
a3,9i3 
»6,05*^ 
s5,i3i 
169861 


3i4,3a5 

i3,8qo 

i5,iit 
16,434 


^149888 
..a4,6^a 

13,890 

l1^,O0 

16,096 
16,369 


3i4,i68 


3i4»t69     3249*93  |3a4>*i9 

28* 

Digitized  by^VjOOQlC 


436  T-  Schmöker  ;  y  - 


«(- 


-H-^^ 


if    '^ft  iiT'i 


1819. 


I        Jaliut 

^JlOgast 

Septbr. 

Octob. 

'  KoTbr. 


+  »6^o 

i6.Ab»odt 

.  +  7!>o 

14,1 

•S.     — 

+  5,0 

>94 

10.      — 

+    8,0 

17,6 

1.     — • 

-1^ 

7»<» 

5.     — 

—  i«',7 

.V   .•  M' 

,  K   •    r^-  - 

-x.-^  i7,o\ 

—  18,5 


11.  Morg. 
18.     — 
16.     — 
3o.     — 
11.     — 


nftreiw. 


»9»« 
i3,4 
19,5 


Jahr 


t6,o    s6.  Jnliot 


ift.  Febr. 


44>% 


r 


» 


tungsstixndvn  und  den  gaiizen  Monaten: 


ats. 

8Ühr 

Mrgt; 

WfH*- 

9  Ubr 
Abeödt: 

6Ubr 
Abends. 

ipUhr 
Nacht^. 

«?•-«- 

A«g. 
Sept.. 

Octbr. 

Nov. 

©«br.J 

iO)5i 

+»7°«7 

+    7^» 

—  o,ta 

—  S,i8 

16,71 

i5,a€ 

8,<4 

+    o,3o 

—    4,78 

i8,4s 

11,3* 

9,50 

+    4,74 
—    1,93 

Jthr 

+  5.96 

+     7,57 

4.8m] 

• 

+   4,«9 

;f  6.0. 

Digitized  by  VjOOQ'IC 


meteor^lpglsfbes.  Jagebuch.  431^ 

Grofste  f  und,',  f(kinste  '  ^n^rnnnf   der   Dänsie    vom 
JUjLitmim  jb^^r  f /M(mi|r«r/^  in  par.  ZeUen. 


io.Abdt.io 
fta.Morg.8 
iQ.Abds.io 
lö.  Morg.8 
:  6.Abil».io 
;  S.Jtfioags 


Difercos. 


414 

549 
i47 
144 
099 


.5o.  #«&■ 


o»6$i  • 


Miit&re*Bni/ernunff^  ^rSinste  «uMi  jBfäximm  Ureit 
^p^nVraJt  in  pär.  Zelten,  nach  ien  ^ScQbachtangS' 


Digitized  by  VjOOQiC 


43t 


.il..ji-.  ^:l^cUfä9^tr'  •'-•' 


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Digitized  by  VjOOQIC 


]fieteorolOfiftfki»9  /Tagehuch,  4^ 


BeobachtoDgeQ  am 


Regeiisbiir|,  ^ 


ffa^riild- 

metrogra* 

phco. 


Tbevmo- 
meter« 


*^  ttrfd  aus 
Ghlminel- 
los  Tafel 


M«df«f  der 
MedU' 


Winter 

Fröbling 

Sommer 


December 

Januar 

Februar 


Mars 
Mai 


Junios 
J«i.iiia. . 
-Augntt 


September 
Ootober  ' 
November 


-*•  I'  ,0» 

15,96 


—  3,49, 

—  5,43 


Hr  ;»,5o 
*     J8,3o 

I    li  ti  J*  .r  I 


i3,3S 
i5,66. 
13,87 


;  •  11,58 
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4,^  (*, , 


December  —    7,06      —  6,06     -l.*6,54 

Jthr  '■      \  -^    bfit      +  6,dfl      >u  5»»8 

im'  Jähre  1829  war '  zu '  IRegensburg  seit  6o}ah- 
fto  der  kälteste  Octöbet, 'xnitAusiiahine  der  Jahr^ 
«7^81,  i8»0>  iBaii ;  der  kälteste  ftoYftinberi.eiidiicli 
4er  kälteste  Pec^^ib^r  mit  Ausimh^^e  d^s  Jahres  1788. 

Kastner's  Handbuch  der  Meteorologie; 

letzte  Abtheilung. 

Zur  Beaotwortaoff  mehrerer  Anfrage» , 'betreffend  dw  Er- 
fvbeinuBg  der  ietcten  Ab^thfeiUi|gi  »Oft  Kai  tu«»  «  HdR. 
d  .Meteorologie,  möge  die  Nachricht  dienen:  dafs  d^e  frag, 
liehe  letzte  Ablheilang  etc.  biiinen '  einigeh  Wochen  die  Piress« 
TWiÄfst,  rericheiv  mit  einem  Tollsta.ndigen  Regfister  ^rad 
unter  andern  aach  enthaltend:  die  Hauptsätze  der  K*»»**®'®" 
gle  und  Witierangrkun^e,  »6  weit  diese  dnreh  die  Bee* 
>achlaagen,  ]$ntMkuqgen  4ind  £rfindMV|fl>  ei»««  August»  /;• 
Bohnenberger,  Brewster,  L.  r.  Buch,  Gbiminelle» 
Dalton,  Daniel!,  Der.a«  Eg?»n,  Hiilström,  A,  if. 
]fl(nmboldt»  Kirnt«,  Kopffer,  Lampadius,  Muncke, 
Parrot,  Tb.  r.  Sanfttura,  t«  S  chmoger,  ^cböo', 
64|i9.nw»  SelifibUri|ls.ete.  ietfi^^Gn^d  gewonnen  baben,^ 


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440  Kästner        ^    >  •, 

Zur    Kunde  'vorweltlicher '^IBrzeüg- 
ttisde  derOstseegegenden; 


Herausgeben 

CBfNhfeA  d«  S.t4i  to  »iH.  diM.  B.  «bgdbfoclieMi  AUl) 


S)  Die  nordischen  Gesehiebe  auf  und  ah 
der  Insd  Usedom. 

Wib  schon  erwähnt   hat   man    bd  dem  Swine- 
münder  Molobaa,   neben  einigen  granen  Kalksteinen 
(darunter  mehrere  mit  Muschelversteinerungen;    we- 
nige mit  Ammoniten)  aus  entfernteren  Gegenden  (wie 
man^mir  erzählte:  ans  der  Gegend  von  Anklam,  von 
der   Insel  Rügen »    Wollin  etc.)   vorzüglich    benutzt: 
colossale  Felsstiteket    wie  sie  sowohl  a^f  iex  Jnsel 
Usedom    zerstrenet ,  "als   auch  an   einzeUien  SteUea 
ihrer  Küste  angehäuft    und  in  Form  von  unter  dem 
Wasserspiegel  keilförmig  ins  Meere  hinaus  reichenden 
Gruppen    ^ch    vorfanden.       Nur   jene    unter   ihnen, 
wcelche.die  oberste  Molgschicht  bilden ,  gestatten  noch 
}etrt  Einzelbeschauung«  und  YergleichuQg.     tkie   meir 
sten  derselben   trage^   unverkennbares  Geprige  einer 
Abründung  und  Abglättt^g»  wie  man  sie  bei  Geschie^ 
ben  wahrnimmt,  welche  lange  Zeit  hindurch  der  An«- 
eiaanderreibung    unter    Wasser    unterworfen     waren. 
Sie«  sind  sämmtlich  sel|r  fest,  ohi^e  alle  GingriSe  ser* 
störender  Yerwitterung ,    und  fast  alle  scheinen,  eh^^ 
tdals  Gebirgen  angelibxl   za  haben:    eben  so 


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tbir  VorweltUcheS  '^t  Ostseegegenden.    441 

köit  im  Zasdmmetilialt^.  Crailiite,  ^gtiab^i  tlnd  lei^ikeiV' 
iiige  SjrMitev  Gnelßei'  <  «^Itener  Orüm^lcäJi  -  ähnliche 
Ma9B8#n  ete.  sind  es»'  '  dia  hi^r'  ^mit <~ einteltleii  Qciairs« 
ge^hiebda  und  jente  'kalkigen  Gest#itKra^\Mtemi6ngir 
Dänjime  gewähren ,  die  weit  ins  Meer  imiaodreici^nd' 
Jahrtausenden  zu  trotzen  scheinen.  — «  Auf  dem  von 
der  Insel  Usedom  au^gfehenden  weit  liehen  Molo 
etregte  im  Herbste  i>8r^7 ,  Vorzi^gliktti  eifkes  dufr  co- 
lossalea  sjrenitähnlichen  Gescfhiebe  dadlPttch  im  hobelt 
Gröde  meine  Ai^erksamkeit ,  dafs  es  mitten  in  der 
tessersteri'  Lage  ^  s#i«'er^  Oberflächenthelliei  4ie  Umrisse, 
einer  ^Wirbelsäule'  daürznbieten  schieti,  wie  sie'  bei 
Knorpelfischen,  odei,  ^ vielleicht  richlager,'  bei  mirn^ 
chea  dieeeniskh  »|hemden  Am|>hibien^- vorzukommen 
pflegt.  Da  der  Stein  i  weder  '  herausgendnimen  wex^eb 
durfte  noch  konnte,!  so  ersuchte  ich  den  Rittmeister» 
Stark,  Hafenbaüic^pector  (wohnend  zu  Starkenhorst* 
bei  Hafendovf;ohnfem  des  östlichen  M6to,  auf  der 
IiiseF  Wolli»;  gegenüber,  von  Swinemünde)  von  dieser 
nfevkwürdigen.  Gescbiebfiäche  eine  genaue  Zeichnung 
entnehmen  und  mir  dieselbe  zukommen  mw  IsssBnJ 
Es  geschah  dieses  im  SpääiheH)8ü'ifi27,  wenige  Tag* 
vor  meiner  Abreise  von  Swinemünde;' der  Rittmei^isr 
Stark  hatte  die  Güte  zu  dem  westlichen  .Molo  her- 
überzukommen  und  ^  die  Stelle  zu  bezeichnen ,  um 
daselbst  demnächst  äie' Z<iichnung  eritwerfen  "^  zu  kön- 
nen; allein  ^is-  Jetzt  habe  ich  d Wölben  verßeblich 
entgegengesehen.  Mir  bleibt  daher  nichts^ übrig,  als 
jene  Geologen,  welche  reisend  die  jGegend  von  Swi- 
nemüpde  berühff^j  (pder  sie  besuchi^^  um  4as  dortige 
SeebM  in  Q^rauph  J(n;|nehmep)  mi  dM^hfizeiehnete 


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GmWbe^  «utefrbsam  sa  miclt^ii^.  j9  der  rraiM,:v^ 

mir ,  MHigwmaa&en  im  K#ltt»  su»  konamen»  tb^ik  «tc^tt 
Bu  «ebrabgeiMbw»  um  ^tW4».kndir  als  «nfdbi»:Aark 
VttPwtecte^'IAB^rw«  darbieten  zu  Icö^inw» 

^r  3)  Feuersteine, 

.(  .  In  Hügfips  'Kreidgebirgen  *)i  auf  Arkona  wi».  bei 
SlaibbenlcamtMr.  (S.  i€5  dies.  B.),.  wechseln  ^  pa-^ 
ralleleni'  Lagen  der*  nabe  boxizontal  geschichtetei» 
FeaersteiakaoUdn  <  mit  iwischenliegender  .  Kreide  in 
det  Weise  ab , .  dafii  wenn  man  dia  kreidigen  Zwiseben- 
a^bichten  4er  unteren*  und  der  '»»oberen'*  Ziagen 
veigleicbt»  die  et  st  er  en  einige  J'iifs  tenkreehto 
Höbe  »die  »Jetateren'*  hintgegen.  mv  6-^-'8  ZoU  err 
digen  Zunschaa^taum^s  darUetem  Die  Yernittthung  liegt 
nabe^f  ^biCsKiir.  Ablagerung  und  Bildung  deir  unteren 
br^teren  Kr^d-Zfrischenschichteh  .längere  Zeiträume 
verbraucht  yvurden»  als  zu  jener. der. oberen  tebsnä4> 
Um;  oder  «nd  die  oberen  FeuersteinknoUeik-Sebic]»^ 
tan  einander  näher  gerückt  -^  im  Laufe  der  Zeit; 
d«  h.  in  Folge  >■  Ten  Kreideauswaschiuig  durch  von 
Oben  her  eindringendes  MeCeorwasser? 


*)  il  &  g  •  n  wird ,  so  weit  aieioe,  I)arcbfliigt  •  Besierkeagea 
reicheo ,  TOn  Kwei  v^rtchiedeaen  M^B^c^eiitchlag*  Arten 
lie wöbnt ; '  auf  ^  W  i  1 1  o  w  and  J  a  t  m  n  n  d  :  blaoe  Angeo, 
blonde  oder'  bellbri)aniiobe  Haare ,  weifse  äaut|  mehr 
Kagliebe  als  mude  Gesichter,  snm  Theil  schlanke  Idestal* 
tsB)  anf  defli'^Wege  TOB  Stubbsakatäsuer  aadb  Pat- 
Kes:  das  Gesialic  aMbr  gsiteadsli  dal  Iftiar  braiitt»  bin 


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über  Vorweltliches  4ef  IDsteeegegenden.    443^ 

u;  B«ft'il«r  f^aflgr«tehi;ii}(^t.aurtracki)ei»^  «eniern 
auf  nassem  Wege  entstanden  ist  (irrf;-^.  iVfdit: 
aus  vermoderten  Fflanzeh  und  Zooph]rten;  mehr  hier- 
über in  der  Folge)  beweist  schon  4er  Kreidegehalt 
•cPWlJä^iWfle;/  in  ^«n;^*ir?n  1797  ~i8qo  .^;  iph 
zu  Swinemündei;aatör;Qefte6B;  im  irischg^Jöschten  Kalk 
dergleichen  Fe.uersteinknoUei^,  deren  Rinde  vollkom* 
men  verglast  erschien.  Auf  mein  Ersuchen  warf  ein 
dortiger  Kalkbrenhör .  absichtlich  solche  Knollen  mit 
in  den  Kalkofen;  als  der  Brand  vollendet ,. der  Kalk 
herausgenommen  und  gelöscht  worden  war,  fanden  sie  sich 
^f^FfflS^^ffff«^  •  M<^«9f^b  ;g*ff*lfteh  VQ^  -gxiSlJPlichem 
OlfiseV  t(fnkleidet  .j^twa^  der,  Art  hätife  fB.^s^fxyäfXf 
^tteid^ri^deja  .dexvFeu^rstWü^iio JJpn  begegfifit  n^üssen» 
W  ,  35^^,  ,;hj^. ,  BUdijU3gi.  >  wenn  . .diese  ^ul.^ trackaeni 
^M9.  Jf^ff^^^'  ;.:      ' 


ina 


«ii^^iTJ.e^^.r  f,e^w;^    (b^  ^ejp  Fmeii  hi«,  oi^d  da  br«iiif| 

braanjjl  die  Gestal^  ■icb)r,  a|i(erfft;it;    auf  jdem  Wegt  voa 
JP.iitbiift,^bfff;  Garls  asc^  ^^Ijtfähi;^.:  biaicba  Genah* 

;.;,!.  ji^abt:  braiwi9.^8a.^  uJkei»  ins.  BliQli9b«  spiel^^«    pi« 

Lage   TOQ    ^Iteiikkcbea.  Cl^e    Koi^garten   aiast 

,#apg)jE{^i.|€b  ,aicbii  vpieiiiger.  alt  romaotif^^    jU/?jir« 

:     i^,?'^*  »••!^>?f^  ^*?  .9Qan«  fiafg^^^a  bia^r  den  Höhen  von 

StobbeDkainmer;  ein  wwidertchoaer  Morgen.    Kun  snvor 

^^!^»^^l^  »>c^  ooah  des  JEleatea  des  damahgen  v  sivirlc^a 

.   ,v|i^?>^f<fÄ!«iw*  3»  4e«^^?W|menwir|ba  sii  Sar^gard 

(Sanerbrannen)    findet   nan^iaina    aieni{iab  '▼olktändiga 

Sainmlfing J^Ügeni^  Mifiaaaliaa,  Torsiglidi  ^ieh  an  rer- 

.  ttf ^fika  Cyfcbjlian*  Wm^Tagalmahav,  Herbst  1817.  ^. 


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444-    .'.  .'.  V,  Wtjigel  •  :  '';,v.    /  •...  . 

Versuche  mit  dem^Hani  eines'  I^arunihr- 


Archiater,    Rkter  Chr.  Ehrenfn  v.  W^i^el, 
;: ...         «^  Professor  zu  GmfsWaW.  •  •-^''^ 

^  (Betchlaft  cicr  S.Sgft  äbgebrooh«s««  A£baiidJaiiiX   ^ 


1  1  ■    "l        •  ■  •     - 

•  •  ^-  r. 

>  .       ;  1  ^i'./< 

:.*.;!  nf\- 

.    6^ 

'  ( 1   r»a,  ,'t' 

if  if^or» 

Von 'dem  noch  fibrigen  Harne  wurde 'eih'Tliepil 
ro"  Versuchen  in  der  Art  vertvendet,  dafs  je  ein  (Was-* 
seic-y  L\>thtiiaals  m  ein  fiarbenloses  Weinglas  gegossen^ 
und*  unversbtrt  neben  Jener'  Gläseir  gestellt  Wurdd,  m 
welchen  nachstehende  Reagentien  -  Zusätze  stktt  hatten  ; 
Reag«Btiett  Wirkang  derselben  aof  den  Häro. 

•)  LakmasÜDCtar  -^  danl(el  Vosenroih  ,*  los  Pdrpurne  tpieteod. 
B)  ^aljfeteri/ SilRet  :-  btHäiflicb*'  k^hWätt^t  "^WkitexiMäf  >  »i( 

fiberstehender  eltrobgelber  f'IUssigKefcr 
t)  SaTpeten.  Rtapfifcr  —  schmaragdgraii;  ebne  Ni^deriiclklag. 

d)  Ltt/üLleyant.  Alumt  —  bltfsgdb  /  Mar  ^  ttdt  der  2feii^'tcblei- 
.  ^    ttf|e  Wölke«  liktf  «4taft<lbeii  eaÜatfiend/  "" 

e)  Bastsch  iOAltes.  Kali  —  donlkd  .eltröögtlb ;  nt\mäi  iafal«i- 

*•    * ' ''    tnigen  Mtedersehlag  ^etigend.'  *• 

I)  SalM.  Biä^t --'weSftHtheTi^Q^^     in  der'f^^  iMi  to»- 
•  (  -^       der&d  in  weiAUcli   •tanbig6nJ3iyd^asfti^'%Üd  bU» 
^•''  *      'bellgelbe  «««Sfgkeit     *'  '        '        •^'  -'^J- 
^)  iüit'  S^Wbner  TerdUnfiite  S^sbvi^f^htiirfe  -^  ot(f erSodeit' 
gut)  Eisenfreiet  blans.  Rali '«--^' «iferSnder^;' '  nabh  ÖT^gea  ei- 

'*  i  #as  dilnkelg%lbr    "  *  •  ..  «^» 

b)  Kalkiratlttlir  ^ —  etwas  dvielceMfl',    am    foIgenSeb*  Ta^e  nbcr 
>     :    '      '    Weiffiieheii  HJ^'olReii  l^lasgelbenfissigkdt  y  Ipätcr- 

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,  über  den  Harn  eines' Rarrirohrkriftnken.    44$ 

'  hin  schUlmigen  Eotmtti    and    auf  deir  Ober« 

flicke  ScbiBMi*!* 
i)  ;GrlUMt  Mhvrefelt.  Eiaenozydsl  «-»  brSaDlicfa|  iber  aadaaerttd 

.  kUr. 
k)  Salpfttrt.  Eistn  —  rotl^b^aiiD;  tueh  Entlasiang  ?oii  ettrM 

weifslicher  Trpbnog  *-  darcbacbeiiiead  rotb. 
I)  Bldsaeker  — *  vreifilicbe  Trubaog   uod  wjeificr  Niederichlag  $ 

die  fiberttebeodä  Fl&ssigkeit  blafigell^^  klar. 
tt)  Salpetenaixt.  Goldaaflösoog  —  etwai  duokler;  in  der  Folg« 

wieder  blaeeer  uad  mit  einer  Goldbaot  bedeckt. 
d)  Salpeters.  Merkuroxydol  —  starke  weifelicbe  Tr&bong    und 

Niedcrseblag»   der   jedocli  onreinweife  errcbeint; 
^    dia  Fl&seigkeit  nath  wie  vor"  blaft^eflili^b. 
o)  Salpeters.  Bfirkaroxyd  •—  wie  d) 
p)  SlaaerkfoMiik  —  kaiae  Triibat^i;  in  der  iFolga  Sporan  TOa 

weiikeai  Bodeoaata.    - 
q)  Gdetigar  Gallnianfgafi  —  brImiHoh  \  späterhin  ancb^ial  ein 
i.    .  ibrannroibar  Niederaebiag»  ,        .  . 

Der  tur  Yergleichung  hingestellte  Harns  ohna 
Reagemieq  -  Zasatz ,  blieb  längere  Zeit  hindurch  un- 
verändert ;  endlich  eDilie&  er  jedoch  einen  ^chlieimigeip 
Bodenaau.,       > 

..•-•.'  -7.  •  ; 
In  der  VerMatboiig»  daHi  daa-Harnaüfa  aus  dem 
StmrkiMhl  der  genofaeneU  Mehkp^isen»  ,dea  B^odea 
luid  dergl.  im  Blute  erzeugt  werde  und  al^o  auch 
vielliaicht  noch  nicht  bis  zur  Entwi^kelung  de« 
Hamsüfa  veränderte  Stärke  im  Harn  zugegen  seyn 
könnte  wurden  i  Lothmaafii  Harn  mit  ein  Stückchen 
}od,  von  der  Gröfse  eines  Stecknadelknopfes,,  versetzt; 
es  erfolgte  Dunkelung»  aher  keine  Bläuung.  Auf 
der  Oberfläche  schwamm  röthlicher  Staub»  der 
durchschütteln  4i«aonst  bla&gelb« Flüssigkeit  brl^unte. 


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J  Ol  d  t  i  a  c  tu  rr  arseogti»  papli  5  Tagen  wenig  eines 
'  röthlich  braunen  BodensaUes. ;  hydrojodsaures 
Kali  nach  abensoviel  Zeit  ein  gelblichet  Gbmiach,  ge* 
trübt  durch  wenig  weilslichen  Bodensatz.  IVIittler« 
weile  xüiB  Oeftern  erfolgtes  Schüttehi  ähdeltid'. hierin 
nichts:  v'erdünnte  Schwefelsäure  tu  jeder'  dieser  3  Fro- 
hen getröpfelt  bewirkte  etwas  vermehrte  Dudkölung^ 
aber'  keine  Bläuung. 

■    '      '  •  "8.    •     • 

Z)ü|r  näheren  Yergleicbung   des  H^rn süTs,    mit 
St'ärHejipd  RohrzuCfker   wurde ^ll^oth    kaufbare 
Weizenstärke  und  ^b^movielKarto.ff9l,s.tiir^e« 
jedes  Cuif;  sich«  in  «4.Lotb.  destilUrten..Wli#fieiiV):diirch 
viertelstündiges    Sieden    (im    weifsglasurten    eisernen 
Topf ä)  '  gelöst ,    darauf '  noch    mit  soviel«  ^esi^  <  i Wasser 
versetzt,    da(s    jede  d^  Lösungen  ein  Pfund  Wasser- 
inaars betrug/  und  nun,     nachdem   ^us  der<  ^xiteren, 
durch    mehrtägiges  Stehen   im  Glasgefäifte^   ieiDe    sio 
trübende  Wolke-  sich  abgesetzt  und  die>^ac^b^rstehende 
Flüssigkeit    von   derselben    abgegossen    worden    war« 
wurden    beide    (nicht    g^nz    klare)    Flüssigkeiten 
mit  denselben  Reagentien   geprüft;  die  4i&tä2f'  6  be- 
reits gegen   den 'Harn  in  Anwendung  ig^brktii«  •  wor- 
den.    Diejenigen    der  oben  S;  444  aufgeführten  Rea« 
gentien»  welche  keine  Aendetu'ng  bewirhtun/sind'  uo- 
erwähnt  geblieben. 

Weitenitarke.  KartbffelitSrke. 

a)  Lakmüst;  etwas  Violett. 

h)  Silberaofl.    weirslich,    dann  ebanio,  die  anftuglicha  TrÜP» 

rothbrSiiBlieh;nachatageB  hw%    «ad    Rdihaag    JtdeäJ^ ' 

UdtteiaWiflu  Immagraa  8«birlshcr|«.BodattsatshaUaB,^ 

Digiiized,byVjOOQlC 


über  den  HarnJdi^es  HanruhrkraiJien.   .447 


Weiscnstärke.  Kfftrtoft^nUtltjrk.^  ^ 

e)  Kupferaofl.  bl&alicbgr&it  tchwScbtVf  :ihi4  vr^ibüch  w^ 

.'.   •/'   '^  :iiig  m^. .  .;,      .,..      .    ., 

k)  Salpetcri.  Eiienauflw'— "  X0lh-    inioder  lockerer  and  lotflivwtiltfr 

iirauolicber,  Ittfikairtr  ßodeniatv  Bad« AsMf  !>':  davAbelr  mater  b«U* 

mit  überstebeoder  klarer pome«^    gelba! FiAili^iCi     .  .  i.    •    : 

raoseogelber  FlüMigkeit. 

»)  Goldaofl.  icbvracbe  Wolkai' '  cb«iito 

oben  ijoldbaot;  iojiwlphtf^i^ivi«;,.  :tr;  -^    ^^. 

Mm  Harn;    keina   Spifr.  reu  ^,  livjy 

Hötbifiig.  .    f       : 

q)  GallttMioet.  weiftlieb-trüb.      brSanlicbweift  •  trftb. 


'  ■■    .  1  -V    7";)    '  ^^ 

Zur  Yergleichung  mit  dem  Rohrzucker  wurde* 
4 Loth  weifser  Huthzucker  und  ebensoviel  gelblicher 
G a n d i s  •  Z u ck et  >  jeder  vn  '  i r^f^tlM^^:  dest» 
Wassers  bei .  Sfubenofeoi^ärjcne;  gelcfet,  j:^^^¥pn:  b^ep 
^klaren,,  fast  fa^bLds^i  Xöaungen '.au£  gleiche  W^ise 
wie  bei  6)  jedesinal'  iLothmapft  JiAidpq  VeKsu^fe- 


»/.'..I       -.,:...      .^    •;.  . 
Hotbaneker. 

*a)  Lakmostifct.  nach  4  Ta^an 
int  Violette  ipielend. 
1>)  Silberaufl.  klar,  sebr  sebwadk 
rdthlicb;  im  Soonealicbteehfrar»» 
lieber  BoilensaCB. 
|r/x)  Blaoe.  Kali  nkdi  '4Tageo' 
blaAfafioiflieiL  ^ 

b)  Kfihvfanw  nach  4  Tagen  et- 
was weiftl.  BidentatXi  der  dnreh 
etwas  Sahwifaliaora  f«al  ver- 
scbwMi».         M 


Weifeer  Ganäitnieler.  ^'  '  ^ 
ebenso. 


blafigtlbUeb. 


ebenso. 


.  Digitizedby  VjOOQIC 


448  r.  Weigel  o      u 

fc)  S^1p6kn.£iJtawB8di  4T. 

wenig  weiftL  fe^deBütt. 

n)  Goldtafl«  —  nach  4T4  IiaO     etffM  donUer  nie  lebfracher 

cHroogdlb«        '  ^  GoldiMBt. 

ti)iiDdo)Siilpei»r*<flf«4Nir«afl.—  '   «brato. 

l6jmr«B  wcifsb-N^üMb]; 

.      •    •    ;.  10.  .  .. 

Jodlösung  erlitt  durch  dio''Zttckerl Äsungen 
keine  Farbenänderung ,  durcH  die  der  Stärke  die'  be- 
kannten; hydrojods.  Kali  verhielt  sich,  nach  Zu- 
satz von  verdünnter  Schwefelsäure  ebenso,  und 
auch  die  Zuckerlösungen  nahmen  dadurch  ebenfalls 
die  Farbe  der  verdünnten  Jodtinctur  an*), 

•     .      ••         ;       .     -.    .r      ••        .11.  ,  ...       ;   . 

•"    *  Zut  Weiteren 'Yergleichtmg.  diente   eine  wäfsrige 
'Lehidösungr^^l  L(^h  Leim  in'a4Loth  dest,  .Wai- 
ser;   bereitet   durth   ^stündigea  Kochen,   Seihen  des 
'Alstids  durch  Druckpapier  und  Verdünnen  der  klaren 
Lösung  mit  soviel  dest.  Wasser,  als  erforderlich  wei; 
um    ein  Pfundmaats  Flüssigkeit   zu   gewinnen.     Lak- 
mustinctur,    mit    1  Lothmaafs    derselben   versetzt, 
spielte  fast  ins  Violette;    Silberauflösung   wurde 
kaum  getrübt,     dann    rothbräuiüich  (aber  ohne  Nie- 
derschlag) ^und   im   Sonnenlichte    dunkler  und    trüb. 
Basischkohlens.     Kali     bewirkte     durch    langes 
Stehen    schwächen .  '^ Weifsea   Bd'deniata  ,    Salpeters 
Eisen    sogleich    v^eifsliche    andauernd    unveränderte 
'  Trübung 

*)  Idb  sah  dsm  Zvcksr  die  JodlSiUig  dntff rben. 
^  Kasta^r. 


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;> 


über  den  Harn  eine^  Hamruhrkriaiken.    440 

Trübung»  Bleizacker  rine  kaum  mockliche  weib- 
liche, in  der  Folge  von  wdifslicben  Niederschlag  ben 
gleitete 9  G^oldauflösung  sofort  eine  starke  weich- 
lich» Trübung»  und  in  der  Folge:  starke  Goldhaut; 
Salpeters.  Merkuroxydul  starke  weilse,  Sal- 
peters. Merkuroxyd  weniger  lebhÄftOy  Sauer- 
kleesalz schwache  weilsUche  Trübung  (späterhin* 
weifslicher  Bodensatz),  Gallustinctur  weUsliche 
Trübung  und  flockigen  Niederschlag;  Jod  erzeugte 
durch  längeres  Stehen  bräunlichen  Bodensatz  mit  über- 
stehender farbloser  Flüssigkeit,  Jodtinctur:  eine 
ähnliche  Färbung,  aber  ohne  alle  Trübung.  Die 
übrigen  zuvor  angewandten  Reagentien  waren  ohne 
Wirkung;  die  reine,  un vermischte  Leimlösung  selbst 
hatte  sich  nach  4  Tagen  schwach  getrübt ;  was  einige 
der  obigep  Bodensätze  zu  erläutern  scheint. 

Id. 

Rindsgalle,  bei  gleicher  Wasserverdünnung, 
in  den  Versuch  genommen  pnrpurröthete  Lakmus- 
tinct.  nach  4  Tagen,  trübte  weifs  und  braunröthete: 
Silberauflösung,  trübte  weilslich:  Kupferauf- 
lö^ung,  wei&  und  nach  einiger  Zeit  sehr  stark  weifs 
Alaunlösung,  nach  4  Tagen  kaum  merklich  flockig : 
«alzs.  Baryt,  ebenso:  verdünnte  Schwefelsäure, 
}edoch  nicht  flockig,  sondern  mehr  schleimig,  -kaum 
merklich :  eis enblaus.  Kali,  hingegen  sofort  £ i s e n- 
vitrioUösung,  erzeugte  in  Salpeters.  Eisen 
weifsen  Bodensatz,  stärkeren  in  der  Bleizucker- 
lösung, trübte  sogleich  die  Goldauflösung  weid- 
lich, färbte  sie  dann  rotbbraun  und  machte  sie  überziehen 
Kiit  einer  sehr  schwachen  Goldhaut}  bewirkte  in  sal- 
Arcbiv  f.  d.  ges.  NstnrL  B.  18.  H.  4*  og 


^•"""°'-\ 


450    .  V.  Weigel 

peter«.  Merkur ozy dal  und  Merkur oxyd  eine 
merklich  weifsliche  Trübung  und  ähnlichen  Nieder- 
schlag. Noch  worden  versucht:  saures  oxals.  Kali» 
das  schwach  und  geistiger  'Gallu&attfgufsy  *  der 
kaum  merklich  weifslich  trübte  und  weni^  weifslicben 
Bodensatx  erzeugte.  Unvermischte  und  nur  mit 
Wasser  im  obigen  Yerhältnib  verdünnte  Rindsgalle, 
twar  während  dieser  Versuche  unverändert  und  fast 
klar  und  farblos  geblieben.  Jod  mit  obiger  Gallen- 
lösung vermischt  gab  nach  4  Tagen  einen  braunen 
Bodensatz,  überschwebt  von  einem  ^eifsiichen,  über 
den  die  Flüssigkeit  vollkommen  klar  und  farblos  war; 
Jodtinctur  gewährte  sogleich  ein  dunkelbräunlieh 
gelbes  Gemisch ,  entliefs  nach  4  Tagen  aus  klarer 
'farbloser  Flüssigkeit  vielen  bräunlichgelben  Qodensatz. 
Hydrojods.  Kali  äusserte  keine  Wirkung.. 

.i3. 

Das  Weifse  Ton  einem  Hühnerey  zu  Schaum 
geschlagen 9  mit.  i Pfd.  dest.  Wasser  vermischt,  vom 
geronnenen  Theil  mittelst  Klarseihung  gesondert, 
trieb  Lakmusaufgufs  kaum  ins  Höthlicl^e,.  er- 
zeugte ^n  Silberauflösun'g  sofort  weifse  Trübung 
:Und  Niederschlag  (bald  darauf  wurde  alles  rothbraun 
und  hatte  sich  nach  4  Tagen  noch  nicht  durch  Nie- 
derschlagsenkung   geklärt)  *)    wurde   durch  Kupfer- 


*)  Derselbe  VenacÜ  worde  mit  einer  zweiten  Portion  Ey- 
weirivrasser  wiederholt  nnd  das  Gemisch  der  Einwirfcang 
des  Sonnenlichtes  aasgesetet;  es  bildete  sich  ein  bräon- 
lieber  Niederschlag  bedsckt  tob  bleibend  trüber,  br&on- 
lieber  flftisigkeit^  v.  W  e  i  g  e  I. 


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tiber  den  Harn  eined  Harnruhrkranken.    451 

attflösang  nur  blaugrünlich,   endlich    unter   klarer 
grünlicher  Flüssigkeit   weifsgr unlieben  Bodensatz  ent- 
lassend und  verhielt  sich   zu  den   übrigen  Reagentien 
analog  der  verdünnten  Rindsgalle; 
I 

Noch  ward  ^ Loth  klarer  Honig  in  gleichem 
Yerhältnils  mit  Wasser  verdünnt  und  tnit  den  ge^ 
nannten  Reagentien  behandelt.  Lakmustinct.  er- 
schien nach  4 Tagen  rosenroth,  Silberauflösung 
rothbraun,  aber  klar  und  ohne  Niederschlag,  eisen- 
blaus.  Kali  am  4.  Tage  kaum  getrübt  und  gelb- 
lich, Salpeters.  Eisen  schwach  weifslich  getrübt, 
nach  4  T.  klar,  blafsgelb  ohne  Bodensatz;  Gold  auf  1. 
ungetrübt  und  fast  ohne  Spar  von  Goldhaut,  alle 
übrigen  Reagentien  blieben  ohne  sichtbare  Einwirkung 

a5. 

Diese  Versuche  hatten  nun  zwar  die  Anwesen- 
heit des  Harns üfs  im  fraglichen  Harne  erwiesen, 
aber  nicht  gezeigt:  in  welchen  Verbindungen  dasselbe 
zugegen  sey  ?  Uni  hierüber  Licht  zu  erhalten,  wurde 
a)  der  durch  den  Harn  geröthete  Lakmusauf- 
gufs  erhitzt  bis  zum  Sieden;  die  R5thung  blieb 
und  gewann  auch  Intensität,  aber  weder  saurer  noch 
Ammongeruch,  wohl  aber  der  gewöhnliche  Harnge- 
ruoh  ward  dabei  wahrgenommen ;  b)  der  bräunlich- 
dunkle  Niederschlag  aus  der  Silberauflösung 
ausgewaschen ;  es  zeigte  sich ,  dafs  nur  seine  äuss erste 
Oberfläche  gedunkelt  worden,  alles  Uebrige  hingegen 
weifs  geblieben  war.  '  Beide  wurden  durch  Abspühlen 
soviel  wie  möglich  gesondert;   erlitten  dann  von  Sal- 

29  * 

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452  y.  Weigel 

petersäure  keinen  Angriff,  Töm  Tagedicht  hingegen 
schwärzte  sich  nun  der  bräunliche  Antheil,  während 
der  andere  weifslich  blieb;  c)  die  mit  Harn  ver- 
setzte Kupferauflösung  mit  Kali  versetzt;  es  er- 
folgte durch  Schütteln  wieder  verschwindende  Bläuung» 
aber  keine  Ammon -£ntwickelung.  Stärkere  For- 
tionen der  Kupferauflösung  (3o  Tropfen) ,  als  die 
(oben  S.  444)  früher  verwendeten,  erzeugten  in  dem 
Harne  eine  mehr  gelb-  als  bläulich -grüne  Fär- 
bung; was  auf  Anwesenheit  von  Salzsäure  hinzu- 
deuten scheint.  Hinsichtlich  der  übrigen  Erschei- 
öungen  bemerke  ich  noch  Folgendes:  d)  Der  durch 
•alzs.  Baryt  erzeugte  geringe,  Trübungs- ähnliche  ' 
Niederschlag  war  ih  Salpetersäure  unauflöslich;  mithin 
schwefelsaurer  Baryt;  sehr  geringfügig  konnte 
die  Menge  dieser  Schwefelsäure  nur  seyn,  denn 
die  durch  Bleizucker  bewirkte  Trübung  verschwand 
durch  Zusatz  von  viel  Salpetersäure  fast  vollkommen ; 
e)  was  ausser  atmosphärischer  Kohlensäure  auf  das 
Kalkwasser  (oben  a.  a.  O.)  fällend  gewirkt  hatte, 
dürfte  wohl  nur  etwas  Thierschleim  gewesen 
•eyn;  f)  die  schwefeis.  Eisenauflösung.  (a.  a 
O.)  war  immer  noch  ungetrübt,  während  sie  dock 
sonst,  unter  ähnlichen  Umständexi.  so  leicht  gefällt 
wird^),    und    während   auch   die    salpetersaure 


*)'£s  erinaert  dieses  Teriialten  des  Harnes,  so  wie  dsisvai 
KaHc  eiiugermaarsen  aa  jenes :  des  aus  ssaren  Aoflösmigea 
gefallteii  Pfiaasealeitt's,  vergL  die  systematisehe^ 
asoh  GatUittgen  und  Artea  abgctheilte  Uebenioht  sfiMiat* 
lieber  BUduagstheils }   ia  n.   Polytechnocheoiie  IL  s06ff. 

V  Kattaer. 


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fiber  den  Harn  eines  Hamruhrkranken.    453 

späterbin  Trübung  erlitt;  g)  die  Gold  haut  blie